{"id":606,"date":"2015-02-21T13:14:35","date_gmt":"2015-02-21T13:14:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/?page_id=606"},"modified":"2015-07-29T10:30:08","modified_gmt":"2015-07-29T10:30:08","slug":"ehrenamt-evangelisch-engagiert","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/?page_id=606","title":{"rendered":"EHRENAMT. EVANGELISCH. ENGAGIERT."},"content":{"rendered":"<p>Ehrenamtliches Engagement ist ein zentraler Ausdruck des Glaubens. Gott schenkt Menschen unterschiedliche Gaben, damit sie Aufgaben f\u00fcr andere wahrnehmen k\u00f6nnen. Es geh\u00f6rt zur \u201eFreiheit eines Christenmenschen\u201c, Verantwortung zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Mit der Wiederentdeckung des \u201ePriestertums aller Getauften\u201c in der Reformation beginnt sich ein breites Engagement der B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger in Kirche und Gesellschaft zu entfalten.<br \/>\nIn Gottesdienst, Bildung, Dienst am N\u00e4chsten und Leitungsverantwortung wird das Evangelium gelebt, die Gemeinde gebaut und Gott gelobt.<br \/>\nEhrenamtliches Engagement ist unersetzlich f\u00fcr den Zusammenhalt einer Gesellschaft. Gerade ein sich immer st\u00e4rker ausdifferenzierendes und individualisierendes Gemeinwesen ist auf dieses Engagement angewiesen. Sich zu engagieren ist Ehrensache &#8211; es geschieht freiwillig, \u00f6ffentlich, gemeinwohlorientiert, unentgeltlich. Soziale Netzwerke geben Menschen Halt und Orientierung.<\/p>\n<p>Eine gabenorientierte Kirche wei\u00df um den Schatz des Ehrenamtes und f\u00f6rdert es in vielf\u00e4ltiger Weise. Christlich verstandenes Ehrenamt gereicht nicht nur denen zur Ehre, die es aus\u00fcben, sondern dient zuerst und zuletzt der Ehre Gottes und dem Wohl der Menschen.<\/p>\n<h3><\/h3>\n<h3><strong>1. Kirche f\u00fcr andere<\/strong><\/h3>\n<p>Die Kirche nimmt eine doppelte Aufgabe f\u00fcr die Zivilgesellschaft wahr: Sie ist Motivationsquelle des Ehrenamts, die in die Gesellschaft ausstrahlt; und sie ist Ort konkreten ehrenamtlichen Engagements.<\/p>\n<p>Christen und Christinnen tragen aus ihrem Glauben heraus ehrenamtliches Engagement in die Gesellschaft. Sie bringen sich ein in Initiativen, Gemeinwesenprojekte und Organisationen in den Bereichen Kultur und Bildung, Sozialdienste und Sport, Politik und Arbeitswelt. Sie \u00f6ffnen so die Kirche f\u00fcr die Welt und bewahren sie damit vor Selbstgen\u00fcgsamkeit und Milieuverengung. Um ihres Auftrags willen sucht die Kirche die Zusammenarbeit mit B\u00fcndnispartnern im Gemeinwesen.<\/p>\n<p>Die Kirche selbst bietet in Gemeinden, Werken, Verb\u00e4nden und ihren Leitungen verl\u00e4ssliche und vielf\u00e4ltige Strukturen f\u00fcr freiwilliges Engagement.<\/p>\n<p><strong><em>Kirchliches Ehrenamt muss sichtbar sein:<\/em><\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Von Staat und Gesellschaft erwartet die Kirche eine \u201ef\u00f6rdernde Neutralit\u00e4t\u201c, damit sie ihre doppelte Aufgabe wahrnehmen kann.<\/li>\n<li>Es ist notwendig, bei Befragungen des Freiwilligensurveys und anderen Untersuchungen die Konfessionszugeh\u00f6rigkeit in allen Erhebungsbereichen mit abzufragen.<\/li>\n<li>Wir ermutigen Gemeinden, Landeskirchen, Diakonische Werke und Verb\u00e4nde eigene Ehrenamts-Preise auszuloben und sich um \u00f6ffentlich ausgeschriebene Preise zu bewerben.<\/li>\n<li>Bereits f\u00fcr das Jahr 2011 sollen in den kirchlichen Statistiken zum Ehrenamt auch die Statistiken aus Diakonie und Verb\u00e4nden aufgenommen werden.