{"id":7449,"date":"2023-10-10T09:42:54","date_gmt":"2023-10-10T07:42:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/?page_id=7449"},"modified":"2026-03-13T12:54:20","modified_gmt":"2026-03-13T11:54:20","slug":"nahost-konflikt-gewalt-in-israel-und-gaza","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/?page_id=7449","title":{"rendered":"Nahost-Krieg dort, Hass und Hetze auch hier"},"content":{"rendered":"\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/header_g.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"930\" height=\"592\" src=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/header_g.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-7451\" srcset=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/header_g.png 930w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/header_g-300x191.png 300w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/header_g-768x489.png 768w\" sizes=\"(max-width: 930px) 100vw, 930px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Sehr geehrte, liebe Nahost-Interessierte,<\/p>\n\n\n\n<p>gestern habe ich online am Gottesdienst der National Evangelical Church, unserer EMS-Mitgliedskirche in Beirut, teilgenommen. F\u00fcr mich war es sehr ber\u00fchrend, auch (oder gerade?) nach einer Nacht voller Bombenl\u00e4rm zahlreiche vertraute Gesichter in dem Gottesdienst zu sehen; darunter auch die Gesichter von Menschen, die durch den Krieg bereits ihre Wohnungen verloren haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Unsere libanesischen EMS-Mitglieder schicken sich gerade an, Einkaufsgutscheine f\u00fcr dringend ben\u00f6tigte Produkte wie Lebensmittel, Hygieneartikel o.\u00e4. auszugeben \u2013 \u00fcbrigens nicht nur an Christen, sondern an Menschen aus allen Gesellschaftsteilen, die mit der Kirche in Kontakt stehen. Das kleine, ehemalige Schulgeb\u00e4ude der Kirche im Zentrum Beiruts ist bereits mit Fl\u00fcchtlingen voll belegt.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir m\u00f6chten dies \u2013 und manches mehr \u2013 gerne unterst\u00fctzen und sammeln daher Spenden f\u00fcr unseren Nothilfe-Fonds. Den vollst\u00e4ndigen Aufruf, den ich Ihnen sehr ans Herz legen m\u00f6chte, finden Sie unten und im Anhang.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser Krieg ist eine Katastrophe und muss gestoppt werden. Aber das zu sagen, ist wohl eine ziemlich banale Selbstverst\u00e4ndlichkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit herzlichen Gr\u00fc\u00dfen und allen guten Segensw\u00fcnschen<\/p>\n\n\n\n<p>Ihr Uwe Gr\u00e4be<\/p>\n\n\n\n<p><em>Disclaimer: F\u00fcr die weitergeleiteten Informationen und externen Links sind der Autor\/die Autorin und die Publikation verantwortlich. Gerne m\u00f6chten wir Ihren E-Mail-Kontakt weiterhin nutzen, um Sie wie gewohnt \u00fcber Neues aus dem Nahen Osten, Veranstaltungen und Literatur aus diesem Bereich zu informieren. Wir versichern ausdr\u00fccklich, dass eine Weitergabe Ihrer Kontaktdaten an Dritte nicht stattfindet. Falls Sie aber in Zukunft keine Nachrichten mehr von uns erhalten m\u00f6chten, schreiben Sie uns bitte eine kurze und formlose E-Mail an&nbsp;<\/em><em><u><a href=\"mailto:evs@ems-online.org\">evs@ems-online.org<\/a><\/u><\/em><em>&nbsp;Wir werden Ihren Kontakt dann umgehend aus unseren Unterlagen l\u00f6schen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<div data-wp-interactive=\"core\/file\" class=\"wp-block-file\"><object data-wp-bind--hidden=\"!state.hasPdfPreview\"  class=\"wp-block-file__embed\" data=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/20260309_PM-Nahostkrieg.pdf\" type=\"application\/pdf\" style=\"width:100%;height:600px\" aria-label=\"Einbettung von 20260309_PM Nahostkrieg.\"><\/object><a id=\"wp-block-file--media-0d60a920-21dd-493b-bc5c-2384a2439133\" href=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/20260309_PM-Nahostkrieg.pdf\">20260309_PM Nahostkrieg<\/a><a href=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/20260309_PM-Nahostkrieg.pdf\" class=\"wp-block-file__button wp-element-button\" download aria-describedby=\"wp-block-file--media-0d60a920-21dd-493b-bc5c-2384a2439133\">Herunterladen<\/a><\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Von der Realit\u00e4t des Krieges<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im Krieg in Gaza sind inzwischen \u00fcber 100.000 Menschen gestorben. 200.000 Pal\u00e4stinenser*innen haben das Gebiet verlassen. Dazu die Hungersnot. Es \u00fcbersteigt alles Vorstellungskraft.&nbsp;<strong><a href=\"https:\/\/www.srf.ch\/news\/international\/vom-krieg-vertrieben-leben-in-gaza-sie-haben-uns-in-seltsame-kreaturen-verwandelt\">\u201eSie haben uns in seltsame Kreaturen verwandelt\u201c, schrieb der pal\u00e4stinensische Schriftsteller Akram Al Sorani.<\/a><\/strong>&nbsp;Seine im Schweizer Rundfunk ver\u00f6ffentlichten Schilderungen, was der Krieg, die st\u00e4ndige Flucht, der Mangel an allem mit den Menschen macht, sind vielleicht noch verst\u00f6render als all die Bilder der Zerst\u00f6rung, die wir st\u00e4ndig in den Nachrichten sehen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Auf ganz andere Weise verst\u00f6rend erscheint mir die Polarisierung in der deutschen \u00d6ffentlichkeit.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Foto der zerst\u00f6rten Stra\u00dfe hier stammt nicht aus der Ukraine und auch nicht aus dem Gazastreifen \u2013 da st\u00fcnde kein Haus mehr. Es ist eine Stra\u00dfe in Tel Aviv. Wie Israel zum Gazakrieg steht, wie zum Thema V\u00f6lkerrechtsverletzungen \u2013 zwischen Holocaust und Besatzung, ja Vertreibung \u2013, dieses schier Unverst\u00e4ndliche zu verstehen, dabei hat mir Natan Sznaider mit seinem Buch \u201e<strong><a href=\"https:\/\/www.hanser-literaturverlage.de\/buch\/natan-sznaider-fluchtpunkte-der-erinnerung-9783446272965-t-3645\">Fluchtpunkte der Erinnerung<\/a><\/strong>\u201c geholfen, das ich gleich zweimal hintereinander gelesen habe. Es beschreibt \u2013 auch in der Auseinandersetzung mit den Konzepten einiger gro\u00dfer Denker*innen wie Hannah Arendt, Jean Amery und Edward Said \u2013 die Problematik des Vergleichs von Holocaust und Kolonialismus. Sein Fokus: die Spannung zwischen Universalismus und Zionismus im Judentum \u2013 die Frage, wie Menschen, die als J\u00fcdinnen und Juden verfolgt wurden und werden, sich einlassen k\u00f6nnen auf einen Blick, der die Unterschiede \u00fcberwinden will. Eine Debatte, die auch helfen kann, an der Stelle der aktuellen Fronten in Deutschland eher ein Sowohl-als-auch zu denken.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Realit\u00e4ten der aktuellen Kriege w\u00fchlen uns alle auf. An einem&nbsp;<strong><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/story.php?story_fbid=1322623589231010&amp;id=100044501436438&amp;rdid=7g4eq85RhLNzCTp5\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Vortrag, den Heinrich Bedford-Strohm auf Facebook ver\u00f6ffentlicht<\/a><\/strong>&nbsp;hat, l\u00e4sst sich ablesen, wie schwierig es ist, die unterschiedlichen Positionen der verschiedenen Kirchen der Welt zusammenzubringen. F\u00fcr unser Land schreibt er: \u201e<strong>Wir brauchen in Deutschland eine strategisch-kooperative Vernetzung von christlich-j\u00fcdischem und pal\u00e4stinensischem Gespr\u00e4ch miteinander, um aus den plakativen und gegenseitig exklusiv ausschlie\u00dfenden Zurechnungsmechanismen herauszukommen. Beide Gespr\u00e4chszusammenh\u00e4nge verdanken sich dem Willen, aus schrecklichem Leid heraus zu einer Kultur des Respekts vor dem Leben zu kommen und kompromisslos f\u00fcr die W\u00fcrde jedes Menschen einzutreten.<\/strong>&nbsp;Dieses notwendige gemeinsame Engagement vertr\u00e4gt keine Blasenbildung zwischen den Pal\u00e4stina-Unterst\u00fctzern und den Israel-Freunden.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die EKD hat lange \u00fcber ein neues Grundlagenpapier zum Frieden diskutiert.&nbsp;<strong><a href=\"https:\/\/www.evangelisch.de\/inhalte\/242926\/04-05-2025\/ueberholte-denkschrift-ekd-neues-grundlagenpapier-zum-frieden-2025\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Im Herbst soll es erscheinen<\/a><\/strong>&nbsp;\u2013 die erste neue Friedensdenkschrift seit 2007. M\u00f6ge sie dazu beitragen, die Gr\u00e4ben zu \u00fcberwinden und das Engagement f\u00fcr den Frieden zu st\u00e4rken.