{"id":530,"date":"2015-02-20T14:25:09","date_gmt":"2015-02-20T14:25:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/?page_id=530"},"modified":"2015-07-29T10:21:33","modified_gmt":"2015-07-29T10:21:33","slug":"prophetische-kritik-spirituelle-begleitung-und-gemeinsames-lernen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/?page_id=530","title":{"rendered":"Prophetische Kritik, spirituelle Begleitung und gemeinsames Lernen:"},"content":{"rendered":"<p><strong>Das Arbeitsplatzsiegel ARBEIT PLUS als Lernfeld im Dialog mit der Wirtschaft<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Verleihung-Arbeit-plus.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-547\" src=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Verleihung-Arbeit-plus-1024x683.jpg\" alt=\"Verleihung Arbeit plus\" width=\"750\" height=\"500\" srcset=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Verleihung-Arbeit-plus.jpg 1024w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Verleihung-Arbeit-plus-300x200.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>1. Eine Stellungnahme mit prophetischem Charakter<\/strong><\/p>\n<p>Als im Juni 2009 das Wort des Rates der EKD zur globalen Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise erschien<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a>, sahen viele Journalisten darin eine Stellungnahme mit prophetischem Charakter \u2013 und das nicht nur, weil sich schon der Titel \u201e Wie ein Riss in einer hohen Mauer\u201c auf einen Text aus Jesaja 30 bezieht. Es war auch der Zeitpunkt des Erscheinens\u2013 damals dachten in Politik und Gesellschaft viele \u00fcber Konsequenzen aus der Krise nach- und die Unbedingtheit, mit der der Rat in diesem Fall orientierende Hinweise gab: Ein grundlegender Wandel wurde angemahnt, ein Weiter so ausgeschlossen, Eckpunkte f\u00fcr politisches Handeln konkret benannt:. Der Rat fordert eine st\u00e4rkere Regulierung der Finanzaufsicht, einen klaren Zusammenhang zwischen Risiko und Haftung, die Ver\u00e4nderung der Anreizsysteme in den Unternehmen, den Schutz der sozial Schwachen vor den nachfolgend zu zahlenden Kosten der Krise und den Erhalt der sozialen Sicherungssysteme, Schritte zu einer nachhaltigen Entwicklung und eine neue Definition eines nachhaltigen Wachstums. Der prophetische Ton dieser Schrift ist wohl auch der Tatsache geschuldet, dass die Krise auf den Finanzm\u00e4rkten zu diesem Zeitpunkt auf die Realwirtschaft und die staatlichen Haushalte durchgeschlagen war. Wohlstand und soziale Sicherheit f\u00fcr breite Schichten schienen gef\u00e4hrdet. Damit war klar : Unter den Bedingungen des globalen Wettbewerbs muss die bew\u00e4hrte Ordnung der Sozialen Marktwirtschaft neu justiert werden.<\/p>\n<p>Bei der Pressekonferenz zur Vorstellung des Ratsworts war niemand von den versammelten Journalistinnen und Journalisten \u00a0\u00fcber den prophetischen Charakter des Textes erstaunt \u2013 im Gegenteil: Ein solches Wort wurde von der Kirche erwartet. Und dies, obwohl die EKD selbst in den letzten Jahren sehr zur\u00fcckhaltend mit prophetischen Texten war. Rats- und Kammertexte werden an \u201e Klassikern\u201c gemessen, die eine breite Wirkung entfalten konnten wie das \u00f6kumenische\u00a0 Wort der Kirchen zur sozialen und wirtschaftlichen Lage, das so genannte \u201eSozialwort\u201c\u00a0 von 1997. Eine Denkschrift wie \u201eUnternehmerisches Handeln in evangelischer Perspektive\u201c<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a>, die fr\u00fchzeitig und hellsichtig schon vor der Finanzmarktkrise auf die wachsenden Gefahren an den Kapitalm\u00e4rkten hingewiesen und soziale Verantwortung auch in international agierenden Firmen angemahnt hat, w\u00fcrde dagegen niemand als prophetischen Text bezeichnen. Diese Schrift hat den Dialog mit der Kirche mit Unternehmerinnen und Unternehmern im Blick, sie ermutigt zu unternehmerischem Handeln als wesentliche Quelle f\u00fcr gesellschaftlichen Wohlstand und mahnt soziale Verantwortung und Gemeinwohlorientierung der Wirtschaft an \u2013 in der Kooperation von Management und Besch\u00e4ftigten, in der F\u00f6rderung gesellschaftlichen Engagements, im sparsamen Umgang mit Ressourcen und nicht zuletzt in der Er\u00f6ffnung von Entwicklungs- und Beteiligungschancen. Die Kritiker \u00a0die zum Reformationstag 2009 einen Aufsatzband unter dem Titel \u201eFrieden mit dem Kapital?\u201c<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> herausgebracht haben, hatten den Eindruck, mit dieser Schrift stehe die Kirche in der Gefahr, sich an den herrschenden neoliberalen Zeitgeist anzupassen und \u00a0ihre Sache zu verraten. Auch deswegen wurde \u201e Wie ein Riss in der hohen Mauer\u201c als prophetisches Wort und als Umkehr der Kirche verstanden.<\/p>\n<p><strong> 2. Dialog auf Augenh\u00f6he statt erhobenem Zeigefinger<br \/>\n<\/strong>Auf dem Leipziger Kirchentag 1997 wurde vom damaligen Kirchentagspr\u00e4sidenten Dr. Rainer Meusel die Idee aus der Taufe gehoben, Firmen auszuzeichnen, die in einer Phase hoher Arbeitslosigkeit neue Arbeitspl\u00e4tze schufen. In den darauf folgenden zwei Jahren entstand daraus, zun\u00e4chst in der Evangelischen Kirche im Rheinland, das \u00a0Arbeitsplatzsiegel \u201e Arbeit plus\u201c, das heute von der EKD verliehen wird. Das vorrangige Ziel, neue Arbeitspl\u00e4tze zu schaffen, wurde dabei erg\u00e4nzt durch \u00a0Kriterien, die es erlaubten, die Arbeitspl\u00e4tze in den Unternehmen nicht nur unter quantitativen, sondern auch unter qualitativen Gesichtspunkten zu beurteilen..Dazu entwickelte das Institut f\u00fcr Wirtschafts- und Sozialethik ( IWS) \u00a0ein differenziertes Verfahren mit sechs verschiedenen Indikatoren f\u00fcr gute Arbeit. Gefragt und