{"id":6809,"date":"2022-05-27T13:32:35","date_gmt":"2022-05-27T11:32:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/?page_id=6809"},"modified":"2026-03-20T15:15:15","modified_gmt":"2026-03-20T14:15:15","slug":"eine-andere-welt-oder-ein-anderer-blick-auswirkungen-des-zeitenwandels","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/?page_id=6809","title":{"rendered":"Eine andere Welt oder ein anderer Blick? Auswirkungen des Zeitenwandels\ufffc"},"content":{"rendered":"\n<p>Cornelia Coenen-Marx, Travem\u00fcnde, 6.5.2022<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\" type=\"1\"><li><strong>Grenzerfahrungen oder das Ende der Illusionen<\/strong><\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>\u201e<strong>Haben Sie nicht auch manchmal das Gef\u00fchl, als bewege sich nichts? Als wachse vor uns eine Mauer des Stillstands<\/strong>, die immer h\u00f6her wird \u2013 trotz stetiger Beschleunigung? Wie bei einer Zugfahrt, wo man im Vorbeifahren die Landschaft nicht mehr erkennt?\u201c Das fragt Alice, eine junge Philosophin, den B\u00fcrgermeister von Lyon. In dem Film \u201eAlice und der B\u00fcrgermeister\u201c, der 2019 in die Kinos kam \u2013 kurz vor der Pandemie. Diesem B\u00fcrgermeister, im Film hei\u00dft er Paul Th\u00e9raneau, fehlen die Ideen, wie man in der Stadt Lyon noch mehr Fortschritt erzielen k\u00f6nnte. Trotz der Steuerungsgruppe \u201eLyon 2500\u201c die er gerade ins Leben gerufen hat \u2013&nbsp;ja, tats\u00e4chlich 2500, so gro\u00df ist sein Ehrgeiz, so alt ist Lyon \u2013, trotz Diskussionen mit K\u00fcnstler*innen, World-Caf\u00e9s, Zukunftskonferenzen gelingt es ihm nicht, wirklich in Kontakt zu kommen mit dem Leben der B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger. Alice lebt einfach im Hier und Jetzt \u2013 sie hat keinen Plan f\u00fcr morgen, keine Vorstellung von einem zuk\u00fcnftigen Beruf. Alles scheint m\u00f6glich. Der Schl\u00fcssel, meint Alice, sei Bescheidenheit. \u201eAlice oder Die Bescheidenheit\u201c ist denn auch der deutsche Titel des Films.<a href=\"#_ftn1\" id=\"_ftnref1\">[1]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Die Geschichte fiel mir wieder ein, weil ich seit ein paar Wochen das Gef\u00fchl habe, als sei die Mauer eingerissen, die uns von der Gegenwart getrennt hat. Manche sprechen vom \u201e<strong>Ende der Illusionen\u201c. <\/strong>Keith Campbell, Sozialpsychologe an der Universit\u00e4t von Georgia, hat sich mit dem Ph\u00e4nomen des \u201eIch-Schocks\u201c besch\u00e4ftigt, mit tiefgreifenden Krisen und Ersch\u00fctterungen, die unser Lebensgef\u00fchl ver\u00e4ndern k\u00f6nnen. Eine schwere Krankheit, eine berufliche Katastrophe, ein Todesfall in der Familie \u2013 und pl\u00f6tzlich wird der Schutzfilter, der uns normalerweise von der Wirklichkeit trennt, weggerissen. Illusionen platzen, wenn wir sp\u00fcren, dass wir nicht so sicher und nicht so unverwundbar sind, dass die Welt nicht so stabil ist, wie wir glaubten. Und was wir individuell erleben, gilt auch gesellschaftlich \u2013 denken Sie nur an den Fall der Berliner Mauer. (Ob wir die Berliner die Mauer etwa schon vergessen haben, fragte dieser Tage der polnische Schriftsteller Szczepan Twardoch.<a href=\"#_ftn2\" id=\"_ftnref2\">[2]<\/a>) Pl\u00f6tzlich nehmen wir unsere Umgebung ganz anders wahr: direkter, tiefer, unmittelbarer. <strong>Sind wir in einer anderen Welt aufgewacht \u2013 oder sehen wir die Welt mit anderen Augen<\/strong>? Campbell vergleicht diese Situation mit einem spirituellen Erweckungserlebnis<strong>. <\/strong>Es ist, als \u00f6ffne sich ein anderer Horizont \u2013 wir h\u00f6ren auf, uns um uns selbst zu drehen, lassen uns ein, lassen uns vielleicht auch verst\u00f6ren.