{"id":4061,"date":"2018-12-03T15:21:44","date_gmt":"2018-12-03T14:21:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/?page_id=4061"},"modified":"2020-02-25T17:49:33","modified_gmt":"2020-02-25T16:49:33","slug":"kirche-gibt-raum-aufbau-im-umbruch","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/?page_id=4061","title":{"rendered":"Kirche gibt Raum \u2013 Aufbau im Umbruch"},"content":{"rendered":"<ol>\n<li><strong>Gl\u00fcck und Seligkeit <\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Noch einmal Herbstsonne in der Studentenstadt. Die Pl\u00e4tze in den Stra\u00dfencaf\u00e9s sind alle besetzt. <strong>Wir schlendern durch Groningen<\/strong>, besuchen das moderne Museum in die Synagoge und schauen nat\u00fcrlich auch <strong>bei den sch\u00f6nen alten Kirchen vorbei. Leider sind alle geschlossen <\/strong>&#8211; l\u00e4ngst sind Event-Centren daraus geworden. Vermietet \u00fcber \u201eBesondere Locations in Groningen\u201c. Vielleicht ist das auf dem Land noch etwas anders. Jedenfalls steht in der Tourismusbrosch\u00fcre: \u201eKennzeichnend f\u00fcr die Groninger Landschaft sind <strong>die vielen noch erhaltenen Kirchen, die einen prominenten Platz in den D\u00f6rfern haben\u201c. Beim Lesen sp\u00fcrt man das leichte Staunen: Das es das noch gibt\u2026<\/strong><\/p>\n<p><strong>Was vor 30 Jahren in England und Holland begann, ist inzwischen bei uns angekommen: Kirchen werden geschlossen, verkauft und umgewidmet<\/strong>: zu Synagogen oder Moscheen, zu Restaurants und Nachbarschaftszentren. <strong>Die ehemalige Friedenskirche in Rheydt wurde 2001 zu Wohnungen umgebaut. Manchmal habe ich davon getr\u00e4umt, einmal dort zu \u00fcbernachten &#8211;<\/strong> immerhin bin ich gleich nebenan geboren &#8211; im abgerissenen Pfarrhaus. Und einen Urlaub in der umgebauten Kapelle eines schottischen Klosters habe ich in guter Erinnerung \u2013 <strong>himmlisch schlafen unter Kirchenfenstern. So wie man im Restaurant \u201eGl\u00fcck und Seligkeit\u201c in Bielefeld Salate und Chutneys genie\u00dfen kann<\/strong>, w\u00e4hrend der bunte Lichteinfall auf die Tischdecke f\u00e4llt \u2013 auch \u201eGl\u00fcck und Seligkeit\u201c ist eine alte Kirche. Der Name passt.<\/p>\n<p><strong>Als ich dort k\u00fcrzlich mit einer Freundin a\u00df, fiel mir ein, wie gro\u00df die Aufregung noch vor 25 Jahre in London war. Da standen wir im Osten der Stadt vor einer verrammelten Kirche. <\/strong>Eine Gruppe rheinischer Theologinnen und Theologen auf der Suche nach Impulsen f\u00fcr die Gemeinden der Zukunft. <strong>Mitten in einem globalisierten Viertel mit Menschen aller Hautfarben und Religionen, in dem die Armut offensichtlich gro\u00df war. Kein Wunder, dass der Bischof der Meinung war, sie werde nicht mehr gebraucht und sei auch nicht mehr zu finanzieren.<\/strong> <strong>So wie wir sp\u00e4ter Kirchen im Duisburger Norden aufgegeben haben<\/strong> \u2013 in Bruckhausen zum Beispiel, wo nur noch eine kleine Minderheit zur evangelischen Kirche geh\u00f6rte und auch im evangelischen Kindergarten l\u00e4ngst \u00fcberwiegend muslimische Kinder spielten und lernten. <strong>Die Bruckhausener, oft in prek\u00e4ren Verh\u00e4ltnissen, f\u00fchlten sich im Stich gelassen. Und die Menschen, die wir im Londoner Osten trafen, waren emp\u00f6rt. Sie hatten eine B\u00fcrgerinitiative gegr\u00fcndet, um die Kirche zu erhalten<\/strong>. Viele von ihnen lebten l\u00e4ngst anderswo &#8211; hier aber waren sie getauft und getraut worden waren, hier hatten auch ihre Kinder den Segen bekommen. <strong>Hier waren sie wer &#8211; und geh\u00f6rten dazu. So etwas gibt man nicht einfach auf.