{"id":4081,"date":"2018-12-17T12:34:11","date_gmt":"2018-12-17T11:34:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/?page_id=4081"},"modified":"2019-07-02T11:58:09","modified_gmt":"2019-07-02T09:58:09","slug":"kraftorte-interview-mit-bruder-guenter-tischer-diakon-und-geistlicher-begleiter-in-der-rummelsberger-diakonie","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/?page_id=4081","title":{"rendered":"Kraftorte: Interview mit Bruder G\u00fcnter Tischer, Diakon und Geistlicher Begleiter in der Rummelsberger Diakonie"},"content":{"rendered":"<h3><a href=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/SuS_Logo_RGB_mit-Unterzeile-Kopie.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-857\" src=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/SuS_Logo_RGB_mit-Unterzeile-Kopie-300x107.png\" alt=\"SuS_Logo_RGB_mit Unterzeile Kopie\" width=\"300\" height=\"107\" srcset=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/SuS_Logo_RGB_mit-Unterzeile-Kopie-300x107.png 300w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/SuS_Logo_RGB_mit-Unterzeile-Kopie.png 576w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #8ab310;\">DIAKONISCHE PILGERREISEN:\u00a0<span style=\"color: #eb910c;\">DER BLOG<\/span><\/span><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><strong>Wir entdecken Diakonische Pilgerorte \u2013\u00a0<\/strong><br \/>\n<strong>diesmal auf der Spur von: G\u00fcnter Tischer<\/strong><\/h3>\n<table style=\"height: 436px;\" width=\"716\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"232\"><a href=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/winter.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-4104 size-full\" src=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/winter.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" \/><\/a><em>Die Rummelsberger Diakonie ist einer der gro\u00dfen diakonischen Tr\u00e4ger mit knapp 250 Einrichtungen in ganz Bayern. Sie ist gepr\u00e4gt von Johann Hinrich Wichern und aus der Gr\u00fcndung der Landesdiakonenanstalt in N\u00fcrnberg (1890) entstanden. Am Hauptsitz in der N\u00e4he von N\u00fcrnberg betreibt sie eine Altenpflegeeinrichtung, ein Berufsbildungswerk f\u00fcr k\u00f6rperlich beeintr\u00e4chtigte Menschen, einen gro\u00dfen Jugendhilfeverbund, ein Tagungszentrum und das Studienzentrum Diakonik. Neben der Ausbildung zum Diakon\/zur Diakonin gibt es viele weitere Ausbildungsm\u00f6glichkeiten in Rummelsberg.<\/em><\/td>\n<td width=\"232\"><a href=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/Gu\u0308nter-Tischer-02.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-4105 size-full\" src=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/Gu\u0308nter-Tischer-02.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Bruder G\u00fcnter Tischer, Jahrgang 1956, ist Diakon in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (ELKiB). Von 2009 bis 2017 war er stellvertretender Leiter der Rummelsberger Br\u00fcderschaft und Leiter des Br\u00fcderhauses, seit August 2017 widmet er sich als Geistlicher Begleiter der Rummelsberger Br\u00fcderschaft insbesondere der seelsorgerlichen und spirituellen Begleitung. Ein wichtiger Schwerpunkt dabei sind die Geistlichen Einkehrzeiten. Als Pilgerbegleiter auf dem Jakobsweg ist G\u00fcnter Tischer inzwischen seit zwanzig Jahren unterwegs.<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Sie besch\u00e4ftigen sich beruflich und\/oder ehrenamtlich mit Diakonie. Was liegt Ihnen dabei besonders am Herzen?<br \/>\n<\/strong>Eine gelebte Spiritualit\u00e4t im Alltag \u2013 nicht abgehoben irgendwo im sakralen Raum, sondern ganz bodenst\u00e4ndig mitten unter den Menschen. Exerzitien im Alltag oder Stra\u00dfenexerzitien sind f\u00fcr mich m\u00f6gliche Wege, sich dem zu n\u00e4hern. Christian Herwartz von der jesuitischen Societas Jesu, der in Berlin-Kreuzberg zusammen mit anderen Stra\u00dfenexerzitien anbietet, und die Mystikerin der Stra\u00dfe Madeleine Delbr\u00eal sind mir da gute Vorbilder.