{"id":885,"date":"2015-07-16T17:39:03","date_gmt":"2015-07-16T17:39:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/?page_id=885"},"modified":"2025-06-21T13:23:07","modified_gmt":"2025-06-21T11:23:07","slug":"presse","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/?page_id=885","title":{"rendered":"Presse"},"content":{"rendered":"\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><br>Quelle: <a href=\"http:\/\/giessenerland-evangelisch.ekhn.de\/startseite\/einzelansicht\/news\/einfach-anfangen-einfach-mut-haben.html\">http:\/\/giessenerland-evangelisch.ekhn.de\/startseite\/einzelansicht\/news\/einfach-anfangen-einfach-mut-haben.html<\/a><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-large-font-size\"><strong>\u201eEinfach anfangen \u2013 einfach Mut haben\u201c: EKHN \u01c0 Evangelische Kirche in Hessen und Nassau<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<div data-wp-interactive=\"core\/file\" class=\"wp-block-file\"><object data-wp-bind--hidden=\"!state.hasPdfPreview\"  class=\"wp-block-file__embed\" data=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/\u201eEinfach-anfangen-\u2013-einfach-Mut-haben_.angelische-Kirche-in-Hessen-und-Nassau.pdf\" type=\"application\/pdf\" style=\"width:100%;height:600px\" aria-label=\"Einbettung von \u201eEinfach anfangen \u2013 einfach Mut haben\u201c_...angelische Kirche in Hessen und Nassau.\"><\/object><a id=\"wp-block-file--media-ecceedf4-0532-4878-9601-a8dbe493ec60\" href=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/\u201eEinfach-anfangen-\u2013-einfach-Mut-haben_.angelische-Kirche-in-Hessen-und-Nassau.pdf\">\u201eEinfach anfangen \u2013 einfach Mut haben\u201c_&#8230;angelische Kirche in Hessen und Nassau<\/a><a href=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/\u201eEinfach-anfangen-\u2013-einfach-Mut-haben_.angelische-Kirche-in-Hessen-und-Nassau.pdf\" class=\"wp-block-file__button wp-element-button\" download aria-describedby=\"wp-block-file--media-ecceedf4-0532-4878-9601-a8dbe493ec60\">Herunterladen<\/a><\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Kaiserswerther Verband KWV, Pressemitteilung, Berlin, den 30. April 2024<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\"><strong>\u201eOrte schaffen, die ein Miteinander in Vielfalt erm\u00f6glichen\u201c<\/strong><\/h1>\n\n\n\n<p><strong>\u201eZur Hoffnung anstiften\u201c lautete das Thema der Tagung f\u00fcr Oberinnen und leitende Schwestern der Mitglieder des Kaiserswerther Verbandes vom 24.-26. April in Stuttgart.<\/strong>&nbsp;<br>Auf Einladung der Evangelischen Diakonissenanstalt berichteten die Teilnehmerinnen in Stuttgart \u00fcber aktuelle und innovative Projekte aus den 68 Diakonieunternehmen und Diakonischen Gemeinschaften. Dabei wurde auch das Positionspapier \u201eDiakonie in Gemeinschaft\u201c des Kaiserswerther Verbandes diskutiert.<br><br>Ein Highlight der Tagung war die Pr\u00e4sentation des Hoffnungsprojektes \u201eMutterhaus im Quartier\u201c des gastgebenden Hauses. Die Teilnehmerinnen konnten diesen erfolgreichen Aufbruch im Stuttgarter Westen bei einem Spaziergang zu den verschiedenen Quartierspartnern kennenlernen.<br><br>Pastorin und Autorin Cornelia Coenen-Marx sprach \u00fcber den Beitrag und die Bedeutung diakonischer Gemeinschaften in Zeiten gro\u00dfer Umbr\u00fcche. Dass Menschen bereit sind, sich f\u00fcr andere einzusetzen, sei nicht selbstverst\u00e4ndlich, sondern hinge davon ab, dass das Feuer brenne und Energie flie\u00dfe, auch wenn sie nicht gesehen werden k\u00f6nne, so die ehemalige Verantwortliche f\u00fcr die Verbindung von Kirche und Diakonie im Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland EKD.<br><br>Angesichts wachsender Ungleichheit wachse der Wunsch nach Solidarit\u00e4t, auch wenn dies teils eine destruktive Solidarit\u00e4t sein, die das Eigene auf Kosten und in Abgrenzung zu anderen verteidige, so Coenen-Marx. Deshalb sei es wichtig, Orte zu schaffen, die ein Miteinander in Vielfalt erm\u00f6glichten.<br><br>\u201eGemeinschaften k\u00f6nnen daran erinnern, wie wesentlich es ist, die eigene Werteorientierung engagiert zu leben\u201c, so Coenen-Marx weiter. \u201eDaf\u00fcr brauchen sie gesch\u00fctzte R\u00e4ume zum Wachsen, Treffpunkte zum Lernen, aber auch Freir\u00e4ume f\u00fcr Neues.\u201c Wichtig sei dabei, dass aus einem exklusiven ein inklusives Wir wachse. Dieses neue Wir sei \u201eGrundhaltung und Wegweiser f\u00fcr ein solidarisches, kreatives Miteinander\u201c.<br><br>Ein World-Caf\u00e9 zu Themen aus dem Vortrag und ein Plenumsgespr\u00e4ch boten Gelegenheit zur Vertiefung des Themas. Ein Abendmahlsgottesdienst in der Diakonissenkirche rundete die Begegnung ab. Die n\u00e4chste Tagung f\u00fcr Oberinnen und Leitende von Gemeinschaften findet gemeinsam mit den Theologischen Vorst\u00e4nden als \u201eTagung Diakonie \/ Theologie \/ Gemeinschaft\u201c vom 18.-20.03.2025 in Remscheid und Witten statt.<br><\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:12px\"><em>Der Kaiserswerther Verband (KWV) steht f\u00fcr die Wahrnehmung diakonischer Aufgaben in der Tradition der Mutterhausdiakonie Kaiserswerther Pr\u00e4gung. Er engagiert sich in besonderer Weise um die St\u00e4rkung und Entwicklung diakonischer Identit\u00e4t und die Verwirklichung von Gemeinschaft in Diakonie und schafft Begegnungsr\u00e4ume zum Austausch \u00fcber die gemeinsamen Werte. Seit \u00fcber 100 Jahren bildet der KWV ein Netzwerk der diakonischen Kompetenz und der christlichen N\u00e4chstenliebe. Er vertritt die Mitglieder auf unterschiedlichen politischen, kirchlichen und diakonischen Ebenen und unterst\u00fctzt sie in ihrer Vernetzung. Der KWV verbindet 68 Diakonieunternehmen und Diakonische Gemeinschaften im KWV Deutschland.<br><br>Berlin, den 30. April 2024<br><br>Medienkontakt:<br>Thomas Fl\u00fcgge, Pressesprecher<br>Tel.: 0151.42168098<br>E-mail: presse@kaiserswerther-verband.de<br><br>Kontakt:<br>Pfarrerin Christa Schrauf,<br>Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin des Kaiserswerther Verbandes und Generalsekret\u00e4rin der Kaiserswerther Generalkonferenz<br>Landhausstra\u00dfe 10, 10717 Berlin<br>Tel.: 030.8642 4170<br>E-mail: verband@kaiserswerther-verband.de<\/em><br><br><em>Copyright \u00a9 2024 Kaiserswerther Verband deutscher Diakonissen-Mutterh\u00e4user KWV, Alle Rechte vorbehalten.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Evangelisch im Westerwald, 13.10.2023, Peter Bongard, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/evangelischimwesterwald.ekhn.de\/startseite\/einzelansicht\/news\/diakonie-und-dekanat-vernetzen-und-raeume-schaffen.html?fbclid=IwAR3QdL8__5EaxnUn6_4KsCnzjhUQD_rtzLvsqkytayQyIfiizioIeKsabvY\" target=\"_blank\">https:\/\/evangelischimwesterwald.ekhn.de\/startseite\/einzelansicht\/news\/diakonie-und-dekanat-vernetzen-und-raeume-schaffen.html?fbclid=IwAR3QdL8__5EaxnUn6_4KsCnzjhUQD_rtzLvsqkytayQyIfiizioIeKsabvY<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fachtag mit 80 Teilnehmenden macht Mut f\u00fcr mehr Miteinander \u2013 Referentin: \u201eEinfach machen!\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Diakonie und Dekanat: Vernetzen und R\u00e4ume schaffen<\/h1>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/Fachtagung.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"540\" height=\"250\" src=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/Fachtagung.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7480\" srcset=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/Fachtagung.jpeg 540w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/Fachtagung-300x139.jpeg 300w\" sizes=\"(max-width: 540px) 100vw, 540px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Cornelia Coenen-Marx (rechts) ermutigt die G\u00e4ste, R\u00e4ume der Begegnung zu schaffen. (Foto: Peter Bongard)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Manchmal ist die Zusammenarbeit zweier Institutionen eine harte Nuss. Die Regionale Diakonie Westerwald und das Evangelische Dekanat Westerwald haben w\u00e4hrend ihres gemeinsamen Fachtags nun einige N\u00fcsse geknackt. Und das, obwohl die beiden Einrichtungen schon auf vielen Gebieten gut und eng zusammenarbeiten.<\/strong><a href=\"https:\/\/evangelischimwesterwald.ekhn.de\/startseite\/einzelansicht\/news\/diakonie-und-dekanat-vernetzen-und-raeume-schaffen.html?fbclid=IwAR3QdL8__5EaxnUn6_4KsCnzjhUQD_rtzLvsqkytayQyIfiizioIeKsabvY#\"><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Aber da geht noch mehr, glauben die 80 G\u00e4ste im Westerburger Ratssaal. Deshalb: N\u00fcsse knacken. Und zwar im w\u00f6rtlichen Sinne.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Was verbirgt sich unter der Schale?<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Dekan Dr. Axel Wengenroth und Diakonie-Leiter Wilfried Kehr nehmen sich die kleinen Fr\u00fcchte vor, und unter den Schalen verbergen sich zusammengerollte Zettel. Darauf stehen S\u00e4tze, die das aktuelle Miteinander von Kirche und Diakonie beschreiben. Manchmal ist der Wurm drin; dann, wenn Mittel gek\u00fcrzt werden, wenn Mitarbeitende \u00fcberlastet sind oder die Kirche Menschen in schwierigen Lebenslagen scheinbar nicht mehr erreicht. Andere Dinge machen Mut: Gemeinsame Projekte wie \u201eWeihnachten f\u00fcr alle\u201c, die Kooperation zwischen der Kirchengemeinde und der Westerburger Tagesst\u00e4tte f\u00fcr psychisch Kranke, die gemeinsame Gremien- und \u00d6ffentlichkeitsarbeit, die Hilfe f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge zum Beispiel.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Historischer (Fach-)Tag<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>\u201eHeute geht es um die Frage: Was k\u00f6nnen und m\u00fcssen wir f\u00fcr ein noch besseres Miteinander tun? Und was liegt in Gottes Hand?\u201c, sagt Dekan Axel Wengenroth zu Beginn und hofft auf Weisheit, die richtige Balance zwischen n\u00f6tiger Eigeninitiative und Gottvertrauen zu finden. Wilfried Kehr nennt den gemeinsamen Fachtag gar \u201ehistorisch\u201c: \u201eSolch eine Veranstaltung gab es meines Wissens noch nie.\u201c<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Hochkar\u00e4tige Referentin<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Beide Seiten gehen also mit gro\u00dfen Erwartungen in den Tag \u2013 und haben eine hochkar\u00e4tige Referentin eingeladen: Oberkirchenr\u00e4tin a. D. Cornelia Coenen-Marx war unter anderem Leiterin des Referats Sozial- und Gesellschaftspolitik der EKD, Pfarrerin und Vorstand der Kaiserswerther Diakonie. Eine Frau, die beide Seiten kennt und die viel zu sagen hat \u2013 gerade in Zeiten wie diesen, die von vielen \u201eKrisen-Gipfeln\u201c gepr\u00e4gt ist, wie sie es formuliert: Von Fl\u00fcchtlingsgipfeln, Wohnungsgipfeln, Energiegipfeln. Gipfel \u00fcberwinden kann man nur mit einer stabilen Seilschaft, sagt sie und spricht etwa \u00fcber Florence Nightingale und Johann Hinrich Wichern als diakonische und kirchliche Vordenker. Menschen, die sich vernetzt haben, um Gutes zu bewirken.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Viele sind einsam<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Auch Diakonie und Kirche brauchen diesen Zusammenhalt \u2013 gerade im Blick auf die Mitgliederentwicklung, die sich laut der Freiburger Studie bis 2060 halbieren k\u00f6nnte. Und mit Blick auf diejenigen, die alleine sind: \u201e40 Prozent der \u00dcber-75-J\u00e4hrigen f\u00fchlen sich einsam\u201c, ist nur eine der vielen Statistiken, die Cornelia Coenen-Marx anf\u00fchrt und die eine deutliche Sprache sprechen. \u201eDer Weg aus dieser Einsamkeit f\u00fchrt \u00fcber die wechselseitige Unterst\u00fctzung. Menschen wollen sich nicht nur umsorgt f\u00fchlen, sondern auch die Gelegenheit haben, f\u00fcr andere zu sorgen.\u201c Kirche und Diakonie k\u00f6nnen daf\u00fcr R\u00e4ume schaffen und Prozesse begleiten \u2013 etwa in Mittagstischen, Schm\u00f6kerstuben, Projektch\u00f6ren oder Reparaturcaf\u00e9s. Es geht also darum, einen Rahmen zu schaffen, in dem Begegnungen m\u00f6glich sind. Manchmal auch ohne allzu ausufernde Planungen im Vorfeld, sagt die Referentin: \u201eEinfach mal machen ist die Devise! Und haben sie keine Angst vor Profilverlust \u2013 zum Beispiel, was die Grenzen der eigenen Konfession angeht. Geben Sie denjenigen ruhig Raum, die sich engagieren m\u00f6chten und gute Ideen haben.\u201c<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Kirche ohne Glocken und Altar<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>R\u00e4ume schaffen meint die Referentin sowohl im \u00fcbertragenen als auch im w\u00f6rtlichen Sinne. Denn viele, die sich Kontakt w\u00fcnschen und sich engagieren m\u00f6chten, geh\u00f6ren nicht zur Kirche und sp\u00fcren vielleicht eine Scheu vor klassischen kirchlichen R\u00e4umen. \u201eVernetzen Sie sich deshalb mit Kommunen, Wohlfahrtsverb\u00e4nden und Nachbarschaftsinitiativen, um R\u00e4ume zu schaffen, zu denen alle Zugang finden.\u201c Solche Orte gibt es schon \u2013 auch im Westerwald: Dort sind zum Beispiel das Diakonie-Caf\u00e9 \u201eMarktplatz 8\u201c in Westerburg und der Kleiderladen MittenDrin und mehr in Bad Marienberg Aush\u00e4ngeschilder von Kirche. Auch ohne Altar und Glockenturm.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Probleme in der Nachbarschaft<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Solche Begegnungsr\u00e4ume sind wichtig, sagt Coenen-Marx. \u201eEs geht schlie\u00dflich nicht darum, andere zu bekehren, sondern die aktuellen Herausforderungen der Menschen vor Ort zu bew\u00e4ltigen. Denn alle Probleme unserer Zeit finden sich auch in unserer Nachbarschaft\u201c, glaubt sie. Deshalb sollten Kirche und Diakonie vor allem: zuh\u00f6ren. H\u00f6ren, was die Menschen brauchen. Die Referentin fasst das in einem Zitat Ralf K\u00f6tters zusammen: \u201eChristen, die nur unter sich leben, haben keine Ahnung, wie das Christentum auf Menschen wirkt, die nicht glauben.\u201c<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Uralte Idee<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Hinh\u00f6ren und Erm\u00f6glichen statt Bekehren mit der Brechstange. So kann die gemeinsame Zukunft von Kirche und Diakonie nach Meinung Cornelia Coenen-Marx\u2018 gelingen. Und: Es ist wichtig, die Menschen in ihrem Leben zu begleiten, sagt sie. Das kann die Tafelarbeit sein, die Fl\u00fcchtlingshilfe, das Zeit-Nehmen f\u00fcr Alte und Kranke. So gesehen ist Diakonie uralt. Und sehr biblisch. Denn auch im Buch der B\u00fccher werden Nackte bekleidet, Fremde aufgenommen, wird Kranken geholfen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Alles ist vorhanden<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Das liegt auch den G\u00e4sten des Fachtags am Herzen, wie sie sich w\u00e4hrend der Kleingruppenphasen und in den Diskussionsrunden versichern. Die Voraussetzungen daf\u00fcr sind da: \u201eIn unseren Gemeinden ist alles vorhanden. Lassen Sie es uns nutzen\u201c, sagt Pr\u00f6pstin Sabine Bertram-Sch\u00e4fer am Ende des Fachtags. Ein Fachtag, von dem die G\u00e4ste nicht nur inspirierende Begegnungen mitnehmen, sondern der Lust auf noch mehr Vernetzung zwischen Diakonie und Dekanat macht. Auch wenn noch N\u00fcsse zu knacken sind. (bon)<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Diakonieexpertin: Corona und Energiekrise sorgen f\u00fcr Benachteiligung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>epd Wochenspiegel&nbsp;&nbsp;Ausgabe West 48\/22 &#8211; 28.11.2022<\/p>\n\n\n\n<p>Essen (epd). Die Diakonieexpertin Cornelia Coenen-Marx sieht Parallelen zwischen der Coronakrise und der aktuellen Energiekrise in der Benachteiligung gesellschaftlicher Gruppen. Wegen Corona h\u00e4tten vor allem Jugendliche, einsame \u00c4ltere und Menschen mit Behinderungen gelitten und sich als nicht systemrelevant vom Leben ausgeschlossen gef\u00fchlt, sagte sie am 25. November beim Neujahrsempfang der Evangelischen Kirche in Essen in der Marktkirche. \u201eGenauso geht es den Armutsbetroffenen jetzt in der Energiekrise. 13,8 Millionen sind es.\u201c Die \u00f6ffentliche Debatte um das B\u00fcrgergeld werde der Wirklichkeit von Alleinerziehenden, chronisch Kranken oder jungen Leuten ohne Ausbildung kaum gerecht.<\/p>\n\n\n\n<p>Von der Energiewende bis zur Verkehrswende legten die aktuellen Krisen \u201ejahrelang vernachl\u00e4ssigte Probleme schonungslos offen\u201c, betonte die evangelische Theologin, Publizistin und fr\u00fchere Leiterin des Referates f\u00fcr Sozial- und Gesellschaftspolitik der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in ihrem Festvortrag zum Auftakt des Jubil\u00e4umsjahres zum 100-j\u00e4hrigen Bestehen der Diankie Essen. Es steht unter dem Motto #ausLiebe und \u00fcbernimmt damit das Leitmotiv des 175. Jubil\u00e4ums der Diakonie Deutschland 2023.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201eWir sprechen endlich \u00fcber Einsamkeit\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es sei gut, dass mit der Corona-Pandemie das Tabu der weitverbreiteten Vereinsamung gefallen sei, sagte Coenen-Marx: \u201eWir sprechen endlich \u00fcber Einsamkeit.\u201c Diakonie lebe in den vielf\u00e4ltigen Beziehungen etwa von Pflegebed\u00fcrftigen, Angeh\u00f6rigen und Pflegenden, von Kindern, Eltern und Erzieherinnen, in Kliniken, Hospizen und privaten Wohnungen. \u201eDiakonie erfahren hei\u00dft, sp\u00fcren, dass ich nicht allein bin\u201c, sagte Coenen-Marx. Diese Arbeit sei f\u00fcr Au\u00dfenstehende oder in der Politik oft unsichtbar und werde zu wenig gesch\u00e4tzt.<\/p>\n\n\n\n<p>In einem Gru\u00dfwort w\u00fcrdigte der Essener Oberb\u00fcrgermeister Thomas Kufen (CDU) die enge Zusammenarbeit zwischen Stadt und kirchlicher Sozialarbeit in ihrer 100-j\u00e4hrigen Geschichte, von den Jahren gro\u00dfer Armut kurz nach dem Ersten Weltkrieg bis zu den aktuellen Krisen. \u201eIch wei\u00df, ich kann mich auf die Diakonie verlassen\u201c, sagte Kufen. Das habe sich auch in der Solidarit\u00e4t mit Fl\u00fcchtlingen aus der Ukraine gezeigt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Diakonie in Essen geht zur\u00fcck auf die Gr\u00fcndung als \u201eEvangelischer Wohlfahrtsdienst f\u00fcr Stadt und Synode Essen\u201c im Dezember 1922 und b\u00fcndelt die soziale Arbeit der Kirche. Heute hat die Essener Diakonie \u00fcber 80 Tr\u00e4gereinrichtungen mit rund 9.200 Mitarbeitenden und 2.400 Ehrenamtlichen. Im Jubil\u00e4umsjahr sind zahlreiche Veranstaltungen, Projekte und Gottesdienste an vielen der \u00fcber 250 Standorte geplant.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<div data-wp-interactive=\"core\/file\" class=\"wp-block-file\"><object data-wp-bind--hidden=\"!state.hasPdfPreview\"  class=\"wp-block-file__embed\" data=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Fru\u0308hjahrssynode_OP_08.03.202314.pdf\" type=\"application\/pdf\" style=\"width:100%;height:600px\" aria-label=\"Einbettung von Fru\u0308hjahrssynode_OP_08.03.202314.\"><\/object><a id=\"wp-block-file--media-7304b7df-7a44-42db-9335-445313c3900f\" href=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Fru\u0308hjahrssynode_OP_08.03.202314.pdf\">Fru\u0308hjahrssynode_OP_08.03.202314<\/a><a href=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Fru\u0308hjahrssynode_OP_08.03.202314.pdf\" class=\"wp-block-file__button wp-element-button\" download aria-describedby=\"wp-block-file--media-7304b7df-7a44-42db-9335-445313c3900f\">Herunterladen<\/a><\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>W\u00e4rmewinter<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>(Scha<\/strong>l): In diesem Jahr haben sich evangelische Kirche und Diakonie in Deutschland ein neues Zeichen \u00fcberlegt. Es geht um die Aktio<em>n #w\u00e4rmewinter <\/em>mit dem Schal als Symbol. Viele sorgen sich vor der K\u00e4lte \u2013 vor der f\u00fchlbaren K\u00e4lte in den eigenen vier W\u00e4nden und an den Arbeitspl\u00e4tzen. Vor der inneren K\u00e4lte, wenn die Sorgen wachsen, weil nicht nur Strom und Gas teurer werden, sondern auch Lebensmittel und Benzin. Und vor der sozialen K\u00e4lte, der Gleichg\u00fcltigkeit zwischen den Menschen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit <em>\u201eW\u00e4rmewinter<\/em>\u201c <a href=\"#_ftn1\" id=\"_ftnref1\">[1]<\/a>wollen Kirche und Diakonie Zeichen setzen f\u00fcr Mitmenschlichkeit und N\u00e4chstenliebe. Ihre R\u00e4ume \u00f6ffnen f\u00fcr alle, die Hilfe brauchen: gemeindliche oder diakonische W\u00e4rmestuben, Essenausgaben, Gespr\u00e4chs- und Beratungsangebote. Die Aktion will auch &nbsp;sichtbar machen, was ohnehin l\u00e4ngst geschieht: die Arbeit in Notschlafstellen und W\u00e4rmebussen f\u00fcr Obdachlose an Tafeln, in Schuldnerberatungsstellen und in Jugendclubs. Erg\u00e4nzend hat die Kreissynode hier in Essen beschlossen, die Kirchensteuermehreinnahmen aus der Energiepreispauschale f\u00fcr den Energiesparservice der Neuen Arbeit und f\u00fcr die Soziale Servicestelle zu nutzen<a href=\"#_ftn2\" id=\"_ftnref2\">[2]<\/a>. So kn\u00fcpfen sie weitere Knoten im Informations-, Beratungs- und Hilfsnetzwerk, das die Wohlfahrtsverb\u00e4nde gemeinsam mit der Stadt aufbauen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIn einer Krise diejenigen zu unterst\u00fctzen, die auf die Solidarit\u00e4t der St\u00e4rkeren angewiesen sind \u2013 das ist ein Kernversprechen des demokratischen Sozialstaats und eine Grundfeste einer solidarischen Gesellschaft. Und das werden wir gegen\u00fcber der Politik auch weiter einfordern\u201c, hei\u00dft es in dem \u201eW\u00e4rmewinter\u201c.- Brief von Annette Kurschus und Ulrich Lilie. \u201eGleichzeitig kommt uns als Kirche und Diakonie in diesem Winter eine besondere Aufgabe zu: Wir sind dazu gerufen, der K\u00e4lte mit Herzensw\u00e4rme zu begegnen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Auch die vielen Mittagstische, die in den letzten Jahren entstanden, sind W\u00e4rmeinseln gegen die Einsamkeit. Seit der Pandemie ist immerhin ein Tabu gefallen: Wir sprechen \u00fcber Einsamkeit. \u201eAn Einsamkeit stirbt man blo\u00df l\u00e4nger als an Corona\u201c, sagt die Berlinerin Elke Schilling, die mit 75 den Telefondienst \u201eSilbernetz\u201c<a href=\"#_ftn3\" id=\"_ftnref3\">[3]<\/a> gegr\u00fcndet hat, der sich bundesweit an \u00c4ltere richtet. Mehr als 46&nbsp;Prozent der Menschen \u00fcber 75 leben allein \u2013 und 20&nbsp;Prozent haben ihre Wohnung in der Woche vor der Befragung nicht verlassen. In Gro\u00dfbritannien haben Wissenschaftler*innen berechnet, dass 20&nbsp;Prozent Gesundheitskosten gespart w\u00fcrden, wenn man soziale Angebote auf Rezept verschreiben k\u00f6nnte: Wandergruppen, Gespr\u00e4chskreise, Chorgesang halten gesund. Menschen brauchen Austausch und Anregung, sie brauchen unkomplizierte Treffpunkte, verl\u00e4sslichen Nahverkehr, \u00f6ffentliche Toiletten, niedrigschwellige Zug\u00e4nge und B\u00e4nke an der Stra\u00dfe, damit sie Lust haben, nach drau\u00dfen zu gehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass es hier in Essen in jedem Stadtbezirk ein Zentrum 60+ gibt \u2013 und ein internationales dazu \u2013, dazu hat die Diakonie mit ihrem Senioren- und Generationenreferat entscheidend beigetragen \u2013 in bew\u00e4hrter Zusammenarbeit mit den anderen Verb\u00e4nden der Freien Wohlfahrtspflege, mit AWO und Rotem Kreuz, mit Caritas und DPWV. \u201eZu unseren Zielen geh\u00f6rt es, Menschen f\u00fcr Ideen zu gewinnen, Begegnungen zu erm\u00f6glichen, Gestaltungsr\u00e4ume zu \u00f6ffnen. Die Zentren 60+ und die neue Offene Seniorenarbeit sind ein Beleg daf\u00fcr, wie lebendig dieser Leitgedanke ist und wie evangelische Kirche und ihre Diakonie sich erfolgreich einbringen\u201c, hat Superintendentin Marion Greve gesagt. Die Zahl der \u00c4lteren w\u00e4chst. Immer weniger von ihnen geh\u00f6ren einer Kirche an \u2013 aber die Gemeinden treten nicht den R\u00fcckzug an. Im Gegenteil: Sie \u00f6ffnen sich und f\u00fchlen sich verantwortlich f\u00fcr die Arbeit in den Quartieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Das haben in diesem Jahr auch die vielen Gefl\u00fcchteten aus der Ukraine erfahren. 70&nbsp;Prozent von ihnen wurden zun\u00e4chst privat untergebracht. Menschen haben spontan ihre T\u00fcren und ihre Herzen ge\u00f6ffnet \u2013 so begann der Prozess der Integration vom ersten Tag an. Die gute Vernetzung zwischen Kirche, Stadt und Zivilgesellschaft geh\u00f6rt zum Essener Erbe \u2013 es hat sich &nbsp;angesichts der Herausforderungen von Flucht und Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg bew\u00e4hrt. \u201eWir haben den Auftrag, uns gerade der Elendsten, \u00c4rmsten und Verlorenen anzunehmen\u201c, schrieb damals Diakoniepfarrer Karl Schreiner, der nach \u201845 eng mit dem Regionalverband Ruhr zusammenarbeitete. F\u00fcr die Essener Nothilfe gewann er auch Freiwillige aus den Gemeinden \u2013nicht zuletzt aus den Frauenhilfen. \u201eEssen\u201c, lobte Karl Schreiner, \u201ewo Stadt und freie Wohlfahrtspflege zusammenarbeiten wie wohl kaum in einem anderen Ort\u201c. Aus Liebe zu Essen.