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Newsletter: 33/Februar 2026: Brennende Themen. Ideen, Inspirationen und Projekte aus Kirche und Diakonie. |
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••Frühling
••Sozialstaat erneuern
••Rente und Pflege
••Miteinander praktisch
••Einsamkeit
••Sexualisierte Gewalt
••Machtmissbrauch in der Politik
••Lernfähig?
••AfD
••Bücher von Freund*innen
••Inspirierende Orte |
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Vom Frühling, Fasten und Erneuern

„Ich freue mich schon so auf den Frühling, das Einzige, was man nie sattkriegt, solange man lebt, was man im Gegenteil mit jedem Jahr mehr zu würdigen und zu lieben versteht“, hat Rosa Luxemburg einmal geschrieben. Und mir geht es in diesem Jahr ganz ähnlich. Ich freue mich auf Schneeglöckchen, Veilchen, Forsythien. Auf Vogelgezwitscher und die Explosion von Grün auf unserem Walkingweg. Und auf die gelb leuchtenden Osterglocken. Wenn alles neu wird da draußen, verbinde ich das unwillkürlich mit der Hoffnung, dass auch in mir und bei uns alles neu werden kann, wie die Jahreslosung 2026 verspricht.
Das Neue kann man herbeisehnen. Man kann sich darauf vorbereiten, das Alte aussortieren, das Vergangene loslassen, die Zukunft gedanklich vorwegnehmen und ausprobieren, was man sein will: „Fake it till you make it.“ Jetzt im Frühjahr helfen uns die alten Bräuche dabei: Totes Holz verbrennen und Osterfeuer anzünden. In den frühen Morgenstunden am nahen Baggersee Osterwasser schöpfen und Hände und Gesicht damit waschen. Fasten und durchlässig werden und dann die alte Geschichte von Ostern ganz neu in sich aufnehmen. Auf den auferstandenen Jesus schauen mit seinen Wunden und Narben – mit seiner Transparenz für Gottes Licht. Und ein neuer Mensch werden.
Der 7-Wochen-Ohne-Fastenkalender nimmt uns jedes Jahr Tag für Tag mit auf den Weg. In diesem Jahr ist das Motto ebenfalls „ohne“, nämlich „Mit Gefühl!“. Sie können den Kalender und weiteres Material noch bestellen.
Zu einem ökologischen Weg durch die Passionszeit lädt Spirit & Soul ein: Was dich trägt ist ein Entdeckungsweg, der unsere Verbindung zur Erde, zur Natur erkundet. |
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Den Sozialstaat erneuern
Lifestyle-Teilzeit, Viertagewoche, Wochenarbeitszeit (nach europäischer Gesetzgebung 48 Stunden bei sechs Tagen), Zahnarztkosten – die Stichworte genügen, um die Wut in Erinnerung zu rufen, die viele Arbeitnehmende in diesen Wochen empfinden. Sollen die „faulen“ Arbeitnehmer*innen nun für das einstehen, was Wirtschaft und Politik nicht richten können? Tatsächlich haben wohl viele Unternehmen zu spät begriffen, wie sehr sich die Welt in den letzten Jahren geändert hat – von der Klimatransformation über den Krieg in der Ukraine – in wenigen Tagen, am 24. Februar, jährt sich der Überfall Russlands schon zum vierten Mal – bis zur Infragestellung unseres Exportmodells vor allem in der Autobranche. Wahrscheinlich verstehen wir alle gerade erst, dass die Globalisierung der letzten Jahre nicht nur einfache Arbeitsplätze in den hochindustrialisierten Ländern gekostet hat – wie im Rost Belt in den USA, wo Trump zuerst seine Anhänger fand –, sondern dass jetzt auch die Facharbeiter*innen unter Druck stehen, weil die Handelsströme sich grundlegend verändern. Trumps Zölle, mit denen er „seine“ Industriearbeitsplätze zu schützen vorgibt, sind nur ein Teil des Problems. Es gibt viele Gründe – auch die Energiekosten und eine träge Bürokratie gehören dazu –, dass hierzulande jeden Monat 10.000 Industriearbeitsplätze wegfallen – mit Faulheit hat das aber nichts zu tun.
In der grundlegenden Transformation, die wir erleben, verändert sich auch die Arbeit radikal. Noch lässt sich nicht abschätzen, ob durch KI vor allem Arbeitsplätze wegfallen oder ob die neu entstehenden Stellen diesen Schwund aufwiegen können. Und über den allmählich spürbaren Ausstieg der Babyboomer*innen aus dem Erwerbsleben und die weiteren Folgen des demografischen Wandels wird viel diskutiert. Es fehlen nicht nur Facharbeiter*innen, sondern auch Erzieher*innen, Pflegekräfte und andere, die für die Qualität unseres Sozialstaats oder unserer Schulen stehen, Familien entlasten und Zukunft ermöglichen. Eine Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft von 2025 prognostizierte, dass schon 2028 rund 768.000 Stellen nicht mit ausreichend qualifizierten Fachkräften besetzt werden können. Bei solchen Prognosen geht es letztlich immer auch um den Erhalt des Bruttoinlandsprodukts, den Erhalt unseres Wohlstandes.
