{"id":7327,"date":"2023-08-28T18:49:02","date_gmt":"2023-08-28T16:49:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/?page_id=7327"},"modified":"2023-08-28T18:50:04","modified_gmt":"2023-08-28T16:50:04","slug":"die-himmlische-werkstatt-gottesnaehe-in-alltaeglichen-begegnungen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/?page_id=7327","title":{"rendered":"Die himmlische Werkstatt \u2013 Gottesn\u00e4he in allt\u00e4glichen Begegnungen"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Abstract<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Pandemie hat vielen bewusst gemacht, wie sehr wir aufeinander, auf N\u00e4he und&nbsp; Ber\u00fchrung angewiesen sind. Fast jeder zweite hat in dieser Zeit Einsamkeit erfahren- das Thema war kein Tabu mehr. Vor allem die \u00c4lteren und Pflegebed\u00fcrftigen waren von Exklusion bedroht. So entstanden in den Nachbarschaften neue Hilfenetze, die an die vielf\u00e4ltigen Erfahrungen mit Caring Communities ankn\u00fcpfen konnten. Aber auch die Kirchen sind in besonderer Weise gefragt: gegen den vorherrschenden Individualismus stehen sie f\u00fcr Zugeh\u00f6rigkeit und Hingabe. Zudem verf\u00fcgen sie \u00fcber Treffpunkte im Nahbereich, der gerade f\u00fcr \u00c4ltere, Familien, von Armut betroffene besonders wichtig ist. Internetpattformen wie \u201aNebenan.de\u2018 und selbstgew\u00e4hlte neue Gemeinschaftsformen wie Mehrgenerationenh\u00e4user erreichen nur die Engagierten; um eine breite Wirkung zu erzielen braucht es eine abgestimmte Quartierspolitik, aber auch offene Treffpunkte und soziale Marktpl\u00e4tze vor Ort. Christinnen und Christen stehen daf\u00fcr, dass alle Suchenden hier einen Platz haben und dabei die N\u00e4he Gottes erfahren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>The pandemic made us aware of how much we depend on each other, on closeness and touch. Almost every second person experienced loneliness during this time &#8211; the topic was no longer taboo. Especially the elderly and those in need of care were threatened by exclusion. In this way, new help networks were created in the neighborhoods, which were able to build on the diverse experiences with Caring Communities. But the churches are also in demand in a special way: against the prevailing individualism, they stand for belonging and devotion. In addition, they have meeting places in their immediate neighborhood, which is particularly important for the elderly, families and those affected by poverty. Internet platforms such as \u2018Nebenan.de\u2019 and self-chosen new forms of community such as multi-generational houses reach only the committed; in order to achieve a broader impact, a coordinated neighborhood policy is needed, but also open meeting places and social marketplaces on site. Christians stand for the belief that all seekers have a place and can experience the closeness of God.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>1. Mutterseelenallein \u00ad- Einsamkeit in der individualistischen Gesellschaft<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Eine alte Frau, die von einer jungen umarmt wird \u2013 ihrer Tochter vielleicht, vielleicht ihrer Pflegerin. Beide tragen durchsichtige Plastikregenm\u00e4ntel als Schutz gegen das Virus; die \u00c4rmel der j\u00fcngeren sehen aus, als seien es Engelsfl\u00fcgel. Das World-Press-Foto 21 setzt unser Grundgef\u00fchl w\u00e4hrend der Pandemie ins Bild: Die Sehnsucht nach N\u00e4he und Ber\u00fchrung. Mehr als 50 Prozent der an Covid 19 Verstorbenen waren Heimbewohner. Sie starben ohne Ber\u00fchrung, ohne eine Hand, die sie hielt. W\u00e4hrend des Lockdowns schien das alles zweitrangig.&nbsp; Die Debatte drehte sich um das nackte, das physische \u00dcberleben, um Intensivbetten und Beatmungssysteme.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass Angewiesenheit und Verletzlichkeit genauso zum Menschsein geh\u00f6ren wie der Wunsch nach Autonomie, wurde in der Pandemie f\u00fcr alle deutlich.<a href=\"#_ftn1\" id=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Pl\u00f6tzlich fehlten die Gro\u00dfeltern, die sonst einspringen, wenn das labile Gleichgewicht des Alltags aus dem Tritt ger\u00e4t. Oder die pflege- und hilfebed\u00fcrftigen Eltern waren zu weit weg, um unter Corona-Bedingungen kurz nach ihnen zu schauen. Die studierenden Kinder im Ausland konnten nicht mehr kommen und Paare blieben an den Grenzen getrennt.&nbsp; Kolleg*innen sahen sich nur noch \u00fcber die bekannten \u201eKacheln\u201c und selbst nahe Angeh\u00f6rige und Freund*innen durften sich nicht mehr umarmen. In dieser Situation sp\u00fcrten viele wieder, wie wichtig Ber\u00fchrung ist- f\u00fcr das Gef\u00fchl, von anderen wahr- und angenommen zu werden, f\u00fcr unsere Selbstwahrnehmung. \u201eIch habe in den ersten Wochen der Corona-Zeit das Alleinsein als besondere Last empfunden, viel schwerer und niederdr\u00fcckender als vorher. Ich habe vermisst, dass jemand mich umarmt oder mir die Hand gibt\u201c, schreibt eine Witwe.<a href=\"#_ftn2\" id=\"_ftnref2\"><sup>[2]<\/sup><\/a> In der Single-Gesellschaft ist Ber\u00fchrung schon l\u00e4ngst nicht mehr selbstverst\u00e4ndlich.<a href=\"#_ftn3\" id=\"_ftnref3\">[3]<\/a> Wer ohne Partner*in lebt und keine kleinen Kinder hat, wer im Alter allein ist, bekommt die n\u00f6tigen Streicheleinheiten vielleicht nur noch in der Wellnessmassage oder bei einem Haustier. Die wurden in der Pandemie in Scharen aus den Tierheimen geholt- und anschlie\u00dfend oft zur\u00fcckgegeben.<\/p>\n\n\n\n<p>Seit der Pandemie ist Einsamkeit kein Tabu mehr. Ergebnisse des Sozio-\u00f6konomischen Panels&nbsp;des Deutschen Instituts f\u00fcr Wirtschaftsforschung aus den Jahren 2013 und 2017 legten bereits nahe, dass ungef\u00e4hr 14 Prozent der in Deutschland lebenden Menschen zumindest manchmal einsam waren.