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<div data-wp-interactive=\"core\/file\" class=\"wp-block-file\"><object data-wp-bind--hidden=\"!state.hasPdfPreview\"  class=\"wp-block-file__embed\" data=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/\u201eAls-Pfarrer-fu\u0308hle-ich-mich-hilflos.pdf\" type=\"application\/pdf\" style=\"width:100%;height:600px\" aria-label=\"Einbettung von \u201eAls-Pfarrer-fu\u0308hle-ich-mich-hilflos.\"><\/object><a id=\"wp-block-file--media-0344ced3-a5c3-4582-84fb-6a0b953eddc1\" href=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/\u201eAls-Pfarrer-fu\u0308hle-ich-mich-hilflos.pdf\">\u201eAls-Pfarrer-fu\u0308hle-ich-mich-hilflos<\/a><a href=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/\u201eAls-Pfarrer-fu\u0308hle-ich-mich-hilflos.pdf\" class=\"wp-block-file__button wp-element-button\" download aria-describedby=\"wp-block-file--media-0344ced3-a5c3-4582-84fb-6a0b953eddc1\">Herunterladen<\/a><\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Bildschirmfoto-2023-11-10-um-16.38.55.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"597\" height=\"715\" src=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Bildschirmfoto-2023-11-10-um-16.38.55.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-7489\" srcset=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Bildschirmfoto-2023-11-10-um-16.38.55.png 597w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Bildschirmfoto-2023-11-10-um-16.38.55-250x300.png 250w\" sizes=\"(max-width: 597px) 100vw, 597px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Dieses Gespr\u00e4ch lehrt uns viel \u00fcber die unterschiedlichen Sichten auf den Nahostkonflikt und den 07. Oktober 2023. Ich kann es jedem von Euch nur ans Herz legen, es zu h\u00f6ren. Gerade dann, wenn man beiden Protagonisten hier und da entschieden widersprechen m\u00f6chte!<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.rbb-online.de\/...\/archiv\/20231102_1900.html\">https:\/\/www.rbb-online.de\/&#8230;\/archiv\/20231102_1900.html<\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Solidarit\u00e4t mit Israel<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>epd Niedersachsen-Bremen\/EMA: https:\/\/www.landeskirche-hannovers.de\/presse\/tagesthemen\/2023\/10\/09_kundgebung_isreal<\/p>\n\n\n\n<p>Nach den Angriffen auf Israel haben am Montag in Hannover mehrere Hundert Menschen f\u00fcr Solidarit\u00e4t mit Israel und gegen den Terror der pal\u00e4stinensischen Hamas demonstriert. Die Polizei sprach von rund 350 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. \u201eDas Gesicht des Hasses ist erb\u00e4rmlich und w\u00fcrdelos\u201c, sagte Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens (SPD) mit Blick auf den \u00dcberfall mit bislang rund 800 israelischen Todesopfern. Die Hamas kenne kein Erbarmen und keine Menschlichkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Zugleich mahnte die Ministerin, der Terror d\u00fcrfe sich nicht nach Deutschland ausdehnen. \u201eWir werden das j\u00fcdische Leben in unserem Land sch\u00fctzen und uns gegen jede Form von Antisemitismus und Israelhass stellen\u201c, sagte Behrens unter Applaus. Bei Demonstrationen werde die nieders\u00e4chsische Polizei in Zukunft darauf achten, dass die Hamas und ihr Terrorismus nicht unterst\u00fctzt werden, sagte sie: \u201eWer Terror bejubelt, tritt die Menschenw\u00fcrde und die deutsche Verfassung mit F\u00fc\u00dfen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Unter den Teilnehmenden war auch der Bischofsrat der Landeskirche Hannovers&nbsp;mit Landesbischof Ralf Meister, Dr. Petra Bahr, Dr. Hans Christian Brandy, Friedrich Selter und Dr. Adelheid Ruck-Schr\u00f6der. Aus der Kirchenleitung&nbsp;nahmen zudem&nbsp;der Pr\u00e4sident der Landessynode&nbsp;Dr. Matthias Kannengie\u00dfer, der theologische Vizepr\u00e4sident des Landeskirchenamtes Dr. Ralph Charbonnier und Oberlandeskirchenr\u00e4tin Dr. Kerstin G\u00e4fgen-Track teil, ebenso&nbsp;der katholische Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer.<\/p>\n\n\n\n<p>Der j\u00fcdische Verbandspr\u00e4sident Michael F\u00fcrst sagte, der von Gaza aus gestartete \u00dcberfall der Hamas habe zum gr\u00f6\u00dften Massensterben von J\u00fcdinnen und Juden seit dem Holocaust gef\u00fchrt. Zugleich mahnte er: \u201eNicht jeder Pal\u00e4stinenser ist ein Terrorist.\u201c Er sei froh, dass es in Niedersachsen ein hervorragendes Verh\u00e4ltnis zur pal\u00e4stinensischen Gemeinde gebe. Dies d\u00fcrfe nicht durch einige \u201eVerr\u00fcckte\u201c zerst\u00f6rt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Hannovers Oberb\u00fcrgermeister Belit Onay (Gr\u00fcne) betonte: \u201eJ\u00fcdisches Leben ist auch unser Leben.\u201c J\u00fcdische Menschen h\u00e4tten ein Recht zu leben, wo auch immer: \u201eEgal ob in Israel, in Berlin oder in Hannover.\u201c Die Hamas m\u00fcsse die Waffen niederlegen, diesen \u201everdammten Terror\u201c beenden und die entf\u00fchrten Geiseln freilassen. Weitere Demonstrationen zu den Angriffen auf Israel gab es am Montag unter anderem in Hamburg, Stuttgart und M\u00fcnchen.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Weitere Solidarit\u00e4tsbekundungen geplant<\/h3>\n\n\n\n<p>In G\u00f6ttingen rufen Oberb\u00fcrgermeisterin Petra Broistedt (SPD) und der Rat der Stadt zu einer \u00f6ffentlichen \u201eSolidarit\u00e4tsbekundung f\u00fcr die Menschen im Nahen Osten\u201c auf. Die Kundgebung findet statt am Mittwoch, den 11. Oktober um 18 Uhr am Hiroshimaplatz vor dem Neuen Rathaus, wie die Stadt am Montag mitteilte.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie Nachrichten vom barbarischen und grausamen T\u00f6ten unschuldiger Menschen ersch\u00fcttern mich zutiefst\u201c, sagte Broisted. Der seit Jahrzehnten anhaltende Konflikt zwischen Israel und Pal\u00e4stina sei vielschichtig. Eines sei jedoch sicher: \u201eGewalt ist niemals eine L\u00f6sung.\u201c Wer m\u00f6chte, kann den Angaben zufolge eine Kerze mitbringen und sie im Anschluss an die Kundgebung auf den Rathausstufen abstellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Deutsch-Pal\u00e4stinensische Gesellschaft hat die Angriffe der Hamas auf Israel und zugleich die Gegenangriffe Israels auf den Gazastreifen \u201eauf das Sch\u00e4rfste\u201c verurteilt. Das Mitgef\u00fchl gelte \u201eden Angeh\u00f6rigen der vielen Toten und den Verletzten auf beiden Seiten\u201c, sagte der Pr\u00e4sident der in Hilter bei Osnabr\u00fcck ans\u00e4ssigen Gesellschaft, Nazih Musharbash.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Gesellschaft begr\u00fc\u00dfe die Stellungnahme des UN-Generalsekretariats, die nur in der Gr\u00fcndung eines eigenen pal\u00e4stinensischen Staates neben Israel eine effektive Beruhigung der Lage sieht. \u201eBeide Seiten haben es l\u00e4ngst verdient, nebeneinander in Frieden zu leben\u201c, sagte Musharbash.<\/p>\n\n\n\n<p>Der ehemalige nieders\u00e4chsische SPD-Landtagsabgeordnete machte die Weltgemeinschaft f\u00fcr die Gewalteskalation verantwortlich. Diese habe Israel stets unterst\u00fctzt und die v\u00f6lkerrechtswidrige Besetzung und Annektierung pal\u00e4stinensischer Gebiete geduldet, sagte Musharbash, der in Jordanien geboren wurde und seit 1965 in Deutschland lebt.<\/p>\n\n\n\n<p>Unter der \u201erechtsradikalen und streng religi\u00f6s gef\u00fchrten\u201c Regierung von Ministerpr\u00e4sident Netanjahu habe sich die Situation der Pal\u00e4stinenser dramatisch verschlechtert, sagte Musharbash, der sich derzeit in Jordanien aufh\u00e4lt. \u201eGezielte T\u00f6tungen und Verhaftungen, milit\u00e4rische Razzien und von Kabinettsmitgliedern angef\u00fchrte Angriffe von militanten j\u00fcdischen Siedlern auf Pal\u00e4stinenser und ihr Eigentum haben zugenommen.\u201c In diesem Jahr seien mehr als 700 Pal\u00e4stinenser get\u00f6tet worden. Die pal\u00e4stinensische F\u00fchrung sei geschw\u00e4cht, die Hamas sei im Laufe der Jahre immer st\u00e4rker geworden, erl\u00e4uterte Musharbash.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-large-font-size\">Ich denke an die vielen Opfer<\/h2>\n\n\n\n<p>Ein n\u00e4chtliches Telefonat zwischen Frankfurt und Jerusalem \u00fcber die Trag\u00f6die des Terrorangriffs der Hamas auf Israel.