Als die Multikrise für viele noch nicht spürbar war, gab es in Frankreich und auch in Deutschland Expertenkommissionen zu der Frage, ob wir die Art, wie wir den Wohlstand einer Gesellschaft messen, ändern müssen. Nicht allein ein hohes Bruttoinlandsprodukt ist ein Indikator für Wohlstand. Vielmehr zeigte beispielsweise eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung von 2013, dass auch Faktoren wie Gesundheit, soziales Eingebundensein, Bildungschancen, Ökologie und nicht zuletzt Demokratie eine zentrale Rolle spielen. Wohlergehen ist auch Zeit für die Familie, für Care-Arbeit und bürgerschaftliches Engagement, eine gesunde Umwelt, eine lebenswerte Stadt. Damals, vor zehn bis fünfzehn Jahren, war vielen bewusst, dass die Übernutzung der Natur um des Profits willen genau das zerstört, was wir für ein gutes Leben brauchen. Oder dass eine Familie mit zwei Vollzeitarbeitsplätzen kein Goldstandard ist, selbst wenn für die Kinder ein gutes pädagogisches System zur Verfügung steht, weil die gemeinsame Familienzeit fehlt. Geld allein ist es also nicht. Für die Einzelnen, das zeigten Umfragen, wächst das Glück von einem gewissen Level an nicht mehr automatisch mit dem Gehalt. Dieses Wissen zeigt sich heute noch in den Wünschen nach einer geschlechtergerechten Zeitpolitik, nach Work-Life-Balance oder nach einer Viertagewoche. So wollen beispielsweise vier von zehn Pflegekräften unter dreißig Stunden arbeiten, weil sie fürchten, viel zu früh auszubrennen. So werden wir unseren Wohlstand nicht halten können, sagt Friedrich Merz immer wieder – aber wir müssen auch wissen, was uns dieser Wohlstand wert ist und welchen Preis wir zu zahlen bereit sind. In was möchten wir investieren, worauf können wir auch verzichten? Persönlich und auch gemeinsam – beispielsweise in den Kommunen. Hier fehlt das Geld für die Erneuerung der Schulen, für Schwimmbäder und die Teilhabe von Menschen mit Behinderung – und es ist klar: Auch zwischen den Ebenen von Bund, Ländern und Gemeinden muss umgeschichtet werden.
Alles hängt an der Erwerbsarbeit

In Deutschland hängen fast alle Sozialsysteme an der Arbeit: Rente, Arbeitslosengeld und auch die Kranken- und Pflegeversicherung sind Leistungen, für die die Arbeitnehmenden und Arbeitgebenden Anteile in die entsprechenden Kassen einzahlen. Das ist der Grund dafür, dass beim Rückgang der Erwerbsbevölkerung der Sozialstaat unter Druck gerät. Zwar steigt der Anteil der Erwerbstätigen in Deutschland seit 2010 konstant (bis auf einen Einbruch während der Coronaepidemie) und die Frauenerwerbstätigkeit hier liegt in Europa mit an der Spitze, doch die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden pro Kopf geht zurück. Jetzt wächst der Druck auf den Achtstundentag und schließlich auf die Tarifpartnerschaft, die Deutschland zu einem erfolgreichen Sozialstaat gemacht hat. Über Arbeitsmigration zu reden, ist inzwischen fast ein Tabu – der Zugang zu Deutsch- und Integrationskursen für Asylbewerber*innen und Geduldete sowie Ukrainer*innen ist gestrichen worden – und über das Vermögen, das jenseits der Arbeit gebildet wird, wird zu wenig gesprochen. Das gilt nicht nur für die Erb*innen der Superreichen, sondern auch beispielsweise für Wohnungskapital, das den Sozialstaat mitfinanzieren könnte. Die Ausführungen des rheinischen Präses Thorsten Latzel dazu scheinen mir hier eine gute Orientierung zu geben. Und der international renommierte Ökonom Gabriel Zucman hat in seinem neuen Buch gezeigt, wie eine Steuer für Reiche nicht nur in Frankreich, sondern auch in Deutschland funktionieren könnte.

Diese Diskussionen über die Grundlagen unseres Sozialstaats, die jetzt zum Teil mit großer Härte geführt werden, sind nicht neu. Schon gleich nach der Pandemie, in der der Staat mit großen Summen für Stabilität sorgte, war zu beobachten, wie sich der Blick auf Arbeit, Rente, Gesundheit und auf das „Bürgergeld“ veränderte. Vielleicht haben Sie Lust, das in meinem neuen Buch „Der alternde Sozialstaat, die schrumpfende Kirche und ich“ nachzulesen. Nun hat die neue Sozialstaatskommission immerhin ein Konzept vorgelegt, das für Empfänger*innen der neuen „Grundsicherung“ den Zugang zu Hilfe und die Effizienz der Auszahlung in den Mittelpunkt stellt und nicht zuerst über Einsparungen redet. Die Richtung könnte also passen, analysiert auch DIW-Präsident Marcel Fratzscher. Aber es darf nicht an den zentralen Stellen gespart werden, vor allem nicht an der Bildung. Und wir müssen endlich rauskommen aus der Diskriminierung der Ärmsten. |
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Rente und Pflege
sind die beiden großen Systeme, die in den Kommissionen als Nächstes diskutiert werden – nach den Migrant*innen und Bürgergeldempfänger*innen geht es nun also um die Alten und Pflegebedürftigen. Seit Antritt der neuen Regierung hieß es aus dem Gesundheitsministerium, „natürlich“ müsse an der gesetzlichen Pflegekasse genauso gespart werden wie in der Krankenkasse – und eine Vollzeitabsicherung könnten wir uns schon gar nicht leisten. Mit der Streichung von Pflegegrad 1, der vor allem die Versorgung von Demenzkranken betrifft, sollte es losgehen – also mit einer wichtigen Errungenschaft der letzten Jahre. Das wurde zurückgenommen – aber statt über Strukturen nachzudenken, soll anscheinend einfach gestrichen werden. Eine Reform ist das für mich nicht.
