{"id":5578,"date":"2020-09-23T12:40:04","date_gmt":"2020-09-23T10:40:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/?p=5578"},"modified":"2020-09-23T12:41:44","modified_gmt":"2020-09-23T10:41:44","slug":"barmherzigkeit-was-ist-das","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/?p=5578","title":{"rendered":"Barmherzigkeit \u2013 Was ist das?"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/SuS_Logo_RGB_mit-Unterzeile-Kopie.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-857\" width=\"288\" height=\"103\" srcset=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/SuS_Logo_RGB_mit-Unterzeile-Kopie.png 576w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/SuS_Logo_RGB_mit-Unterzeile-Kopie-300x107.png 300w\" sizes=\"(max-width: 288px) 100vw, 288px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/IMG_20200910_125715-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5579\" width=\"384\" height=\"512\" srcset=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/IMG_20200910_125715-768x1024.jpg 768w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/IMG_20200910_125715-225x300.jpg 225w\" sizes=\"(max-width: 384px) 100vw, 384px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Vor ein paar\nTagen habe ich auf Facebook ein Altarbild gepostet. Ein schlichter Holzaltar im\nBetsaal der Zehlendorfer Diakonie. Darauf dieses Altarbild, aus dem gleichen\nHolz geschnitzt wie der Abendmahlstisch darunter und die Kerzenhalter. Ich mag\ndie einfachen Bilder. In der Mitte der barmherzige Samariter, rechts und links\n\u2013 eingraviert wie in M\u00fcnzen &#8211; die \u201eWerke der Barmherzigkeit\u201c. <\/p>\n\n\n\n<p>\u201eBarmherzigkeit\n&#8211; was ist das? Das fragen sich momentan viele Menschen.\u201c So kommentierte eine\nFreundin das Bild. Und jemand&nbsp; anders\nwollte gleich einen bestimmten deutschen Politiker gegen 13.000 Menschen aus\nMoria tauschen. Der barmherzige Samariter spricht mitten hinein in unsere\nWirklichkeit: Wer l\u00e4sst sich anr\u00fchren und aufhalten, wer greift in die Tasche\nund holt den Verletzten aus dem Dreck? Und wer geht vor\u00fcber, weil er andere\nGesch\u00e4fte hat? <\/p>\n\n\n\n<p>So ist es wohl:\nPolitik und Kalk\u00fcl bestimmen den Blick auf die Menschen, denen wir begegnen. Es\ngeht um Push- und Pullfaktoren, um die \u00c4ngste und Hilfsbereitschaft der\nKommunen und Bundesl\u00e4nder, um Deutschland und Europa,&nbsp; Schuldige und Opfer. Parteilinien werden\ngezogen, Kompromisse gesucht, Gewinner gek\u00fcrt. Jetzt endlich wurde beschlossen,\nnoch einmal 1550 weitere Fl\u00fcchtlinge aufzunehmen, 400 schutzberechtigte\nFamilien aus Griechenland. Welche Partei da der Gewinner ist? Ein Kommentar\nr\u00fcckt die Frage zurecht: \u201e Die Gewinner \u2013 sind erst einmal diese Familien\u201c. <\/p>\n\n\n\n<p>Ob einer dich\nsieht oder ob Du verloren bist \u2013 ist das am Ende eine Lotterie? Oder eine Frage\ndes Status? Jedenfalls scheint das alles furchtbar kompliziert. Aber die Werke\nder Barmherzigkeit sind ganz schlicht und einfach. Durstigen zu trinken geben.\nHungrige speisen. Obdachlosen ein Dach \u00fcber dem Kopf geben. Gefangene besuchen.\nDavon erz\u00e4hlt der Altar im Zehlendorfer Betsaal. Der K\u00fcnstler hat sich darauf\nbeschr\u00e4nkt, H\u00e4nde zu zeichnen. H\u00e4nde, die sich \u00f6ffnen, helfen und schenken.\nTrotzdem denke ich sofort an die Bilder aus den Nachrichten, die Familien, die\nin Moria auf der Stra\u00dfe sa\u00dfen und kaum etwas zu essen hatten. Weil die\nHilfsorganisationen nicht durchkamen, um wenigstens Lebensmittel zu verteilen.\nUnd Wasser. Dabei wei\u00df doch jeder, wie es ist, Durst zu haben nach langen Tagen\nin der Hitze.<\/p>\n\n\n\n<p>Und trotzdem\nist es nicht einfach, sich einzuf\u00fchlen \u2013 hier im wirtschaftlich st\u00e4rksten Land\nEuropas. In relativer Sicherheit. Wer will sich schon vorstellen, mit der\nganzen Familie auf dem nackten Boden zu schlafen \u2013 ohne Hoffnung, ohne\nPerspektive? <\/p>\n\n\n\n<p>Ich denke an\neine Frau, die eigentlich&nbsp; gar nichts mit\ndem Elend&nbsp; zu tun hatte. Elisabeth von\nTh\u00fcringen \u2013 sie war F\u00fcrstin. Hoch \u00fcber den Stra\u00dfen der Armen lebte sie in\nEisenach auf ihrer Burg.&nbsp; Trotzdem gilt\nsie bis heute als die Heilige der Barmherzigkeit. Von ihr werden viele\nwunderbare Geschichten erz\u00e4hlt. Eine handelt von einem leprakranken Mann; die\nF\u00fcrstin nahm ihn auf, um ihn zu pflegen. Sie legte ihn sogar ins Bett ihres\nEhemanns &#8211; Ber\u00fchrungs\u00e4ngste kannte sie nicht. <\/p>\n\n\n\n<p>Als der F\u00fcrst nach\nHause kam, wurde er misstrauisch, sogar zornig. Ging hin, schlug die Bettdecke\nzur\u00fcck und \u2013 der, den er da sah in seinem eigenen Bett, mit blutenden Wunden\nund Verletzungen, war Christus selbst. Da wich er zur\u00fcck und lie\u00df die\nBarmherzigkeit geschehen, die seine Frau begonnen hatte. <\/p>\n\n\n\n<p>Eine\nunglaubliche Geschichte, ich wei\u00df. Was der F\u00fcrst da mit eigenen Augen sah, war\nein Wunder. Nicht einmal uns selbst erkennen wir in denen, denen es schlechter\ngeht als uns. Nicht einmal das Gesicht eines Menschen sehen wir in den\nGefl\u00fcchteten. Dabei&nbsp; w\u00fcrde es gen\u00fcgen,\nsagt die Geschichte, wenn wir in den Leidenden Christus sehen, den gekreuzigten\nChristus. <\/p>\n\n\n\n<p>Der Abstand\nbliebe, aber aus Abwehr und Kalk\u00fcl w\u00fcrde Barmherzigkeit. Was Barmherzigkeit\nist? Der einfache Altar l\u00e4sst Christus selbst darauf antworten: \u201eWas Ihr getan\nhabt einem von diesen geringsten, meinen Geschwistern, das habt Ihr mir getan.\u201c\n(Mt 25,40)<\/p>\n\n\n\n<p>Gedanken zur\nWoche am 18.9.20<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor ein paar Tagen habe ich auf Facebook ein Altarbild gepostet. Ein schlichter Holzaltar im Betsaal der Zehlendorfer Diakonie. 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