&nbsp; W\u00e4hrend der Corona-Pandemie aber zeigten verschiedene Studien einen deutlichen Anstieg von Einsamkeitsgef\u00fchlen in der Bev\u00f6lkerung. So gaben im Sozio-\u00f6konomischen Panel 2021 rund 42 Prozent der in Deutschland lebenden Menschen an, sich einsam zu f\u00fchlen<a href=\"#_ftn4\" id=\"_ftnref4\">[4]<\/a>. Einsamkeit erh\u00f6ht das Risiko f\u00fcr k\u00f6rperliche und psychische Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, aber auch Depressionen und Suizidalit\u00e4t. Nach einer Berechnung einer Forschergruppe f\u00fcr das Einsamkeitsministerium in Gro\u00dfbritannien k\u00f6nnten 20 Prozent Gesundheitskosten eingespart werden, wenn man soziale Angebote auf Rezept verschriebe: Wandergruppen, Gespr\u00e4chskreise, Chorgesang.<a href=\"#_ftn5\" id=\"_ftnref5\">[5]<\/a> Es geht darum, dass Menschen die Gef\u00fchle von Isolation und Hilflosigkeit \u00fcberwinden, Erfahrungen teilen und an gemeinschaftlichen Projekten teilhaben. Denn mit der Einsamkeit geht auch ein R\u00fcckzug aus der Gesellschaft einher.<\/p>\n\n\n\n<p>Corona lege offen, woran das Gemeinwesen schon l\u00e4nger erkrankt sei, meint Diana Kinnert.<a id=\"_ftnref6\" href=\"#_ftn6\"><sup>[6]<\/sup><\/a> Sie hat eines der vielen aktuellen B\u00fccher \u00fcber die \u201eneue Einsamkeit\u201c geschrieben. Die alten Strukturen der Begegnungen seien verbraucht, menschliche Beziehungen fl\u00fcchtig geworden, meint sie. Menschen einer Singlegesellschaft erleben Gemeinschaft dann, wenn sie sich auf Verbindlichkeit\/Wiederholung und N\u00e4he\/\u00d6ffnung einlassen, sagt Ursula Schoen, die Direktorin des DW der EKBO. \u201eGemeinschaft wird erlebbar, wenn mich mit anderen Menschen Erfahrungen und Aktivit\u00e4ten verbinden, die \u00fcber ein einmaliges Ereignis hinausgehen. Das kann in der Kirchengemeinde, im Tennisclub, im Chor oder im sozialen Engagement sein. Ohne Empathie f\u00fcr andere ist Gemeinschaft allerdings nur schwer lebbar. In meinem Tennisclub ist eine Gruppe von meistens alleinstehenden Frauen \u00fcber 60 in einer WhatsApp-Gruppe verbunden. Man tauscht sich nicht nur \u00fcber anstehende Turniere aus, sondern auch \u00fcber den kleinen Fahrradunfall, die ausgelaufene Sp\u00fclmaschine und den Tod der Katze. Die Reaktionen kommen prompt und verl\u00e4sslich. Soziale Medien ersetzen nicht die konkrete Begegnung, aber lassen in vielf\u00e4ltiger Form sp\u00fcren, dass ich mit anderen und andere mit mir verbunden sind.\u201c<a id=\"_ftnref7\" href=\"#_ftn7\">[7]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>2. Sorgenetze \u2013 Strategie gegen die Exklusion<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wer h\u00e4ufig umzieht oder auch pendelt, verliert die allt\u00e4gliche soziale Einbettung in Familie und Nachbarschaft. Und das ist nicht nur eine emotionale Herausforderung. Familien mit kleinen Kindern, auch alte oder kranke Menschen \u2013 deren Anteil an der Gesamtbev\u00f6lkerung mit dem demografischen Wandel w\u00e4chst \u2013 geraten bei der Bew\u00e4ltigung des Alltags besonders unter Druck, wenn sie nicht auf die selbstverst\u00e4ndliche Hilfe von Angeh\u00f6rigen zur\u00fcckgreifen k\u00f6nnen. Aber nur noch ein Viertel der erwachsenen Kinder lebt am Wohnort der Eltern. Die Hochbetagten, Dementen und Pflegebed\u00fcrftigen sind von zunehmender Exklusion betroffen und brauchen Unterst\u00fctzung, um auch weiterhin Teil der Gemeinde zu bleiben\u201c, sagt Prof. Eckart Hammer.<a href=\"#_ftn8\" id=\"_ftnref8\">[8]<\/a> W\u00e4hrend der Corona-Krise hat sich gezeigt, wie wichtig die Unterst\u00fctzung in der Nachbarschaft ist. An vielen Stellen entstanden Einkaufs- und Fahrdienste spontan aus der Zivilgesellschaft oder auch organisiert von Kirche, Diakonie oder Caritas. In Witzenhausen bei Kassel ist \u201eDich schickt der Himmel\u201c entstanden: ein Projekt mit Einkaufshilfen, f\u00fcr das sich die evangelische Gemeinde mit der Stadt, den St.-Georgs-Pfadfindern und dem Kreisjugendring zusammengeschlossen hat. So kamen innerhalb von drei Tagen \u00fcber 150 Ehrenamtliche und 230 Hilfesuchende zusammen. Solche \u201eSorgenetze\u201c wurden auch an vielen anderen Orten aufgebaut. Gemeinde, Ortsvereine und Kommune bilden den r\u00e4umlichen Zusammenhang, in dem sich soziales Miteinander entfalten kann..<\/p>\n\n\n\n<p>Die Netzwerke nahmen auf, was sich in der Quartiersbewegung entwickelt hatte. In Magdeburg haben die Pfeifferschen Stiftungen im Quartier Milchstra\u00dfe ein Begegnungszentrum eingerichtet \u2013 in einem Ladenlokal im Erdgeschoss eines mehrst\u00f6ckigen Hauses mit Wohnungen f\u00fcr meist \u00e4ltere Menschen. Dort finden Erz\u00e4hlcaf\u00e9s und Schm\u00f6kernachmittage statt, und auch der K\u00fchlschrank ist gef\u00fcllt mit Teilchen vom naheliegenden B\u00e4cker und Restartikeln vom Discounter. Auch anderswo treffen sich \u00c4ltere zu einem Mittagstisch. Da wird gemeinsam eingekauft, reihum gekocht, Rezepte werden ausgetauscht und Geschichten erz\u00e4hlt. Und wenn jemand fehlt, fragt bestimmt ein*e andere*r nach. Stadtteilzentren, Sozialstationen und Kommunen organisieren Nachbarschaftsnetze mit Telefonketten, Begleitung bei Arztbesuchen oder Eink\u00e4ufen, bei Fahrten zum Friedhof oder in der Demenzbegleitung. Nach dem Vorbild von Gro\u00dfbritannien entwickelt inzwischen auch das Bundesfamilienministerium eine Strategie gegen Einsamkeit.<a href=\"#_ftn9\" id=\"_ftnref9\">[9]<\/a> Modellprojekte wie&nbsp; &#8222;Miteinander F\u00fcreinander&#8220; oder &#8222;Verein(t) gegen Einsamkeit&#8220; stehen in der Tradition der Corona-Hilfsnetze.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEs kann nicht als selbstverst\u00e4ndlich vorausgesetzt werden, dass die Selbstorganisation von B\u00fcrgern und B\u00fcrgerinnen, etwa in der organisierten Nachbarschaftshilfe, aber auch in Seniorengenossenschaften und in B\u00fcrgervereinen ohne Hilfe \u201avon au\u00dfen\u2018 auskommt\u201c, hei\u00dft es im 7. Altersbericht der Bundesregierung.