<\/p>\n\n\n\n<p>Von Meron Mendel, <a href=\"https:\/\/zeitung.faz.net\/faz\/feuilleton\/2023-10-09\/eb2300b79125b5258cd8712273624980\/?GEPC=s3&amp;fbclid=IwAR2rqWeiuw0Bo2GLv1FBNH-mOEocRb13bvqmx-e2sXiS8DZ2qJXDzZmeytM\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/zeitung.faz.net\/faz\/feuilleton\/2023-10-09\/eb2300b79125b5258cd8712273624980\/?GEPC=s3&amp;fbclid=IwAR2rqWeiuw0Bo2GLv1FBNH-mOEocRb13bvqmx-e2sXiS8DZ2qJXDzZmeytM\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">FAZ NET<\/a>, 10.10.2023<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist schon bestimmt 25 Jahre her, seit ich Shachar zuletzt gesehen habe. Sie war die \u00e4ltere Schwester meines besten Jugendfreundes. Nur zwei Jahre \u00e4lter, aber f\u00fcr uns ein Vorbild. Ihr Geburtsname lautete Deborah, irgendwann lehnte sie ihn ab. Shachar war niemand, der sich von anderen etwas vorschreiben lie\u00df, auch nicht von ihren Eltern. An gl\u00fccklichen Samstagvormittagen in den Neunzigerjahren sa\u00dfen wir bei ihnen auf der Terrasse und stopften uns mit Pancakes und Erdnussbutter voll. An diesem Samstagvormittag sa\u00df Shachar mit ihrem Mann zum letzten Mal am Fr\u00fchst\u00fcckstisch, vielleicht auch mit Pancakes und Erdnussbutter, als die Terroristen der Hamas ihr Haus im Kibbuz st\u00fcrmten und die beiden hinrichteten. Nur ihr sechzehnj\u00e4hriger Sohn \u00fcberlebte, weil er sich in seinem Zimmer versteckt hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich kann nicht an die aktuellen Ereignisse in Israel denken, ohne Shachars Gesicht vor mir zu sehen und ihre Stimme zu h\u00f6ren. Ich denke auch an die vielen anderen unschuldigen Opfer dieses gro\u00df angelegten Terrorangriffs. Zum Beispiel an die zweiundzwanzigj\u00e4hrige Shani Louk, eine Deutsche. Sie war auf einem Musikfestival, als der Angriff begann. Ein Video aus Gaza zeigt ihren entbl\u00f6\u00dften K\u00f6rper auf dem R\u00fccksitz eines Pick-ups, ein bewaffneter Mann sitzt mit seinem Bein \u00fcber ihr, der Mob auf der Stra\u00dfe jubelt, bespuckt sie und schreit \u201eAllahu akbar\u201c (Gott ist gro\u00df).<\/p>\n\n\n\n<p>Ich denke an die Mutter, die von einem israelischen Fernsehsender zum Telefoninterview aus dem Versteck ihres Haus zugeschaltet wurde. Sie flehte um Hilfe der Sicherheitskr\u00e4fte f\u00fcr sie und ihre Tochter, w\u00e4hrend im Hintergrund die Stimmen der Terroristen vor der T\u00fcr zu h\u00f6ren waren. Als ich sah, wie Babys und Kleinkinder von bewaffneten M\u00e4nnern nach Gaza verschleppt wurden, konnte ich meine Tr\u00e4nen nicht mehr zur\u00fcckhalten. Ich kann mir kaum vorstellen, dass diese Bilder der puren Barbarei irgendeinen Menschen kaltlassen k\u00f6nnen, egal, wie man politisch zum israelisch-pal\u00e4stinensischen Konflikt steht.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Solidarit\u00e4t mit Israel<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In Deutschland \u00e4u\u00dferten viele ihre Trauer und Empathie. Auch in Frankfurt versammelten sich am Abend gut zweihundert Menschen, um ihre Solidarit\u00e4t mit Israel zu bekunden. Doch immer wieder war da auch menschenverachtende Freude zu sehen \u2013 unvorstellbare Szenen spielen sich auf deutschen Stra\u00dfen und in den sozialen Medien ab. Im Berliner Stadtteil Neuk\u00f6lln wurden S\u00fc\u00dfigkeiten verteilt, auf der Stra\u00dfe wurde vor Freude getanzt. Grausame Videos von Gewalt, Mord und Leichensch\u00e4ndungen nach IS-\u00c4sthetik wurden auf Instagram tausendfach mit Herzen geteilt. Nicht nur Influencer, sondern sogar Mitarbeiter von renommierten Hilfs- und Menschenrechtsorganisationen feierten den Sieg der angeblichen \u201eFreiheitsk\u00e4mpfer\u201c der Terrororganisation Hamas.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich blicke fassungslos auf den Bildschirm meines Handys, als mich mein Jugendfreund aus Jerusalem anruft und sagt, seine Schwester Shachar sei ermordet worden. In Frankfurt ist es zwei, in Jerusalem bereits drei Uhr nachts. Mir versagt die Stimme, stattdessen kommen die Tr\u00e4nen. Dann sprechen wir doch, \u00fcber Pancakes mit Erdnussbutter. Und dann auch dar\u00fcber, wie wir uns damals auf der Terrasse unsere Zukunft vorgestellt haben. So hoffnungsvoll waren wir, so naiv.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie nah erschien uns der Frieden, als wir damals 1993 aufgeregt im Fernsehen die Reden vor dem Wei\u00dfen Haus beim Unterzeichnen des Osloer Friedensabkommens anschauten. Unvergesslich blieb der Satz von Yitzhak Rabin: \u201eWir, die gegen euch, die Pal\u00e4stinenser, gek\u00e4mpft haben, sagen euch heute mit klarer Stimme: Genug der Tr\u00e4nen und des Blutes. Genug.\u201c Es kam uns fast wie ein Traum vor, dass der bisherige Erzfeind Jassir Arafat nun von \u201ePeace of the \u00adbrave\u201c sprach. Wir glaubten an das Versprechen von Rabin und Arafat so sehr, dass wir dachten, wir werden die letzte Generation von Soldaten sein, die den Nahostkonflikt noch erleben werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Das Versprechen des Friedens verpufft<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Dann ereignete sich die gr\u00f6\u00dfte Terrorwelle unserer Jugendzeit: Fast w\u00f6chentlich wurden Busse, Clubs und Restaurants von radikalen Pal\u00e4stinensern in die Luft gesprengt. Wir hielten es trotzdem f\u00fcr unm\u00f6glich, dass die Radikalen am Ende gewinnen. Dann wurde Rabin von einem j\u00fcdischen Fundamentalisten ermordet, und mit seinem Tod war das Versprechen des Friedens j\u00e4h verpufft. Wir wurden in die Armee einberufen und nach drei Jahren Pflichtdienst desillusioniert entlassen. Von unseren Jugendtr\u00e4umen war nicht viel \u00fcbrig geblieben. Nach uns kamen noch viele weitere Generationen von Soldaten, und der Frieden ist ferner denn je.<\/p>\n\n\n\n<p>Es war fast nach drei Uhr nachts in Frankfurt, und ich lauschte der Stimme meines Freundes. Ich schwieg. Es kam mir vor, als ob die Worte sich weigerten, sich in S\u00e4tzen ordnen zu lassen. Als ob meine Muttersprache, Hebr\u00e4isch, gegen mich rebelliert. Er sprach, und es f\u00fchlte sich vertraut an. Seine Eltern waren Anfang der Siebzigerjahre als \u00fcberzeugte Zionisten aus Amerika nach Israel gezogen. Nun m\u00fcssen sie ihre Tochter in ihrer Wahlheimat begraben. W\u00e4re es nicht besser gewesen, wenn sie an der Ostk\u00fcste geblieben w\u00e4ren? Der Gedanke ging mir durch den Kopf. Ich wagte es nicht, ihn auszusprechen. Nicht gegen\u00fcber einem Freund, der gerade seine Schwester verloren hat. Als h\u00e4tte er meine Gedanken gelesen, sagte pl\u00f6tzlich er: \u201eAls sie damals kamen, war es hier nicht besser. Sie wussten, was es bedeutet, in Israel zu leben.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Geschichte wiederholt sich<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Vor f\u00fcnfzig Jahren, kurz nach dem Jom-Kippur-Krieg, befand sich Israel schon einmal im Schockzustand. Am 6. Oktober 1973 wurde das Land von \u00c4gypten und Syrien am heiligsten Tag der Juden v\u00f6llig \u00fcberraschend \u00fcberfallen. Die israelischen Verteidigungslinien auf dem Suez-Kanal und in den Golanh\u00f6hen wurden in k\u00fcrzester Zeit zerst\u00f6rt, binnen weniger Stunden Hunderte israelische Soldaten get\u00f6tet, weitere Hunderte gefangen genommen. \u201eDie Geschichte wiederholt sich nach f\u00fcnfzig Jahren und einem Tag\u201c, sagt mein Freund.<\/p>\n\n\n\n<p>Niemand hatte damit gerechnet, dass die Hamas an diesem Samstag einen lange geplanten Angriff auf Israel starten w\u00fcrde: mit Tausenden Raketen und schwerbewaffneten Terroristen, die auf dem Boden in die Sperranlage und aus dem Meer mit Schlauchbooten ins Kernland eindringen. Wie 1973 fiel auch dieser 7. Oktober auf einen Samstag, wie 1973 wurden die IDF, die st\u00e4rkste Armee im Nahen Osten, v\u00f6llig unvorbereitet getroffen. Offenbar war ein Gro\u00dfteil der regul\u00e4ren Streitkr\u00e4fte ins Westjordanland abkommandiert worden. Dort hatte man Auseinandersetzungen zwischen radikalen Siedlern und Pal\u00e4stinensern erwartet.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber die Pl\u00e4ne der Hamas im S\u00fcden hatten die Armeeaufkl\u00e4rung und der Inlandsgeheimdienst Shin Bet hingegen keine Hinweise. \u201eMachen wir uns nichts vor, es sind nicht allein die Geheimdienste schuld\u201c, sagt mein Schulfreund in der Nacht. Wer also noch? \u201eDie Hybris der Politiker. Der Hochmut der aktuellen Regierung. In ihrer fundamentalistischen messianischen Ideologie leidet sie schon seit Monaten an Realit\u00e4tsverlust\u201c, glaubt er. In ihrem Eifer, die Demokratie au\u00dfer Kraft zu setzen, h\u00e4tten die regierenden Politiker die Gesellschaft gespalten und die Armee geschw\u00e4cht. Mein Freund spricht besonnen, trotz der tiefen Trauer.