{"id":5597,"date":"2020-11-01T12:36:57","date_gmt":"2020-11-01T11:36:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/?page_id=5597"},"modified":"2022-04-05T11:57:17","modified_gmt":"2022-04-05T09:57:17","slug":"salz-der-erde-licht-der-welt","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/?page_id=5597","title":{"rendered":"Salz der Erde, Licht der Welt."},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Reformationstag\n2020 in Hamburg-Rissen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wer \u00f6fter umgezogen ist, wei\u00df, wo die\nersten Anlaufstellen sind in der neuen Stadt. Die L\u00e4den, in denen man\nPutzmittel und Lebensmittel kaufen kann, muss man zuerst finden. Dann Arbeitsplatz,\nSchule und Kindergarten. Elektriker, Klempner und \u00c4rztinnen muss man kennen und\nnat\u00fcrlich die Nachbarn. 33 Menschen braucht man, um sich an einem Ort zu Hause\nzu f\u00fchlen, habe ich neulich gelesen \u2013 Nachbarn geh\u00f6ren dazu, aber bald auch\nandere M\u00fctter und V\u00e4ter, Baby- und&nbsp;\nHundesitter und die nette Kellnerin in der Stammkneipe. 33 Menschen \u2013 im\nSchnitt dauert es ein Jahr, bis man die mit Namen kennt. Ob die Pfarrerin auch\ndazu geh\u00f6rt, wenn nicht gerade ein Kind getauft oder konfirmiert werden soll?\nIm Ausland bestimmt- da sind die deutschen Gemeinden kulturelle Heimat,\nKontaktb\u00f6rse und Netzwerk. Hier findet man, was gegen Heimweh hilft &#8211;\nWeihnachtpl\u00e4tzchen, einen Adventskranz oder Ostereier. Um zu wissen, was einem\n\u201eMach hoch die T\u00fcr bedeutet\u201c oder \u201e Geh aus mein Herz\u201c muss man wohl einmal in\neiner anderen Kultur gelebt haben. <\/p>\n\n\n\n<p>Dass Familien \u00fcber mehrere Generationen\nan einem Ort wohnen, ist seit langem keine Selbstverst\u00e4ndlichkeit mehr. Junge\nLeute ziehen der Arbeit nach in die St\u00e4dte &#8211; &nbsp;zur\u00fcck bleiben die Alten mit Wohneigentum, das\nsich in schrumpfenden Regionen kaum verkaufen l\u00e4sst. Die meisten\nMenschen wohnen nicht an dem Platz, an dem sie arbeiten, viele wechseln Wohnort\nund Arbeitsplatz, aber auch Familienkonstellation mehrfach im Leben. Jedes dritte Paar in der ersten\nBerufsphase pendelt. Und fast 17 Millionen Deutsche sind Singles &#8211; 30\nProzent der Frauen und M\u00e4nner im mittleren Alter. Wir haben Freiheit gewonnen; aber mit der Freiheit\nauch Einsamkeit und neue Unsicherheit. Wer\nh\u00e4ufig umzieht, verliert die allt\u00e4gliche Einbettung in Familie und\nNachbarschaft und damit auch den selbstverst\u00e4ndlichen Zugang zu Kirche und\nGemeinde. <\/p>\n\n\n\n<p>In\nGro\u00dfbritannien wurde Anfang letzten Jahres ein Ministerium gegen Einsamkeit\ngegr\u00fcndet. 75 Prozent der Landbev\u00f6lkerung sind dort \u00e4lter als 65 \u2013 sie leben in\nGegenden, wo Post und Pub geschlossen sind und immer weniger Busse fahren.\nHerz-Kreislauf-Probleme oder Depressionen verschlechtern sich, wenn Menschen\nihre Wohnung kaum noch verlassen. In der Corona-Krise wird uns das bewusst.\nDeshalb gibt es jetzt die M\u00f6glichkeit, soziale Angebote auf Rezept zu\nverschreiben. Ein Konzert, eine Wanderung mit anderen, ein Museumsbesuch.