<a href=\"#_ftn3\" id=\"_ftnref3\"><sup>[3]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>So geht es uns auch jetzt: Seit dem \u00dcberfall Russlands auf die Ukraine ist das Konzept der globalen Lieferketten, ist Handel durch Wandel, der Neoliberalismus endg\u00fcltig in Frage gestellt. Aber schon die Pandemie konnte uns die Augen \u00f6ffnen f\u00fcr die Abh\u00e4ngigkeiten, auf denen der eigene Wohlstand basiert: Die Energieversorgung bis zur Infrastruktur an Russland outgesourct, der Elektronik-, Auto-Pharmamarkt nach China, die Verteidigung an die USA. Aber auch die globale Verflechtung scheint keine Sicherheit zu bieten. <strong>Das Ende aller Illusionen \u2013 das k\u00f6nnte auch hei\u00dfen, endlich erwachsen zu werden. Zu begreifen, wie wenig selbstverst\u00e4ndlich, wie angreifbar unser Lebensstil ist. <\/strong>Welche Gnade es war, eine weitgehend sorgenfreie Existenz zu leben \u2013 trotz der Ungerechtigkeit und des Unrechts, in das auch wir verstrickt sind. Und die eigenen Grenzen zu erkennen<strong>.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>K\u00fcrzlich habe ich eine Edgar-Card in irgendeinem Caf\u00e9 mitgenommen; SDG stand darauf: Wie \u201eSp\u00fcre Deine Grenzen\u201c. Oder wie Strategic Development Goals. Gemeint ist die globale Entwicklungsstrategie, die 2015 von der Vollversammlung der Vereinten Nationen beschlossen wurde \u2013 auch bekannt unter dem Label Agenda 2030. Bei den 17 Zielen geht es um die Bek\u00e4mpfung von Armut und Hunger, um Gesundheit und Bildung. Jetzt, in Zeiten des Krieges, klingt das wie ein ferner Traum. Zugleich ist ganz konkret geworden, worum es geht: Die eigenen Grenzen erkennen \u2013 das hei\u00dft auch, nicht mehr zu beanspruchen, als mir zusteht. Nicht weiter auf Kosten anderer leben. Meine Abh\u00e4ngigkeiten reduzieren \u2013 pers\u00f6nlich und politisch. Demut \u00fcben. Und endlich erkennen, was wir l\u00e4ngst h\u00e4tten sehen k\u00f6nnen \u2013 die Mauern in unseren K\u00f6pfen und die Risse, die sich seit langem abzeichnen.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>Risse im Sozialgef\u00fcge oder Kein Friede ohne Gerechtigkeit<\/strong><\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Mitten in diesen Kriegszeiten ist Frankreich gerade noch einmal an einer faschistischen Regierung vorbeigeschrammt. Den B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern, die Le Pen gew\u00e4hlt haben, ging es nicht um Putin und die Ukraine, auch nicht um Krieg und Frieden <strong>\u2013 es ging um Kaufkraft und Energiepreise, um die Migration aus dem Maghreb und aus Afrika, aber auch um nationale Tr\u00e4ume von vergangener Gr\u00f6\u00dfe<\/strong>. Zwischen Moskau, Budapest und Paris erschien f\u00fcr einen Augenblick ein ganz anderes Europa am Horizont. W\u00e4hrend Deutschland sich auf die Abkoppelung vom russischen Gasnetz vorbereitet, versucht unsere Regierung, die Einkommensschw\u00e4cheren zu st\u00fctzen und Wirtschaft und Mobilit\u00e4t am Laufen zu halten. Gelbwesten w\u00fcnscht sich keiner. Also subventionieren wir Treibstoff f\u00fcr alle. Nur wenige haben jetzt den Mut, von der sozial-\u00f6kologischen Transformation zu sprechen, vom Green Deal, der gerade erst beschlossen wurde. Der Streit um das Energieembargo hat die Wirtschaftsweisen und Wirtschaftsinstitute bundesweit in Lager gespalten. Und in L\u00fctzerath und in der Lausitz wird nun noch l\u00e4nger Braunkohle abgebaut. Nur wenige sprechen auch davon, dass wir unseren Fleischkonsum einschr\u00e4nken k\u00f6nnten\u2013 immerhin werden 60 Prozent der Getreidefl\u00e4chen f\u00fcr Futtermittel ben\u00f6tigt und 20 Prozent f\u00fcr Biotreibstoffe. In Europa werden renaturierte Ackerfl\u00e4chen wieder bewirtschaftet. Und nicht nur Marine Le Pen empfiehlt eine Mehrwertsteuersenkung bei Lebensmitteln des t\u00e4glichen Bedarfs. Ein Blick auf die Tafeln hierzulande zeigt, warum: Wenn die Zentralbanken der Inflation weiter Raum lassen, stehen uns Verteilungsk\u00e4mpfe ins Haus. <strong>70 Prozent der Deutschen f\u00fcrchten Preissteigerungen und Inflation\u2013 und 62 Prozent haben Sorge um die unberechenbare politische Situation in Europa.<a href=\"#_ftn4\" id=\"_ftnref4\"><strong>[4]<\/strong><\/a><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Zur\u00fcck zu den Tafeln. W\u00e4hrend weniger Lebensmittel verteilt werden k\u00f6nnen, wachsen dort die Schlangen der Bed\u00fcrftigen \u2013 nicht nur, weil eine neue Gruppe von Gefl\u00fcchteten ansteht.