{"id":4723,"date":"2019-11-06T12:27:09","date_gmt":"2019-11-06T11:27:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/?p=4723"},"modified":"2019-11-06T12:27:11","modified_gmt":"2019-11-06T11:27:11","slug":"kirche-findet-stadt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/?p=4723","title":{"rendered":"Kirche findet Stadt"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><a href=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/SuS_Logo_RGB_mit-Unterzeile-Kopie.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-857\" src=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/SuS_Logo_RGB_mit-Unterzeile-Kopie-300x107.png\" alt=\"SuS_Logo_RGB_mit Unterzeile Kopie\" width=\"300\" height=\"107\" srcset=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/SuS_Logo_RGB_mit-Unterzeile-Kopie-300x107.png 300w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/SuS_Logo_RGB_mit-Unterzeile-Kopie.png 576w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/h3>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Diakonisse-aus-Papier.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-4725\" width=\"318\" height=\"179\" srcset=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Diakonisse-aus-Papier.png 943w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Diakonisse-aus-Papier-300x169.png 300w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Diakonisse-aus-Papier-768x432.png 768w\" sizes=\"(max-width: 318px) 100vw, 318px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Gemeindeschwestern haben Konjunktur. In Mecklenburg erg\u00e4nzen\nsie den \u00e4rztlichen Dienst mit Besuchen und digitaler Ausstattung. In den\nNiederlanden boomt \u201eBuurtzorg\u201c. In Rheinland und Westfalen erfinden Gemeinden\ndas Modell neu. Und auf dem Marktplatz in Rotenburg an der Fulda steht ein\nDiakonissendenkmal mit Tracht und Haube- eine Erinnerung an Schwester\nMargarete, die in den letzten Kriegstagen die wei\u00dfe Fahnen auf dem Kirchenturm\ngehisst hatte. Woher kommt diese Sehnsucht nach der Gemeindeschwester? Offenbar\n\u00e4hneln die Herausforderungen, vor denen wir stehen, in manchem denen des 19.\nJahrhunderts. Damals brachen f\u00fcr viele Menschen die sozialen Zusammenh\u00e4nge, die\nsie getragen hatten, zusammen. Die Schattenseiten der Industrialisierung waren\nArbeitslosigkeit und Armut, Wohnungsnot, \u00fcberforderte Familien und schlie\u00dflich\nunversorgte Kranke und Sterbende. Das kennen wir auch: &nbsp;Das Gef\u00fchl der Beschleunigung, das\n\u201eCare-Defizit\u201c. <\/p>\n\n\n\n<p>Vor allem die Hochbetagten, Dementen und Pflegebed\u00fcrftigen\nsind von zunehmender Exklusion betroffen. Mehr als 40 Prozent der 70- bis\n85-j\u00e4hrigen leben allein; nur noch ein Viertel hat erwachsene Kinder am\ngleichen Ort. Das macht sich bemerkbar bei den kleinen Diensten im Alltag.&nbsp; Familien mit kleinen Kindern geht es ganz\n\u00e4hnlich. F\u00fcr alle, die keine gro\u00dfen Spr\u00fcnge machen k\u00f6nnen, ist das Wohnquartier\nbesonders wichtig. Zugleich leiden Kommunen unter wachsenden\nTransferleistungen, Wohnungsproblemen, dem Personalmangel in Erziehungs- und\nPflegeeinrichtungen und unter leeren Kassen. &nbsp;Auf diesem Hintergrund wurde in den letzten\nJahren die Quartiersarbeit entdeckt. In den Nachbarschaften werden Menschen\ngebraucht, die &nbsp;Netzwerke kn\u00fcpfen und\nR\u00e4ume \u00f6ffnen, damit B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger einander gegenseitig helfen k\u00f6nnen. Die\n\u201esorgenden Gemeinschaften\u201c in Mehrgenerationenh\u00e4usern und Familienzentren, die\nTafeln und Mittagstische &nbsp;erinnern an die\nGemeindeschwesternstationen mit ihren Suppenk\u00fcchen, Kinderg\u00e4rten, Strickstuben.\nDabei ist heute vieles digital m\u00f6glich- das zeigt der Erfolg von Netzwerken wie\nnebenan.de. &nbsp;Aber es gen\u00fcgt nicht, eine\nPlattform zu installieren \u2013 weder digital noch analog. Dabei beteiligen sich\nimmer die gleichen: die hochengagierte Mittelschicht mit ihren eigenen\nInteressen. Wenn wir die erreichen wollen, die ihre Rechte nicht selbstverst\u00e4ndlich\nwahrnehmen, sind intermedi\u00e4re Organisationen n\u00f6tig: Wohlfahrtsverb\u00e4nde,\nParteien, Schulen und nicht zuletzt die Kirche. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Diakonissentracht.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4724\" width=\"300\" height=\"224\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Viele, die sich heute in Sorgenden Gemeinschaften\nengagieren, sind keine Kirchenmitglieder. Das ist anders als im 19. Jahrhundert.\nAber noch immer haben Kirche und Diakonie starke Netzwerke in der\nZivilgesellschaft, dazu hauptamtliche Pflegekr\u00e4fte, Erzieherinnen,\nSeelsorgepersonen und nicht zuletzt Begegnungsorte in Gemeindeh\u00e4usern und Quartierscaf\u00e9s.\nUnd welche Chancen darin liegen, wenn Gemeinden sich ins Gemeinwesen \u00f6ffnen,\nwird an immer mehr Orten entdeckt. Gemeinwesendiakonie ist gefragt und wird\n\u00f6ffentlich gef\u00f6rdert- von \u201e Kirche findet Stadt\u201c bis \u201e Wir sind Nachbarn. Alle\u201c.\nLandeskirchen wie die EKBO oder Baden setzen sich f\u00fcr das Konzept der Sorgenden\nGemeinschaften ein und Diakonieunternehmen wie das Johanneswerk Bielefeld\nqualifizieren f\u00fcrs Quartier. Da w\u00e4chst eine Bewegung, die Kirche und Diakonie\nneu verkn\u00fcpft. Zum Beispiel am 3.\/4. Mai 2020 beim WIR&amp;HIER- Quartierskongress\nvon EKD und Diakonie Deutschland in Hamburg. Dabeisein lohnt!<\/p>\n\n\n\n<p>Cornelia Coenen-Marx<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gemeindeschwestern haben Konjunktur. In Mecklenburg erg\u00e4nzen sie den \u00e4rztlichen Dienst mit Besuchen und digitaler Ausstattung. 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