<\/p>\n<p><strong>Gibt es eine pers\u00f6nliche Erfahrung, die Ihnen den Kern diakonischer Arbeit existenziell vor Augen gef\u00fchrt hat?<br \/>\n<\/strong>Ich w\u00fcrde dies mit den Worten der Einladung zum Abendmahl beschreiben: \u201eSehet und schmecket, wie freundlich der Herr ist.\u201c Ersetzt man dabei die gluten- und nahezu geschmacksfreie Hostie durch ein schmackhaftes Brot und deckt den Tisch gemeinsam mit Menschen, die hier Zuflucht suchen, die keinen Ort zum Wohnen haben \u2013 und vielleicht auch mit den Speisen, die sie mitbringen \u2013, dann ist er wirklich mitten unter uns.<\/p>\n<p>F\u00fcr mich geht Diakonie von dieser Art des Tisches aus, der nicht reglementiert ist in w\u00fcrdig und nichtw\u00fcrdig, nicht dogmatisch festgelegt nach Konfession oder Status der Person. Sondern der ein Tisch ist, an dem insbesondere die \u201evon den Hecken und Z\u00e4unen\u201c ihren Platz finden und haben.<\/p>\n<p><strong>An welchem Ort (in welcher Einrichtung, in welchem Haus oder Raum) ist Diakonie f\u00fcr Sie in besonderer Weise sichtbar und erfahrbar geworden und was hat Sie dort fasziniert?<br \/>\n<\/strong>Nun, f\u00fcr mich als Rummelsberger Bruder und Diakon ist dieser Ort unsere Philippuskirche mit dem Altarbild der Sieben Werke der Barmherzigkeit. Gebaut in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts von Diakonen mit den eigenen H\u00e4nden aus Sandsteinen aus Rummelsberg, die sie selbst aus dem Felsen geschlagen hatten. 128 Sterne in der Holzdecke erinnern an die Br\u00fcder, die die Kirche gebaut haben. Der 129. Stern will seit 2015 an die \u201eZ\u00f6glinge\u201c erinnern, die gemeinsam mit den Diakonen die Philippuskirche errichteten.<\/p>\n<p>Es ist ein Ort, der seit 1927 \u201edurchbetet\u201c wird, und das sp\u00fcrt man ihm ab. Ein \u201egelebtes\u201c Geb\u00e4ude, der Ort der Einsegnung aller Diakone und Br\u00fcder und seit nunmehr \u00fcber drei\u00dfig Jahren auch der Diakoninnen der Rummelsberger Gemeinschaften<\/p>\n<p><strong>Was macht Ihrer Meinung nach einen \u2013 oder diesen \u2013 \u201ediakonischen Ort\u201c zum spirituellen Kraftort (Geschichte, Gestaltung, Personen \u2026)?<br \/>\n<\/strong>Die genaue Zahl der Br\u00fcder und Diakoninnen, die vor \u201eunserem\u201c Christus und dem Altarbild mit den Werken der Barmherzigkeit in den Dienst als Diakon und Diakonin eingesegnet wurden, kann ich nicht sagen. Aber es sind sicher mehr als 1.500, die sich von dort aus seit 1927 haben senden lassen. Nicht nur davon ist dieser Ort gepr\u00e4gt, auch von den vielen Menschen aus den Einrichtungen der Rummelsberg, die dort Andachten und Gottesdienste gefeiert haben und feiern.<\/p>\n<p>Gepr\u00e4gt ist die Kirche auch von den Menschen, die unsere neue Tageskapelle als Ort des Gebets, als Ort der Trauer oder der Freude und Dankbarkeit aufsuchen. Dies macht f\u00fcr mich das Besondere und die Lebendigkeit aus, die in Rummelsberg an vielen Orten zu sp\u00fcren ist.<\/p>\n<p>Neben der Kirche und der von der K\u00fcnstlerin Meide B\u00fcdel gestalteten Tageskapelle gibt es weitere Orte, die Kraftorte sind, manche muss man nur entdecken. F\u00fcr manche braucht man etwas Achtsamkeit und andere erwecken diese von ganz alleine, wenn man nur hinschaut oder h\u00f6rt: Seien es die wunderbaren Engel des K\u00fcnstlers Ernst Steinacker, der freigelegte Brunnen auf der Ostseite der Kirche, wo von ihrem Giebel der auferstandene Christus in die Welt schaut, die ungew\u00f6hnliche \u201eUrkirche\u201c des K\u00fcnstlers Martin Schmidt oder das Holzrelief von Bruder Wilhelm Hochlechner, manchmal vom Wein zugewachsen, das uns auf die Auferstehung hinweist \u2026<\/p>\n<p>Manchmal braucht es dazu ein paar erschlie\u00dfende Worte und Begleitung auf unseren Rummelsberger Wegen. Doch f\u00fcr den Besucher findet sich bestimmt jemand, mit dem er oder sie ins Gespr\u00e4ch geraten kann \u2013 zuf\u00e4llig oder auch indem man einen Ortsbegleiter bucht. Und je mehr ich dar\u00fcber nachdenke: Es lohnt sich, einfach mal diesen wunderbaren Ort im fr\u00e4nkischen Land bei N\u00fcrnberg zu besuchen.