<strong> Denn auch bei uns nimmt die sozio\u00f6konomische Spreizung seit Jahren zu. <\/strong>Carolin und Christoph Butterwegge haben am Beispiel der ungleichen Bildungs- und Teilhabechancen von Kindern gezeigt, was der Neoliberalismus f\u00fcr die Einzelnen bedeutet hat. Auch die Armut und Einsamkeit so vieler Pflegender und Gepflegter sind Ausdruck dieser Spreizung. Aber die Kindergrundsicherung wird wohl noch verschoben werden und Rentnerinnen und Rentner erhielten im j\u00fcngsten Osterpaket keine Energieentlastung. W\u00e4hrend viele von uns in der Corona-Krise gesp\u00fcrt haben, wie befreiend es sein kann, auf \u00fcberfl\u00fcssigen Konsum, einen Urlaubsflug oder das Auto zu verzichten, k\u00f6nnen sich andere schon jetzt weder Auto noch Miete leisten. Und die Krise auf dem Wohnungsmarkt wird durch die Energie- und Baustoffkrise versch\u00e4rft; ob die Zahl von 400.000 Wohnungen, die das Bauministerium j\u00e4hrlich plant, trotz Lieferengp\u00e4ssen erreicht werden kann, steht in den Sternen. Auch wenn die Gefl\u00fcchteten aus der Ukraine Zugang zur Grundsicherung haben \u2013 das Angebot ist zu knapp, um alle in eigenen Wohnungen unterzubringen. Und nicht wenige Beobachter*innen haben Sorge, dass sie \u00fcbergangsweise prek\u00e4re Besch\u00e4ftigung annehmen, unter Qualifikation eingestellt werden und so \u2013 trotz Mindestlohnerh\u00f6hung \u2013 den Niedriglohnsektor verfestigen<strong>. <\/strong>Das Beispiel der Firma T\u00f6nnies, die an der polnischen Grenze billige Arbeitskr\u00e4fte suchte, hat einige aufgeschreckt. Dabei k\u00e4me es darauf an, die Qualifikationen aller Gefl\u00fcchteter anzuerkennen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Europa erlebt gerade die massivste Fluchtbewegung seit dem Zweiten Weltkrieg. <\/strong>Einige St\u00e4dte sind bereits an ihre Grenzen gesto\u00dfen. Ganz in meiner N\u00e4he, in Neustadt, ist in nur drei Tagen aus einem alten Pfarrhaus ein blau-gelber Treffpunkt geworden: ein spendenfinanziertes Gemeinschaftshaus, in dem Einheimische und Gefl\u00fcchtete einander begegnen. Und in Garbsen, wo ich wohne, sind <strong>die ersten Schritte der Integration <\/strong>getan: Die meisten Kinder aus der Ukraine haben einen Platz in Schule oder KiTa gefunden, kleine Familien eine Einliegerwohnung \u2013 die riesige Welle der Solidarit\u00e4t ist auch ein Friedensdienst. Dazu haben nicht zuletzt die vielen Ukrainerinnen und Ukrainer beigetragen, die vorher schon hier lebten \u2013 oft als Pflegende in Krankenh\u00e4usern und Langzeitpflegeeinrichtungen. In k\u00fcrzester Zeit sind in Berlin, Hamburg, M\u00fcnchen Websites entstanden, auf denen Fahrdienste, Sachspenden, Unterk\u00fcnfte, Jobs vermittelt werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Freunde, die seit langem in der Fl\u00fcchtlings- und Integrationsarbeit engagiert sind, <\/strong>haben allerdings Probleme, den Gefl\u00fcchteten aus Nahost zu vermitteln, warum sie aus den Gemeinschaftsunterk\u00fcnften ausziehen m\u00fcssen, damit Ukrainer*innen einziehen. Und warum es bei ihnen so lange gedauert hat, bis sie eine Arbeit aufnehmen konnten. Und \u2013 wie erkl\u00e4rt man jetzt den Journalistinnen, Lehrerinnen, Richterinnen, den Ortskr\u00e4ften aus Afghanistan, dass sie am Ende zur\u00fcckbleiben mussten, weil unsere Kapazit\u00e4ten oder die Transportm\u00f6glichkeiten ersch\u00f6pft waren? Es ist kaum ein Jahr her, dass uns diese Zerrei\u00dfproben in Atem gehalten haben und die Beschl\u00fcsse Ihrer Synode sprechen von Fehleinsch\u00e4tzungen, Scham, Schuld und Traumata. Heute erleben wir die unterschiedliche Rechtslage der Gefl\u00fcchteten als Zerrei\u00dfprobe. Kommt da auch ein verdeckter Rassismus zum Vorschein?