gemessen wird, in welchem Ma\u00dfe ein Unternehmen gesellschaftliche Teilhabe und Lebenschancen erm\u00f6glicht, Entfaltungs- und Beteiligungschancen er\u00f6ffnet, Vielfalt als Chancen begreift und eine demokratische Sozialkultur gestaltet. Dazu wird zum Beispiel im Blick auf Lebenschancen untersucht, wie sich die Besch\u00e4ftigungsentwicklung im Branchenvergleich darstellt. Insbesondere geht es um die Einstellung und \u00dcbernahme von Auszubildenden, die Besch\u00e4ftigung von Schwerbehinderten oder \u00e4lteren Arbeitnehmern und, wie es dem Ursprungsimpuls entspricht, von Langzeitarbeitslosen. Unter dem Kriterium Beteiligungschancen werden die Ma\u00dfnahmen zur Besch\u00e4ftigungssicherung untersucht: dabei geht es um \u00a0Fort- und Weiterbildung, Gesundheitsschutz und Qualit\u00e4tsmanagement. Die Frage nach Entfaltungschancen hat Familienf\u00f6rderung, Genderfragen oder Age Management im Blick, und unter dem Aspekt der Sozialkultur werden betriebliche Mitbestimmung, materielle Mitarbeiterbeteiligung, F\u00fchrungskultur und Corporate Citizenship mit allen Beteiligten diskutiert. Dank vielf\u00e4ltiger Anregungen des IWS unter der Leitung von Wolfgang Neth\u00f6fel wurden die Kriterien in den vergangenen zehn Jahren laufend weiter entwickelt und neu gewichtet.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a><\/p>\n<p>ARBEIT PLUS bietet den Unternehmen ein Instrumentarium zu organisationellen \u00dcberpr\u00fcfung der eigenen Exzellenz, eine wissenschaftliche Fremdevaluation durch ein Institut mit langj\u00e4hriger Erfahrung in diesem Bereich und schlie\u00dflich die M\u00f6glichkeit, die eigene Qualit\u00e4t mit dem Arbeitsplatzsiegel der EKD sichtbar zu machen und als Wettbewerbsvorteil zu nutzen. \u00a070 Unternehmen wurden in den letzten 11 Jahren ausgezeichnet, davon 15 gleich mehrfach. Dazu geh\u00f6ren Klein- und Mittelbetriebe ebenso wie Konzerne aus allen Branchen, von Aluminium- und Stahlwerken bis hin zu Banken oder Zeitarbeitsfirmen. Zum Vergabegremium unter Vorsitz des jeweiligen Ratsvorsitzenden geh\u00f6ren Vertreter von BDA und Gewerkschaft wie aus der Wissenschaft. Die Verleihung des Siegels erfolgt dann in einer zentralen EKD-Veranstaltung, aber auch dezentral mit dem jeweiligen Landesbischof. F\u00fcr Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung wie Belegschaft sind die Vergabeveranstaltungen ein positives Signal; sie f\u00f6rdern ein gutes Betriebsklima und bieten einen Vorteil bei der Mitarbeiterbindung.<\/p>\n<p>Damit geht \u201e Arbeit plus\u201c weit \u00fcber das hinaus, was Medien und Wirtschaft von den Kirchen erwarten. Mit diesem Instrument l\u00e4sst die evangelische Kirche sich darauf ein, Arbeitsplatzentwicklung und \u201egute Arbeit\u201c im Branchenvergleich zu analysieren und zu beschreiben. Die meist sehr grunds\u00e4tzliche prophetische Kritik, der Gestus des erhobenen Zeigefingers, weicht einer differenzierten Auseinandersetzung mit den konkreten sozial- und wirtschaftsethischen M\u00f6glichkeiten unter den gegebenen Rahmenbedingungen. Die Arbeitsmarktrelevanten Orientierungslinien der EKD, wie sich im \u00f6kumenischen \u201eSozialwort\u201c oder in der \u201eUnternehmerdenkschrift\u201c<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> finden, treten in Korrelation zu den genannten Indikatoren. In den Untersuchungsverfahren selbst wie auch bei allen Vergabeveranstaltungen zeigt sich, wie essentiell dabei die pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4che mit Betriebsr\u00e4ten, vor allem aber mit dem Management der Unternehmen sind. In den teilweise hochemotional gef\u00fchrten Gespr\u00e4chen bringen noch immer viele Unternehmer und Unternehmerinnen zum Ausdruck, dass sie sich zum ersten Mal differenziert von der Kirche wahrgenommen f\u00fchlen. An die Stelle einer gelegentlich als kr\u00e4nkend empfundenen moralischen Kommunikation ist ein institutioneller, durch Indikatoren der Bewertung abgest\u00fctzter Dialog getreten, der den Unternehmen mit der Ver\u00f6ffentlichung der Benchmarks in der internen wie in der externen Kommunikation weiter hilft und ihre Arbeit besiegelt. Und gerade in den Vergabeveranstaltungen kann sichtbar werden, wie Kirche mit der Wirtschaft im Gespr\u00e4ch ist: klar und deutlich, was ihre ethischen Kriterien angeht, sachkundig und \u00a0realistisch, was ihre Erwartungen im Branchenvergleich betrifft, kenntnisreich mit kritischer, wissenschaftlicher Begleitung und dabei den Menschen zugewandt \u2013 vom Management \u00fcber den Betriebsrat bis zu den Auszubildenden. ARBEIT PLUS kann damit zum G\u00fctesiegel einer Wirtschaft werden, die gerade dadurch Stabilit\u00e4t gewinnt, dass sie Teilhabe erm\u00f6glicht und den Menschen eben nicht nur als Mittel zum Erfolg sieht.<\/p>\n<p><strong> 3. Entwicklungen des Arbeitsmarktes und Herausforderungen f\u00fcr die Zukunft<br \/>\n<\/strong>ARBEIT PLUS ist eine Chance f\u00fcr wechselseitiges Lernen. Die Erfahrungen, die die EKD mit diesen Untersuchungen macht, sind eingeflossen in Denkschriften wie \u201eGerechte Teilhabe\u201c aus dem Jahr 2006 oder die schon zitierte \u201e Unternehmerdenkschrift\u201c. Diese Grundlagentexte beschreiben die \u00a0Ver\u00e4nderungen in der Arbeitswelt, die Chancen und Grenzen von Arbeitsmarktpolitik oder die anstehenden Herausforderungen f\u00fcr Bildung und Sozialsysteme aus wirtschafts- und sozialpolitischer Perspektive. Bei den Untersuchungen im Kontext des Arbeitsplatzsiegels geht es dann um die Frage, wie die sich abzeichnenden Ver\u00e4nderungen von den Unternehmen wahrgenommen und gestaltet werden. Tats\u00e4chlich stand die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in nahezu allen untersuchten Unternehmen der letzten Jahre auf der Agenda. Arbeitszeitmodelle werden sehr flexibel gehandhabt \u2013 bei F\u00fchrungskr\u00e4ften allerdings waren \u00a0Teilzeitmodelle so gut wie nicht existent. Auch der demographische Wandel allerdings war bis vor kurzen noch kein Thema f\u00fcr die Unternehmen. Offensichtlich liegt es auch an \u00f6ffentlichen Debatten, aber auch an der Wettbewerbssituation auf den Personalm\u00e4rkten, welche Themen als wesentlich begriffen werden.