<a href=\"#_ftn10\" id=\"_ftnref10\">[10]<\/a> In Graz forscht Sabine Pleschberger \u00fcber informelle au\u00dferfamiliale Hilfen im sozialen Nahraum und \u00fcber ihre Verkn\u00fcpfung mit bedarfsorientierten und qualit\u00e4tsgesicherten formalen Hilfen. Das laufende Projekt mit vielen qualitativen Interviews best\u00e4tigt, wie sehr kleine sorgende Gemeinschaften auf professionelle Sorgestrukturen angewiesen sind. Das informelle Miteinander lebt von Wechselseitigkeit und N\u00e4he. Permanente Verf\u00fcgbarkeit auch am Wochenende kann es nicht leisten. Umgekehrt werden professionelle, verl\u00e4ssliche Hilfsorganisationen nie die pers\u00f6nliche Qualit\u00e4t entwickeln, die wir aus Freundschaft und Nachbarschaft kennen. So haben beide Formen der Hilfe eine eigene Qualit\u00e4t und beide sind aufeinander angewiesen: Nachbarschaftsnetze brauchen Wohlfahrtsverb\u00e4nde, Kirchen und Notfallnetzwerke. Hier haben die Kirchen mit ihren Haupt- und Ehrenamtlichen im Quartier noch immer besondere Chancen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem siebten Altenbericht sind die \u201eSorgenden Gemeinschaften\u201c in Deutschland popul\u00e4r geworden.<a href=\"#_ftn11\" id=\"_ftnref11\"><sup>[11]<\/sup><\/a> L\u00e4ngst vorher schon waren die \u201eCaring Communities\u201c ein internationaler Leitbegriff, wenn es darum ging, auf regionaler und lokaler Ebene Verantwortungsstrukturen neu zu beleben. Dabei sind die Handlungsfelder ganz verschieden. Je nach der Situation vor Ort stehen Menschen mit Behinderung, Kinder oder \u00c4ltere, Sterbende und Trauernde oder auch Gefl\u00fcchtete im Mittelpunkt. Es geht um wechselseitige Unterst\u00fctzung und die Bereitschaft, Verantwortung zu \u00fcbernehmen: f\u00fcr sich selbst, f\u00fcr andere und auch f\u00fcr die gesellschaftliche Entwicklung. Dabei bezieht sich die \u201eSorge\u201c auf das \u201eDazwischen\u201c in der Beziehung, das gemeinschaftliche \u201eGewebe zwischen Menschen\u201c,<a href=\"#_ftn12\" id=\"_ftnref12\"><sup>[12]<\/sup><\/a> wie Hannah Arendt sagt. Das Interesse aneinander, das in der Sorge sp\u00fcrbar wird, gilt dem ganzen Menschen, nicht nur dem Austausch von Waren und Leistungen. Aus diesem wechselseitigen Interesse, dem gemeinsamen Lernen und Wachsen, der Teilhabe am Schicksal aller, aus Sorge entsteht Gemeinschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>Was kann Kirche dazu beitragen, dass Menschen diese Erfahrung machen? \u201eKeiner von uns lebt f\u00fcr sich selbst, keiner stirbt f\u00fcr sich selbst\u201c, hei\u00dft es bei Paulus. Damit ist ein radikaler Unterschied zur neoliberalen Moderne beschrieben. F\u00fcr Paulus ist Unabh\u00e4ngigkeit nicht das h\u00f6chste \u2013 Zugeh\u00f6rigkeit und Hingabe geben dem Leben Sinn. Die christliche Gemeinschaft wird als ein K\u00f6rper beschrieben, bei dem jedes Glied&nbsp; gebraucht wird. Und die Sehnsucht nach einer lebendigen Gemeinschaft, die Hoffnung, das Getrenntsein zu \u00fcberwinden, ist gerade besonders gro\u00df. Wenn wir nicht allein bleiben und nicht nur privatisieren wollen\u201c, schreibt Lisa Frohn<a href=\"#_ftn13\" id=\"_ftnref13\">[13]<\/a> in ihrem Twitter-Buch \u201eRan ans Alter\u201c, \u201edann brauchen wir R\u00e4ume, wo wir hingehen k\u00f6nnen, um uns als gesellschaftliche Wesen zu erleben.\u201c \u201eR\u00e4ume also, in denen wir uns einbringen und uns selbst als Teil einer gr\u00f6\u00dferen Gemeinschaft erfahren k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist eine besondere Chance, wenn die Kirchengemeinde R\u00e4ume in der N\u00e4he zur Verf\u00fcgung stellen kann. Denn bei den \u00fcber 70-j\u00e4hrigen ist der Anteil der Frauen, die den F\u00fchrerschein besitzen, noch immer nicht so hoch wie in j\u00fcngeren Altersgruppen. Sie sind schnell in ihrem Bewegungsradius eingeschr\u00e4nkt, wenn der Auto fahrende Partner pflegebed\u00fcrftig wird oder stirbt. Auch weil die k\u00f6rperlichen Kr\u00e4fte nachlassen, gewinnt der Nahbereich zunehmende Bedeutung.&nbsp; Inzwischen haben viele Kirchengemeinden erkannt, welchen Schatz ihre R\u00e4ume darstellen. Die Vesperkirchen, die an vielen Orten w\u00e4hrend des Winters \u00f6ffnen, sind in vielfacher Hinsicht barrierefrei: Auch wer kein Geld und keine Beziehungen hat, wer keine saubere Kleidung hat, ist hier willkommen. Viele Vesperkirche bieten neben einer Suppe oder Broten und warmem Tee auch die M\u00f6glichkeit f\u00fcr einen Haarschnitt oder eine warme Dusche. Hier k\u00f6nnen Menschen zu sich kommen, weil andere ihnen offen und vorurteilsfrei begegnen. Und das ist es wohl auch, was die Freiwilligen so fasziniert: die Unmittelbarkeit, in der wir uns als Menschen neu verstehen. In all unserer Unterschiedlichkeit, unserer Verletzlichkeit und Angewiesenheit.<\/p>\n\n\n\n<p>Alex Assali kommt aus Syrien und ist 2014 an der italienischen K\u00fcste gelandet. Nach seiner langen Odyssee hatte er das Gl\u00fcck, ein Zimmer im Sharehouse Refugio in Berlin zu finden. In dem sch\u00f6nen, hundertj\u00e4hrigen Haus in Neuk\u00f6lln leben und arbeiten Menschen aus aller Welt zusammen, die ihre Heimat verloren haben oder verlassen mussten, oder die nach neuem Leben in Gemeinschaft suchen. Sie kommen aus&nbsp;Syrien, Somalia, England und Deutschland, aus Schweden, Afghanistan oder der T\u00fcrkei. Das Sharehouse ist kein Fl\u00fcchtlingslager und kein Heim, sondern eine Wohn- und Arbeitsgemeinschaft auf Zeit.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eJeder Mensch ist einzigartig und kostbar, darum f\u00f6rdern wir uns gegenseitig in unseren F\u00e4higkeiten und Talenten. Wir helfen nicht, wir unterst\u00fctzen einander auf Augenh\u00f6he, denn keiner ist besser als der oder die andere, und nur im Teilen sind wir wirklich reich.