<a href=\"#_ftn4\" id=\"_ftnref4\">[4]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>#ausliebe<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>(Herz): # ausliebe hei\u00dft die Losung f\u00fcr Ihr Diakoniejahr \u2013 Sie verbinden sich damit mit der Diakonie Deutschland, die n\u00e4chstes Jahr ihr 175. Jubil\u00e4um feiert, in Erinnerung an Wicherns gro\u00dfe Rede zur Inneren Mission. Schaut man auf die Strukturen damals wie heute, dann zeigt sich: Es ist kompliziert. Das f\u00e4ngt mit den Namen an: Hier wurde 1922 der <em>Wohlfahrtsdienst<\/em> gegr\u00fcndet, der dann im Nationalsozialismus zum <em>Gemeindedienst<\/em> wurde und schlie\u00dflich zur <em>Diakonie<\/em>. Kompliziert ist aber auch die Vielfalt der Organisationsformen: Auf der einen Seite Besuchsdienste, Gespr\u00e4chsgruppen, Tischgemeinschaften in den Gemeinden, auf der anderen gro\u00dfe Unternehmen und Stiftungen wie die Kliniken Essen-Mitte, die Adolphi-Stiftung oder die Johanniter. Initiativen, Vereine, gGmbHs \u2013 und nicht selten wanderten Aufgaben von einer in die andere Organisation. Dazwischen das Diakoniepfarramt mit dem Diakonischen Werk \u2013 Andreas M\u00fcller ist Moderator und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung, Impulsgeber und Gegen\u00fcber zur Stadt \u2013, eingebunden in das Netzwerk der Freien Wohlfahrtspflege von der Caritas bis zur J\u00fcdischen Kultus-Gemeinde. Beeindruckt lese ich: &nbsp;Mehr als 80 Tr\u00e4ger mit rund 9.200 hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geh\u00f6ren heute zur Diakonie in Essen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nur wenige haben den \u00dcberblick \u00fcber diese bunte Landschaft \u2013 und manchmal gibt es auch Reibung zwischen den unterschiedlichen Kulturen. Schon Ende der 1960er Jahre sprach man von Fremdheit zwischen den Gemeinden und der s\u00e4kularisierten Diakonie. Wo aber gemeinsame Herausforderungen bew\u00e4ltigt werden m\u00fcssen wie bei der Integration von Gefl\u00fcchteten, da findet man schnell eine gemeinsame Sprache. In solchen Momenten wird allen Beteiligten klar: Wichtiger als Strukturen sind doch die Menschen, die mit uns an einem Strang ziehen. Und das Netzwerk wird st\u00e4rker, je vielf\u00e4ltiger die Zusammenh\u00e4nge sind, in denen sie arbeiten. W\u00e4hrend ich mich f\u00fcr heute vorbereitet habe, fielen mir Namen ein: Sabine Wolf-Wennersheide und Claudia Hartmann, Karl-Horst Junge, Wolfgang Hirsch und seine Ehrenamtlichen, die Kaiserswerther Diakonissen aus Borbeck und auch Pr\u00e4lat Berghaus von der Caritas, der als Vorsitzender der LIGA NRW eine Instanz war. Allesamt Menschen, denen ich hier begegnet bin- und sicher waren es noch viele mehr. Aber mit diesen Namen wurde Essen f\u00fcr mich lebendig,<\/p>\n\n\n\n<p>Diakonie lebt von Beziehungen. Das gilt f\u00fcr das Netzwerk der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, es gilt aber vor allem f\u00fcr die Beziehungen zwischen Pflegebed\u00fcrftigen, ihren Angeh\u00f6rigen und den Pflegenden. Zwischen Kindern, Jugendlichen und ihren Erzieher*innen. Viel davon spielt sich hinter verschlossenen T\u00fcren ab: in Kliniken, Hospizen, Pflegeeinrichtungen und Wohngruppen. Und in den privaten Wohnungen, Tag f\u00fcr Tag, Jahr f\u00fcr Jahr. W\u00e4hrend wir sehen, was in den \u00f6ffentlichen Treffpunkten geschieht, bleibt diese Arbeit f\u00fcr Au\u00dfenstehende, f\u00fcr Politiker*innen,&nbsp; ja, f\u00fcr die meisten Menschen unsichtbar, wird&nbsp; viel zu wenig wahrgenommen und gesch\u00e4tzt. Es geschieht trotzdem, all die Angeh\u00f6rigen, die Mitarbeitenden und Freiwilligen an den vielen Orten tun sie trotzdem \u2013 aus Liebe. Das Herz, das ich mitgebracht habe, soll daran erinnern, wie viele sich bei ihrer Arbeit verausgaben, bis sie selbst nicht mehr k\u00f6nnen. Aber auch daran, dass wir etwas brauchen, was uns Kraft gibt, was uns inspiriert: Die magischen Begegnungen in der Pflege, die Freude an der Entwicklung anderer Menschen, aber auch Auszeiten und Bildungsangebote, Freundinnen und Freunde, die mittragen, Alltags- und Demenzbegleiter*innen. Kirchengemeinden und Diakonische Dienste k\u00f6nnen hier viel tun: \u00c4ngste nehmen, Ethikberatung anbieten, Letzte-Hilfe-Kurse geben, Altenzentren ins Quartier \u00f6ffnen, neue Partnerschaften mit Schulen organisieren. Diakonie erfahren hei\u00dft, sp\u00fcren, dass ich nicht allein bin.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\" id=\"_ftn1\">[1]<\/a> https:\/\/www.diakonie.de\/waermewinter\/<\/p>\n\n\n\n<p><a id=\"_ftn2\" href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.essen.de\/meldungen\/pressemeldung_1480063.de.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.essen.de\/meldungen\/pressemeldung_1480063.de.html<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref3\" id=\"_ftn3\">[3]<\/a> https:\/\/www.silbernetz.org\/<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref4\" id=\"_ftn4\">[4]<\/a> Andreas M\u00fcller (Hg), Norbert Friedrich, Praktizierte N\u00e4chstenliebe, 100 Jahre Diakoniepfarramt und Wohlfahrtsverband der Diakonie in Essen, Essen 2022<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>(Essen, 26.11.2022)&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.kirche-essen.de\/index.php?c=news&amp;s=news&amp;file=news_detail&amp;id=1195&amp;fbclid=IwAR1mbfXWUYnQ_K2zEsi_k4hpVkzBRC4CMmLdXd21802yufjcamq6Aa8LHfM\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.kirche-essen.de\/index.php?c=news&amp;s=news&amp;file=news_detail&amp;id=1195&amp;fbclid=IwAR1mbfXWUYnQ_K2zEsi_k4hpVkzBRC4CMmLdXd21802yufjcamq6Aa8LHfM<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\">Neujahresempfang unseres Evangelischen Kirchenkreises Essen<\/p>\n\n\n\n<p>Der Neujahresempfang unseres Evangelischen Kirchenkreises Essen gestern war der Start. Als Diakonie in Essen feiern wir das 100-j\u00e4hrige Bestehen als Wohlfahrtsverband und Diakoniepfarramt. Im Mittelpunkt standen der engagierte Festvortrag von Cornelia Coenen-Marx, evangelische Theologin und versierte Expertin in Sachen Sozialpolitik und Diakonie, und das Gru\u00dfwort von Oberb\u00fcrgermeister Thomas Kufen. Rund 200 Repr\u00e4sentantinnen und Repr\u00e4sentanten aus Kirche und Diakonie, Verwaltung, Politik, Wohlfahrtspflege und Stadtgesellschaft bildeten bei diesem Neujahrsempfang, mit dem die Evangelische Kirche in Essen traditionell das neue Kirchenjahr beginnt, die Festgemeinde in der voll besetzten Marktkirche. F\u00fcr die Musik sorgten S\u00e4ngerinnen des Vokalensembles \u201eMini-Vollklang\u201c unter der Leitung von Kreiskantor Thomas Rudolph mit bezaubernder Musik. Ich habe mich sehr gefreut, dass meine beiden Vorg\u00e4nger als Diakoniepfarrer in Essen, Pfarrer Karl-Horst Junge und Pfarrer G\u00fcnter Herber, beim Neujahrsempfang mit dabei waren. Damit waren tats\u00e4chlich 43 Jahre der 100 Jahre pers\u00f6nlich vertreten!<\/p>\n\n\n\n<p>Superintendentin Marion Greve er\u00f6ffnete den Neujahrsempfang mit der biblischen Jahreslosung f\u00fcr 2023: \u201eDu bist ein Gott, der mich sieht&#8220;. Sie hob hervor, dass Gott den Blick gerade auf diejenigen lenkt, die am Rande stehen. Dieser Aufgabe kommen die evangelische Kirche und ihre Diakonie mit gro\u00dfem Einsatz und in einer erstaunlichen Breite nach.<\/p>\n\n\n\n<p>Oberb\u00fcrgermeister Thomas Kufen sieht von der 22. Etage des Rathauses in diesem Winter auf eine Stadt, die dunkler aussieht als in den fr\u00fcheren Jahren. Aber: \u201eDadurch, dass Sie sich \u201aaus Liebe\u2018 zu den Menschen und \u201aaus Liebe\u2018 zur Stadt f\u00fcr unser Gemeinwesen einsetzen, tragen Sie ein Licht in die Dunkelheit und sorgen gemeinsam mit den anderen Wohlfahrtsverb\u00e4nden daf\u00fcr, dass wir die aktuellen Krisen und Herausforderungen in unserer Stadt gut bew\u00e4ltigen k\u00f6nnen.\u201c Er betonte, dass die Stadt sich auf die Diakonie verlassen kann, aktuell beispielsweise bei der Unterst\u00fctzung der nach Essen Gefl\u00fcchteten: \u201eDie Diakonie verbindet Klarheit mit Tatkraft. Einerseits weist sie Politikerinnen und Politiker immer dort, wo es n\u00f6tig ist, auf soziale Schieflagen hin, und erf\u00fcllt damit eine wichtige Aufgabe. Aber sie tut das, ohne sich selbst aus dem Spiel zu nehmen, sie \u00fcbernimmt Verantwortung und will selbst ein Teil der L\u00f6sung sozialer Probleme sein.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>In ihrer Rede &#8222;<a href=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/?page_id=7121\">#AusLiebe<\/a>. Diakonie zwischen Kirche und Sozialstaat&#8220; schlug Cornelia Coenen-Marx einen weiten Bogen vom ersten Adventskranz, erfunden in der diakonischen Jugendhilfe, \u00fcber die aktuelle Aktion <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/hashtag\/w%C3%A4rmewinter?__eep__=6&amp;__cft__[0]=AZVRWsimzRwmb8uot5zIHCYyZYXOJjbQedc_vJNwkxN9iQSl_q94kjFaDXOOCrzx4KUl3Gf4XeAlEssviZSoYbXbmjWgFnvKBvlWrofo2f6n2HMIP8zu7_WXiWxNm126RaE&amp;__tn__=*NK-R\">#w\u00e4rmewinter<\/a> von Evangelischer Kirche und Diakonie, bis zur inspirierenden Hoffnung des Advents. Sie blickte zur\u00fcck auf 100 Jahre diakonisches Wirken in Essen und voraus auf die gegenw\u00e4rtigen gesellschaftlichen Herausforderungen. Sie hob den Wert der zwischenmenschlichen Beziehungen hervor, der alles diakonische Handeln ausmacht und eine viele gr\u00f6\u00dfere W\u00fcrdigung verdiene. Die Corona-Krise habe neben aller Belastung aufgezeigt, dass in der Krise die Chance und die Notwendigkeit liegt, das Sozial- und Gesundheitswesen gerechter zu organisieren: In der Pflege sei die Belastung viel zu hoch; durch die Energiekrise steige das Armutsrisiko und viele Menschen litten unter sozialer K\u00e4lte. &#8222;Jetzt z\u00fcnden wir wieder die Kerzen am Adventskranz an, \u00f6ffnen die T\u00fcrchen an Adventskalender und tr\u00e4umen von der Stadt mit den offenen Toren. Wir gehen die Schritte, die wir gehen k\u00f6nnen \u2013 aus Liebe. Noch aber leben wir in den Zerrei\u00dfproben zwischen Einsamkeit und Liebe. Zwischen Zerbrechlichkeit und heilenden Beziehungen. Zwischen Engagement und fehlender Finanzierung. Damit unser Engagement einen guten Rahmen findet und nachhaltig beitragen kann zu einer gerechteren Gesellschaft, m\u00fcssen wir den Sozialstaat krisenfest mache, den Rechtsstaat verteidigen, die Kommunen angemessen finanzieren und das gute Miteinander in Zivilgesellschaft und der freien Wohlfahrtspflege pflegen. Die Diakonie Essen hat dazu einiges beizutragen. Denn hier geh\u00f6rt das zur DNA. Und gewinnt Energie aus dem Evangelium.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Im Anschluss an den Vortrag konnte ich einen \u00dcberblick \u00fcber das anstehende Jubil\u00e4umsjahr geben, zu dem Gottesdienste, B\u00fcrgergespr\u00e4che, Aktionstage und Ausstellungen ebenso geh\u00f6ren wie eine diakonische Jobb\u00f6rse, mehrere Fachveranstaltungen und eine Party der Diakonie-Azubis. Wir wollen die Arbeit der Diakonie in ihrer ganzen Bandbreite und Vielfalt darstellen. Bereits im Advent beginnen in Essener Kirchengemeinden die ersten Diakoniegottesdienste. In der Alten Synagoge Essen wird es am 16. Dezember um 17 Uhr um das Thema \u201e100 Jahre j\u00fcdische Sozialarbeit in Deutschland\u201c gehen. Dar\u00fcber hinaus konnte ich die Festschrift \u201ePraktizierte N\u00e4chstenliebe. 100 Jahre Diakoniepfarramt und Wohlfahrtsverband der Diakonie in Essen\u201c vorstellen, die Professor Norbert Friedrich im Auftrag des Diakonischen Werkes des Kirchenkreises Essen verfasst hat. Wer sich eingehender mit der Geschichte der Diakonie in Essen besch\u00e4ftigen will, ist am 26. Januar im Restaurant Church der Diakonie um 19 Uhr zu einem Austausch mit dem Autor willkommen. Im Internet werden alle Termine nach und nach auf der neuen Homepage <a href=\"https:\/\/l.facebook.com\/l.php?u=http%3A%2F%2Fwww.diakonie-essen.de%2F%3Ffbclid%3DIwAR2HrmcYlqwNNPQ4dGTI_fU9Fhz-vNao1B8_TCr6_7A-3AaVBjcVxJLu1Ww&amp;h=AT0T4vwVVdjITNsI7UlvGANl6qP_vGpBNUXy_9D0k1ArIHrhJnFg8Deyqgu1eabIVZAGz0-t1YNhRPpPPabNN05O-1PVV92iESGQcZ0ECdZkyCAZpqr1sM0Hlm8VfuDtGspwdMN-bwx_N6XN1fRXJWc&amp;__tn__=-UK-R&amp;c[0]=AT3ffUpTeFrF1K0MuKy7XXQVXIkhO1R3uOMlvTOCxoEl3Ji-qMG9qGzUN2ulHfm2phArq9go9H3ywkibf1ojvQ_chYDDrrfvLHzEi9hIirmgURdB2OnmhMxEFK0t68Xbp7A1IXnGVA7vtc46ERq9WfGI6A\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">www.diakonie-essen.de<\/a> ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Beim gem\u00fctlichen Teil des Neujahrsempfangs bestand wie immer die Gelegenheit zum Austausch und zur Begegnung.<\/p>\n\n\n\n<p>Einen ausf\u00fchrlichen Bericht \u00fcber den Neujahrsempfang der Evangelischen Kirche in Essen gibt es auf <a href=\"https:\/\/www.kirche-essen.de\/index.php?c=news&amp;s=news&amp;file=news_detail&amp;id=1195&amp;fbclid=IwAR1mbfXWUYnQ_K2zEsi_k4hpVkzBRC4CMmLdXd21802yufjcamq6Aa8LHfM\">https:\/\/cutt.ly\/61fdWWS<\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><strong>Hildegard Mathies: \u201eDie Neuentdeckung der Gemeinschaft. Cornelia Coenen-Marx gibt Impulse f\u00fcr die Gesellschaft und Kirche von heute\u201c, 2.8.2022<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.kirche-koeln.de\/die-neuentdeckung-der-gemeinschaft-cornelia-coenen-marx-gibt-impulse-fuer-die-gesellschaft-und-kirche-von-heute\/\" target=\"_blank\">https:\/\/www.kirche-koeln.de\/die-neuentdeckung-der-gemeinschaft-cornelia-coenen-marx-gibt-impulse-fuer-die-gesellschaft-und-kirche-von-heute\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Bildschirmfoto-2022-09-08-um-11.11.10.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"835\" height=\"499\" src=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Bildschirmfoto-2022-09-08-um-11.11.10.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-6960\" srcset=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Bildschirmfoto-2022-09-08-um-11.11.10.png 835w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Bildschirmfoto-2022-09-08-um-11.11.10-300x179.png 300w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Bildschirmfoto-2022-09-08-um-11.11.10-768x459.png 768w\" sizes=\"(max-width: 835px) 100vw, 835px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Foto(s): Peter Wirtz<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\">Die Neuentdeckung der Gemeinschaft \u2013 Cornelia Coenen-Marx gibt Impulse f\u00fcr die Gesellschaft und Kirche von heute<\/p>\n\n\n\n<p>Der Mensch ist ein Gemeinschaftswesen. Aktuell steht die Gesellschaft aber zwischen zwei Polen: eine enger zusammengewachsene, solidarische Gemeinschaft im Angesicht von Corona, der Flutkatastrophe 2021 oder aktuell dem Ukraine-Krieg auf der einen Seite \u2013 eine zunehmende Spaltung der Gesellschaft in Arm und Wohlhabend, Integrierte und Au\u00dfenstehende auf der anderen. Dazu drohen regelm\u00e4\u00dfig aufgeheizte Debatten um aktuelle Themen wie Corona, Klimawandel und die Zukunft Deutschlands und der Welt weitere Keile zwischen Bev\u00f6lkerungsgruppen zu treiben. Viele Menschen leiden zudem unter Verunsicherung, \u00c4ngsten und Einsamkeit. Eine Expertin f\u00fcr das Thema Gemeinschaft ist die Oberkirchenr\u00e4tin i.R. Cornelia Coenen-Marx aus Garbsen in der Region Hannover. Sie hat unter anderem ein Buch \u00fcber \u201eDie Neuentdeckung der Gemeinschaft\u201c geschrieben, publiziert zu dem Thema und h\u00e4lt Vortr\u00e4ge dar\u00fcber. So auch vor kurzem in der Melanchthon-Akademie.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eUnsere Welt hat Fl\u00fcgel bekommen\u201c, sagt Cornelia Coenen-Marx. Sie ist volatil geworden, beweglich, aber auch unstetig. \u201eDer klar und verl\u00e4sslich gezeichnete Rahmen, in dem Menschen \u00fcber Jahrhunderte zusammengelebt haben, hat sich aufgel\u00f6st \u2013 das gilt f\u00fcr Geschlechterrollen wie f\u00fcr Familienbilder, f\u00fcr Biografien wie f\u00fcr Berufswege.\u201c Im Grunde, so sagt sie, lebe jede und jeder in einer eigenen Welt, wir haben eine \u201eGesellschaft der Singularit\u00e4ten\u201c. Dabei w\u00fcnschen sich die meisten Menschen nichts mehr als stabile Beziehungen in Familie, Freund- und Partnerschaften.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Gesellschaft braucht Engagement<\/h4>\n\n\n\n<p>Doch berufsbedingte Umz\u00fcge und Neustarts oder zuletzt in der Corona-Pandemie das Auseinanderrei\u00dfen der Familien und Bezugsgruppen \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum hinweg f\u00fchren dazu, dass Menschen \u201edie allt\u00e4gliche soziale Einbettung in Familie und Nachbarschaft\u201c verlieren, so Coenen-Marx. Hinzu kommt, dass ein Gro\u00dfteil der \u00e4lteren und alten Menschen allein lebt, 40 Prozent der \u00fcber 75-J\u00e4hrigen. In einer Studie der Universit\u00e4t Frankfurt gab rund ein F\u00fcnftel der befragten 70- bis 89-J\u00e4hrigen an, ihre Wohnung in der Woche zuvor kaum verlassen zu haben.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend zu Beginn der Pandemie eine Welle der Solidarit\u00e4t an vielen Orten daf\u00fcr sorgte, dass Menschen f\u00fcreinander einkauften und aufeinander achteten, versch\u00e4rfte sich mit zunehmender Dauer die gesellschaftliche und sozio\u00f6konomische Spaltung, beobachtete Cornelia Coenen-Marx, die als Inhaberin und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin die Agentur \u201eSeele und Sorge\u201c f\u00fchrt. Deutlich wurde in der Zeit der Sozialen Distanzierung voneinander aber auch, wie sehr die Gesellschaft auf das Engagement der \u00c4lteren angewiesen ist, ob als Gro\u00dfeltern, die berufst\u00e4tige Eltern unterst\u00fctzen, oder als Ehrenamtliche in Krankenh\u00e4usern und Altenheimen, in Hospizdiensten oder Gemeinden, in der Hausaufgabenbetreuung oder im Einsatz f\u00fcr Gefl\u00fcchtete.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">\u201eSorgende Gemeinschaft braucht Sorgestrukturen\u201c<\/h4>\n\n\n\n<p>Sorget\u00e4tigkeiten werden heute vor allem als Dienstleistung verstanden, beschreibt Cornelia Coenen-Marx die Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte. Es entstanden immer komplexere Hilfe- und Behandlungsketten. \u201eDabei wurden die ohnehin zu gering bezahlten Dienstleistungen auf das medizinisch Notwendige beschr\u00e4nkt und die Kontaktfl\u00e4chen mit Nachbarschaft und Kirchengemeinden immer mehr reduziert.\u201c Erst in den vergangenen Jahren werde versucht, dies wieder zu \u00e4ndern.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch bin mir nicht sicher, ob die Erfahrung, wie wesentlich neben den informellen Netzwerken ein tragf\u00e4higer Sozialstaat ist, in Erinnerung bleiben wird\u201c, sagt Coenen-Marx im Interview mit kirche-koeln.de mit Blick auf die Coronazeit. \u201eGemeinschaft \u2013 soviel ist klar \u2013 wird auf der einen Seite in Familien, Nachbarschaften, Gemeinden, Vereinen und informellen Netzwerken gebildet, ist dabei aber auf eine kommunale Infrastruktur von der Tageseinrichtung bis zur Langzeitpflege, von den Schulen bis zum Gesundheitsamt angewiesen. Sorgende Gemeinschaft braucht Sorgestrukturen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Chancen und Aufgaben f\u00fcr die Kirchen<\/h4>\n\n\n\n<p>In ihren Publikationen und Vortr\u00e4gen stellt Cornelia Coenen-Marx Beispiele vor, wie Netzwerke entstehen und sich Gemeinschaft in Quartieren entwickeln kann. Das kann die n\u00e4here Nachbarschaft sein, ein Stadtviertel oder ein Stadtraum, der eine eigene, gemeinschaftliche Identit\u00e4t hat oder herausbildet. Hier sieht sie auch neue Chancen sowie Aufgaben f\u00fcr die Kirchen, die vor allem R\u00e4ume \u00f6ffnen und anbieten sollten, etwa durch vielf\u00e4ltige Nutzungsm\u00f6glichkeiten von Gemeindezentren, die sie mit den Menschen, mit Gruppen und Organisationen vor Ort teilen. Auch die Schaffung generationen\u00fcbergreifender Treffpunkte und Lebensorte geh\u00f6rt dazu. Oder niedrigschwellige Aktionen wie die Kirchenbank auf dem Marktplatz in Witten oder der Gespr\u00e4chstisch auf dem D\u00fcsseldorfer Wochenmarkt. \u201eWenn die Kirchen vielen fremd, f\u00fcr andere zum Museum geworden sind, dann geht es darum, Gott einen Ort in dieser Welt zu sichern\u201c, greift Coenen-Marx Gedanken der Mystikerin Madeleine Delbr\u00eal auf, \u201emit unserem eigenen Glauben und Leben.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Beispiel ist das Projekt \u201eLebenswert\u201c in Reutlingen. Die Kreuzkirchengemeinde und ihre Partner vernetzten in wenigen Jahren hunderte unterschiedlicher Menschen in der Stiftung \u201eLebenswerte Nachbarschaft\u201c, berichtet Coenen-Marx. Job- und Lesepatinnen und -paten geh\u00f6ren dazu, ein Sprachtranining f\u00fcr Gefl\u00fcchtete, das \u201eZwergencaf\u00e9\u201c oder das Angebot \u201eWandern mit Anderen\u201c. \u201eNeuzugezogene finden hier schnell Gleichgesinnte und wer Hilfe braucht, eine Telefonnummer. Die Schulrektorin ist genauso involviert wie die Stabsstelle f\u00fcr B\u00fcrgerschaftliches Engagement in der Kommune\u201c, erl\u00e4utert die Seelsorgerin.<\/p>\n\n\n\n<p>Den Kirchen d\u00fcrfe es nicht zuerst um den eigenen Fortbestand und Mitgliedergewinnung gehen, betont Coenen-Marx. Kirchen sollten stattdessen ein \u201eEnergiestrom f\u00fcr das Gemeinwesen\u201c sein, zitiert sie Delbr\u00eal. \u201eGemeinwesendiakonie ist das Gebot der Stunde\u201c, sagt Cornelia Coenen-Marx. Gerade Kirchengemeinden haben das Potenzial, das Miteinander, \u201eeine neue Familiaritas zu entwickeln, wo Familien in der mobilen Gesellschaft ihre \u00fcberkommenen Funktionen nicht mehr erf\u00fcllen k\u00f6nnen\u201c, so die Expertin. \u201eZwar fehlen die alten Gemeindeschwestern, die Familien und Nachbarschaften kannten und Netzwerke im Quartier kn\u00fcpfen konnten. An ihrer Stelle entstehen aber neue Initiativen von ehrenamtlich Engagierten, oft zusammen mit professioneller Unterst\u00fctzung von Diakonie und Erwachsenenbildung. Leihomas, Mentoren, neue Kontakte zwischen Altenzentren und Kinderg\u00e4rten tragen dazu bei, dass Wahlfamilien entstehen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Kraft sch\u00f6pfen aus dem Miteinander<\/h4>\n\n\n\n<p>Die H\u00e4ufung und \u00dcberlagerung von Krisen versch\u00e4rft aktuell gesellschaftliche Spannungen, so Coenen-Marx mit Blick auf Pandemie und Krieg, Wirtschafts-, Energie- und Klimakrise. \u201eNotwendig sind neben sozialpolitischen Ma\u00dfnahmen und einem steuerlichen Lastenausgleich Angebote, die die Teilhabe st\u00e4rken, wie Schulsozialarbeit, Quartiersarbeit, und solche, die zur Integration von Gefl\u00fcchteten und Migranten beitragen\u201c, sagt Cornelia Coenen-Marx. \u201eHier sind die Kirchen besonders gefragt \u2013 sie haben Geb\u00e4ude vor Ort, dazu hauptamtliche Mitarbeiter und eine gute Vernetzung im Quartier.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Woraus k\u00f6nnen Menschen in dieser Zeit Kraft sch\u00f6pfen? \u201eDie Hochaltrigen erinnern sich daran, dass sie in Krisenzeiten in die Kirche gingen; genau das war aber in Corona nicht m\u00f6glich\u201c, antwortet die Seelsorgerin. Zoom-Konferenzen und Telefondienste haben dieses unmittelbare Miteinander nicht ersetzt. \u201eDas wird nun nicht ,von selbst\u2018 wieder aufbl\u00fchen\u201c, sagt Coenen-Marx. \u201eEs muss mit neuen Formaten einge\u00fcbt werden, zum Beispiel bei Generationengespr\u00e4chen \u2013 gern auch an dritten Orten wie Gastst\u00e4tten, G\u00e4rten und H\u00f6fen.\u201c Dazu m\u00fcsse es gottesdienstliche Angebote in der Stadt geben, wie Weihnachtswege oder Singen im Stadion.<\/p>\n\n\n\n<p>Letztlich, davon ist Cornelia Coenen-Marx \u00fcberzeugt, komme es f\u00fcr die Gegenwart und Zukunft von Gemeinschaft darauf an, voneinander und miteinander zu lernen. \u201eDabei geht es heute nicht nur um die Weitergabe von Traditionen, sondern mehr als in fr\u00fcheren Zeiten um die Erschlie\u00dfung der Zukunft.\u201c Kinder und Jugendliche mit ihren Erfahrungen, ihren Fragen und ihren Ideen sind dabei ernst zu nehmen und zu unterst\u00fctzen. Dazu bedarf es Offenheit und eines Sich-Einlassens. Cornelia Coenen-Marx gibt ihren Leserinnen und Zuh\u00f6rern eine Impulsfrage mit: \u201eHaben wir den Mut einer frischen, j\u00fcngeren Generation zuzuh\u00f6ren, Verantwortung zu \u00fcbertragen, sie zu st\u00e4rken und zu unterst\u00fctzen, Neues zu wagen, uns wieder zum Mitmachen zu motivieren, zu \u00fcberzeugen und gemeinsam mit ihnen zu lernen?\u201c<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>chrismon, Text:&nbsp;<a href=\"https:\/\/chrismon.evangelisch.de\/personen\/dorothea-heintze-3616\">Dorothea Heintze<\/a>, 15.2.22, Zur Rubrik: <a href=\"https:\/\/chrismon.evangelisch.de\/blogs\">Blogs<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/chrismon.evangelisch.de\/blogs\/wohnlage\/wahlfamilien-nachbarschaft-quartiersarbeit-cornelia-coenen-marx-und-ihr-neues-buch\">https:\/\/chrismon.evangelisch.de\/blogs\/wohnlage\/wahlfamilien-nachbarschaft-quartiersarbeit-cornelia-coenen-marx-und-ihr-neues-buch<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\">Alternativen f\u00fcr die Single-Gesellschaft<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Haus-der-Vielfalt.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"652\" src=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Haus-der-Vielfalt-1024x652.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-6546\" srcset=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Haus-der-Vielfalt-1024x652.png 1024w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Haus-der-Vielfalt-300x191.png 300w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Haus-der-Vielfalt-768x489.png 768w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Haus-der-Vielfalt.png 1128w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Cornelia Coenen-Marx besch\u00e4ftigt sich schon ihr ganzes Leben mit dem ideellen und praktischen Wert von &#8222;Gemeinschaft&#8220;. In ihrem neuen Buch geht es um Einsamkeit, Wahlfamilien und die Kirchengemeinschaft im Wandel.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Gutes oder schlechtes Timing? Das sei gar nicht so einfach zu beantworten, berichtet die Theologin und Buchautorin Cornelia Coenen-Marx. 2019 hatte die <a href=\"https:\/\/chrismon.evangelisch.de\/personen\/cornelia-coenen-marx-20343\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Mitbegr\u00fcnderin<\/a> und einstige Herausgeberin von chrismon mit den Recherchen zu einem neuen Buch begonnen. Kurz darauf begann die Pandemie.