<\/p>\n<p>Dabei ist schon jetzt deutlich, dass der demographische Wandel die Strukturen von Wirtschaft und Gesellschaft in Deutschland wesentlich ver\u00e4ndern wird. Bereits heute zeichnet sich ein Fachkr\u00e4ftemangel in Gesundheits- und Pflegeberufen ab, die f\u00fcr die \u00e4lter werdende Bev\u00f6lkerung immer wichtiger werden. Und nicht nur in der Sozialwirtschaft sind in der Zukunft Frauen als Fachkr\u00e4fte gefragt. L\u00e4ngst ist von einer Feminisierung der Arbeitswelt die Rede, und damit einher gehen nicht nur neue Modelle der Vereinbarkeit, sondern auch die Notwendigkeit, die gesamte Infrastruktur f\u00fcr die so genannte Care-Arbeit in Erziehung und Pflege auszubauen und die bestehenden Sozialsysteme entsprechend anzupassen. Nicht nur die Sorge um die Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme, auch der Fachkr\u00e4ftemangel wird dazu f\u00fchren, dass die Lebensarbeitszeit verl\u00e4ngert werden muss \u2013 und bald schon wird die alternsgerechte Qualifizierung, die noch kein Thema ist, auf der Agenda der Firmen stehen.<\/p>\n<p>Denn trotz der neuen Arbeitnehmerfreiz\u00fcgigkeit ab 1.5.2011 in Europa, werden Migrantinnen und Migranten allein die Probleme der alternden Gesellschaft nicht auffangen k\u00f6nnen. Solange unser Land keine Willkommenskultur entwickelt und kulturelle Vielfalt nicht als Ressource, sondern als Bedrohung erlebt wird, stehen die Chancen ohnehin schlecht. An dieser Stelle kann die Gesellschaft von\u00a0 globalisierten Unternehmen wie der Bayer AG lernen, die das Arbeitsplatzsiegel f\u00fcr einen ihrer Unternehmensbereiche erhalten hat Ein globaler Arbeitsmarkt mit internationaler Verflechtung und hohem Wettbewerbsdruck f\u00fcr die Standorte verlangt Sensibilit\u00e4t f\u00fcr die soziale und kulturelle Identit\u00e4t der Partner und Kollegen. Globalisierte Unternehmen brauchen aber auch eine starke Unternehmensidentit\u00e4t und \u2013ethik und gemeinsame F\u00fchrungsgrunds\u00e4tze. F\u00fcr ein Arbeitsplatzsiegel der Evangelischen Kirche wie f\u00fcr die Kirchen selbst ist es dabei nicht ohne Belang, welche Rolle die Auseinandersetzung mit Religion als Herzst\u00fcck der unterschiedlichen Kulturen dabei spielt. In vielen s\u00e4kularisierten Unternehmenskulturen scheint schon die Zusammenarbeit mit den Kirchen unter Compliance-Verdacht zu stehen .Zugleich aber hei\u00dfen andere die religi\u00f6sen Bindungen und Aktivit\u00e4ten ihrer Mitarbeiter willkommen und versuchen, \u00a0diese Perspektive in ethische Debatten zu integrieren. Hier tut sich ein neues Lernfeld auch f\u00fcr die evangelischen Kirchen auf.<\/p>\n<p>Unter den Rahmenbedingungen von Globalisierung und demographischem Wandel ver\u00e4ndern sich Unternehmenskulturen rasant. Dabei spielt auch der technologische Fortschritt eine entscheidende Rolle. Die M\u00f6glichkeiten von Projektarbeit und Heimarbeit sind in den letzten Jahren enorm gewachsen; flexible, interaktive Arbeitsstrukturen, Wissensmanagement und Netzwerkarbeit haben die Zusammenarbeit erheblich ver\u00e4ndert. Die Hierarchien sind flacher geworden, Kooperationen ver\u00e4ndern sich mit den Projekten, das Qualit\u00e4tsmanagement ist strukturell verankert. Darin liegt eine gro\u00dfe Chance f\u00fcr M\u00e4nner und Frauen, die Beruf und Familie vereinbaren wollen, f\u00fcr mobile Mitarbeiter in globalisierten Unternehmen und schlie\u00dflich f\u00fcr Fachkr\u00e4fte in Medien und Wissenschaft. Zwar hat mit der Digitalisierung\u00a0 auch die Informationsflut zugenommen, zwar sind Arbeitsdruck und Beschleunigung erheblich gewachsen, doch bestehen auch neue Chance f\u00fcr R\u00fcckzug und Selbststeuerung. Zugleich zeigt sich allerdings, dass und wie mit Leitbildern, F\u00fchrungsgrunds\u00e4tzen und Qualit\u00e4tsmanagement die Normen von Wettbewerb und Leistung verinnerlicht werden und die gewonnene Zeitsouver\u00e4nit\u00e4t \u00a0von innen her erodieren lassen. Wo hoch motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter \u00a0im internen Wettbewerb miteinander und mit Kollegen in anderen Staaten stehen, wo prek\u00e4r Besch\u00e4ftigte unter dauernder Verf\u00fcgbarkeit leiden, ohne noch feste Arbeitszeiten zu haben, wo die physische Zusammenarbeit und Kollegialit\u00e4t in einer Firma angesichts des stetigen Wandels und der Dezentralisierung kaum noch erlebt werden kann, erodieren die Strukturen f\u00fcr verl\u00e4ssliche Kooperation und Solidarit\u00e4t. Die traditionelle Schw\u00e4che von Betriebsr\u00e4ten und Gewerkschaften in den Dienstleistungsbranchen, aber auch in IT-Betrieben und in der Wissensindustrie setzt sich inzwischen auch in anderen Unternehmen fort. Wo jeder sein eigener \u201e Arbeitsplatzunternehmer\u201c ist, ist Kreativit\u00e4t gefragt, damit das Gemeinsame und das Gemeinwohl nicht in den Hintergrund treten. Hier fehlen noch Indikatoren, die \u00fcber die eher rechtlichen Fragen nach Betriebsrat, Tarifbindung und materieller Mitarbeiterbeteiligung hinaus gehen. Sinnerf\u00fcllte Arbeit ist eben nicht nur auf Leistung und Erfolg, Arbeitsplatzsicherheit und angemessene Verg\u00fctung angewiesen, sondern auch auf ein wechselseitiges Lernen in Kooperation.