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Das bewegt auch die Kirchenkuratoren und Kirchenkuratorinnen, die bei uns daf\u00fcr sorgen, dass Dorfkirchen in Brandenburg oder in Mitteldeutschland saniert werden<\/strong> \u2013 die Orgelpaten suchen, Veranstaltungen planen, die Kirchen offenhalten, auch wenn sie selbst gar nicht Mitglied sind oder l\u00e4ngst anderswo wohnen. <strong>\u201cJe mobiler die Gesellschaft, je mehr Optionen und Lebensstile, desto wichtiger wird Heimat. Heimat, das ist die Stadt, von der ich \u201eWir\u201c sagen kann\u201c,<\/strong> sagte k\u00fcrzlich ein Schriftsteller. <strong>Der Lebensraum, in dem wir uns selbstverst\u00e4ndlich und ungezwungen bewegen k\u00f6nnen, weil wir uns auskennen, weil wir dazugeh\u00f6ren. Und nicht zuf\u00e4llig sind es oft die Kirchen, die das Heimatgef\u00fchl st\u00e4rken<\/strong>. Denn die Kirche ist nach wie vor <strong>ein markanter und pr\u00e4gender Punkt im Stadtbild, die Schl\u00e4ge der Kirchturmuhr und der Klang der Glocken geh\u00f6ren zum akustischen Raum und die Silhouetten der Dome sind Symbole ihrer Stadt \u2013 die Frauenkirche in M\u00fcnchen, der Hamburger Michel, der Dom in K\u00f6ln. Sie geh\u00f6ren allen, die dort leben. <\/strong><\/p>\n<p><strong>Der \u201eKrautsaal\u201c in Heckinghausen, in dem ich konfirmiert wurde, wurde vor 2 Jahren verkauft und dient jetzt als Mietobjekt \u2013 f\u00fcr Wohnungen und Events, aber auch f\u00fcr eine Tanztruppe und eine italienische Gemeinde. Nicht viel anders als fr\u00fcher<\/strong>, dachte ich beim Lesen &#8211; und <strong>Herr Carl, der neue Besitzer, sagt in einem Interview, ihn bewege die starke Bindung vieler Menschen an das Geb\u00e4ude<\/strong>. Mich interessieren deshalb <strong>vor allem die Orte, an denen es Kirche und Diakonie gelingt, ihre Immobilien ins Quartier zu \u00f6ffnen, sie als Gemeinwesenzentren zu nutzen. Kirchliches Clubleben oder Abgeben &#8211; das muss nicht die Alternative sein.<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u201eWenn ich einen Traum von der Kirche habe\u201c<\/strong>, schreibt Dorothee S\u00f6lle, \u201eso ist es der Traum von den offenen T\u00fcren gerade f\u00fcr die Fremden, die anders sprechen, essen, riechen. Mein Haus w\u00fcnsche ich mir nicht als eine f\u00fcr andere unbetretbare Festung, sondern mit vielen T\u00fcren<strong>. Heimat, die wir nur f\u00fcr uns selbst besitzen, macht uns eng und muffig.\u201c<\/strong><\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li><strong> Gemeinde als Herberge<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Ich erinnere mich gern an <strong>eine Kirche in der Innenstadt von St Louis in den USA. Sie hatte eine Weile leer gestanden \u2013 das Viertel war heruntergekommen und wer es sich leisten konnte, war an den Stadtrand gezogen<\/strong>. Aber anders als den Bischof von London war dieser amerikanischen Gemeinde nicht egal, was mit ihrer Kirche passierte \u2013 und wie es den Leuten in ihrem alten Quartier ging. Sie \u00f6ffneten die Kirche f\u00fcr die neuen Nachbarn, meist Latinos und Farbige. <strong>Nun gab es Kinderbetreuung und Selbstverteidigungskurse, Drogenberatung und einen Mittagstisch \u2013 und immer noch Gottesdienste f\u00fcr alle, mit allen. Und die Gemeinde wuchs.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Hier bei uns in Deutschland ist die Situation anders. Das liegt vor allem an der starken Stellung der Diakonie. Auch in benachteiligten Vierteln geh\u00f6ren noch Menschen zur Kirche, sie bringen ihre Kinder in unsere Tageseinrichtungen oder ein Pflegedienst kommt<\/strong> <strong>ins Haus<\/strong> <strong>\u2013 und trotzdem haben sie das Gef\u00fchl, nicht dazu zu geh\u00f6ren. Wenn sie am Heiligen Abend oder zu einem Familienfest in die Kirche kommen, f\u00fchlen sie sich ein bisschen wie G\u00e4ste. Es geh\u00f6rt \u00fcbrigens nicht viel dazu, dieses Gef\u00fchl zu bekommen<\/strong> &#8211; es reicht schon, nicht zu wissen, wie die Kaffeekannen schlie\u00dfen. So ging es mir, als ich bei der Diakonie arbeitete und in meiner Wohngemeinde an einer Gemeindeversammlung teilnahm. \u201eSie sind wohl nicht so kirchlich\u201c, meinte meine Nachbarin, als ich die Kanne nicht aufkriegte.<\/p>\n<p><strong>Gute Gastfreundschaft w\u00e4re schon was wert, denke ich &#8211; ein erster Schritt, um wieder Heimat zu finden<\/strong>. Friedrich von Bodelschwingh, der Gr\u00fcnder von Bethel, hat es auf den Punkt gebracht: <strong>\u201eDas ist aller Gastfreundschaft tiefster Sinn, dass wir einander Heimat geben auf dem Weg nach dem ewigen Zuhause.