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Themen des Buches wurden noch virulenter: Einsamkeit und Nachbarschaft, gute Quartiersarbeit, neue Wohn- und Lebensgemeinschaften, innerhalb und au\u00dferhalb der Kirchengemeinschaft und in der Diakonie. All dies hat Cornelia Coenen-Marx schon immer umgetrieben. Als junge Pfarrerin (\u00fcbrigens die <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20160507094946\/http:\/\/www.renatehauser.de\/news\/die_wegbereiterin.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">erste Frau<\/a> im Kirchenkreis) bewohnte sie mit ihrem Mann ein gro\u00dfes altes Pfarrhaus in M\u00f6nchen-Gladbach und dachte schon damals: &#8222;Warum leben wir hier nicht in einer WG? Platz daf\u00fcr ist da.&#8220;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die &#8222;Neuentdeckung der Gemeinschaft&#8220; hei\u00dft ihr Buch, und als sie in der Pandemie zu ihren Themen recherchierte, stie\u00df sie zun\u00e4chst auf viel Positives. Fast euphorisch feierten viele Menschen Mitte 2020 die Wiederentdeckung ihrer eigenen Nachbarschaft. Heute wissen wir, dass gemeinsames Singen und Klatschen vom Balkon weder an der schlechten Bezahlung von Pflegekr\u00e4ften noch an der Veinsamung vieler Menschen wirklich etwas ge\u00e4ndert hat.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Die-Neuentdeckung-der-Gemeinschaft.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"250\" height=\"372\" src=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Die-Neuentdeckung-der-Gemeinschaft.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5527\" srcset=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Die-Neuentdeckung-der-Gemeinschaft.jpg 250w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Die-Neuentdeckung-der-Gemeinschaft-202x300.jpg 202w\" sizes=\"(max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\"><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.vandenhoeck-ruprecht-verlage.com\/die-neuentdeckung-der-gemeinschaft\" target=\"_blank\">Die Neuentdeckung der Gemeinschaft. Chancen und Herausforderungen f\u00fcr Kirche, Quartier und Pflege, Vandenhoeck&amp;Ruprecht Verlag 2021, v&amp;r<\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>&nbsp;F\u00fcr alle Menschen, die an neuen Wohnformen, neuen Ideen, auch f\u00fcr die Arbeit in und mit Kirche interessiert sind, ist es ein Fundus an Best Practice Beispielen. In D\u00fcsseldorf beispielsweise gibt es einen gemeinn\u00fctzigen Verein mit dem Namen &#8222;Wohnschule&#8220;: Bitte gerne auch bundesweit.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Buch erschien im Herbst letzten Jahres, seither hat sich schon wieder vieles ge\u00e4ndert. Einiges sieht die Autorin noch kritischer als in der Phase des Schreibens. &#8222;Zuerst dachte ich wirklich, die Pandemie wirkt wie ein toller Schub f\u00fcr neue Ideen, auch f\u00fcr meine Kirche.&#8220; Mittlerweile ist ein wenig Ern\u00fcchterung auch bei ihr eingekehrt: &#8222;Gerade in den Lockdowns haben so viele Menschen schrecklich unter der Isolation gelitten.&#8220; Doch ihre positive Lebenshaltung will sie sich nicht absprechen lassen.<br><br>Zum Beispiel Lesungen. Reisen ging nicht, also blieb sie zu Hause, und lud die Menschen zu Online-Lesungen ein. Ein Gewinn. Statt Tisch, Stuhl und Wasserglas gab es Kacheln, Fotos und Musik und dazu Break-Out-Sessions: &#8222;Sicher, ich war nicht vor Ort&#8220;, erz\u00e4hlt sie, &#8222;aber nah dran an meinen Zuh\u00f6rer*innen.&#8220; Sie konnte Fragen beantworten, Erfahrungen austauschen und das mit Menschen, die hunderte von Kilomentern entfernt lebten: &#8222;Nach einer Ank\u00fcndigung auf meiner <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/cornelia.coenenmarx\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Facebookseite<\/a> kamen neulich Interessierte&nbsp; aus St. Gallen, Hamburg, Hannover und Frankfurt zu einer Lesung am Bodensee &#8211; ein Link und eine kurze Verabredung gen\u00fcgte.&#8220;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>PS. in eigener Sache: Die &#8222;Wohnlage&#8220; geht jetzt in eine kleine Pause \u2013 am Donnerstag, 17. M\u00e4rz geht es hier weiter.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Bildschirmfoto-2021-12-20-um-17.15.58.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"716\" height=\"1011\" src=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Bildschirmfoto-2021-12-20-um-17.15.58.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-6414\" srcset=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Bildschirmfoto-2021-12-20-um-17.15.58.png 716w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Bildschirmfoto-2021-12-20-um-17.15.58-212x300.png 212w\" sizes=\"(max-width: 716px) 100vw, 716px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Das gesamte PDF zum Download: <\/p>\n\n\n\n<div data-wp-interactive=\"core\/file\" class=\"wp-block-file\"><object data-wp-bind--hidden=\"!state.hasPdfPreview\"  class=\"wp-block-file__embed\" data=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/2022-01_ganz-persoenlich.pdf\" type=\"application\/pdf\" style=\"width:100%;height:600px\" aria-label=\"Einbettung von 2022-01_ganz-persoenlich.\"><\/object><a id=\"wp-block-file--media-5400bca0-b768-4945-b781-f1882b99360e\" href=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/2022-01_ganz-persoenlich.pdf\">2022-01_ganz-persoenlich<\/a><a href=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/2022-01_ganz-persoenlich.pdf\" class=\"wp-block-file__button wp-element-button\" download aria-describedby=\"wp-block-file--media-5400bca0-b768-4945-b781-f1882b99360e\">Herunterladen<\/a><\/div>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.evangelische-frauen-baden.de\/frauen\/publikationen\/ganz-persoenlich\/\">https:\/\/www.evangelische-frauen-baden.de\/frauen\/publikationen\/ganz-persoenlich\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<p>Wetterauer Zeitung 23.10.21, \u00fcber die Veranstaltung in Echzell<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/IMG_0404.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"640\" height=\"480\" src=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/IMG_0404.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6325\" srcset=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/IMG_0404.jpg 640w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/IMG_0404-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/IMG_6466-rotated.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"480\" height=\"640\" src=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/IMG_6466-rotated.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6326\" srcset=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/IMG_6466-rotated.jpg 480w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/IMG_6466-225x300.jpg 225w\" sizes=\"(max-width: 480px) 100vw, 480px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>von Apotheken Umschau, aktualisiert am 14.08.2020                                      <\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Corona-Video-Podcast: Nachgefragt!                 <\/h1>\n\n\n\n<p>In unserem Video-Podcast \u201eNachgefragt!\u201c unterhalten wir uns mit  Menschen, die uns von den t\u00e4glichen Herausforderungen in dieser  besonderen Zeit berichten.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"577\" height=\"540\" src=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Bildschirmfoto-2020-09-30-um-11.21.59.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-5587\" srcset=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Bildschirmfoto-2020-09-30-um-11.21.59.png 577w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Bildschirmfoto-2020-09-30-um-11.21.59-300x281.png 300w\" sizes=\"(max-width: 577px) 100vw, 577px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.apotheken-umschau.de\/Coronavirus\/Corona-Video-Podcast-Nachgefragt-557649.html\">https:\/\/www.apotheken-umschau.de\/Coronavirus\/Corona-Video-Podcast-Nachgefragt-557649.html<\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<p>Text:&nbsp;<a href=\"https:\/\/chrismon.evangelisch.de\/personen\/cornelia-coenen-marx-20343\">Cornelia Coenen-Marx<\/a>, 27.8.20, <a href=\"https:\/\/chrismon.evangelisch.de\/ausgabe\/chrismon-september-2020-50543\">chrismon September 2020<\/a><a href=\"https:\/\/chrismon.evangelisch.de\/ausgabe\/chrismon-plus-september-2020-50544\">, chrismon Plus September 2020<\/a>, Zur Rubrik: <a href=\"https:\/\/chrismon.evangelisch.de\/rubriken\/standpunkt\">Standpunkt<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Cornelia Coenen-Marx \u00fcber Altersdiskriminierung w\u00e4hrend Corona<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\"> Ihr m\u00fcsst uns nicht schonen!<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/static5.evangelisch.de\/get\/?daid=00010001cplzS_s-sU-7ekFJ6h462LA2A9DuvcsS_O1VkF7NXTeZ000000239021&amp;dfid=i-301\" alt=\"Standpunkt - Ihr musst uns nicht schonen!\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">c Anne-Marie Pappas<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Anne-Marie Pappas Jeden  Tag gehen 3000 Frauen und M\u00e4nner in Deutschland in Rente. Viele sind  fit und aktiv. Doch seit Corona gelten sie pauschal als schutzbed\u00fcrftige  &#8222;Risikogruppe&#8220;. Das nervt.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Mit knapp \u00fcber 60 passte das Wort Ruhestand so gar nicht zu meinem  Lebensgef\u00fchl. Trotzdem zwang mich eine Krankheit, beruflich  k\u00fcrzerzutreten. Aber vielleicht w\u00fcrde ich noch einmal ins Ausland gehen,  eine Coachingausbildung machen oder ein Buch schreiben. Pl\u00f6tzlich war  vieles m\u00f6glich, wie damals nach dem Schulabschluss. Ich habe mich dann  selbstst\u00e4ndig gemacht und bin seitdem mit Vortr\u00e4gen und Workshops quer  durch Deutschland unterwegs. Lange Zug\u00adreisen, unterschiedliche  Menschen, Debatten \u2013 ich mag es, mich neuen Aufgaben zu stellen, auch  wenn sie schwierig sind, und Entwicklungen zu begleiten.<\/p>\n\n\n\n<p>17 Millionen Menschen in unserem Land sind \u00fcber 65, \njede\/r F\u00fcnfte. An jedem Tag dieses Jahres kommen statistisch gesehen \n3000 M\u00e4nner und Frauen ins gesetzliche Rentenalter, und vielen geht es \nso wie mir. Wer heute in Rente geht, hat wahrscheinlich noch 20 gesunde \nund aktive Lebensjahre vor sich. Mehr als ein Drittel der 55- bis \n69-J\u00e4hrigen hat keine oder h\u00f6chs\u00adtens eine Erkrankung, und noch die \nH\u00e4lfte der 70- bis 85-J\u00e4hrigen f\u00fchlt sich trotz der einen oder anderen \nKrankheit gesund.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Fit, aktiv \u2013 und ausgebremst<\/h4>\n\n\n\n<p>In keiner Altersgruppe ist die Besch\u00e4ftigungsquote in \nden vergangenen Jahren so stark gestiegen wie bei den Rentnern \u2013 \nunmittelbar gefolgt von der Gruppe der 60- bis 65-J\u00e4hrigen. Von den 65- \nbis 69-J\u00e4hrigen arbeiteten 2018 17 Prozent. 2003 waren es nur knapp \nsechs Prozent. Bei den 60- bis 65-J\u00e4hrigen sind es inzwischen 60 \nProzent. Und das hat bei vielen sicher finanzielle Gr\u00fcnde. Aber eben \nnicht nur. Es geht auch darum, einen eigenen Beitrag zu leisten. Manche \nreisen mit &#8222;\u00c4rzte ohne Grenzen&#8220; in Krisengebiete, andere engagieren sich\n als Freiwillige bei den Tafeln, in Hospizdiensten oder als &#8222;Leihoma&#8220; in\n der Nachbarschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch der coronabedingte Lockdown hat viele der \numtriebigen, engagierten, arbeitenden Menschen in der dritten \nLebensphase v\u00f6llig ausgebremst. So ging es auch vielen J\u00fcnge\u00adren, doch \nMenschen ab 65 k\u00f6nnen die verlorene Freiheit, den verpassten Aufbruch \nviel schwerer aufholen, weil sie das Gef\u00fchl haben, dass ihnen die Zeit \ndavonl\u00e4uft. &#8222;Jetzt bin ich tats\u00e4chlich im Ruhestand&#8220;, schrieb ein \nKollege. &#8222;Wir \u00fcben gerade das Altwerden&#8220;, eine Freundin aus der Schweiz.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Nach den individuellen F\u00e4higkeiten fragen<\/h4>\n\n\n\n<p>Tats\u00e4chlich steigt die Sterbequote bei Covid-19 mit \nAlter und Vorerkrankungen deutlich an, und viele der \nLockdown-Einschr\u00e4nkungen waren sinnvoll. Aber warum mussten \u00fcber \n65-J\u00e4hrige in Istanbul pauschal in Quarant\u00e4ne bleiben? Und warum \ndiskutierte der Deutsche Ethikrat bei der Triage so sehr \u00fcber die \nRelevanz des Alters? Dass sich Lehrerinnen und Lehrer \u00fcber 60 vom \nUnterricht beurlauben lassen durften, war sicher gut gemeint, aber auch \n35-J\u00e4hrige k\u00f6nnen gef\u00e4hrdet sein, wenn sie zum Beispiel an Diabetes oder\n Asthma leiden.<\/p>\n\n\n\n<p>Noch irritierender als der erzwungene Stillstand ist  die Beobachtung, dass Menschen in der dritten \u00adLebensphase seit Ausbruch  der Pandemie nicht mehr nach ihren individuellen M\u00f6glichkeiten,  F\u00e4higkeiten und Risiken gefragt werden, sondern dass vor allem  kategorisch \u00fcber sie gesprochen wird: Vielf\u00e4ltig Engagierten, fitten und  weniger fitten Rentnern, Solo\u00adselbstst\u00e4ndigen, beruflich aktiven  Menschen wie mir wurde pauschal das Etikett hilflos, schutzbed\u00fcrftig,  gef\u00e4hrdet angeheftet. Wir wurden zur &#8222;Risikogruppe&#8220;. Und die soll am  besten zu Hause bleiben. Damit nicht genug: Wir sind angeblich auch noch  schuld daran, dass die Wirtschaft in die Krise geraten und der  Wohlstand gef\u00e4hrdet ist. Denn man habe das ja alles &#8222;f\u00fcr die \u00c4lteren&#8220; getan.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Die Klischees kehren zur\u00fcck<\/h4>\n\n\n\n<p>&#8222;Fr\u00fcher war klar: Kinder lernen, Erwachsene arbeiten, \nund die Alten ruhen sich aus. Aber das ist pass\u00e9&#8220;, sagte die \nGerontologin Ursula Staudinger vor ein paar Jahren. Doch jetzt kehren \nsie zur\u00fcck, die l\u00e4ngst \u00fcberwunden geglaubten Bilder \u00fcber die dritte \nLebensphase, die Klischees von der beige gekleideten Kohorte, die auf \nParkb\u00e4nken sitzt, bestenfalls noch Radtouren und Spazierg\u00e4nge \nunternimmt, aber ansonsten geschont werden muss und gesellschaftlich \nnicht mehr mitmischen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Von \u00fcber 60-J\u00e4hrigen wird neuerdings gesprochen, als \nginge es um 80-J\u00e4hrige. Und von den 80-J\u00e4hrigen, als w\u00e4ren sie allesamt \npflegebed\u00fcrftig. Pers\u00f6nlichkeitsentwicklung, Selbstbestimmung, Freiheit \nund Gestaltungsm\u00f6glichkeiten im Alter \u2013 alles, was wir in den \nvergangenen 30 Jahren von der Alternsforschung gelernt haben, scheint \nvergessen zu sein. Und das in einer Gesellschaft, in der Individualit\u00e4t \nzu Recht gro\u00dfgeschrieben wird.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Das kalendarische Alter sagt wenig aus<\/h4>\n\n\n\n<p>&#8222;Das kalen\u00adda\u00adri\u00adsche Alter sagt nichts \u00fcber den \nZustand und die Schutz\u00adbe\u00add\u00fcrf\u00adtig\u00adkeit der Men\u00adschen&#8220;, schreiben die \nWirtschaftsjournalistin Margaret Heckel und die Filmproduzentin und \nfr\u00fchere saarl\u00e4ndische Gesundheitsministerin Barbara Wackernagel-Jacobs \nin ihrem Appell &#8222;Neue Altersbilder&#8220;, den sie Mitte April ins Netz \ngestellt haben. Wie schutzbed\u00fcrftig jemand ist, &#8222;kann nur eine \nindi\u00advi\u00addu\u00adelle Betrach\u00adtung der Risi\u00adken, Vor\u00ader\u00adkran\u00adkun\u00adgen und \nBelast\u00adbar\u00adkeit eines Men\u00adschen leis\u00adten. Dies gilt f\u00fcr den \nMitt\u00advier\u00adzi\u00adger mit Dia\u00adbe\u00adtes, die Mitt\u00adsech\u00adzi\u00adge\u00adrin mit einer \nKrebs\u00ad\u00ad\u00addia\u00adgnose wie f\u00fcr die Hoch\u00adalt\u00adri\u00adgen \u00adin schwie\u00adri\u00adger \nAll\u00adge\u00admein\u00adver\u00adfas\u00adsung&#8220;, hei\u00dft es in dem Appell. Deshalb \u00adgebe es auch\n keine am kalendarischen Alter festzumachende &#8222;Altersfalle&#8220;, sondern \nh\u00f6chstens Altersdiskriminierung.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Lockdown war auch kein \u00adGeschenk an die \u00e4ltere \nGeneration, sondern eine Ma\u00dfnahme, um Zeit zu gewinnen und das \nGesundheits\u00adsystem auf einen Ansturm vorzube\u00adreiten \u2013 zum Wohle aller. \nDeshalb sehen die Unterzeichner des Appells \u2013 in\u00adzwischen sind es einige\n Hundert \u2013 wie auch ich keinen Grund, sich pauschal zugunsten J\u00fcngerer \nzur\u00fcckzuziehen. Denn sie werden in vielen Familien zur Unterst\u00fctzung der\n n\u00e4chsten Ge\u00adneration gebraucht.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">\u00dcber-55-J\u00e4hrige tragen die Zivilgesellschaft<\/h4>\n\n\n\n<p>Auch die Zivilgesellschaft k\u00f6nnte sich einen solchen \nR\u00fcckzug auf \u00adDauer nicht leisten. Denn die Tafeln, B\u00fcrger\u00adbusse, \nMehrgenerationen\u00adh\u00e4user, Dorfl\u00e4den werden ma\u00dfgeblich von den \u00fcber \n55-J\u00e4hrigen getragen. Diese Generation ist gut ausgebildet, weltoffen \nund selbstbewusst. Viele stecken noch voll im Beruf. Und wenn sie sich \nehrenamtlich engagieren, wollen sie genauso ernst genommen werden. Wer \nalso bei einer Tafel mitarbeitet oder in der Lesef\u00f6rderung, sollte \ngenauso selbstverst\u00e4ndlich auf Corona getestet werden k\u00f6nnen wie die \nLehrerinnen und Lehrer aus der &#8222;Risikogruppe&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p>Statt uns gegenseitig in Schubladen von &#8222;jung&#8220; und \n&#8222;alt&#8220; zu stecken, sollten wir uns noch mehr vernetzen. Wir sind soziale \nWesen und aufeinander angewiesen \u2013 nicht erst im Alter. &#8222;An Einsamkeit \nstirbt man blo\u00df langwieriger als an Corona&#8220;, sagt Elke Schilling. Die \n75-J\u00e4hrige hat ihren Telefondienst \u00ad&#8220;Silbernetz&#8220;, der sich an einsame \n\u00ad\u00c4ltere richtet, in der Krise bundesweit aufgestellt. Sie hat sich vom \nLock\u00addown nicht abhalten lassen, ins B\u00fcro zu gehen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Digitale Vernetzung hilft<\/h4>\n\n\n\n<p>Auch andere machten weiter als Lesepatin oder bei der \nHausaufgaben\u00adbetreuung \u2013 jetzt eben per Tablet oder Smartphone. Ich \nselbst habe einen Teil meiner Workshops und Coaching\u00adsitzungen ins Netz \nverlegt und ge\u00adnie\u00dfe mein Yogatraining per Zoom. Digital k\u00f6nnen wir die \nGrenzen unseres K\u00f6rpers und unseres Wohnorts \u00fcberschreiten \u2013 und die \nKlischees \u00fcber das Alter \u00fcberwinden. Das ist \u00adeine richtig gute \nErfahrung.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Sorgende Gemeinschaften<\/h4>\n\n\n\n<p>Seit einigen Jahren entwickelt sich in \nNachbarschaftsprojekten und Mehrgenerationenh\u00e4usern eine neue Gestalt \ndes Sozialen: die Sorgenden Gemeinschaften. In der Corona-Krise gewann \ndie Bewegung an Schwung: \u00dcberall wurden Einkaufsdienste angeboten und \nTelefonketten gebildet, Balkonkonzerte veranstaltet und \u00adTreffen im \nPfarrgarten organisiert. Digitale Netzwerke wie <a href=\"https:\/\/nebenan.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">nebenan.de<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.digitale-nachbarschaft.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">digitale-nachbarschaft.de<\/a>\n \u00adwachsen stetig. &#8222;Ich f\u00fcr mich. Ich mit anderen f\u00fcr mich. Ich mit \nanderen f\u00fcr andere. Andere mit anderen f\u00fcr mich&#8220; steht auf einer \nPostkarte, die ich bei einem Projekt f\u00fcr junge Alte in Stuttgart \nmitgenommen habe.<\/p>\n\n\n\n<p>Genau: Hilfe ist keine Einbahnstra\u00dfe. Aber was mir \nguttut und wie ich Kontakte pflege, will ich selbst entscheiden. Dass \njemand f\u00fcr mich einkauft, nur weil ich \u00dc60 bin, finde ich merkw\u00fcrdig. \nVielleicht haben sich deshalb bei einigen Projekten mehr Helferinnen und\n Helfer gemeldet als Hilfebed\u00fcrftige.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><strong>Pressemitteilung<\/strong><br>Rummelsberger Diakonie e.V. | Abteilung Kommunikation Rummelsberg 2, 90592 Schwarzenbruck, Telefon 09128 50-2439, Telefax 09128 50-2150kommunikation@rummelsberger.net | www.rummelsberger-diakonie.deSeite 1 von 207.10.2019<br><strong>Von: Doroth\u00e9e Kr\u00e4tzer<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Einsam trotz vieler Freunde<\/h1>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Frauentag der Rummelsberger Br\u00fcderschaft \u00fcber Einsamkeiten und Gemeinsamkeiten<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"676\" src=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Frauentag_Coenen-Marx_Ref_Foto_Kra\u0308tzer-1024x676.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5515\" srcset=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Frauentag_Coenen-Marx_Ref_Foto_Kra\u0308tzer-1024x676.jpg 1024w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Frauentag_Coenen-Marx_Ref_Foto_Kra\u0308tzer-300x198.jpg 300w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Frauentag_Coenen-Marx_Ref_Foto_Kra\u0308tzer-768x507.jpg 768w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Frauentag_Coenen-Marx_Ref_Foto_Kra\u0308tzer.jpg 2008w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Wir leben in Zeiten der grundlegenden Umgestaltung \u2013 Pastorin Cornelia  Coenen-Marx bei ihrem Referat im Rummelsberger Tagungszentrum. (Foto: Kr\u00e4tzer)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Wir sind vernetzt, haben mit Internet, Mobiltelefon und Social \nMedia so viele M\u00f6glichkeiten wie noch nie, um mit anderen \u2013 weltweit und\n live &#8211; zu \u201ekommunizieren\u201c, wie man heute so sch\u00f6n sagt. Trotzdem nimmt \ndie Vereinsamung in unserer Gesellschaft zu, nicht nur bei alten \nMenschen, auch bei jungen. Unter der \u00dcberschrift \u201eVon Einsamkeiten und \nGemeinsamkeiten\u201c befassten sich die Frauen der Rummelsberger \nBr\u00fcderschaft auf ihrem Jahrestreffen mit den ver\u00e4nderten Beziehungen und\n den daraus erwachsenden Problemen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eFreunde findet man leicht\u201c, zitierte Cornelia Coenen-Marx einen \nelfj\u00e4hrigen Jungen mit virtuellen \u201eFreunden\u201c bei Facebook und anderen \nMedien. Schon dieser Satz verdeutlicht, wie grundlegend sich unser \nMiteinander ver\u00e4ndert hat. Als Referentin \u2013 Coenen-Marx ist Pastorin und\n Autorin, zudem Inhaberin der Agentur \u201eSeele und Sorge\u201c \u2013 sprach sie \n\u00fcber das komplexe Thema \u201eGemeinschaft in einer individualisierten \nGemeinschaft\u201c. Diverse Arbeitsgruppen und Angebote, Andachten, Raum f\u00fcr \nBegegnungen erg\u00e4nzten das Programm des Wochenendes. \u201eGemeinschaft \nVielStimmig\u201c \u2013 wie sch\u00f6n es klingt, wenn viele Frauen gemeinsam Singen, \nkonnte man beim Abendprogramm mit der S\u00e4ngerin Renate Kaschmieder in der\n Philippuskirche h\u00f6ren.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Rummelsberger Tagungszentrum zeichnete Coenen-Marx anschaulich ein\n Bild unserer Gesellschaft, die vor allem berufliche Mobilit\u00e4t, \nZeitdruck und \u00d6konomie pr\u00e4gen. Als Folge daraus ver\u00e4ndern sich \nLebenswelten und Bindungen werden locker. Die Mehrheit lebe nicht mehr \nin Familienhaushalten, stellte die Pastorin fest, sondern als Single. \nIndividualisierung \u2013 auf der einen Seite mit Vorteilen wie Freiheit, \nSelbstbestimmung, Kontrolle. Auf der anderen stehen: Aufl\u00f6sung der \nTraditionen des Miteinanders wie Familien, Ehe, Nachbarschaft, zudem der\n Geschlechterrollen und Biografien (Disembedding). \u201eBedrohlich\u201c, nannte \ndas die Pastorin, \u201ees gibt Halt, wenn man sich einordnen kann.\u201c Solche \ngrundlegenden Umgestaltungen h\u00e4tten ebenso Auswirkungen auf \nSozialformen, Glauben und Religion. Leben, Arbeit und Glaube seien \nauseinander gefallen und jeder Bereich ver\u00e4ndere sich rasant. Solche \nUmbr\u00fcche habe es schon fr\u00fcher gegeben, erinnerte Coenen-Marx, \nbeispielsweise zur Zeit der Industrialisierung. Tr\u00f6stend, dass sich \nGegenbewegungen zu diesen Trends bilden und immer st\u00e4rker aktiv werden. \nAlte Modelle k\u00e4men zur\u00fcck, so die Referentin, beispielsweise Tafeln, \nWerkst\u00e4tten und Stuben. In der Marktgesellschaft, in der alles der \n\u00d6konomie unterworfen sei, m\u00fcssten wir wieder lernen, Hilfe zu geben, sie\n anzunehmen und Beziehungen zu gestalten. Letztere entst\u00fcnden, wo wir \neinander helfen \u2013 weil uns das gut tut.<\/p>\n\n\n\n<p>In seiner Predigt im Festgottesdienst in der Philippuskirche  thematisierte Rektor Dr. G\u00fcnter Breitenbach ebenfalls das Erleben von  Gemeinschaft &#8211; wenn man hinaus ins Unbekannt geht und bei Fremden  Gastfreundschaft erf\u00e4hrt. Damit und mit der anschlie\u00dfenden  Tischgemeinschaft beim Mittagessen im Br\u00fcderhaus endete dieses  Wochenende der gelebten Gemeinschaft.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<p>13. November 2019 |&nbsp;Verband Evangelischer<br> Diakonen-, Diakoninnen- und Diakonatsgemeinschaften<br> in Deutschland e.V.<br><a href=\"https:\/\/www.vedd.de\/vom-ziergarten-zum-biotop-rede-beim-verbandstag-des-diakonieverbandes-auf-der-karlshoehe\/\">https:\/\/www.vedd.de\/vom-ziergarten-zum-biotop-rede-beim-verbandstag-des-diakonieverbandes-auf-der-karlshoehe\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Vom Ziergarten zum Biotop \u2013 Rede beim Verbandstag des Diakonieverbandes auf der Karlsh\u00f6he<\/h1>\n\n\n\n<p>Cornelia Coenen-Marx war die Hauptrednerin beim diesj\u00e4hrigen <strong>Verbandstag des Diakonieverbandes am 9. November auf der Karlsh\u00f6he<\/strong>.  