<\/p>\n<p>Wer es weniger besinnlich mag, kommt vielleicht an Christi Himmelfahrt zur Rummelsberger \u201eWasserkirchweih\u201c. An diesem Tag kann man auch in den H\u00e4usern Kraftorte entdecken und vielen Menschen begegnen.<\/p>\n<p><strong>Was w\u00fcrden Sie in Ihrem Arbeitsumfeld r\u00e4umlich \u00e4ndern, wenn Sie die Freiheit und Mittel dazu h\u00e4tten, damit die Arbeit, die Ihnen am Herzen liegt, noch besser gelingt?<br \/>\n<\/strong>Ein Einkehrhaus f\u00fcr Menschen, die eine \u201eAuszeit\u201c brauchen, w\u00e4re ein Traum: Eine Selbstversorgerk\u00fcche mit gro\u00dfem Esstisch w\u00e4re das Zentrum. Dazu ein Raum f\u00fcr Stille und Gebet. Ein paar einfache Zimmer, die ohne gro\u00dfen Aufwand, ohne B\u00fcrokratie und Antr\u00e4ge zu beziehen w\u00e4ren, und nat\u00fcrlich g\u00e4be es f\u00fcr die G\u00e4ste des Hauses das Angebot von Begleitung. Wir haben solche wunderbaren Orte in unserer Landeskirche zum Beispiel am Schwanberg bei der Communit\u00e4t Casteler Ring. Ich w\u00fcrde gerne so etwas \u00c4hnliches auch bei uns in Rummelsberg haben.<\/p>\n<p><strong>Und sonst? Haben Sie weitere Gedanken, Anmerkungen, Anregungen zur Bedeutung \u2013 und vielleicht auch zur Relativierung \u2013 diakonischer Orte?<br \/>\n<\/strong>Wenn ich etwas relativieren will, dann vielleicht nur dieses: Es braucht neben den Menschen, die hier leben und den Ort gestalten, andere, die hinausgehen hin zu den Menschen. In die Brennpunkte unserer St\u00e4dte oder D\u00f6rfer, dorthin, wo Menschen uns brauchen. Was ja die meisten der Studierenden der Diakoninnenausbildung nach der Zeit in den Br\u00fcderh\u00e4usern bzw. H\u00e4usern der Diakoninnengemeinschaft auch tun.<\/p>\n<p>Wenn es hier nur die \u201eBerufsdiakoniker\u201c g\u00e4be und die abgeschlossenen H\u00e4user und Strukturen \u2013 die \u201eAnstalten\u201c, wie es fr\u00fcher hie\u00df \u2013, dann w\u00e4re das zu wenig. Ich finde es gut, dass es inzwischen ein \u201eGemeinwesen\u201c im Ortsteil Rummelsberg gibt. Hier wohnen nicht mehr nur Menschen, die Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter der Rummelsberger sind oder in einer der Einrichtungen betreut werden. Sondern der Diakonieort Rummelsberg ist dabei, sich weiter zu \u00f6ffnen: einerseits durch die Angebote auf dem Wohnungsmarkt, andererseits auch durch Angebote auf dem Freizeitmarkt wie den Hochseilgarten, das Diakoniemuseum und die Gastronomie. Infos dazu gibt es auf unserer Webseite.<\/p>\n<p class=\"p1\"><strong>Vielen Dank!<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.rummelsberger-diakonie.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/www.rummelsberger-diakonie.de\/<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Seele-und-Sorge-278815565795410\/?fref=ts\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-2023\" src=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/facebook_s_kl.png\" alt=\"facebook_s_kl\" width=\"37\" height=\"37\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Seele-und-Sorge-278815565795410\/?fref=ts\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Besuchen Sie auch unsere facebookseite \u201eSeele &amp; Sorge\u201c<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>DIAKONISCHE PILGERREISEN:\u00a0DER BLOG Wir entdecken Diakonische Pilgerorte \u2013\u00a0 diesmal auf der Spur von: G\u00fcnter Tischer Die Rummelsberger Diakonie ist einer&#8230; <a href=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/?page_id=4081\">read more<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":1911,"menu_order":35,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-4081","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/4081"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4081"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/4081\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4462,"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/4081\/revisions\/4462"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1911"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4081"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}