{"id":4282,"date":"2019-04-15T09:05:04","date_gmt":"2019-04-15T07:05:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/?page_id=4282"},"modified":"2020-02-25T17:48:39","modified_gmt":"2020-02-25T16:48:39","slug":"zwischen-schlafsack-und-nadelstreifen-kirche-sein-in-einer-zerrissenen-gesellschaft","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/?page_id=4282","title":{"rendered":"\u201eZwischen Schlafsack und Nadelstreifen \u2013 Kirche sein in einer zerrissenen Gesellschaft\u201c"},"content":{"rendered":"<ol>\n<li><strong><em>Der Kampf um Zugeh\u00f6rigkeit <\/em><\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>&#8222;Sagt es laut, sagt es klar, wir sind alle unteilbar<\/strong>&#8222;: Fast eine Viertelmillion demonstrierten im vergangenen Oktober am Alexanderplatz f\u00fcr eine offene und freie Gesellschaft. Das Motto: Solidarit\u00e4t statt Ausgrenzung. \u201eUnteilbar\u201c \u2013 das war der Name des B\u00fcndnisses gegen die sichtbare Spaltung unserer Gesellschaft. Gegen rechte Hetze, das Fl\u00fcchtlingssterben im Mittelmeer und K\u00fcrzungen im Sozialsystem. Auf drei Szenarien will ich den Spot richten.<\/p>\n<p><strong>Ein erstes Blitzlicht: Die Essener Tafel<\/strong>. \u201eSolange Deutsche zur Tafel gehen m\u00fcssen, haben Fl\u00fcchtlinge da nichts zu suchen\u201c. Die Entscheidung der Essener Tafel, Gefl\u00fcchtete vor\u00fcbergehend auszuschlie\u00dfen, machte die Konkurrenz ganz unten zum \u00f6ffentlichen Thema: Rentnerinnen, Hartz-4-Empf\u00e4nger, Familien in Armut und Gefl\u00fcchtete. Alles Menschen, die sich jeden Morgen fragen, wie sie den Tag \u00fcberstehen. Die die Scham \u00fcberwinden m\u00fcssen, sich anzustellen, ihren Ausweis zu zeigen, ein Second-Hand-Leben zu leben. Die um ihre W\u00fcrde k\u00e4mpfen &#8211; oft gegeneinander statt miteinander. Der Streit um die Essener Tafel hat gezeigt: Es gibt nicht nur den Riss zwischen oben und unten, sondern auch den zwischen Drinnen und Drau\u00dfen. &#8222;Nicht die Fl\u00fcchtlinge verursachen Probleme, sondern eine verfehlte Sozialpolitik&#8220;, sagt Barbara Eschen, zurzeit Sprecherin der nationalen Armutskonfererenz.<\/p>\n<p>Sind die Tafeln die \u201eSuppenk\u00fcchen\u201c unserer Zeit? Kann gut sein. Diakonische Vereine ergriffen im 19. Jahrhundert die Initiative, als die gro\u00dfe Transformation Familien wie Kommunen \u00fcberforderte &#8211; sie schufen Armenk\u00fcchen, Kinderg\u00e4rten, Pflegeheime, Rettungsh\u00e4user. Es dauerte bis zum Ende des Jahrhunderts, bis nationale soziale Sicherungssysteme geschaffen wurden. Wer erfahren musste, dass sein Leben durch Unfall, Krankheit, Arbeitslosigkeit in die Br\u00fcche ging, der sollte sich auf die Solidargemeinschaft verlassen k\u00f6nnen. Dabei ging es nicht nur um Geld \u2013 es ging um das Gef\u00fchl, auch dann noch dazu zu geh\u00f6ren, wenn man auf Hilfe angewiesen war. Dieses Grundgef\u00fchl scheint zu zerbrechen. 250.000 neue Million\u00e4re gab es letztes Jahr in Deutschland; zugleich hat sich die Zahl der Menschen, die trotz Arbeit auf ALG II angewiesen sind, verdoppelt. Was muss geschehen, damit sich die Abgeh\u00e4ngten wieder zugeh\u00f6rig f\u00fchlen? Als der Streit um die Tafel eskalierte, forderte die Nationale Armutskonferenz, die Regels\u00e4tze f\u00fcr Hartz IV, Grundsicherung und Asylbewerberleistungsgesetz um 30 Prozent zu erh\u00f6hen. Damit w\u00fcrden sieben Millionen Menschen etwa 100 bis 150 Euro im Monat mehr erhalten. Darum ist es schon wieder still. Hartn\u00e4ckig h\u00e4lt sich dagegen ein Zauberwort: \u201eBedingungsloses Grundeinkommen\u201c \u2013 die L\u00f6sung der Sozialsysteme vom unmittelbaren Zusammenhang mit dem Erwerbseinkommen. Es geht um eine grundlegende Reform der Sozialen Sicherungssysteme.<\/p>\n<p><strong>Ein zweites Blitzlicht: \u201eAusspekuliert\u201c. Unter diesem Motto demonstrierten mehr als 10.000 Menschen in M\u00fcnchen, Frankfurt und Berlin gegen den Wohnwahnsinn.