Die 67-j\u00e4hrige Pfarrerin, ehemalige Oberkirchenr\u00e4tin in der Zentrale  der Evangelischen Kirche in Deutschland meint, \u201esorgende Gemeinden  k\u00f6nnen tragende Aufbr\u00fcche in Umbr\u00fcchen\u201c sein. Sechs Schritte, meint die  ehemalige Vorsteherin der Kaiserswerther Schwesternschaft, f\u00fchren weg  von Kirchenstrukturen die \u00fcberwiegend an \u00f6konomischen und  verwaltungseffizienten Gemeinden interessiert sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer Kirchen abrei\u00dft, verkauft, Gemeinden \u2013 kirchliche oder kommunale \naufl\u00f6st, muss wissen, dass sie oder er Heimat zerst\u00f6rt. \u201eWenn eine \nLandeskirche es zul\u00e4sst, dass Kirchen abgerissen werden, wissen die \nMenschen \u201edie Welt ist nicht mehr in Ordnung\u201c. Was wie eine stille \nAnklage klingt, ist im Vortrag von Cornelia Coenen-Marx eine Hinf\u00fchrung \nzu einer anderen Wahrnehmung und Haltung.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSchaut hin, was den Menschen ihren Boden unter den F\u00fc\u00dfen wegzieht\u201c, \nsagt sie. Wo alles Vertraute schwindet, Schulen schlie\u00dfen, \u00c4rzte fehlen,\n Kommualverwaltungen zentralisiert werden, Mobilit\u00e4t immer schwieriger \nwird, finden all jene Geh\u00f6r, die Altes besch\u00f6nigen. Aber so Coenen-Marx,\n B\u00fcrger sind nicht dazu da, um bestimmte Dienstleistungen zu kaufen. \nDerartiges f\u00f6rdert bei vielen Menschen den Eindruck: \u201eWir haben nicht zu\n sagen, auf uns kommt es nicht an.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die Wahrnehmung solcher Stimmungen und Ver\u00e4nderungen sei der erste \nSchritt zu Ver\u00e4nderungen. Dann brauchen Kirchenleitungen und \nKirchengemeinden einen Wechsel in ihrer Perspektive. Statt langer \nZahlenreihen \u00fcber Personal und Einnahmen zu pflegen gilt es \n\u201eNachbarschaften zu beleben.\u201c Gemeinschaft erm\u00f6glichen und Halt geben, \ndas sind die ersten Aufgaben. Dass diese nicht alleine von \nKirchengemeinden geschaffen werden k\u00f6nnen, scheint Coenen-Marx in der \ngegenw\u00e4rtigen Lage&nbsp; unbestreitbar zu sein. Daher gilt es Verb\u00fcnde zu \nschaffen. Aber Kirchengemeinden k\u00f6nnten als \u201esorgende Gemeinschaften\u201c \nf\u00fcr jene offen sein, die sich ihre R\u00e4ume in der Gesellschaft \u2013 oder \nw\u00f6rtlich gemeint in den kirchlichen Immobilien \u2013 nicht selbst nehmen \nk\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Statt f\u00fcr die Menschen im Dorf oder Stadtteil \u2013 mit den Menschen  planen und handeln- daf\u00fcr sieht Coenen-Marx bereits viele Ans\u00e4tze und  Beispiele. Es geht ihrer Meinung nach darum, aus der individualistischen  Haltung der Frage nach dem \u201eIch\u201c zu einem neuen \u201eWir\u201c zu kommen. Dazu  braucht es, sagt Coenen-Marx, \u201edas neue Wir\u201c.&nbsp; Das entsteht, sagt sie  weiter, durch \u201eoffene Begegnungen, Orte die offenstehen, deren Besuch  nichts kostet als das Kommen, offen sind ohne Zuordnung zu bereits  festen Gruppen. \u201eTischgemeinschaft\u201c und \u201eHaltestelle\u201c nennt sie  Treffpunkte wie einen Generationentreff, bei dem alte in  S\u00fctterlinschrift verfasste Briefe gelesen und f\u00fcr die junge Generation  umgeschrieben werden. Im Bild gesprochen, sagt Marx sollten  Kirchengemeinden \u201estatt ihren kirchlichen Ziergarten pflegen,  menschliche Biotope wachsen lassen.\u201c<br><br>M. Ernst Wahl<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"490\" src=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Darmst-Echo-31-10-2019-1024x490.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-4737\" srcset=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Darmst-Echo-31-10-2019-1024x490.png 1024w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Darmst-Echo-31-10-2019-300x144.png 300w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Darmst-Echo-31-10-2019-768x368.png 768w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<p>6.11.2019: <a href=\"https:\/\/zeitzeichen.net\/node\/7929\">https:\/\/zeitzeichen.net\/node\/7929<\/a> | <strong>Kathrin J\u00fctte<\/strong> ist Redakteurin der \u201ezeitzeichen\u201c. Ihr besonderes Augenmerk gilt den sozial-diakonischen Themen und der Literatur.<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Auf dem Weg zur Caring Community       <\/h1>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Warum sich Kirche und Diakonie im Quartier st\u00e4rker \u00f6ffnen m\u00fcssen       <\/h4>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"850\" height=\"567\" src=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/pic1-red.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4732\" style=\"width:300px;height:199px\" srcset=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/pic1-red.jpg 850w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/pic1-red-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/pic1-red-768x512.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"> <br>Die gesellschaftlichen  Transformationsprozesse&nbsp; der kommenden Jahre k\u00f6nnen nur bew\u00e4ltigt  werden, wenn in den Quartieren und Nachbarschaften alle Akteure  zusammenarbeiten. Der Fachtag \u201eSorgende Gemeinde\u201c in Potsdam stellt die  Demographie und die Potenziale der Kirchengemeinden in den Mittelpunkt.&nbsp;                  <\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Wenn\n sich Bev\u00f6lkerungswissenschaftler zu Wort melden, um die demographische \nEntwicklung in Deutschland zu beschreiben, war das Szenario bislang \nerwartbar: Die Zahl der j\u00fcngeren Menschen sinkt, die der \u00e4lteren steigt,\n w\u00e4hrend die Bev\u00f6lkerungszahlen insgesamt r\u00fcckl\u00e4ufig sind. Dass sich \ndiese Prognosen jedoch ver\u00e4ndert haben, zeigte sich vor kurzem &nbsp;bei dem \n&nbsp;Fachtag \u201eSorgende Gemeinde\u201c im Potsdamer Landtag. Susanne D\u00e4hner vom \nBerlin-Institut f\u00fcr Bev\u00f6lkerung und Entwicklung machte \nunmissverst\u00e4ndlich deutlich: Die Bev\u00f6lkerung in Deutschland w\u00e4chst und \nist mit \u00fcber 82 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern gr\u00f6\u00dfer als je \nzuvor. Also kein Grund zur Sorge? Keineswegs, denn von diesem Wachstum \nprofitieren l\u00e4ngst nicht alle, die urbanen Zentren wachsen, w\u00e4hrend der \nl\u00e4ndliche Raum an Einwohnern verliert, was sich im Osten des Landes am \ndeutlichsten zeigt. Denn w\u00e4hrend Leipzig und Dresden so genannte \nWachstumsinseln sind, leiden die ostdeutschen Bundesl\u00e4nder seit 1989 \nunter dem Verlust von 1,8 Millionen Einwohnern. Sie haben das Land \nverlassen und ihr Gl\u00fcck im Westen gesucht. Gleichzeitig sanken aufgrund \nvon ungewisser Zukunft die Geburtenzahlen. Prognosen zeigen, dass im \nLand Sachsen-Anhalt bis 2035 mit einem R\u00fcckgang der Bev\u00f6lkerung von 16 \nProzent zu rechnen ist, w\u00e4hrend Leipzig um die gleiche Zahl wachsen \nwird. <\/p>\n\n\n\n<p>Keine Frage, die Alterung ist das \nzentrale Thema der l\u00e4ndlichen Regionen. Das macht die \nBev\u00f6lkerungswissenschaftlerin Susanne D\u00e4hner in Potsdam deutlich. Doch \nw\u00e4hrend auf dem Land der Bedarf an altersgerechter sorgender \nUnterst\u00fctzung w\u00e4chst, schlie\u00dfen dort, wo es am n\u00f6tigsten ist, \nArztpraxen, werden der \u00d6ffentliche Nahverkehr und die letzten \nEinkaufsm\u00f6glichkeiten aufgegeben. &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wie diese Entwicklung begleitet werden \nkann und was die Kirchengemeinden als Teil einer sorgenden Gemeinschaft \nmit ihren zahlreichen Ehrenamtlichen leisten k\u00f6nnen, das war Thema des \nPotsdamer Fachtags, zu dem die Diakonie Deutschland und \nBerlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz sowie die Evangelische Kirche\n Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz eingeladen hatten. <\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"850\" height=\"567\" src=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/pic2-red.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4733\" style=\"width:325px;height:216px\" srcset=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/pic2-red.jpg 850w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/pic2-red-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/pic2-red-768x512.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Auch der siebte Altenbericht der \nBundesregierung hatte vor zwei Jahren unter dem Thema \u201eSorge und \nMitverantwortung in der Kommune \u2013 Aufbau und Sicherung zukunftsf\u00e4higer \nGemeinschaften\u201c darauf verwiesen, dass die regionalen Unterschiede in \nDeutschland in Zukunft eher gr\u00f6\u00dfer als kleiner werden. Und dass \u00e4ltere \nMenschen, die in wirtschaftlich benachteiligten Regionen leben, sich in \ndoppelter Weise von regionaler Ungleichheit betroffen zeigen: zum einen \nleben sie in strukturschwachen und von Alterung betroffenen Regionen, so\n dass die Kommune kaum Spielraum hat, \u00fcber ihre &nbsp;Pflichtaufgaben hinaus,\n freiwillige Dienstleistungen oder Infrastruktur anzubieten. Zum anderen\n haben Menschen in diesen Regionen aufgrund einer tendenziell schlechten\n Gesundheit einen h\u00f6heren individuellen Unterst\u00fctzungsbedarf, so das \nFazit der Altenberichtskommission. <\/p>\n\n\n\n<p>Was also k\u00f6nnen Kirchen und Diakonie \nleisten, um das Zusammenleben im Quartier zu st\u00e4rken? Was k\u00f6nnen sie \nbeitragen, damit sich Alte und Junge begegnen, damit die, die ihre \nRechte nicht mehr selbstverst\u00e4ndlich wahrnehmen k\u00f6nnen, trotzdem geh\u00f6rt \nwerden. Und wie k\u00f6nnen sie Teil einer sorgenden Gemeinschaft (Caring \nCommunity) werden? <br>\nDie evangelische Theologin und \nEKD-Oberkirchenr\u00e4tin a. D. Cornelia Coenen-Marx zeigt in Potsdam auf, \nwie Kirchengemeinden mit ihrer Infrastruktur und Ortsgeschichte Br\u00fccken \nbauen k\u00f6nnen. Denn schlie\u00dflich manifestieren sich in der Gemeinde vor \nOrt die aktuellen Probleme und genau dort finden sich auch Antworten auf\n die dr\u00e4ngenden Bed\u00fcrfnisse der Zeit. Ihr Credo: \u201eDas gelingt aber nur, \nwenn Gemeinden und soziale Tr\u00e4ger nicht nur auf den Einzelfall schauen, \nsondern auf den Lebensraum.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Sie macht deutlich: Wer bestimmte \nZielgruppen unterst\u00fctzen will, zum Beispiel Demenzkranke, Menschen mit \nBehinderungen oder Familien in Armut, muss die Angebote verkn\u00fcpfen. \nKommunen, soziale Dienste, Kirchen, Einkaufszentren, Wohnungswirtschaft \nund&nbsp; Verkehrsbetriebe m\u00fcssen sich vernetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Kirchengemeinden hei\u00dft das, \nandere Akteure einladen, mit ihnen in den Austausch gehen und fragen, \nwas der Ort oder das Quartier brauchen. Und Coenen-Marx bringt es auf \nden Punkt: \u201eWenn Kirchengemeinden sich auf eine Haltung nicht f\u00fcr, \nsondern mit den Menschen einlassen, zeigen sie, dass sie wirklich an den\n Lebenslagen der Menschen vor Ort interessiert sind.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die Fakten und das Wissen liegen auf \ndem Tisch, allein es fehlt an der Umsetzung. Das mahnt &nbsp;in Potsdam \nw\u00e4hrend des Fachtags auch die G\u00f6ttinger Soziologieprofessorin Claudia \nNeu an, die sich mit den Themen Demographischer Wandel, \nZivilgesellschaft sowie Daseinsvorsorge im l\u00e4ndlichen Raum besch\u00e4ftigt. \nIhre These: Caring Communities&nbsp; versuchen auf verschiedene \nHerausforderungen wie Alterung, ver\u00e4nderte Familienstrukturen und \nR\u00fcckzug des Wohlfahrtsstaates aus der Fl\u00e4che zu reagieren. Diese \nGemeinschaften entstehen jedoch nicht aus dem Nichts. Sie brauchen \nRahmenbedingungen und finanzielle wie rechtliche Unterst\u00fctzungssysteme. \nDenn wenn Orte schon stark \u00fcberaltert sind, weil j\u00fcngere Leute \nweggezogen sind, wenn \u00f6ffentliche Infrastruktur fehlt, dann wird es eine\n Caring Community schwer haben. Claudia Neu steht f\u00fcr ein \nSoziale-Orte-Konzept, das sich neben der Versorgung auch um den sozialen\n Zusammenhalt k\u00fcmmert. Die Soziologin h\u00e4lt nichts von Projektf\u00f6rderung, \nsondern setzt sich f\u00fcr eine F\u00f6rderung von Prozessen ein. Und sie betont,\n dass gerade Menschen in Armutslagen Zugang zu \u00f6ffentlichen R\u00e4umen haben\n m\u00fcssen. So sind zum Beispiel Stadtteill\u00e4den oftmals die einzigen Orte, \ndie in die Gesellschaft vernetzen. &nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"850\" height=\"567\" src=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/pic4-red.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4734\" style=\"width:319px;height:212px\" srcset=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/pic4-red.jpg 850w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/pic4-red-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/pic4-red-768x512.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p>In Potsdam wird an diesem Fachtag \ndeutlich: Das Miteinander im Quartier, im Kiez und in den \nNachbarschaften f\u00fcr alle Generationen kann nur gelingen, wenn alle \nAkteure wie die Kirche und ihre Diakonie, die Wohlfahrtsverb\u00e4nde, \n\u00f6ffentliche Verwaltung und die Menschen selbst &nbsp;gemeinsam handeln und \nauftreten. Nur so kann das Leben im l\u00e4ndlichen Raum gest\u00e4rkt werden. \nUnd: Es geht sicherlich nicht darum, auszuf\u00fcllen, was der Staat nicht \nleisten kann. Sondern um Zugeh\u00f6rigkeit, gemeinsame Werte und darum, \nVerantwortung f\u00fcr den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<p>26.10.2019: <a href=\"https:\/\/www.reformiert.de\/nachricht\/weil-es-jedem-gut-tut-und-allen-nutzt-ehrenamt-im-wandel.html\">https:\/\/www.reformiert.de\/nachricht\/weil-es-jedem-gut-tut-und-allen-nutzt-ehrenamt-im-wandel.html<\/a><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Diak-KOnf-2019_Coenen-Marx-web-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4712\" srcset=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Diak-KOnf-2019_Coenen-Marx-web.jpg 1024w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Diak-KOnf-2019_Coenen-Marx-web-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Diak-KOnf-2019_Coenen-Marx-web-768x512.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Bei der Diakonischen Konferenz der Evangelisch-reformierten Kirche \nhat die Theologin Cornelia Coenen-Marx einen neuen Blick auf das \nEhrenamt gefordert. Sie sprach am Samstag, 26. Oktober, im Kloster \nFrenswegen vor rund 150 zumeist Ehrenamtlichen in diakonischen und \nsozialen Arbeitsfeldern. Die Tagung stand unter der biblischen \n\u00dcberschrift \u201eEiner trage des anderen Last, so werdet ihr das Gesetz \nChristi erf\u00fcllen&#8220; (Galater, 6,2).<br><br>Coenen-Marx, ehemalige \nOberkirchenr\u00e4tin der Evangelischen Kirche in Deutschland sagte, die \nmeisten Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, wollen in ihrem Amt \neinen Lebenssinn finden. \u201eW\u00fcrde ich daf\u00fcr bezahlt, w\u00fcrde ich es nicht \nmachen\u201c, w\u00fcrden viele sagen. Freiwilliges Engagement sei Ausdruck der \neigenen, aktiven Gestaltung des Lebens und brauche daher auch \nAnerkennung. <br><br>In den Kirchen werde oft geklagt werde, dass es \nheute immer schwieriger sei, Ehrenamtliche f\u00fcr bestimmte Aufgaben zu \nfinden, sagte Coenen-Marx, die bis 2004 theologischer Vorstand der \nKaiserswerther Diakonie und Vorsteherin der dortigen Schwesternschaf \nwar. Dies liege auch daran, dass viele Aufgaben wie etwa \nGremient\u00e4tigkeit zu langfristig angelegt seien. Zudem beklagten \nEhrenamtliche oft, dass sie nicht als gleichberechtigte Partner \nangesehen w\u00fcrden: besonders Frauen. <br><br>Die Jahreskonferenz des \nDiakonischen Werkes der Evangelisch-reformierten Kirche besch\u00e4ftigte \nsich in diesem Jahr mit der Arbeit von Ehrenamtlichen in diakonischen \nArbeitsfeldern. \u201eEhrenamtliche sind elementare und verl\u00e4ssliche St\u00fctzen \nin unserer diakonischen Arbeit, ohne die manches an Diensten nicht \nm\u00f6glich w\u00e4re\u201c, sagte Bernd Roters, Pastor in Veldhausen (Grafschaft \nBentheim) und Vorsitzender des Diakonischen Werkes. <br><br>Coenen-Marx \nbetonte auch, dass soziale Engagement heute eine \u00f6konomische Absicherung\n brauche. Es k\u00f6nne nicht sein, dass sich gerade engagierte Frauen oft um\n eine gerechte Alterssicherung betrogen f\u00fchlten. Sie forderte die \nKirchen auf, die enorm gro\u00dfe Bereitschaft zum Engagement neu zu \nentdecken. Hilfreich sei es auch, sich mit anderen Organisationen zu \nvernetzen. \u201eEhrenamtliches Engagement l\u00f6st oft Innovation aus\u201c, warb \nsie. Gerade die ehrenamtliche Arbeit mit Fl\u00fcchtlingen habe gezeigt, wie \nwichtig f\u00fcr Ehrenamtliche eine hauptamtliche Begleitung sei. <br><br>Der\n evangelisch-reformierte Kirchenpr\u00e4sident Martin Heimbucher bat die \nvielen Ehrenamtlichen bei der Konferenz um Achtsamkeit um die eigene \nPerson. Bei allem Engagement f\u00fcr den N\u00e4chsten sei es wichtig, \u201eeine \nBalance zwischen Geben und Nehmen, zwischen Tragen und Getragen werden\u201c \nzu finden, betonte er.<\/p>\n\n\n\n<p>26. Oktober 2019<br>Ulf Preu\u00df, Pressesprecher<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n<header class=\"entry-header\"><\/header>\n<header class=\"entry-header\"><\/header>\n<header class=\"entry-header\"><\/header>\n<header class=\"entry-header\">\n<div class=\"brick\" data-b-title=\"MBZ-R Artikel Header\" data-layout-desktop=\"w12-c1-txt-if12-ia12-\" data-layout-tablet=\"w12-c1-txt-if12-ia12-\" data-layout-mobile=\"w12-c1-txt-if12-ia12-\" data-brickid=\"5bc37437-2105-454d-8998-1592e2fa522a\" data-depth=\"1\">\n<div class=\"brick\" data-b-title=\"MBZ-R Artikel Header\" data-layout-desktop=\"w12-c1-txt-if12-ia12-\" data-layout-tablet=\"w12-c1-txt-if12-ia12-\" data-layout-mobile=\"w12-c1-txt-if12-ia12-\" data-brickid=\"5bc37437-2105-454d-8998-1592e2fa522a\" data-depth=\"1\">\n<div class=\"article-header\">\n<div class=\"item\">\n<div class=\"content\">\n<div class=\"page\" title=\"Page 5\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div>\n<div class=\"col-03 content subnavbox\">\n<div class=\"col-md-8 col-sm-6 col-xs-12\">\n<div>\n<header><\/header>\n<header><\/header>\n<header class=\"entry-header\"><span class=\"header header-large\">epd Wochenspiegel<\/span> <span class=\"header header-small\">&nbsp;Ausgabe West&nbsp;16\/19&nbsp;&#8211;&nbsp;15.04.2019:&nbsp;<a href=\"https:\/\/w.epd.de\/lwd\/2019\/04\/15\/4-5.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/w.epd.de\/lwd\/2019\/04\/15\/4-5.htm<\/a><\/span><\/p>\n<h1>Sonderpreis f\u00fcr Coenen-Marx<\/h1>\n<p><a href=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/preis_06.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-4315 alignleft\" src=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/preis_06-300x232.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"232\"><\/a>Den Wichernpreis erhielt die Altersforscherin Melissa Henne f\u00fcr ihre Dissertation \u00fcber ethische Fragen bei der Nutzung neuer Technologien in der diakonischen Arbeit. Henne gebe eine f\u00fcr die Praxis hilfreiche ethische Orientierung f\u00fcr den Einsatz technischer Hilfsmittel etwa in der Altenpflege, hie\u00df es in der W\u00fcrdigung. Der Preis wird seit 1998 an verdiente Pers\u00f6nlichkeiten der Diakonie vergeben, seit 2005 f\u00fcr herausragende Forschungsarbeiten.<\/p>\n<p>Einen Sonderpreis \u00fcberreichte die Jury der Theologin Cornelia Coenen-Marx f\u00fcr Ver\u00f6ffentlichungen \u00fcber neue Formen der theologischen und diakonischen Arbeit mit einer starken sozialen Orientierung. Zuletzt hatte die 66-j\u00e4hrige fr\u00fchere Oberkirchenr\u00e4tin aus Hannover ein Buch \u00fcber das \u00c4lterwerden als Chance f\u00fcr selbstbestimmtes soziales Engagement geschrieben.<\/p>\n<p>Die Diakonie Deutschland besch\u00e4ftigt bundesweit rund 525.000 hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in rund 31.500 Einrichtungen der Alten- und Behindertenhilfe, in Krankenh\u00e4usern, Sozialstationen und Beratungsstellen.<\/p>\n<hr>\n<h1 class=\"entry-title\">\u201eDer Schmerz als Weg in ein Anderes Leben\u201c<\/h1>\n<\/header>\n<div class=\"entry-content\">\n<p>movum 12\/2018: Interview: MICHAE L M\u00dcLLER<\/p>\n<p>Die evangelische Theologin Cornelia Coenen-Marx u\u0308ber Laudato Si\u2019, die \u00d6konomisierung der Natur und die Bibel als Auftrag fu\u0308r die Gro\u00dfe Transformation.<\/p>\n<p><strong>Frau Coenen-Marx, die katholische Kirche hat mit \u201eLaudato Si\u2019\u201c eine beeindruckende Lehrschrift zur Verantwortung des Menschen fu\u0308r das gemeinsame Haus Erde herausgebracht. Wie sehen Sie die Initiative von Papst Franziskus? Er spricht von den Wunden an der Natur und an der Menschheit.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Cornelia Coenen-Marx:<\/strong>&nbsp;Laudato Si\u2019 zeigt ganz klar, welche ethischen Konsequenzen aus der Freude an der Sch\u00f6pfung und dem Lobpreis des Lebens folgen. Der Text ist nicht moralinsauer, sondern hellsichtig und mit klarer Kante.<br \/>In einer Passage, die mir sehr gef\u00e4llt, zeigen die Autoren, wie wichtig es ist, Stadtlandschaften so zu gestalten, dass Flussufer, Parks und Pl\u00e4tze allen zug\u00e4nglich sind, statt \u00f6ffentliche Gu\u0308ter fu\u0308r wenige zu privatisieren. So entstehen auch wieder Trinkbrunnen, an denen sich alle bedienen k\u00f6nnen, ohne teures Trinkwasser kaufen zu mu\u0308ssen \u2013 das l\u00e4sst die Hoffnung aufkeimen, dass auch die Bu\u0308rgerinnen und Bu\u0308rger von Evian in den franz\u00f6sischen Alpen irgendwann wieder von ihrem eigenen Grundwasser trinken k\u00f6nnen, dass also dem Raubbau von Nestl\u00e9 und anderen ein Ende gesetzt wird. Vergangenes Jahr stand in Athen, wo neben Kassel die documenta 14 stattfand, eine Telefonzelle, die zum Sauerstoffzelt geworden war \u2013 da konnte man sich vorbereiten auf eine Welt, in der auch die Luft privatisiert ist.<br \/>\u201eLaudato Si\u2019\u201c ruft in Erinnerung, dass die Allmende Grundlage fu\u0308r eine soziale Gemeinschaft ist, in der nicht einer des anderen Wolf werden muss, wie es der ausufernde Wettbewerb lehrt. Wenn der Markt auf alle Bereiche u\u0308bergreift und auch die sozialen und die natu\u0308rlichen Grundlagen des Lebens \u00f6konomisiert werden, empfinden wir eine existenzielle Bedrohung, dann schl\u00e4gt menschliche Autonomie um in Beziehungslosigkeit. Ich glaube, der Schmerz daru\u0308ber kann der Impuls fu\u0308r ein anderes Leben sein. Der Apostel Paulus beschreibt diesen Schmerz als \u201eWehen\u201c \u2013 den Weg zu einem neuen Leben.<\/p>\n<p><strong>Wie ist das Verh\u00e4ltnis Ihrer Kirche zur Natur? Was z\u00e4hlt mehr: den Apfelbaum zu pflanzen oder sich die Erde untertan zu machen?<br \/><\/strong>In der \u00e4lteren Sch\u00f6pfungserz\u00e4hlung, die von Adam und Eva erz\u00e4hlt, hei\u00dft es, Gott setzte uns Menschen in den Garten, \u201edamit wir ihn bebauen und bewahren\u201c \u2013 eben Apfelb\u00e4ume pflanzen! Der Auftrag, die Natur zu schu\u0308tzen und zu pflegen, ist das Gegenteil von Ausbeutung und Naturzerst\u00f6rung \u2013 so wird ja das \u201euntertan machen\u201c aus dem sp\u00e4teren Sch\u00f6pfungsbericht oft verstanden. Aber dass wir uns derma\u00dfen als \u201eHerren\u201c der Sch\u00f6pfung aufgefu\u0308hrt haben und noch auffu\u0308hren, das entspricht auch dem priesterschriftlichen Sch\u00f6pfungsbericht nicht wirklich.<br \/>Denn die Krone der Sch\u00f6pfung nach den sechs Tagen, in denen Himmel und Meer, Pflanzen und Tiere erschaffen werden, ist dann am siebten Tag der Sabbat, der Ruhetag fu\u0308r Mensch und Natur. Der Mensch wird am sechsten Tag geschaffen, er ist Teil der Sch\u00f6pfung und soll seinen Platz in ihr einnehmen. Aber das begreifen wir leider oft erst, wenn wir an die Grenzen sto\u00dfen.<\/p>\n<p><strong>Was w\u00e4re der wichtigste Beitrag der Kirchen, damit es zum dauerhaften Frieden mit der Natur kommt?<\/strong><br \/>Der dauerhafte Frieden w\u00e4re die Ru\u0308ckkehr ins Paradies. Die vielen Dystopien in Bu\u0308chern und Filmen zeigen aber, dass viele zurzeit eher das Gefu\u0308hl haben, wir gingen auf die Apokalypse zu. Dass wir diese \u00c4ngste wahrnehmen, ohne zu resignieren oder zynisch zu werden, dass wir Mut machen, auch schmerzhafte Ver\u00e4nderungen anzugehen und dabei einen gelassenen Umgang mit Endlichkeit vorleben, das w\u00e4re ein wichtiger Beitrag der Kirche.<\/p>\n<p><strong>Heute steht die Umweltbewegung vor einer neuen Herausforderung. Sie muss konkret machen, wie eine sozial-\u00f6kologische Transformation aussehen kann. Ist ein tiefgreifender Wandel ohne eine soziale und ethische Grundlage u\u0308berhaupt m\u00f6glich und welche Rolle k\u00f6nnen dabei die Kirchen spielen?<\/strong><br \/>In allen Ver\u00e4nderungsprozessen brauchen wir gemeinsame Werte als Grundlage fu\u0308r das Setzen von Priorit\u00e4ten und fu\u0308r die schmerzhaften Entscheidungen, die damit verbunden sind. Und auch die Bereitschaft und F\u00e4higkeit, beieinander zu bleiben, Seite an Seite, aufeinander zu achten und die Schw\u00e4cheren, die Gebrechlichen und Verletzten mitzunehmen, ist eine Grundvoraussetzung fu\u0308r gelingende Transformation.<br \/>Die Exodusgeschichte mit der Wu\u0308stenwanderung erz\u00e4hlt davon \u2013 und auch von den Gefahren, die uns zuru\u0308ckfallen lassen. Dass die gemeinsame Anstrengung aus unterschiedlichen Quellen kommen kann \u2013 ju\u0308dischen und christlichen, humanistischen, bu\u0308rgerlichen, sozialistischen und heute auch muslimischen \u2013, das zeigt die Entwicklung des Sozialstaats in Deutschland. Die Religionsgemeinschaften sind aber noch etwas anderes als \u201eWerteagenturen\u201c \u2013 sie sind Hoffnungs- und Erz\u00e4hlgemeinschaften, die Bilder, Vorbilder, Symbole und Rituale fu\u0308r \u00dcberg\u00e4nge zur Verfu\u0308gung stellen.<\/p>\n<p><strong>Der Klimawandel ist wahrscheinlich die gr\u00f6\u00dfte Menschheitsherausforderung. Die Gefahren kennen wir seit 30 Jahren, doch der Klimaschutz kommt nicht voran. Beim Schutz von Wasser, Boden und Luft sieht es nicht viel besser aus. Wie erkl\u00e4ren Sie sich, dass der Widerspruch zwischen Wissen und Handeln immer gr\u00f6\u00dfer wird?