<\/li>\n<\/ul>\n<ol start=\"2\">\n<li><strong> Das \u201eneue\u201c Ehrenamt<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Neben dem Ehrenamt, das sich durch jahrelanges und verl\u00e4ssliches Engagement f\u00fcr Kirche und Gesellschaft auszeichnet und nach wie vor f\u00fcr viele Handlungsfelder unverzichtbar bleibt, hat sich aufgrund gesellschaftlicher Ver\u00e4nderungen ein neuer Typus von Ehrenamtlichkeit entwickelt. Viele Menschen nehmen heute das freiwillige Engagement auch als Chance f\u00fcr die eigene Pers\u00f6nlichkeitsentwicklung wahr. T\u00e4tigkeitsbereiche wie die Telefonseelsorge, die Jugendleiterausbildung oder die B\u00fcrgerstiftungen machen deutlich, dass ehrenamtlich Engagierte ihre Interessen einbringen, sich fortbilden, Kompetenzen entwickeln und Erfahrungen machen wollen, die ihnen auch in anderen Lebensbereichen zugute kommen.<\/p>\n<p>Es ist kirchliche Aufgabe, sich noch st\u00e4rker f\u00fcr diese \u201eneuen\u201c Ehrenamtlichen zu \u00f6ffnen und Gelegenheiten f\u00fcr die Entfaltung von deren Gaben und Interessen zu schaffen. Ein wichtiges Instrument daf\u00fcr sind Vereinbarungen zum freiwilligen Engagement, in denen das Bedarfs- und Aufgabenspektrum der Gemeinde oder Organisation mit den Bed\u00fcrfnissen und W\u00fcnschen der Ehrenamtlichen abgestimmt wird. Das Ziel ist die Kl\u00e4rung der Einsatzfelder, der Kompetenzen und des Zeitrahmens \u00fcbertragener T\u00e4tigkeit. Dabei k\u00f6nnen Ehrenamtsagenturen helfen.<\/p>\n<p>Hauptamtliche brauchen die F\u00e4higkeit, Motivationen und Interessen der Freiwilligen wahrzunehmen, wertzusch\u00e4tzen und professionell zu begleiten. Eine besondere Rolle kommt dabei den theologisch und p\u00e4dagogisch Mitarbeitenden zu. Von ihnen wird erwartet, dass sie mit ihrem beruflichen Dienst die freiwillig Engagierten aktiv bei der Aus\u00fcbung des Ehrenamts unterst\u00fctzen und sie theologisch und spirituell begleiten.<br \/>\nWer in der Kirche Raum findet sich zu engagieren, bekommt die Chance, dem Glauben neu zu begegnen.<\/p>\n<p><strong><em>Die Freiheit und Unabh\u00e4ngigkeit des ehrenamtlichen Engagements ist f\u00fcr den st\u00e4ndigen Erneuerungsprozess der Kirche unverzichtbar:<\/em><\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Wir bitten Gemeinden, Landeskirchen, Werke und Verb\u00e4nde, die unterschiedlichen Motivationen von freiwillig Engagierten verst\u00e4rkt wahrzunehmen, sie zu akzeptieren und zu f\u00f6rdern.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Ein theologischer Verst\u00e4ndigungsprozess \u00fcber das Verh\u00e4ltnis von Selbstverwirklichung und Auftrag in der Kirche ist notwendig. Als einen ersten Schritt schlagen wir vor, ein theologisches Symposion unter Beteiligung anderer wissenschaftlicher Disziplinen durchzuf\u00fchren<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>3. Hauptamt und Ehrenamt<\/strong><\/h3>\n<p>Nach evangelischem Verst\u00e4ndnis gestaltet sich die Gemeinde von Schwestern und Br\u00fcdern so, dass Menschen mit unterschiedlichen F\u00e4higkeiten, M\u00f6glichkeiten und Erfahrungen sich gegenseitig unterst\u00fctzen und erg\u00e4nzen. Auch Leitungsaufgaben werden kollegial von haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden wahrgenommen. Pfarrerinnen und Pfarrer sind Teil eines Teams, das von Gott mit vielen unterschiedlichen Talenten beschenkt wurde. Ohne die vielf\u00e4ltigen Gaben und oftmals herausragenden Qualifikationen aus der Berufs- und Lebenserfahrung von Ehrenamtlichen kann die Kirche ihren Auftrag nicht erf\u00fcllen.<\/p>\n<p>Das Verh\u00e4ltnis zwischen Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen wird durch den R\u00fcckgang finanzieller Ressourcen und die damit verbundene Sorge um den Arbeitsplatz belastet. Umso wichtiger ist ein Bewusstsein f\u00fcr die jeweils unterschiedlichen Rollen und Aufgaben. Ehrenamtliche k\u00f6nnen und sollen Hauptamtliche nicht ersetzen.