<\/strong> Lange Schlangen bei Wohnungsbesichtigungen, Wucherpreise und Entmietung. Studierende, die in der Uni campen. Rentnerinnen, die sich ihre Wohnung nicht mehr leisten k\u00f6nnen, wenn der Partner ins Heim muss oder stirbt. Rund 37.000 Wohnungslose leben allein in Berlin, fast ein Viertel davon mit Kindern. Viermal so viele wie noch 2014. Gleichzeitig stehen Luxuswohnungen leer, weil sie als Wertanlage und Spekulationsobjekt genutzt werden. Und St\u00e4dte, die wie gel\u00e4hmt sind, weil sie Wohnungsbest\u00e4nde ver\u00e4u\u00dfert haben. Allein die Firma Vonovia hat im letzten Jahr 1,1 Milliarden Euro Gewinn gemacht. 54 Prozent der Deutschen sind Mieter \u2013 und viele haben das Gef\u00fchl, dass etwas ins Rutschen gekommen ist.<\/p>\n<p>1,5 Millionen neue Wohnungen sollen nach dem Willen der Bundesregierung gebaut werden. Das wird dauern. Vorl\u00e4ufig werden Genossenschaftsprojekte gegr\u00fcndet. Manche sch\u00fctzen sich mit dem Mietsh\u00e4usersyndikat. Das Motto \u201eausspekuliert\u201c ist eine Mahnung: Der Grund und Boden, auf dem wir leben, ist mehr ist als eine Geldanlage. \u201eAlles Eigentum und aller Reichtum m\u00fcssen in \u00dcbereinstimmung mit der Gerechtigkeit und zum Fortschritt der Menschheit verantwortungsvoll verwendet werden\u201c, hei\u00dft es in der allgemeinen Erkl\u00e4rung der Menschenpflichten, die Helmut Schmidt 1997 zusammen mit Shimon Perez, Franz Vranitzky und anderen ver\u00f6ffentlicht hat.<\/p>\n<p>Ein Zauberwort in diesem Zusammenhang: \u201eGemischte Quartiere\u201c. Auch hier geht es um das Gef\u00fchl, dazu zu geh\u00f6ren \u2013 Teil der Stadtgesellschaft zu sein. Aber nicht nur die Wohnsituation ver\u00e4ndert sich; seit dem Dieselskandal diskutieren wir auch die Infrastruktur und die Verkehrswende. Und mit der Digitalisierung das Ladensterben. W\u00e4hrend in ehemaligen Parkh\u00e4usern neue Wohnungen entstehen, regt Ina Pr\u00e4torius an, die leeren Verkaufsfl\u00e4chen zu kommerzfreien Treffpunkten zu machen: Tauschl\u00e4den, Quartiersl\u00e4den, Begegnungszentren. Gerade Menschen, die kaum privaten Lebensraum haben, brauchen \u00f6ffentliche Orte in der Stadt, frei zug\u00e4ngliche Flussufer, offene Kirchen und B\u00e4nke auf dem Marktplatz. Wo neue Wohnquartiere entstehen, leisten Quartiersmanager gute Arbeit. Aber selten gelingt es, alle an einen Tisch zu bringen &#8211; von den Wohnungsbaugesellschaften \u00fcber den Einzelhandel bis zu Wohngenossenschaften, den Tr\u00e4gern der Wohlfahrtspflege und den Kirchengemeinden.<\/p>\n<p><strong>Der dritte Spot: Ein Fernsehstudio. Erinnern Sie sich an Alexander J\u00f6rde? <\/strong>Das war der Gesundheits- und Krankenpfleger, der Angela Merkel in der Wahlarena auf den Pflegenotstand ansprach. \u201eDie W\u00fcrde des Menschen ist unantastbar\u201c, sagte er, \u201eaber sie ist bedroht\u201c. Bei denen, die gepflegt werden und bei denen, die pflegen.<\/p>\n<p>1,5 Mio. Menschen werden nach wie vor von Angeh\u00f6rigen gepflegt &#8211; neun Jahre im Schnitt; bei steigendem Armutsrisiko. Oft mit Unterst\u00fctzung eines ambulanten Pflegedienstes. Das sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pflege, die am schlechtesten bezahlt werden. In Hannover drohen Diakonie und Caritas gerade damit, dieses Feld aufzugeben. Dabei werden die famili\u00e4ren Netze br\u00fcchiger, 43 Prozent der \u00c4lteren leben in Einpersonenhaushalten. Osteurop\u00e4ische Haushaltshilfen sind der Geheimtipp, wenn die Angeh\u00f6rigen zu weit weg wohnen: 600.000 sind es zurzeit. Wo die sozialstaatlichen Konzepte versagen, wird die Sorgearbeit wieder privatisiert und familiarisiert. Die K\u00e4mpfe unserer Tage sind Sorgek\u00e4mpfe, die das Ende der neoliberalen Hoffnungen markieren: Es geht um Ern\u00e4hrung, Wohnen, Pflege, Mobilit\u00e4t.