{"id":1331,"date":"2015-11-26T09:49:35","date_gmt":"2015-11-26T09:49:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/?p=1331"},"modified":"2015-11-26T09:49:35","modified_gmt":"2015-11-26T09:49:35","slug":"all-the-worlds-futures","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/?p=1331","title":{"rendered":"&#8222;All the world&#8217;s futures&#8220;"},"content":{"rendered":"<h3><a href=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/SuS_Logo_RGB_mit-Unterzeile-Kopie.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-857\" src=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/SuS_Logo_RGB_mit-Unterzeile-Kopie-300x107.png\" alt=\"SuS_Logo_RGB_mit Unterzeile Kopie\" width=\"300\" height=\"107\" srcset=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/SuS_Logo_RGB_mit-Unterzeile-Kopie-300x107.png 300w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/SuS_Logo_RGB_mit-Unterzeile-Kopie.png 576w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Everything.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-1332 size-full\" src=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Everything.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Everything.jpg 300w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Everything-150x150.jpg 150w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Gewalt und Verg\u00e4nglichkeit waren dominierende Themen auf der diesj\u00e4hrigen Biennale in Venedig. Dabei stand sie unter dem Titel \u201eAll the world\u2018s futures\u201c. Was da zu sehen war, machte wenig Hoffnung: Schwerter und Kanonen, abgestorbene B\u00e4ume, Gasmasken. H\u00e4user, in die eingebrochen wurde und Uhren, die die Stunde Null anzeigen. Ich musste in diesen Novembertagen daran denken, als wir die schrecklichen Bilder von den Terroranschl\u00e4gen in Beirut, Paris und Bamako sahen \u2013 aber auch die ausgestorbene Innenstadt von Br\u00fcssel mit den abgeriegelten Gesch\u00e4ften. Und wenn ich die vielen ersch\u00f6pften Menschen sehe, die \u00fcber die Balkanroute oder \u00fcber das Mittelmeer zu uns fliehen. Auf der Suche nach einer lebenswerten Zukunft.<\/p>\n<p>Im Sommer 2009 \u2013 vor nun schon sechs Jahren- erschien ein Wort des Rates der EKD unter dem Titel \u201e Wie ein Riss in einer hohen Mauer\u201c. Der Text drehte sich um die Fragen, die die globale Finanzmarktkrise ausgel\u00f6st hatte. Fragen nach einer sozial und \u00f6kologisch gerechten Weltwirtschaft. \u201eDie Bew\u00e4ltigung der anstehenden Aufgaben ist nicht nur eine politische oder wirtschaftliche Frage\u201c, hie\u00df es, \u201ees geht um nicht weniger als ein tragf\u00e4higes ethisches Fundament\u201c. Der Text pl\u00e4dierte f\u00fcr eine st\u00e4rkere Regulierung der Finanzm\u00e4rkte und \u00e4u\u00dferte die Sorge, dass sich mit der Bew\u00e4ltigung der Krise die soziale Ungleichheit weiter versch\u00e4rft.\u201c Langfristig kommt es darauf an, die Risiken f\u00fcr die zuk\u00fcnftigen Generationen, f\u00fcr die armen L\u00e4nder und f\u00fcr die nat\u00fcrlichen Grundlagen des Lebens als den Kern k\u00fcnftiger Krisen zu erkennen und rechtzeitig gegenzusteuern.\u201c In den sechs Jahren, die wir seitdem erlebt haben, haben uns nach der Finanzkrise die so genannte \u201eGriechenlandkrise\u201c und dann die \u201eFl\u00fcchtlingskrise\u201c besch\u00e4ftigt. Neue und bedrohliche Ungleichgewichte in Europa, die Arbeitslosigkeit der jungen Generation in vielen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern und nun die Perspektivlosigkeit so vieler Menschen, die vor Krieg und Terror im Nahen Osten fliehen. Herausforderungen, die noch weit \u00fcber das hinausgehen, was 2009 sichtbar geworden war.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Katharina_Grosse_Untitled_2015-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-1334 size-full\" src=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Katharina_Grosse_Untitled_2015-1.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Katharina_Grosse_Untitled_2015-1.jpg 300w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Katharina_Grosse_Untitled_2015-1-150x150.jpg 150w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Ja, es gibt Grund zur Ersch\u00fctterung, wenn man \u00fcber \u201e all the world\u2019s futures\u2019 nachdenkt! Aber an die Stellungnahme von 2009 erinnere ich mich noch aus einem anderen Grund. Es geht mir um den Titel_ \u201eWie ein Riss in einer hohen Mauer\u201c. Der Text zitiert ein Wort des Propheten Jesaja, der das Volk Gottes zur Umkehr ruft, weil sie vor der Wahrheit ihrer eigenen Schuld die Augen verschlie\u00dfen: \u201eSo soll Euch diese S\u00fcnde sein wie ein Riss, wenn es beginnt zu rieseln an einer hohen Mauer, die pl\u00f6tzlich, unversehens, einst\u00fcrzt\u201c. (Jesaja 30, 8ff). Als mir dieses Heft vor ein paar Tagen