<\/p>\n<p>Der Wertewandel, der mit den hier nur kurz beschriebenen Umbr\u00fcche in der Arbeitswelt einhergeht, f\u00fchrt zu Gerechtigkeitsfragen, zu ethischen und religi\u00f6sen Herausforderungen, die die Kirche ganz unmittelbar angehen und hier nur exemplarisch benannt werden k\u00f6nnen: Der demographische Wandel verlangt lebenslanges Lernen \u2013 was aber ist mit denen, die selbst mit den besten Bildungsangeboten nicht in den ersten Arbeitsmarkt integriert werden k\u00f6nnen? Die neuen Selbst\u00e4ndigen und Hochmobilen sind bereit, ihre gesamte Energie in ihre Projekte zu stecken- wie aber lernen sie eine neue Work-Life-Balance, die auch eine Partnerschaft und ein Familienleben erm\u00f6glicht? Die wachsende Pluralit\u00e4t der Lebensformen, der Wertorientierungen und der Religionen erfordern bewusste Entscheidungen \u00fcber Sinn- und Wertfragen, aber auch \u00fcber die Zugeh\u00f6rigkeit, die viele noch \u00fcberfordern. Auch in dieser Hinsicht ist ein globaler Markt entstanden, auf dem nun auch die Kirchen sich bewegen m\u00fcssen. Viel h\u00e4ngt davon ab, welche ethischen und spirituellen Angebote sie f\u00fcr die Menschen machen, die nach einer neuen Balance, nach Unterst\u00fctzung in Br\u00fcchen und Scheitern, nach Auseinandersetzung mit anderen Religionen, nach Hilfe in Erziehung und Pflege suchen.<\/p>\n<p>Die traditionellen Angebote der kirchlichen Verb\u00e4nde und Zentren im Bereich Kirche-Wirtschaft- und Arbeitswelt brauchen in dieser Hinsicht noch manchen Impuls, der in den bisherigen Kirchenreformbem\u00fchungen noch zu kurz gekommen ist. Dabei geht es zum Beispiel um die Zusammenarbeit von Kirchen und Unternehmen bei Corporate -Social Responsibilty-( SCR) Projekten, Mentoring- Programmen oder beim b\u00fcrgerschaftlichen Engagement. Zusammen mit dem Koordinierungskreis von ARBEIT PLUS wurde vor drei Jahren das \u201e Forum Kirche-Wirtschaft-Arbeitswelt\u201c der EKD gegr\u00fcndet, das solche Zukunftsthemen aufnimmt und einer besseren internen Kommunikation und Vernetzung dient. Dieses soziale Netzwerk ist nur ein Anfang, der durch ein \u201e social network\u201c erg\u00e4nzt werden muss. Notwendig w\u00e4re eine Einbettung auch der Angebote und Aktivit\u00e4ten von ARBEIT PLUS in einer webbasierte, interaktive Web 2.0-Kommunikation.<\/p>\n<p>\u00dcber das Instrument von \u00a0ARBEIT PLUS k\u00f6nnte die EKD in der Netz\u00f6ffentlichkeit auch publizieren, mit welchen Kriterien sie sich auf die Sachlogik von unternehmerischem Handeln einl\u00e4sst und welche Standards sie f\u00fcr \u201egute Arbeit\u201c setzt. Damit k\u00f6nnte sie auch Verbraucherinnen und Verbraucher in Auszeichnungsverfahren einbeziehen und durch das Feedback im Netz noch st\u00e4rker als bisher die jeweils aktuellen Fragestellungen f\u00fcr den Dialog von Kirche und Wirtschaft identifizieren. Dar\u00fcber hinaus w\u00e4re es m\u00f6glich, an eine entsprechende Matrix der Indikatoren f\u00fcr das Feld der Unternehmensethik weitere anzuschlie\u00dfen- f\u00fcr Fragen der Nachhaltigkeit, des Umgangs mit Anlagen und Finanzm\u00e4rkten etc. Auf diese Weise k\u00f6nnte, so Wolfgang Neth\u00f6fel vor einiger Zeit in einem kreativen Brainstorming im Koordinierungskreis von ARBEIT PLUS, eine webgest\u00fctzte Weiterentwicklung der Kriterien evangelischer Sozialethik in verschiedenen Handlungsfeldern entstehen. Das k\u00f6nnte helfen, das beziehungslose Nebeneinander unterschiedlicher Siegel f\u00fcr gute Arbeit, Nachhaltigkeit oder Familienfreundlichkeit zu \u00fcberwinden.<\/p>\n<p>Die Beratungsbitten im Kontext der Untersuchungsverfahren zeigen zudem, wie wichtig Angebote sind, mit denen die Kirchen Management, Betriebsr\u00e4ten und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Mut machen, Verantwortung zu \u00fcbernehmen, mit Scheitern und Br\u00fcchen umzugehen, immer wieder auch Neuanf\u00e4nge zu wagen , bisherige Grenzen zu \u00fcberschreiten und sich der eigenen \u00dcberzeugungen und inneren Erfolgskriterien zu vergewissern.<\/p>\n<p><strong> 4. Was kann die Kirche \u201ebesiegeln\u201c? Glaubw\u00fcrdigkeit im Dialog<br \/>\n<\/strong>Die G\u00fcte sei das G\u00fctesiegel einer Wirtschaft , die dem Menschen dient, sagte Propst Heino Falcke bei seiner Abschlusspredigt beim Leipziger Kirchentag, als das Arbeitsplatzsiegel aus der Taufe gehoben wurde. \u00dcber die Jahre betrachtet zeigt sich, dass durchaus auch Branchen ein Interesse am EKD-Arbeitsplatzsiegel haben, die von den prophetischen Gruppen in der Kirche eher kritisch gesehen werden: Flugh\u00e4fen, Zeitarbeitsfirmen, Banken im Kontext der Finanzmarktkrise. Viele davon k\u00f6nnen durchaus \u201egute Arbeit\u201c im Sinne der oben genannten Kriterien von Arbeit plus aufweisen, werden aber zum Beispiel wegen ihres Umgang mit Nachhaltigkeitsfragen oder Finanzanlagen kritisiert \u2013 f\u00fcr Fragen also, die auf dem Hintergrund der genannten Indikatoren des Siegels nicht differenziert abgefragt werden. So zeichnen sich im Vorfeld der entsprechenden Vergabeveranstaltungen immer wieder Konflikte\u00a0 ab: zwischen der EKD als Verleiherin des Siegels auf der einen Seite und engagierten Kritikern in Umweltgruppen, Arbeitsloseninitiativen oder \u00f6rtliche Kirchengemeinden auf der anderen Seite .Wenn es gut geht, entstehen wie am Flughafen M\u00fcnchen aktuelle Kirche-Wirtschaft-Dialoge ,die prophetische Kritik von Konsumenten und \u201eBasis\u201c ebenso Platz hat wie die realwirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Branche,\u00a0 Nicht immer kommt es aber zur Verst\u00e4ndigung. Von den Firmen wird das Siegel \u00a0als \u00f6ffentliche Anerkennung der Kirche f\u00fcr ihre Leistung verstanden,\u00a0 von den Kritikern gelegentlich als \u201eAbsegnung\u201c einer Arbeit, die den hohen moralischen Erwartungen nicht entspricht. Bei den Flugh\u00e4fen ging es dabei um den Widerstreit zur Bewahrung der Sch\u00f6pfung, bei der Zeitarbeit um die Kriterien von Gerechtigkeit und Arbeitsplatzsicherheit, bei den Banken um die Frage, wie riskant ihre Finanzprodukte waren \u2013 und dies alles ganz unabh\u00e4ngig vom Thema \u201e gute Arbeit\u201c.