\nWissenschaftler haben berechnet, dass auf diese Weise 20 Prozent\nGesundheitskosten eingespart werden k\u00f6nnen. <\/p>\n\n\n\n<p>Im Deutschland\nleben 46 Prozent der \u00fcber 70- j\u00e4hrigen allein. Nur noch ein Viertel der\nbefragten \u00c4lteren lebt mit den eigenen Kindern am gleichen Ort. Zwar haben die\nallermeisten Familien w\u00f6chentlich Kontakt zueinander \u2013 aber im Vergleich der\nletzten Jahre erhalten die \u00fcber 70-j\u00e4hrigen immer seltener praktische Hilfe. Und fast 20 Prozent der befragten\n70- bis 89-J\u00e4hrigen geben an, in der Woche zuvor ihre Wohnung kaum verlassen zu\nhaben. <\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend der Corona-Krise ist in Witzenhausen \u201eDich schickt der\nHimmel\u201c entstanden- ein Projekt mit Einkaufshilfen, f\u00fcr das sich die Ev.\nGemeinde mit der Stadt, den Pfadfindern und dem Kreisjugendring\nzusammengeschlossen hat. So kamen innerhalb von drei Tagen \u00fcber 150\nEhrenamtliche und 230 Hilfesuchende zusammen. Menschen gerieten in den Blick,\ndie lange zur\u00fcckgezogen gelebt hatten \u2013 oft ohne Kontakt zur Kirchengemeinde. Alle\nfreuten sich gleicherma\u00dfen \u00fcber den Einkaufsdienst, die kurzen Besuche und den\nGru\u00df zum Sonntag. Solche \u201eSorgenetze\u201c wurden w\u00e4hrend der Covid-Krise auch an\nvielen anderen Orten aufgebaut; nun gilt es, weiter zu kn\u00fcpfen. So wie hier im Johannesnetzwerk. Immerhin\n25 Prozent der Bev\u00f6lkerung &nbsp;engagieren\nsich schon in der nachbarschaftlichen Hilfe bei Eink\u00e4ufen, Handwerksdiensten\nbis Kinderbetreuung &#8211; und die wechselseitigen Unterst\u00fctzungsleistungen verbessern\ndie Lebensqualit\u00e4t aller Beteiligten. Engagement und Vertrauen schaffen ein\nGef\u00fchl von Zugeh\u00f6rigkeit. \u201eEs kann aber nicht als selbstverst\u00e4ndlich\nvorausgesetzt werden, dass die Selbstorganisation von B\u00fcrgern und B\u00fcrgerinnen ohne\nHilfe \u201evon au\u00dfen\u201c auskommt\u201c, hei\u00dft es im 7. Altenbericht. Das informelle\nMiteinander lebt von Wechselseitigkeit und N\u00e4he; permanente Verf\u00fcgbarkeit auch\nam Wochenende k\u00f6nnen Nachbarn nicht leisten. Umgekehrt werden professionelle,\nverl\u00e4ssliche Hilfsorganisationen nie die pers\u00f6nliche Qualit\u00e4t entwickeln, die\nwir aus Freundschaft und Nahbarschaft kennen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es geht\ndarum, einen Rahmen zu schaffen, in dem Begegnungen und Vernetzungen&nbsp; m\u00f6glich sind. Digitalisierung kann dazu\nbeitragen. Die Internetplattform \u201eNebenan.de\u201c hatte 2019 f\u00fcnf Jahre nach der\nGr\u00fcndung bereits 1.450.000 Nutzer in 7.500 Nachbarschaften. W\u00e4hrend der\nCorona-Krise erlebte die Plattform einen regelrechten Boom. &nbsp;Aber auch Kirchengemeinden k\u00f6nnen Sorgende\nGemeinschaften werden.&nbsp; \u201eCaring\nCommunitys\u201c \u2013 das meint wechselseitige\nUnterst\u00fctzung und die Bereitschaft, Verantwortung zu \u00fcbernehmen &#8211; f\u00fcr sich\nselbst, f\u00fcr andere und auch f\u00fcr die gesellschaftliche Entwicklung. Das Interesse\naneinander, das in Sorgenden Gemeinschaften sp\u00fcrbar wird, gilt dem ganzen\nMenschen- nicht nur dem Austausch von Waren und Dienstleistungen. Es geht um\ndas \u201e Dazwischen\u201c in der Beziehung, sagt Hanna Arendt, \u201edas gemeinschaftlichen\nGewebe zwischen Menschen\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich denke an