Tatsächlich ist die Pflege, das jüngste der Sozialsysteme, seit Langem überlastet – schon wegen des demografischen Wandels. Und seit Jahren liegen neue Konzeptionen vor, die zum Beispiel mit dem Problem umgehen, dass ein Heimplatz heute über 3.000 Euro kostet und dass die pflegenden Angehörigen mit Altersarmut rechnen müssen. Holger Göpel bringt es auf den Punkt: „Strukturen [müssen] spürbar einfacher gestaltet und nah an den Lebenswirklichkeiten angelehnt sein. Denn Pflege findet zu Hause statt, im Quartier, in Familien und Nachbarschaften.“ „Zusammen ist unsere Stärke“ – ein guter Titel für das entsprechende SPD-Papier. Gerade hat eine Veranstaltung des Deutschen Ethikrats zur Pflege alle Seiten zusammengebracht. Die Vorträge (über den Link auch als Videos zu sehen) zeigen: Das Wissen ist vorhanden. Jetzt muss es an die Umsetzung gehen. Einen konkreten Vorschlag bringt die Diakonie Deutschland ein: Sie plädiert für eine Pflegevollversicherung mit begrenzten Eigenteilen. Reimer Gronemeyer hat zusammen mit Oliver Schultz die Zukunft der Pflege in einem klugen Buch ausbuchstabiert, das ich gern empfehle: „Die Rettung der Pflege“. Auch hier geht es letztlich um die Frage nach einem guten und erfüllten Miteinander. |
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Miteinander, praktisch

Dabei können es nicht allein politische Konzepte sein, die dieses Miteinander möglich machen – auch wir Einzelnen können es jeden Tag schaffen, gestalten, mit Leben füllen. Das Ehrenamt spielt hier eine zentrale Rolle. Hier kommen verschiedene Themen zusammen, in denen letztlich ein großes Potenzial steckt: Dass die Babyboomerinnen in diesen Jahren die Berufstätigkeit verlassen, schwächt zwar die wirtschaftliche Produktivität. Damit verfügt nun aber auch eine Generation über mehr Zeit, die so gut ausgebildet und auch im höheren Alter noch so gesund und fit ist wie nie eine Generation zuvor. Viele von uns haben Lust, Zeit und auch Kompetenzen ins Gemeinwohl einzubringen. Ein eindrucksvoller Beleg dafür ist die Körber-Studie „Engagiert euch, Boomer!“.
„Das tollste Engagement ist, als Mentor:in einen kleinen Menschen über mehrere Jahre zu begleiten“, sagt der Migrations- und Bildungsforscher Aladin El-Mafaalani. „Das ist gar nicht so aufwändig und etwas, was sinnstiftend ist, Freude bereitet und gleichzeitig von enormem Wert für die Gesellschaft insgesamt ist.“ Mafaalanie hat gerade zusammen mit zwei Kollegen ein Buch über die Situation der Kinder in unserer Gesellschaft geschrieben: Kinder. Minderheit ohne Schutz ist der treffende Titel. Ob meine Nachbarin das Buch gelesen hat, weiß ich nicht. Doch sie engagiert sich in der Grundschule ganz in der Nähe unserer kleinen Siedlung. Sie war selbst lange Lehrerin, zuletzt Leiterin an einer Grundschule. Sie weiß, wie es den Kindern geht, die sich mit dem Lesen und Schreiben schwertun. Weil sie zugewandert sind oder weil die Eltern keine Zeit haben, sie zu unterstützen. Deshalb engagiert sie sich jetzt als Mentorin für die Schwächsten in der Klasse. Wenn sie darüber spricht, spürt man, wie viel Freude es auch ihr selbst bringt – und wie sie ganz nebenbei ihr Netzwerk im Ort erweitert hat. Über ihre Erfahrungen habe ich ausführlicher gesprochen in der Sendung Am Sonntagmorgen im DLF.
Wie es Kommunen anstellen können, möglichst unterschiedliche Gruppen zur Beteiligung zu gewinnen, dazu habe ich bei Faktor D – Strategisches Netzwerk für Demokratie gerade sieben sehr praktische Tipps gelesen.