<\/p>\n<p><strong><em>Die Kultur der Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamtlichen in der Dienstgemeinschaft Kirche muss weiterentwickelt werden: <\/em><\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>In allen kirchlichen Berufen soll die Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen verpflichtender Teil der Aus- oder Fortbildung werden.<\/li>\n<li>Um abgesicherte Strategien der Gewinnung, Begleitung und Evaluation einzuf\u00fchren, muss ein professionelles Freiwilligenmanagement auf allen Ebenen von Landeskirchen und Diakonischen Werken verankert werden.<\/li>\n<li>Der Anteil von Frauen in Leitungsverantwortung ist zu erh\u00f6hen.<\/li>\n<li>Um Mitverantwortung von Ehrenamtlichen im kirchlichen Leitungshandeln zu gew\u00e4hrleisten, sollen in allen Landeskirchen Informationsportale und aktuelle Newsletter f\u00fcr Ehrenamtliche eingerichtet, gepflegt und mit einem entsprechenden EKD-Portal vernetzt werden.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>4. Teilhabe erm\u00f6glichen<\/strong><\/h3>\n<p>Zugang zum Ehrenamt finden vor allem diejenigen, die finanziell abgesichert, gebildet und famili\u00e4r gebunden sind. Das gilt auch und gerade f\u00fcr das Ehrenamt der evangelischen Kirche.<\/p>\n<p>Die Kirche ist dankbar f\u00fcr dieses Engagement. Zugleich sieht sie die Aufgabe, die Bereitschaft zum Ehrenamt in allen gesellschaftlichen Gruppen zu st\u00e4rken. Dazu gilt es, Hindernisse zu beseitigen, die zum Beispiel Geringverdienenden, Arbeitslosen oder Migranten den Zugang zum Ehrenamt erschweren. Bildungsangebote ebenso wie die Gew\u00e4hrung von Aufwandsentsch\u00e4digungen helfen, Barrieren abzubauen.<\/p>\n<p>Die Zusammenarbeit von Kirche und Diakonie mit anderen B\u00fcndnispartnern im Gemeinwesen kann B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger aus allen gesellschaftlichen Milieus zum Ehrenamt motivieren und gerechte Teilhabe erm\u00f6glichen. Angesichts des wachsenden Wettbewerbs um ehrenamtlich Mitarbeitende sind solche Kooperationen umso wichtiger.<\/p>\n<p><strong><em>Der Zugang zum Ehrenamt muss f\u00fcr alle offen sein: <\/em><\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen werden ermutigt, mit allen Schultypen, mit Jobcentern, Selbsthilfeorganisationen, und dem Quartiersmanagement in benachteiligten Stadtteilen zusammenzuarbeiten.<\/li>\n<li>Um den rechtlichen und finanziellen Status Freiwilliger in allen Bereichen ehrenamtlichen Engagements gleicherma\u00dfen abzusichern, unterst\u00fctzt die Synode das Vorhaben der Bundesregierung, ein Gesetz zur F\u00f6rderung des Freiwilligenengagements zu erlassen.<\/li>\n<li>Unternehmen, die Mitarbeitende f\u00fcr ehrenamtliches Engagement freistellen, verdienen besondere W\u00fcrdigung.<\/li>\n<li>Kostenerstattung, Aufwandsentsch\u00e4digungen und Fortbildungen sind Bringschuld der Institution und m\u00fcssen transparent sein. Ehrenamtliches Engagement muss in den Haushaltspl\u00e4nen der Gemeinden verankert sein.<\/li>\n<li>Das Sozialversicherungs- und Steuersystem, insbesondere auch das Gemeinn\u00fctzigkeitsrecht, sind ehrenamtsfreundlich auszugestalten. Die steuerliche Abzugsf\u00e4higkeit von Zeitspenden ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>5. Ehrenamt in verschiedenen Lebensphasen<\/strong><\/h3>\n<p>Die Bereitschaft zu ehrenamtlichem Engagement wird h\u00e4ufig in der Jugend geweckt. Konfirmanden- und Jugendarbeit bieten wesentliche Ankn\u00fcpfungspunkte, die junge Menschen ein Leben lang in ihrer Empathief\u00e4higkeit und Verantwortungsbereitschaft pr\u00e4gen. Die Kirche nimmt hier eine wichtige gesamtgesellschaftliche Aufgabe wahr.