das geistliche Zentrum f\u00fcr\nMenschen mit Demenz in Berlin. Dort hat ein Sozialunternehmer ein Tanzcaf\u00e9 f\u00fcr\nDemenzkranke eingerichtet hat. Mit Musik, die zur\u00fcck in die goldenen 20er und\n30er f\u00fchrt. Neben den wenigen Profis haben hier Arbeitslose, Hartz-IV-Empf\u00e4nger\nund \u00c4ltere ihren Einsatzort gefunden. Einmal im Monat wird zusammen\nGottesdienst gefeiert: einfach, sinnlich und sehr lebendig. Menschen geben Zeit\nund setzen Phantasie ein, um ihn vorzubereiten \u2013 und viele davon sehen darin\nein St\u00fcck Lebenssinn, auch f\u00fcr sich selbst. Mit Musik, Bildern, Geruch,\nGeschmack und Bewegung werden alle Sinne angesprochen. Segen auch k\u00f6rperlich zu\nsp\u00fcren durch Handauflegen und Salben ist nicht nur f\u00fcr Menschen mit Demenz oder\nBehinderung wichtig. Das haben sie auch in Stuttgart erfahren: Dort feiern Konfirmanden und ihre Familien\neinmal im Jahr Gottesdienst mit einer Werkstatt f\u00fcr Menschen mit Behinderung.\nDa sp\u00fcrt man: Auch Menschen, die sonst wenig Gottesdiensterfahrung\nhaben, k\u00f6nnen sich als Mitgestalter der biblischen Botschaft erleben. Da werden\nEnergien wach, von denen wir vorher kaum etwas ahnten. Der Gottesdienst ist\ndann nichts mehr f\u00fcr Ge\u00fcbte und \u201eEingeweihte\u201c- vielmehr weiht es Menschen ein,\neinen Gottesdienst in ihrer Sprache mit ihrer Erfahrung und in ihrer Sprache zu\ngestalten. Mit ihrer Musik oder auch in leichter Sprache. Und wenn sich alle einbringen k\u00f6nnen \u201ezum\nAufbau der Gemeinde\u201c, dann erleben Menschen die Gemeinde wirklich als Haus mit\noffenen T\u00fcren.<\/p>\n\n\n\n<p>25 Jahre ist es nun her, da stand ich\nmit anderen vor einer verrammelten Kirche. Wir waren auf der Suche nach Impulsen\nf\u00fcr die Kirche der Zukunft \u2013 im Osten Londons mitten in einem globalisierten\nViertel mit Menschen aller Hautfarben und Religionen, in dem die Armut\noffensichtlich gro\u00df war. Der Bischof von London war der Meinung, diese Kirche\nwerde nicht mehr gebraucht und sei auch nicht mehr zu finanzieren. Aber die\nMenschen, die wir trafen, waren ganz anderer Auffassung. Sie hatten eine\nB\u00fcrgerinitiative gegr\u00fcndet, um die Kirche zu erhalten. Dabei lebten viele von ihnen\nl\u00e4ngst anderswo-&nbsp; hier aber waren sie\ngetauft und getraut worden waren, hier hatten auch ihre Kinder den Segen\nbekommen. Hier waren sie wer- und geh\u00f6rten dazu. So etwas gibt man nicht\neinfach auf. Die Erfahrung von Identit\u00e4tsverlust geh\u00f6rt zu den Bitterkeiten des\nUmbruchs. <\/p>\n\n\n\n<p>Aber\ntats\u00e4chlich geht die Zahl der Taufen und Trauungen zur\u00fcck. Kinderlose erleben\nnicht die Phase, in der sie ihre Kinder taufen und noch einmal neu \u00fcber die Bedeutung\ndes Glaubens nachdenken. Rituale, die &nbsp;Familien und Kirchenmitgliedschaft \u00fcber\nGenerationen getragen haben, sind l\u00e4ngst nicht mehr selbstverst\u00e4ndlich. Je\nj\u00fcnger die Befragten sind, desto seltener geben sie an, religi\u00f6s erzogen worden\nzu sein. Von den Evangelischen ab 60 Jahren sagen das noch mehr als 80 Prozent\nvon sich selbst, von den Kirchenmitgliedern unter 30 Jahren&nbsp; nur noch jeder zweite. <\/p>\n\n\n\n<p>Ein Grund:\nFamilien sind in ihrer religi\u00f6sen Orientierung nur noch selten homogen. Wir\nhaben