{"id":5616,"date":"2020-12-01T16:48:08","date_gmt":"2020-12-01T15:48:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/?p=5616"},"modified":"2020-12-03T10:01:32","modified_gmt":"2020-12-03T09:01:32","slug":"wer-gehoert-zur-familie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/?p=5616","title":{"rendered":"\u201eWer geh\u00f6rt zur Familie?\u201c"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/SuS_Logo_RGB_mit-Unterzeile-Kopie.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-857\" width=\"288\" height=\"103\" srcset=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/SuS_Logo_RGB_mit-Unterzeile-Kopie.png 576w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/SuS_Logo_RGB_mit-Unterzeile-Kopie-300x107.png 300w\" sizes=\"(max-width: 288px) 100vw, 288px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"667\" src=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Familie.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5617\" srcset=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Familie.jpg 500w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Familie-225x300.jpg 225w\" sizes=\"(max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><span style=\"color:#e9911f\" class=\"has-inline-color\"><em>\u201eBrich dem Hungrigen dein Brot, und die im Elend ohne Obdach sind, f\u00fchre ins Haus! Wenn du einen nackt siehst, so kleide ihn, und entzieh dich nicht deinem Fleisch und Blut!\u201c<\/em><strong> (<\/strong>Jes. 58,7)<\/span><\/p>\n\n\n\n<p>Stadtwald Eilenriede in Hannover. Nicht weit von der Stra\u00dfe steht das \u201eMilchh\u00e4uschen\u201c, ein kleines Bistro mit einer gro\u00dfen Terrasse. Dort sitzen sie auch im November noch zusammen: Spazierg\u00e4ngerinnen, M\u00fctter mit Kinderwagen, die \u00c4lteren aus dem Viertel. Mit Corona-Abstand nat\u00fcrlich. Die Hecke an der Seite ist jetzt adventlich geschm\u00fcckt. Das \u201eMilchh\u00e4uschen\u201c ist ein Herzensort. Dazu passt die Tafel, die neuerdings hier h\u00e4ngt: \u201eWir sind eine Familie, die f\u00fcreinander da ist.\u201c Da werden Herzensw\u00fcnsche wach, Weihnachtsw\u00fcnsche. Bei allen, die noch nicht wissen, wo sie feiern werden. Und mit wem.<\/p>\n\n\n\n<p>Als ich das Schild zum ersten Mal sah, standen mir die Tischgemeinschaften in den jungen christlichen Gemeinden vor Augen. M\u00e4nner und Frauen aus verschiedenen Kulturen und Generationen. Sie nannten sich Br\u00fcder und Schwestern, sprachen von V\u00e4tern und M\u00fcttern im Glauben. Sie folgten Jesus nach, auf ihn hatten sie sich taufen lassen. Mehr gemeinsam hatten sie nicht. Die Bibel schildert, dass es nicht einfach war, f\u00fcreinander da zu sein und zu teilen. Zu gro\u00df die Unterschiede &#8211; zwischen den etablierten Jerusalemer Juden zum Beispiel und den Witwen aus der griechischen Diaspora. Kein Friede-Freude-Eierkuchen also, sondern \u00f6fter mal vergeben \u2013 und besser nicht vergessen. Denn die Spannungen in den Gemeinden zeigten die Konflikte in der Welt.<\/p>\n\n\n\n<p>Unweit vom Milchh\u00e4uschen campierte vor zwei Jahren ein Fl\u00fcchtling. Er lag da mit einem dicken Schlafsack, neben sich eine Plastikt\u00fcte mit warmer Kleidung und eine Thermoskanne mit hei\u00dfem Kaffee. Gut versorgt von Leuten aus dem Viertel. Irgendwie geh\u00f6rte er dazu. Bis es Streit gab, der auch die Presse besch\u00e4ftigte \u2013 \u00fcber Verwahrlosung, Pull-Faktoren und die Pflicht der Stadt, Obdachlosen eine ordentliche Unterkunft zu besorgen. Immerhin: die \u201eFamilie\u201c dort im Quartier konnte nicht mit ansehen, wie einer Hunger hatte und fror.<\/p>\n\n\n\n<p>Selten trifft beides so aufeinander: unsere Sehnsucht nach einer heilen Welt und die Erfahrung von Elend und Abst\u00fcrzen. Meist ist es leichter, die Augen zu schlie\u00dfen, wenn wir im kleinen Kreis feiern, w\u00e4hrend andere allein bleiben. Aber gerade jetzt, w\u00e4hrend wir beklagen, dass Weihnachten nicht so heimelig ist, wie es war, werden auf Lesbos die neuen Fl\u00fcchtlingslager befestigt. \u201eEntzieh Dich nicht Deinem Fleisch und Blut\u201c, sagt der Prophet Jesaja der Gemeinschaft in Jerusalem. Und meint die Obdachlosen, die Hungernden, die Armen. Schon da ist klar: \u201eFamilie\u201c ist mehr als Verwandtschaft; als \u201eSchwestern und Br\u00fcder\u201c \u00fcberwinden wir Spaltungen, teilen unsere Sorgen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Monatsspruch Dezember, der daran erinnert, enth\u00e4lt eine gro\u00dfe Verhei\u00dfung: \u201eDann wird Dein Licht in der Finsternis aufgehen.\u201c (Jes. 58,10) Auch ohne Betriebs- und Freundesfeiern wird es Weihnachten, wenn wir \u00fcber den Freundeskreis hinausschauen \u2013 auf die, die noch gar nicht wissen, wo sie sein werden. Am Heiligen Abend.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eBrich dem Hungrigen dein Brot, und die im Elend ohne Obdach sind, f\u00fchre ins Haus! 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