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Eine Hierarchie der Gefl\u00fcchteten \u2013 und eine der Helfer*innen und Hilfebed\u00fcrftigen? <\/strong>Die Menschen, die jetzt aus der Ukraine kommen, sehen aus wie wir, kleiden sich wie wir, leben wie wir. Tragen Sneakers, trinken Cappuccino, h\u00f6ren unsere Musik<strong> \u2013 wir k\u00f6nnten es selbst sein, die fliehen m\u00fcssen, deren H\u00e4user zerbombt werden.<\/strong> Und es f\u00fchlt sich manchmal auch so an, als w\u00e4ren wir die n\u00e4chsten. Das steht alles noch dahin, wie Marie Luise Kaschnitz 1972 geschrieben hat.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>In welcher Welt wollen wir leben? Die alte Frage, die uns seit vielen Jahren begleitet, wird dr\u00e4ngender, je schneller die Transformationskrisen voranschreiten<\/strong>. Im Augenblick scheint es, als seien wir noch unentschieden \u2013der Zick-Zack-Kurs ist nicht nur ein politisches Ph\u00e4nomen<strong>.<\/strong> Wir alle zaudern, wir w\u00e4gen ab, wir m\u00fcssen diskutieren: Den Wohlstand erhalten, keine Wachstumseinbr\u00fcche riskieren, die Mittelschicht st\u00fctzen \u2013 oder den Green Deal weiter voranbringen, einen Ausgleich f\u00fcr die \u00c4rmsten schaffen? Den Pflegenden klatschen oder das Pflegesystem endlich erneuern? Am besten beides, w\u00fcrden die meisten sagen \u2013 man darf das nicht gegeneinanderstellen. Aber was wir in den gegenw\u00e4rtigen Transformationen erleben, birgt eine Botschaft. Wer nicht systemrelevant ist, wird exkludiert. Schon in der Corona-Krise haben wir erlebt, dass gerade die J\u00fcngsten und die \u00c4ltesten zu kurz kamen: die einen, was ihre Entwicklung, die anderen, was ihre Kontakte anging. \u201eFrauen und Kinder zuletzt\u201c, hei\u00dft ein aktueller Buchtitel.<a href=\"#_ftn5\" id=\"_ftnref5\">[5]<\/a> Die Einsamkeit der Alten, die Verletzlichkeit von Menschen mit Behinderung, die \u00c4ngste der Sterbenden fanden wenig Raum. Wird es nach dem Krieg anders sein? Werden die, die zuerst fliehen mussten, am Ende einbezogen beim Wiederaufbau?<\/p>\n\n\n\n<p>In diesen Wochen erleben Pflegende die Traumata der \u00c4lteren; Lehrerinnen und Lehrer sp\u00fcren seit 2015, was es bedeutet, wenn die Kinder aus ihrer Welt gerissen wurden, und Menschen aus dem ehemaligen Jugoslawien, die seit vielen Jahren hier integriert sind, zucken noch immer zusammen, wenn sie eine Sirene h\u00f6ren. <strong>Anders als nach dem Zweiten Weltkrieg sind Traumata heute kein Tabu mehr.<\/strong> Zun\u00e4chst noch hinter verschlossenen T\u00fcren und unzureichend ausgestattet, hat sich in den Zentren f\u00fcr Asylbewerber*innen, bei der psychologischen Arbeit mit Jesid*innen, bei der Begleitung von Veteran*innen der Bundeswehr eine hohe fachliche Kompetenz entwickelt. Und das ist bitter n\u00f6tig \u2013 \u201edenn wir alle tragen kollektive Traumata in uns\u201c, schreibt Benjamin Isaak-Kraus, Pastor der Mennonitengemeinde in Frankfurt, im Eule-Magazin.<a href=\"#_ftn6\" id=\"_ftnref6\">[6]<\/a> Isaak-Kraus erinnert an das Trauma des Zuschauens in Srebrenica, das vor allem die Blauhelmsoldaten dort seelisch schwer verletzte, an die Soldat*innen, die aus Afghanistan zur\u00fcckkamen \u2013 vom Krieg haben wir da lange nicht gesprochen \u2013, aber auch an die Traumata der Kriegskinder und -enkel, die gerade jetzt wieder zum Ausdruck kommen. Das alles spielt eine Rolle, wenn es in diesen Tagen um Entscheidungen \u00fcber Krieg und Frieden geht. Die russische Propaganda sch\u00fcrt die Angst vor dem dritten Weltkrieg ganz gezielt. Das macht die einen ohnm\u00e4chtig, andere kampfbereit \u2013 und manche einfach hilflos, weil die \u00dcberzeugungen von gestern in Frage stehen. <strong>Fight, freeze or fly<\/strong> nennt Isaak-Kraus die Traumareaktionen. Und zu den Zerrei\u00dfproben zwischen Wirtschaft, Klima und Energiesicherheit ist eine weitere dazu gekommen: die zwischen \u00e4u\u00dferer und sozialer Sicherheit.