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Verzweiflung und M\u00fcdigkeit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Seit Anfang des Jahres organisiert er Demonstrationen gegen die ultranationalistische Regierung von Benjamin Netanjahu. Als er dar\u00fcber jetzt am Telefon spricht, \u00fcberspielt das f\u00fcr einen Augenblick die Trauer. Er erinnert sich an ein Schild, das er und seine Mitstreiter so oft in der letzten Zeit hochgehalten hatten. Darauf stand: \u201eMechdal 73, Mechdal 23\u201c. Das bedeutet auf Hebr\u00e4isch: das Versagen von 1973, das Versagen von 2023. \u201eMit Versagen meinten wir die Pl\u00e4ne der Regierung zum Abbau der Demokratie. Wir haben uns nicht vorstellen k\u00f6nnen, dass sich das milit\u00e4rische Versagen vom Jom-Kippur-Krieg wiederholen kann.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>In Frankfurt war es noch dunkel, in Jerusalem begann die Morgend\u00e4mmerung. Ich wei\u00df nicht, ob es die Verzweiflung war oder die M\u00fcdigkeit in seiner Stimme. Jedenfalls wollte ich ihm etwas Ermutigendes sagen, aber, verdammt, mir fiel nichts ein. Ich schwieg wieder, blickte aus dem Fenster auf die ruhige Stra\u00dfe und auf die H\u00e4user gegen\u00fcber. Auf einmal kam mir das Gespr\u00e4ch vor wie eine Zumutung f\u00fcr meinen Freund. Wie eine Unversch\u00e4mtheit, dass ich gleich ins Bett gehen und in aller Sicherheit einschlafen w\u00fcrde, wissend, dass ich auch in Sicherheit wieder aufwachen w\u00fcrde. Dass morgen keine Terroristen durch meine Wohnungst\u00fcr eindringen k\u00f6nnen \u2013 und dass dieses Privileg so selbstverst\u00e4ndlich ist, jeden Tag und jede Nacht.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eMach dir keine Sorgen, wir sind stark\u201c, verabschiedete sich mein Freund. \u201eIch wei\u00df\u201c, entgegnete ich. \u201eBald komme ich wieder zu Besuch. Wir werden Pancakes und Erdnussbutter machen \u2013 und zum Friedhof fahren.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><em>Meron Mendel, 1976 in Tel Aviv geboren, ist Professor f\u00fcr Soziale Arbeit und Direktor der Bildungsst\u00e4tte Anne Frank in Frankfurt. Zusammen mit Saba-Nur Cheema schreibt er die muslimisch-j\u00fcdische Kolumne f\u00fcr die F.A.Z.<\/em>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/387212419_676467051287771_8934292731900203478_n.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"724\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/387212419_676467051287771_8934292731900203478_n-724x1024.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7461\" srcset=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/387212419_676467051287771_8934292731900203478_n-724x1024.jpeg 724w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/387212419_676467051287771_8934292731900203478_n-212x300.jpeg 212w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/387212419_676467051287771_8934292731900203478_n-768x1086.jpeg 768w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/387212419_676467051287771_8934292731900203478_n-1086x1536.jpeg 1086w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/387212419_676467051287771_8934292731900203478_n.jpeg 1448w\" sizes=\"(max-width: 724px) 100vw, 724px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><\/h3>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>EKD, 09.10.2023, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.ekd.de\/friedensbeauftragter-mit-terror-kann-es-keinen-frieden-geben-80873.htm\" target=\"_blank\">https:\/\/www.ekd.de\/friedensbeauftragter-mit-terror-kann-es-keinen-frieden-geben-80873.htm<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Friedensbeauftragter Kramer: \u201eMit Terror kann es keinen Frieden geben\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/20220414_epd_00427042_friedrich_kramer_matthias_rietschel_2835x1596_rdax_945x532.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"945\" height=\"532\" src=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/20220414_epd_00427042_friedrich_kramer_matthias_rietschel_2835x1596_rdax_945x532.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7472\" srcset=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/20220414_epd_00427042_friedrich_kramer_matthias_rietschel_2835x1596_rdax_945x532.jpeg 945w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/20220414_epd_00427042_friedrich_kramer_matthias_rietschel_2835x1596_rdax_945x532-300x169.jpeg 300w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/20220414_epd_00427042_friedrich_kramer_matthias_rietschel_2835x1596_rdax_945x532-768x432.jpeg 768w\" sizes=\"(max-width: 945px) 100vw, 945px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Friedensbeauftragter der EKD, Friedrich Kramer, Landesbischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Frankfurt a.M. (epd). Der Friedensbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Friedrich Kramer, hat die am Samstag begonnenen terroristischen Angriffe gegen Israel scharf verurteilt. \u201eDie Bilder aus Israel mit dem massiven Angriff der Hamas sorgen f\u00fcr Entsetzen\u201c, teilte der mitteldeutsche Landesbischof am Sonntag dem Evangelischen Pressedienst (epd) mit. \u201eDie Gewalt gegen Zivilisten und die unz\u00e4hligen Opfer sind durch nichts zu rechtfertigen. Dieser terroristische Angriff durch die Hamas ist entschieden zu verurteilen\u201c, hie\u00df es weiter. Kramer unterstrich au\u00dferdem: \u201eMit Terror kann es keinen Frieden geben.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Bereits am Samstag hatte sich die EKD-Ratsvorsitzende Annette Kurschus mit Israel solidarisiert. \u201eIch verurteile die furchtbaren terroristischen Angriffe zutiefst\u201c, sagte sie. \u201eUnsere Gedanken und Gebete sind bei den Menschen in Israel, deren Land wir noch vor wenigen Tagen besucht haben\u201c, versicherte die westf\u00e4lische Pr\u00e4ses.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Delegation des Rates der EKD war seit Ende September und Anfang Oktober unter der Leitung der Ratsvorsitzenden zu Besuch im Heiligen Land. Die Reise stand unter dem Titel \u201eEvangelisch in Jerusalem\u201c und markierte den Start der Feierlichkeiten zum 125. Jubil\u00e4um der Erl\u00f6serkirche in Jerusalem. Diese wurde in den Jahren 1893 bis 1898 nach Pl\u00e4nen des Architekten Friedrich Adler errichtet. Am Reformationstag des Jahres 1898 wurde sie im Beisein des deutschen Kaisers Wilhelm II. und seiner Frau Kaiserin Auguste Viktoria eingeweiht.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>EKD, 08.10.2023, <a href=\"https:\/\/www.ekd.de\/welle-solidaritaet-mit-israel-80852.htm\">https:\/\/www.ekd.de\/welle-solidaritaet-mit-israel-80852.htm<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Welle der Solidarit\u00e4t mit Israel<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Kurschus: \u201eIch verurteile die furchtbaren terroristischen Angriffe zutiefst.\u201c<\/h2>\n\n\n\n<p>Die kriegerische Eskalation im Nahen Osten zwischen Israel und der Hamas hat eine breite Welle der Solidarit\u00e4t mit Israel in Deutschland ausgel\u00f6st.<\/p>\n\n\n\n<p><br><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/Kurschus_profil_rdax_945x532.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"945\" height=\"532\" src=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/Kurschus_profil_rdax_945x532.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7475\" srcset=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/Kurschus_profil_rdax_945x532.jpeg 945w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/Kurschus_profil_rdax_945x532-300x169.jpeg 300w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/Kurschus_profil_rdax_945x532-768x432.jpeg 768w\" sizes=\"(max-width: 945px) 100vw, 945px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Berlin, Frankfurt a.M.&nbsp;(epd).&nbsp;Zahlreiche Politiker sowie kirchliche Vertreterinnen und Vertreter in Deutschland haben sich entsetzt \u00fcber die kriegerische Eskalation des Nahost-Konflikts mit zahlreichen Toten und Verletzten ge\u00e4u\u00dfert. Sie verurteilten am Samstag die Angriffe auf Israel und bekundeten Solidarit\u00e4t mit dem Land.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch die christlichen Kirchen solidarisierten sich mit Israel. &#8222;Ich verurteile die furchtbaren terroristischen Angriffe zutiefst&#8220;, teilte die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Annette Kurschus, dem Evangelischen Pressedienst (epd) mit. &#8222;Unsere Gedanken und Gebete sind bei den Menschen in Israel, deren Land wir noch vor wenigen Tagen besucht haben&#8220;, versicherte die westf\u00e4lische Pr\u00e4ses.