\u201c Das ist der Sharehausgedanke. \u00a0In diesem Sinne kann ein Sharehaus \u00fcberall sein, wo Menschen mit Respekt und Neugier aufeinander zusammenkommen. Dass Alex Assali mit den anderen zusammenleben und arbeiten konnte, dass er von Anfang an dazu geh\u00f6rte, hat ihm geholfen, sich wieder aufzurichten \u2013 und von diesem Gl\u00fcck wollte er etwas weitergeben. So entschied er sich, eine Stra\u00dfenk\u00fcche aufzumachen. Er kochte Suppen und Eint\u00f6pfe, packte die T\u00f6pfe auf sein Fahrrad und installierte eine Warmhalteplatte auf den Stra\u00dfen Berlins. Und dann sch\u00f6pfte er aus &#8211; an Fl\u00fcchtlinge und Obdachlose und einfach an jeden, der probieren wollte. Kochen und zusammen essen w\u00e4rmt das Herz und Tischgemeinschaft beschreibt in der christlichen Tradition die Mitte der Gemeinschaft. \u201eDas Sharehaus ist ein\u00a0Garten, in dem deine einzigartigen Talente und Tr\u00e4ume aufbl\u00fchen k\u00f6nnen, es ist eine Gemeinschaft, in der alle gleich wichtig sind, und es ist eine\u00a0Werkstatt f\u00fcr himmlische Gesellschaft\u201c; kann man auf der Berliner Homepage lesen.<a id=\"_ftnref14\" href=\"#_ftn14\">[14]<\/a><br><\/p>\n\n\n\n<p><strong>3. Nachbarschaft \u2013 digital und analog<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Bei einer kleinen Umfrage im Frankfurter Raum gaben immerhin 60 Prozent der \u00fcber 60-J\u00e4hrigen an, dass sie w\u00e4hrend der Pandemie mehr mit Computer und Smartphone besch\u00e4ftigt waren als zuvor. Vor allem Menschen mit Mobilit\u00e4tseinschr\u00e4nkungen haben von den neuen Angeboten profitiert; sie f\u00fchlen sich selbstverst\u00e4ndlicher zugeh\u00f6rig zur Gesellschaft.<a href=\"#_ftn15\" id=\"_ftnref15\"><sup>[15]<\/sup><\/a> Selten habe ich selbst an so vielen Zoom-Konferenzen teilgenommen wie seit der Pandemie. Ich genie\u00dfe es, Teilnehmenden aus ganz Deutschland zu begegnen- weil eben niemand eine lange Anreise hat. &nbsp;Allerdings bleibt viel zu tun, um die Zugangsschwelle zu senken. Die BAGSO empfiehlt deshalb, digitale Orte einzurichten, an denen man, mit Technik ausgestattet, von und miteinander lernen kann. Charlotte Dieter-Ridder, der \u201eNetz-Omi,\u201c geht es darum, Altersgenossinnen fit zu machen; sie schl\u00e4gt vor, Gemeindeh\u00e4user zu digitalen Orten auszubauen. Und Elke Schilling, die wie jede zweite Seniorin allein lebt, hat deswegen einen Telefondienst f\u00fcr Einsame aufgebaut. \u201eSilbernetz\u201c boomte in der Krise bundesweit.<a href=\"#_ftn16\" id=\"_ftnref16\">[16]<\/a> \u201e An Einsamkeit stirbt man blo\u00df l\u00e4nger als an Corona\u201c, sagt sie.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei einer Tagung zum Thema \u201eSorgende Gemeinschaften\u201c erz\u00e4hlte eine Frau, sie sei, kurz bevor sie 70 wurde, in die N\u00e4he ihrer Tochter gezogen und zun\u00e4chst sehr einsam gewesen. Bis sie mit \u201eUrban Gardening\u201c begonnen habe. Sie habe einen Parkstreifen an der Stra\u00dfe bepflanzt und erstaunlicherweise bald schon Mitstreiter*innen gefunden. Menschen aus der Nachbarschaft h\u00e4tten eine Bank aufgestellt, damit man einfach sitzen, zuschauen oder sich austauschen konnte. Und am Ende sei sogar eine alte Telefonzelle als B\u00fccherbox dazugekommen. Irgendjemand h\u00e4tte sie auf \u201enebenan.de\u201c aufmerksam gemacht, erz\u00e4hlte die Teilnehmerin, und mit Staunen h\u00e4tte sie festgestellt, wie viele der dort Engagierten sie schon kannte. W\u00e4hrend der Treffpunkt aufbl\u00fchte, war wie nebenbei ihr eigenes Nachbarschafts-netzwerk gewachsen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Internetplattform \u201eNebenan.de\u201c<a href=\"#_ftn17\" id=\"_ftnref17\">[17]<\/a> hatte 2018 bereits 850.000 Nutzer \u2013 w\u00e4hrend der Pandemie wuchs sie auf 1, 5 Millionen und ist nun in allen Bundesl\u00e4ndern pr\u00e4sent. Um B\u00fcrgerbeteiligung zu organisieren, gen\u00fcgt es nicht, eine Plattform zu installieren, weder digital noch analog. Untersuchungen von Martina Wegner aus Freiburg zeigen, dass sich auf diese Weise immer nur die gleichen beteiligen: die hochengagierte Mittelschicht mit ihren eigenen Interessen. Wenn die teilhaben sollen, die ihre Rechte nicht selbstverst\u00e4ndlich wahrnehmen, sind intermedi\u00e4re Organisationen n\u00f6tig: Schulen, Kirchen, Wohlfahrtsverb\u00e4nde, Parteien. Genau die sind aber in den letzten Jahren auf dem R\u00fcckzug: von den Bezirksverwaltungen bis zu den Pfarreien. Wenn wir Kommunen als Orte des guten Lebens begreifen wollen, dann sind sie auf soziale Investitionen und stabile Institutionen wie Stadtverwaltung und B\u00fcrger\u00e4mter, Schulen, Bibliotheken, Stadtwerke, Feuerwehr und Rettungsdienst angewiesen. Unverzichtbar ist aber auch der gut erreichbare Dorfladen, der alles Notwendige im Angebot hat&nbsp; &#8211; genauso wie ein Treffpunkt f\u00fcr alle und der regelm\u00e4\u00dfige Busverkehr. \u201eWenn Menschen in schweren Zeiten soziale N\u00e4he und Hilfe erfahren, kann das die negativen Auswirkungen der Krise abfedern. Es geht um Dinge wie Nachbarschaftshilfe, ob Freunde oder Familien sich um einander k\u00fcmmern, wie eng diese Bindungen in einer Gesellschaft sind. Diese sozialen Faktoren werden gern untersch\u00e4tzt, sie entscheiden aber ma\u00dfgeblich dar\u00fcber, ob es uns gutgeht oder nicht. Sie kommen direkt hinter den Faktoren Gesundheit und finanzielle Lage\u201c, sagt Jan-Emmanuel De Neve, \u00d6konom in Oxford.<a href=\"#_ftn18\" id=\"_ftnref18\">[18]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Nachbarschaft ist zu einem gro\u00dfen Thema geworden; Es gibt Nachbarschaftspreise, Nachbarschaftsplattformen; der Tag des Nachbarn wird gefeiert. Angesichts der lockeren Bindungen scheint etwas verloren gegangen. Die vormoderne Nachbarschaft war eine Schicksalsgemeinschaft. Nicht nur in den niederrheinischen D\u00f6rfern waren Wohnen und Arbeiten eng verbunden, man war auf die anderen angewiesen.