viele konfessionsverschiedene Paare, mehr und mehr interreligi\u00f6se\nFamilien- und tats\u00e4chlich wird vielen die eigene Pr\u00e4gung erst in der Begegnung\nmit dem Partner, der Partnerin bewusst. Wenn es dann um Taufe oder Beschneidung\ngeht, f\u00fchlen sich viele \u00fcberfordert und allein gelassen. Und neben der\nunterschiedlich intensiven kirchlichen Bindung spielt auch das Gef\u00fchl eine\nRolle,&nbsp; nicht wirklich \u201edazuzugeh\u00f6ren\u201c &#8211;\nals Patchwork- oder Trennungsfamilien, als Alleinerziehende oder gleichgeschlechtliche\nPartnerschaft. Auch Singles haben \u00fcbrigens das Gef\u00fchl, bei den Angeboten nicht\nvorzukommen \u2013 genauso wie Menschen mit Behinderung oder Demenzkranke,\nGefl\u00fcchtete und sogar die engagierten \u00c4lteren, die die Gemeinde eigentlich\ntragen.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber wenn die\nalle am Rand stehen- wer ist dann eigentlich \u201edie Gemeinde\u201c- angesichts der\nVer\u00e4nderung von Familien, wachsender Mobilit\u00e4t, konfessionellen Ver\u00e4nderungen\nund demographischen Wandel? Gemeinde ist das \u201eEnsemble der Opfer\u201c hat der\nTheologe Ernst Lange gesagt, der in den 60er Jahren die erste Ladenkirche in\nBerlin gr\u00fcndete. Sie ist die Gemeinschaft der Verschiedenen, w\u00fcrden wir heute\nsagen; denn es ist normal, verschieden zu sein. In Mehrgenerationenh\u00e4usern\nl\u00e4sst sich erleben, wie Menschen einander bereichern k\u00f6nnen. Gemeinden k\u00f6nnten\nso&nbsp; ein Mehrgenerationenhaus sein, wo wir\neinander wahrnehmen, aufeinander h\u00f6ren, f\u00fcreinander das sind, miteinander leben\nund glauben. &nbsp;Eine Wahlfamilie. Die christliche Gemeinde hat ja mit\nWahlfamilien angefangen &#8211; Christinnen und Christen, die sich mit ihrer Taufe\naus den Herkunftsfamilien gel\u00f6st hatten wurden einander Br\u00fcder und Schwestern,\nM\u00fctter und V\u00e4ter &#8211; so wie bis heute Menschen Wahlfamilien bilden in\nWohngemeinschaften, Mehrgenerationenh\u00e4usern oder auch an Mittagstischen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie in den\nersten Gemeinden sind heute Patenschaften wieder popul\u00e4r- &nbsp;Lesepatenschaften, Mentoringprogramme und auch\nTaufpaten aus der Gemeinde. Wie in den ersten christlichen Gemeinden brauchen\nKinder, Jugendliche und ihre Familien in einer s\u00e4kularen und multireligi\u00f6sen\nUmwelt \u00fcberzeugte Christinnen und Christen an ihrer Seite. Gro\u00dfeltern brauchen &nbsp;Unterst\u00fctzung bei der Glaubensvermittlung an\nihre Enkel. Neue Netzwerke k\u00f6nnen entstehen, wo Familien mit Kindern\nPaten-Gro\u00dfeltern finden, wo \u00e4ltere Menschen ihre beruflichen Erfahrungen an\njunge Migranten weitergeben und Alleinerziehende ein hilfreiches Miteinander\nkn\u00fcpfen. Die Gemeinden k\u00f6nnten eine Art \u201eKochschule des Glaubens\u201c sein, sagt\nR\u00fcdiger Maschwitz. Was man fr\u00fcher in der Familie lernte:&nbsp; &#8211; das Einkaufen, Zubereiten, Tischdecken,\nTafeln- das lernt man heute in Kochschulen. Es ist an der Zeit, das Vorlesen\nund Beten, die Tischgemeinschaften und auch das Trauern in die Gemeinde zur\u00fcck\nzu holen. Und es passiert ja auch schon.