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Georg B\u00e4tzing, sprach auf X von einer &#8222;gef\u00e4hrlichen Eskalation&#8220;. Er bete f\u00fcr die Opfer und trauere um die Toten. Der Nahe Osten brauche &#8222;endlich einen echten Friedensprozess, der die Interessen von Israelis und Pal\u00e4stinensern ber\u00fccksichtigt&#8220;, erkl\u00e4rte der DBK-Vorsitzende, der zugleich Limburger Bischof ist und f\u00fcgte hinzu: &#8222;Dabei gibt es f\u00fcr uns keinerlei Zweifel am Existenzrecht Israels und eines pal\u00e4stinensischen Staates.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) \u00e4u\u00dferte sich auf X, vormals Twitter, &#8222;zutiefst&#8220; ersch\u00fcttert. &#8222;Deutschland verurteilt diese Angriffe der Hamas und steht an Israels Seite&#8220;, versicherte er. Das Ausw\u00e4rtige Amt prangerte &#8222;die abscheuliche Gewalt der Hamas gegen Zivilistinnen und Zivilisten&#8220; an. &#8222;Dieser Terror muss sofort gestoppt werden&#8220;, hie\u00df es.<\/p>\n\n\n\n<p>Der lange schwelende Konflikt zwischen dem Staat Israel und der radikalislamischen Terrororganisation Hamas war am Samstag kriegerisch eskaliert. &#8222;Israel befindet sich im Krieg&#8220;, schrieb die israelische Botschaft in Berlin auf X. &#8222;Die Terrororganisation Hamas hat Israel heute Morgen angegriffen. Israel wird alles Notwendige tun, um sich und seine B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger zu verteidigen&#8220;, hie\u00df es.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Pr\u00e4sident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Volker Beck, teilte mit: &#8222;Die feigen und verbrecherischen Angriffe mit hunderten Raketen auf die israelische Zivilbev\u00f6lkerung und das Eindringen einer gro\u00dfen Zahl von Terroristen in israelische Gemeinden und Kibbuzim sind auf das Sch\u00e4rfste zu verurteilen.&#8220; Er billigte Israel das Recht zu, &#8222;diese Gefahr f\u00fcr das Leben von Israelis abzuwenden, indem die Terroristen festgenommen oder unsch\u00e4dlich gemacht werden&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Internationale Auschwitz-Komitee verurteilte in einer Mitteilung den &#8222;unter Pal\u00e4stinensern immer wieder neu angefachten Antisemitismus&#8220; und den &#8222;Vernichtungswillen gegen\u00fcber dem Staat Israel&#8220;. Deshalb m\u00fcsse sich nicht nur die deutsche Regierung fragen lassen, warum die EU pal\u00e4stinensische Beh\u00f6rden &#8222;immer wieder durch massive Finanzhilfen unterst\u00fctzt, obwohl sie f\u00fcr die Propagierung von antisemitischem Hass und Gewalt Mitverantwortung tragen&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor diesem Hintergrund sprach sich die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), f\u00fcr die \u00dcberpr\u00fcfung aller Hilfen an den pal\u00e4stinensischen Gaza-Streifen aus. Jegliche Verwendung f\u00fcr antiisraelische oder antisemitische Zwecke m\u00fcsse vollst\u00e4ndig ausgeschlossen sein.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><strong>P R E S S E M I T T E I L U N G<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Stellungnahme der EMS zu den aktuellen Entwicklungen im Nahost-Konflikt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>(Stuttgart, 09. Oktober 2023) Seit dem Angriff pal\u00e4stinensischer Milizen auf den Staat Israel in den fr\u00fchen Morgenstunden des 7. Oktober stehen wir in engem Austausch mit Menschen in der gesamten Region, denen wir verbunden sind. Das, was wir h\u00f6ren, geht uns nahe.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Um nur wenige Beispiele zu nennen: Wir nehmen Anteil an der Angst j\u00fcdischer Israelis, die sich in Mevasseret Zion (einem j\u00fcdischen Vorort Jerusalems) in einen Schutzraum gefl\u00fcchtet haben, ebenso wie an der Angst pal\u00e4stinensischer Israelis in einem ganz \u00e4hnlichen Schutzraum in Abu Gosh (einem arabischen Vorort Jerusalems). Wir sind solidarisch mit unseren pal\u00e4stinensischen christlichen Geschwistern, die im Ahli Arab Hospital in Gaza pal\u00e4stinensische Kriegsopfer versorgen, ohne nach deren Hintergrund zu fragen \u2013 und stehen an der Seite der unz\u00e4hligen Israelis, Frauen, M\u00e4nnern und Kindern, die am j\u00fcdischen Festtag der Tora-Freude schamlos angegriffen wurden. Wir klagen \u00fcber alle Opfer, die dieser Krieg bereits gefordert hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Raketen unterscheiden nicht zwischen Israelis und Arabern; nicht zwischen Juden, Muslimen oder Christen. Unter den Opfern befinden sich Soldaten und Zivilisten, Einheimische und thail\u00e4ndische Gastarbeiter auf den israelischen Plantagen rings um den Gazastreifen, die aus wirtschaftlicher Not hierhergekommen sind. Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Die EMS fordert alle Mitglieder, Partner, Geschwister in der Region auf, sich f\u00fcr den Frieden einzusetzen:<\/p>\n\n\n\n<p>1. Diese Gewalt muss sofort enden. Das Feuer muss eingestellt werden. Alle, die als Geiseln gehalten werden oder in den Gazastreifen verschleppt wurden, m\u00fcssen sofort freigelassen werden. Dies gilt insbesondere f\u00fcr Frauen und Kinder. Wer unschuldige M\u00fctter mit ihren kleinen Kindern verschleppt, stellt sich au\u00dferhalb jeglicher Religion und jeglicher menschlichen Gemeinschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>2. Auch wenn Israel durch diesen Angriff erstmals seit genau 50 Jahren \u00fcberrascht wurde, so ist es doch nicht der erste Krieg um den Gazastreifen. Die letzten Waffeng\u00e4nge fanden 2008\/09, 2012, 2014 und 2021 statt. In den dazwischen liegenden Phasen relativer Ruhe wurde immer wieder vers\u00e4umt, ernsthaft nach langfristigen L\u00f6sungen f\u00fcr die Region zu suchen. Aufmerksame Beobachterinnen und Beobachter haben bei zahlreichen Gelegenheiten auf dieses Vers\u00e4umnis hingewiesen. Auch nach dem derzeitigen Krieg wird wieder gelten: Die Menschen im Gazastreifen, der seit 2007 sowohl von Israel als auch von \u00c4gypten weitgehend abgeriegelt ist, brauchen Lebens- und Entwicklungsperspektiven, die ihnen viel zu lange vorenthalten wurden. Zugleich muss der immer wieder artikulierte Irrglaube bek\u00e4mpft werden, der Staat Israel sei ein \u201ekoloniales Siedlerunternehmen\u201c, welches irgendwann aus der Region verschwinden werde, wenn man nur lange genug eine \u201eNormalisierung\u201c der Beziehungen verweigere. Wir sind \u00fcberzeugt: Israelis und Pal\u00e4stinenser k\u00f6nnen und werden dauerhaft miteinander leben \u2013 dazu m\u00fcssen wir die Kr\u00e4fte der Vernunft, des Ausgleichs und der Gerechtigkeit st\u00e4rken.<\/p>\n\n\n\n<p>3. Die Stellvertreterkriege, die Israel- und Pal\u00e4stinafreunde weltweit auf der Stra\u00dfe, an Hochschulen und in den sozialen Medien gegeneinander f\u00fchren, sind nicht dazu geeignet, zu konstruktiven L\u00f6sungen im Nahen Osten beizutragen. Insbesondere in diesen Tagen wird h\u00e4ufig gefordert, sich ganz f\u00fcr die eine und gegen die jeweils andere Seite zu positionieren. In der Folge solcher Forderungen, die teilweise mit ebenso starken wie verst\u00e4ndlichen Emotionen vorgetragen werden, scheinen auch die letzten offenen Gespr\u00e4chskan\u00e4le zwischen den unterschiedlichen Positionen abzurei\u00dfen. Wir werden solchen Forderungen nicht nachgeben, sondern mit allen im Gespr\u00e4ch bleiben, die weiter an einem Miteinander in Frieden und gerechten Beziehungen arbeiten.<\/p>\n\n\n\n<p>4. Die Evangelische Mission in Solidarit\u00e4t (EMS) ist ein Netzwerk von 25 Kirchen und f\u00fcnf Missionsgesellschaften in Asien, Afrika, Europa und dem Nahen Osten. Zu ihr geh\u00f6rt auch die \u201eEpiscopal Diocese of Jerusalem\u201c. Diese anglikanische EMS-Mitgliedskirche betreibt in Gaza das \u201eAhli Arab Hospital\u201c. Das Krankenhaus versteht sich als Dienst der kleinen christlichen Gemeinschaft an der gesamten Gesellschaft im Gazastreifen. \u00dcber den anglikanischen Erzbischof in Jerusalem, the Rt. Rev. Dr. Hosam Naoum, erreicht uns in diesen Tagen die Bitte von Dr. Suhaila Tarazi, der Direktorin dieser Einrichtung, um Unterst\u00fctzung. Dr. Tarazi ist eine bemerkenswerte Frau, die w\u00e4hrend aller vergangenen Kriege als Leitung des Ahli Arab Hospitals ausgeharrt und mit ihrem Team darauf geachtet hat, dass die Zivilbev\u00f6lkerung des Gazastreifens hier eine gute medizinische Versorgung erh\u00e4lt. Auch jetzt leidet die Zivilbev\u00f6lkerung auf beiden Seiten des Kriegsgeschehens massiv. Durch die enge Verbundenheit mit unseren anglikanischen Geschwistern im Nahen Osten haben wir die M\u00f6glichkeit, wenigstens an dieser einen Stelle konkret und direkt zu helfen. Bei der EMS gibt es dauerhaft ein Konto, \u00fcber das Spenden an das Ahli Arab Krankenhaus weitergeleitet werden. Wer eine Spende mit dem Verwendungszweck \u201eKrankenhaus Ahli Arab\u201c an das Spendenkonto der EMS \u00fcberweist, darf sich sicher sein, dass das Geld diesem wichtigen Dienst direkt zugutekommt.