<\/p>\n<p>Die kirchliche Jugendarbeit hat Modelle entwickelt, mit denen junge Menschen ihre Kompetenzen erproben und Verantwortung f\u00fcr andere ein\u00fcben k\u00f6nnen. Daf\u00fcr ist neben einem geeigneten organisatorischen Rahmen professionelle Begleitung n\u00f6tig.<\/p>\n<p>Durch die Verk\u00fcrzung der Schulzeit und die \u00dcberregulierung von Studieng\u00e4ngen werden die M\u00f6glichkeiten zu ehrenamtlichem Engagement von jungen Menschen begrenzt. Dabei ist gerade die F\u00f6rderung sozialer Kompetenz durch ehrenamtliches Engagement in dieser Lebensphase von herausragender Bedeutung. Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern wird Raum f\u00fcr vielf\u00e4ltiges Engagement er\u00f6ffnet.<\/p>\n<p>Ver\u00e4nderte Schulkonzepte verlangen ein neues Miteinander von formaler und informeller Bildung.<\/p>\n<p>Die Altersgruppe der 25-45j\u00e4hrigen, die sich in der \u201erush hour des Lebens\u201c befindet, ist beim ehrenamtlichen Engagement in der Kirche unterrepr\u00e4sentiert. Damit diese beruflich und famili\u00e4r stark eingebundenen M\u00e4nner und Frauen f\u00fcr ein ehrenamtliches Engagement gewonnen werden k\u00f6nnen, sind Br\u00fcckenschl\u00e4ge zwischen Erwerbswelt und Kirche unverzichtbar, wie sie schon jetzt in Corporate Social Responsibility-Programmen (CSR) einge\u00fcbt werden.<\/p>\n<p>Die Generation in der \u201edritten Lebensphase\u201c wird die Zivilgesellschaft in Zukunft entscheidend pr\u00e4gen. Ihr ehrenamtlicher Einsatz in Gemeinde und Diakonie, aber auch im Bereich von Kultur und Bildung wird allerdings immer noch untersch\u00e4tzt. Ihre Lebenserfahrung, ihre F\u00e4higkeiten und ihr Interesse an der Kirche sind auch f\u00fcr den Zusammenhalt der Generationen von besonderer Bedeutung. Die generations\u00fcbergreifenden Engagementbereiche der Kirche stellen eine besondere St\u00e4rke dar und sind vorbildlich f\u00fcr die Gesamtgesellschaft.<\/p>\n<p><strong><em>Ehrenamt lebt von Neugier und Lebenserfahrung:<\/em><\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Schule soll ehrenamtliches Engagement f\u00f6rdern und im Rahmen der Leistungsnachweise dokumentieren.<\/li>\n<li>Bei der Anerkennung von Qualifikationen f\u00fcr berufliche Abschl\u00fcsse muss ehrenamtliches Engagement im Rahmen europ\u00e4ischer Bildungsstandards kreditiert werden.<\/li>\n<li>Br\u00fcckenschl\u00e4ge zwischen Tageseinrichtungen f\u00fcr Kinder und Seniorenzentren, Mentorenprogramme mit Schulen und Ausbildungsst\u00e4tten, Lesepatenprogramme und Angebote wie der Kulturf\u00fchrerschein sollen von Gemeinden und diakonischen Einrichtungen initiiert und verst\u00e4rkt werden.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>6. Freiwilligendienste<\/strong><\/h3>\n<p>Vor und nach der Erwerbst\u00e4tigkeit sind Freiwilligendienste eine besondere Chance, gesellschaftliches Engagement wahrzunehmen und einzu\u00fcben. Dazu geh\u00f6ren das soziale, \u00f6kologische und internationale Jahr f\u00fcr Jugendliche, aber auch die generationen\u00fcbergreifenden Freiwilligendienste oder Senior-Service-Programme f\u00fcr \u00c4ltere. Ein Freiwilligendienstestatusgesetz kann diese Ehrenamtlichen in den verschiedenen Programmen in gleicher Weise absichern und vielen Interessenten aus allen gesellschaftlichen Gruppen ein Freiwilliges Jahr erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p><strong><em>In Lebens\u00fcberg\u00e4ngen sind Freiwilligendienste eine besondere Chance:<\/em><\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Alle jungen Menschen sollen sich in einem Freiwilligendienst engagieren k\u00f6nnen. Die daf\u00fcr notwendigen Voraussetzungen m\u00fcssen durch die Bundesregierung geschaffen werden.