\u00a0 Ist die Kirche also auf Abwegen, wenn sie einem Unternehmen gute Arbeit attestiert, das in anderen Bereichen im Blick auf andere ethische Ma\u00dfst\u00e4be den Erwartungen nicht gerecht wird? Im Koordinierungskreis von Arbeit plus ist immer wieder diskutiert worden, ob es nicht einer verst\u00e4rkten Zusammenarbeit mit anderen kirchlichen Zertifizierern \u00a0bed\u00fcrfte, um die genannten Konflikte zu mildern. Auch Wolfgang Neth\u00f6fels Idee, die Indikatoren f\u00fcr gute Arbeit, f\u00fcr Nachhaltigkeit oder Finanzanlagen in eine gemeinsame Matrix einzubringen, k\u00f6nnte hier weiter f\u00fchren \u2013 zumindest k\u00f6nnte sie\u00a0 die Komplexit\u00e4t, die Spannungsfelder und die Widerspr\u00fcchlichkeiten wirtschaftlicher Entscheidungen f\u00fcr Unternehmen, Betriebsr\u00e4te ,Verbraucher und Gemeinden.<\/p>\n<p>Unternehmen nehmen Verbraucherentscheidungen auf und formen sie. \u201eKonsumenten erkennen immer deutlicher, dass es sich lohnt, ihre Kaufentscheidungen bewusst wertorientiert zu vollziehen, und tragen so dazu bei, dass sich M\u00e4rkte st\u00e4rker an moralischen Orientierungen ausrichten\u201c, hei\u00dft es in der \u201eUnternehmerdenkschrift\u201c:<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a> Das EKD Arbeitsplatzsiegel, das \u201egute Arbeit\u201c auszeichnet, kann und darf andere Themen wie Nachhaltigkeits- oder Anlagefragen nicht ausblenden, die im Zusammenhang der Vergabe thematisiert werden. Solche St\u00f6rungen wahrzunehmen, bleibt notwendig, damit die Kirche eben nicht missbraucht wird, um \u201eabzusegnen\u201c, was nicht gut zu hei\u00dfen ist.\u00a0 Genauso wichtig ist es aber, bei den entsprechenden Diskussionen deutlich zu machen, auf welchen, auch von Konsumenten gesteuerten M\u00e4rkten, sich die Unternehmen bewegen.\u00a0 Denn nicht nur in der Wirtschaft gibt es Licht und Schatten, \u00e4hnliches gilt auch f\u00fcr das Verhalten mancher Verbraucher, die sich ihrer Macht noch unzureichend bewusst sind. So betrachtet, ist das Siegel auch eine Sonde, die im Dialogfeld Kirche-Wirtschaft offene Fragen aufsp\u00fcrt und mit ihren Auszeichnungen Lernimpulse setzen kann.<\/p>\n<p><strong> 5. Beratung braucht Selbstreflektion \u2013 Ver\u00e4nderungsprozesse in Kirche und Diakonie<br \/>\n<\/strong>Sobald in den Gespr\u00e4chen mit Firmen klar ist, dass das Alltagshandeln unter den gegebenen Rahmenbedingungen ernst genommen und gew\u00fcrdigt wird, kommen auch ethische Dilemmata zur Sprache. ARBEIT PLUS ist eine offene Eingangst\u00fcr f\u00fcr Beratungsprozesse. Um sie redlich wahrzunehmen, ist allerdings Selbstreflexion angesagt. Denn Kirche und Diakonie geh\u00f6ren zu den gr\u00f6\u00dften Arbeitgebern in Deutschland. Und ihre sozialen Unternehmen nehmen geradezu paradigmatisch an den Ver\u00e4nderungsprozessen teil.<\/p>\n<p>Umstrukturierungen und Fusionen pr\u00e4gen auch hier das Bild; zugleich wurde unter dem Druck des Wettbewerbs outgesourcet. Prek\u00e4re Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnisse, Leih- und Zeitarbeit gibt es seitdem auch in Diakonie und Kirche, \u00f6kologische Fragen spielen auch in kirchlichen Krankenh\u00e4usern und Altenheimen eine Rolle. Auch bei uns erleben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine kaum noch f\u00fcr m\u00f6glich gehaltene Arbeitsverdichtung und ein bisher nicht gekanntes Ma\u00df an Ver\u00e4nderungsdruck. Und auch hier ist das eine Konsequenz politischer Rahmenbedingungen, vor allem in der Pflege- und Gesundheitsbranche, die seit Anfang der 90-er Jahre f\u00fcr den Wettbewerb mit freien Tr\u00e4gern ge\u00f6ffnet wurde. Bei Patienten und Angeh\u00f6rigen kann das durchaus zu Irritationen im Blick auf ihr Bild von Diakonie oder Caritas f\u00fchren, w\u00e4hrend Tr\u00e4ger und Management nun neben dem Kampf um Wirtschaftlichkeit verst\u00e4rkt um den Erhalt des diakonischen Profils ringen. Auch die Sozialwirtschaft ist nicht ausgenommen von den Einfl\u00fcssen des europ\u00e4ischen Arbeitsmarkts, von Standortwettbewerb und ver\u00e4nderten Steuerungsmechanismen und Arbeitsbiographien. Die alte Arbeitsplatzsicherheit ist dahin, die Dienstgemeinschaft steht in Zerrei\u00dfproben. Dabei wird der demographische Wandel gerade in diesem Bereich auf Dauer neue und gut bezahlte Besch\u00e4ftigung schaffen, der Fachkr\u00e4ftemangel wird den Wert der Care-Berufe wieder neu ins Bewusstsein r\u00fccken und die Suche nach Spiritualit\u00e4t als Ressource im Umbr\u00fcchen kommt den Kirchen entgegen. Zurzeit allerdings ist die Glaubw\u00fcrdigkeit auch in diesem Sektor angekratzt: die Medien sprechen von der \u201eHelferindustrie\u201c; und jede zehnte Altenpflegesch\u00fclerin fragt sich bereits nach zwei Jahren Ausbildung, ob sie den richtigen Beruf ergriffen hat.<\/p>\n<p>In Fragen von Finanzierung, Strategie und Steuerung unterschied sich die verfasste Kirche lange Zeit fundamental von der unternehmerischen Diakonie, Aber diese Dichotomie beginnt sich aufzul\u00f6sen. Angesichts sinkender Kirchensteuereinnahmen setzt sich inzwischen auch in der kirchlichen Finanzplanung eine neue Input- und Outputsteuerung durch: Ziele werden beschreiben, Instrumente diskutiert, Kompetenzzentren gebildet. Und auf dem \u201eSinnmarkt\u201c, der sich angesichts der Pluralisierung unserer Gesellschaft entwickelt, versuchen auch \u00a0kirchlichen Tr\u00e4ger ihr Profil zu sch\u00e4rfen, neue Ankn\u00fcpfungspunkte und Resonanzen zu gewinnen. \u00a0An die Stelle einer Institutionen- und Verbandslogik mit unklaren Zuordnungen, vielf\u00e4ltig verschr\u00e4nkten Zust\u00e4ndigkeiten und vielfach vernetzten Gremien tritt eine Handlungslogik mit klar zugeschriebenen Teilkompetenzen und wechselseitigen internen Dienstleistungen. Die Hierarchien werden flacher, die Eigenverantwortung w\u00e4chst. \u00a0Die Umbruchprozesse, die damit verbunden sind, bergen \u00e4hnlich schwierige Herausforderungen wie die Umstrukturierungsprozesse in der Sozialwirtschaft und in anderen Dienstleistungsunternehmen.