\u201c<\/strong> In den Anf\u00e4ngen der neuzeitlichen Diakonie verstanden <strong>sich Einrichtungen f\u00fcr Behinderte oder Herbergen f\u00fcr Obdachlose als \u201eHospize\u201c, als Orte der Gastfreundschaft<\/strong>, wo Menschen auf ihrem Lebensweg Station machen und auftanken konnten. <strong>Heute k\u00f6nnen auch Kirchengemeinden wie Karawansereien sein, eine Oase in den W\u00fcsten des mobilen Alltags<\/strong>. Wo Menschen einander begegnen, ihre Geschichten teilen, sich f\u00fcreinander einsetzen und einander auf diese Weise ein St\u00fcck Heimat geben. <strong>Gemeinde als Herberge. Der holl\u00e4ndische Theologe Jan Hendriks hat dieses Modell in den 1980er Jahren entwickelt<\/strong>. Wo solche offenen Begegnungen stattfinden, <strong>k\u00e4men nicht nur die individuellen Lebensgeschichten auf den Tisch, sondern auch die gesellschaftlichen Zerrei\u00dfproben \u2013 und genau darin w\u00fcrde etwas von der N\u00e4he Gottes sp\u00fcrbar<\/strong>, sagt er.<\/p>\n<p><strong>Friederike Weltzien ist Pfarrerin in Stuttgart. Sie hat lange im Libanon gelebt, spricht arabisch und engagiert sich heute f\u00fcr die Integration von Gefl\u00fcchteten. \u201cF\u00fcr mich ist die Gemeindek\u00fcche ein spiritueller Ort\u201c, sagt sie<\/strong>. Allerdings in einer alteingesessenen schw\u00e4bischen Kirchengemeinde auch ein heikler Ort. <strong>Als im Herbst 2015 die Turnhalle mit hundert Fl\u00fcchtlingen belegt wurde, da \u00f6ffnete die Gemeinde die T\u00fcren. \u201eUnd es stellte sich heraus, dass das gr\u00f6\u00dfte Bed\u00fcrfnis der Menschen war, selber Essen zu kochen, etwas, was sie kennen und was ihnen schmeckt.\u201c, erz\u00e4hlt Friederike Weltzien<\/strong>. \u201eAlso wurde jeden Dienstag f\u00fcr achtzig bis neunzig Leute gekocht. Die Hilfsbereitschaft war gro\u00df, Gelder mussten gesammelt werden, die Lebensmittel eingekauft und die Tische gedeckt und dann auch wieder alles abger\u00e4umt, gesp\u00fclt und ges\u00e4ubert werden. <strong>In der K\u00fcche trafen die Kulturen aufeinander. Dinge ver\u00e4nderten sich, zun\u00e4chst gab es viel Aufregung in der Gemeinde und auch Sorgen und \u00c4ngste. <\/strong>Aber gerade da entwickelten sich die intensivsten Kontakte. Inzwischen ist es selbstverst\u00e4ndlich geworden. Es wird immer noch regelm\u00e4\u00dfig syrisch gekocht, besonders in der Zeit des Ramadans werden gemeinsame Essen zum Fastenbrechen gefeiert. <strong>Und auf einmal werden religi\u00f6se Themen ganz zwanglos miteinander diskutiert und besprochen und erlebt. So kann auch die Gemeindek\u00fcche zum spirituellen Raum werden.<\/strong> Ein Raum, in dem Gottesbeziehung erfahrbar wird \u2013 auch in den wachsenden Beziehungen der Menschen.<\/p>\n<p><strong>Auch in anderen Gemeinden ist die K\u00fcche inzwischen zum heimlichen Zentrum geworden. In meiner Nachbarschaft zum Beispiel, wo alleinstehende Rentnerinnen zweimal die Woche einen gemeinsamen Mittagstisch haben.<\/strong> Und auch da wird reihum gekocht. Und zwischendurch trifft man einander beim Einkaufen, hilft sich auch mal im Alltag, ruft sich an. <strong>Leider sind unsere K\u00fcchen oft nicht so ausgestattet, dass viele darin arbeiten k\u00f6nnen \u2013 und nicht \u00fcberall haben solche Gruppen einen Schl\u00fcssel zum Gemeindehaus. Das w\u00e4ren allerdings gute Voraussetzungen, um nicht mehr nur G\u00e4ste zu sein<\/strong>. Ganz wie der Apostel Paulus sagt: \u201cIhr seid nun nicht mehr G\u00e4ste und Fremde, sondern Mitb\u00fcrger der Heiligen und Gottes Hausgenossen.\u201c<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li><strong>Zu Hause im Quartier <\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>Vor einiger Zeit hat Bertelsmann eine Karte der boomenden und schrumpfenden Regionen heraus gegeben &#8211; sie zeigt das wachsende Gef\u00e4lle, das inzwischen nicht nur zwischen gesellschaftlichen Gruppen, sondern auch zwischen Stadtteilen, St\u00e4dten und Regionen zu erkennen ist. <\/strong>Sie stehen im Wettbewerb um Wirtschaftskraft und Steuereinnahmen und werden entsprechend unternehmerisch gef\u00fchrt<strong>. Die Orientierung an wettbewerblichen Strukturen der Wirtschaft l\u00e4sst das Verh\u00e4ltnis zwischen B\u00fcrgern und Kommunen nicht unber\u00fchrt. Die soziale Arbeit verliert an Stabilit\u00e4t und Stetigkeit, weil sie durch regelm\u00e4\u00dfige Projektvergabe an den g\u00fcnstigsten Anbieter immer nur auf Zeit vergeben ist<\/strong>. Menschen, die oft umziehen, verlieren irgendwann die soziale Einbettung. Aber in einer mobilen Gesellschaft kann auch der eigene Lebensort fremd werden, weil die Transformationsprozesse immer schneller vonstattengehen. Dabei l\u00e4sst sich Beteiligung als Voraussetzung f\u00fcr Beheimatung eben nur zum Teil \u00fcber effiziente digitale Prozesse und gute Dienstleistungen steuern. Wer einen neuen Personalausweis beantragt, ist jetzt Kunde. Was nach Service und Zuvorkommenheit klingt, verr\u00e4t aber m\u00f6glicherweise, <strong>dass die Angesprochenen nicht mehr als politische Subjekte wahrgenommen werden.