in die H\u00e4nde fiel, wurde mir wieder bewusst, dass sich schon viel fr\u00fcher zeigte, was uns heute wie ein Schock aus \u201eheiterem Himmel\u201c trifft. In diesen Tagen erinnern viele an New York, London, Madrid und an den ersten Anschlag in einer Pariser U-Bahn 1995. An die wachsenden Spannungen zwischen dem Westen und dem Nahen Osten, aber auch an die immer mehr auseinander driftenden Parallelgesellschaften in den westlichen St\u00e4dten. An die Wurzellosigkeit und Perspektivlosigkeit vieler junger Leute dort und die Unf\u00e4higkeit, einen wirklichen, offenen Dialog zwischen den Religionen, aber auch innerhalb des Islam zu f\u00fchren. Was uns heute ersch\u00fcttert, hat lange vorher begonnen \u2013 und noch bevor die Fernsehbilder bei uns ankamen, hatten die K\u00fcnstler Bilder daf\u00fcr. Im franz\u00f6sischen Pavillon in Venedig wanderten selbst die B\u00e4ume.<\/p>\n<p>Kann das die Zukunft sein? Die Bilder, die wir sehen, wenn wir bereit sind, uns auf die Tiefe der Wirklichkeit einzulassen, sind auch ein Aufruf zur Umkehr. Darum ging es dem Propheten Jesaja, darum ging es \u00fcbrigens auch dem EKD-Text von 2009. Er schloss mit der Frage \u201eWas gibt uns Zuversicht\u201c und erinnerte dann an ein anderes Wort aus dem Buch Jesaja: \u201eBrich dem Hungrigen dein Brot, und die im Elend ohne Obdach sind, f\u00fchre ins Haus! Wenn Du einen nackt siehst, so kleide ihn und entzieh dich nicht deinem Fleisch und Blut! Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenr\u00f6te, und deine Heilung wird schnell voranschreiten\u2026 Und es soll durch dich wieder aufgebaut werden, was lange w\u00fcst gelegen hat; und du wirst wieder aufrichten, was vor Zeiten gegr\u00fcndet ward.\u201c (Jesaja 58, 7ff).<\/p>\n<p><em><a href=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Franzoesischer_Pavillon_Venedig-.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-1335 size-full\" src=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Franzoesischer_Pavillon_Venedig-.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Franzoesischer_Pavillon_Venedig-.jpg 300w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Franzoesischer_Pavillon_Venedig--150x150.jpg 150w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/em>Wenn ich das jetzt \u2013 in diesem Zusammenhang \u2013 noch einmal lese, dann sp\u00fcre ich, wie unglaublich und wie gro\u00dfartig dieses Bibelwort ist. Die Welt hat Zukunft, steht da, aus dem Schutt kann etwas Neues entstehen, aus W\u00fcsten bl\u00fchende G\u00e4rten werden. Es hat auch mit uns zu tun, ob das gelingt. Selbst wenn wir noch gar nicht wissen, welche Schritte, welche Strategien n\u00f6tig sind, um eine gute Zukunft f\u00fcr die Welt zu gestalten \u2013 im Augenblick gen\u00fcgt es, das Einfache und das Naheliegende zu tun. So wie es viele tun, die Fl\u00fcchtlinge unterbringen, f\u00fcr Proviant und Kleidung sorgen, f\u00fcr Sprachkurse und Ausbildungspl\u00e4tze, damit bei denen, die aus dem Chaos geflohen sind, neue Hoffnung w\u00e4chst. Ich glaube, dass das auch uns selbst ver\u00e4ndern kann. Tats\u00e4chlich ist der Jesaja-Text auch ein Adventstext- und wie sollte es nicht bald Advent werden bei so vielen offenen T\u00fcren und Herzen?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em><a href=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/all_the_world.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-1336 size-full\" src=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/all_the_world.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/all_the_world.jpg 300w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/all_the_world-150x150.jpg 150w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/em><\/p>\n<p class=\"p1\"><span style=\"color: #e08c0d;\">Bereitet doch fein t\u00fcchtig<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span style=\"color: #e08c0d;\">den Weg dem gro\u00dfen Gast,<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span style=\"color: #e08c0d;\">macht seine Steige richtig,<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span style=\"color: #e08c0d;\">lasst alles, was er hasst;<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span style=\"color: #e08c0d;\">macht alle Bahnen recht,<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span style=\"color: #e08c0d;\">die Tal lasst sein erh\u00f6het,<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span style=\"color: #e08c0d;\">macht niedrig, was hoch stehet,<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span style=\"color: #e08c0d;\">was krumm ist, gleich und schlicht!<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Gewalt und Verg\u00e4nglichkeit waren dominierende Themen auf der diesj\u00e4hrigen Biennale in Venedig. 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