<\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Tarazi beendet ihren Brief mit den Worten:&nbsp;<em>\u201eBitte betet mit uns, dass diese Welle der Gewalt gestoppt wird, denn in Kriegen gibt es keine Gewinner. Alle sind Verlierer.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Diese Bitte geben wir jetzt und hier an alle weiter: Betet mit uns, dass diese Welle der Gewalt gestoppt wird! Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Pressekontakt<\/strong>: Pfarrer Dr. Uwe Gr\u00e4be, Nahost-Referent,&nbsp;<a href=\"mailto:graebe@ems-online.org\">graebe@ems-online.org<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Spendenkonto:<\/strong><strong><br>Evangelische Bank eG<br>IBAN: DE85 5206 0410 0000 0001 24<br>BIC: GENODEF1EK1<br>Stichwort: Krankenhaus Ahli Arab<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Die Evangelische Mission in Solidarit\u00e4t (EMS) e.V. ist eine Gemeinschaft von Kirchen und Missionsgesellschaften auf drei Kontinenten. 25 evangelische Kirchen und f\u00fcnf Missionsgesellschaften in Europa, Afrika, Asien und dem Nahen Osten bilden ein internationales Netzwerk langfristiger Partnerschaften. In Deutschland geh\u00f6ren der EMS die evangelischen Landeskirchen in Baden, Hessen und Nassau, Kurhessen-Waldeck, der Pfalz, W\u00fcrttemberg und die Evangelische Br\u00fcder-Unit\u00e4t (Herrnhuter Br\u00fcdergemeine) sowie die Deutsche Ostasienmission (DOAM), die Basler Mission \u2013 Deutscher Zweig (BMDZ) und der Evangelische Verein f\u00fcr die Schneller Schulen (EVS) an.<\/em><\/p>\n\n\n\n<div data-wp-interactive=\"core\/file\" class=\"wp-block-file\"><object data-wp-bind--hidden=\"!state.hasPdfPreview\"  class=\"wp-block-file__embed\" data=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/20231009_PM_Gaza.pdf\" type=\"application\/pdf\" style=\"width:100%;height:600px\" aria-label=\"Einbettung von 20231009_PM_Gaza.\"><\/object><a id=\"wp-block-file--media-135b868b-4fed-475a-abf9-db0b6e294f1b\" href=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/20231009_PM_Gaza.pdf\">20231009_PM_Gaza<\/a><a href=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/20231009_PM_Gaza.pdf\" class=\"wp-block-file__button wp-element-button\" download aria-describedby=\"wp-block-file--media-135b868b-4fed-475a-abf9-db0b6e294f1b\">Herunterladen<\/a><\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>IPG: NAHER OSTEN\/NORDAFRIKA&nbsp;10.10.2023&nbsp;|&nbsp;Marcus Schneider, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.ipg-journal.de\/regionen\/naher-osten\/artikel\/potenzial-zum-flaechenbrand-7042\/?utm_campaign=de_40_20231010\" target=\"_blank\">https:\/\/www.ipg-journal.de\/regionen\/naher-osten\/artikel\/potenzial-zum-flaechenbrand-7042\/?utm_campaign=de_40_20231010<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Potenzial zum Fl\u00e4chenbrand<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der brutale Angriff der Hamas ist ein Schock f\u00fcr Israel. Wie reagiert die Netanjahu-Regierung? Dem Nahen Osten droht eine beispiellose Eskalation<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Genau als niemand mehr damit rechnete, katapultierte die Hamas den israelisch-pal\u00e4stinensischen Konflikt brutalstm\u00f6glich zur\u00fcck ins Zentrum der Weltaufmerksamkeit. W\u00e4hrend global gesehen die Konfrontationslogik \u00dcberhand zu nehmen schien, entwickelte sich zuletzt ausgerechnet der notorisch instabile Mittlere Osten zu einer Oase der diplomatischen&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/asien\/israel-saudi-arabien-101.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Gro\u00dfoffensiven<\/a>. Doch das ist nun vorbei. Letztlich hat sich die gro\u00dfe Verbr\u00fcderung, die Ann\u00e4herungen und Normalisierungen allerorten doch nur als&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.ipg-journal.de\/regionen\/naher-osten\/artikel\/die-ruhe-vor-dem-sturm-6644\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u201eRuhe vor dem Sturm\u201c<\/a>&nbsp;entpuppt. Denn jenseits des Honeymoons der Herrscher ist kaum etwas gel\u00f6st im Mittleren Osten. Dass nun ausgerechnet der Nahostkonflikt, dieser in letzter Zeit doch so marginalisierte Urkonflikt der Region, die oberfl\u00e4chliche Harmonie zerst\u00f6rte, entbehrt nicht einer gewissen Ironie.<\/p>\n\n\n\n<p>Noch hat sich der Nebel der sich \u00fcberschlagenden Ereignisse nicht v\u00f6llig gelichtet. Aber eines scheint bereits klar: Israel hat am&nbsp;7. Oktober&nbsp;ein Desaster erlebt, das nicht nur in seinen strategischen, sondern auch psychologischen Folgen durchaus mit&nbsp;<em>Pearl Harbour<\/em>&nbsp;oder dem&nbsp;<em>11. September<\/em>&nbsp;gleichzusetzen ist. Auch ohne den inzwischen abgedroschenen Begriff der \u201eZeitenwende\u201c zu bem\u00fchen, ist klar: Nichts wird mehr so sein wie zuvor.<\/p>\n\n\n\n<p>Fast auf den Tag genau&nbsp;50 Jahre&nbsp;nach Ausbruch des&nbsp;Jom-Kippur-Krieges wurde Israel abermals durch einen \u00dcberraschungsangriff tief getroffen. Doch statt der \u00e4gyptischen und syrischen Armeen war es diesmal die radikal-islamistische Hamas, die in weiten Teilen der Welt als Terrororganisation eingestufte&nbsp;De-facto-Beherrscherin des abgeriegelten Gazastreifens, die nach S\u00fcdisrael einfiel. Ein \u00dcberraschungsangriff beispielloser Qualit\u00e4t. Phasenweise kontrollierten militante K\u00e4mpfer ganze D\u00f6rfer und St\u00e4dte im S\u00fcden des Landes, ein Albtraumszenario, das jenseits von Netflix-Serien und Horrorfilmen wohl niemand in Israel f\u00fcr m\u00f6glich gehalten h\u00e4tte. \u00dcber&nbsp;800 Tote, eine unbekannte, aber wahrscheinlich niedrige dreistellige Zahl Gekidnappte und Verschleppte hat der j\u00fcdische Staat zu beklagen. Darunter Milit\u00e4rs und Sicherheitskr\u00e4fte, aber die Allermeisten sind Zivilisten, viele Frauen und Kinder. Dabei ging die Terrororganisation mit einer menschenverachtenden Brutalit\u00e4t vor, die zumindest in den Augen der westlichen \u00d6ffentlichkeit die ohnehin schwindende Sympathie f\u00fcr die Sache der unterdr\u00fcckten und durch die anhaltende israelische Besatzung gezeichneten Pal\u00e4stinenser weiter erodieren d\u00fcrfte.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Ein Albtraumszenario, das jenseits von Netflix-Serien und Horrorfilmen wohl niemand in Israel f\u00fcr m\u00f6glich gehalten h\u00e4tte.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Es ist ein Desaster vor allem f\u00fcr den gew\u00f6hnlich so gut informierten israelischen Geheimdienst, der eine solche auf Monate geplante Gro\u00dfoffensive nicht hatte kommen sehen. Nicht nur tappte man v\u00f6llig im Dunkeln, was die Planungen anging, ganz offensichtlich hielt man dergleichen auch politisch nicht f\u00fcr m\u00f6glich. Zu stark war wohl der Glaube, die Hamas w\u00fcrde sich im Rahmen einer kontrollierten Feindseligkeit an bestimmte Spielregeln halten und den ganz gro\u00dfen Krieg scheuen. Dass sie das nicht tat, k\u00f6nnte nun auch bedeuten, dass Israel sich an nichts mehr gebunden f\u00fchlt. Somit betreten beide Parteien bei der Art der Auseinandersetzung Neuland \u2013 und gerade dies l\u00e4sst die Gefahr einer gro\u00dfen Eskalation, eines Krieges wom\u00f6glich \u00fcber Gaza hinaus, exponentiell steigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine besondere Niederlage ist dieser Gewaltrausch f\u00fcr Benjamin Netanjahu, israelischer&nbsp;On-off-Langzeitpremier, der nun inmitten der gr\u00f6\u00dften innenpolitischen Auseinandersetzung seines Landes den Kriegsherrn geben muss. So sehr dies zumindest zeitweise die tiefen gesellschaftlichen Gr\u00e4ben zusch\u00fcttet, da sich das Land im Angesicht der \u00e4u\u00dferen Gefahr vereint, ist es doch ein Scheitern der \u201enetanjahuschen\u201c Vision, den Konflikt managen zu k\u00f6nnen. Sein Versprechen war es, die Pal\u00e4stinenserfrage in der Wahrnehmung der meisten Israelis zu einem kaum mehr sp\u00fcrbaren Hintergrundrauschen zu reduzieren. Die L\u00f6sung des Konflikts bestand nicht mehr in der ungeliebten Zweistaatenl\u00f6sung, zu der seine rechtsnationale Regierung sogar die Lippenbekenntnisse eingestellt hatte, sondern in der Perpetuierung des&nbsp;Status quo&nbsp;aus Besatzung und Unterdr\u00fcckung der Pal\u00e4stinenser, den sowohl die&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.amnesty.org\/en\/latest\/campaigns\/2022\/02\/israels-system-of-apartheid\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">weltweit f\u00fchrenden<\/a>&nbsp;als auch&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.btselem.org\/publications\/fulltext\/202101_this_is_apartheid\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">israelische<\/a>&nbsp;Menschenrechts-Organisationen mit dem in Deutschland so missliebigen Apartheidsbegriff umschreiben.