<\/p>\n\n\n\n<p>Was Menschen brauchen, wenn sie auf der Suche nach\nHalt und Heimat sind, das kann man tats\u00e4chlich von den Auslandsgemeinden\nlernen. Da finden sich die Tischgemeinschaften und die Sorgenetze, von denen\nich erz\u00e4hlt habe. Wenn wir als Christinnen und Christen in die Minderheit\ngeraten, dann f\u00fchlen wir uns selbst ja schon ein bisschen wie Fremde im eigenen\nLand. Dann droht die Gefahr, dass wir uns abschneiden von den anderen \u2013 von\nMenschen, die in einem anderen Milieu leben, einen anderen Alltag haben. \u201e\nViele Christen, die nur unter sich leben, haben keine Ahnung, wie das\nChristentum auf Menschen wirkt, die nicht glauben- das l\u00e4sst sie einander fremd\nwerden\u201c, hat die franz\u00f6sische Mystikerin Madeleine Delbrel schon vor 80 Jahren\ngeschrieben. Sie beschreibt, wie schlimm es ist, wenn Suchende erleben, dass\nsie in der Gemeinde einen Fremdk\u00f6rper bilden. Wo das geschieht, sind wir nicht\nSalz der Erde und Licht der Welt, wie Jesus es will. Die Gemeinde als Club- das\nkann nicht der Sinn der Sache sein.\n<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAls Kirchengemeinde sind wir zugleich\nTeil der Gemeinschaft vor Ort, sind in Vereinen, auf dem Markt, in Gesch\u00e4ften\nunterwegs, stolpern \u00fcber dieselben Schwellen, beobachten wunderlich gewordene\nNachbarn\u201c, sagt Annegret Zander. Und trotzdem beteiligen sich Gemeinden noch zu\nselten an kommunalen Netzwerken. In den letzten Jahren waren viele damit besch\u00e4ftigt,\nFusionen in Gang zu bringen, Geb\u00e4ude abzusto\u00dfen, das eigene Profil zu sch\u00e4rfen\nund neue Angebote zu konzeptionieren. Vielleicht w\u00e4re es wichtiger, rauszugehen\nund die eigene Nachbarschaft einmal aus der Perspektive der anderen sehen. Eine\nNew Yorker Journalistin hat das getan. Ein ganzes Jahr lang hat sie jede Woche\neinen Stadtspaziergang mit einer fremden Person gemacht. Sie war unterwegs mit\neiner \u00e4lteren Dame mit Rollator, mit einem Architekten und mit einem\nzweij\u00e4hrigen Kind. Sie hat einen Blinden begleitet und einen Arzt, der ihren\nBlick f\u00fcr die Entgegenkommenden sch\u00e4rfte. Es geh\u00f6rt nicht viel Phantasie dazu,\nsich vorzustellen, wie sie ihre Stadt neu entdeckte. Inzwischen gibt es\nKirchenvorstandsmitglieder und Gemeindegruppen, die das gleiche tun; sie haben sich&nbsp; auf den Weg gemacht haben, den Sozialraum zu\nerkunden. Und dabei jede Menge Herausforderungen entdeckt- und jede Menge\nVerb\u00fcndete. Die Kirchen und Gemeindeh\u00e4user sind ein Schatz f\u00fcr die Menschen in\nunseren Stadtteilen. <\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWenn\nGemeinden andere Akteure einladen und mit ihnen in den Austausch gehen, wenn\nsie fragen, was braucht dieser Ort, dann kommt etwas in Bewegung, sagt Peter\nMei\u00dfner von der Initiative Gemeinwesendiakonie in Hannover. \u201eUnd wenn sie sich auf die Haltung\n\u201eNicht f\u00fcr sondern mit den Menschen\u201c einlassen, dann zeigen sie, dass sie\nwirklich an den Lebenslagen vor Ort interessiert sind\u201c.&nbsp; Darauf kommt es an, wenn wir Salz der Erde\nsein wollen und Licht der Welt. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Reformationstag 2020 in Hamburg-Rissen. Wer \u00f6fter umgezogen ist, wei\u00df, wo die ersten Anlaufstellen sind in der neuen Stadt. 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