<\/strong><br \/>Im Bundestagswahlkampf 1961 versprach der damalige Kanzlerkandidat Willy Brandt den blauen Himmel u\u0308ber der Ruhr. Vor ein paar Tagen war ich mit dem Auto auf dem Weg nach Ennepetal \u2013 zwischen Hagen und Wuppertal \u2013 und erinnerte mich an die dreckige Luft, die ich fru\u0308her bei Fahrten auf der B7 erlebte.<br \/>Nach 1990 wurde die Luft auch im Chemiedreieck um Bitterfeld wieder besser \u2013 zum Teil allerdings auch Ergebnis einer u\u0308bergriffigen Industriepolitik durch die Treuhand. Wu\u0308nschenswert bleiben demokratische Initiativen zur Verbesserung der Lebensqualit\u00e4t, wie das an Rhein und Wupper gelungen ist.<br \/>Was also ist seitdem passiert? Warum nutzen wir weiter Wegwerfplastik, obwohl wir sehen, wie wir die Meere zerst\u00f6ren? Ich habe den Eindruck, dass sich viele Bu\u0308rgerinnen und Bu\u0308rger angesichts der Komplexit\u00e4t der Globalisierungsprozesse, der Bilder und Informationen absolut u\u0308berfordert fu\u0308hlen.<br \/>Am Beispiel des Dieselskandals und des Kohleausstiegs sehen wir wie in einer Inszenierung, welche Konsequenzen das hat: Die Angst um Arbeitspl\u00e4tze und die um Klima und Gesundheit fallen sich gegenseitig in den Schritt, Automobil- und Energiewirtschaft steuern trotz aller Expertise nicht rechtzeitig um und nationale Politik als steuerndes Element f\u00e4llt aus Angst vor Stimmenverlusten nahezu aus.<\/p>\n<p><strong>Was muss geschehen?<\/strong><br \/>Klare Verabredungen zum Beispiel u\u0308ber den Zeitpunkt des Kohleausstiegs w\u00e4ren hilfreich \u2013 die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland hat das eben in einem Beschluss festgehalten. Dass weniger Wachstum und materieller Wohlstand mehr sein k\u00f6nnte, das spu\u0308ren ja l\u00e4ngst viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Tarifvertragsverhandlungen zeigen: Viele wollen mehr Zeit fu\u0308reinander, mehr Qualit\u00e4t von Nahrung, Luft und Wasser, mehr Leben statt Funktionieren.<br \/>Auch eine Fu\u0308lle zivilgesellschaftlicher Initiativen und Mut machende Start-ups geht in diese Richtung. Diese Art von bu\u0308rgerschaftlichem Wissen und Engagement braucht politische Struktur und mutige Protagonisten, die sich u\u0308ber die machtvollen Profitinteressen, mit denen wir es zu tun haben, keine Illusionen machen und sich weltweit vernetzen.<\/p>\n<p><strong>Sie haben im Jahr 2012 wesentlich dazu beigetragen, dass es zum \u201eTransformationskongress\u201c von Kirchen, Gewerkschaften und Umweltverb\u00e4nden kam. Wie sehen Sie heute die damalige Initiative?<\/strong><br \/>Die Aufgabe, vor der wir stehen, l\u00e4sst sich nur in breiten Allianzen bew\u00e4ltigen. Es w\u00e4re sch\u00f6n, wenn der Prozess weiterginge \u2013 auch mit weiteren Partnern aus Kirchen und Religionsgemeinschaften, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Auch ein internationaler Kongress k\u00f6nnte ein n\u00e4chster Schritt sein. Neben solchen Gro\u00dfveranstaltungen ist es wichtig, dass vor Ort, bei Akademietagungen oder Projekten alle Chancen zur Zusammenarbeit genutzt werden. Der Transformationsprozess, die Bewegungen brauchen jedenfalls stu\u0308tzende Organisationen, die mehr Atem haben als die jeweils aktuelle Politik. Die Kirchengemeinden vor Ort k\u00f6nnen dabei eine wichtige Rolle spielen, wenn sie den eigenen Umgang mit Energie und Arbeitspl\u00e4tzen wirklich nachhaltig gestalten.<\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<hr>\n<p><a href=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/Reformationstag_KSTA-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-4059\" src=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/Reformationstag_KSTA-1.jpg\" alt=\"\" width=\"1200\" height=\"1234\" srcset=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/Reformationstag_KSTA-1.jpg 1200w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/Reformationstag_KSTA-1-292x300.jpg 292w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/Reformationstag_KSTA-1-768x790.jpg 768w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/Reformationstag_KSTA-1-996x1024.jpg 996w\" sizes=\"(max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><\/a><\/p>\n<hr>\n<p><span class=\"entry-meta-item entry-categories\"><span class=\"entry-meta-item\">7. Oktober 2018 |&nbsp;https:\/\/www.frauen-netzwerken.de\/36-cornelia-coenen-marx-frauenpolitik-ist-zeitpolitik\/<\/span><\/span><\/p>\n<h1 class=\"entry-title\">#36 \u2013 Cornelia Coenen-Marx: Frauenpolitik ist Zeitpolitik<\/h1>\n<div class=\"entry-content\">\n<p><strong>Endlich wieder eine Frau, dachte ich, als Elisabeth K\u00fchnbaum-Schmidt zur neuen Landesbisch\u00f6fin in der Nordkirche gew\u00e4hlt wurde. Es war an der Zeit und ich war sicher nicht die Einzige, die diesen Gedanken hatte. Zusammen mit Annette Kurschus und Ilse Junkermann sind es nun wieder drei auf dieser Ebene. Hinzu kommen mit Kirsten Fehrs, Susanne Breit- Kessler, Petra Bahr und anderen kompetente und bekannte Bisch\u00f6finnen und Landessuperintendentinnen in Hamburg, Hannover, M\u00fcnchen. <\/strong><\/p>\n<p>Aber auch wenn wir alle Bisch\u00f6finnen, Regionalbisch\u00f6finnen und Pr\u00f6pstinnen zusammenz\u00e4hlen und die ehrenamtlichen Synodalpr\u00e4sidentinnen mit Irmgard Schw\u00e4tzer als Vorsitzende der EKD-Synode dazu nehnen: Auf der Spitzenebene sind die Frauen noch immer deutlich in der Minderheit. Schlimmer noch: Es geht seit Jahren nicht wirklich voran. Selbst auf der mittleren Ebene f\u00e4llt es zunehmend schwer, Frauen f\u00fcr haupt- oder ehrenamtliche F\u00fchrungsaufgaben zu gewinnen.<\/p>\n<h2>Frauen in F\u00fchrungsaufgaben: Es geht nicht voran<\/h2>\n<p>Nicht nur in der Kirche, auch im Bundestag erleben wir 100 Jahre nach Einf\u00fchrung des Frauenwahlrecht R\u00fcckschritt oder Stillstand. Mit 30,7 Prozent Frauen unter den Abgeordneten ist der Wert auf den der Legislaturperiode 98\/2002 zur\u00fcckgefallen. \u201eWas diese Regierung getan hat, war eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit: Sie hat den Frauen gegeben, was ihnen bis dahin zu Unrecht vorbehalten worden war\u201c, sagte die Sozialdemokratin Marie Juchacz, Gr\u00fcnderin der AWO, bei ihrer Deb\u00fctrede 1919 im Reichstag mit ruhigem Selbstbewusstsein. Der Durchbruch in Weimar war das Ergebnis einer langen zivilgesellschaftlichen Vorgeschichte, des politischen Kampfes so unterschiedlicher Frauen wie Gertrud B\u00e4umer und Louise Otto-Peters, Hedwig Dohm (\u201eDie Menschenrechte haben kein Geschlecht\u201c), und Clara Zetkin.<\/p>\n<p>Sie k\u00e4mpften um Bildungswege und Berufschancen, um soziale Teilhabe und B\u00fcrgerrechte- immer gegen feste Rollenzuschreibungen und oft genug unter Einsatz all ihrer pers\u00f6nlichen Ressourcen. Toni Sender, Journalistin und Politikerin der USPD, erinnerte sich im Exil in den USA an die \u00fcberlangen Arbeitszeiten in der Redaktion, weil sie \u201efast alle Artikel selbst verfassen musste, da Geld f\u00fcr freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fehlte.\u201c<\/p>\n<h2>Zeit \u2013 ein gro\u00dfes Thema f\u00fcr Frauen in Mehrfachbelastungen<\/h2>\n<p>Zeit ist noch immer ein gro\u00dfes Thema gerade f\u00fcr alle, die sich in Ver\u00e4nderungsprozessen engagieren. Frauen, die gebeten werden, einen Sitz im Leitungsgremium des Kirchenkreises oder einer Landessynode zu \u00fcbernehmen, schrecken vor der Dreifachbelastung zur\u00fcck, die damit verbunden ist: Beruf, Familie und Ehrenamt zu vereinbaren, ist gerade f\u00fcr Frauen schwer, weil die Kultur der Arbeitswelt weiterhin auf den \u201eHauptverdiener\u201c ausgerichtet ist, dem jemand zu Haus den R\u00fccken frei h\u00e4lt. Und weil der gr\u00f6\u00dfte Teil dieser Haus- und Familienarbeit noch immer von Frauen gestemmt wird, wie der \u201eAlterssurvey\u201c der Bundesregierung noch 2014 zeigte.<\/p>\n<p>In der Kirche wie in Parteien und Gewerkschaften gilt: Wer Strukturen und Strategien mitgestalten und Entscheidungen beeinflussen will, muss viel Zeit einsetzen f\u00fcr die Arbeit vor Ort, in Bezirk, Kreis oder Dekanat, auf Landes- und Bundesebene, in Aussch\u00fcssen und Arbeitskreisen. Lohnt sich der Aufwand? Viele Frauen sagen nein \u2013 sie haben einfach keine Lust, sich multifunktional selbst zu verlieren. Ist es nicht besser, \u00fcberzeugende Ideen zu entwickeln und sie \u00f6ffentlich zu kommunizieren? Soziale Netzwerke und auch \u00f6ffentliche Medien machen es m\u00f6glich. Petitionsplattformen bieten ganz neue Chancen politischer Gestaltung. Im Zeitalter der Cyberdemokratie muss und kann das Verh\u00e4ltnis von unmittelbaren Impulsen und politisch-strategischen Prozessen, von B\u00fcrgerplattformen, Kirchen und Parteien neu gestaltet werden.<\/p>\n<h2>Politische Reformen in Parlamenten und Synoden notwendig<\/h2>\n<p>100 Jahre nach Einf\u00fchrung des Frauenwahlrechts sind politische Reformen in Parlamenten und Synoden notwendig, wenn Basis und Eliten sich nicht weiter entkoppeln und Frauen repr\u00e4stentativ beteiligt werden sollen. Dabei geht es vor allem um den Umgang mit Zeit, Informationen und Willensbildung. Es geht um die Vollzeit- Anwesenheitskultur in Unternehmen genauso wie um die Infrastruktur in Pflege- und Bildungspolitik. Um das Familiensplitting genauso wie den Gendergap. Nur an der Spitze der Unternehmen, in den Leitungsgremien von Gewerkschaften und Parteien, in Synoden und Kirchenleitungen l\u00e4sst sich daran strukturell etwas \u00e4ndern. Wie notwendig das ist und woran es scheitern kann, dazu bringt die Geschlechtergeschichte eine Vielzahl von Erfahrungen mit. Diese Ernte einzubringen, sollte uns eine Ehre sein. M\u00e4nnern wie Frauen.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div>\n<hr><\/div>\n<div class=\"release-type-date top-padding\"><span class=\"date\">18. September 2018&nbsp;<\/span>| <a href=\"https:\/\/www.kirchliche-dienste.de\/Aktuelles\/aktuelles_2018\/september_2018\/2018-09-18-tag-der-frauen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/www.mischmit.org\/veranstaltungen.html<\/a><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"col-09 last content\">\n<div id=\"c101\" class=\"csc-default\">\n<div class=\"csc-header csc-header-n1\">\n<h1>Es geht besser<\/h1>\n<div class=\"col-xs-12\">\n<div class=\"row\">\n<div class=\"col-xs-12\">\n<article class=\"article\" data-component=\"fancybox\">\n<div class=\"row\">\n<div class=\"col-xs-12\">\n<h3>Rund 100 Teilnehmerinnen informierten sich beim \u201eTag der Frauen\u201c \u00fcber Armutsfallen<\/h3>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"col-sm-6 col-xs-12 float img left no-padding\">\n<div class=\"img-source\"><a href=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Bildschirmfoto-2018-10-05-um-10.38.39.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-4015 size-full\" src=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Bildschirmfoto-2018-10-05-um-10.38.39.png\" alt=\"\" width=\"323\" height=\"304\" srcset=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Bildschirmfoto-2018-10-05-um-10.38.39.png 323w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Bildschirmfoto-2018-10-05-um-10.38.39-300x282.png 300w\" sizes=\"(max-width: 323px) 100vw, 323px\" \/><\/a>Hoffen auf neue Bewegung bei einem alten Thema: Ingrid Philipp vom Frauenwerk, Landespastorin Franziska M\u00fcller-Rosenau und die Referentin Elisa Rheinheimer-Chabbi (v.l.). Foto: Sven Kriszio<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"text-container\">\n<p>Mit den Armutsfallen f\u00fcr Frauen haben sich beim \u201eTag der Frauen\u201c rund 100 Frauen aus der Landeskirche Hannovers befasst. Im Mittelpunkt des Treffens stand der Austausch, aber auch die Hoffnung, dass sich die Kirche mit dem Thema st\u00e4rker befasst.<\/p>\n<p>Das Problem ist lange bekannt: Mit einigen 100 Euro f\u00e4llt die gesetzliche Rente von Frauen dramatisch geringer aus als die der M\u00e4nner. \u201eM\u00e4nner haben im Schnitt ein fast 40 Prozent h\u00f6heres Einkommen und um 60 Prozent h\u00f6here Altersbez\u00fcge\u201c, sagte Franziska M\u00fcller-Rosenau, Landespastorin f\u00fcr Arbeit mit Frauen.<\/p>\n<p>Die Armut von Frauen ist auch in der Rollenverteilung begr\u00fcndet. Denn nach wie vor werde die Sorgearbeit eher von Frauen getragen. Frauen seien eher bereit, auf einen Teil ihres Einkommens oder sogar ganz auf Erwerbst\u00e4tigkeit zu verzichten, um Angeh\u00f6rige zu pflegen oder Kinder gro\u00dfzuziehen, sagte die Landespastorin. \u201eDie gesellschaftliche Aufgabe besteht darin, diese Sorgearbeit wertzusch\u00e4tzen und angemessen zu entlohnen.\u201c<\/p>\n<p>Deutschland habe seinen Platz als Vorbild und Vorreiter der Sozialgesetzgebung lange verloren. \u201eIn keinem europ\u00e4ischen Land ist die Ungleichheit bei der Rente gr\u00f6\u00dfer\u201c, sagte die&nbsp; Politikwissenschaftlerin Elisa Rheinheimer-Chabbi in ihrem Impulsreferat am vergangenen Sonnabend beim \u201eTag der Frauen\u201c in der Neust\u00e4dter Hof- und Stadtkirche in Hannover. F\u00fcr sp\u00fcrbare Abhilfe w\u00fcrde ein Rentensystem sorgen, das nicht allein auf den Einkommen basiere, wie es katholische Verb\u00e4nde schon lange fordern. Ein Schritt in die richtige Richtung sei die erleichterte R\u00fcckkehr von der Teilzeit- in die Vollzeitarbeit. \u201eEs gibt in Europa viele Beispiele, wie es besser geht.\u201c<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"clearfix\">&nbsp;<\/div>\n<\/article>\n<div class=\"clearfix\">&nbsp;<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"col-xs-12\">\n<div class=\"row\">\n<div class=\"col-xs-12\">\n<article class=\"article\" data-component=\"fancybox\">\n<div class=\"text-container\">\n<h3>Der Staat l\u00e4sst die Pflegenden im Stich.<\/h3>\n<p>In acht Workshops zu Themen wie Ehrenamt, Alleinerziehende, Pflege, Teilzeit und Grundeinkommen wurden Modelle vorgestellt, wie Frauen der Armutsfalle entgehen k\u00f6nnen. Susanne Hallermann von der \u201eInitiative gegen Armut durch Pflege\u201c forderte eine Anrechnung der Pflegezeiten auf die Rente, wie es bisher nur bei der Erziehung m\u00f6glich ist. \u201eDer Staat verl\u00e4sst sich auf die Pflegenden, l\u00e4sst sie aber im Stich.\u201c So gerieten Leistungstr\u00e4ger der Gesellschaft in die&nbsp; Armutsfalle.<\/p>\n<p>Im Workshop Ehrenamt machte Pastorin Cornelia Coenen-Marx darauf aufmerksam, dass Kirche dar\u00fcber sprechen m\u00fcsse, Frauen einen Weg ins Ehrenamt zu erm\u00f6glichen, die es sich nicht leisten k\u00f6nnen. \u201eEs muss \u00fcber die Mittelverwendung gesprochen werden\u201c, so Coenen-Marx.<\/p>\n<p>Belastungen, die Frauen in besonderer Weise betreffen, macht der landeskirchliche \u201eTag der Frauen\u201c alle zwei Jahre zum Thema, erkl\u00e4rte Bettina Rehbein, theologische Referentin beim Frauenwerk der hannoverschen Landeskirche. Bei diesem Thema sei nun auch die Kirche zum Handeln aufgefordert. \u201eSie darf die Frauen mit dieser Ungerechtigkeit nicht alleinlassen.\u201c<\/p>\n<p>Das Thema k\u00f6nne zum Beispiel in der Synode aufgenommen werden, sagte Pastorin Hella Mahler, Gleichstellungsbeauftragte der Landeskirche Hannovers. \u201eDie Kirche als Arbeitgeber h\u00e4lt die gesetzlichen Vorgaben zwar ein. Aber dar\u00fcber hinaus wird nichts f\u00fcr die Arbeitnehmerinnen getan\u201c, so die Gleichstellungsbeauftragte. Die Kirche solle das Bewusstsein der Frauen f\u00fcr ihre Rechte sch\u00e4rfen.<\/p>\n<p>Aber auch die Teilnehmerinnen seien gefordert, Werbung in eigener Sache zu machen, sagte Ingrid Philipp. Sie ist die Ehrenamtliche im Leitungsteam des hannoverschen Frauenwerks. Gleichwohl nehme sie eine gro\u00dfe Entt\u00e4uschung unter Frauen wahr, dass es immer die Frauen sind, denen es schlechter geht.<\/p>\n<p>Sven Kriszio \/ EZ<\/p>\n<\/div>\n<\/article>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div>\n<hr><\/div>\n<div class=\"col-03 content subnavbox\">26.09.2018 | http:\/\/www.mischmit.org\/veranstaltungen.html<\/div>\n<div class=\"col-09 last content\">\n<div id=\"c101\" class=\"csc-default\">\n<div class=\"csc-header csc-header-n1\">\n<h1 class=\"csc-firstHeader\">Woche des b\u00fcrgerschaftlichen Engagements<br \/>Weil es Spa\u00df macht \u2013 Engagement tut allen gut<\/h1>\n<p><a href=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/d7d4d76415.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-3974 size-medium\" src=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/d7d4d76415-209x300.jpg\" alt=\"\" width=\"209\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/d7d4d76415-209x300.jpg 209w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/d7d4d76415.jpg 695w\" sizes=\"(max-width: 209px) 100vw, 209px\" \/><\/a><\/p>\n<\/div>\n<div class=\"csc-textpic csc-textpic-intext-right\">\n<div class=\"csc-textpic-imagewrap csc-textpic-single-image\">Am 18.09.2018, 19 Uhr, pr\u00e4sentieren wir Ihnen, in Zusammenarbeit mit der Ev.-luth. Kirchengemeinde Wildeshausen und der Diakonie Himmelsth\u00fcr, ein Veranstaltungshighlight:<\/div>\n<div class=\"csc-textpic-text\">\n<p class=\"bodytext\">Anl\u00e4sslich der bundesweiten Woche des b\u00fcrgerschaftlichen Engagements, in Schirmherrschaft des Bundespr\u00e4sidenten Frank-Walter Steinmeier, wird die Pastorin und Autorin Cornelia Coenen-Marx unter dem Titel \u201eWeil es Spa\u00df macht \u2013 Engagement tut allen gut!\u201c im Remter an der Alexanderkirche einen Vortrag halten.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Im Anschluss laden wir zur Diskussion in geselliger Runde bei Snacks und Getr\u00e4nken ein. Die Teilnahme ist kostenfrei.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Die Oberkirchenr\u00e4tin a.D. Cornelia Coenen-Marx besch\u00e4ftigt seit ihrer Zeit als Gemeindepfarrerin intensiv mit dem Thema Ehrenamt. So hat sie u.a. beim Aufbau einer Freiwilligenagentur in D\u00fcsseldorf mitgewirkt und sich in diversen nachbarschaftlichen Projekten engagiert.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Mit ihrer 2015 gegr\u00fcndeten Agentur \u201eSeele und Sorge\u201c ist Coenen-Marx f\u00fcr soziale und diakonische Einrichtungen sowie Gemeinden in beratender Funktion t\u00e4tig, um diesen bei der Schaffung und Umsetzung von Ethikstandards zu helfen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.mischmit.org\/veranstaltungen.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/www.mischmit.org\/veranstaltungen.html<\/a><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<hr>\n<p>03.09.2018 | Dirk Altwig |&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.landeskirche-hannovers.de\/evlka-de\/presse-und-medien\/frontnews\/2018\/09\/03\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/www.landeskirche-hannovers.de<\/a><\/p>\n<\/div>\n<h2><strong>\u201eARMUTSFALLEN F\u00dcR FRAUEN \u2013 UND WAS SICH \u00c4NDERN MUSS\u201c<\/strong><\/h2>\n<div class=\"col-xs-12\">\n<h2>Expertin fordert Geld f\u00fcr engagierte Ehrenamtliche<\/h2>\n<\/div>\n<div class=\"col-md-8 col-xs-12\">\n<div class=\"content-main-container\">\n<div class=\"row\">\n<div class=\"col-xs-12\">\n<div class=\"row\">\n<div class=\"col-xs-12\">\n<article class=\"article\" data-component=\"fancybox\">\n<div class=\"text-container\">\n<p>Pastorin Cornelia Coenen-Marx referiert auf dem \u201eTag der Frauen\u201c zum Thema Ehrenamt. Sie ist Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin der Agentur \u201eSeele und Sorge \u2013 Impulse, Workshops, Beratung\u201c.<\/p>\n<p><em>Frau Coenen-Marx, der \u201eTag der Frauen\u201c hat das Thema \u201eArmutsfallen\u201c. Kann das Ehrenamt bei der Kirche eine Armutsfalle sein?<\/em><\/p>\n<p><strong>Coenen-Marx<\/strong><em>:&nbsp;<\/em>Ja, leider, kann es. Diese Falle droht vor allem bei Frauen, die mit gro\u00dfer Selbstverst\u00e4ndlichkeit bei der Kirche engagiert sind und gar nicht dar\u00fcber nachdenken, ob sie sich das \u00f6konomisch \u00fcberhaupt leisten k\u00f6nnen. Da geht f\u00fcr die Rente erst Zeit verloren w\u00e4hrend der Sorge f\u00fcr die Kinder und wenn die Kinder in Tageseinrichtung und Schule sind engagieren sie sich weiter in Schule, Sportverein und Gemeinde. Manche gehen in Teilzeit, um mit der Dreifachbelastung klar zu kommen, andere merke nicht rechtzeitig, dass sie beruflich Priorit\u00e4ten setzen m\u00fcssen, um die eigene Altersversorgung zu sichern. Kirche und Diakonie leben bis heute von diesen ehrenamtlichen Frauen, die sich oft selbstvergessen f\u00fcr andere einsetzen.<\/p>\n<p><em>Was erwarten Sie von Kirche und Diakonie?<\/em><\/p>\n<p><strong>Coenen-Marx<\/strong><em>:&nbsp;<\/em>Das Wichtigste ist: Geld darf kein Tabu sein. Und manchmal braucht es eine Ermutigung zum Einstieg in den Beruf. Auch Kirchengemeinden sind in der Pflicht hinzusehen , wie es denen geht, die sich ehrenamtlich engagieren. Grunds\u00e4tzlich gilt: Kirche und Diakonie m\u00fcssen sich viel st\u00e4rker daf\u00fcr einsetzen, dass ehrenamtliche Arbeit auf die Rente angerechnet wird.<\/p>\n<p><em>Muss ehrenamtliche Arbeit von der Kirche k\u00fcnftig bezahlt werden?<\/em><\/p>\n<p><strong>Coenen-Marx:<\/strong><em>&nbsp;<\/em>Nein, nicht grunds\u00e4tzlich. Allerdings wird ja schon bezahlt. F\u00fcr Pastoren im Ruhestand, die einen Gottesdienst halten, flie\u00dft Geld. Besonders qualifizierte Mitglieder in Kirchenvorst\u00e4nden, etwa Juristen oder Architekten bekommen in einigen F\u00e4llen eine Entsch\u00e4digung. Da muss man schon fragen, bekommen da Leute Geld, die es auch wirklich brauchen? W\u00e4re es nicht viel sinnvoller, dieses Geld beispielsweise f\u00fcr eine ehrenamtliche Frau auszugeben, der es finanziell nicht gut geht? Auch Gemeinden k\u00f6nnen Minijobs anbieten oder Pauschalen zahlen.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"clearfix\">&nbsp;<\/div>\n<\/article>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"col-xs-12\">\n<div class=\"row\">\n<div class=\"col-xs-12\">\n<article class=\"article\" data-component=\"fancybox\">\n<h3>Ehrenamtliche tuen das f\u00fcr sich<\/h3>\n<div class=\"text-container\">\n<p><em><a href=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/Ehrenamt.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-3955\" src=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/Ehrenamt.jpg\" alt=\"\" width=\"382\" height=\"269\" srcset=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/Ehrenamt.jpg 382w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/Ehrenamt-300x211.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 382px) 100vw, 382px\" \/><\/a>Sportvereine bezahlen ja ganz selbstverst\u00e4ndlich ihre \u00dcbungsleiterinnen. Droht da ein Konkurrenzkampf um Ehrenamtliche?&nbsp;<\/em><\/p>\n<p><strong>Coenen-Marx:<\/strong><em>&nbsp;<\/em>Den gibt es de facto schon. Sportvereine und Schulen suchen Ehrenamtliche. Sogar Firmen bieten ihren Mitarbeitern an, sich im sozialen Bereich f\u00fcr andere einzusetzen. Ich denke aber, dass dieser Wettbewerb um die Menschen nicht nur am Geld h\u00e4ngt. Da ist auch die Frage, wie ist das Klima, wie werde ich unterst\u00fctzt? Die Kirche muss in diesem Wettbewerb&nbsp;&nbsp;&nbsp;gute Angebote f\u00fcr Interessierte machen.<\/p>\n<p><em>Eine generelle Frage zum Ehrenamt. Wer mal mit einer Aufgabe angefangen hat, wird sie oft schwer wieder los. Wie schafft man sich im Ehrenamt den Freiraum, etwas Neues zu tun oder auch aufzuh\u00f6ren?<\/em><\/p>\n<p><strong>Coenen-Marx:<\/strong><em>&nbsp;<\/em>Im Schnitt sind Menschen bei der Kirche 10,2 Jahre ehrenamtlich engagiert. Und dabei muss f\u00fcr die Ehrenamtlichen eines klar sein: Du musst als Ehrenamtliche gar nichts. Du tust das f\u00fcr Dich, weil es Dir Spa\u00df macht, auch wenn nat\u00fcrlich andere davon profitieren. Jeder Ehrenamtliche darf das Selbstbewusstsein haben, Nein zu sagen. In der Praxis ist das tats\u00e4chlich schwierig. Deshalb rate ich dazu, \u201eEhrenamtsvereinbarungen\u201c abzuschlie\u00dfen, in denen festgelegt ist, was jemand tut und auch wie lange. Dann kann die Ehrenamtliche zum Beispiel nach einem Jahr sagen, ich will weitermachen oder nicht. Das kann auch der Punkt sein, sich Freiraum f\u00fcr ein anderes Engagement zu schaffen.<\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<\/article>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<hr>\n<p>05.06.2018 | Arbeitsstelle Ehrenamt in der Nordkirche |&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.engagiert-nordkirche.de\/nachrichten\/detail\/nachricht\/die-theologie-der-engagierten-in-der-kirche-muss-neu-geschrieben-werden.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/www.engagiert-nordkirche.de\/<\/a><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<h2>Die Theologie der Engagierten in der Kirche muss neu geschrieben werden<\/h2>\n<p class=\"summary\"><strong>Gemeinsam engagiert \u2013 Auf dem Weg zu einer Theologie der Zusammenarbeit von beruflich und ehrenamtlich Engagierten. <\/strong><br \/>80 Engagierte, Ehrenamtliche, Pastorinnen und Pastoren und Mitarbeitende trafen sich aus ganz Deutschland vom 16. bis 18. Mai in Berlin auf Schwanenwerder, der Tagungsst\u00e4tte der Evangelischen Akademie zu Berlin. Ihr Ziel war es, eine L\u00fccke zu schlie\u00dfen: die Theologie der Akteure in der Kirche neu zu schreiben.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/csm_8_1_Theologische-Tagung_579d9ce4b3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-3860\" src=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/csm_8_1_Theologische-Tagung_579d9ce4b3.jpg\" alt=\"\" width=\"720\" height=\"405\" srcset=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/csm_8_1_Theologische-Tagung_579d9ce4b3.jpg 720w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/csm_8_1_Theologische-Tagung_579d9ce4b3-300x169.