&nbsp; Das ist heute anders. Man hilft sich gelegentlich, vermeidet aber zu gro\u00dfe N\u00e4he. \u201eNachbarschaft bedeutet auch immer soziale Kontrolle. Und eines der gro\u00dfen Versprechen von St\u00e4dten ist, dieser Beobachtung zu entgehen.\u201c Freundlich gr\u00fc\u00dfen, die Post annehmen und ansonsten in Ruhe gelassen werden: Mehr w\u00fcnschen sich viele nicht von ihren Nachbar*innen.<a href=\"#_ftn19\" id=\"_ftnref19\">[19]<\/a> Oder hat sich das gerade ge\u00e4ndert?<\/p>\n\n\n\n<p>Die Hamburger Journalistin K\u00fcbra G\u00fcm\u00fc\u015fay erz\u00e4hlt von einer Begegnung mit dem Spielfreund ihres kleinen Sohns und seiner Mutter, einer S\u00e4ngerin aus S\u00fcdafrika. Beim Abholen nach dem Spielen hatte sie sie kurz in die eigene Wohnung gebeten. Beim Abschied erfuhr sie, dass sie die erste war, die die S\u00fcdafrikanerin eingeladen hatte. Nach elf Jahren in Deutschland. \u201eAm Abend schrieb ich dar\u00fcber auf einer sozialen Plattform. Und mich erreichten Dutzende Nachrichten aus Deutschland, \u00d6sterreich und der Schweiz. Junge und \u00e4ltere Menschen, die \u00e4hnliches berichteten. Allen fehlte der Kontakt zu Nachbarn, zu anderen M\u00fcttern oder Bekannten.\u201c<a href=\"#_ftn20\" id=\"_ftnref20\"><sup>[20]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWir haben nach einer verbindlicheren Form der Nachbarschaft gesucht\u201c, sagt Ulrich Thomsen, der eine Wohnanlage in L\u00fcneburg mit initiiert, geplant und gebaut hat, in der insgesamt 53 Erwachsene und 23 Kinder leben. \u201eWir unterst\u00fctzen uns gegenseitig; einige teilen sich zum Beispiel zu mehreren ein Auto. Die Kinder finden hier viele Spielkameraden, und wenn sie aus der Schule kommen und niemand bei ihnen zu Hause ist, k\u00f6nnen sie problemlos zu einer der anderen Familien gehen.\u201c<a id=\"_ftnref21\" href=\"#_ftn21\">[21]<\/a> Im Zentralgeb\u00e4ude befindet sich auch ein Gemeinschaftsraum, in dem die Bewohner an manchen Tagen gemeinsam fr\u00fchst\u00fccken. Hier finden auch alle drei bis vier Wochen gemeinsame Treffen statt \u2013 zu allt\u00e4glichen Organisationsfragen, aber auch zu Themen wie \u201eKrankheit\u201c oder \u201eSterbebegleitung\u201c. Wohnprojekte wie in L\u00fcneburg, Genossenschaften wie \u201eSchloss Blumenberg\u201c in Bayern oder auch Mehrgenerationenh\u00e4user ziehen vor allem junge Familien und Senior*innen an, aber auch Alleinerziehende, Singles oder Menschen mit Behinderung. Sie alle sind auf eine funktionierende Nachbarschaft angewiesen.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>4. Soziale Markt- und Kirchpl\u00e4tze<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Theologe Ernst Lange, Gr\u00fcnder der Berliner \u201eLadenkirche\u201c, sprach von der Ortsgemeinde als dem \u201eEnsemble der Opfer\u201c. Wer weniger mobil ist und \u00fcber geringe Ressourcen verf\u00fcgt, wer sich keine gro\u00dfen Spr\u00fcnge leisten kann, ist besonders auf eine gute Nachbarschaft und auf Angebote vor Ort angewiesen \u2013 genauso wie auf verl\u00e4sslichen Nahverkehr. Da geht es&nbsp; Familien mit kleinen Kindern nicht anders als Migranten und Gefl\u00fcchteten oder \u00c4lteren . Sie brauchen R\u00e4ume, wo unterschiedliche Generationen einander begegnen und unterst\u00fctzen k\u00f6nnen. \u201eWir sollten alles daf\u00fcr tun, soziale Marktpl\u00e4tze zu erhalten oder neu aufzubauen\u201c, meint Jutta Allmendinger.<a href=\"#_ftn22\" id=\"_ftnref22\">[22]<\/a> Gerade Menschen, die kaum privaten Lebensraum haben, brauchen \u00f6ffentliche Orte in der Stadt,<\/p>\n\n\n\n<p>In meiner ehemaligen Gemeinde in M\u00f6nchengladbach wurde Mitte der 80-er Jahre der Gemeindeladen gegr\u00fcndet, inspiriert von Ernst Langes Ladenkirche. Inzwischen wird der Laden \u00f6kumenisch getragen. &nbsp;Das Geheimnis des Erfolgs: Die Besucher kommen aus allen Vierteln, aus allen Schichten \u2013 es sind Einheimische wie neu Zugezogene. Caf\u00e9 und Bibliothek, Kleiderkammer, Sozialsprechstunde und Volkshochschulkurse sprechen ganz unterschiedliche Interessen an. Und auch die breite Vernetzung mit Einzelhandel, Sportvereinen, dem B\u00fcrgerb\u00fcro h\u00e4lt den Laden offen \u2013 genauso wie die vielen Engagierten, die gern einbringen, was sie k\u00f6nnen und weitergeben wollen. Als die Leiterin zum 25-j\u00e4hrigen Bestehen aus den Annalen des Ladens erz\u00e4hlte, wurde ein weiteres Geheimnis klar: Das Team war immer nah dran an den jeweiligen Bedarfen und Bed\u00fcrfnissen \u2013 von den Mutter-Kind-Gruppen der 80er Jahre \u00fcber die Schulkindermittagsbetreuung in den 90er Jahren bis zum Pflegeverein und schlie\u00dflich zum Treffpunkt von Gefl\u00fcchteten und Engagierten. Sie alle treffen sich zum Caf\u00e9, tauschen sich aus und entwickeln neue Ideen und Projekte.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Land Schleswig-Holstein hat solche Erfahrungen mit dem Konzept der Markttreffs<a href=\"#_ftn23\" id=\"_ftnref23\">[23]<\/a> aufgenommen. Es fu\u00dft auf den vielen genossenschaftlichen Dorfl\u00e4den, die in den letzten 20 Jahren entstanden. Nun gibt es eine Chipkarte, die den Mitgliedern rund um die Uhr Zutritt verschafft \u2013 und viele Leitungen, die im Laden einen Treffpunkt, ein Bistro er\u00f6ffnet haben. An manchen Orten findet sich gleich nebenan eine Arztfiliale oder auch ein Fu\u00dfpflegedienst.&nbsp; Dorfladen plus Dienstleistung plus offener Treff, das ist das \u00e4u\u00dferst erfolgreiche Prinzip. Anderswo sind&nbsp; l\u00e4ndliche Co-Working-Spaces entstanden, immer h\u00e4ufiger mit Kinderbetreuung, die die notwendige Vereinbarkeit erm\u00f6glichen und auch entfernt vom B\u00fcro in der Stadt ein Miteinander gestalten, das im Home- Office fehlt.&nbsp; Solche Projekte leben von Verbundenheit in einer verwundbaren Gesellschaft \u2013 und schaffen gerade so Innovation.