Und weil wir auch die Höhepunkte brauchen, das Fest und die gemeinsame Freude, startet dieses Jahr der Aktionstag zum Zusammenhalt in Vielfalt am 21. Mai. Die Website bietet unter anderem Aktions-Ideen entlang der 15 Thesen. |
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Einsamkeit

Engagement ist eins der besten Rezepte gegen Einsamkeit. „Einsamkeit macht krank“, titelt gerade im Februar die Zeitschrift „Der Ring“ in Bethel. Eine gut besuchte Tagung in Tutzing hat „Die vielen Einsamkeiten“ untersucht. „Geschichten der Einsamkeiten [sind] so vielfältig wie die Biografien der vielen Einsamen selbst“, stellte der Tagungsleiter Meyer-Magister schon vorab fest. Und machte zugleich deutlich, wie sehr Einsamkeit das Vertrauen in die Demokratie schwächen kann. Ob Menschen sich einsam fühlen, weil ein Partner starb oder weil sie sich aus Überforderung zurückziehen, ob sie am neuen Ort nicht ankommen konnten – Expert*innen aus unterschiedlichen Arbeitsbereichen hatten zur Tagung Impulse mitgebracht, wie sich in den Feldern Quartiersarbeit, Alter, Familien, Geflüchtete etwas bewegen lässt. Dabei scheint mir wichtig, was Sandra Scholz, die ich auf der Tagung traf, in einer Studienarbeit herausgearbeitet hat: Formate sollten so gestaltet werden, „dass möglichst viele Menschen sich mit ihren jeweiligen Gaben in die Vorbereitung und Durchführung einbringen können, es also weniger Teilung gibt in Gäste, die nur empfangen, und Helfer*innen, die nur geben“ – damit nämlich „alle ein bestimmtes Maß an Selbstwirksamkeit erleben“. Wie traditionelle Formen des Miteinanders erodieren, aber unter neuen Bedingungen auch immer neue Ideen Wirklichkeit werden, das beobachte ich seit Jahrzehnten. In meinem eigenen Vortrag in Tutzing, „Gemeinschaft entdecken in einer pluralen Welt“, konnte ich einiges davon vorstellen. Der Münchner Rundfunk „Radio Lora“ hat mit Originaltönen über die Tagung berichtet.
Ein zentrales Stichwort in diesem Zusammenhang ist die Caring Community. Robert Sempach und Peter Zängl haben viel Erfahrung mit solchen Gemeinschaften in der Schweiz. In ihrem neuen Buch „Caring Communities Sehnsuchtsort oder gesellschaftliche Bewegung?“, für das sie viele Interviews geführt und konkrete Beispiele erkundet haben, gehen sie den Faktoren des Gelingens und möglichen Problemen nach. So kann das Buch als eine Art Sparringpartner dienen für diejenigen, die sich auf den Weg machen, aus der Begegnung Gemeinschaft werden zu lassen. Ich hatte die Ehre, eine Einleitung dafür zu schreiben, und freue mich schon riesig auf das Erscheinen in diesem Frühjahr.

Welche Rolle die Kirche in solchen Caring Communitys spielen kann, darum geht es in meinem Vortrag in Troisdorf am 20. März. Eine von vielen Möglichkeiten ist die Nutzung kirchlicher Räume als Coworking-Spaces fürs Träumen und Wagen. Ich verstehe dies auch als Teil jener Transformationen, die Kirche angehen muss und kann, um den christlichen Glauben im Heute wirksam sein zu lassen. Steffen Bauer untersucht dieses Transformationsfeld seit Jahren auf seinem Facebookauftritt, nun auch in einem Essay unter der Überschrift „Design oder Desaster“. Beim Pfarrkonvent am 25. März gibt es in Simmern nach meinem Vortrag auch einen Workshop, wo wir erkunden, welche Chancen sich mit den Babyboomer*innen für die Gemeinden öffnen.
Und wie in einer Wohnanlage für Ältere Gemeinschaft entstehen kann, das habe ich im Januar bei einem Vortrag in Hannover-Kleefeld erlebt. Die große Wohnanlage dort bietet viele Möglichkeiten, um sich gleich am Ort wohlzufühlen: vom Frisiersalon über ein Ärztehaus bis zum Restaurant mit Hotel für Freund*innen und Angehörige. Die schönen Appartements haben mir das Gefühl gegeben, dass sich dort auch im Alter gut wohnen lässt – sofern man sich die Miete leisten kann. Die Bekannte, die ich dort besucht habe, erzählte, dass sie (wie viele andere) nach Corona dorthin gezogen ist – einfach um die Sicherheit zu bekommen, nicht allein zu sein und versorgt zu werden. Jetzt aber, sagte sie, gehe es um die Frage nach dem Sinn der letzten Lebensjahre. Nach einem sinnvollen Engagement und auch einer neuen Spiritualität im Alter – wie bei Abraham und Sarah, die spät noch mal aufbrachen (1. Mos 12). Oder wie bei Jakob, der sich am Ende noch einmal mit seiner Lebensreise auseinandersetzen muss (1. Mos 32). Am 5. Mai will ich über diese Fragen mit ehemaligen Gefängnisseelsorgern sprechen. Ich bin gespannt, welche Beobachtungen sie zum Thema Spiritualität in der Einsamkeit der Gefangenschaft gemacht haben. Und ob sich davon etwas lernen lässt. Am 9. Juni geht es in Marburg bei der Tagung der Verantwortlichen der Landeskirche für Besuchsdienste genau um Besuchsdienste im Sozialraum. Alle Vorträge und Workshops mit den genauen Zeiten und Adressen finden Sie übrigens im Terminkalender auf meiner Website. |
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Sexualisierte Gewalt