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Marginalisierung der Pal\u00e4stinenserfrage sollte in Netanjahus Logik international einhergehen mit einer Normalisierung der Beziehungen zu den arabischen Herrschern und Potentaten, die mit den&nbsp;<em>Abraham Accords<\/em>&nbsp;begonnen hat und mit dem gerade noch verhandelten Gro\u00dfdeal mit Saudi-Arabien ihren kr\u00f6nenden Abschluss finden sollte. Dies ist nun in weite Ferne ger\u00fcckt, nicht nur weil sich die Pal\u00e4stinenser ganz offensichtlich&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.ipg-journal.de\/interviews\/artikel\/interview-nahost-konflikt-5182\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">nicht \u201emanagen\u201c lassen wollen<\/a>, sondern auch weil die mutma\u00dflich h\u00e4sslichen Bilder, die die angek\u00fcndigte Bodenoffensive in den kommenden Tagen in Gaza produzieren wird, die Man\u00f6vrierf\u00e4higkeit selbst des allm\u00e4chtigen saudischen Kronprinzen erheblich einschr\u00e4nken d\u00fcrfte. Anders als bei ihren Herrschern ist die Pal\u00e4stinasolidarit\u00e4t bei den arabischen V\u00f6lkern weiterhin lebendig. So unterst\u00fctzen&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.economist.com\/middle-east-and-africa\/2023\/09\/24\/america-israel-and-saudi-are-at-the-cusp-of-a-deal\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">lediglich zwei Prozent<\/a>&nbsp;der jungen Saudis die Normalisierung mit Israel.<\/p>\n\n\n\n<p>Welche Optionen also hat Israel? Die Illusion vom gemanagten Konflikt ist zwar zerst\u00f6rt, was jedoch angesichts der Zusammensetzung der vornehmlich ultrarechten Regierung und der hegemonialen politischen Verh\u00e4ltnisse im Land keineswegs eine R\u00fcckbesinnung auf eine Verhandlungsl\u00f6sung bedeutet. Ganz im Gegenteil zeigen die ersten Ank\u00fcndigungen des Premierministers, dass auch Israel auf eine Revision der Spielregeln setzt. Das Ziel der Bodenoffensive ist es, die Hamas als relevante politisch-milit\u00e4rische Organisation zu zerst\u00f6ren. Die seit 2007&nbsp;de facto&nbsp;existierende Koexistenz soll somit ihr Ende finden. Dies k\u00f6nnte auch eine Wiedereinsetzung der direkten Besatzung im Gazastreifen bedeuten. Beides ist mit erheblichen Risiken verbunden. Zwar l\u00e4sst sich die internationale Emp\u00f6rung, die vor allem im Westen nahezu einhellig ist, f\u00fcr ein wesentlich robusteres Vorgehen nutzen. Das brutale Abschlachten von Zivilisten durch die Terrororganisation erinnert Beobachter an die Unmenschlichkeit des Islamischen Staats.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Im schlimmsten Falle droht f\u00fcr Israel ein Mehrfrontenkrieg.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Mit Zehntausenden Soldaten und modernstem Milit\u00e4rger\u00e4t in ein extrem dicht besiedeltes urbanes Gebiet vorzur\u00fccken, das von einer hochmotivierten, dort jeden Stock und Stein kennenden Organisation gehalten wird, die ihrerseits auf Leben und Tod k\u00e4mpft, k\u00f6nnte sich trotz der konventionellen \u00dcberlegenheit der israelischen Streitkr\u00e4fte als milit\u00e4risches Desaster entpuppen. Der Gazastreifen ist kleiner als das historische Ostberlin, hat allerdings mit zweieinhalb Millionen Menschen das Doppelte an Bev\u00f6lkerung, fast die H\u00e4lfte davon sind Minderj\u00e4hrige. Der Aufruf Netanjahus an die Bev\u00f6lkerung zur Flucht ist zynisch angesichts der Tatsache, dass keinerlei Fluchtm\u00f6glichkeiten bestehen und Israel einer ihm zutiefst feindselig gesonnenen Bev\u00f6lkerung wohl keinerlei Fluchtkorridore ins eigene Land gew\u00e4hren wird. Eine humanit\u00e4re Katastrophe ist hier vorprogrammiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn auch f\u00fcr Israel werden die Spielregeln neu festgelegt. Netanjahus rechtsradikale Koalitionspartner tr\u00e4umen schon lange von einem Gro\u00dfisrael ohne Araber. Finanzminister Bezalel Smotrich m\u00f6chte die Pal\u00e4stinenser \u201eermutigen\u201c, die besetzten Gebiete zu verlassen \u2013 letztlich ein mit bisher noch sachtem Druck erwirkter demografisch-ethnischer Wandel der&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.foreignaffairs.com\/middle-east\/what-saudi-israeli-deal-could-mean-palestinians\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Verh\u00e4ltnisse<\/a>. Es \u00f6ffnet sich nun wom\u00f6glich ein politisches Fenster, dies mit gr\u00f6\u00dferem Nachdruck zu betreiben. Verteidigungsminister Yoav Gallant verk\u00fcndete eine Totalblockade (\u201ekein Strom, kein Wasser, kein Essen, kein Benzin\u201c) des Streifens und spricht vom Kampf gegen&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.middleeasteye.net\/news\/israel-palestine-war-fighting-human-animals-defence-minister\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u201emenschliche Tiere\u201c<\/a>. Eine Massenpanik der in Gaza eingeschlossenen Bev\u00f6lkerung k\u00f6nnte zu einem Exodus nach \u00c4gypten f\u00fchren, sofern der Nilstaat selbst seine hochbefestigte Grenze zum Sinai hin \u00f6ffnet \u2013 was derzeit noch wenig wahrscheinlich erscheint. Dabei sollten sowohl Kairo als auch die Fl\u00fcchtenden bedenken, dass es keine R\u00fcckkehroption in einen unter direkter israelischer Okkupation stehenden Gazastreifen mehr geben wird. Eine solche L\u00f6sung mag extrem erscheinen, der aserbaidschanische Machthaber Ilham Alijew hat jedoch vor nicht einmal zwei Wochen in Bergkarabach bewiesen, dass sich solcherlei auch im&nbsp;21. Jahrhundert&nbsp;noch bewerkstelligen l\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Kalk\u00fcl der Hamas freilich ist ein anderes. Es ist nicht davon auszugehen, dass die Organisation von der kommenden Bodenoffensive \u00fcberrascht sein wird. Sie rechnet wom\u00f6glich damit, Israel im H\u00e4userkampf empfindliche Verluste zuf\u00fcgen zu k\u00f6nnen, jedenfalls bis von anderer Seite Unterst\u00fctzung kommt. Die Lage im Westjordanland ist so explosiv wie seit Jahren nicht mehr angesichts der Agonie der Autonomiebeh\u00f6rde, des kommenden Kampfes um die Nachfolge von Mahmud Abbas und der zunehmenden Gewalteskalation durch die von der israelischen Regierung unterst\u00fctzten Siedler. Gleichzeitig gibt es politisch keinerlei Perspektive auf Besserung. Die Pal\u00e4stinenser sitzen in der Sackgasse und drohen angesichts der sich anbahnenden Normalisierung mit der arabischen Vormacht Saudi-Arabien endg\u00fcltig marginalisiert zu werden. Gewalt erscheint da als die letzte gangbare Option. Je l\u00e4nger der Kampf in Gaza dauern wird, desto gr\u00f6\u00dfer mag aus Sicht der Hamas die Hoffnung sein, dass auch in der Westbank die Ordnung v\u00f6llig zusammenbricht, es m\u00f6glicherweise zu einer vollst\u00e4ndigen Erhebung des pal\u00e4stinensischen Volkes, wie bei den Unruhen 2021 sogar bis hinein nach Kernisrael kommt.