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Die Bev\u00f6lkerungsentwicklung in Deutschland verschiebt sich hin zu einer wachsenden Anzahl \u00e4lterer sowie assistenz- bzw. pflegebed\u00fcrftiger Menschen<\/strong>, aktuell sind in unserem Land 7,6 Millionen Menschen mit einer Behinderung registriert. <strong>Die zunehmende Individualisierung sowie der Wandel von Familienstrukturen und die Ver\u00e4nderungen im Arbeitsleben f\u00fchren zu zus\u00e4tzlichen Anforderungen<\/strong> an das Sozialsystem und die Infrastruktur. <strong>Der siebte Altenbericht der Bundesregierung hat diese Herausforderung aufgenommen; er betont die Notwendigkeit, Caring Communities mit einer guten kommunalen Infrastruktur zu verkn\u00fcpfen.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Die letzten beiden Freiwilligensurveys der Bundesregierung zeigen einen Trend weg von der Ausrichtung auf Geselligkeit hin zu Engagement f\u00fcr das Gemeinwohl. Insbesondere das dritte Lebensalter bietet neue Chancen des Engagements<\/strong> und der Teilhabe. Die Generation der 55- bis 69-J\u00e4hrigen ist besonders aktiv im sozialen Ehrenamt und im lokalen B\u00fcrgerengagement. Sie st\u00e4rken die Eckpfeiler des nachbarschaftlichen Lebens \u2013 mit Dorfl\u00e4den und Nachbarschaftscaf\u00e9s oder auch mit B\u00fcrgerbussen und anderen ehrenamtlichen Projekten, <strong>sie tragen Vereine und Parteien und auch die Kirche entscheidend mit. <\/strong>Tats\u00e4chlich ist die Gruppe der jungen Alten im Vergleich zu anderen Organisationen besonders stark in der Kirche engagiert.<\/p>\n<p><strong>Wer aber bestimmte Zielgruppen unterst\u00fctzen will \u2013 Demenzkranke, Menschen mit Behinderung oder Familien in Armut &#8211; der muss alle Akteure an Bord holen und die Angebote verkn\u00fcpfen<\/strong>. <strong>Das gelingt nur, wenn Kommunen, soziale Dienste<\/strong> und die Wohnungswirtschaft, aber auch Verkehrsbetriebe und Einkaufszentren, \u00c4rzte oder Nachbarschaftscaf\u00e9s bereit sind, <strong>zusammen zu arbeiten und sich auch mit ehrenamtlich Engagierten zu vernetzen. Das Quartier ist der Raum der Kooperationen. B\u00fcrgerkommunen entstehen, wo Kommunen Zukunftswerkst\u00e4tten organisieren<\/strong>, zu runden Tischen einladen, &#8211; familien- und altengerechte St\u00e4dte, demenzsensible Kommunen<strong>. Daf\u00fcr braucht es R\u00e4ume der Begegnung. Vor allem aber ein neues Denken. <\/strong><\/p>\n<ol start=\"4\">\n<li><strong>Hinsehen und mitgehen <\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>In der \u201eGesellschaft der Singularit\u00e4ten\u201c (Reckwitz) mit all ihren fallorientierten funktionalen Diensten geht es darum, wieder ganzheitlich, vernetzt und feldorientiert zu arbeiten<\/strong>. Dabei l\u00e4sst sich <strong>an den Netzwerken der B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger ankn\u00fcpfen <\/strong>&#8211; den Begegnungen in Schulen und Wartezimmern, beim Einkaufen oder im Sportverein und auch in Kitas und Konfirmandenarbeit. <strong>Die Erfahrung zeigt aber auch: ganz ohne Hauptamtliche geht es nicht<\/strong>. Und auch nicht ohne Flyer, Website und Newsletter. <strong>Kirche und Diakonie, aber auch die anderen Wohlfahrtsverb\u00e4nde mit ihren Ressourcen sind deshalb besonders gefragt.