„Ich bin eine Überlebende“ sagt Christine G., eine der Teilnehmerinnen einer Tagung zur sexualisierten Gewalt in der Evangelischen Akademie Tutzing Mitte Februar. Christine ist als Vertreterin des Betroffenenbeirats Mitglied der Unabhängigen Regionalen Aufarbeitungskommission von Kirche und Diakonie in Bayern. Solche Aufarbeitungskommissionen wurden mittlerweile in der Hälfte der Regionen, die Kirche und Diakonie festgelegt haben, eingerichtet. Die andere Hälfte tut sich – zwei Jahre nach Veröffentlichung der ForuM-Studie über sexualisierte Gewalt in der evangelischen Kirche –, immer noch schwer mit den neuen Verantwortungsstrukturen und den verabredeten Berechnungen der Entschädigungszahlungen. Das hat vor Kurzem dazu geführt, dass Nancy Janz als Vorsitzende des Betroffenenbeirats zurückgetreten ist. Ein wesentlicher Grund: „In den Landeskirchen und Diakonien wird viel zu langsam umgesetzt oder sogar in Frage gestellt.“
Auch in Tutzing spielte das Thema Zeit eine große Rolle. Denn für viele Überlebende des Unrechts in kirchlichen Heimen und Einrichtungen läuft die Zeit ab. Christine G., erzählt, dass die Heimgruppe, mit der sie noch immer fest verbunden ist, zusehends kleiner wird. Menschen sterben viel zu früh: an Krebs, Alkoholismus, Suiziden … Die Zeit läuft ab, und je länger Kirche und Diakonie Entschädigungszahlungen verzögern, desto weniger werden am Ende noch in den Genuss kommen. Dabei ist für die Betroffenen die Vergangenheit mit Kinderarbeit, Prügelstrafen, sexualisierter Gewalt noch ständig gegenwärtig – vielen fehlt deshalb eine Ausbildung und eine lange Berufstätigkeit, viele leben in Altersarmut und wünschen sich eine regelmäßige Opferrente, wie Österreich sie für ehemalige Heimkinder vorsieht, die Opfer von Gewalt wurden. Auch das konkrete Bekenntnis der Täter und der Trägerinnen ist ihnen wichtig, sie kämpfen aber eben auch um jeden Tag des Weiterlebens. Christiane Florins Buch „Keinzelfall“ erzählt anhand der Geschichte eines Betroffenen eindringlich, worum es dabei geht. Und es erzählt von der Macht der Institutionen, von denen nicht wenige bis heute „mauern“ oder sich hinter Bürokratie verstecken. Als ehemalige Vorständin eines Diakonissen-Mutterhauses berührt mich das sehr.

Tatsächlich waren die Hälfte der Teilnehmenden in Tutzing Betroffene – und ihre Verzweiflung und ihre Traurigkeit schufen ein Klima zwischen Tränen und Wut, zwischen großem Engagement und Frustration. Die andere Hälfte waren Mitarbeitende aus Diakonie und anderen sozialen Einrichtungen. Sie wirkten auf mich keineswegs langsam oder gar infragestellend, vielmehr nehmen sie ihr Engagement für Aufarbeitung, aber auch für Intervention und Prävention mit in ihre alltägliche Arbeit im Heute, mit zu den verschiedenen Herausforderungen bei besonders vulnerablen Gruppen wie Pflegebedürftigen, Geflüchteten, Kindern, Menschen mit Behinderung. Angesprochen wurde jedoch auch, dass der Missbrauch hier nicht nur einseitig ist – es gibt eben auch Gewalt gegen Pflegende oder Sozialarbeiterinnen etwa in den großen Flüchtlingslagern. Dass auch darüber gesprochen werden konnte, ohne dass es um ein „Aufrechnen“ ging – dass das Schweigen auf dieser Tagung brach, war vielleicht der größte Gewinn.
Wie wir in der Seelsorge traumatisierte Menschen begleiten können, darüber hat Silvia Bolatzki ein kluges, zugleich reflektierendes und praktisch anleitendes Buch geschrieben: „Preisgegeben und wunderbar geborgen“. Dabei zeigt sie unter anderem auf, wie viel Erfahrungswissen und wie viel Tröstendes in den alten biblischen Texten steckt. Für Heft 1/26 der Zeitschrift P & S habe ich das Buch rezensiert.
Hier auch der Link zur zentralen Anlaufstelle für Betroffene sexualisierter Gewalt. Einen Überblick über die Ansprechstellen in den Landeskirchen gibt es hier. Und: Helene Brachts hat ein berührendes Buch über das Leben nach dem Missbrauch geschrieben: „Das Lieben danach“. |
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Machtmissbrauch auch in der Politik – von Grönland und den Epstein-Files

Das Thema Machtmissbrauch und sexualisierte Gewalt in der Politik ist ja gerade auch durch die Veröffentlichung der Ermittlungsergebnisse und Korrespondenzen um Jeffrey Epstein sehr im Gespräch. Die Briefe, Mails und Fotos, die Buchungen und Deals sind geeignet, alle Verschwörungserzählungen zu bestätigen. Klar ist jedenfalls: Es kann nicht mehr lange unter dem Teppich gehalten werden, in welchem Maße hier, in der sogenannten Elite, Geld, Macht und Sex verbunden sind – und wie sie Menschen auf erpresserische Weise verbinden. Und wir müssen damit rechnen, dass es solche „Eliten“-Netzwerke auch in anderen Teilen der Gesellschaft – eben bis hinein in die Kirchen – gibt. Was damit zugleich aufklafft: Wie verbreitet, wie geradezu selbstverständlich es nach wie vor zu sein scheint, Frauen und Mädchen als Objekte zu behandeln. Die gerade erschienene Dunkelfeldstudie über die Gewalterfahrungen von Frauen spricht leider eine sehr deutliche Sprache. Auch Gisèle Pelicots Buch, das in diesen Tagen erscheint, erzählt davon. Pelicot hat Recht: „Die Scham muss die Seite wechseln“, damit das Schweigen endet.