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was bedeuten uns Frieden, Freiheit und Demokratie \u2013 was die Menschenrechte und das <\/strong><strong>Miteinander der Verschiedenen? Das gro\u00dfe Engagement, das wir in diesen Tagen wieder erleben, ist auch eine Antwort. <\/strong>Der Spiegel spricht von einer Pandemie der G\u00fcte. Was 2015 mit der so genannten Fl\u00fcchtlingskrise begann, was sich in der Flutkatastrophe an der Ahr fortsetzte, ist nun \u00fcberall erkennbar: Das neue Ehrenamt boomt, Caring Communities haben Konjunktur. Menschen setzen sich mit ganzer Seele, mit Zeit und Geld f\u00fcr Notleidende ein: schalten Websites, r\u00e4umen G\u00e4stezimmer frei, fahren an die Grenzen, nehmen ihren Jahresurlaub. Engagement und Selbstwirksamkeit helfen auch, den Angststress hinter sich zu lassen. Manche \u00fcbernehmen und ersch\u00f6pfen sich, sto\u00dfen an Grenzen\u2013 und \u00e4rgern sich, weil die Institutionen, die Kommunen, Kirchen, Wohlfahrtsverb\u00e4nde nicht so spontan und schnell sind. Die B\u00fcrokratie sei ein Alptraum, meinen einige, schlie\u00dflich k\u00f6nne es nicht sein, dass Menschen ehrenamtlich neben Job und Familie Integrationsarbeit leisten und dann von den Beh\u00f6rden ignoriert, nicht beraten und unterst\u00fctzt werden.<a href=\"#_ftn7\" id=\"_ftnref7\">[7]<\/a> Dabei gibt es soziale Sicherheit nur gemeinsam, Freiwillige und Organisationen, Ehrenamtliche und Berufliche werden gleicherma\u00dfen gebraucht. Wenn wir als Kirche gute Beispiele setzen, wie in Neustadt mit dem blau-gelben Zentrum, k\u00f6nnen wir Vertrauen schaffen \u2013 auch nach innen.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn neben den \u201eM\u00fctenden\u201c, die wir schon aus der Corona-Krise kennen, gibt es noch immer die W\u00fctenden, die Krankenwagen und Feuerwehr blockieren und vor den Fl\u00fcchtlingsheimen demonstrieren. Die ihre Kommunalpolitiker*innen an den Pranger stellen, wenn die sich ehrenamtlich f\u00fcr Integration einsetzen. Mit Trommeln und Fackelz\u00fcgen andere in die Enge treiben und auf Messenger-Diensten zum Mord aufrufen. <strong>Dass die Gesellschaft pluraler geworden ist, zeigt sich in gro\u00dfer Toleranz und Offenheit. Und in hilflosem Hass<\/strong><strong>. <\/strong>Und die Sozialen Medien tragen zur Polarisierung und Radikalisierung bei. W\u00e4hrend der Bundestag fast einstimmig Waffenlieferungen beschlie\u00dft, ist die Zivilgesellschaft gespalten. Nach den hochemotionalen Debatten in der Pandemie erleben wir nun, wie Pazifisten und Menschenrechtsaktivisten einander gegenseitig beleidigen \u2013 Panzerfans und Blumenfreunde, Naive und Bellizisten, Besserwisser und Saudumme, twittert Christoph Sieber. Am Ende, sagt er, bleibt eine tiefe Traurigkeit \u00fcber die Welt, wie sie ist. Sie ist nicht friedlich. Und ja, sie macht uns Angst.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>In diesen Tagen hat Elon Musk sein 44-Mio-Dollar-Kaufangebot f\u00fcr Twitter gemacht<\/strong>. Mich hat das an die \u00dcbernahmeschlacht von O2 gegen Mannesmann in Duisburg und D\u00fcsseldorf erinnert. Das war das Ende der alten R\u00f6hrenwerke, die wie viele Industrieunternehmen im Ruhrgebiet die Vereine und Sportst\u00e4tten in ihren Quartieren sponsorten. Noch hat Twitter eine gewisse Bereitschaft, den Ordnungsanspr\u00fcchen der Regierung zu folgen \u2013 aber was wird geschehen, wenn sich die totale Meinungsfreiheit durchsetzt, die Musk propagiert?<strong> Was wird aus der Wahrheit, wenn sie unter emotionsgesteuerten Algorithmen begraben wird?<\/strong> Ich denke an die Rohingya in Myanmar, die von einer Social-Media-Kampagne in die Flucht geschlagen wurden. An die russischen Bots und Kampagnenteams, die nicht nur Wahlk\u00e4mpfe beeinflussen, sondern auch die Argumente der Putinversteher*innen in unserem Land. Und an die Gesetze, die es in Russland verbieten, den Ukraine-Feldzug einen Krieg zu nennen. An Marina Owsjannikowa, die das im russischen Fernsehen dennoch tat. Und an Selensky, dem es grandios gelingt, mit dem Medium umzugehen und virtuelle wie pr\u00e4sentische Auftritte mit emotionalen Bildern zu verkn\u00fcpfen.