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Manchmal m\u00fcssen wir uns selbst in Erinnerung rufen, welche Ressourcen die Kirchen noch haben<\/strong>. An R\u00e4umen, Haupt- und Ehrenamtlichen und auch an Kontakten, Netzwerken und Beziehungen. <strong>Schlie\u00dflich wohnen die Kirchenvorstandsmitglieder in der Nachbarschaft, manche arbeiten sogar in der N\u00e4he. Und auch in den Elternr\u00e4ten der Schulen, in den Vorst\u00e4nden der Vereine sitzen Kirchenmitglieder. Das ist anders als in St. Louis<\/strong>, der amerikanischen Gemeinde, von der ich eben erz\u00e4hlt habe. <strong>Dieses Potenzial gilt es zu nutzen. F\u00fcr die Gemeinde, vor allem aber f\u00fcr die Menschen in der Nachbarschaft<\/strong>.<\/p>\n<p><strong>\u201eKleine Leute in der gro\u00dfen Stadt\u201c hei\u00dfen die Skulpturen des Londoner K\u00fcnstlers Slimcachu, die mich vor einiger Zeit sehr beeindruckt haben<\/strong>. Er hatte \u00fcberall in der City kleine Figuren platziert &#8211; nicht gr\u00f6\u00dfer als Playmobil-Figuren<strong>. Da rudert einer in einer Pf\u00fctze, <\/strong>als m\u00fcsse er einer \u00dcberschwemmung entkommen. Und ein anderer wird gerade mit einer Sicherheitsnadel bedroht.<strong> Die meisten \u00fcbersehen diese Alltagsdramen zu ihren F\u00fc\u00dfen &#8211; und genau das ist ja das Problem<\/strong>. <strong>Dass viele Menschen sich abgeh\u00e4ngt und \u00fcbersehen f\u00fchlen. Hinsehen ist also der erste Schritt &#8211; und das geht am besten, wenn wir die Nachbarschaft einmal aus der Perspektive der anderen sehen. Eine New Yorker Journalistin hat das getan. <\/strong>Ein ganzes Jahr lang hat sie jede Woche einen Stadtspaziergang mit einer fremden Person gemacht. Sie war unterwegs mit einer \u00e4lteren Dame mit Rollator, mit einem Architekten und mit einem zweij\u00e4hrigen Kind. Sie hat einen Blinden begleitet und einen Arzt, der ihren Blick f\u00fcr die Entgegenkommenden sch\u00e4rfte. Es geh\u00f6rt nicht viel Phantasie dazu, sich vorzustellen, wie sie ihre Stadt neu entdeckt.<\/p>\n<p><strong>In den EKD-Denkschriften und -Orientierungshilfen der letzten Jahre &#8211; zu Armut, Familie, Pflege, Alter oder Inklusion &#8211; ging es immer wieder um die Frage, wie es gelingen kann, die Schranken zu \u00f6ffnen, die die Gemeinde zum Club gemacht haben \u2013 und ganz bewusst auf die Nachbarschaften zuzugehen<\/strong>. In N\u00fcrnberg hat eine Kirchengemeinde sich auf den Weg gemacht und <strong>einen Stadtplan f\u00fcr Familien<\/strong> herausgegeben \u2013 da findet man die Tageseinrichtungen und Spielpl\u00e4tze, die Kinder\u00e4rzte und die kinderfreundlichen Restaurants und auch die Gemeinden mit ihren Familiengottesdiensten und Winterspielpl\u00e4tzen. Und in meiner ehemaligen Gemeinde in Wickrath haben Ehrenamtliche an einem <strong>Stadtplan f\u00fcr \u00c4ltere<\/strong> erarbeitet \u2013 mit barrierefreien Zug\u00e4ngen, B\u00e4nken, \u00f6ffentlichen Toiletten, immer auch Rollatoren und Rollst\u00fchle im Blick.<\/p>\n<p>F\u00fcr Familien mit kleinen Kindern und f\u00fcr \u00c4ltere ist der Nahbereich von besonderer Bedeutung<strong>. Heute leben mehr als 40 Prozent der 70- bis 85-j\u00e4hrigen allein \u2013 meist k\u00f6nnen sie in Alltagsproblemen nicht auf Familie und Freunde zur\u00fcckgreifen. Nur noch ein Viertel der Befragten geben an, dass ihre erwachsenen Kinder noch am selben Ort wohnen und bei einem weiteren Viertel sind die Wohnungen mehr als zwei Stunden voneinander entfernt.<\/strong> Und den Eltern kleiner Kinder geht es \u00e4hnlich. <strong>Deshalb brauchen wir R\u00e4ume, so sich neue soziale Netze bilden, wo unterschiedliche Generationen einander begegnen &#8211; Nachbarschaftscaf\u00e9s zum Beispiel, vielleicht gemeinn\u00fctzig betrieben<\/strong>. Bei den \u00fcber 70-j\u00e4hrigen ist der Anteil der Frauen, die den F\u00fchrerschein besitzen, noch immer nicht so hoch wie in j\u00fcngeren Altersgruppen (3,1 Mio. M\u00e4nner, 2,3 Mio. Frauen) Sie sind schnell in ihrem Bewegungsradius eingeschr\u00e4nkt, wenn das Auto fahrende Partner pflegebed\u00fcrftig wird oder stirbt. <strong>Die Kirchengemeinde, die oft noch fu\u00dfl\u00e4ufig erreichbar ist, ist ein ganz wesentlicher Haltepunkt.