Eine, die immer für die Rechte der Frauen eingetreten ist, aber auch für die von Aidskranken, Homosexuellen und anderen diskriminierten Gruppen, war Rita Süssmuth. „Überlasst die Welt nicht den Wahnsinnigen“, war der Titel eines ihrer Bücher. In meinem neuen Blog habe ich darüber nachgedacht, woher sie ihre Unabhängigkeit genommen haben mag. Sie hat mich sehr inspiriert.
Standing Ovations bekam die Trump-Regierung dieses Jahr bei der Münchner Sicherheitskonferenz – oder sollte ich sagen: ihr Außenminister, Marco Rubio, bekam den überschwänglichen Applaus, weil er die Ursprünge der USA in Europa so vielfältig beschrieben hatte („Amerika ist ein Kind Europas“). Schon am nächsten Tag war allerdings den meisten unwohl. Hinter den freundlichen Worten war es eben doch wieder die Grundhaltung dieser Regierung und ihres Präsidenten mit seinen unverhüllten Machtäußerungen („Ich kann jeder Frau an die Pussy fassen und sie lässt es geschehen“, aber auch „Wir brauchen Grönland, also müssen wir es haben“). Und so blieben der Lobgesang auf den Kolonialismus und das weiße, christliche Amerika, aber auch die Kritik am „Klima-Kult“ oder unserer Erinnerungskultur am Ende den meisten im Halse stecken. Aber auch das gehört zur Wahrheit: Es ist auch hierzulande nicht nur die AfD, die der Überzeugung ist, „Massenmigration“, „Schuldkult“ und Klimapolitik belasteten unser Land und seine Zukunft. „Zerstörungslust“ haben Carolin Amlinger und Oliver Nachtwey ihr Buch genannt, in dem sie untersuchen, was die Menschen eigentlich treibt, sich für den Faschismus zu entscheiden. Ihre Ergebnisse erscheinen mir so verstörend wie treffend.
Tatsächlich passt der Wunsch, Grönland den USA einzuverleiben (auch wenn die Androhung militärischer Gewalt seit Davos vom Tisch ist), genau in dieses Schema. Manche sprechen von Kolonialismus 2.0. Vielleicht eine treffende Bezeichnung dafür, dass Grönland ja bereits Erfahrungen als dänische Kolonie gemacht hat – Erfahrungen mit physischer, psychischer und spiritueller Diskriminierung. Und dass Menschen dort auch in den letzten Jahrzehnten, seit die Insel Autonomie im Königreich erhielt, noch immer unter Zwangsmaßnahmen litten – bis hin zur Zwangssterilisation grönländischer Frauen. Wer mehr über das neue Selbstbewusstsein grönländischer Frauen lesen will, dem*der empfehle ich „Smillas Gespür für Schnee“.
Kolonialismus und Rassismus gehören zusammen – das zeigen gerade wieder die ICE-Truppen, die Trump in die demokratisch regierten Bundesstaaten geschickt hat. Die Ideengeber dieses Denkens von der „weißen Überlegenheit“ und Verachtung von Empathie sind nicht nur die Tech-Bros um Peter Thiel, sondern auch – schon lange – die einflussreiche Philosophin Ayn Rand. Was das in der Praxis bedeutet und was es heißt, sich davon zu lösen, beschreibt Aya Jaff in ihrem Buch „Broligarchie“. Oder hören Sie in der DLF-Mediathek den Podcast „Die Peter Thiel Story“. Amnesty international lädt dazu ein, sich für ein Ende der Gewalt gegen die ICE-Truppen einzusetzen.
Eine starke Antwort auf rassistische Erfahrungen hat beim diesjährigen Superbowl der puerto-ricanische Sänger Bad Bunny gegeben, als er mit seiner Band und all den Fahnen der Nationen Lateinamerikas – und Kanadas – ins Stadion kam und seinen spanischen Song vortrug (hier einige Eindrücke, zusammengefasst von ttt). Dieses Selbstbewusstsein Lateinamerikas gegenüber den USA habe ich vor vielen Jahren im portugiesisch sprechenden Brasilien erlebt – und ich bin mir sicher, dass auch unsere Zukunft in einer weitaus engeren und vielschichtigeren Zusammenarbeit mit den Ländern und Gesellschaften des Südens liegt – nicht nur bei Mercosur. |
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Sind wir lernfähig? Gedanken aus „Was wir wissen können“

„Mich interessiert, wie lange eine Idee besteht, bis sie dann zusammenbricht“, sagt einer der Protagonisten in Ian McEwans Buch „Was wir wissen können“. Die Geschichte spielt in Schottland, einem verbliebenen Stück Land auf unserer Erde, die durch kleine Atomraketen im Atlantik zerstört wurde. Schottland und Nigeria gehören zu den wenigen Regionen, die noch vorhanden sind. Zerstört sind auch fast alle Dokumente und Artefakte, die über Jahrhunderte und Jahrtausende gesammelt wurden. Sind nun mit den Dokumenten auch die Ideen verloren gegangen? Und was bedeutet das für unseren Umgang mit Kultur und Geschichte? Die Hauptperson in der „Gegenwart“ von 2119, der Literaturwissenschaftler Thomas Metcalfe, forscht über das vergangene 21. Jahrhundert und die großartige Freiheit, die vielen Möglichkeiten der damaligen Zeit – unserer Zeit. Mit ihm schaut die Leserin zurück auf das, was war und was hätte sein können – und schaut ihm zugleich dabei zu, wie er meist vergeblich versucht, seinen Studierenden diese vergangenen Zeiten nahe zu bringen. Wie wir selbst heute leben auch sie im Jetzt und wollen sich nicht belasten mit dem, was war oder hätte sein können. Die Liebe steht im Mittelpunkt – die, die