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Ukraine sind die Handy-Verbindungen intakt: So sind wir nahe dran am Leiden in den Kellern von Mariupol, in Butscha und Kiew. Wir sehen Gewalt und Bosheit ganz unmittelbar, sehen N\u00e4chstenliebe und G\u00fcte. Was die Welt zusammenh\u00e4lt \u2013 und was uns trennt. Denn es ist nicht nur eine Frage der Technik, wenn sich zwischen Moskau und Dnipro die Familien nicht mehr verstehen. Teile unserer Welt verschwinden wieder hinter einem Vorhang aus Propaganda und L\u00fcgen. Mit dem Digital Service Act ist f\u00fcr die Plattformen in Europa ein erster Schritt getan, die Hetze einzuschr\u00e4nken \u2013 aber hinken wir damit nicht hoffnungslos hinterher? Ferdinand von Schirach<a href=\"#_ftn8\" id=\"_ftnref8\">[8]<\/a> hat sechs neue Grundrechte f\u00fcr die europ\u00e4ische Verfassung in die Debatte gebracht. Dazu geh\u00f6rt das Recht auf die Wahrheit in der Politik. \u201eJeder Mensch hat das Recht, dass \u00c4u\u00dferungen von Amtstr\u00e4gern der Wahrheit entsprechen\u201c, hei\u00dft es in Artikel 4. Und in Artikel 2: \u201eJeder Mensch hat das Recht auf digitale Selbstbestimmung. Die Ausforschung oder Manipulation von Menschen ist verboten.\u201c <strong>Es geht um das Recht \u2013 aber eben auch um die politische Verantwortung<\/strong><strong>, um die Haltung<\/strong><strong> jeder* Einzelnen. Die Wahrheit ist sehr konkret.<\/strong> Vielleicht ist die Durchsetzung der neuen Verfassung nur ein ferner Traum. Unweigerlich denke ich an die Durchsetzung der Menschenrechte durch die Vereinten Nationen \u2013 und an die desillusionierenden Sitzungen des Sicherheitsrats mit dem Vetorecht Russlands. Das Gewaltmonopol des Staates auf der internationalen Ebene auf die UN zu \u00fcbertragen \u2013 das war einmal eine Leitidee der Friedensethik \u2013,<a href=\"#_ftn9\" id=\"_ftnref9\">[9]<\/a> ist einstweilen an Partikularinteressen gescheitert. Umso mehr sind B\u00fcndnisse gefragt.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eThe World Is Flat\u201c hie\u00df die Programmschrift von Thomas Friedman,<a href=\"#_ftn10\" id=\"_ftnref10\">[10]<\/a> die die Globalisierung des 21.&nbsp;Jahrhunderts beschrieb \u2013<strong> und viele glaubten, dass der Wohlstand der einen am Ende auch die anderen satt macht und dass <\/strong>marktwirtschaftliche Mechanismen fast zwangsl\u00e4ufig zu demokratischen Aushandlungsprozessen f\u00fchren w\u00fcrden. Sp\u00e4testens seit Chinas Vertragsbruch in Hongkong zerfiel die Welt erneut in Teile \u2013 und vielleicht sind wir auch deswegen so erschrocken, weil Putin dabei die alten Grenzen im Blick hat. Und dabei ist Europa bei der Verteidigung der Schengen-Grenzen l\u00e4ngst zur Festung geworden \u2013 mit immer sch\u00e4rferen Asylgesetzen, mit Frontex und Pushbacks. Dass Fabrice Leggerie nun endlich zur\u00fccktrat, ist ein sp\u00e4ter Schritt. Grenzen seien nichts als Sortiermaschinen, meint der Philosoph Steffen Mau.<a href=\"#_ftn11\" id=\"_ftnref11\">[11]<\/a> Zwischen Belarus und Polen, zwischen Israel und Pal\u00e4stina, zwischen USA und Mexiko \u2013 \u00fcberall auf der Welt hat die Zahl der Mauern schlagartig zugenommen. Und auch an der Grenze zwischen der Ukraine und Polen wurden internationale Studierende, die nur eine Aufenthaltsgenehmigung hatten, eben anders behandelt als Ukrainerinnen und Ukrainer. Wer sich in der Arbeit mit Gefl\u00fcchteten engagiert, hat ihre Geschichten geh\u00f6rt.<\/p>\n\n\n\n<p>Und f\u00fcr alle anderen ist die Frage, <strong>ob wir noch \u00fcber Mauern hin\u00fcberschauen, ob wir durch die Tore hindurchschauen, wenn der Krieg zu Problemen bei der Energieversorgung, zu Armut und Hunger f\u00fchrt.<\/strong> Wenn nicht nur Mehl oder Sonnenblumen\u00f6l bei uns knapp werden, sondern das Getreide in Afrika und Asien. Und wenn der verl\u00e4ngerte Kohleabbau, wenn der Krieg die Klimakrise versch\u00e4rft. The world is flat, die Welt ist ein vernetzter Organismus, und unser kleiner Planet ist gef\u00e4hrdet. <strong>Unter allen Grenzen sind die Grenzen des Wachstums vielleicht am wenigsten anschaulich<\/strong>. Zurzeit jedenfalls sehen mehr als 50 Prozent der Deutschen in Russlands Krieg gegen die Ukraine den gr\u00f6\u00dften Einschnitt in der europ\u00e4ischen Geschichte, im Klimawandel dagegen nur 7 Prozent.