<\/strong><\/p>\n<ol start=\"5\">\n<li><strong>Raum f\u00fcr das WIR <\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>Es geht darum, Stadtlandschaften so zu gestalten, dass Raum f\u00fcr das \u201eWir\u201c ist<\/strong>. <strong>Wenn es wahr ist, dass Heimat heute mehr ist als ein Ort; wenn es um Zugeh\u00f6rigkeit geht, um ein Gef\u00fchl der Sicherheit, dann k\u00f6nnen Gemeinden vielen zur Heimat werden<\/strong>. Wenn es um Nachbarschaftsengagement geht, k\u00f6nnen Kirche und Diakonie auf gewachsene Traditionen zur\u00fcckgreifen. <strong>Die Aufbr\u00fcche der Diakonie im 19. Jahrhundert gingen vom Quartier aus und f\u00fchrten ins Quartier zur\u00fcck &#8211; von Wicherns Entwicklung eines neuen Wohnquartiers in Hamburg &#8211; St. Georg bis zur Fliedners Gemeindeschwestern<\/strong>. <strong>Dann aber f\u00fchrt die Entwicklung des Sozialstaats \u00fcber die Anstaltsdiakonie zur fallbezogenen Dienstleistung<\/strong>. Damit verbunden war ein Blick auf die Defizite, der zwischen Hilfebed\u00fcrftigen und Helfern unterschied und zur Exklusion f\u00fchrte. <strong>Bis heute spiegelt sich das in der Trennung von Kirche und Diakonie, in der Trennung der Klientel \u2013 auch dann, wenn alle Betroffenen Kirchenmitglieder sind. <\/strong>Die Klienten diakonischer Dienstleistungen fehlen oft in der Gruppengemeinde vor Ort \u2013 das gilt f\u00fcr Hartz-4-Empf\u00e4nger genauso wie f\u00fcr Alleinerziehende oder f\u00fcr Menschen mit Behinderung. Und auch \u201edie Hochbetagten, Dementen und Pflegebed\u00fcrftigen sind von zunehmender Exklusion betroffen und brauchen Unterst\u00fctzung, um auch weiterhin Teil der Gemeinde zu bleiben\u201c, sagt Prof. Eckart Hammer aus dem Beirat des Projekts \u201eAlter neu gestalten\u201c in W\u00fcrttemberg.<\/p>\n<p><strong>Mit dem Anspruch \u201eIch will leben und sterben, wo ich dazu geh\u00f6re\u201c, hat Klaus D\u00f6rner seit den 70er Jahren gegen diese Exklusion gek\u00e4mpft. Und damit einen Aufbruch ansto\u00dfen, der den Quartiersinitiativen des 19. Jahrhunderts gleicht<\/strong>. Inzwischen haben sich die Einrichtungen der Behindertenhilfe mehr und mehr ambulantisiert und auch die Altenhilfe und Pflege differenzieren sich aus. <strong>Und heute bringen Angeh\u00f6rige, Nachbarn, Ehrenamtliche und auch die jungen Alten selbst ihre Perspektiven auf gelingendes und selbstbestimmtes Altern ein und ver\u00e4ndern die Hilfesysteme<\/strong>. So entstanden die Mehrgenerationenh\u00e4user und auch die Sorgenden Gemeinschaften im Quartier. <strong>Zwischen Quartierscaf\u00e9s, Pflegestationen und Kirchengemeinden entwickelt sich der Dritte Sozialraum &#8211; nicht an Defiziten orientiert, sondern an Lebensbereichen wie Wohnen, Gesundheit oder Bildung<\/strong>.<\/p>\n<p><strong>Der indische Theoretiker Homi Bhabha hat das Konzept des \u201edritten Ortes\u201c entworfen, eines Ortes, der keiner Gruppe eindeutig zuzuschreiben ist, an dem sich die Verschiedenen ohne Hierarchisierung begegnen und ihre Anliegen aushandeln k\u00f6nnen<\/strong>. Dritte Orte sind leicht zug\u00e4nglich und offen; die Teilnahme kostet nichts. <strong>Vom Ende des 19. Jahrhunderts bis gegen Ende des letzten, als die Volkskirchen im Quartier verwurzelt waren, waren Gemeindeh\u00e4user solche dritten Orte. Heute werden sie oft als halb leerstehende Clubh\u00e4user wahrgenommen.<\/strong> Wo sie aber den frei gewordenen Raum mit anderen Gruppen im Quartier teilen\u2013 mit Sportvereinen, einem diakonischen Dienst oder einer Beratungsstelle \u2013 oder sie an B\u00fcrgervereine vermieten, da entsteht neues Leben<strong>: In Gelsenkirchen, in Bochum und an anderen Stellen haben Kirchengemeinden selbst B\u00fcrgervereine gegr\u00fcndet, die die neuen Zentren tragen. <\/strong><\/p>\n<p><strong>Viele Energien werden frei, wenn es gelingt, die Kompetenzen von Kirche und Diakonie zusammen zu bringen<\/strong>. <strong>Kirchengemeinden k\u00f6nnen Ideenentwickler, Impulsgeber, Pioniere sein. Sie verf\u00fcgen \u00fcber Daten und lokales Wissen, \u00fcber ein Fr\u00fchwarnsystem f\u00fcr soziale Umbr\u00fcche.<\/strong> Sie sind Initiatoren von oder Beteiligte an den Netzwerkprozessen, \u00d6ffner in den Sozialraum, verl\u00e4sslicher und kontinuierlicher Kooperationspartner. Sie werden erlebt als politische Lobby, als Stimme mit Geh\u00f6r in \u00d6ffentlichkeit, Medien und Institutionen. <strong>Und sie verf\u00fcgen \u00fcber Immobilien, Geb\u00e4ude und Liegenschaften &#8211; ein kulturelles Kapital, das oft nur noch als Belastung empfunden wird.