<\/p>\n<p>Bei den \u00c4lteren w\u00e4chst die Sorge, dass niemand mehr f\u00fcr einen sorgt, wenn man sich selbst nicht mehr versorgen kann. Und bei den J\u00fcngeren nimmt das Vertrauen in die Stabilit\u00e4t und Nachhaltigkeit der Sozialen Sicherungssysteme ab. Vor meinem inneren Auge sehe ich ein paar hunderttausend Menschen auf einer Demo, mit Rollstuhl und Rollator. Aber diese Demo l\u00e4sst auf sich warten. Diese Spaltung unserer Gesellschaft bleibt unsichtbar: Die Spaltung zwischen denen, deren Leben sich um Erwerbst\u00e4tigkeit dreht und denen die Sorgearbeit leisten \u2013 erziehen, pflegen.<\/p>\n<p>Das Zauberwort hier: \u201eCaring Communitys\u201c. Sorgende Gemeinschaften, Nachbarschaftsnetzwerke, in denen die Sorge neu verteilt wird. Netzwerke gegen die Einsamkeit &#8211; mit Familien, Nachbarn, Dienstleistern, zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen. Immerhin 25 Prozent engagieren sich schon heute in der nachbarschaftlichen Hilfe bei Eink\u00e4ufen, Handwerksdiensten, Kinderbetreuung &#8211; und es sind mehr M\u00e4nner als Frauen und eher J\u00fcngere als \u00c4ltere. Die wechselseitigen Unterst\u00fctzungsleistungen, sagen die Interviewten, verbessern die Lebensqualit\u00e4t aller Beteiligten. Engagement und Vertrauen schaffen ein Gef\u00fchl von Zugeh\u00f6rigkeit, ein Netzwerk gegen die Einsamkeit. \u201eWo Vertrauen ist, ist Heimat\u201c, sagt Henning Vieregge. Wo aber \u00fcberforderte Kommunen keine finanziellen Spielr\u00e4ume mehr haben, Erwerbst\u00e4tige unter dauernder Verf\u00fcgbarkeit leiden, Familien zwischen den verschiedenen Zeitregimes zerrieben werden, st\u00f6\u00dft das Ideal an Grenzen. Die \u00d6konomisierung ist l\u00e4ngst in die Familien vorgedrungen.<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li><strong> Heimat- Der Ort, wo das WIR Bedeutung bekommt <\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>\u201eDie Sehnsucht nach Heimat d\u00fcrfen wir nicht denen \u00fcberlassen, die Heimat konstruieren als ein WIR gegen DIE\u2026 Heimat ist der Ort, den wir als Gesellschaft erst erschaffen, der Ort, an dem das Wir Bedeutung bekommt. Ein Ort, der uns verbindet, \u00fcber die Mauern unserer Lebenswelten hinweg &#8211; den braucht unsere Demokratie\u201c, so F.W. Steinmeier am 3.10.17.<\/p>\n<p>Bedingungsloses Grundeinkommen, Gemischte Quartiere, Sorgende Gemeinschaften &#8211; die Zauberworte zeigen: Es geht um Zugeh\u00f6rigkeit und soziale Sicherheit. Wer \u00fcber ein gut gekn\u00fcpftes soziales Netz verf\u00fcgt, wer eine stabile Familie, ehemalige Kolleginnen, Vereinskameraden und Freunde am Ort hat, der kann Herausforderungen mit Gelassenheit begegnen. Aber viele f\u00fchlen sich allein gelassen und \u00fcberfordert. Es gibt inzwischen eine Art \u201eheimatlosen Antikapitalismus\u201c, der zu Abgrenzung und Unsicherheiten f\u00fchrt und zum Treiber der rechts-populistischen Bewegungen wird, sagt Heinz Bude.<\/p>\n<p>Schrumpfende Regionen zeigen, wie Heimat erodiert: Junge Leute ziehen in die prosperierenden Regionen; zur\u00fcck bleiben die \u00c4lteren, die h\u00e4ufig Wohneigentum haben, das sich kaum noch verkaufen l\u00e4sst. Paare leben aus beruflichen Gr\u00fcnden die Woche \u00fcber getrennt; wo Kinder in der Familie leben, sind es dann h\u00e4ufig die M\u00fctter, die bleiben. Mobilit\u00e4t, Freiheit, Selbstverwirklichung lassen sich offenbar am besten in einer Singlegesellschaft leben. Aber Menschen, die h\u00e4ufig umziehen oder auch pendeln, verlieren die allt\u00e4gliche soziale Einbettung in Familie und Nachbarschaft. Und das Zerbrechen der hergebrachten sozialen Bez\u00fcge ist nicht nur eine emotionale Herausforderung. Familien mit kleinen Kindern, auch alte oder kranke Menschen \u2013 deren Anteil an der Gesamtbev\u00f6lkerung w\u00e4chst \u2013 geraten bei der Bew\u00e4ltigung des Alltags besonders unter Druck, wenn sie nicht auf die selbstverst\u00e4ndliche Hilfe von Angeh\u00f6rigen zur\u00fcckgreifen k\u00f6nnen. Tats\u00e4chlich lebt nur noch ein Viertel der erwachsenen Kinder am Wohnort der Eltern.