<a href=\"#_ftn12\" id=\"_ftnref12\">[12]<\/a> Es scheint, als w\u00e4ren die ersten Schritte zur Umkehr schon wieder vergessen. Bu\u00dfe ist tats\u00e4chlich eine t\u00e4gliche Aufgabe.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mit Schrecken haben viele bemerkt, wie eng der Horizont auch in den Kirchen sein kann. <\/strong>Die Partnerschaften, die im Rahmen der \u00d6kumene so oft beschworen worden waren, trugen kaum, als es um die Orthodoxie in Russland und der Ukraine ging. Das Schisma zwischen Moskau und Konstantinopel, das 2015 schon bei der Synode auf dem Athos deutlich geworden war, die Trennung der autokephalen und der moskautreuen Kirche in der Ukraine, die viele nur am Rande interessiert hat \u2013 sp\u00e4testens jetzt enth\u00fcllten sie ihren politischen Charakter. In den Reden von Kyrill, als Putin sein Kreuz im Ostergottesdienst schlug, wurde die enge Bindung zwischen Kirche und Staat besonders sichtbar<strong>.<\/strong><strong> Das Spirituelle im Gewand der Politik. Die Kircheng\u00fcter in der Ukraine \u2013 Objekt des territorialen Streits. <\/strong>Ich sehe das und wundere mich nicht, wenn Menschen sich angewidert abwenden. Wo stehen wir in diesem Streit \u2013 wie frei sind wir vom politischen Mainstream und welche Gespr\u00e4che haben wir gesucht? Wie werden wir uns als Kirchen in Deutschland verhalten, wenn die Vollversammlung des \u00d6RK in Karlsruhe stadtfindet? Kann es noch gelingen, Mauern zu \u00fcberwinden, wenn aus kritischen Gespr\u00e4chen unter Geschwistern l\u00e4ngst schon Verleumdungen geworden sind? Mit wem l\u00e4sst sich weiter Partnerschaft pflegen und wo muss man die Freundschaft ruhen lassen? Und wie gehen wir mit theologischen Differenzen \u2013 etwa zur lettischen Kirche \u2013 um, wenn der politische Druck w\u00e4chst?<\/p>\n\n\n\n<p>Es tut weh, wahrzunehmen, <strong>dass es dem \u00d6RK \u2013 dass es auch uns in der EKD \u2013 nicht gelungen ist, so produktiv mit Konflikten umzugehen, dass daraus Impulse f\u00fcr die Welt erwachsen<\/strong>. Dass andere an unserer Hoffnung wachsen. W\u00e4hrend Regierungschef*innen sich in Kiew die Hand gaben, blieb der Vorschlag, die religi\u00f6sen F\u00fchrer dort zu versammeln, ungeh\u00f6rt. Krieg sei kein Gespenst der Vergangenheit, er sei zu einer st\u00e4ndigen Bedrohung geworden, schreibt Papst Franziskus in \u201eFratelli tutti\u201c. Vergeblich bem\u00fcht er sich seit Wochen um ein Gespr\u00e4ch mit Putin. Er sieht die Politik der Abschottung als Menetekel f\u00fcr einen neuen Weltkrieg. Wir h\u00e4tten, sagt er, das Ende des Kalten Krieges nicht ausreichend genutzt, um die Reform der UNO voranzutreiben. Auch das erkennen wir vielleicht erst im R\u00fcckblick. Was tun wir jetzt, um den Aufbau einer neuen Friedensordnung vorzubereiten?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Es war ein gro\u00dfer Schmerz und vielleicht auch ein gro\u00dfes Gl\u00fcck, dass in diese ersten Kriegswochen Ostern fiel.<\/strong> Vor den zerst\u00f6rten Kirchen gab es Osterkuchen f\u00fcr die Soldaten in der Ukraine. Und Ostereier f\u00fcr die Kinder in den Fl\u00fcchtlingsunterk\u00fcnften hier. Kaum jemand in Deutschland wird jetzt vergessen, dass es noch immer zwei Ostertermine gibt \u2013 ich hoffe, die Gedanken werden auch in Zukunft nach Osten gehen, wenn Osterzeit ist. So wie jetzt. Wir sp\u00fcren die Grenzen, die uns trennen \u2013 zwischen den L\u00e4ndern, den Wirklichkeiten. Und ahnen zugleich, dass es eine gr\u00f6\u00dfere Wirklichkeit gibt, die uns verbindet. <strong>Der Stein ist weggerollt, der Weg ins Leben frei. Ostern schicken die Engel den J\u00fcngerkreis Jesu zur\u00fcck nach Galil\u00e4a. Sie sollen noch einmal neu beginnen<\/strong>. Den Verhei\u00dfungen nachgehen, die Wunden heilen, die Angst \u00fcberwinden. Und wir, wie nutzen wir diesen Augenblick, in dem wir hellsichtig geworden sind \u2013 auch f\u00fcr unser Versagen?