Thomas Metcalfe erlebt, und die vergangene, nach der er forscht. Das zauberhafte Abendessen, zu dem die Freunde zusammenkommen, um ein Liebesgedicht des damals großen Schriftstellers Francis zu hören, nach dem der Protagonist der Geschichte sucht. Dabei lesen wir gesammelte Briefe und Tagebücher – Texte, die in all ihrer Unvollkommenheit bleiben. Mich hat dabei besonders der Versuch interessiert, der nächsten Generation etwas von dem mitzugeben, was die Geschichte zeigt – der meist vergebliche Versuch. Lernfähig sind wir, sagt McEwan, anscheinend nur für unser eigenes Leben. Ich habe das Buch in den Tagen vor Weihnachten gelesen, als ich im Krankenhaus lag – mit viel Zeit zur Ruhe und zum Nachdenken. Was bleibt bestehen, wenn alles zusammenbricht? Was wird aus unseren Ideen und Texten, aus unserer Liebe? |
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Kirche, Kultur und AfD-Programm Sachsen-Anhalt
Angesichts der Landtagswahlen, vor denen wir dieses Jahr stehen, ist die ständig wachsende Zustimmung für die AfD extrem besorgniserregend (vgl. etwa die eindringlichen Warnungen des mitteldeutschen Landesbischofs Friedrich Kramer). Auch da scheint es ja so, als nützte es wenig, sich auf vergangene Erfahrungen zu berufen, auf die Weimarer Republik und den Beginn der NS-Diktatur. Wahr ist, dass viele Bürger*innen heute manches vermissen, was sie brauchen, um gut zu leben. Eine vielfach marode Infrastruktur, langsam arbeitende Verwaltungen und aktuell die schwächelnde Wirtschaft stärken nicht gerade das Vertrauen in den demokratischen Staat. Wahr ist aber auch, dass die Wahlprogramme der AfD keine Lösungen anbieten, sondern eher auf krude Weise die Rückkehr in eine vermeintlich bessere Zeit verheißen. Es wird eine „deutsche“ Kultur beschworen, volkstümlich, traditionell. Von der Architektur bis zum Theater soll die Moderne verschwinden – die Diskussion um das Bauhaus zu dessen Jubiläum (im Deutschlandfunk gab es dazu eine differenzierte Darstellung) zeigte die Richtung. Migrant*innen werden generell als Bedrohung gesehen. Und auch die Kirche als Unterstützerin von Freiheit, Vielfalt und Toleranz soll in ihren Möglichkeiten begrenzt werden: keine „Staatsleitungen“ mehr. Und so weiter. All das hat mit Erneuerung und einer lebendigen Gesellschaft des 21. Jahrhunderts nichts zu tun. |
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Im Gespräch

„Seele und Sorge – Impulse“ – Der neue Blog. Ich schreibe noch immer Tagebuch – über persönliche Erfahrungen und Einsichten, über politische Beobachtungen, über die Veränderungen in der Kirche. Und ich versuche zu verstehen, wie sich mein Glaube mit dem Alter und den gesellschaftlichen Veränderungen wandelt. Die Notizen aus den Jahren 2022 bis 2024 waren ja die Grundlage meines jüngsten Buches. Als es dann endlich im Druck war und die Gegenwart mit ihren rasanten Veränderungen wieder mehr Raum forderte, hat sich mein Schreiben verändert – und so entstand die Idee, einen Blog zu gestalten, um kurz und schnell auf die Veränderungen reagieren zu können oder Ideen zu formulieren. Ich freue mich, wenn Sie öfter mal reinschauen!
Oder Sie hören mal rein: An drei Freitagen werde ich im Deutschlandfunk über meine Gedanken zur Woche sprechen: am 24. April, 19. Juni und 14. August, jeweils um 6:35 Uhr. Hoffentlich sind die Anlässe dann nicht zu düster. Für die Morgenandachten vom 15. bis 19. Juni habe ich mir ein erfüllendes und Mut machendes Thema vorgenommen: „Werke der Barmherzigkeit“.
Für die persönliche Begleitung und Klärung von beruflichen und privaten Anliegen weise ich gern auf meine Coachingangebote hin. |
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Bücher von Freund*innen
Gern weise ich auch wieder auf Bücher hin, die Freund*innen und Bekannte von mir auf den Weg gebracht haben: |
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Arnd Henze, Mit Gott gegen die Demokratie
In Deutschland wird es vielleicht noch gar nicht hinreichend wahrgenommen: Trump und seine Mitstreitenden geben sich als Kämpfer*innen für das Christentum. Und steigern damit nicht unerheblich ihre Macht im Feldzug gegen Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Henze analysiert die bedrohlichen Strategien und die Vernetzungen der Akteure – und zeigt auch auf, wie man sich dagegen wehren kann. |
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Markus Höfler, Was dient der Dienstgemeinschaft, Evangelische Verlagsanstalt
Das alte Wort Dienstgemeinschaft bezeichnet traditionelle Verhältnisse in der kirchlichen und diakonischen Arbeitswelt. Doch angesichts der zunehmenden Säkularisierung einerseits und selbstbewussterer Haltungen bei Arbeitnehmenden andererseits ist das Wort kaum noch anschlussfähig. Höfler untersucht, welche Strukturen eine produktive Gemeinschaft ermöglichen. Für Zeitzeichen habe ich das Buch rezensiert. |
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Manfred Böhm, Johannes Rehm (Hg.), Würde ist kein Konjunktiv!