<\/p>\n\n\n\n<p>So entstehen neue Treffpunkte, neue Marktpl\u00e4tze vor Ort. Aber auch die traditionellen Marktpl\u00e4tze und die Kirchpl\u00e4tze werden neu entdeckt: als offene R\u00e4ume der Begegnung mit einem Flohmarkt, einer Telefonzelle zum Buchtausch, einem Caf\u00e9-Kiosk. Auch die Kirchenbank, die Ehrenamtliche auf den Marktplatz stellen, ist so ein Platz der Begegnung, ein Anker der Erinnerung an das Miteinander,&nbsp; das \u00fcber die Familie hinausgeht. Und in einem Dorf in der Eifel hat eine K\u00fcnstlerin die B\u00e4nk for better Anderst\u00e4nding gebaut \u2013 eine Bank, die durch das Dorf wandert und zum Gespr\u00e4ch einl\u00e4dt.<\/p>\n\n\n\n<p>Schon 1998 benannte die Diakoniedenkschrift der EKD zum 150. Jubil\u00e4um der Inneren Mission vier Perspektiven f\u00fcr die Zukunft: Es geht darum, die Distanz zwischen Kirchengemeinden und Diakonischen Diensten zu \u00fcberbr\u00fccken, die Kontakte zu zivilgesellschaftlichen Initiativen zu verbessern, die Bed\u00fcrfnisse von Betroffenen besser wahrzunehmen und schlie\u00dflich die Vernetzung mit au\u00dferkirchlichen Tr\u00e4gern im Gemeinwesen zu suchen.<a id=\"_ftnref24\" href=\"#_ftn24\"><sup>[24]<\/sup><\/a> Dazu geh\u00f6rt eine Sensibilit\u00e4t f\u00fcr die St\u00e4rken und Aktivit\u00e4ten anderer Organisationen und eine Haltung, die offen, lernbereit und sich des eigenen Profils bewusst ist. Mit seinem Konzept vom dritten Sozialraum hat der G\u00fctersloher Psychiater Klaus D\u00f6rner seit vielen Jahren f\u00fcr eine neue Wertsch\u00e4tzung der Kirchengemeinden und f\u00fcr die Wiedervereinigung von diakonischer Professionalit\u00e4t und kirchengemeindlichem B\u00fcrgerengagement geworben. Kirchengemeinden, das ist die Hoffnung, k\u00f6nnten Caring Communities werden oder jedenfalls zum Entstehen von Caring Communities beitragen.<a id=\"_ftnref25\" href=\"#_ftn25\"><sup>[25]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>4. Das Fenster zum Himmel<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Renate Kersten, Pfarrerin im Pfarrsprengel Berlin-Malchow schreibt 2018 in einer Studienarbeit \u00fcber die Berliner Hochhaussiedlungen wie Marzahn-Hellersdorf, das soziale Engagement von Gruppen und Gemeinden generiere zwar keinen Gemeindenachwuchs. \u201eEs hilft Kerngemeinden aber in dreifacher Weise: Erstens verwirklichen sie hier, was ihren Grund\u00fcberzeugungen entspricht. Die sp\u00fcrbare \u00dcbereinstimmung von Glauben und Handeln ist Best\u00e4tigung und Motivation zugleich. Zweitens bindet soziale Arbeit Menschen ein, die sich ehrenamtlich engagieren wollen. Manche Gemeindeglieder finden auf diese Weise einen Platz unter den Aktiven in ihrer Gemeinde. Drittens hilft das soziale Engagement den Kerngemeinden, Teile der sozialen Realit\u00e4t in ihrer Umgebung besser in den Blick bekommen und mit Menschen in ihrer Umgebung in Kontakt zu kommen\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDer Auftrag der \u201eKommunikation des Evangeliums<a href=\"#_ftn26\" id=\"_ftnref26\">[26]<\/a> beobachtet sie, werde in den Gemeinden durchgehend als \u00bbauf Sendung gehen\u00ab verstanden \u2013 als bes\u00e4\u00dfen die Gemeinden das Evangelium. Dem gegen\u00fcber sei mit Mt. 25, 31ff festzuhalten, dass uns Christus oft unerwartet begegnet \u2013 auch in denen, die das Evangelium augenscheinlich nicht haben. Wenn der Habitus der Gemeinde nicht Zug\u00e4nglichkeit signalisiere, sei mit kognitiver Verst\u00e4ndlichkeit nichts gewonnen. \u201eIn Anlehnung an Clifford Geertz<sub>\u2018<\/sub> Modell der \u00bbdichten Beschreibung\u00ab<a href=\"#_ftn27\" id=\"_ftnref27\">[27]<\/a>empfehle ich uns als Gemeinden intern und untereinander dichte Kommunikation. Geertz beschrieb, dass wir ohne gute Kenntnis eines ganzen Feldes einzelne \u00c4u\u00dferungen nicht sachgem\u00e4\u00df interpretieren k\u00f6nnen. Die Wahrnehmung des gesamten Feldes ist nicht nur f\u00fcr einen Ethnologen, der relevante Schl\u00fcsse ziehen m\u00f6chte, unerl\u00e4sslich, sondern ebenso f\u00fcr Gemeinden, die in ihrem jeweiligen Umfeld Zeuginnen Christi sein sollen und diesen Auftrag angenommen haben.\u201c<a href=\"#_ftn28\" id=\"_ftnref28\">[28]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Es lohnt sich, die eigene Gemeinde, den Raum und die R\u00e4ume, einmal aus der Perspektive der Nachbarinnen und Nachbarn zu sehen und dabei ganz unterschiedliche Perspektiven einzunehmen. Eine New Yorker Journalistin hat ein ganzes Jahr lang jede Woche einen Stadtspaziergang mit einer fremden Person gemacht. Sie war unterwegs mit einer \u00e4lteren Dame mit Rollator, mit einem Architekten und mit einem zweij\u00e4hrigen Kind. Sie hat einen Blinden begleitet und einen Arzt, der ihren Blick f\u00fcr die Entgegenkommenden sch\u00e4rfte. Es geh\u00f6rt nicht viel Phantasie dazu, sich vorzustellen, wie sie ihr Quartier neu entdeckt. Inzwischen gibt es Gemeindegruppen, die sich genauso auf den Weg gemacht haben, den Sozialraum zu erkunden, mit Fotos, Filmen und Interviews. Das Amt f\u00fcr Gemeindedienst der Ev.-luth. Kirche in Bayern hat als Unterst\u00fctzung die \u201eFragetasche\u201c entwickelt, die dazu einl\u00e4dt, nach den Interessen und der Arbeit anderer zu fragen und den Sozialraum als Gelegenheit f\u00fcr Beziehungen wahr zu nehmen. Das kann ganz klein anfangen \u2013 mit einem Stadtspaziergang mit Neuzugezogenen oder mit \u00c4lteren. Mit einem \u201eMikroprojekt\u201c: Zwei Fragen auf einem Bierdeckel, der in alle H\u00e4user verteilt wird. \u201eWas halten Sie f\u00fcr die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung im Stadtteil?\u201c \u201eWie kann Kirche dabei helfen, eine gute L\u00f6sung zu finden\u201c? &nbsp;\u201eWir handeln bedarfsorientiert\u201c, sagt auch Peggy Mihan, die sich in Cottbus f\u00fcr die Haltestelle der Herrnhuter Br\u00fcdergemeinde engagiert hat. Wo sie arbeitet, geht es ihr immer darum, den Blick von unten einzu\u00fcben, an der Seite der Nachbarn mit ihren Verletzungen und Lebensbr\u00fcchen. Erst einmal nur da sein und versuchen, heraus zu finden, was n\u00f6tig sein k\u00f6nnte.