<\/p>\n<p>Die Nachbarschaften ver\u00e4ndern sich aber auch, weil Menschen von anderswoher zuziehen \u2013 vom Land in die St\u00e4dte, aus den St\u00e4dten in den Speckg\u00fcrtel, als Arbeitssuchende, Migranten oder Fl\u00fcchtlinge. Manche, wie die Einwanderer der 60er Jahre, geh\u00f6ren seit Generationen dazu; und dennoch hat sich noch nicht \u00fcberall ein echtes Miteinander entwickelt. Wo viele leben, die von Transfereinkommen abh\u00e4ngen, w\u00e4chst die Angst vor dem Verlust des \u201eEigenen\u201c \u2013 des eigenen Arbeitsplatzes, der eigenen Kultur, der gewohnten Nachbarschaft. Nicht nur Arme, Obdachlose und \u00e4ltere Pflegebed\u00fcrftige, sondern auch Menschen mit Behinderung, Migranten und Alleinerziehende erfahren eine subtile Form sozialer Ausgrenzung, wenn sie vor allem als Hilfebed\u00fcrftige und nicht als Bereicherung wahrgenommen werden. Das gilt auch zwischen West und Ost.<\/p>\n<p>\u201eDie pluralistische Gesellschaft ist in Gefahr, eine fragmentierte Gesellschaft zu werden\u201c, schrieb Udo di Fabio schon vor 6 Jahren. Seit langem ist von Parallelgesellschaften die Rede. Der Soziologe Andreas Reckwitz geht einen Schritt weiter; er spricht von der Gesellschaft der Singularit\u00e4ten. Die Schubladen passen nicht mehr \u2013 auch nicht im Blick auf Parallelgesellschaften. Es gibt aufgestiegene Migranten, abgestiegene Deutsche, M\u00e4nner, die ihre Familien versorgen, gleichgeschlechtliche Ehen &#8211; mit wachsender Vielfalt w\u00e4chst auch Verunsicherung, w\u00e4chst das Gef\u00fchl des Fremdseins. Offenbar geht es darum, einen Rahmen zu schaffen, in dem Begegnungen mit anderen m\u00f6glich sind. Kann Digitalisierung dazu beitragen? Nebenan.de hatte letztes Jahr bereits 850.000 Nutzer 2018 \u2013 monatlich kommen 40.000- 50.000 dazu. Am Tag des Nachbarn hat Diakonie Deutschland zusammen mit der Plattform zu Nachbarschaftsfesten, Wohnzimmerkonzerten, Radtouren aufgerufen. Zu ungezwungenen Begegnungen, die Zugeh\u00f6rigkeit st\u00e4rken. Es geht ganz real um Quartiersentwicklung und den Schutz von Gemeing\u00fctern. Ein Beispiel ist die Neugestaltung des Nelson-Mandela-Parks in Bremen: Kirche und Moscheegemeinde, ein Hotel und die Bewohner einer Anlage f\u00fcr Menschen mit Behinderung engagierten sich gemeinsam. Obdachlose wurden genauso befragt wie Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler.<\/p>\n<p>Wie passt nun eigentlich das Thema Beheimatung zu unserem Auftrag als Christen? Schlie\u00dflich hei\u00dft es zwar beim Exilpropheten \u201eSuchet der Stadt Bestes\u201c \u2013 inzwischen eine Art Leitwort der Gemeinwesendiakonie -, aber im Neuen Testament steht eben auch: \u201eWir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zuk\u00fcnftige suchen wir\u201c. Wir sind also nur G\u00e4ste auf der Erde, Fremde in der Heimat. Aber vielleicht ist es ja gerade das: Wer sich nicht so tief im Heutigen verwurzelt, wer sich nicht um das \u201eEigene\u201c sorgen muss, kann gelassener mir Ver\u00e4nderungen umgehen, offener auf Fremde zugehen und gemeinsam &#8211; in aller Vorl\u00e4ufigkeit, Heimat gestalten. Neugierig auf das, was von Gott auf uns zukommt. Die neue Stadt, das neue Jerusalem.<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li><strong>Kommunen und Caring Communitys <\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Aber das Gef\u00e4lle w\u00e4chst &#8211; auch zwischen boomenden und schrumpfenden Regionen, St\u00e4dten und Stadtteilen. Die enormen Transferleistungen in strukturschwachen Regionen, die Folgen des demographischen Wandels und die Notwendigkeit, die Tageseinrichtungen f\u00fcr Kinder auszubauen, haben vielen Kommunen die M\u00f6glichkeit genommen, eigene Priorit\u00e4ten zu setzen. Die Orientierung an den wettbewerblichen Strukturen ver\u00e4ndert das Verh\u00e4ltnis zwischen B\u00fcrgern, Dienstleistern und Kommunen. In der Dienstleistungsgesellschaft werden alle zu Kunden. Die gro\u00dfen Demonstrationen, zeigen eine Gegenbewegung: B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger wollen als politische Subjekte wahrgenommen werden. Auf der Suche nach der Stadt, zu der ich \u201eWir\u201c sagen kann.