<\/p>\n<p>Es gibt Gewinner und Verlierer im Wettbewerb um die knapper werdenden Finanzen, es gibt Erfolg und Versagen gegen\u00fcber Leistungszielen. Immer neue Projekte und Allianzen entstehen, immer neue Teams und Netzwerke. Das ist anstrengend und verunsichert. Was sich n\u00e4mlich zwischen den Organisationen und in den Organisationen selbst zeigt, das gilt nat\u00fcrlich auch f\u00fcr jeden Einzelnen. Lebensl\u00e4ufe werden immer neu zusammen gesetzt und beschrieben. Die Freude an Aufbr\u00fcchen mischt sich mit der Angst vor Verlusten In den Umbr\u00fcchen entstehen auch Br\u00fcche. An den Schnittstellen ist Neuorientierung n\u00f6tig.<\/p>\n<p>Die derzeitige Zusammenf\u00fchrung von Diakonie als Spitzenverband der Wohlfahrtspflege, \u00d6kumenischer Diakonie und Evangelischem Entwicklungsdienst zu einem neuen Werk in Berlin ist daf\u00fcr paradigmatisch; dieser historische Schritt ist sicherlich so entscheidend wie die Zusammenf\u00fchrung von Innerer Mission und Hilfswerk nach dem Krieg. Als k\u00fcrzlich F\u00fchrungskr\u00e4fte aus beiden Bereichen diskutierten, welche theologischen Traditionen und Werte in diesem neuen Werk gelten sollen, war zu sp\u00fcren: Die alten Gef\u00e4\u00dfe sind br\u00fcchig geworden. In diesem Augenblick, in dem die \u00e4u\u00dferen Strukturen und die inneren Abl\u00e4ufe sich unter dem finanziellen und gesellschaftlichen Druck \u00e4ndern, wird sichtbar, dass die \u00fcberkommenden Traditionen von Entwicklungsdienst und Wohlfahrtsdiakonie, die Leitbilder, die uns lange selbstverst\u00e4ndlich waren, nicht mehr tragen. Ungesch\u00fctzt durch die \u00fcberkommenen Strukturen, halten sie den neuen Fragen kaum stand. Manche empfinden das als bedrohlich und f\u00fchlen sich selbst in Frage gestellt \u2013 andere sehen die Chance, kreativ zu werden und neue Visionen zu entwickeln.<\/p>\n<p>Das Arbeitsplatzsiegel ARBEIT PLUS hat bislang nur in wenigen F\u00e4llen Unternehmen der Sozialwirtschaft und kaum diakonische Unternehmen untersucht. Das h\u00e4ngt mit der \u00fcberkommenen Dichotomie zwischen Wirtschaft und Erwerbsarbeit auf der einen\u00a0 und sozialer Arbeit auf der anderen Seite zusammen. Diese Dichotomie spiegelt sich bis heute in der Struktur kirchlicher Arbeit .Einerseits sind die Verb\u00e4nde im Feld Kirche-Wirtschaft-Arbeitswelt im Grunde nur nach \u201eau\u00dfen\u201c hin t\u00e4tig und nach wie vor stark auf Produktionsbetriebe und weniger auf Dienstleistung ausgerichtet,\u00a0 andererseits zeigt sich im Anspruch, der sich an die diakonischen Unternehmen richtet, die Erwartung, dass soziale Dienstleistungen in der Kirche in einem anderen Geist geschehen sollen als die in anderen Unternehmen. Kooperation ist gefragt, Dienstgemeinschaft, die \u00fcber Interessenkonflikte hinausgeht. Wo das gelingt, sollten die Kirchen ihre guten Erfahrungen bekannt machen. Wo es nicht gelingt, wird es h\u00f6chste Zeit, die Herausforderungen ernst zu nehmen, mit denen auch die Unternehmen zu Recht\u00a0 kommen m\u00fcssen, und sich ihnen zu stellen.<\/p>\n<p><strong> 6. Spiritualit\u00e4t , Kreativit\u00e4t und Ethik in Unternehmen<br \/>\n<\/strong>Angesichts der Ver\u00e4nderungsprozesse haben F\u00fchrungskr\u00e4fte in allen Unternehmen die Aufgabe, von der Herausforderung zur Antwort zu f\u00fchren. Wie gro\u00df der Bedarf ist, dabei Unterst\u00fctzung zu erhalten, zeigt der christliche F\u00fchrungskr\u00e4ftekongress. Unternehmer und Manager fragen sich, wie es gelingen kann, die Belegschaft in Krisen und Changeprozessen mitzunehmen. Information und Kommunikation, Transparenz und Benchmarking sind dabei wichtige Faktoren. Dazu tr\u00e4gt auch das Arbeitsplatzsiegel bei. F\u00fchrungskr\u00e4fte, die sich gemeinsam mit ihren Betriebsr\u00e4ten in einen solchen Prozess begeben, tun einen wichtigen Schritt, um unterschiedliche Perspektiven zu Wort kommen zu lassen..<\/p>\n<p>Wer Mut macht, Dinge offen anzusprechen, gibt der tats\u00e4chlichen Komplexit\u00e4t, den Spannungen und Widerspr\u00fcchen ein Forum \u2013 aber er bietet damit auch dem Neuen eine Plattform, das wachsen will. Das wird nur gelingen, wenn F\u00fchrungskr\u00e4fte Vertrauen in den notwendigen Wandlungsprozess und die innere Zuversicht haben, dass sich in Umbr\u00fcchen das Ganze neu gestalten wird. Der Geist Gottes \u201ewirke in den Fugen\u201c von Ver\u00e4nderungsprozessen, hat der Theologe Ernst Lange einmal geschrieben. Ich habe dabei das Bild des L\u00f6wenzahns vor Augen, der seinen Weg ins Licht sucht, wo der Beton in der Hitze aufbricht. Wo \u00fcberkommene Strukturen aufbrechen, entsteht neues Leben. Siehe, ich will ein Neues schaffen\u201c, hei\u00dft es in der Bibel \u201ejetzt w\u00e4chst es auf\u201c. Dieses Neue, der kreative Blink, blitzt ohne unser Zutun auf. Wir k\u00f6nnen ihm nur Platz machen. Und Zeit geben. Wir m\u00fcssen das Alte loslassen und das Unvollendete segnen, damit es vor Gott ganz werden kann.