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 720px) 100vw, 720px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Veranstaltung war eine Kooperation der Arbeitsstelle Ehrenamt und des Landeskirchenamtes der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche), der Ehrenamtsakademie der Evangelischen Kirche Hessen-Nassau, des Gemeindedienstes der Evangelisch-Lutherischen Kirche Bayern, der Evangelischen Akademie zu Berlin und der Evangelischen Kirche in Deutschland.<\/p>\n<p>\u201eDie Zusammenarbeit von beruflich und ehrenamtlich Engagierten ber\u00fchrt bei weitem mehr als nur die ideale Beschreibung, dass Ehrenamtliche ihre Aufgaben darin sehen, ihre Gaben auszu\u00fcben. Denn das tun sie genauso wie Pastorinnen und Pastoren und Mitarbeitende anderer kirchlicher Berufe\u201c, hei\u00dft es in einer Vorabinformation. Dennoch klaffe zwischen der theologischen Beschreibung des Priestertums aller Getauften und der Organisationsstruktur, den Mitbestimmungsstrukturen und der gelebten Wirklichkeit, eine L\u00fccke.<\/p>\n<p>\u201eDas Ehrenamt kommt in den Reformdiskursen unserer Kirche nicht vor\u201c, konstatierte Cornelia Coenen-Marx in ihrem Eingangsimpuls. \u201eEntscheidungsgremien erreichen nicht die Menschen, sondern bilden nur einen Teil der Vielfalt der Lebenskulturen ab.\u201c Und dabei komme es darauf an, so Coenen-Marx weiter, organisatorische Reformprozesse in Glaubensprozesse zu \u00fcbersetzen.<\/p>\n<p>\u00dcber ihre Leitungserfahrung berichtete Dr. Irmgard Schwaetzer, Pr\u00e4ses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD): \u201eInformationen erreichen Ehrenamtliche in Kirche h\u00e4ufig \u00fcber Hauptamtliche, also sp\u00e4ter und oft zu sp\u00e4t, um mit ihnen zu planen. Dieser Wissensvorsprung der Hauptamtlichen macht gemeinsame geistliche Leitung zu einer Herausforderung, die st\u00e4ndige Rollendisziplin und eine gute gemeinsame Kultur braucht.\u201c \u2013 \u201eWir haben heute eine neue Atmosph\u00e4re der gemeinsamen Verantwortung, aber auch viel mehr Kommunikationsbedarf\u201c, best\u00e4tigte Bischof Dr. Markus Dr\u00f6ge.<\/p>\n<p>\u201eWir hatten alle keine Kenntnis, wir haben alle einfach gemacht. Wir hatten keine Zeit zum Nachdenken. Wir sind auf die Nase gefallen und wieder aufgestanden. Wir sind zu einer Familie geworden\u201c, erz\u00e4hlte Carolin Adner, ehrenamtliche Fl\u00fcchtlingspatin im Kirchenkreis Minden der Evangelischen Kirche von Westfalen.<\/p>\n<p>In Interviews \u00fcber Verk\u00fcndigung, Leitung, Jugend, Seelsorge und Fluchtprojektarbeit wurden Knackpunkte der Zusammenarbeit Beruflicher und Ehrenamtlicher identifiziert. Sie wurden durch Perspektiven der Gemeindeentwicklung, Organisationsberatung, und dem externen Blick der Zivilgesellschaft erg\u00e4nzt und dann in Arbeitsgruppen weitergedacht. \u201eAm Ende stehen L\u00f6sungen und Selbstverpflichtungen\u201c, so Dr. Steffen Bauer, Leiter der Ehrenamtsakademie in Hessen und Nassau, Mitveranstalter und Moderator.<\/p>\n<p>\u201eGerade in theologischer Hinsicht steht die Kirche vor gro\u00dfen Herausforderungen. Es ist gro\u00dfartig, dass die Kirche diesen Wandel aktiv gestalten will und diese Tagung so m\u00f6glich ist\u201c, sagte Dr. Christiane Metzner, Studienleiterin f\u00fcr Ehrenamt der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz.<\/p>\n<p>Eine \u201etheologische Grundlage biete organisatorischen Handlungsspielraum\u201c, das machte die Veranstaltung deutlich. \u201eWir sind gro\u00dfe Schritte gegangen in dieser Zeit\u201c, so Rolf Becker, Mitarbeiter im Projektb\u00fcro Reformprozess im Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) bei seinem Abschluss der Tagung. \u201eUnd wir haben noch gro\u00dfe Schritte vor. Diese Schritte sind beschrieben und die Tagungsteilnehmenden haben eine gemeinsame Weiterarbeit verabredet.\u201c<\/p>\n<p>In ihrer Rede sagte die Berliner Theologin Dagmar Menzel: \u201eEhrenamt ist nur ein Aspekt des Priestertums aller Getauften. Wollen wir diesen Aspekt theologisch fassen, m\u00fcssen wir Vielfalt betrachten und das ist nicht immer einfach. Denn dann m\u00fcssen wir den Pastorenberuf auch vom Ehrenamt her denken, aber eben nicht nur.\u201c Die Aufgaben der Ehrenamtskoordination m\u00fcsse in Kirche durchdekliniert werden, wenn die Rollen der verschiedenen Akteure neu und klar beschrieben werden sollen, so Menzel.<\/p>\n<p>Ein wesentliches Aha-Moment ging auch von den geistlichen Impulsen aus. Sie arbeiteten am Priestertum aller Getauften. Unter anderem Stephanie Schwenkenbecher, Pr\u00e4dikantin in der Nordkirche verdeutlichte in ihrer Auslegung, wie der Ausdruck Priestertum aller Getauften als Zusage wirken kann, l\u00e4ngst aber nicht ausreicht um die verschiedenen Aufgaben in der Kirche in verschiedenen \u00c4mtern zu bestimmen.<\/p>\n<p>\u201eEs ist wichtig zu bestimmen, wer diejenigen sind, mit denen wir als Kirche unterwegs sind. Andere Akteure der Zivilgesellschaft sind starke Partner\u201c, erg\u00e4nzte Oberkirchenrat Ralph Charbonnier, Referent f\u00fcr Sozial- und Gesellschaftspolitik im Kirchenamt der EKD. Die notwendige Partnerschaftlichkeit best\u00e4tigte auch Ansgar Klein, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer im Bundesnetzwerk B\u00fcrgerschaftliches Engagement: \u201eSt\u00e4rkung des zivilgesellschaftlichen Engagements bedeute Demokratief\u00f6rderung.\u201c So sei beispielsweise die St\u00e4rkung der kommunalen Bildungslandschaften ein zentrales Zukunftsthema. \u201eHier hat die Kirche eine wichtige Rolle, da sie in der kommunalen Ebene fest verankert ist und selbst als Netzwerk sich in das Netzwerk der Zivilgesellschaft einbringt\u201c, so Klein weiter.<\/p>\n<p>In seinem Impuls sagte Mathias Lenz, Oberkirchenrat im Landeskirchenamt der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland: \u201eDie Zusammenarbeit von beruflich und ehrenamtlich Engagierten ist eines der wichtigsten Zukunftsthemen f\u00fcr unsere Gesellschaft und f\u00fcr unsere Kirche. In dieser Hinsicht m\u00fcssen wir unsere Haltungen und unsere Strukturen ver\u00e4ndern, wenn wir die kirchlichen St\u00e4rken weiterentwickeln wollen.\u201c<\/p>\n<p>Daf\u00fcr war die Tagung ein wesentlicher Schritt, aber die theologischen Bestimmungen und Befassungen beschreiben erst einen Anfang.<\/p>\n<\/p>\n<hr>\n<p><span class=\"article-kicker\">22.03.2018 &#8211; 16:13 Uhr Marbacher Zeitung | von Cornelia Ohst |&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.marbacher-zeitung.de\/inhalt.marbach-frueher-oder-spaeter-sind-alle-betroffen.a78b23e0-34c4-40a0-a464-4681324a75ce.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/www.marbacher-zeitung.de\/inhalt.marbach-frueher-oder-spaeter-sind-alle-betroffen.a78b23e0-34c4-40a0-a464-4681324a75ce.html<\/a><\/span><\/p>\n<h1><span class=\"article-headline\">Fr\u00fcher oder sp\u00e4ter sind alle betroffen<\/span><\/h1>\n<p><a href=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/Bildschirmfoto-2018-04-06-um-19.14.02.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-3508 size-large\" src=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/Bildschirmfoto-2018-04-06-um-19.14.02-1024x633.png\" alt=\"\" width=\"750\" height=\"464\" srcset=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/Bildschirmfoto-2018-04-06-um-19.14.02-1024x633.png 1024w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/Bildschirmfoto-2018-04-06-um-19.14.02-300x185.png 300w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/Bildschirmfoto-2018-04-06-um-19.14.02-768x475.png 768w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/Bildschirmfoto-2018-04-06-um-19.14.02.png 1246w\" sizes=\"(max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><\/a><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"brickgroup\" data-renderer=\"_dynamic\" data-layout-desktop=\"w8-\" data-layout-tablet=\"w12-\" data-layout-mobile=\"w12-\" data-brickid=\"d0f04e3e-e964-4f48-9075-80e191fde93e\" data-depth=\"2\">\n<div class=\"brick\" data-b-title=\"MBZ-R Artikel Text (Absatz 1)\" data-layout-desktop=\"w12-c1-txt-if12-ia8-\" data-layout-tablet=\"w12-c1-txt-if12-ia12-\" data-layout-mobile=\"w12-c1-txt-if12-ia12-\" data-brickid=\"44e01fea-f63a-46dc-b4d2-651b7e782ce6\" data-depth=\"2\">\n<div class=\"article-text\">\n<div class=\"item\">\n<div class=\"content\">\n<p>Marbach \u2013Warum sich die Stadt Marbach mit dem Thema \u00c4lterwerden besch\u00e4ftigt, liegt auf der Hand: Die Bev\u00f6lkerung in Deutschland hat statistisch gesehen im vergangenen Jahrhundert zehn gesunde Jahre dazugewonnen. Viele \u00c4ltere f\u00fchlen sich j\u00fcnger und sind bei ihrer Lebensgestaltung aktiv und selbstbestimmt. Die demografische Entwicklung aber macht deutlich, dass die Gesellschaft in den kommenden Jahren quasi \u201everaltet\u201c. Die Geburtenrate ist seit Mitte der 1970er-Jahre eingebrochen und die Menschen leben immer l\u00e4nger. Das hat nicht nur auch Auswirkungen auf das Rentensystem, sondern auch auf die St\u00e4dte und Gemeinden.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"brick\" data-float=\"yes\" data-b-title=\"MBZ-R Artikel Text (Absatz 2)\" data-layout-desktop=\"w12-c1-txt-if12-ia8-\" data-layout-tablet=\"w12-c1-txt-if12-ia12-\" data-layout-mobile=\"w12-c1-txt-if12-ia12-\" data-brickid=\"8d050f7a-0003-4317-a7d5-cf016f127064\" data-depth=\"2\">\n<div class=\"article-text\">\n<div class=\"item\">\n<div class=\"content\">\n<p>Mit der Auftaktveranstaltung zur Zukunftswerkstatt \u201e\u00c4lterwerden in Marbach\u201c d\u00fcrften die zahlreichen Besucher, die im B\u00fcrgersaal des Rathauses so ziemlich jeden Stuhl belegt hatten, nun sehr zufrieden gewesen sein. Sie n\u00e4mlich wurden mit vielen motivierenden Botschaften konfrontiert, die man salopp unter dem Fazit: \u201e\u00c4lterwerden kann Spa\u00df machen\u201c zusammenfassen k\u00f6nnte. Oder wie es die Referentin und Autorin Cornelia Coenen-Marx schon in ihrem Buch positiv ausgedr\u00fcckt hat: \u201eNoch einmal ist alles offen: Das Geschenk des \u00c4lterwerdens\u201c. Mit interessanten Ausf\u00fchrungen und statistisch aktuellem Zahlenmaterial pr\u00e4sentierte die 1952 geborene Vortragende nach den Begr\u00fc\u00dfungsworten von B\u00fcrgermeister Jan Trost ein neues Bild vom Alter und betonte das vitale Lebensgef\u00fchl heutiger Senioren. Fragen wie: \u201eWas f\u00fcllt mein Leben aus, was suche ich und wohin will ich gehen?\u201c seien die neuen Inhalte der \u201eAlten\u201c, die, wie j\u00fcngere Zeitgenossen auch, vielmals alternative Formen der Partnerschaft lebten.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div id=\"anchor-mobile\" class=\"brick\" data-float=\"yes\" data-b-title=\"MBZ-R Artikel Text (Absatz 3)\" data-layout-desktop=\"w12-c1-txt-if12-ia8-\" data-layout-tablet=\"w12-c1-txt-if12-ia12-\" data-layout-mobile=\"w12-c1-txt-if12-ia12-\" data-brickid=\"a6b4c325-dbc7-49c3-be26-72990035de02\" data-depth=\"2\">\n<div class=\"article-text\">\n<div class=\"item\">\n<div class=\"content\">\n<p>Doch die Referentin zeigte auch Problemfelder auf: Nach wie vor gebe es einsame und wirtschaftlich schlecht gestellte Senioren. Die Gesundheit korreliere stark mit dem Bildungsgrad und dem Einkommen. \u201eDie Zahl \u00f6konomisch, sozial und gesundheitlich benachteiligter Senioren wird steigen\u201c, so Coenen-Marx, die auch die Herausforderungen auflistete, denen sich Zeitgenossen und Kommunen stellen sollten. Durch die ver\u00e4nderte Werteorientierung m\u00fcsse die Selbstwirksamkeit alter Menschen im Fokus stehen. Sie skizzierte dabei die Bedeutung von Netzwerken, nachbarschaftlicher Hilfe und kreativen Dienstleistungs-Ideen, die dem Impuls \u201esorgender Gemeinschaften\u201c, also Unterst\u00fctzungsformen, die sich auf mehrere Schultern verteilen, um weiterhin ein m\u00f6glichst selbstbestimmter Teil der Gemeinschaft bleiben zu k\u00f6nnen, Rechnung tragen.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"brick\" data-b-title=\"MBZ-R Artikel Text (Rest)\" data-layout-desktop=\"w12-c1-txt-if12-ia8-\" data-layout-tablet=\"w12-c1-txt-if12-ia12-\" data-layout-mobile=\"w12-c1-txt-if12-ia12-\" data-brickid=\"4b78cab8-d8a7-46fe-b899-794bd2de152e\" data-depth=\"2\">\n<div class=\"article-text\">\n<div class=\"item\">\n<div class=\"content\">\n<p>Andrea von Smercek, die in Marbach f\u00fcr das b\u00fcrgerschaftliche Engagement zust\u00e4ndig ist, zeigte die Ziele der Stadt auf, die diese mit dem Projekt verfolge, und benannte die Zielgruppen, die sich mit der Thematik auseinandersetzen sollten. Werner Hertler vom Krankenpflegeverein erm\u00f6glichte eine \u00dcbersicht \u00fcber die bereits vorhandenen Angebote in der Schillerstadt, die er wechselweise mit Mitarbeiterin Christa Stirm dem Publikum vorstellte. \u201eVielfach gelungene Beispiele daf\u00fcr, wie sich \u00e4ltere Menschen selbst helfen.\u201c Der Abend endete mit den Zielen, Pl\u00e4nen und Visionen f\u00fcr ein w\u00fcrdiges Leben im Alter.<\/p>\n<p>Ein Themenbereich, bei dem die Anwesenden aktiv aufgefordert wurden, mitzudenken, und bei dem konkrete Ideen genannt wurden. Eine davon zielt darauf ab, die Senioren \u00fcber Angebote und Dienstleistungen besser zu informieren. \u201eEtwa \u00fcber w\u00f6chentlich erscheinende Tipps in der Presse\u201c, lautete ein Vorschlag. Ab sofort werden Mitb\u00fcrger gesucht, die sich f\u00fcr die Umsetzung engagieren und sich der gesetzten Themen annehmen.<\/p>\n<hr><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<h1>&nbsp;<\/h1>\n<h1><a href=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/presse_01.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-3568\" src=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/presse_01.jpg\" alt=\"\" width=\"1553\" height=\"1222\" srcset=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/presse_01.jpg 1553w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/presse_01-300x236.jpg 300w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/presse_01-768x604.jpg 768w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/presse_01-1024x806.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 1553px) 100vw, 1553px\" \/><\/a><\/h1>\n<hr>\n<h1><a href=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/BZ-Artikel-vom-26.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-3566\" src=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/BZ-Artikel-vom-26.jpg\" alt=\"\" width=\"1241\" height=\"3533\" srcset=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/BZ-Artikel-vom-26.jpg 1241w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/BZ-Artikel-vom-26-105x300.jpg 105w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/BZ-Artikel-vom-26-768x2186.jpg 768w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/BZ-Artikel-vom-26-360x1024.jpg 360w\" sizes=\"(max-width: 1241px) 100vw, 1241px\" \/><\/a><\/h1>\n<div class=\"article-header\">\n<div class=\"item\">\n<div class=\"content\">\n<hr>\n<h2><strong>Cornelia Coenen-Marx (65): Pastorin, Beraterin und Autorin<\/strong><\/h2>\n<p><strong>(<span class=\"s1\">Autorin Renate Hauser)<\/span><\/strong><\/p>\n<p><em>Eine Seelsorgerin als Arbeitgeberin, die Entlassungen durchsetzt und am Sonntag in der Kirche predigt? Eine theologische Vorst\u00e4ndin, die das traditionsreiche Mutterhaus einer Schwesternschaft in ein Hotel umwandelt? Oberkirchenr\u00e4tin a.D. Cornelia Coenen-Marx hat bewiesen, dass das geht. Im Spannungsfeld von \u00f6konomischen Erfordernissen, Verbraucherinteressen und religi\u00f6ser Vielfalt liegt ihr auch heute daran, \u201edie Seele des Sozialen\u201c zu erneuern und m\u00f6glichst viele Beteiligte in die Ver\u00e4nderungsprozesse einzubeziehen. <\/em><\/p>\n<p>Cornelia Coenen-Marx ist eine markante Erscheinung. Graugestreifte Leggins, eine Jacke im Zebramuster, kurze rote Locken, eine Brille mit eckigem schwarzem Rahmen und schwungvoll drapierte Schals: Das entspricht nicht unbedingt dem \u201eg\u00e4ngigen\u201c Bild von einer Theologin, die zahlreiche F\u00fchrungspositionen in der EKD und Diakonie innehatte. Sobald sie einen Raum betritt, wirkt ihre starke Pr\u00e4senz. Dass diese nicht als Dominanz empfunden wird, mag daran liegen, dass sie sich intensiv auf ihre Gespr\u00e4chspartner einl\u00e4sst: offen und teilnahmsvoll, aber auch kritisch hinterfragend und leidenschaftlich diskutierend. Insbesondere dann, wenn sich der Austausch um \u201eGlaubensbilder und Weltbilder\u201c dreht.<\/p>\n<p>Seit drei Jahren ist sie Inhaberin der Agentur \u201eSeele &amp; Sorge\u201c, mit der sie Vortr\u00e4ge und Seminare, aber auch Beratungen, Mentoring und Coachings sowie die Begleitung von Projekten anbietet. Dabei ziehen sich die Begriffe \u201eZukunft\u201c und \u201eEntwicklung\u201c, \u201eWandel\u201c und \u201eParadigmenwechsel\u201c sowie \u201eHerausforderung\u201c und \u201eEngagement\u201c wie rote F\u00e4den durch die Beschreibung ihrer vielf\u00e4ltigen T\u00e4tigkeitsfelder. Diese Schlagworte sind aber auch f\u00fcr ihre vorherigen beruflichen Stationen charakteristisch. Immer wieder war es ihr ein Anliegen, sich mit den Hintergr\u00fcnden gesellschaftlicher Transformationen und deren Konsequenzen f\u00fcr Unternehmen und Gewerkschaften, Familien und die Zivilgesellschaft auseinander zu setzen.<\/p>\n<p><strong>Stadtteile als gesellschaftlicher Mikrokosmos<\/strong><\/p>\n<p>Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit heute ist die Begleitung diakonischer Unternehmen und Kirchengemeinden in Zusammenarbeit mit anderen Akteuren im Quartier. \u201eHier geht es um die Initiierung inklusiver Projekte f\u00fcr Menschen mit Behinderung ebenso wie um Nachbarschaftsarbeit mit Pflegebed\u00fcrftigen oder die Entwicklung einer tragf\u00e4higen Infrastruktur f\u00fcr Familien und \u00c4ltere, die so lange wie m\u00f6glich in den eigenen vier W\u00e4nden wohnen m\u00f6chten. Im Mikrokosmos eines Quartiers werden nat\u00fcrlich auch die Herausforderungen der Arbeitswelt von heute ersichtlich.\u201c So seien Berufsbiografien h\u00e4ufigen Ver\u00e4nderungen unterworfen, und durch die wachsende Mobilit\u00e4t entst\u00fcnden eher kurzfristige Kontakte. Das erschwere den nachhaltigen Zusammenhalt von Familienmitgliedern und Nachbarn betr\u00e4chtlich.<\/p>\n<p>Als wichtiges Anliegen der Quartiersarbeit erachtet sie nicht zuletzt die Integration von Fl\u00fcchtlingen, die in eine Balance zwischen ihrer Herkunftskultur und den kulturellen Einfl\u00fcssen ihrer neuen Heimat kommen m\u00fcssten. Alles in allem: \u201eDie Themen, mit denen sich die Kirche auseinandersetzen muss, kommen gleich reihenweise auf uns zu. Es ist unsere Aufgabe, Menschen dabei zu unterst\u00fctzen, den Wandel zu verkraften und daran zu partizipieren. Niemand kann aufbrechen, wenn er keinen Boden unter den F\u00fc\u00dfen hat.\u201c<\/p>\n<p><strong>Auf der Suche nach einem neuen Miteinander in sozialen Einrichtungen<\/strong><\/p>\n<p>Nach ihrem Eindruck sind aber auch soziale Unternehmen und Wohlfahrtsverb\u00e4nde dazu aufgefordert, sich von vertrauten Grundlagen zu verabschieden. So sei es in Anbetracht des erh\u00f6hten Finanzdrucks und daraus erwachsender Fusionen, Ausgr\u00fcndungen und Neustrukturierungen nicht einfach, das diakonische Profil zu erhalten und gleichzeitig weiter zu entwickeln. Kunden erwarteten eine besondere Zuwendung, Mitarbeitende klagten \u00fcber Zeitmangel und B\u00fcrokratie. Wie kann es aber gelingen, in solchen Situationen deren Motivation zu erhalten, den Teamgeist zu f\u00f6rdern und zugleich wirtschaftliche Fragen im Auge zu behalten? Wie arbeiten Menschen erfolgreich zusammen, die unterschiedlichen Glaubensrichtungen angeh\u00f6ren oder auch gar keinen entsprechenden Bezug haben?<\/p>\n<p>Mit diesen und \u00e4hnlichen Fragestellungen ist Coenen-Marx immer wieder konfrontiert. Ihre Antwort: \u201eWenn unterschiedliche Ziele und Wertvorstellungen aufeinanderprallen, kommt es darauf an, einander verstehen zu lernen, um dann zu einem gemeinsamen \u201eSpirit\u201c und auf dieser Basis zu einem neuen Miteinander zu finden. Das halte ich f\u00fcr die wichtigste Voraussetzung f\u00fcr das Gelingen eines Transformationsprozesses \u2013 in welchem Zusammenhang auch immer ein solcher stattfindet.\u201c Sie ist davon \u00fcberzeugt, dass es dabei Pers\u00f6nlichkeiten brauche, die \u00fcber die Entschiedenheit, die Kraft und die Konsequenz verf\u00fcgten, Mitarbeitende zur Mitsprache, zur Mitgestaltung und zur Mitverantwortung zu bewegen und die sich nicht scheuten, dabei selbst mit gutem Beispiel voranzugehen. \u201eDas w\u00fcnsche ich mir nicht zuletzt f\u00fcr Menschen auf Leitungsebenen in sozialen und kirchlichen Berufen.\u201c<\/p>\n<p><strong>Traditionswissen in aktuelle Diskurse \u00fcbersetzen <\/strong><\/p>\n<p>Auch im Coaching mit F\u00fchrungskr\u00e4ften macht sie klar, dass diese \u2013 nach wie vor \u2013 \u00fcber ein hohes Ma\u00df an Sozialkompetenz verf\u00fcgen m\u00fcssten. \u201eAllerdings werden F\u00fchrungskompetenzen und Managementerfahrungen sowie die Verankerung in Netzwerken zunehmend wichtiger.\u201c Nach ihrer Ansicht \u00e4hneln Kirchen in manchem Familienunternehmen. \u201eDas h\u00e4ngt damit zusammen, dass es stark um Haltung und Weitergabe von Werten und Traditionen geht.\u201c Kommt das in unserer Gesellschaft und in Anbetracht des Mitgliederschwunds beider Volkskirchen denn noch an? \u201eNicht von selbst!\u201c, antwortet die Theologin mit Nachdruck. \u201eEs bedarf der F\u00e4higkeit, Traditionswissen in aktuelle Diskurse zu \u00fcbersetzen und dabei ver\u00e4nderte oder sich stark ver\u00e4ndernde gesellschaftliche Rahmenbedingungen in Rechnung zu ziehen.\u201c<\/p>\n<p>Als Beispiel daf\u00fcr f\u00fchrt sie die \u201eOrientierungshilfe f\u00fcr Familien\u201c an, die der Rat der EKD im Jahre 2013 herausbrachte. \u201eHier geht es um eine fundamentale Erweiterung des bisherigen Familienbegriffs und damit auch der traditionellen Rollen von Mann und Frau. Paare mit und ohne Trauschein, Alleinstehende und Alleinerziehende, Personen, die Familienangeh\u00f6rige pflegen, Menschen mit unterschiedlicher sexueller Orientierung, Patchwork-Familien und Migrantenfamilien mit eigenen kulturellen und religi\u00f6sen Traditionen: Hier gilt es einen gesellschaftlichen Umbruch auszuhalten, dem sich auch die Kirche nicht entziehen kann.\u201c Coenen-Marx macht keinen Hehl daraus, dass diese neue Einstellung bei manchen konservativen Kirchenmitgliedern Unruhe, ja Entsetzen ausgel\u00f6st habe. Doch so etwas ist ihr nicht fremd.<\/p>\n<p><strong>Offenheit f\u00fcr Reformen unabh\u00e4ngig von Ablehnung und Widerst\u00e4nden<\/strong><\/p>\n<p>Denn: Mit Ablehnung und Widerst\u00e4nden gegen neue Entwicklungen hat sie sich schon fr\u00fch vertraut machen k\u00f6nnen. Gro\u00dfvater und Vater waren Pfarrer, beide reformfreudig. \u201eSo machte sich mein Vater f\u00fcr die Konfirmation ab 18 Jahren stark, da er der Meinung war, erst in diesem Alter k\u00f6nne ein junger Mensch \u00fcber ein F\u00fcr oder Wider entscheiden.\u201c Als Quittung daf\u00fcr warf ein erbostes Gemeindemitglied einen Stein durch eine Fensterscheibe des Pfarrhauses. Beirren lie\u00df sich der Pfarrer davon nicht. Abzuwarten, bis sich Ver\u00e4nderungen von selbst oder auf m\u00f6glichst bequeme Weise ergeben: Das hat auch ihr nie gelegen. \u201eMan muss seinen eigenen Weg finden, sich einmischen und auch einmal eine Vorreiterrolle spielen.\u201c<\/p>\n<p>Als sie 1979 in M\u00f6nchengladbach Gemeindepfarrerin wurde, war Coenen-Marx dort die erste Frau in diesem Amt. \u201eIn der patriarchal gepr\u00e4gten Kultur der evangelischen Kirche war so etwas absolut keine Selbstverst\u00e4ndlichkeit.\u201c Damals nahm die Frau im Pfarrhaus meistens<\/p>\n<p>immer noch die \u201enormale\u201c Rolle der \u201ePfarrfrau\u201c ein, gerne auch mit Nachwuchs. Doch eine ordinierte Seelsorgerin mit Kindern? Ein Mitglied des f\u00fcr die Besetzung der Pfarrstelle zust\u00e4ndigen Presbyteriums machte ihr deutlich, dass so etwas f\u00fcr ihn nicht vorstellbar sei. \u201eSie k\u00f6nnen schlie\u00dflich nicht schwanger an einem Grab stehen!\u201c<\/p>\n<p>Auch auf ihrem weiteren beruflichen Weg kam sie immer wieder mit Ver\u00e4nderungsprozessen in Ber\u00fchrung \u2013 nicht nur in unterschiedlichen Leitungspositionen, sondern auch dann, wenn sie neue Aufgabenbereiche \u00fcbernahm oder von einer Organisationskultur in eine andere wechselte. So pendelte sie auf der Spur \u201eeines neuen diakonischen und theologischen Selbstverst\u00e4ndnisses\u201c von der Gemeindearbeit ins Landeskirchenamt, dann wieder in ein diakonisches Unternehmen und schlie\u00dflich ins Kirchenamt der Evangelischen Kirche Deutschlands. Dieses \u201eSchwingen zwischen diakonischer Praxis und Kirchenpolitik \u201c empfand sie eher als abwechslungsreich und anregend, denn als anstrengend. \u201eIch liebe es, die Wirklichkeit in verschiedenen Dimensionen auszuloten, unterschiedliche Organisationen, Berufe und Denkweisen kennen zu lernen und dabei immer wieder neue Perspektiven zu gewinnen.\u201c<\/p>\n<p><strong>Krisen und Umbr\u00fcche als Chance f\u00fcr Weiterentwicklungen<\/strong><\/p>\n<p>Trotz aller Schwierigkeiten erachtet sie Umbr\u00fcche als Chance f\u00fcr die Weiterentwicklung von Personen und Organisationen. \u201eBeim Formulieren und Umsetzen neuer Ziele, durch das Aufsetzen unkonventioneller Projekte und im Rahmen ungewohnter Kooperationsprozesse k\u00f6nnen ein neues Selbstverst\u00e4ndnis und ein neues Gemeinschaftsmodell entstehen.\u201c Als sie 1998 an die Spitze der Kaiserswerther Diakonie berufen wurde, erlebte sie dies hautnah. Mit einem Krankenhaus und Altenhilfeeinrichtungen, Jugendhilfe und Sozialpsychiatrie, Schulen f\u00fcr Pflege und P\u00e4dagogik, vielen Kultureinrichtungen und insgesamt mehr als 2000 Mitarbeitenden geh\u00f6rte die Einrichtung schon damals zu den gr\u00f6\u00dften diakonischen Sozial- und Gesundheitsunternehmen Deutschlands.