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Die entscheidende Frage ist, ob es gelingt, die Kirchen zu \u00f6ffnen \u2013 also auch und vielleicht zuerst das Denken zu \u00f6ffnen &#8211; und dem Geb\u00e4ude mit anderen Gruppen, Organisationen und Vereinen gemeinsam zu unterhalten<\/strong>. In dem Ma\u00dfe, in dem die Kirche gesellschaftlich an Einfluss verliert, muss sie lernen, nicht immer nur Hausherr und Gastgeber zu sein, sondern immer \u00f6fter auch Gast oder Dienstleisterin f\u00fcr andere. Inzwischen gibt es eine F\u00fclle von M\u00f6glichkeiten: Kirchen werden zu <strong>Gemeinwesenzentren, inklusiven Hotels oder niedrigschwelligen Caf\u00e9s, Konzert- oder Kulturr\u00e4ume in der Nachbarschaft entstehen, aber auch Hochzeitskirchen mit Hotel oder Diakoniekirchen wie Heilig-Kreuz in Kreuzberg. Entscheidend ist, dass das Konzept ins Quartier passt<\/strong>. <strong>Letztlich wird es darauf ankommen, dass Kirche sich mit ihrer bestehenden Infrastruktur als kooperativer Partnerin im Gemeinwesen versteht<\/strong>. Unsere Geb\u00e4ude sind f\u00fcr die eigene Arbeit mit den Hochverbundenen l\u00e4ngst zu gro\u00df. Sie waren einmal als Versammlungsr\u00e4ume und Vereinsh\u00e4user f\u00fcr den Ort gedacht \u2013 Orte, wo sich Menschen aller Couleur trafen. Heute ist f\u00fcr die meisten, die sich nicht zugeh\u00f6rig f\u00fchlen, die Schwelle zu hoch; sie empfinden Kirche eben als Clubraum. Deshalb geht es darum, Verantwortung zu teilen und auch anderen wieder Raum zu geben \u2013 gerade da, wo andere Tr\u00e4ger sich zur\u00fcckziehen und \u00f6ffentliche Orte privatisiert werden. Im Ringen um die Zukunft der Geb\u00e4ude geht es auch um die gesellschaftliche Anschlussf\u00e4higkeit von Kirchengemeinden.<\/p>\n<ol start=\"6\">\n<li><strong>Werkstatt f\u00fcr himmlische Gesellschaft <\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>\u201eEin Garten, in dem deine einzigartigen Talente und Tr\u00e4ume aufbl\u00fchen k\u00f6nnen. Eine Gemeinschaft, in der alle gleich wichtig sind. Und eine Werkstatt f\u00fcr himmlische Gesellschaft\u201c <\/strong>&#8211; das ist das Sharehouse in Berlin. Eine christliche Wohn- und Arbeitsgemeinschaft ganz unterschiedlicher Menschen von \u00fcberall her. <strong>\u201eWerkstatt f\u00fcr himmlische Gesellschaft\u201c \u2013 ich finde, das w\u00e4re ein gro\u00dfartiges Motto f\u00fcr Kirchengemeinden, die ganz bewusst in ihrer Nachbarschaft arbeiten<\/strong>. Was m\u00fcsste in dieser Werkstatt geschehen? <strong>Es geht darum, Begegnungen zu erm\u00f6glichen und Netzwerke zu kn\u00fcpfen \u2013 \u00fcber alle Unterschiede hinweg<\/strong>. So wie im Restaurant des Sharehouses, wo einige Bewohner ihre Kochk\u00fcnste zeigen.<\/p>\n<p><strong>Die evangelische Kirchengemeinde Lindlar ist inzwischen bundesweit bekannt. Sie nahm Situation ihrer Mitglieder, sondern auch die der Immobilien in der Gemeinde unter die Lupe und zog Konsequenzen<\/strong>. Es fehlten alternsgerechte Wohnungen, aber auch ein Ort der Begegnung zwischen den Generationen. So entschied sich der Kirchenvorstand f\u00fcr einen radikalen Neuanfang: Das Pfarrhaus wurde abgerissen und ein Teil des Landes verkauft. In Zusammenarbeit mit der Antoniter-Wohnungsbaugenossenschaft wurden barrierefreie Wohnungen errichtet. <strong>Und schlie\u00dflich entstand das Jubilate-Zentrum als Treffpunkt der Generationen<\/strong>. Der Clou des Ganzen war dann der Aufzug hinunter in die Innenstadt gebaut, damit auch \u00c4ltere wieder die Chance hatten, gut zum Einkaufen zu kommen \u2013 gef\u00f6rdert vom KDA<strong>. Das Konzept hat nicht nur die Gemeinde neu belebt, es hat auch ihren Einfluss in der Kommune gest\u00e4rkt, den sie nun f\u00fcr die Entwicklung zur alternsgerechten Stadt nutzt.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Bestandsaufnahme und Vision, Standortanalyse und die Kl\u00e4rung der Bedarfslage<\/strong> geh\u00f6ren zusammen. <strong>In dem Projekt \u201eQualifiziert f\u00fcrs Quartier\u201c des Evangelischen Johanneswerks in Bielefeld f\u00e4ngt alles mit Recherche von Sozialraumdaten, mit Experteninterview und einer Stadtteilerkundung an<\/strong>. Wer lebt eigentlich in unserem Stadtbezirk, wie hoch ist das Durchschnittalter, wie ist das Verh\u00e4ltnis von Alleinlebenden und Familien? Was wissen \u00c4rzte und Pflegedienste dar\u00fcber, wie hier gepflegt wird? Dann geht es darum, Gemeindemitglieder und andere B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger einzuladen. Bei einem Open-Space oder in einem World-Caf\u00e9 k\u00f6nnen gemeinsame Schritte \u00fcberlegt werden.