<\/li>\n<li>Ein Freiwilligendienstestatusgesetz, das alle Dienste vom sozialen \u00fcber das \u00f6kologische bis zum internationalen Jahr gleicherma\u00dfen erfasst, ist notwendig.<\/li>\n<li>Das Freiwillige Jahr ist von Jobcentern im Rahmen der Berufsvorbereitung anzuerkennen.<\/li>\n<li>Die Zahl der Pl\u00e4tze von Freiwilligendiensten bei kirchlichen Tr\u00e4gern muss erhalten und wo m\u00f6glich ausgeweitet werden.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Dar\u00fcber hinaus soll das Programm der generationen\u00fcbergreifenden Freiwilligendienste erhalten und ausgebaut<\/p>\n<p><strong> 7. Fortbildung und Wertsch\u00e4tzung<\/strong><\/p>\n<p>Fort- und Weiterbildung von Haupt- und Ehrenamtlichen ist eine Schl\u00fcsselaufgabe der evangelischen Kirche. Hauptamtliche m\u00fcssen noch besser auf die Aufgabe vorbereitet werden, ehrenamtliches Engagement zu f\u00f6rdern und zu begleiten. Ehrenamtliche brauchen Angebote, um die spezifisch kirchlichen und diakonischen Gegebenheiten ihrer Arbeitsfelder kennenzulernen und zu reflektieren. Dabei m\u00fcssen die unterschiedlichen Organisationen und kirchlichen Handlungsebenen kooperieren und voneinander lernen. Gemeinsame fachliche Standards werden immer wichtiger.<\/p>\n<p>Fortbildungen verhelfen zur Kompetenzerweiterung, aber auch zum Erhalt und zur Steigerung der Motivation. Eine verbesserte Organisation des Arbeitsfeldes, Zugang zu Informationen f\u00fcr alle und Gelegenheiten zur Begegnung \u2013 all dies dient auch der Wertsch\u00e4tzung der ehrenamtlich Engagierten. Die Entwicklung einer neuen W\u00fcrdigungskultur ist auf phantasievolle Gestaltung angewiesen.<\/p>\n<p><strong><em>Ehrenamtliches Engagement wird durch Fortbildung und Wertsch\u00e4tzung gest\u00e4rkt:<\/em><\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Gute Beispiele machen Schule: Ehrenamtsakademien und Projekte wie \u201eDiakonie up (to) date\u201c f\u00fcr Aufsichtsratsmitglieder in diakonischen Unternehmen sollen in allen Landeskirchen genutzt werden, um Ehrenamtliche f\u00fcr ihre Leitungsaufgaben auf allen Ebenen fortzubilden.<\/li>\n<li>Curricula f\u00fcr Ehrenamtliche in den Handlungsfeldern von Kirche und Diakonie m\u00fcssen st\u00e4rker aufeinander bezogen und angeglichen werden.<\/li>\n<li>Ehrenamtliches Engagement braucht \u00d6ffentlichkeit: Ehrenamtsprojekte sollen regelm\u00e4\u00dfig vorgestellt und ausgezeichnet werden.<\/li>\n<li>Dass Ehrenamtliche in verantwortlichen Aufgaben geistlich eingef\u00fchrt werden, muss selbstverst\u00e4ndlich werden.<\/li>\n<li>Namen sind Nachrichten: Kirchliche und staatliche Auszeichnungen stellen Ehrenamtliche ins Licht der \u00d6ffentlichkeit. Die EKD-Synode ruft zu gemeinsamen kirchlichen Aktionen in der Woche des b\u00fcrgerschaftlichen Engagements und am \u201eInternationalen Tag des Ehrenamts\u201c (5. Dezember) auf.<\/li>\n<li>Ehrenamtliches Engagement in Kirche und Gesellschaft kann in herausragender Weise im Europ\u00e4ischen Jahr des Freiwilligenengagements 2011 sichtbar gemacht werden. Im Rahmen der geplanten Aktionen des Bundesnetzwerks B\u00fcrgerschaftliches Engagement ist die \u00f6kumenische Zusammenarbeit von Kirchen, Diakonie und Caritas wesentlich, um den Beitrag der Kirchen f\u00fcr das b\u00fcrgerschaftliche Engagement deutlich zu machen.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ehrenamtliches Engagement ist ein zentraler Ausdruck des Glaubens. 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