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Renate Kersten kommt zu dem Schluss, \u201eChrist*innen verb\u00fcrgen sich daf\u00fcr, dass es einen Zugang zu Gott gibt, und dass er allen offensteht. Sich verb\u00fcrgen, bezeugen \u2013 das weist uns einen Platz an der Seite Christi und an der Seite der Menschen, die uns anvertraut sind, zu. Wir gehen mit, wie Christus mit uns geht. Wir lernen, nicht zu wissen, wo uns Christus begegnet, aber darauf zu vertrauen, dass er uns begegnen wird. Wir lernen es, das Evangelium nicht zu \u00bbhaben\u00ab, sondern mit und in anderen zu entdecken. Der Weg nach Emmaus hilft, zu begreifen, dass nicht die, die sich einmal zum Glauben bekannt haben, wissen, wo Christus zu finden ist. Die Haltung, Christ*innen h\u00e4tten das Evangelium und die anderen h\u00e4tten es nicht, \u00fcberfordert die einen und untersch\u00e4tzt die Mobilit\u00e4t Gottes, als Geist zu wehen, wo Gott will, in Christus zu begegnen, wann und wo Gott will\u201c.<a href=\"#_ftn29\" id=\"_ftnref29\">[29]<\/a> Das klingt wie ein Feedback auf die franz\u00f6sische Mystikerin Madeleine Delbrel, die in den 1950er Jahren mit einer Wohngemeinschaft in den sozialistischen Pariser Vorst\u00e4dten lebte. \u201eChristen, die nur unter sich leben, haben keine Ahnung, wie das Christentum auf Menschen wirkt, die nicht glauben; das l\u00e4sst sie einander fremd werden\u201c, meint sie.<a href=\"#_ftn30\" id=\"_ftnref30\">[30]<\/a> \u201eDeshalb scheint es vor allem notwendig zu sein, die Christen \u2013 oder zumindest einen Teil davon \u2013 dahin zu bringen, dass sie geschwisterlich mit den Nichtchristen leben.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Wo wir uns selbst und unsere Gemeinschaft f\u00fcr das Fremde offen halten, wo Gemeinden ihre T\u00fcren f\u00fcr Andere \u00f6ffnen und sich mit Neugier ins Unbekannte aufmachen, da werden Grenzen \u00fcberwunden. Weder Milieu noch Herkunft oder Kirchenmitgliedschaft entscheiden dann \u00fcber den Zugang zum Glauben; entscheidend ist lediglich diese Offenheit und die Bereitschaft, dem Gesuchten&nbsp; Raum zu geben. Wo Menschen so \u00fcber ihre Verletzlichkeit sprechen, da entsteht in Selbst- und N\u00e4chstenliebe Gottesn\u00e4he. Gemeinschaft mit dem N\u00e4chsten- ob Christ*in oder nicht- Gemeinschaft untereinander, Gemeinschaft mit Gott: Die alte Regel der Gemeinschaftsdiakonie wird auch im Quartier erfahrbar.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><a href=\"#_ftnref1\" id=\"_ftn1\">[1]<\/a> Thiessen, Barbara et al. in ihrem Positionspapier \u201eGro\u00dfputz! Care nach Corona neu gestalten\u201c auf care-macht-mehr.com I. (Zugriff 04.04.23)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><a href=\"#_ftnref2\" id=\"_ftn2\"><sup>[2]<\/sup><\/a> Vgl. dazu Hammer, Eckart, Impulsprojekt Demenz und Kommune. Abschlussbericht der wissenschaftlichen Begleitung, ein Projekt der Alzheimer Gesellschaft Baden-W\u00fcrttemberg e. V., Stuttgart\/Ludwigsburg 2019, <a href=\"https:\/\/www.demenzundkommune-bw.de\/fachstelle-deko\/projektabschluss\">https:\/\/www.demenzundkommune-bw.de\/fachstelle-deko\/projektabschluss<\/a> [12.11.2022].<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><a href=\"#_ftnref3\" id=\"_ftn3\">[3]<\/a> Thadden, Elisabeth von, Die ber\u00fchrungslose Gesellschaft, M\u00fcnchen 2018<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><a href=\"#_ftnref4\" id=\"_ftn4\">[4]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.bing.com\/ck\/a?!&amp;&amp;p=a71a2648ae17376fJmltdHM9MTY3NTgxNDQwMCZpZ3VpZD0wMDE4NTRlYS0yNDczLTYzYjQtMjAxNC00NTk3MjU2ZDYyNmEmaW5zaWQ9NTE3NA&amp;ptn=3&amp;hsh=3&amp;fclid=001854ea-2473-63b4-2014-4597256d626a&amp;psq=soep+einsamkeit&amp;u=a1aHR0cHM6Ly93d3cuZGl3LmRlL2RlL2Rpd18wMS5jLjgyMDc4NS5kZS9wdWJsaWthdGlvbmVuL2Rpd19ha3R1ZWxsLzIwMjFfMDA2Ny93ZWl0ZXJoaW5fZWluc2FtX3VuZF93ZW5pZ2VyX3p1ZnJpZWRlbl9fX19fZGllX2NvdmlkLTE5LXBhbmRfX190X3NpY2hfaW1fendlaXRlbl9sb2NrZG93bl9zdGFlcmtlcl9hdWZfZGFzX3dvaGxiZWZpbmRlbl9hdXMuaHRtbA&amp;ntb=1\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Weiterhin einsam und weniger zufrieden &#8211; DIW Berlin<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><a href=\"#_ftnref5\" id=\"_ftn5\">[5]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/grossbritannien-ein-ministerium-leis\">https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/grossbritannien-ein-ministerium-leis<\/a> (04.04.23)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><a href=\"#_ftnref6\" id=\"_ftn6\">[6]<\/a> Kinnert Daniela, Die neue Einsamkeit und wie wir sie als Gesellschaft \u00fcberwinden, M\u00fcnchen, 2021, S.50ff.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><a href=\"#_ftnref7\" id=\"_ftn7\">[7]<\/a> Zitiert nach: Coenen-Marx, Cornelia, Die Neuentdeckung der Gemeinschaft, G\u00f6ttingen 2021, S. 63<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><a href=\"#_ftnref8\" id=\"_ftn8\">[8]<\/a> Beirat Alter neu gestalten der Ev. Kirche in W\u00fcrttemberg <a href=\"https:\/\/www.elk-wue.de\/pressemitteilung\/alter-neu-gestalten\">https:\/\/www.elk-wue.de\/pressemitteilung\/alter-neu-gestalten<\/a> ( Zugriff am 04.04.23) <a href=\"https:\/\/www.bing.com\/search?q=alter+neu+gestalten&amp;cvid=1ae4914a9813403d911f4707a2a9d7c3&amp;aqs=edge.0.0l2.7036j0j4&amp;FORM=ANAB01&amp;PC=U531\"><br><\/a>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><a href=\"#_ftnref9\" id=\"_ftn9\">[9]<\/a> https:\/\/www.bmfsfj.de\/&#8230;\/strategie-gegen-einsamkeit<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><a href=\"#_ftnref10\" id=\"_ftn10\">[10]<\/a> <a>Bundesministerium f\u00fcr Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Hg.), Der Siebte Altenbericht der Bundesregierung. Sorge und Mitverantwortung in der Kommune Aufbau und Sicherung zukunftsf\u00e4higer Gemeinschaften. Berlin 2016, S. 259. https:\/\/www.bmfsfj.de\/blob\/120144\/2a5de459ec4984cb2f83739785c908d6\/7&#8211;altenbericht&#8212;bundestagsdrucksache-data.pdf (Zugriff am 04.04.23) .