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber auch regional gestaltet sich die Situation h\u00f6chst explosiv. Im schlimmsten Falle droht f\u00fcr Israel ein Mehrfrontenkrieg. Gro\u00df ist die Spekulation derzeit dar\u00fcber, wie viel Iran als Vormacht der auch die Hamas umfassenden \u201eAchse des Widerstands\u201c&nbsp;<a href=\"https:\/\/amwaj.media\/article\/exclusive-we-are-not-involved-iran-insists-after-hamas-attack-on-israel\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">in die Planung eingeweiht war<\/a>. Die Geheimhaltungsnotwendigkeit f\u00fcr den \u00dcberraschungsmoment spricht eher gegen eine engmaschige Koordination. Die Hamas agiert seit jeher eigenst\u00e4ndig und trotz der derzeitigen Unterst\u00fctzung aus Teheran gab und gibt es in der Beziehung zwischen Islamischer Republik und pal\u00e4stinensischer Terrororganisation viele Aufs und Abs. H\u00e4tte eine koordinierte Planung nicht \u2013 analog zum&nbsp;Jom-Kippur-Krieg \u2013 ein gleichzeitiges Losschlagen der Hisbollah an der Nordfront wahrscheinlich gemacht? Die Hisbollah allerdings ist zwar hochger\u00fcstet, aber nach Ansicht vieler Beobachter angesichts der Wunden durch die Eins\u00e4tze in Syrien noch nicht bereit f\u00fcr den ganz gro\u00dfen Krieg. Der m\u00f6gliche Kriegseintritt der libanesischen Miliz ist derzeit jedoch das ganz zentrale Element, das aus einem territorial begrenzten Gazakrieg einen regionalen Fl\u00e4chenbrand machen w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Die Hisbollah ist milit\u00e4risch ein v\u00f6llig anderes Kaliber als die Hamas.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Noch ist die schiitische \u201ePartei Gottes\u201c nicht bereit, an Israels Nordgrenze \u00fcber Geb\u00fchr zu eskalieren. Die Israelis freilich bereiten sich auf einen Zweifrontenkrieg vor und verlegen in Windeseile Truppen und Ger\u00e4t nach Galil\u00e4a. M\u00f6glicherweise hat Hisbollahf\u00fchrer Nasrallah eine endg\u00fcltige Entscheidung noch nicht gef\u00e4llt. Sobald die Bodenoffensive in Gaza startet, wird der Druck jedoch exponentiell zunehmen, den \u201eBr\u00fcdern\u201c in Pal\u00e4stina islamistische Solidarit\u00e4t zu gew\u00e4hren.<\/p>\n\n\n\n<p>Sollte sich tats\u00e4chlich die faktische Vernichtung der Hamas als milit\u00e4risch-politischer Faktor abzeichnen, k\u00f6nnte dies das Kalk\u00fcl in S\u00fcdbeirut nochmal beeinflussen. Dies w\u00e4re n\u00e4mlich gleichbedeutend mit einer deutlichen Verschlechterung der strategischen Gesamtlage und w\u00fcrde dann ein weiteres Abwarten auf den \u201eangestrebten Endkampf\u201c mit Israel nachteilig erscheinen lassen. Die Hisbollah allerdings ist milit\u00e4risch ein v\u00f6llig anderes Kaliber als die Hamas. Die Organisation verf\u00fcgt \u00fcber mehr als zehnmal so viele Raketen, darunter viele hochmoderne, als noch 2006, beim letzten milit\u00e4rischen Aufeinandertreffen mit Israel, das damals unentschieden endete. Ein extrem bedrohliches Szenario nicht zuletzt angesichts der Tatsache, dass der vielbeschworene&nbsp;<em>Iron Dome<\/em>&nbsp;zeitweise angesichts der Raketen der Hamas an seine Belastungsgrenze zu sto\u00dfen schien.<\/p>\n\n\n\n<p>Sollte sich Israel zudem, \u00e4hnlich wie jetzt bei der Hamas angek\u00fcndigt, dazu entschlie\u00dfen, mit Bodentruppen gegen den Feind im Norden vorzugehen, droht die endg\u00fcltige Ausweitung des Krieges auf den Iran. Die Islamische Republik w\u00fcrde h\u00f6chstwahrscheinlich nicht dabei zusehen, wie ihr wertvollstes Asset zunichte gemacht wird. Durch eine Invasion des Libanon, seinerseits ein politisches Pulverfass mit bereits jetzt fast zwei Millionen Fl\u00fcchtlingen, sowie eine Ausweitung des Konflikts auf Syrien \u2013 das Land, in dem zahlreiche iranische und&nbsp;pro-iranische&nbsp;Milizen operieren, die dann \u00fcber den Golan eine dritte Front er\u00f6ffnen k\u00f6nnten \u2013 w\u00fcrde man dem Horrorszenario eines nah\u00f6stlichen Fl\u00e4chenbrandes mit globalen Auswirkungen immer n\u00e4her kommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Was sollte der Westen jetzt tun? Er sollte alles daransetzen, den Konflikt territorial zu begrenzen. Das bedeutet, m\u00e4\u00dfigend auf Israel einzuwirken, damit es im Zustand des psychologischen Schocks nicht \u00fcberreagiert. Nicht nur um die sich anbahnende humanit\u00e4re Katastrophe in Gaza noch abzuwenden, wenn eine Millionenbev\u00f6lkerung ohne Fluchtm\u00f6glichkeit zwischen die Fronten ger\u00e4t. Sondern auch um Israel selbst vor einer \u00dcbersch\u00e4tzung seiner Kr\u00e4fte zu bewahren, die in einem Multifrontenkrieg bei gleichzeitigem Ausbruch b\u00fcrgerkriegsartiger Zust\u00e4nde im Westjordanland und in Kernisrael droht. Dies wird nicht einfach angesichts von Teilen der politisch dominanten, offen rechtsradikalen Kr\u00e4fte in Israel, die wom\u00f6glich genau das Gegenteil von Deeskalation anstreben.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Ein Fl\u00e4chenbrand im Nahen Osten w\u00e4re verheerend f\u00fcr die globale Stabilit\u00e4t.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>\u00c4gypten und Katar sind zu involvieren, um in irgendeiner Art und Weise auf die wildgewordene Hamas einzuwirken, nicht nur im Hinblick auf die Freilassung der Geiseln, sondern auch, um ihr m\u00f6glicherweise im Angesicht des Todeskampfes Exil anzubieten. Vor allem aber sollte der Islamischen Republik Iran von amerikanischer Seite klar vermittelt werden, dass dem Westen nicht am Ausbruch eines gro\u00dfen Regionalkrieges gelegen ist. Gleichzeitig ist jedoch die notwendige Abschreckung in Form von Kriegsunterst\u00fctzung f\u00fcr Israel hochzufahren, wie durch die Verlegung einer&nbsp;US-Flugzeugtr\u00e4gerkampftruppe&nbsp;bereits geschehen, um dem iranischen Regime klarzumachen, welche Kosten auf es zuk\u00e4men. Ob sich dann in Teheran die kl\u00fcgeren Kr\u00e4fte und nicht die Hasardeure durchsetzen, steht freilich auf einem anderen Blatt. Zumindest aber sollte es nicht zu einer Fehlkalkulation an Israels Nordgrenze kommen, in deren Folge dann ein Krieg ausbrechen k\u00f6nnte, den eigentlich niemand will.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Fl\u00e4chenbrand im Nahen Osten w\u00e4re verheerend f\u00fcr die globale Stabilit\u00e4t. Er w\u00e4re vor allem ein Geschenk an Russland, das durch die Ablenkung des Westens Luft zum Atmen in der Ukraine bek\u00e4me. Zwar ist nicht zu erwarten, dass sich Moskau explizit auf die Seite einer&nbsp;Iran-Hamas-Allianz stellt, das ausbrechende Chaos k\u00e4me dem Kreml jedoch entgegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Letztlich ist die derzeitige Eskalation auch eine Erinnerung daran, dass an einer politischen L\u00f6sung des Nahostkonflikts kein Weg vorbeif\u00fchrt. Es war eine Milchm\u00e4dchenrechnung zu glauben, dass sich nachhaltige Stabilit\u00e4t in der Region durch Ignorieren der Pal\u00e4stinenserfrage erreichen lie\u00dfe. Es ist gerade die politische Aussichtslosigkeit, die den N\u00e4hrboden f\u00fcr Extremisten bereitet. Dies sollte denjenigen zu denken geben, die dann bald wieder die gro\u00dfe Normalisierung zwischen Saudi-Arabien und Israel aushandeln.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Statement on the violence in Israel and Gaza<\/h3>\n\n\n\n<p>07\/10\/2023, THE ARCHBISHOP OF YORK, <a href=\"https:\/\/www.archbishopofyork.org\/news\/latest-news\/statement-violence-israel-and-gaza\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.archbishopofyork.org\/news\/latest-news\/statement-violence-israel-and-gaza<\/a><\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading has-large-font-size\"><strong>Read the full statement:<\/strong><\/h1>\n\n\n\n<p>\u201cWe are grieved and deeply concerned at the violence in Israel and Gaza, and we unequivocally condemn the attacks by Hamas. We pray for those who are mourning, those who are injured, and all those fearing for their safety. We pray for restraint on all sides, and renewed efforts towards a just peace for all. The way forward must be for both sides to build confidence in a secure future through which Israel and its people can live in security within its internationally recognised borders, and Palestinians have their own state and live in their lands in security, and with peace and justice.\u201d<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sehr geehrte, liebe Nahost-Interessierte, gestern habe ich online am Gottesdienst der National Evangelical Church, unserer EMS-Mitgliedskirche in Beirut, teilgenommen. F\u00fcr&#8230; <a href=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/?page_id=7449\">read more<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":4962,"menu_order":5,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-7449","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/7449"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7449"}],"version-history":[{"count":22,"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/7449\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8333,"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/7449\/revisions\/8333"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/4962"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7449"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}