Auch in dem Buch von Böhm & Rehm geht es um Arbeitsverhältnisse in der Kirche. Die Autor*innen untersuchen hier jedoch die Rolle und die Möglichkeiten von Seelsorger*innen und erkunden dabei sowohl die Zwänge und Belastungen, unter denen die Arbeitnehmenden stehen, als auch die Zugänge zu den Menschen in allen Etagen der Unternehmen. |
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Gerlinde Feine, Habseligkeiten, Edition Ruprecht
24 kleine Texte, die, stets ausgehend von einem Gegenstand, die großen und kleinen Fragen des Lebens und des Glaubens erkunden. Gerlinde Feine ist Trägerin des ökumenischen Predigtpreises und wurde mehrfach ausgezeichnet als Predigt-Slamerin – das merkt man den Texten an! |
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Detlef Lienau, Geerdet glauben. Christliche Naturspiritualität
„Wie kann Gott in der Welt erkannt und ihm begegnet werden? Wie stehen Gotteserfahrungen in der Natur und in der Bibel zueinander?“ Letztlich sind es uralte Wege der Gotteserfahrung, die Detlef Lienau neu erkundet. Dabei führen seine Reflexionen auch zum Handeln und zur Veränderung – gewissermaßen ein Buch für den Aufbruch mit dem Frühling!
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Das Denkhaus in Loccum sind eigentlich mehrere Häuser. Das weite Areal mit viel Grün, in dem sie liegen, lädt schon an sich zum Nachsinnen und Denken ein. Die Atmosphäre in den Tagungshäusern mit dem freundlichen Personal trägt sehr zum Wohlfühlen bei. Und das Programm richtet sich an Mitarbeitende unterschiedlichster sozialer und pädagogischer Einrichtungen ebenso wie an Einzelne, die sich privat weiterentwickeln wollen. So gibt es beispielsweise Seminare zu Tanzvergnügen, zu Gelingender Kommunikation in der Zweierbeziehung oder zu Glück und Gesundheit.
Und wenn Sie im Denkhaus sind oder auch bei einer Tagung in der Evangelischen Akademie Loccum, dann machen Sie doch mal einen Ausflug zu der alten Kuranlage Bad Rehburg. Die Baulichkeiten zeugen von der Geschichte des Kurbades seit der Mitte des 18. Jahrhunderts, aber es werden auch stets Ausstellungen aktueller Künstler*innen sowie weitere kulturelle Veranstaltungen angeboten. Und wenn Sie mögen, gehen Sie doch gleich noch weiter auf dem Brüder-Grimm-Märchenweg! |
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In diesem Jahr hat die Fastenzeit einen besonderen Auftakt: Alle dreißig Jahre beginnen Ramadan und Fastenzeit zusammen. Der evangelische Gruß an die muslimischen Geschwister schafft eine noch mal tiefere Verbundenheit.
Ob christlich, muslimisch, jüdisch, anders gläubig oder ganz ohne Religion: Wir gehen in den Frühling! Als Begleitung zu der Zusage „Siehe, ich mache alles neu“ fand ich auch ein Anzuchttöpfchen für Basilikum. Mir gefällt die Idee. Vielleicht mögen Sie für sich selbst oder als Geschenk ebenfalls ein paar Samen ausstreuen, um zu schauen, wie das Neue in die Welt kommt! Wie klein zunächst und verletzlich – und doch voll frischer Energie. Als Inspiration dazu am Ende noch ein Gedicht von Kurt Marti.
Für die nächsten Wochen wünsche ich Ihnen jedenfalls viel Energie – und vielleicht bleiben wir über meinen Blog auch miteinander im Gespräch. |
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Ihre Cornelia Coenen-Marx Seele und Sorge GBR Impulse – Workshops – Beratung |
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Wo kämen wir hin,
wenn alle sagten,
wo kämen wir hin,
und niemand ginge
um einmal zu schauen,
wohin man käme,
wenn man ginge. |
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Kurt Marti in: Der Traum, geboren zu sein. Ausgewählte Gedichte. München, Nagel & Kimche im Hanser Verlag, 2003 |
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Informationen zu Terminen, guten Orten und Büchern finden Sie auch auf meiner Homepage www.seele-und-sorge.de. Dort sind auch einige Vorträge nachzulesen. |
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In unregelmäßigen Abständen, etwa zwei- bis dreimal im Jahr, informiert der Newsletter über Aktivitäten von Seele und Sorge. Der nächste Newsletter erscheint voraussichtlich Anfang September.
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Texte und Bilder, wo nicht anders angegeben: © Cornelia Coenen-Marx Lektorat: Dr. Dagmar Deuring | Büro für Texte in der textetage Layout: sartor kommunikation |
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