<\/p>\n<p>Auf diesem Hintergrund wurde in den letzten Jahren das Quartier wiederentdeckt &#8211; der Raum, in dem Menschen sich selbstverst\u00e4ndlich begegnen &#8211; in Einkaufszentren, bei \u00c4rzten, in Tageseinrichtungen und Schulen und Sportvereinen. Um B\u00fcrgerbeteiligung zu organisieren, gen\u00fcgt es nicht, eine Plattform zu installieren \u2013 weder digital noch analog. Untersuchungen von Martina Wegner aus M\u00fcnchen zeigen, dass sich auf diese Weise immer nur die gleichen beteiligen: die hochengagierte Mittelschicht mit ihren eigenen Interessen. Wenn wir die erreichen wollen, die ihre Rechte nicht selbstverst\u00e4ndlich wahrnehmen, sind intermedi\u00e4re Organisationen n\u00f6tig: Schulen, Kirchen, Wohlfahrtsverb\u00e4nde, Parteien. Genau die sind aber in den letzten Jahren auf dem R\u00fcckzug &#8211; von den Bezirksverwaltungen bis zu den Pfarreien. Wie kann es unter diesen Rahmenbedingungen gelingen, gute Orte zu schaffen \u2013 oder genauer: die Bedingungen und Bef\u00e4higung zu einem guten Leben vor Ort? Entscheidend ist, alle Tr\u00e4ger &#8211; \u00f6ffentliche wie private &#8211; mit den Engagierten zusammen zu bringen \u2013 wie zum Beispiel beim \u201eSorgenden Bezirk Treptow\/K\u00f6penick\u201c.<\/p>\n<p>Wer bestimmte Zielgruppen unterst\u00fctzen will \u2013 Demenzkranke, Menschen mit Behinderung, Gefl\u00fcchtete, Pflegebed\u00fcrftige oder Familien in Armut &#8211; der muss alle Akteure an Bord holen, die Angebote verkn\u00fcpfen und Engagierte, Mieter, Betroffene beteiligen. Es gen\u00fcgt n\u00e4mlich nicht, Rechte zu haben &#8211; wir brauchen auch Informationen, die Kraft, Forderungen zu stellen und Menschen, die uns zuh\u00f6ren und uns unterst\u00fctzen. Welcome-Projekte, alternsgerechte und demenzfreundliche St\u00e4dte, Inklusionquartiere, die soziale Stadt und compassionate Cities \u201eleben von einem Ineinandergreifen unterschiedlicher Hilfen. Segmentierte Hilfen sind zu \u00fcberwinden, es muss in wohlfahrtspluralistische Hilfearrangements investiert werden.\u201c hei\u00dft es im 7.Altenbericht. Wenn wir Kommunen nicht nur als Wirtschaftsstandorte, sondern als Ort des guten Lebens begreifen wollen, dann sind sie auf soziale Investitionen angewiesen. Wo der Busverkehr eingestellt ist, Schule und Kindergarten nicht mehr vor Ort sind, wo sich kein Arzt mehr niederlassen will, fehlt es eben auch an tragf\u00e4higen S\u00e4ulen f\u00fcr das zivilgesellschaftliche Engagement.<\/p>\n<p>\u201eEs kann nicht als selbstverst\u00e4ndlich vorausgesetzt werden, dass die Selbstorganisation von B\u00fcrgern und B\u00fcrgerinnen, etwa in der organisierten Nachbarschaftshilfe, aber auch in Seniorengenossenschaften und in B\u00fcrgervereinen ohne Hilfe \u201evon au\u00dfen\u201c auskommt. Vielmehr ben\u00f6tigen solche Formen der Selbstorganisation in der Regel Anst\u00f6\u00dfe, F\u00f6rderung und Unterst\u00fctzung auch durch die Kommune\u201c, hei\u00dft es im 7. Altenbericht. Als \u201eSparmodell\u201c ist die aktive B\u00fcrgergesellschaft nicht geeignet, auch wenn sich immer mehr Menschen engagieren und der Einsatz Ehrenamtlicher gesellschaftlich hoch willkommen ist. Hospizarbeit und ambulante Pflege rechnen mit diesen Diensten. Von der Demenzbegleitung bis zur Integration von Fl\u00fcchtlingen werden Engagierte mit \u00dcbungsleiterpauschale oder 450-Euro-Jobs eingesetzt.