<\/p>\n<p>Joseph Schumpeter hat vom Prozess der \u201esch\u00f6pferischen Zerst\u00f6rung\u201c gesprochen, der die Wirtschaftsentwicklung vorantreibt und Innovationen erm\u00f6glicht. Eine solche enthusiastische Sicht der kapitalistischen Wirtschaftsprozesse f\u00e4llt uns heute schwer \u2013 nicht zuletzt, weil wir zu viel Ausbeutung und Zerst\u00f6rung nat\u00fcrlicher Ressourcen erlebt haben. Aber Innovation kann nicht gelingen, wenn wir als Handelnde nicht bereit sind, uns auf Ver\u00e4nderungsprozesse einzulassen und Krisen als Chancen wahrzunehmen. Nicht nur die Sorge um andere oder die Sch\u00f6pfung, auch pers\u00f6nliche \u00c4ngste und die Sorge um Erreichtes stehen uns dabei im Weg Wer aber sehen will, wie das Neue entsteht, der muss zur\u00fcck treten und eigene Interessen \u00a0loslassen, darf sich nicht an vermeintliche Sicherheiten klammern. Auch f\u00fcr den christlichen Glauben ist klar, dass die Strukturen und Organisationen, in denen wir leben und arbeiten, der Verg\u00e4nglichkeit unterworfen sind. Umso wichtiger wird f\u00fcr viele die Frage nach einem geistlichen Halt.<\/p>\n<p>Nicht zuletzt die christlichen Unternehmerverb\u00e4nde haben sich in der j\u00fcngsten Zeit\u00a0 darum bem\u00fcht, die 10 Gebote f\u00fcr Manager zu \u00fcbersetzen. Sie kn\u00fcpfen dabei an \u00a0die Erbauungsliteratur aus den Kl\u00f6stern an, die in j\u00fcngste Zeit so beliebt ist- von Anselm Gr\u00fcn bis Bilgri.<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a> Dabei ist klar: die Zehn Gebote sind in Krisensituationen hilfreicher als Leitbildprozesse und Ethikcodices, weil sie eine grundlegende Orientierung geben, die mit ihrem langen historischen Atem auch auf unvorhergesehene Situationen antwortet. Es geht dabei um Haltung, nicht um Strategie. \u201e\u00dcbe dich in Demut\u201c\u00a0 \u201eErkenne, dass Dein Unternehmen nicht dir geh\u00f6rt\u201c;\u00a0 \u201e Verliere dich nicht in der Arbeit\u201c; \u201eSetze deine Talente und dein Verm\u00f6gen ein, anderen zu helfen\u201c : Das sind nur einige der Leits\u00e4tze, die das Magazin \u201eImpulse\u201c im Januar 2009 unter der \u00dcberschrift \u201e Wo ist Gott im Unternehmen\u201c abdruckte.<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a> Solche Grundwerte, so Josef Wieland, seien die Visitenkarte eines Unternehmens \u2013 sie f\u00fchrten zwar nicht unbedingt zu h\u00f6herem Gewinn, k\u00f6nnten aber andere G\u00fcter mehren\u00a0 wie zum Beispiel Rechtssicherheit und Commitment. Es gehe dabei aber nicht um das perfekte Unternehmen, sagt er, sondern um glaubw\u00fcrdige und transparente Ver\u00e4nderungsprozesse, in denen Reden und Handeln m\u00f6glichst \u00fcbereinstimmt.\u00a0 Auf diesem Weg kann der christliche Glaube durchaus St\u00fctze sein;\u00a0 Immerhin jeder f\u00fcnfte Manager in Deutschland, so eine Forsa \u2013Umfrage, spricht mit anderen Unternehmern \u00fcber Glaubensfragen.<\/p>\n<p>An dieser Stelle ist die Kirche gefragt. Dabei ist der christliche Glaube aber mehr als eine Leitlinie ethischer Werte \u2013 auch wenn wir sie als Hilfe zur Selbstreflektion und sozusagen als Beichtspiegel nutzen k\u00f6nnen. Glaube ist auch eine Erinnerung daran, dass jeder Mensch \u2013 auch jeder Mensch im Unternehmen \u2013 Ebenbild Gottes und mit gleicher W\u00fcrde ausgestattet ist, dass wir vor Gott mehr sind als unsere Leistung und dass auch unsere Fehler und unser Scheitern unter seiner Gnade und Rechtfertigung stehen. Aus diesem Glauben w\u00e4chst die Kraft zu ethischem Handeln. In der globalisierten Wirtschaft\u00a0 wird es f\u00fcr Unternehmer im Westen wichtiger, sich \u00fcber die Haltung klar zu werden, die zum christlichen Glauben geh\u00f6rt und unsere Marktwirtschaft gepr\u00e4gt hat: Freiheit in Verantwortung.<\/p>\n<p><strong> 7. Soziale Marktwirtschaft europ\u00e4isch gestalten- prophetische Visionen bleiben wichtig<br \/>\n<\/strong>Diakonische Unternehmen unterscheiden sich heute nur noch graduell von anderen Dienstleistern und die verfasste Kirche erlebt die Probleme des sozialen Wandels genauso wie die gesamte Gesellschaft. Darin liegt die Chance f\u00fcr einen neuen und sachkundigen Dialog \u00fcber die Rahmenbedingungen wirtschaftlichen Handelns. Die Debatte \u00fcber \u201e Unternehmerdenkschrift\u201c, zeigt, wie wichtig es dabei ist, die Zielsetzung einer sozialen, nachhaltigen und demokratisch organisierten Marktwirtschaft nicht aus dem Auge zu verlieren. Vertragsfreiheit, Tarifautonomie, Mitbestimmung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die Verpflichtungen, die aus dem Eigentum erwachsen, geh\u00f6ren zum Wertesystem unserer demokratischen Gesellschafts- und Rechtsordnung, in dem Eigenverantwortung der B\u00fcrger und Subsidiarit\u00e4t eine entscheidende Rolle spielen. Im Kontext globaler Wirtschaftsordnungen gilt es deshalb auf allgemeinverbindliche und staatliche sanktionierte Rahmenordnungen, die Selbstverantwortung aller Marktteilnehmer bei ad\u00e4quater \u00dcbernahme von Haftung und Risiko und die soziale Verantwortung f\u00fcr Schwache und Bed\u00fcrftige zu achten. Was uns allerdings selbstverst\u00e4ndlich erscheint, st\u00f6\u00dft in globalen Kontexten oft genug auf Unverst\u00e4ndnis. Erst in globalisierten Unternehmen wird f\u00fcr jeden klar, wie sehr unsere Sozial- und Vertragskultur, unsere Vorstellung von Gleichheit und Menschenw\u00fcrde, unsere ungeschriebenen Selbstverst\u00e4ndlichkeiten von den christlichen und sozialen Traditionen unseres Landes gepr\u00e4gt sind. Die soziale Marktwirtschaft trage deshalb nur dort, wo die Voraussetzungen erf\u00fcllt seien und die Inhalte besser als andere zur nachhaltigen Weiterentwicklung des Geltungsbereichs beitr\u00fcgen; in andere Wertesysteme sie sie nicht per se exportierbar, sagte im Februar Dr. Rainer Eisele bei einer Tagung\u00a0 der Gemeinschaft Europ\u00e4ischer Kirchen in Bad Boll. Es entscheide sich letztlich an der St\u00e4rke des europ\u00e4ischen Binnenmarktes, ob eine europ\u00e4ische Soziale Marktwirtschaft global wettbewerbsf\u00e4hig