<\/p>\n<p>Zum einen wurde sie dort Vorsteherin der Schwesternschaft, wobei die meisten Diakonissen bereits \u201eim Feierabend\u201c waren. Zum anderen fungierte sie, wiederum als erste Frau, als theologischer Vorstand der gesamten Einrichtung. \u201eDamit wollte die Leitungsebene nicht nur eine Stelle einsparen. Mit einer Frau an der Spitze sollte ein klares Zeichen f\u00fcr einen Neuanfang gesetzt werden\u201c, res\u00fcmiert Coenen-Marx. Ihre neue Stellung machte ihr keine Angst. \u201eF\u00fcr mich ist Macht die Voraussetzung f\u00fcr Gestaltung und Ver\u00e4nderung. Dazu braucht es Einfluss und eine Position, die diesen verst\u00e4rkt. Wer allerdings nur auf die funktionale Positionierung setzt, kann Ver\u00e4nderungsprozesse kaum nachhaltig bewirken. Es braucht gute Ideen und Konzepte, \u00dcberzeugungskraft und die Bereitschaft, als Vorbild zu wirken Im \u00dcbrigen ist immer mit \u201eGegenmacht\u201c zu rechnen und wichtig zu verstehen, woher diese r\u00fchrt.\u201c An Widerst\u00e4nden mangelte es wahrhaftig nicht.<\/p>\n<p>Da die Zeit des Wohlfahrtsstaates zu Ende ging, hie\u00df es schon damals, \u00f6konomischen Gesichtspunkten weitaus st\u00e4rker Rechnung zu tragen. So wurde aus der Pfarrerin die Arbeitgeberin, die Entlassungen durchsetzen und sich mit Arbeitsanw\u00e4lten auseinandersetzen musste. Auch als Immobilienmaklerin war sie gefragt: 400 werkseigene Wohnungen bedurften der Sanierung und konnten danach nicht mehr gewohnt g\u00fcnstig vermietet werden. \u201eVon einigen wurde mein Vorgehen als knallhart empfunden, zumal sie mir am Sonntag in der Kirche als Seelsorgerin und Predigerin begegneten.\u201c Sogar das traditionsreiche Mutterhaus der Schwesternschaft blieb nicht, wie es war. Dreimal pr\u00e4sentierte Coenen-Marx ihrem Aufsichtsgremium ihr Konzept der Umwandlung in ein besonderes Hotel mit Tagungsm\u00f6glichkeiten, das heute gewinnbringend gef\u00fchrt wird.<\/p>\n<p>Nicht nur die erforderlichen Quartals- und dann Monatsberichte bereiteten der Managerin schlaflose N\u00e4chte. Zum Aufruhr kam es, als eine Hebamme aus der Gyn\u00e4kologie dem Vorstand das Foto eines sp\u00e4t abgetriebenen Kindes zusandte \u2013 platziert in einem \u201eMoses K\u00f6rbchen\u201c, in dem ansonsten verstorbene Fr\u00fchchen aufgebahrt wurden. \u201eDas warf ethische Fragen auf, die sich nicht mehr unter der Decke halten lie\u00dfen\u201c, erinnert sich Coenen-Marx. \u201eIch musste erkennen, dass normative Vorgaben nicht ausreichen, dass es nicht nur um mein Gewissen geht und dass Eltern und \u00c4rzte vor unertr\u00e4glichen Entscheidungen stehen k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Sehr viel Wert legte sie darauf, in die von ihr initiierten Dialoge alle Beteiligten mit einzubeziehen. \u201eDabei habe ich zum einen gelernt, wie wichtig es auch im Management ist, Gef\u00fchle wie Angst und Wut ernst zu nehmen. Zum anderen erfuhr ich \u2013 und das war nicht das einzige Mal in meinem Leben \u2013 wie nahe Macht und Ohnmacht beieinanderliegen k\u00f6nnen. Wenn Argumente nicht z\u00e4hlen, Visionen die Herzen nicht erreichen und am Ende nur die Positionsmacht entscheidet, f\u00fchlt sich jeder, dem eine Sache am Herzen liegt, ohnm\u00e4chtig. M\u00f6glicherweise auch der Mensch am l\u00e4ngeren Hebel einer Machtposition.\u201c<\/p>\n<p><strong>Anst\u00f6\u00dfe von Ver\u00e4nderungsprozessen in der EKD<\/strong><\/p>\n<p>Neuen beruflichen Herausforderungen stellte sie sich 2004, als sie in das Kirchenamt der EKD in Hannover wechselte. Hier war sie zun\u00e4chst als Nahostreferentin und Leiterin der \u00dcberseeabteilung t\u00e4tig, um drei Jahre sp\u00e4ter die Leitung des Referats Sozial- und Gesellschaftspolitik zu \u00fcbernehmen. Mit ihrer Arbeit an sozialpolitischen Denkschriften und als Herausgeberin der Zeitschrift Chrismon hat die Kirchenpolitikerin \u201eviele notwendige Debatten\u201c \u00fcber die Zukunft der Familien- und Gesundheitspolitik, den demografischen Wandel und die Inklusion in der EKD mit angesto\u00dfen: \u201eDie Marke Volkskirche musste und muss schrittweise ver\u00e4ndert werden.\u201c Durch ihre \u00f6ffentlichen Auftritte und ihre Mitwirkung in Synoden und anderen kirchlichen Gremien kam sie auch mit ungew\u00f6hnlichen Pers\u00f6nlichkeiten aus den Medien, der Politik und dem Wissenschaftsbereich in Kontakt. \u201eJe konsequenter ich meinen manchmal eigenwilligen Weg gegangen bin, desto mehr habe ich Menschen zu sch\u00e4tzen gelernt, die auf den eigenen Kopf und ihre Freiheit ebenso viel Wert legen wie ich selbst.\u201c<\/p>\n<p><strong>Neue berufliche Weichenstellungen<\/strong><\/p>\n<p>Gleichwohl setzt sie auch auf \u201edas Geschenk von Bindungen\u201c. Ihren Mann, einen Lehrer f\u00fcr Deutsch und Geschichte, hat sie bereits w\u00e4hrend ihres Studiums kennen gelernt. Seine Unterst\u00fctzung empfand sie nicht nur dann als wertvoll, als sie als Bisch\u00f6fin nominiert wurde und vergeblich kandidierte. Michael Marx war ein weiteres Mal ihr erster Ratgeber, als sie sich 2015 dazu entschloss, ihr Kirchenamt niederzulegen. Unmittelbarer Anlass daf\u00fcr war eine schwere Erkrankung, die sie \u00fcber Wochen ans Bett fesselte. \u201eIch hatte schon fr\u00fcher daran gedacht, mich selbst\u00e4ndig zu machen. Dann verdichtete sich mein Eindruck, viel zu viel Zeit am Schreibtisch zu verbringen. Zum Beispiel mit Dokumentationen oder \u00dcberzeugungsarbeit in Hinblick auf einen Konsens in Leitungsgremien, wo so oft vieler Rechtfertigungen bedarf.\u201c<\/p>\n<p>Gem\u00e4\u00df ihrem Credo \u2013 \u201eUmbr\u00fcche und Krisen haben bisweilen lebensver\u00e4ndernde Kraft\u201c \u2013 bringt sie ihre Erfahrungen seitdem als Beraterin von Organisationen in \u00dcbergangssituationen ein. \u201eAuf diese Weise m\u00f6chte ich dazu beitragen, die \u201eSeele des Sozialen\u201c, Gemeinschaftssinn, Achtsamkeit, Engagement und Motivation, lebendig zu erhalten \u2013 gerade in Anbetracht der wachsenden Wirtschaftlichkeitserwartungen an Medizin, Pflege und Bildung.\u201c<\/p>\n<p>Ihre Vorgehensweise hat sie auch in ihrem neuen Berufsfeld nicht ver\u00e4ndert. \u201eBis an die Grenze zu gehen, geh\u00f6rt zu meinem Naturell. Wenn ich ausgelotet habe, wo das Limit liegt und warum das so ist, versuche ich, ein \u201eLoch im Zaun\u201c oder einen \u201eHaken in der Mauer\u201c zu finden: beispielsweise durch innovative Projekte oder auch im Rahmen von B\u00fcndnissen. Wo ich Grenzen anerkennen muss, schaue ich nach alternativen Wegen \u2013 allerdings nicht auf Kosten meiner \u00dcberzeugungen.\u201c Mit dem Kopf durch Wand geht sie deshalb nicht. \u201eDen Umgang mit Diplomatie kann man in keinem Unternehmen so gut lernen wie in der Kirche.\u201c<\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"brickgroup\" data-renderer=\"_dynamic\" data-layout-desktop=\"w8-\" data-layout-tablet=\"w12-\" data-layout-mobile=\"w12-\" data-brickid=\"d0f04e3e-e964-4f48-9075-80e191fde93e\" data-depth=\"2\">&nbsp;<\/div>\n<\/header>\n<header class=\"entry-header\">\n<hr><\/header>\n<header class=\"entry-header\"><\/header>\n<header class=\"entry-header\">\n<header class=\"entry-header\"><\/header>\n<header class=\"entry-header\"><strong>11.09.17 \/ <a href=\"http:\/\/www.diakonissenhaus-kassel.de\/aktuelles\/26-06-2017-meldungen\/11-09-2017-153-jahresfest-mit-verleihung-der-kronenkreuze\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/www.diakonissenhaus-kassel.de\/aktuelles\/<\/a><\/strong><\/p>\n<h1><strong>Langj\u00e4hrige Mitarbeitende im Rahmen des<br \/>153. Jahresfestes mit Kronenkreuzen geehrt <\/strong><\/h1>\n<p>STIFTUNG \u2013 Im Rahmen des 153. Jahresfestes wurden elf Mitarbeitende der Stiftung Kurhessisches Diakonissenhaus sowie der Agaplesion Diakonie Kliniken f\u00fcr 15 und 25 Jahre Dienst in der Diakonie ausgezeichnet. Nach dem Gottesdienst wurde im Speisesaal des Mutterhauses bei Kaffee und Kuchen gefeiert. G\u00e4ste aus Kirche und Gesellschaft \u00fcberbrachten ihre Gl\u00fcckw\u00fcnsche den Jubilaren.<\/p>\n<div id=\"attachment_3057\" style=\"width: 442px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/Kdhk.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3057\" class=\"size-full wp-image-3057\" src=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/Kdhk.jpg\" alt=\"\" width=\"432\" height=\"287\" srcset=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/Kdhk.jpg 432w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/Kdhk-300x199.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 432px) 100vw, 432px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3057\" class=\"wp-caption-text\">Reihe 1 v.l.: Dr. E. Schwarz, P. Meyer, J. Lorenz, C. Heitzer, B. Gerk Reihe 2 v.l. S. Fischer, V. Christa-Winciers, G. R\u00fcmmel, R. Lange Reihe 3 v.l. R. Rolof, S. Kiefer, I. Kornd\u00f6rfer-Cavallo, F. Francis, Dr. C. Berger-Zell, G. Fitz, C. Coenen-Marx<\/p><\/div>\n<p>Pfarrerin Dr. Carmen Berger-Zell der Diakonie Hessen und Pfarrer Dr. Eberhard Schwarz vom Diakonissenhaus \u00fcberreichten f\u00fcr 15 Jahre Mitarbeit das silberne und f\u00fcr 25 Jahre Mitarbeit das goldene Kronenkreuz der Diakonie. \u201eDas Kronenkreuz besteht aus einem Kreuz und einer Krone. Es verbindet Not und Tod mit der Hoffnung und der Auferstehung. Es ist das Symbol, dass Gott mit Ihnen auf dem Weg ist\u201c, so erkl\u00e4rte Berger-Zell das Zeichen. \u201eMenschen beizustehen und sie in schwierigen Situationen zu begleiten, daf\u00fcr braucht es Geduld, Ausdauer und Verst\u00e4ndnis\u201c, Berger-Zell weiter.<\/p>\n<p>Geehrt wurden Irmgard Kornd\u00f6rfer-Cavallo (Silbernes Kronenkreuz), Susanne Fischer, Frank Francis, Bettina Gerk, Carmen Heitzer, Ramona Lange, Judith Lorenz, Petra Meyer, Rita Rolof, Gabriele R\u00fcmmel und Verena Christa-Winciers (alle Goldenes Kronenkreuz).<\/p>\n<p>Beim Festakt mit Kaffee und Kuchen konnte der theologische Vorstand Pfarrer Dr. Eberhard Schwarz neben den Jubilaren mit ihren Angeh\u00f6rigen und den Diakonissen weitere G\u00e4ste begr\u00fc\u00dfen. Die neue Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin des Kaiserswerther Verbandes, Pfarrerin Christa Schrauf, erinnerte daran, dass sich diakonisches Handeln immer in der Spannung zwischen Wirtschaftlichkeit und Fachlichkeit befinde. Trotz dieses Schmerzes bringe es immer auch Erf\u00fcllung. In Vertretung f\u00fcr Oberb\u00fcrgermeister Christian Geselle sprach Stadtr\u00e4tin Gabriele Fitz. Die gelernte Kinderkrankenschwester wisse aus eigener Erfahrung um die Schwierigkeiten, die soziale Berufe mit sich bringen. \u201e25 Jahre bei einem Arbeitgeber ist keine Selbstverst\u00e4ndlichkeit!\u201c Eine gute Betreuung von Kranken und Alten k\u00f6nne man mit Geld nicht kaufen, \u201esondern es braucht Menschen, die es gerne machen\u201c. Gl\u00fcckw\u00fcnsche aus dem Landeskirchenamt \u00fcberbrachte Pfarrerin Martina Tirre. \u201eWas Sie hier tun ist ein Schatz, den wir nicht missen wollen. Sie sind es, die Jesu Menschenfreundlichkeit f\u00fcr jeden Einzelnen Realit\u00e4t werden lassen.\u201c sagte Tirre den Jubilaren zu. In der Pflege und Betreuung solle es um den Menschen gehen, doch oft gehe die Menschlichkeit verloren. Das sei auch die Folge von Personaleinsparungen. \u201eSparen wir da nicht an der falschen Stelle?\u201c fragte Tirre nachdenklich.<\/p>\n<p>Acht der elf Jubilare sind Mitarbeiter des fr\u00fcheren Diakonissenkrankenhauses, jetzt Agaplesion Diakonie Kliniken. Die Pflegedienstdirektorin Cornelia Reissner dankte im Namen der Klinik den Mitarbeitenden: \u201eSie haben in all den Jahren sehr viel mitgetragen. Deswegen wollte ich Ihnen hier einfach auch danke sagen!\u201c<\/p>\n<p>Stefan Kiefer, der kaufm\u00e4nnische Vorstand der Stiftung Kurhessisches Diakonissenhaus, wies darauf hin, dass es an diesem Nachmittag viele Gr\u00fcnde zum Feiern, Danken und W\u00fcrdigen gebe. Gleichzeitig befinde sich die Stiftung mit ihren Einrichtungen auch in sehr bewegten Zeiten. \u201eUns bewegen die Fragen, wie es mit unseren Pflegeeinrichtungen weitergehen kann und in welcher Struktur die Einrichtungen der Stiftung k\u00fcnftig weiterarbeiten werden.\u201c Ziel sei es, dass das Werk des Diakonissenhauses in Ruhe und Kontinuit\u00e4t weitergehen k\u00f6nne, damit Zukunft gelinge.<\/p>\n<p>Oberkirchenr\u00e4tin a.D. Cornelia Coenen-Marx hielt die Festpredigt im Gottesdienst. Sie predigte zu einem Text aus dem Markusevangelium, in der Jesus die Frage nach Mutter und seinen Br\u00fcdern stellt. \u201eWer den Willen Gottes erf\u00fcllt, der ist f\u00fcr mich Bruder und Schwester und Mutter.\u201c, so seine Antwort.<br \/>Coenen-Marx ging in ihrer Predigt der Frage nach der Bedeutung der Familie nach. Wo finden wir diese, wer geh\u00f6re dazu und wer nicht? Die Gesellschaft wandle sich rasant, Familien seien \u00fcberfordert, man spreche von einem Drittel Abgeh\u00e4ngter. \u201eKommunen, Kirchengemeinden, Schulen und Unternehmen sind gefragt, Verantwortungsstrukturen neu zu beleben.\u201c forderte Coenen-Marx. \u201eWo Kinder und Enkel weit weg wohnen, brauchen gerade \u00e4ltere Menschen Freunde und Wahlfamilien. Die Kirche hat hier eine besondere Aufgabe.\u201c, so Coenen-Marx weiter. Familie sei Heimat in einer mobilen Gesellschaft. Seit der Geschichte mit Jesus wissen wir, dass die Form nicht so entscheidend sei, es gehe um den Geist der Offenheit, der Gro\u00dfz\u00fcgigkeit und der F\u00fcrsorge.<\/p>\n<p>Den Gottesdienst gestaltete Kirchenmusiker Martin Forciniti mit seinem Chor mit, den Festakt im Speisesaal des Mutterhauses umrahmte der Instrumentalkreis von Schwester Helga.<\/p>\n<\/p>\n<\/header>\n<\/header>\n<header class=\"entry-header\"><\/header>\n<hr>\n<header class=\"entry-header\">\n<p class=\"p1\"><strong><span class=\"s1\">Osnabr\u00fccker Zeitung \/ 28.01.2017 \/&nbsp;&nbsp;von Johannes Giewald<br \/><a href=\"http:\/\/www.noz.de\/lokales-dk\/ganderkesee\/artikel\/842102\/diakonie-ruft-zu-toleranz-und-verstaendnis-auf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.noz.de\/lokales-dk\/<\/a><br \/><\/span><\/strong><\/p>\n<h3 class=\"p2\"><span class=\"s1\"><b><i>Neujahrsempfang in Wildeshausen<\/i><\/b><\/span><\/h3>\n<h2 class=\"p2\"><span class=\"s1\"><b>Diakonie ruft zu Toleranz und Verst\u00e4ndnis auf<\/b><\/span><\/h2>\n<div id=\"attachment_2784\" style=\"width: 760px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/neujahrsempfang-diakonie-wildeshausen_201701281241_full.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2784\" class=\"wp-image-2784 size-medium_large\" src=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/neujahrsempfang-diakonie-wildeshausen_201701281241_full-768x432.jpg\" width=\"750\" height=\"422\" srcset=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/neujahrsempfang-diakonie-wildeshausen_201701281241_full-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/neujahrsempfang-diakonie-wildeshausen_201701281241_full-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/neujahrsempfang-diakonie-wildeshausen_201701281241_full.jpg 800w\" sizes=\"(max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2784\" class=\"wp-caption-text\">Diakonie-Vorstand Wolfgang Pape (von links), Landrat Carsten Harings, Theologin Cornelia Coenen-Marx, Franz-Josef Franke, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Diakonisches Werkes und Hero Menneb\u00e4ck (Stadt Delmenhorst) hoffen auf eine geeinte Gesellschaft. Foto: Johannes Giewald<\/p><\/div>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Wildeshausen. \u201eWas wir brauchen, ist Respekt und Achtung voreinander\u201c, sagte Landrat Carsten Harings beim Neujahrsempfang des Diakonischen Werkes Delmenhorst\/Oldenburg-Land am Freitag in Wildeshausen. Vertreter aus Politik, Verwaltung und Diakonie appellierten an die Gesellschaft, im Jahr 2017 enger zusammenzur\u00fccken. <\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Sorgenvoll blickten die Redner vor 150 G\u00e4sten in der Alexanderkirche sowohl zur\u00fcck auf die Ereignisse von 2016 als auch auf das, was die Menschen 2017 besch\u00e4ftigen wird. \u201eIch hoffe nicht, dass sich der Geist von Fake News und alternativen Fakten breit macht\u201c, sagte Franz-Josef Franke, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Diakonischen Werkes, \u201eich hoffe, dass sich der Geist von Ermutigung, Toleranz und Verst\u00e4ndnis breitmacht\u201c.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Pflegebed\u00fcrftige, Wohnungslose, sozial Schwache und Fl\u00fcchtlinge brauchen die Hilfe der Gesellschaft. Menschen bed\u00fcrfen bei dramatischen Ereignissen den Trost anderer. Dass es so viele Freiwillige gibt, die sich in ihrer Freizeit f\u00fcr andere Menschen aufopfern, gerate zu oft in Vergessenheit. \u201eWie tr\u00f6stlich ist es, dass es in den Situationen Menschen gibt, die f\u00fcr einen da sind\u201c, sagte Franke.<\/span><\/p>\n<p class=\"p2\"><span class=\"s1\"><b>\u201eK\u00f6nnen nur gemeinsam in der Welt leben\u201c<\/b><\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Terror, Staaten, die sich in Europa ver\u00e4ndern, die Ideen Donald Trumps und ein Europa, das ein fragw\u00fcrdiges Bild abgebe: Landrat Harings prangerte die Selbstbezogenheit von Menschen und Staaten an und bezeichnete sie als \u201eGrundlage f\u00fcr Gewalt\u201c. Jeder scheine sich selbst der N\u00e4chste zu sein. \u201eWir brauchen die Erkenntnis, dass wir nur gemeinsam in dieser Welt und nur gemeinsam mit dieser Welt leben k\u00f6nnen\u201c, sagte Harings. Diese Erkenntnis sei die Grundlage f\u00fcr ein friedvolles Jahr 2017.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Die Menschen, die in den verschiedenen Zweigen der Diakonie arbeiten, w\u00fcrden das jeden Tag vorleben, sagte Hero Menneb\u00e4ck als Vertreter der Stadt Delmenhorst. Er betonte, dass auch in diesem Jahr die Aufnahme und Integration von Fl\u00fcchtlingen zu den Hauptaufgaben der Gesellschaft geh\u00f6ren. \u201eJe mehr Willkommenskultur gelebt wird, desto mehr profitiert die Gesellschaft und es entsteht ein Wir-Gef\u00fchl\u201c, sagte Menneb\u00e4ck. Die Diakonie sei bei dieser Aufgabe ein \u201ekompetenter Sozialpartner\u201c.<\/span><\/p>\n<p class=\"p2\"><span class=\"s1\"><b>Handeln im Sinne der Jahreslosung<\/b><\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Kreisdiakoniepfarrer Dietrich Jaedicke legte den Zuh\u00f6rern die Jahreslosung ans Herz, die da lautet \u201eGott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.\u201c\u201cDurch das Engagement k\u00f6nnen wir Menschen sehr viel Gutes schenken, vor allem wenn wir uns selbst als Beschenkte begreifen\u201c, f\u00fcgte er hinzu. <\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Den Reden bei dem Empfang folgte ein Vortrag der Theologin Cornelia Coenen-Marx zum Thema \u201eGerechtigung und Beteiligung \u2013 Impulse der Reformation f\u00fcr unseren Sozialstaat\u201c. Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung vom Otto Groote Ensemble.<\/span><\/p>\n<\/header>\n<header class=\"entry-header\">\n<hr><\/header>\n<header class=\"entry-header\"><\/header>\n<p class=\"p2\"><span class=\"s1\">&nbsp;<\/span><\/p>\n<p class=\"p2\"><span class=\"s1\">Hofgeismar \/ Kassel \/ Hannover, 15. September 2016<\/span><\/p>\n<h3 class=\"p2\"><b>\u201eDer Tod ist auch eine kulturell definierte Gr\u00f6\u00dfe\u201c<\/b><\/h3>\n<p class=\"p2\"><span class=\"s1\"><b>Tagung will \u00f6ffentlichen Diskurs \u00fcber den Zusammenhang von Hirntod und Organspende ansto\u00dfen<\/b><\/span><\/p>\n<p class=\"p2\"><span class=\"s1\">Sind f\u00fcr hirntot erkl\u00e4rte Menschen Tote oder Sterbende? Dieser Frage ging gestern auf einem gemeinsamen Studientag der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, der Evangelischen Frauen in Deutschland e.V. (EFiD) und der Evangelischen Akademie Hofgeismar ein Fachpublikum aus Theologie, Medizin und Recht nach.<\/span><\/p>\n<p class=\"p2\"><span class=\"s1\">\u201eDer Tod, so merkw\u00fcrdig es auf den ersten Blick klingt, ist nicht nur ein biologisches Widerfahrnis, sondern auch eine kulturell definierte Gr\u00f6\u00dfe\u201c, er\u00f6ffnete Prof. Dr. Martin Hein, Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, die Tagung. Die M\u00f6glichkeiten der modernen Medizin, so Hein, h\u00e4tten dies bei der Fragestellung der Organspende in den Blickpunkt ger\u00fcckt: \u201eSind Hirntote Tote oder Sterbende und wann k\u00f6nnen Organe entnommen werden?\u201c Wie schwierig diese Frage sei, zeige sich zum Beispiel daran, dass auch der Deutschen Ethikrat keine abschlie\u00dfende Position bezogen, sondern zwei unterschiedliche Voten formuliert habe. Dieser Dissens zeige, so Hein, der selbst Mitglied des Rates ist, dass der \u00f6ffentliche Diskurs zu diesem Thema weiterhin gef\u00fchrt werden m\u00fcsse.<\/span><\/p>\n<p class=\"p2\"><span class=\"s1\">Die Position der Evangelischen Frauen in Deutschland machte deren Vorsitzende Susanne Kahl-Passoth deutlich. \u201eWir sind der Meinung, dass hirntote Menschen Sterbende sind.\u201c Es gehe hierbei um Fragen, die keinesfalls nur medizinisch beantwortet werden k\u00f6nnten. Diese bed\u00fcrften mindestens ebenso sorgf\u00e4ltiger ethischer und rechtlicher \u00dcberlegungen und Abw\u00e4gungen, so die Theologin. \u201eWir m\u00fcssen und wollen unsere besondere Kompetenz f\u00fcr Fragen der menschlichen W\u00fcrde von Anfang bis Ende des Lebens in diesen Diskurs einbringen\u201c, stellte Kahl-Passoth klar.<\/span><\/p>\n<p class=\"p2\"><span class=\"s1\">Oberkirchenr\u00e4tin i.R. Cornelia Coenen-Marx, die bis 2015 das Referat f\u00fcr Gesellschafts- und Sozialpolitik der EKD leitete, stellte die von Ren\u00e9 Descartes eingebrachte Trennung von Geist und K\u00f6rper in Frage: \u201eBiblisch gibt es diese scharfe Trennung nicht.\u201c Dies habe klare Konsequenzen, da es somit keine Verf\u00fcgbarkeit \u00fcber den K\u00f6rper gebe und eine seelsorgerliche Begleitung gew\u00e4hrleistet sein m\u00fcsse. Angeh\u00f6rige seien oftmals sehr kurzfristig mitbetroffen und trotzdem zwingend in den Prozess der Organentnahme einzubinden.<\/span><\/p>\n<p class=\"p2\"><span class=\"s1\">Der Jurist Prof. Dr. Wolfram H\u00f6fling, ebenfalls Mitglied im deutschen Ethikrat, wertete gemeinsam mit Bischof Hein das Hirntodkriterium \u201eals notwendiges aber nicht hinreichendes Todeskriterium\u201c. Da man bei hirntoten Patienten nicht von Leichen sprechen k\u00f6nne, m\u00fcsse sich auch von der sogenannten \u201edead-donor-rule\u201c verabschiedet werden, die eine Organentnahme nur bei Toten erlaubt. Wichtiger sei eine wirklich gute Informationskultur zu dem Thema und eine freiwillige Vorabeinwilligung in die Explantation.<\/span><span class=\"s2\">&nbsp;<\/span><\/p>\n<p class=\"p2\"><span class=\"s1\">Direktor Karl Waldeck von der Evangelischen Akademie Hofgeismar wertete die heutige Veranstaltung als Indiz daf\u00fcr, dass bei weitem noch nicht alle Fragen zu den Themen Tod, Hirntod und Organspende gekl\u00e4rt seien. Eine einschl\u00e4gige Statistik vom Juni diesen Jahres zeige, dass zwar 81 % der Befragten der Organspende eher positiv gegen\u00fcberst\u00e4nden, aber nur 32 % einen Organspendeausweis bes\u00e4\u00dfen. Waldeck warnte davor, <\/span><span class=\"s3\">als alleinige Ursache f\u00fcr diese augenscheinliche Diskrepanz eine mangelnde \u00d6ffentlichkeitsarbeit anzusehen.<\/span><\/p>\n<p class=\"p3\"><span class=\"s1\">&nbsp;<\/span><\/p>\n<hr>\n<p class=\"p1\" style=\"text-align: left;\"><span class=\"s1\"><b>Einladung zum Pressegespr\u00e4ch:<\/b><\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Mittwoch, 14. September, 11.45 bis 12.15 Uhr, im Haus der Kirche, Kassel<\/span><\/p>\n<h3 class=\"p1\"><span class=\"s1\">Tagung der Evangelischen Akademie Hofgeismar zur Organspende<\/span><\/h3>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\"><b>11.45 Uhr bis 12.15 Uhr im Raum 104<\/b><\/span><\/p>\n<p><span class=\"s1\">Ihre Gespr\u00e4chspartner sind:<\/span><\/p>\n<ul>\n<li class=\"p1\"><span class=\"s1\">Bischof Prof. Dr. Martin Hein, Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck<\/span><\/li>\n<li class=\"p1\"><span class=\"s1\">Cornelia Coenen-Marx, Oberkirchenr\u00e4tin a.D.<\/span><\/li>\n<li class=\"p1\"><span class=\"s1\">Direktor Pfarrer Karl Waldeck, Evangelische Akademie Hofgeismar<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/?location=evangelische-tagungsstaette-hofgeismar\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Weitere Informationen hier<\/a><\/p>\n<p><span style=\"color: #ff9900;\">erschienen:&nbsp;Zeitschrift &#8222;Anst\u00f6\u00dfe&#8220; der Evangelischen Akademie Hofgeismar<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\" style=\"text-align: left;\"><a href=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/anstoesse.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2177 aligncenter\" src=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/anstoesse.jpg\" alt=\"anstoesse\" width=\"700\" height=\"991\" srcset=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/anstoesse.jpg 700w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/anstoesse-212x300.jpg 212w\" sizes=\"(max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a><\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 1\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<div class=\"page\" title=\"Page 1\">\n<p><span style=\"color: #ff6600;\">&nbsp;<\/span><\/p>\n<\/div>\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"page\" title=\"Page 5\">&nbsp;<\/div>\n<hr>\n<h2 class=\"p1\"><a style=\"font-size: 16px;\" href=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/die_kirche.