<\/p>\n<p>Sabine Pleschberger von der Universit\u00e4t Graz untersucht zurzeit informelle au\u00dferfamili\u00e4re Hilfen in der Pflege. Dabei zeigt sich: Der soziale Nahraum, der sich durch individuelle Hilfen, durch N\u00e4he, Freiwilligkeit, Wechselseitigkeit auszeichnet, braucht die Erg\u00e4nzung durch bedarfsorientierte, qualifizierte und organisierte Hilfesysteme. Entscheidend wird sein, beides in der je eigenen Dignit\u00e4t und Logik zu begreifen. Die F\u00f6rderung \u201eSorgender Gemeinschaften\u201c muss eingebettet sein in Sorgestrukturen und ein breit angelegtes Kommunalentwicklungsprogramm. Der Tafelstreit Streit in Essen zeigt: Ehrenamtliche T\u00e4tigkeiten d\u00fcrfen sozialgesetzlich geforderte Aufgaben nicht ersetzen. Sie sind aber unverzichtbar, um die Gesellschaft f\u00fcr Probleme zu sensibilisieren.<\/p>\n<p>Vielleicht haben die Erfahrungen in der Fl\u00fcchtlingskrise dazu neue Anst\u00f6\u00dfe gegeben. Das Engagement in der Fl\u00fcchtlingshilfe sei \u201enicht l\u00e4nger als blo\u00dfe Zutat zu verstehen, sondern als ein Schl\u00fcsselfaktor bei der Bew\u00e4ltigung der dringlichsten Anforderungen\u201c, meint Adalbert Evers. Die Grenzziehungen zwischen Professionellen und Engagierten verwischten. Die Dynamik der Situation erlaubte keine Abgrenzung \u2013 auch nicht zwischen den Tr\u00e4gern. Laut einer Allensbach \u2013 Untersuchung zum Engagement in der Fl\u00fcchtlingshilfe vom April 2017 arbeiteten 40 Prozent der Engagierten in Gruppen, die sich ausschlie\u00dflich zu diesem Zweck gegr\u00fcndet haben &#8211; ohne Rechtsform, mit flachen Hierarchien und einem hohen Ma\u00df an Beteiligungsm\u00f6glichkeiten, 23 Prozent haben sich auf eigene Faust und au\u00dferhalb aller Institutionen engagiert. Es dominierten junge Leute zwischen 20 und 30 &#8211; und sie organisierten sich nicht zuletzt \u00fcber die neuen Medien. Wie zuvor schon Hospiz- und Tafelbewegung stellten sie die traditionellen Wohlfahrtsstrukturen in Frage. Gleichwohl: inzwischen haben sich runde Tische gebildet, Kirchen, Wohlfahrtsverb\u00e4nde, Parteien sind einbezogen. Aber, so Wolfgang Picken in seinem Buch \u201eWIR\u201c, in Bad Godesberg hat es drei Jahre gedauert, bis der Runde Tisch in die Bezirksvertretung eingeladen wurde, obwohl die Arbeit der Engagierten auf die Informationen angewiesen war. Es fehlt an Respekt.<\/p>\n<ol start=\"4\">\n<li><strong>Qualifiziert f\u00fcrs Quartier<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Nach dem gro\u00dfen Brand in Hamburg, 1846, konzipierte Johann Hinrich Wichern ein Wohnungsbauprogramm. Eine Art Geh\u00f6ft mit 150 und 200 Wohnungen &#8211; in der Mitte eine Schule. Wie wichtig Bildung als Schl\u00fcssel zur Teilhabe ist, das hatte er mit der Sonntagsschularbeit selbst erlebt. Genauso wesentlich war ihm aber eine funktionierende Nachbarschaft und Zivilgesellschaft. Deshalb sollten sich die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger in einem Kranken- und Begr\u00e4bnisverein organisieren. Alleinlebende sollten in ein das \u201eFamiliengemeinwesen\u201c integriert werden. Es ging darum, den Benachteiligten einen Platz in der Gesellschaft und eine Perspektive f\u00fcr die Zukunft zu geben.<\/p>\n<p>Auch heute geht es um mehr als Sozialpolitik, es geht um eine Mentalit\u00e4tsver\u00e4nderung, einen gesellschaftlichen Aufbruch. Zwischen Quartierscaf\u00e9s, Familienzentren, Mehrgenerationenh\u00e4usern und Kirchengemeinden entwickelt sich der Dritte Sozialraum &#8211; ein neues Quartier, nicht an Defiziten orientiert, sondern an Lebensbereichen wie Wohnen, Gesundheit oder Bildung &#8211; wie bei Wohnquartier hoch vier in RWL. Damit das gelingt, brauchen wir Begegnungsorte. Am besten solche, die keiner Gruppe eindeutig zuzuschreiben sind, wo sich die Verschiedenen ohne Hierarchisierung begegnen und ihre Anliegen aushandeln k\u00f6nnen. \u201eDritte Orte\u201c \u2013 offen, niedrigschwellig und kostenlos. Dorfl\u00e4den, Stadtteilb\u00fcchereien, Quartierscaf\u00e9s k\u00f6nnen diese Funktion erf\u00fcllen. Auch der Wickrather Gemeindeladen, wo meine Gemeinwesendiakonie begann. Bis in die 60er Jahre <strong>waren<\/strong> Gemeindeh\u00e4user solche dritten Orte, Versammlungsr\u00e4ume und Vereinsh\u00e4user alle. Heute werden sie oft als halb leerstehende Clubh\u00e4user f\u00fcr Hochverbundene wahrgenommen. Das