<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><a href=\"#_ftnref11\" id=\"_ftn11\">[11]<\/a> Bundesministerium f\u00fcr Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Hg.), Der Siebte Altenbericht der Bundesregierung. Sorge und Mitverantwortung in der Kommune Aufbau und Sicherung zukunftsf\u00e4higer Gemeinschaften, Berlin 2016.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><a href=\"https:\/\/www.bmfsfj.de\/blob\/120144\/2a5de459ec4984cb2f83739785c908d6\/7--altenbericht---bundestagsdrucksache-data.pdf\">https:\/\/www.bmfsfj.de\/blob\/120144\/2a5de459ec4984cb2f83739785c908d6\/7&#8211;altenbericht&#8212;bundestagsdrucksache-data.pdf<\/a> [13.11.2022].<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><a href=\"#_ftnref12\" id=\"_ftn12\">[12]<\/a> Arendt, Hannah, Vita activa oder Vom t\u00e4tigen Leben, M\u00fcnchen\/Z\u00fcrich 2002, S. 68<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><a href=\"#_ftnref13\" id=\"_ftn13\">[13]<\/a> Frohn, Lisa, Ran ans Alter, K\u00f6ln 2017<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><a href=\"#_ftnref14\" id=\"_ftn14\">[14]<\/a> https:\/\/sharehaus.net<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><a href=\"#_ftnref15\" id=\"_ftn15\">[15]<\/a> BAGSO Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen e.V. (Hg.), \u00c4ltere Menschen und Digitalisierung. Stellungnahme der BAGSO zum Achten Altersbericht der Bundesregierung. Bonn 2020, S. 6. https:\/\/www.bagso.de\/fileadmin\/user_upload\/bagso\/06_Veroeffentlichungen\/2020\/BAGSO-Stellungnahme_Achter_Altersbericht_Digitalisierung.pdf (Zugriff am 04.04.23).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><a href=\"#_ftnref16\" id=\"_ftn16\">[16]<\/a> &nbsp;<a href=\"https:\/\/www.silbernetz.org\/angebot.html\">https:\/\/www.silbernetz.org\/angebot.html<\/a> (04.04.23)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><a href=\"#_ftnref17\" id=\"_ftn17\">[17]<\/a> <a href=\"https:\/\/nebenan.de\">https:\/\/nebenan.de<\/a> (ZUGRIFFSDATUM)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><a href=\"#_ftnref18\" id=\"_ftn18\">[18]<\/a> <a>Weiguny, Bettina (2020): Wie steht\u2019s ums Gl\u00fcck? Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.03.2020. https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wie-steht-s-ums-glueck-in-corona-zeiten-16690523.html (Zugriff am 11.12.2020).<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><a href=\"#_ftnref19\" id=\"_ftn19\">[19]<\/a> <a>Kreutzer, Stefan\/Siebel, Walter, \u201eWas w\u00e4ren wir ohne unsere Nachbarn\u201c. Soziologe: Zauberformel f\u00fcr gute Nachbarschaft. BR Bayern 2, 30.11.2020. https:\/\/www.br.de\/radio\/bayern2\/sendungen\/radiowelt\/walter-siebel-soziologe-wozu-brauchen-wir-nachbarschaft-100.html (Zugriff am 05.01.2021).<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><a href=\"#_ftnref20\" id=\"_ftn20\">[20]<\/a> <a>G\u00fcm\u00fc\u015fay, K\u00fcbra, Die Furcht aller Menschen. Bref- Magazin ( der Reformierten Kirche der Schweiz&lt;9 22\/2018, 27.<\/a>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><a id=\"_ftn21\" href=\"#_ftnref21\">[21]<\/a> <a>Landeszeitung.de, Erstes generations\u00fcbergreifendes Wohnprojekt in L\u00fcneburg am Brockwinkler Weg gestartet. https:\/\/www.landeszeitung.de\/lokales\/47289-erstes-generationsuebergreifendes-wohnprojekt-in-lueneburg-am-brockwinkler-weg-gestartet (Zugriff am 05.01.2021).<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><a href=\"#_ftnref23\" id=\"_ftn23\"><\/a>23 &nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/MarktTreff\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/MarktTreff<\/a> &nbsp;( Zugriff 04-04-23)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><a href=\"#_ftnref24\" id=\"_ftn24\">[24]<\/a> Evangelische Kirche in Deutschland, Herz und Mund und Tat und Leben, Hannover\/Frankfurt am Main 1998, S. 112<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><a href=\"#_ftnref25\" id=\"_ftn25\">[25]<\/a> Evangelische Kirche in Deutschland, Im Alter neu werden k\u00f6nnen. Evangelische Perspektiven f\u00fcr Individuum, Gesellschaft und Kirche. Eine Orientierungshilfe des Rates der EKD, G\u00fctersloh 2010, S. 124<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><a href=\"#_ftnref26\" id=\"_ftn26\">[26]<\/a> Der Begriff stammt von Ernst Lange; N\u00e4heres s. Michael Domsgen, Bernd Schr\u00f6der (Hg): Kommunikation des Evangeliums. Leitbegriff der praktischen Theologie, Leipzig 2014<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><a href=\"#_ftnref27\" id=\"_ftn27\">[27]<\/a> Geertz, Clifford, Dichte Beschreibung. Beitr\u00e4ge zum Verstehen kultureller Systeme, Frankfurt\/Main 1983, darin S. 7-43 der Aufsatz Dichte Beschreibung. Bemerkungen zu einer deutenden Theorie von Kultur. 95 Geertz nennt das \u00bbdicht\u00ab, im Original \u00bbthick\u00ab.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><a href=\"#_ftnref28\" id=\"_ftn28\">[28]<\/a> Kersten, Renate, Abschlussarbeit der Studienzeit vom 02.04. \u2013 30.06.2018 Renate Kersten, Pfarrerin im Pfarrsprengel Berlin-Malchow<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><a href=\"#_ftnref29\" id=\"_ftn29\">[29]<\/a> Kersten, Renate, a.a.O , S. 66<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><a href=\"#_ftnref30\" id=\"_ftn30\">[30]<\/a> Delbrel, Madeleine, Deine Augen in unseren Augen. Delbr\u00eal, Madeleine (2015): Deine Augen in unseren Augen. Die Mystik der Leute von der Stra\u00dfe. Ein Lesebuch. Hg. v. Annette Schleinzer. 2. Aufl. Oberpframmern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Abstract Die Pandemie hat vielen bewusst gemacht, wie sehr wir aufeinander, auf N\u00e4he und&nbsp; Ber\u00fchrung angewiesen sind. 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