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2148\" src=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/die_kirche.jpg\" alt=\"die_kirche\" width=\"1688\" height=\"5287\" srcset=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/die_kirche.jpg 1688w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/die_kirche-96x300.jpg 96w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/die_kirche-327x1024.jpg 327w\" sizes=\"(max-width: 1688px) 100vw, 1688px\" \/><\/a><\/h2>\n<hr>\n<h2 class=\"p1\"><a style=\"font-size: 16px;\" href=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/NEB_103_082016_Interview_C_01.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2137\" src=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/NEB_103_082016_Interview_C_01.jpg\" alt=\"NEB_103_082016_Interview_C_01\" width=\"2314\" height=\"2870\" srcset=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/NEB_103_082016_Interview_C_01.jpg 2314w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/NEB_103_082016_Interview_C_01-242x300.jpg 242w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/NEB_103_082016_Interview_C_01-826x1024.jpg 826w\" sizes=\"(max-width: 2314px) 100vw, 2314px\" \/><\/a><\/h2>\n<h2 class=\"p1\"><a href=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/NEB_103_082016_Interview_C_02.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2138\" src=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/NEB_103_082016_Interview_C_02.jpg\" alt=\"NEB_103_082016_Interview_C_02\" width=\"771\" height=\"957\" 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Teilhabe\u201c<\/b><\/h2>\n<p class=\"p1\"><b>Ehrenamtsakademie der Evangelischen Kirche in Frankfurt er\u00f6ffnet<\/b><\/p>\n<p class=\"p1\"><a href=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/eaA-in-Frankfurt-Bericht.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">eaA in Frankfurt, Bericht als PDF <\/a><\/p>\n<\/p>\n<h5>&nbsp;<\/h5>\n<h5>&nbsp;<\/h5>\n<hr>\n<h5><a href=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/160319-buchmesse.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1448\" src=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/160319-buchmesse.jpg\" alt=\"160319-buchmesse\" width=\"560\" height=\"377\" srcset=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/160319-buchmesse.jpg 560w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/160319-buchmesse-300x202.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 560px) 100vw, 560px\" \/><\/a><\/h5>\n<h6 style=\"text-align: center;\">Foto:\u00a9 Klaus Ulrich Ruof, EmK-\u00d6ffentlichkeitsarbeit<\/h6>\n<h6 style=\"text-align: center;\">&nbsp;<\/h6>\n<p>Samstag, 19. M\u00e4rz 2016<br \/><a href=\"http:\/\/www.emk.de\/meldungen-2016\/der-mann-kann-sich-verstaendlich-machen.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Erschienen unter: www.emk.de<\/a><\/p>\n<\/p>\n<h2><strong>\u00bbDer Mann kann sich verst\u00e4ndlich machen\u00ab<\/strong><\/h2>\n<p><strong>Bei der Podiumsdiskussion zur Neuausgabe von Wesleys Lehrpredigten waren sich die Teilnehmer einig: die Themen von Wesleys Predigten sind hochaktuell.<\/strong><\/p>\n<p>Im Rahmen einer Podiumsdiskussion bei der Leipziger Buchmesse am gestrigen Freitag, wurde die Neuausgabe der Lehrpredigten John Wesleys erstmals der \u00d6ffentlichkeit vorgestellt. Dazu brachte Friederike Ursprung, Redakteurin bei der S\u00e4chsischen Landesanstalt f\u00fcr privaten Rundfunk, den \u00dcbersetzer und Herausgeber Manfred Marquardt ins Gespr\u00e4ch mit drei Personen, die Ausz\u00fcge aus dem im April erscheinenden Werk vorab lesen konnten.<\/p>\n<p>Christoph Barnbrock, Professor f\u00fcr Praktische Theologie an der Lutherischen Theologischen Hochschule der SELK in Oberursel, fand Wesleys Predigten \u00bbdurchaus anst\u00f6\u00dfig, aber konkret\u00ab. Wesley komme auf den Punkt. \u00bbWer\u2018s liest, wei\u00df, er ist gemeint\u00ab, war sein Fazit aus der Lekt\u00fcre. Als lutherischer Theologe riet er \u00bbdie Goldk\u00f6rner zu entdecken und f\u00fcr den eigenen Glauben mitzunehmen\u00ab.<\/p>\n<p>\u00bbJohn Wesley hat keine Ber\u00fchrungs\u00e4ngste mit der Welt, aber er hat klare Kriterien zum Umgang mit weltlichen Dingen\u00ab, war der erste Kommentar von Cornelia Coenen-Marx zu Wesleys Predigten. Der ehemaligen Sozialreferentin der EKD und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin der \u00bbKammer f\u00fcr soziale Ordnung\u00ab der EKD waren besonders die Stellen ins Auge gesprungen, in denen Wesley die biblische Botschaft auch mit gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Konsequenzen konkretisiert. Bei Wesleys Predigt zum Umgang mit Geld habe sie besonders \u00bbdie Sachlichkeit der Thesen und die Einfachheit der Kriterien zur Konkretion\u00ab beeindruckt. Diese Themen k\u00f6nnten heute durchaus \u00bbgepostet und ins Netz gestellt werden, das w\u00fcrde zur Diskussion anregen\u00ab.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Kirchgengeschichtler Klaus Fitschen geh\u00f6rt die Wirkungszeit Wesleys gar nicht zum Schwerpunkt seines Lehrauftrags an der Universit\u00e4t Leipzig. Trotzdem war der Professor f\u00fcr Neuere und Neueste Kirchengeschichte geradezu von Wesleys Predigtstil beeindruckt. \u00bbDer Mann kann sich verst\u00e4ndlich machen, was man heute nicht immer von Predigten sagen kann.\u00ab Und als lutherischer Theologe kommentierte er anerkennend: \u00bbWesley gibt aber auch klar Rechenschaft \u00fcber seine Kriterien.\u00ab Endlich gebe es diese Predigten \u00bbin einer sch\u00f6nen Aufmachung\u00ab.<\/p>\n<p>Manfred Marquardt, vor seinem Eintritt in den Ruhestand Professor f\u00fcr Dogmatik und Ethik am Theologischen Seminar der Evangelisch-methodistischen Kirche (heute Theologische Hochschule Reutlingen) und langj\u00e4hriger Rektor dieser Einrichtung, verschrieb sich als profunder Wesleykenner der Neuausgabe der Lehrpredigten John Wesleys. Marquardts Wunsch ist nun, \u00bbdass die Menschen in unseren Gemeinden Wesley als Gespr\u00e4chspartner verstehen\u00ab. Das habe Wesley selbst so gewollt. \u00bbSeine Predigten waren und sind eine Einladung zum Gespr\u00e4ch und zum Vergleichen.\u00ab Deshalb sollten sich besonders Hauskreise und Bibelgespr\u00e4chsgruppen mit den Lehrpredigten besch\u00e4ftigen. \u00bbEs lohnt sich, die Predigten zu lesen\u00ab, sagt Marquardt, der nach \u00fcber sechsj\u00e4hriger Arbeit mit dem Druck des 800-seitigen Werkes seine umfangreichste Ruhesandsaufgabe abschlie\u00dft.<\/p>\n<p><em>Klaus Ulrich Ruof<\/em><\/p>\n<\/p>\n<h5>John Wesley. Lehrpredigten, herausgegeben und neu \u00fcbersetzt von Manfred Marqardt, 816 Seiten ISBN 978-3-8469-0248-6, Preis steht noch nicht fest, <a href=\"http:\/\/www.edition-ruprecht.de\/katalog\/titel.php?id=7\"><strong>Verlag Edition Ruprecht<\/strong><\/a><\/h5>\n<h5>Die Lehrpredigten John Wesleys waren ab 1975 auf Beschluss des Rates der Zentralkonferenzen in Europa in einem 9-b\u00e4ndigen Sammelwerk erschienen. Dazu war eine Autorengruppe aus den beiden Zentralkonferenzen Ost- und Westdeutschland und der Schweiz gebildet worden. Deren Ergebnisse wurden unter der Endredaktion von Gotthard Falk, Robert Gebhart, Hartmut Handt, Karsten Mohr und Helmut Robbe sukzessive ver\u00f6ffentlicht. Nachdem die letzten Exemplare dieser Ausgabe seit 2007 vergriffen waren, stellte sich die Frage nach einer Neuausgabe. Manfred Marquardt nahm sich dieser Aufgabe an, die nach einer ersten Durchsicht mit dem Ziel einer Neuausgabe mit nur wenigen \u00c4nderungen zu einer Neubearbeitung und umfangreichen Neu\u00fcbersetzung f\u00fchrte.<\/h5>\n<\/p>\n<hr>\n<p><a href=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/Chance_fuer_die_Kirche.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-1391 size-large\" src=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/Chance_fuer_die_Kirche-1024x995.jpg\" alt=\"\" width=\"750\" height=\"729\" srcset=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/Chance_fuer_die_Kirche-1024x995.jpg 1024w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/Chance_fuer_die_Kirche-300x292.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><\/a><\/p>\n<hr>\n<p>Artikel&nbsp;von Dr. Renate Hauser (August 2015) ist erschienen unter:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.renatehauser.de\/news\/die_wegbereiterin.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.renatehauser.de\/news\/die_wegbereiterin.html<\/a><\/p>\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<h3><strong>Cornelia Coenen-Marx (62): Die Wegbereiterin <\/strong>(von Dr.&nbsp;<span class=\"s1\">Renate Hauser)<\/span><\/h3>\n<p>Als Cornelia Coenen-Marx 1979 in M\u00f6nchengladbach Gemeindepfarrerin wurde, war sie dort die erste Frau in diesem Amt. \u201eIn der patriarchal gepr\u00e4gten Kultur der evangelischen Kirche war so etwas absolut nicht die Regel.\u201c Eine Frau auf dem Stuhl des Pastors\u201c titelte die \u201eRheinische Post\u201c. Damals war die Frau im Pfarrhaus normalerweise die \u201ePfarrfrau\u201c, gerne auch mit Nachwuchs. Ein Mitglied des f\u00fcr die Besetzung der Pfarrstelle zust\u00e4ndigen Presbyteriums lie\u00df sie nicht in Zweifel dar\u00fcber, dass eine Seelsorgerin mit Kindern f\u00fcr ihn nicht vorstellbar sei. \u201eSie k\u00f6nnen schlie\u00dflich nicht schwanger an einem Grab stehen!\u201c<\/p>\n<p><strong>Reformfreude als Erfahrung im Elternhaus<\/strong><\/p>\n<p>Mit Ablehnung und Widerst\u00e4nden gegen neue Entwicklungen hat sich Coenen-Marx von fr\u00fch an vertraut machen k\u00f6nnen. Gro\u00dfvater und Vater waren Pfarrer, beide reformfreudig. \u201eSo machte sich mein Vater f\u00fcr die Konfirmation ab 18 Jahren stark, da er der Meinung war, ein junger Mensch k\u00f6nne erst in diesem Alter \u00fcber ein F\u00fcr oder Wider entscheiden.\u201c Als Quittung daf\u00fcr warf ein erbostes Gemeindemitglied einen Stein durch eine Fensterscheibe des Pfarrhauses. Dem Mut der Frau mit den kurzen roten Locken tat dies keinen Abbruch. \u201eAbwarten, bis sich Ver\u00e4nderungen von selbst ergeben: Das liegt mir nicht. Man muss seinen eigenen Weg finden, sich einmischen und auch einmal eine Vorreiterrolle spielen.\u201c<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff9900;\"><em>\u201eIch liebe es, die Wirklichkeit in verschiedenen Dimensionen auszuloten.\u201c<\/em><\/span><\/p>\n<p>Auf ihrem beruflichen Weg war sie immer wieder mit Ver\u00e4nderungsprozessen konfrontiert \u2013 nicht nur in unterschiedlichen Leitungspositionen, sondern auch dann, wenn sie neue Aufgabenbereiche \u00fcbernahm oder von einer Organisationskultur in eine andere wechselte. So pendelte sie auf der Spur \u201eeines neuen diakonischen und theologischen Selbstverst\u00e4ndnisses\u201c von der Gemeindearbeit in einen Spitzenverband, von dort ins Landeskirchenamt, dann wieder in ein diakonisches Unternehmen und schlie\u00dflich ins Kirchenamt der Evangelischen Kirche Deutschlands. Das empfand sie eher als abwechslungsreich und anregend, denn als anstrengend. \u201eIch liebe es, die Wirklichkeit in verschiedenen Dimensionen auszuloten und unterschiedliche Organisationen, Berufe und Denkweisen kennen zu lernen.\u201c<\/p>\n<p><strong>Umbr\u00fcche als Chance f\u00fcr Weiterentwicklungen<\/strong><\/p>\n<p>Trotz aller Schwierigkeiten erachtet sie Umbr\u00fcche als Chance f\u00fcr die Weiterentwicklung von Personen und Organisationen. \u201eBeim Formulieren und Umsetzen neuer Ziele, durch das Aufsetzen unkonventioneller Projekte und im Rahmen ungewohnter Kooperationsprozesse k\u00f6nnen ein neues Selbstverst\u00e4ndnis und ein neues Gemeinschaftsmodell entstehen.\u201c Als sie 1998 an die Spitze der Kaiserswerther Diakonie berufen wurde, erlebte sie dies hautnah. Mit einem Krankenhaus und Altenhilfeeinrichtungen, Jugendhilfe und Sozialpsychiatrie, Schulen f\u00fcr Pflege und P\u00e4dagogik, vielen Kultureinrichtungen und insgesamt mehr als 2000 Mitarbeitenden geh\u00f6rte die Einrichtung schon damals zu den gr\u00f6\u00dften diakonischen Sozial- und Gesundheitsunternehmen Deutschlands.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff9900;\"><em>\u201eMacht ist die Voraussetzung f\u00fcr Gestaltung und Ver\u00e4nderung.\u201c<\/em><\/span><\/p>\n<p>Zum einen wurde sie dort Vorsteherin der Schwesternschaft, wobei die meisten Diakonissen bereits \u201eim Feierabend\u201c waren. Zum anderen fungierte sie, wiederum als erste Frau, als theologischer Vorstand der gesamten Einrichtung. \u201eDamit wollte die Leitungsebene nicht nur eine Stelle einsparen. Mit einer Frau an der Spitze sollte ein klares Zeichen f\u00fcr einen Neuanfang gesetzt werden\u201c, res\u00fcmiert Coenen-Marx. Ihre Machtposition machte sie nicht bange. \u201eF\u00fcr mich ist Macht die Voraussetzung f\u00fcr Gestaltung und Ver\u00e4nderung. Dazu braucht es Einfluss und eine Position, die diesen verst\u00e4rkt. Wer allerdings nur auf die funktionale Positionierung setzt, kann Ver\u00e4nderungsprozesse kaum nachhaltig bewirken. Es braucht gute Ideen und Konzepte, \u00dcberzeugungskraft und die Bereitschaft, als Vorbild zu wirken Im \u00dcbrigen ist immer mit \u201eGegenmacht\u201c zu rechnen und wichtig zu verstehen, woher diese r\u00fchrt.\u201c Und Widerst\u00e4nden mangelte es wahrhaftig nicht.<\/p>\n<p>Da die Zeit des Wohlfahrtsstaates vorbei war, hie\u00df es, \u00f6konomischen Gesichtspunkten weitaus st\u00e4rker Rechnung zu tragen. So wurde aus der Pfarrerin die Arbeitgeberin, die Entlassungen durchsetzen und sich mit Arbeitsanw\u00e4lten auseinandersetzen musste. Auch als Immobilienmaklerin war sie gefragt: 400 werkseigene Wohnungen bedurften der Sanierung und konnten danach nicht mehr gewohnt g\u00fcnstig vermietet werden. \u201eVon einigen wurde mein Vorgehen als knallhart empfunden, zumal sie mir am Sonntag in der Kirche als Seelsorgerin und Predigerin begegneten.\u201c Sogar das traditionsreiche Mutterhaus der Schwesternschaft blieb nicht, wie es war. Dreimal pr\u00e4sentierte Coenen-Marx ihrem Aufsichtsgremium ihr Konzept der Umwandlung in ein besonderes Hotel mit Tagungsm\u00f6glichkeiten, das heute gewinnbringend gef\u00fchrt wird. \u201eHier kam ich mit der Macht von Aufsichtsr\u00e4ten in Ber\u00fchrung, die in einem Unternehmen nun einmal die strategischen Letztentscheider sind.\u201c<\/p>\n<p><strong>Macht und Ohnmacht im Management<\/strong><\/p>\n<p>Nicht nur die erforderlichen Quartals- und dann Monatsberichte bereiteten der Managerin schlaflose N\u00e4chte. Zum Aufruhr kam es, als eine Hebamme aus der Gyn\u00e4kologie dem Vorstand das Foto eines sp\u00e4t abgetriebenen Kindes zusandte \u2013 platziert in einem \u201eMoses K\u00f6rbchen\u201c, in dem ansonsten verstorbene Fr\u00fchchen aufgebahrt wurden. \u201eDas warf ethische Fragen auf, die sich nicht mehr unter der Decke halten lie\u00dfen\u201c, erinnert sich Coenen-Marx. \u201eIch musste erkennen, dass normative Vorgaben nicht ausreichen, dass es nicht nur um mein Gewissen geht und dass Eltern und \u00c4rzte vor unertr\u00e4glichen Entscheidungen stehen k\u00f6nnen.\u201c Sehr viel Wert legte sie darauf, in die von ihr initiierten Dialoge alle Beteiligten mit einzubeziehen. \u201eDabei habe ich zum einen gelernt, wie wichtig es auch im Management ist, Gef\u00fchle wie Angst und Wut ernst zu nehmen. Zum anderen erfuhr ich \u2013 und das war nicht das einzige Mal in meinem Leben \u2013 wie nahe Macht und Ohnmacht beieinander liegen k\u00f6nnen. Wenn Argumente nicht z\u00e4hlen, Visionen die Herzen nicht erreichen und am Ende nur die Positionsmacht entscheidet, f\u00fchlt sich jeder, dem eine Sache am Herzen liegt, ohnm\u00e4chtig. M\u00f6glicherweise auch der Mensch am l\u00e4ngeren Hebel einer Machtposition.\u201c<\/p>\n<p><strong>Machtvoll durch Authentizit\u00e4t<\/strong><\/p>\n<p>Neuen beruflichen Herausforderungen stellte sie sich 2004, als sie in das Kirchenamt der EKD in Hannover wechselte. Hier war sie zun\u00e4chst als Nahostreferentin und Leiterin der \u00dcberseeabteilung t\u00e4tig, um drei Jahre sp\u00e4ter die Leitung des Referats Sozial- und Gesellschaftspolitik zu \u00fcbernehmen. Mit ihrer Arbeit an sozialpolitischen Denkschriften und als Herausgeberin der Zeitschrift Chrismon hat Coenen-Marx viele Debatten \u00fcber die Zukunft der Familien- und Gesundheitspolitik, den demografischen Wandel und die Inklusion in der EKD mit angesto\u00dfen. L\u00e4ngst waren ihre Brille mit dem eckigen schwarzen Rahmen und schwungvoll drapierte Schals zu ihren Markenzeichen geworden. Durch ihre \u00f6ffentlichen Auftritte und ihre Mitwirkung in unterschiedlichen Gremien kam sie mit ungew\u00f6hnlichen Pers\u00f6nlichkeiten aus den Medien, der Politik und dem Wissenschaftsbereich in Kontakt. \u201eJe konsequenter ich meinen manchmal eigenwilligen Weg authentisch gegangen bin, desto mehr habe ich Menschen sch\u00e4tzen gelernt, die auf den eigenen Kopf und ihre Freiheit ebenso viel Wert legen wie ich selbst.\u201c<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff9900;\"><em>\u201eBis an die Grenze zu gehen, geh\u00f6rt zu meinem Naturell.\u201c<\/em><\/span><\/p>\n<p>Ihren Mann, Lehrer f\u00fcr Deutsch und Geschichte, hat sie bereits w\u00e4hrend ihres Studiums kennen gelernt. 2007 war er dann auch r\u00e4umlich wieder an ihrer Seite. \u201eDrei Jahre Pendelbeziehung waren genug. SMS-Nachrichten oder Telefongespr\u00e4che k\u00f6nnen ein gemeinsames Fr\u00fchst\u00fcck und unsere ausf\u00fchrlichen Diskurse \u00fcber Politik, Gesellschaft und Kirche nicht ersetzen.\u201c Auf seine Unterst\u00fctzung konnte sie auch z\u00e4hlen, als sie als Bisch\u00f6fin nominiert wurde und vergeblich kandidierte. Sie f\u00fchrt das nicht zuletzt auf einen mangelnden R\u00fcckhalt in einer \u201efremden\u201c Landeskirche zur\u00fcck. \u201eIn kirchlichen Netzwerken l\u00e4uft vieles informell und famili\u00e4r ab.\u201c Gerne bewegt sie sich in Frauennetzwerken, die sie f\u00fcr egalit\u00e4rer und offener, aber nichtsdestoweniger durchaus f\u00fcr machtvoll h\u00e4lt. Oft entst\u00fcnden sie im Kontext von F\u00f6rderprogrammen oder gemeinsamen Projekten. \u201eIch halte es f\u00fcr wichtig, dass Frauen einander zum Aufstieg ermutigen. Immer noch gibt es nur drei Bisch\u00f6finnen und nur wenige weibliche Vorstandsvorsitzende diakonischer Unternehmen. Deshalb kommt es darauf an, auf allen Ebenen von Diakonie und Kirche sowie in der Sozialpolitik mit verschiedensten Initiativen f\u00fcr einen Kulturwechsel einzutreten.\u201c<\/p>\n<p><strong>Sinn als Grundlage f\u00fcr die eigene Macht<\/strong><\/p>\n<p>Die nunmehr 62j\u00e4hrige hat ihre Stelle als Oberkirchenr\u00e4tin unl\u00e4ngst aufgegeben, um ihre Erfahrungen nunmehr als Beraterin von Organisationen in \u00dcbergangssituationen einzubringen. \u201eAuf diese Weise m\u00f6chte ich dazu beitragen, die \u201eSeele des Sozialen\u201c, Gemeinschaftssinn, Achtsamkeit, Engagement und Motivation, lebendig zu erhalten \u2013 gerade in Anbetracht der wachsenden Wirtschaftlichkeitserwartungen an Medizin, Pflege und Bildung.\u201c Ihr Credo hat sie deshalb nicht ver\u00e4ndert. \u201eBis an die Grenze zu gehen, geh\u00f6rt zu meinem Naturell. Wenn ich ausgelotet habe, wo das Limit liegt und warum das so ist, versuche ich, ein \u201eLoch im Zaun\u201c oder einen \u201eHaken in der Mauer\u201c zu finden. Wo ich Grenzen anerkennen muss, schaue ich nach alternativen Wegen \u2013 allerdings nicht auf Kosten meiner \u00dcberzeugungen.\u201c Mit dem Kopf durch Wand geht sie deshalb nicht. \u201eDen Umgang mit Diplomatie kann man in keinem Unternehmen so gut lernen wie in der Kirche.\u201c<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff9900;\"><em>\u201eDie Macht des Gebets unterst\u00fctzt dabei, die eigene Verwundbarkeit wahrzunehmen und anzunehmen.\u201c<\/em><\/span><\/p>\n<p>Daran, dass sie auch in ihrer selbst\u00e4ndigen T\u00e4tigkeit Macht habe, zweifelt Coenen-Marx nicht. \u201eMeine Erfahrung, meine breite Fachkompetenz, die mir eigene \u00dcberzeugungskraft und das gute und vielf\u00e4ltige Netzwerk, an dem ich teilhabe \u2013 alles das mag dazu beitragen, mit meiner Macht weiterhin dienen zu k\u00f6nnen. Vielleicht ist es aber auch die F\u00e4higkeit, in klare, offene und hoffentlich auch inspirierende Worte zu fassen, was manchmal nur diffus erfahren wird. \u201eNon vi sed verbo\u201c ist ein altes kirchliches Wort, und vielleicht z\u00e4hlt am Ende wirklich nichts anderes als die bewegende und nachhaltige Macht des Wortes. Oder umgekehrt: Wo diese versagt, n\u00fctzt alles andere langfristig nichts.\u201c Nach wie vor h\u00e4lt sie es f\u00fcr wesentlich, dass das eigene Sein und Tun mit Sinn erf\u00fcllt ist. \u201eDie st\u00e4rkste Autorit\u00e4t kommt aus der eigenen \u00dcberzeugung!\u201c Kraft verleiht ihr auch bei ihrem pers\u00f6nlichen Neubeginn \u201edie Macht des Gebets. Diese unterst\u00fctzt dabei, die eigene Verwundbarkeit wahrzunehmen und anzunehmen, um wieder an Vertrauen, Zuversicht und Freude zu gewinnen.\u201c<\/p>\n<hr>\n<p><a href=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/rp0212.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-887\" src=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/rp0212-1024x296.jpg\" alt=\"rp0212\" width=\"750\" height=\"217\" srcset=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/rp0212-1024x296.jpg 1024w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/rp0212-300x87.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><\/a><\/p>\n<hr>\n<p><a href=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/nrz0212.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-886 size-large\" src=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/nrz0212-756x1024.jpg\" alt=\"nrz0212\" width=\"750\" height=\"1016\" srcset=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/nrz0212-756x1024.jpg 756w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/nrz0212-222x300.jpg 222w\" sizes=\"(max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<\/p>\n<h3 class=\"p1\">epd-Meldung \u00fcber den Neujahrsempfang<\/h3>\n<p>Oberkirchenr\u00e4tin Coenen-Marx fordert neue Kultur der Achtsamkeit Neukirchen-Vluyn (epd). Die Oberkirchenr\u00e4tin Cornelia Coenen-Marx hat einen neuen Gesellschaftsvertrag gefordert. &#8222;Wohlfahrt und Lebensqualit\u00e4t werden wir nur erhalten k\u00f6nnen, wenn wir eine neue Kultur der Achtsamkeit mit einer Kultur der Teilhabe und der Verpflichtung gegen\u00fcber zuk\u00fcnftigen Generationen kombinieren&#8220;, sagte die Sozialreferentin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) am Samstag in Neukirchen-Vluyn auf dem Jahresempfang des Neukirchener Erziehungsvereins. Der Geburtenr\u00fcckgang sei vor allem die Folge von fehlenden Betreuungseinrichtungen und den nach wie vor unterschiedlichen Einkommen von M\u00e4nnern und Frauen. So zeige die j\u00fcngste Studie vom Wissenschaftszentrum Berlin Frauen, die Kinder bekommen haben, f\u00fchlen sich beruflich ausrangiert. Die Sozialpolitik stehe vor der Herausforderung, Erwerbsarbeit und Sorgearbeit gerechter zwischen den Geschlechtern zu verteilen und neue Arrangements zwischen Familien, Tageseinrichtungen, Schulen und anderen Dienstleistungen wie Familienzentren zu schaffen, erkl\u00e4rte Coenen-Marx vor rund 100 G\u00e4sten aus Politik, Wirtschaft und Kirche. Der Fachkr\u00e4ftemangel in der Pflege zwinge zudem dazu, \u00fcber eine Vereinbarkeit von Beruf und Pflege nachzudenken. Coenen-Marx: &#8222;Wir brauchen auch eine wohnortnahe, integrierte Versorgung pflegebed\u00fcrftiger Menschen und Kooperation zwischen Pflegefachkr\u00e4ften, Angeh\u00f6rigen und Freiwilligen.&#8220; Auch Menschen am Rande der Gesellschaft wie Langzeitarbeitslose oder Obdachlose d\u00fcrften trotz des gro\u00dfen finanziellen Drucks, unter dem die Kommunen st\u00fcnden, nicht aussortiert werden. Daf\u00fcr m\u00fcssten die n\u00f6tigen Rahmenbedingungen geschaffen werden. Aber es gehe nicht nur um Geld. &#8222;Wir brauchen einen neuen Blick auf den \u00f6ffentlichen Raum und eine neue Wertsch\u00e4tzung von Gemeinschaft und F\u00fcrsorglichkeit&#8220;, unterstrich die EKD-Sozialreferentin. Dazu k\u00f6nne Kirche wesentliches beitragen. Netzwerke innerhalb der Diakonie mischten sich ein, gestalteten gemeinn\u00fctzige Programme und \u00e4nderten so Standards: &#8222;Sie setzen Beispiele, erstreiten neue Finanzierungsformen, sie schaffen Innovation.&#8220; Als Beispiele nannte Coenen-Marx die Tafelbewegung, Netzwerker f\u00fcr altengerechte St\u00e4dte oder die Altenpflegerinnen im betreuten Wohnen einer Gemeinde.<\/p>\n<p>Der Neukirchener Erziehungsverein, der 1845 von Pfarrer Andreas Br\u00e4m gegr\u00fcndet wurde, geh\u00f6rt zu den gr\u00f6\u00dften deutschen Kinder- und Jugendhilfetr\u00e4gern. In zehn Bundesl\u00e4ndern betreut er mit dem Paul-Gerhardt-Werk junge Menschen in station\u00e4ren Einrichtungen, in Schulen und mit ambulanten Hilfeangeboten. Der Erziehungsverein ist auch in der Alten- und Behindertenhilfe t\u00e4tig. <a href=\"http:\/\/www.neukirchener.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><span class=\"s1\">www.neukirchener.de<\/span><\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Quelle: http:\/\/giessenerland-evangelisch.ekhn.de\/startseite\/einzelansicht\/news\/einfach-anfangen-einfach-mut-haben.html \u201eEinfach anfangen \u2013 einfach Mut haben\u201c: EKHN \u01c0 Evangelische Kirche in Hessen und Nassau Kaiserswerther Verband KWV, Pressemitteilung,&#8230; <a href=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/?page_id=885\">read more<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":38,"menu_order":3,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-885","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/885"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=885"}],"version-history":[{"count":93,"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/885\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7890,"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/885\/revisions\/7890"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/38"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=885"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}