{"id":1208,"date":"2015-09-23T19:32:05","date_gmt":"2015-09-23T19:32:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/?p=1208"},"modified":"2019-08-26T16:07:38","modified_gmt":"2019-08-26T14:07:38","slug":"tausend-dank","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/?p=1208","title":{"rendered":"Tausend Dank !"},"content":{"rendered":"<h3><a href=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/SuS_Logo_RGB_mit-Unterzeile-Kopie.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-857\" src=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/SuS_Logo_RGB_mit-Unterzeile-Kopie-300x107.png\" alt=\"SuS_Logo_RGB_mit Unterzeile Kopie\" width=\"300\" height=\"107\" srcset=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/SuS_Logo_RGB_mit-Unterzeile-Kopie-300x107.png 300w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/SuS_Logo_RGB_mit-Unterzeile-Kopie.png 576w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/IMG_20150815_112513.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-1209 size-medium\" src=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/IMG_20150815_112513-300x300.jpg\" alt=\"IMG_20150815_112513\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/IMG_20150815_112513-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/IMG_20150815_112513-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/IMG_20150815_112513-1024x1024.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>\u201eDer Sommer war sehr gro\u00df.\u201c Dieser Satz aus Rilkes ber\u00fchmtem Gedicht <em>Herbsttag<\/em> geht mir durch den Kopf, wenn ich an den unverkennbaren Zeichen sp\u00fcre, dass er vorbei ist, dieser lange, hei\u00dfe, sonnenhelle Sommer. Auf dem Markt sieht man bunte Fr\u00fcchte in reicher Vielfalt und eine fantastische, aber doch herbstlichere Blumenpracht. Einige Winzer habe ich sagen h\u00f6ren, dass die Weinernte dieses Jahres viel verspricht. Es ist Zeit, Erntedank zu feiern. Und wenn ich auch manchmal etwas wehm\u00fctig bin, dass die unbeschwertere Zeit des Sommers vor\u00fcber ist \u2013 ich atme die w\u00fcrzige Luft und sp\u00fcre die Dankbarkeit f\u00fcr die herbstliche F\u00fclle und auch daf\u00fcr, dass die W\u00e4rme des Sommers sicher noch eine Weile in mir gl\u00fcht.<\/p>\n<p>Rilkes Gedicht hat \u00fcbrigens auch seine dunklen Seiten, beim Lesen sp\u00fcrt man die kommenden Herbstst\u00fcrme, K\u00e4lte und Dunkelheit: \u201eLeg Deinen Schatten auf die Sonnenuhren und auf den Fluren lass die Winde los. Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr, wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben.\u201c Als ich mich jetzt daran erinnerte, dachte ich unwillk\u00fcrlich an die Schutzsuchenden, die Fl\u00fcchtlinge, die jetzt noch \u00fcbers Meer oder den Balkan zu uns kommen, weil sie Angst haben, dass diese Routen bald verschlossen oder im Sp\u00e4therbst viel zu gef\u00e4hrlich sind. Und an die Zelte, in denen manche jetzt untergekommen sind \u2013 im Winter werden sie zu kalt sein. Dass wir in festen H\u00e4usern wohnen und in Freiheit leben, das ist vielleicht der gr\u00f6\u00dfte Grund zu Dankbarkeit.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/blog_011.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-1212 size-medium\" src=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/blog_011-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/blog_011-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/blog_011-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/blog_011.