entt\u00e4uscht. Denn viele Beispiele aus Ostdeutschland (Kirchenkuratoren, Orgelpaten&#8230;) zeigen: Kirchen sind Orte der Zugeh\u00f6rigkeit. Deshalb geht es darum, die T\u00fcren zu \u00f6ffnen \u2013 gerade da, wo andere Tr\u00e4ger sich zur\u00fcckziehen &#8211; und den frei gewordenen Raum mit anderen zu teilen. Vom Sportverein bis zur Musikschule, vom Mieterbund bis zur Beratungsstelle. In Gelsenkirchen-Hasselt, zum Beispiel hat die Kirchengemeinde einen B\u00fcrgerverein gegr\u00fcndet und das Gemeindehaus zum B\u00fcrgerzentrum ausgebaut. Die Geb\u00e4ude und Liegenschaften, die oft nur noch als \u00fcberdimensioniert wahrgenommen werden, sind ein Asset f\u00fcr die Neugestaltung der Quartiere. Am Ende wird es darauf ankommen, dass Gemeinden und Kommunen, Kirchenkreise und Landkreise gut verzahnt arbeiten &#8211; nicht zuletzt, weil die Zust\u00e4ndigkeiten und Finanzierungsm\u00f6glichkeiten in Staat und Kirche oft unterschiedlich verteilt sind.<\/p>\n<p>Kirchengemeinden verf\u00fcgen \u00fcber lokales Wissen, sie haben Vertrauen und k\u00f6nnen Impulsgeber sein. In dem Projekt \u201eQualifiziert f\u00fcrs Quartier\u201c des Evangelischen Johanneswerks in Bielefeld f\u00e4ngt alles mit Recherche von Sozialraumdaten, mit Experteninterview und einer Stadtteilerkundung an. Wer lebt eigentlich in unserem Stadtbezirk, wie hoch ist das Durchschnittalter, wie ist das Verh\u00e4ltnis von Alleinlebenden und Familien? Was wissen \u00c4rzte und Pflegedienste dar\u00fcber, wie hier gepflegt wird? Dann geht es darum, Gemeindemitglieder und andere B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger einzuladen, gemeinsam zu planen und Ideen auszutauschen.<\/p>\n<p>In den EKD-Denkschriften und -Orientierungshilfen der letzten Jahre &#8211; zu Armut, Familie, Pflege, Alter oder Inklusion &#8211; ging es immer wieder um die Frage, wie es gelingen kann, die Schranken zu \u00f6ffnen, die die Gemeinde zum Club gemacht haben \u2013 und ganz bewusst auf die Nachbarschaften zuzugehen. Eine New Yorker Journalistin hat ein ganzes Jahr lang jede Woche einen Stadtspaziergang mit einer fremden Person gemacht. Sie war unterwegs mit einer \u00e4lteren Dame mit Rollator, mit einem Architekten und mit einem zweij\u00e4hrigen Kind. Sie hat einen Blinden begleitet und einen Arzt, der ihren Blick f\u00fcr die Entgegenkommenden sch\u00e4rfte. Es geh\u00f6rt nicht viel Phantasie dazu, sich vorzustellen, wie sie ihre Stadt neu entdeckt.<\/p>\n<p>Manche Kirchengemeinden und Quartiersprojekte sind diesen Weg gegangen. In einer s\u00fcddeutschen Kleinstadt fand ich eine Karte f\u00fcr Familien \u2013 herausgegeben von der Stadtmission: da waren nicht nur die Kirchen und Tageseinrichtungen, sondern auch die Spielpl\u00e4tze und Kinder\u00e4rzte, die Schulen und Sportvereine verzeichnet und nat\u00fcrlich auch die familienfreundlichen Restaurants und die Gemeinden mit Angeboten f\u00fcr Kinder und Familien. Ein echter Service f\u00fcr eine kinderfreundliche Stadt. Und in meiner ehemaligen Gemeinde in M\u00f6nchengladbach hat eine Gruppe im Gemeindeladen einen inklusiven Stadtplan f\u00fcr \u00c4ltere erarbeitet. Dort werden die Zugangswege f\u00fcr alle \u00f6ffentlichen Geb\u00e4ude verzeichnet \u2013 gut auch f\u00fcr Eltern mit Kinderwagen genauso wie f\u00fcr Menschen mit Rollator oder Rollstuhl. Wer eine Stadtf\u00fchrung mit Obdachlosen mitmacht, der wei\u00df: ein Stadtplan f\u00fcr diese Zielgruppe fehlt. Darauf w\u00e4ren die Pl\u00e4tze zu sehen, wo man eine Dusche, einen PC und einen Schlafplatz findet, die B\u00e4cker, die gegen Abend zu g\u00fcnstigeren Preisen verkaufen, die Bahnh\u00f6fe, an denen man noch nicht verbrauchte S-Bahn-Karten bekommen kann und die \u00f6ffentlichen Pl\u00e4tze, wo man noch immer auf einer Bank liegen kann, ohne vertrieben zu werden. Solche Karten gibt es nicht &#8211; aber die Zinken fielen mir ein, die am Pfarrhaus meiner Kindheit zu sehen waren. \u201eFreundliche Menschen\u201c stand da. Wo Karten nicht weiterhelfen, brauchen wir Solidarit\u00e4t.