sei. Alles komme auf die Flexibilit\u00e4t und F\u00e4higkeit der EU an, die \u201e Verst\u00f6\u00dfe\u201c konkurrierender Wirtschaftsordnungen gegen die Grunds\u00e4tze der europ\u00e4ischen sozialen Marktwirtschaft zu konterkarieren. Als Beispiel nannte er die Auseinandersetzung mit dem OPEC-Kartell oder die Investitionen in M\u00e4rkte und Staaten mit hoher Korruption<\/p>\n<p>Kann es gelingen, ein starkes Modell sozialer Marktwirtschaft auf Weltebene zu entwickeln und die Produktivit\u00e4t von M\u00e4rkten mit Rahmenrichtlinien zu verbinden, die daf\u00fcr sorgen, dass der Ertrag des Wohlstands auch den Schw\u00e4chsten zugute kommt \u2013 oder ist das blo\u00dfes Wunschdenken? Die Verzweiflung vieler Kirchen aus dem S\u00fcden \u00fcber die Ausbeutung ihrer Bodensch\u00e4tze und die Ungleichgewichte in der Weltwirtschaft haben zu einer grundlegenden Kritik an der sozialen Marktwirtschaft gef\u00fchrt, wie sie in den Erkl\u00e4rungen von Accra und Porto Alegre ihren Niederschlag gefunden hat und auch in der eingangs zitierten Schrift \u201e Frieden mit dem Kapital\u201c ihren Ausdruck findet. Bei einer Konferenz an der Universit\u00e4t von Stellenbosch, an der auch Mitglieder der Kammer f\u00fcr soziale Ordnung teilnahmen, wurde intensiv diskutiert, ob es also entlang des Instruments von M\u00e4rkten M\u00f6glichkeiten gibt, soziale Verantwortung zu organisieren. In der Erkl\u00e4rung von Stellenbosch hei\u00dft es dazu: \u201e<em>Furthermore, markets need a framework of rules which ensure fairer trade, which prevent the exploitation of developing and impoverished nations and which lead to the most possible mutual benefit in trade relations. To strengthen the legal foundation of this effort we call on all Christians globally to advocate \u2013 where this has not yet happened \u2013 for their governments to sign and ratify the International Covenant on Economic Social and Cultural Rights (ICESCR)<\/em><\/p>\n<p>Die Hoffnung besteht, dass die Soziale Marktwirtschaft wegen ihrer demokratischen Verfasstheit eher als andere Wirtschaftssysteme in der Lage ist, St\u00f6rsignale wahrzunehmen, sich in Krisen anzupassen und neu zu stabilisieren. Genau das ist auch in den Unternehmen zu erkennen, die mit dem Arbeitsplatzsiegel ausgezeichnet werden. Und es ist auch in den Diskussionsprozessen zwischen Kirche und Wirtschaft zu erkennen, die oft mit einer Auszeichnung einhergehen. H\u00f6rf\u00e4hig zu bleiben f\u00fcr die Kritik von Kunden und Partnern, von Mitarbeitenden und Gemeindegliedern, geh\u00f6rt zur Verantwortung von Kirche wie Wirtschaft. Die Kirche hat dar\u00fcber hinaus die Aufgabe, prophetische Kritik ernst zu nehmen und ethische Ma\u00dfst\u00e4be in Erinnerung zu halten. \u201eDie hermeneutische Komponente von ARBEIT PLUS greift die prophetischen Wahrnehmungstraditionen des Menschengerechten im \u201eK\u00f6nigsherrschaft-Christi-Modell\u201c auf, die relationale Komponente kn\u00fcpft an die Verantwortung f\u00fcr das Sachgerechte innerhalb der Zwei-Reiche-Lehre an. Die relativen St\u00e4rken beider Modelle lassen sich so kombinieren, die relativen Schw\u00e4chen vermeiden- in einem Verfahren, das der vermittelnden Linie unierter Tradition folgt\u201c; so Wolfgang Neth\u00f6fel in seinem oben zitierten Artikel.<\/p>\n<p>In Rolle des Propheten ist die EKD nur in Ausnahmesituationen wie der eingangs zitierten Finanzkrise; Basisgruppen, die sich selbst riskieren, Gr\u00fcnder, die Neues wagen, sind es weit \u00f6fter. Entscheidend ist, dass die Kirche die Differenz offen h\u00e4lt \u2013zwischen der Wirklichkeit, in der wir arbeiten und leben und den Visionen und Warnungen, die in biblischen, gerade auch in prophetischen Texten zu finden sind. Dazu braucht die Kirche einen doppelten Dialog: mit Gott und den Menschen, mit Wirtschaft und Heiliger Schrift. Sie wird dabei selbst immer wieder Konflikte geraten. Dazu braucht sie die Freiheit, \u00a0von den eigenen Interessen zur\u00fcck zu treten und die Muster zu erkennen, in denen sich Ver\u00e4nderung vollzieht. Und sch\u00f6pferische Kreativit\u00e4t, die das Neue gestalten kann. Daf\u00fcr ist ARBEIT PLUS ist ein Lernfeld.<\/p>\n<h5><\/h5>\n<h5><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> \u201eWie ein Riss in einer hohen Mauer\u201c , Wort des Rates der Evangelischen Kirche- in Deutschland zur globalen Finanzmarkt \u2013 und Wirtschaftskrise, EKD-Text 100; Hannover 2009<\/h5>\n<h5><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> EKD, Hannover 200<\/h5>\n<h5><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> \u201eFrieden mit dem Kapital\u201c<\/h5>\n<h5><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Vgl. dazu Wolfgang Neth\u00f6fel: \u201e ARBEIT PLUS; Von der Sozialverk\u00fcndigung zur sozialethischen Orientierung\u201c in: \u2026.S. 209<\/h5>\n<h5><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> \u201eUnternehmerisches Handeln in evangelischer Perspektive\u201c; a.a.O<\/h5>\n<h5><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> S. 72 a.a.O<\/h5>\n<h5><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Preidgt am 12.3.1967 in der Ladenkirche, zitiert nach Pastoraltheologie, 76. Jahrgang 1987, Seite 481<\/h5>\n<h5><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Die Erkl\u00e4rung von Stellenbosch ist bislang unver\u00f6ffentlicht. An der Konferenz vom 10.-14. Oktober nahm auch der Vorsitzende der Kammer f\u00fcr Soziale Ordnung; Prof. Dr. G.A.Horn, sowie deren stellevertretender Vorsitzender, Prof. Dr. H. Bedford-Strohm, teil.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Arbeitsplatzsiegel ARBEIT PLUS als Lernfeld im Dialog mit der Wirtschaft &nbsp; 1. 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