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Sch\u00f6pfung<\/strong> \u2013 das ist der Titel eines Programms, der Name eines Ausschusses, eine Zielbestimmung, mit der wir seit langem arbeiten. In diesen Wochen denke ich mit Trauer und Scham an die russisch-orthodoxen Geschwister, mit denen ich in den 80er Jahren an diesem Thema gearbeitet habe. Ich h\u00e4tte nicht verzichten wollen auf ihre Beitr\u00e4ge\u2013 auch wenn ich ahnte, dass mehr als einer vom KGB bezahlt wurde. Im R\u00fcckblick lasse ich die Suche nach Wahrheit und die jeweiligen Interessen Revue passieren. Die Zerrei\u00dfproben, in denen wir miteinander lernen. Auch wenn die Angst um unsere Sicherheit sich breit macht, darf die Sorge um die Sch\u00f6pfung nicht in den Hintergrund treten. Und gerade wenn wir einen gerechten Frieden wollen, gilt es, auf die soziale Gerechtigkeit zu achten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>K\u00f6nnte nicht die Vision von Justice, Peace and Integrity of Creation gerade jetzt neuen Glanz gewinnen?<\/strong> <strong>\u201eDer Baum des Friedens wurzelt in Gerechtigkeit\u201c,<\/strong> hei\u00dft es in der Erkl\u00e4rung der \u00d6kumenischen Versammlung von Vancouver. Dass dieser Frieden seine Wurzeln tief ins Erdreich reckt \u2013 auch durch Hindernisse hindurch- und dass er Wurzeln tr\u00e4gt in unserer Zeit , das w\u00fcnsche ich uns.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\" id=\"_ftn1\">[1]<\/a> <strong>Alice<\/strong> et le Maire. Regie: Nicolas Pariser, 2019.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref2\" id=\"_ftn2\">[2]<\/a> Der Spiegel, Nr. 12 2022.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref3\" id=\"_ftn3\">[3]<\/a> Vgl. Die lebensver\u00e4ndernde Kraft von Krisen, Kathleen McGowan, Psychologie heute \u2013<\/p>\n\n\n\n<p>Kompakt: Ziemlich stark. S. 18 ff.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref4\" id=\"_ftn4\">[4]<\/a> Allensbach 2022.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref5\" id=\"_ftn5\">[5]<\/a> Sabine Rennefanz, Frauen und Kinder zuletzt. Wie Krisen gesellschaftliche Gerechtigkeit herausfordern. Chr. Links Verlag, 2022.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref6\" id=\"_ftn6\">[6]<\/a> Die Eule, 1.5.2022.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref7\" id=\"_ftn7\">[7]<\/a> HAZ, 30.4.2022, S. 19.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref8\" id=\"_ftn8\">[8]<\/a> Ferdinand von Schirach, Jeder Mensch. Luchterhand Literaturverlag, 2021.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref9\" id=\"_ftn9\">[9]<\/a> Friedensenzyklika 1963.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref10\" id=\"_ftn10\">[10]<\/a> Thomas Friedman, The World Is Flat. Picador 2007.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref11\" id=\"_ftn11\">[11]<\/a> Steffen Mau, Sortiermaschinen. Die Neuerfindung der Grenze im 21. Jahrhundert. Ch. Beck 2021.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref12\" id=\"_ftn12\">[12]<\/a> Der Spiegel, Nr. 13 2022.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Cornelia Coenen-Marx, Travem\u00fcnde, 6.5.2022 Grenzerfahrungen oder das Ende der Illusionen \u201eHaben Sie nicht auch manchmal das Gef\u00fchl, als bewege sich&#8230; <a href=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/?page_id=6809\">read more<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":542,"menu_order":85,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-6809","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/6809"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6809"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/6809\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6810,"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/6809\/revisions\/6810"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/542"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6809"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}