<\/p>\n<p>Es geht darum, die Interessen der unterschiedlichen Gruppen wahrzunehmen &#8211; und mehr noch: den Geist eines Ortes. Eine Untersuchung des SI \u00fcber Ehrenamt in der Uckermark hat gezeigt, dass es dabei nicht hilft, Konzepte aus anderen Kontexten \u00fcberzust\u00fclpen. Ein Gemeinwesen l\u00e4sst sich nicht managen wie ein Unternehmen &#8211; Diakoniewerke, die inklusive Quartiere aufgebaut haben, haben diese Erfahrung gemacht. Die Seele eines Ortes l\u00e4sst sich nicht implantieren &#8211; sie braucht Pflege und Entwicklung, Diskurs, Seelsorge und Rituale. Deshalb ist es problematisch, wenn Kirchengemeinden sich ins Vereinsleben zur\u00fcckziehen. Gemeinwesendiakonie lebt von einer guten Mischung: Sie ist Management, sozialpolitische Entwicklungsarbeit und \u00f6ffentliche Seelsorge.<\/p>\n<p>Dazu geh\u00f6rt ein regelm\u00e4\u00dfiger Kontakt zur Kommune, selbst dann, wenn von dort keine Finanzierung zu erwarten ist. Kommunale \u00d6ffentlichkeitsarbeit, Vernetzung und das zur Verf\u00fcgung stellen von R\u00e4umen oder Informationsplattformen k\u00f6nnen entscheidend f\u00fcr den Erfolg eines Projekts sein. Umgekehrt Gemeinwesendiakonie beteiligt sich an kommunalen Initiativen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf, bei altersgerechten St\u00e4dten oder B\u00fcrgerkommunen. Gerade die Ehrenamtlichen, die keiner Organisation verpflichtet sind, k\u00f6nnen Br\u00fccken in die Zivilgesellschaft schlagen. Wo Gemeinden so sehr mit den eigenen Schrumpfungs- und Schlie\u00dfungsprozessen besch\u00e4ftigt sind, dass sie keine Zeit f\u00fcr kommunale Absprachen haben, fehlt am Ende auch die Basis zur Umgestaltung der eigenen H\u00e4user und R\u00e4ume.<\/p>\n<ol start=\"5\">\n<li><strong>Not only fridays for future: <\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>In der Gemeinwesendiakonie geht es um die \u00dcberwindung gesellschaftlicher Spaltungen, die Entwicklung von Kooperationen, die Zukunft der Demokratie. Es geht aber auch um ein nachhaltiges Wohlstandsmodell mit lebenswerten Wohnquartieren, gesicherter Sorgearbeit und den Schutz \u00f6ffentlicher G\u00fcter. Das gesellschaftliche Ziel der Steigerung des materiellen Wohlstandes, das in den letzten Jahrzehnten im Zentrum gestanden hat, muss heute \u00fcberpr\u00fcft, jedenfalls erg\u00e4nzt werden. Deshalb geh\u00f6ren soziale und \u00f6kologische Nachhaltigkeit zusammen &#8211; da gibt es vor Ort in den Gemeinden noch einiges zu tun. Vielleicht k\u00f6nnen uns die j\u00fcngsten Demos daran erinnern. Die Herausforderungen in Gemeinde und Kommune hat Thomas Klie so zusammengefasst: Es geht um die \u00dcberwindung einer Logik der \u00d6konomisierung aller Lebensbereiche, die \u00dcberwindung eines anachronistisch-romantischen Familialismus, die Praxis einer neuen Gastfreundschaft und die Offenheit f\u00fcr genossenschaftliche Antworten.<\/p>\n<p>Cornelia Coenen-Marx, Netzwerk Gemeinwesendiakonie, Frankfurt, 3.4.19<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Kampf um Zugeh\u00f6rigkeit &#8222;Sagt es laut, sagt es klar, wir sind alle unteilbar&#8222;: Fast eine Viertelmillion demonstrierten im vergangenen&#8230; <a href=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/?page_id=4282\">read more<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":3518,"menu_order":83,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-4282","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/4282"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4282"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/4282\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4426,"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/4282\/revisions\/4426"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/3518"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4282"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}