<\/p>\n<p><strong>In der Lukaskirche in Kiel begann dieser Prozess mit Menschen aus der Gemeinde und interessierten aus befreundeten Vereinen und Institutionen. In der Kreuzkirche in Ludwigsburg schon fr\u00fch zusammen mit einem Architektenteam<\/strong>. So entstanden differenzierte Nutzungskonzepte \u2013 zum Teil gemeinsam mit der Diakonie oder anderen Betreibern. <strong>Wo immer es gelingt, neue und vision\u00e4re Konzepte zu entwickeln, da finden sich nach und nach auch F\u00f6rderm\u00f6glichkeiten auf den verschiedenen Ebenen. Heimat steht ja hoch im Kurs &#8211; in NRW und anderswo. Heimat ist nie fertig, <\/strong>sie muss immer neu gefunden und gestaltet werden \u2013 auch und gerade mit denen, die sich fremd f\u00fchlen. Wenn es gelingt, in einen lebendigen Dialog zu kommen, kann in den Kirchen und Gemeindeh\u00e4usern der Herzschlag des Quartiers sp\u00fcrbar werden. Die Bibel ist voller Erfahrung dieses Prozesses und sie enth\u00e4lt eine Verpflichtung: \u201eSuchet der Stadt Bestes und betet f\u00fcr sie zum Herrn.\u201c Es ist doch gro\u00dfartig, dass wir daf\u00fcr so brauchbare Orte haben.<\/p>\n<p>Cornelia Coenen-Marx, Wuppertal 14.11.18<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5>Literatur:<\/h5>\n<h5>Coenen-Marx, Cornelia: Die Seele des Sozialen. Diakonische Energien f\u00fcr den sozialen Zusammenhalt. G\u00f6ttingen, Vandenhoeck &amp; Ruprecht 2013<\/h5>\n<h5>Coenen-Marx, Cornelia: Aufbr\u00fcche in Umbr\u00fcchen. Christsein und Kirche in der Transformation. G\u00f6ttingen, Edition Ruprecht 2016<\/h5>\n<h5>Coenen-Marx, Cornelia \/ Hofmann, Beate: Symphonie \u2013 Drama \u2013 Powerplay. Zum Zusammenspiel von Haupt- und Ehrenamt in der Kirche. Stuttgart, Kohlhammer 2017<\/h5>\n<h5>Klie, Thomas: Caring Community \u2013 Verst\u00e4ndnis und Voraussetzungen von Verantwortungs\u00fcbernahme in lokalen Gemeinschaften, in: ders., Beate Hofmann, Cornelia Coenen-Marx (Hrsg.): Symphonie \u2013 Drama \u2013 Powerplay. Zum Zusammenspiel von Haupt- und Ehrenamt in der Kirche. Stuttgart, Kohlhammer 2017<\/h5>\n<h5>Bundesministerium f\u00fcr Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Hrsg.): Der Siebte Altenbericht der Bundesregierung. Sorge und Mitverantwortung in der Kommune Aufbau und Sicherung zukunftsf\u00e4higer Gemeinschaften, Berlin 2016. Brosch\u00fcre zu Themen und Zielen des Siebten Altenberichts im Internet: <a href=\"https:\/\/www.siebter-altenbericht.de\/index.php?eID=tx_nawsecuredl&amp;u=0&amp;g=0&amp;t=1478256145&amp;hash=e061c4e0e9811a8655963338a9ee22eb59bb0cd7&amp;file=fileadmin\/altenbericht\/pdf\/Broschuere_Themen_Ziele_Siebter_Altenbericht.pdf\">https:\/\/www.siebter-altenbericht.de\/index.php?eID=tx_nawsecuredl&amp;u=0&amp;g=0&amp;t=1478256145&amp;hash=e061c4e0e9811a8655963338a9ee22eb59bb0cd7&amp;file=fileadmin\/altenbericht\/pdf\/Broschuere_Themen_Ziele_Siebter_Altenbericht.pdf<\/a><\/h5>\n<h5>Deutsches Zentrum f\u00fcr Altersfragen: Deutscher Alterssurvey 2014. Zentrale Befunde, Berlin 2016. Kurzfassung im Internet: <a href=\"https:\/\/www.dza.de\/fileadmin\/dza\/pdf\/DEAS2014_Kurzfassung.pdf\">https:\/\/www.dza.de\/fileadmin\/dza\/pdf\/DEAS2014_Kurzfassung.pdf<\/a><\/h5>\n<h5>Putnam, Robert D. (Hrsg.), Gesellschaft und Gemeinsinn. Sozialkapital im internationalen Vergleich, G\u00fctersloh 2001.<\/h5>\n<h5>H\u00fcther, Gerald (2013): Kommunale Intelligenz. Potenzialentfaltung in St\u00e4dten und Gemeinden. Hamburg: Ed. K\u00f6rber-Stiftung.<\/h5>\n<h5>Kommunale Gemeinschaftsstelle f\u00fcr Verwaltungsmanagement (2014): Leitbild B\u00fcrgerkommune. Entwicklungschancen und Umsetzungsstrategie. KGSt-Bericht Nr. 3\/2014. K\u00f6ln.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gl\u00fcck und Seligkeit Noch einmal Herbstsonne in der Studentenstadt. Die Pl\u00e4tze in den Stra\u00dfencaf\u00e9s sind alle besetzt. 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