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>In diesen Tagen beginnt ein \u201eJahr der Dankbarkeit\u201c. Aber mit dem Danken ist es nicht immer so einfach. Dankbarkeit geh\u00f6rt zum schwierigeren Teil der christlichen Tradition, und speziell der diakonischen, die ich vor allem in meiner Kaiserswerther Zeit so intensiv kennenlernen konnte. \u201eIch diene weder um Lohn noch um Dank, sondern aus Dankbarkeit und Liebe\u201c, hei\u00dft in dem alten Diakonissenspruch von Hermann L\u00f6he, der auch dort im Mutterhaus eine gro\u00dfe Rolle gespielt hat. Und das Motto der Schwesternschaften \u2013 \u201eMein Lohn ist, da\u00df ich darf\u201c \u2013 klingt nach Aufopferung und Selbstverleugnung, die bekanntlich h\u00e4ufiger zur Bitterkeit f\u00fchrt als zur Lebenszufriedenheit. Trotzdem lohnt es, die Weisheit in diesen Spr\u00fcchen wiederzuentdecken. Verbitterung entsteht, wenn wir f\u00fcr all das, was wir anderen tun oder geben, nicht den Dank erhalten, den wir uns \u2013 ausgesprochen oder unausgesprochen \u2013 w\u00fcnschen. In der Haltung der Dankbarkeit geht es eigentlich um das Gegenteil: nicht um das, was ich erwarte, sondern um das, was ich bekomme. Unser deutsches Wort danken stammt von denken \u2013 es geht darum, aufmerksam zu sein, bewusst wahrzunehmen, was wir erleben, und es nicht zu vergessen.<\/p>\n<p>Ich denke an die Geschichte von der weisen Frau, die eine Handvoll Bohnen \u2013 es k\u00f6nnen ja auch Eicheln oder Kastanien sein \u2013 in ihrer rechten Jackentasche trug und immer dann, wenn sie einen Gl\u00fccksmoment sp\u00fcrte, eine dieser Fr\u00fcchte in die linke Tasche wandern lie\u00df. Am Abend leerte sie sie in eine Schale \u2013 und freute sich an ihren Erinnerungen. Das Sch\u00f6nste vielleicht: Die Schale war immer voll. Wer achtsam ist, hat immer Grund zur Dankbarkeit. \u201eUnd wenn ich dabei \u00e4lter werde? So wird mein Herz gr\u00fcnen wie ein Palmbaum und der Herr wird mich s\u00e4ttigen mit Gnade und Erbarmen. Ich gehe mit Frieden und sorge nichts\u201c, hei\u00dft es in dem Diakonissenspruch.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/IMG_20150923_142113.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-1210 size-medium\" src=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/IMG_20150923_142113-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/IMG_20150923_142113-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/IMG_20150923_142113-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/IMG_20150923_142113-1024x1024.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Was f\u00fcr ein Gl\u00fccksversprechen: dass wir lebendig bleiben und unseren Reichtum sehen, dass wir Frieden machen mit dem Erlebten und schlie\u00dflich mit dem Leben, um es gut abschlie\u00dfen zu k\u00f6nnen! Dankbarkeit ist keine Morallektion und kein erhobener Zeigefinger von Eltern ihren Kindern gegen\u00fcber \u2013 Dankbarkeit ist die Haltung eines erwachsenen Menschen, der im Moment und erst recht im R\u00fcckblick zu sch\u00e4tzen wei\u00df, was ihn hat wachsen lassen, was er ist und sein darf. Dankbarkeit ist eine Lebenskraft, die Energie, die durch uns hindurchflie\u00dft, damit unser Leben Fr\u00fcchte tr\u00e4gt. Nicht nur f\u00fcr uns, sondern auch f\u00fcr andere. Nach dem Erntedankfest r\u00e4umen die meisten Gemeinden heute die Gaben vom Altar und geben sie mit ihrem Segen weiter \u2013 an diakonische Einrichtungen, an die Tafel. Eine gute Tradition und ein wunderbares Symbol. Denn zum Teilen gibt es in diesem Jahr reichlich Grund.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; \u201eDer Sommer war sehr gro\u00df.\u201c Dieser Satz aus Rilkes ber\u00fchmtem Gedicht Herbsttag geht mir durch den Kopf, wenn ich&#8230; <a href=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/?p=1208\">read more<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-1208","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1208"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1208"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1208\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4563,"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1208\/revisions\/4563"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1208"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1208"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1208"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}