{"id":406,"date":"2015-02-19T16:06:14","date_gmt":"2015-02-19T16:06:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/?page_id=406"},"modified":"2026-03-20T15:22:55","modified_gmt":"2026-03-20T14:22:55","slug":"interviews","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/?page_id=406","title":{"rendered":"Interviews"},"content":{"rendered":"\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\">Hospiz, Sterbe-Begegnungskultur<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Beitrag im ORF, Voralrlberg heute, Sa., 9.4.2022|19.00 Uhr<\/p>\n\n\n\n<p>In Lauterach haben sich gestern Expert: innen mit dem Sterben in unserer Gesellschaft auseinendergesetzt. Bei der Veranstaltung der Hospiz Vorarlberg, der Hauskrankenpflege und der Connexia ging es darum wie schwerkranke und sterbende Menschen gut und sinnvoll begleitet werden k\u00f6nnen. Auch die Frag, wo ein guter Ort zum sterben w\u00e4re, wurde thematisiert.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-video\"><video controls src=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/220409_Hospiz_Sterbebegegnungskultur_720p.mp4\"><\/video><\/figure>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Allein in der Menge \u2013 auf der Suche nach Gemeinschaft<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Dezember 2025,&nbsp;Anita&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-wp-embed is-provider-radio-lora-m-nchen wp-block-embed-radio-lora-m-nchen\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"pNPxxz59UV\"><a href=\"https:\/\/lora924.de\/2025\/12\/03\/allein-in-der-menge-auf-der-suche-nach-gemeinschaft\/\">Allein in der Menge &#8211; auf der Suche nach Gemeinschaft<\/a><\/blockquote><iframe loading=\"lazy\" class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; visibility: hidden;\" title=\"&#8222;Allein in der Menge &#8211; auf der Suche nach Gemeinschaft&#8220; &#8211; Radio Lora M\u00fcnchen\" src=\"https:\/\/lora924.de\/2025\/12\/03\/allein-in-der-menge-auf-der-suche-nach-gemeinschaft\/embed\/#?secret=kXIYoK31zB#?secret=pNPxxz59UV\" data-secret=\"pNPxxz59UV\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>WDR 5: Feiertagsgespr\u00e4che<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Cornelia Coenen-Marx: Seelsorgerin, Sozialmanagerin, Pfarrerin<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Pfingstmontag, 29.05., von 12:04-13:00 Uhr in WDR 5<br><a href=\"https:\/\/www1.wdr.de\/radio\/wdr5\/sendungen\/feiertagsgespraech\/cornelia-coenen-marx-106.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www1.wdr.de\/radio\/wdr5\/sendungen\/feiertagsgespraech\/cornelia-coenen-marx-106.html<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Moderation: Kirsten Dietrich| Redaktion: Christina-Maria Purkert<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><strong>Viel vom guten Ruf der Kirchen in der Gesellschaft h\u00e4ngt an ihrer sozialen Arbeit. Der Zwang zur Ver\u00e4nderung betrifft deshalb Kirche und Diakonie<em>,<\/em>&nbsp;vom Umgang mit Care-Arbeit bis hin zur Spiritualit\u00e4t, sagt die Seelsorgerin Cornelia Coenen-Marx<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Geburtstag der Kirche<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Pfingsten wird gern knapp beschrieben als &#8222;Geburtstag der Kirche&#8220;. Doch da klingt die b\u00fcrokratisch durchorganisierte gesellschaftliche Institution durch, wie sie auch in Deutschland erst seit relativ kurzer Zeit besteht. Eigentlich ist Pfingsten ein Fest der Ver\u00e4nderung: der Geist Gottes wird wirksam, inspiriert und begeistert Menschen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie geht man mit Ver\u00e4nderung um?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wie man sinnvoll mit der Herausforderung von und dem Zwang zu Ver\u00e4nderung umgeht \u2013 diese Frage besch\u00e4ftigt Cornelia Coenen-Marx seit langem. Sie hat ihr ganzes Berufsleben leitend und gestaltend in Diakonie und Kirche gearbeitet, die Sozialpolitik ist ihr Fachgebiet genauso wie eine sorgende Ethik.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sorge f\u00fcr sich und andere<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Coenen-Marx arbeitet deshalb als Beraterin f\u00fcr Ver\u00e4nderungsprozesse. Sie denkt nach \u00fcber Spiritualit\u00e4t, \u00fcbers erf\u00fcllte Altern, dar\u00fcber, was nicht nur die Kirchen gegen die wachsende Einsamkeit in der Gesellschaft machen k\u00f6nnen. Care-Arbeit, Sorgearbeit \u2013 die Seelsorge muss diesen Bereich noch viel ernster nehmen, sowohl die Sorge f\u00fcr andere als auch Selfcare, die F\u00fcrsorge f\u00fcr sich selbst. Gerade Frauen werden in der Care-Arbeit immer noch zu selbstverst\u00e4ndlich und ungefragt in Anspruch genommen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-audio\"><audio controls src=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/wdrreligion_2023-05-29_corneliacoenenmarxseelsorgerinsozialmanagerinpfarrerin_wdr5.mp3\"><\/audio><\/figure>\n\n\n\n<p><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www1.wdr.de\/radio\/wdr5\/sendungen\/feiertagsgespraech\/cornelia-coenen-marx-106.html\" target=\"_blank\"><br><\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>THEOLOGIN WARNT KIRCHE<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>K\u00fcnftig weniger Rentner in Ehren\u00e4mtern?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>31.01.2023 | epd | <a href=\"https:\/\/www.evangelisch.de\/rubriken\/ekd-und-kirchen\">EKD und Kirchen<\/a> |  epd-Gespr\u00e4ch: Julia Riese<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.evangelisch.de\/inhalte\/211824\/31-01-2023\/theologin-warnt-kirche-kuenftig-weniger-rentner-ehrenaemtern\">https:\/\/www.evangelisch.de\/inhalte\/211824\/31-01-2023\/theologin-warnt-kirche-kuenftig-weniger-rentner-ehrenaemtern<\/a><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Bildschirmfoto-2023-02-01-um-11.33.49.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"997\" height=\"616\" src=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Bildschirmfoto-2023-02-01-um-11.33.49.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-7155\" srcset=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Bildschirmfoto-2023-02-01-um-11.33.49.png 997w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Bildschirmfoto-2023-02-01-um-11.33.49-300x185.png 300w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Bildschirmfoto-2023-02-01-um-11.33.49-768x475.png 768w\" sizes=\"(max-width: 997px) 100vw, 997px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Kirche kann in Zukunft nach Ansicht der Theologin Coenen-Marx nicht mehr davon ausgehen, dass sich \u00e4ltere Menschen ganz selbstverst\u00e4ndlich ehrenamtlich engagieren.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Es gab immer die Einstellung, dass alte Menschen ohnehin da sind&#8220;, sagte die nieders\u00e4chsische&nbsp;Theologin Cornelia Coenen-Marx&nbsp;dem Evangelischen Pressedienst (epd). Die Rentner der kommenden Jahre und Jahrzehnte w\u00fcrden viel st\u00e4rker auf ihre eigenen Bed\u00fcrfnisse achten, ist die Pastorin \u00fcberzeugt. Sie k\u00f6nnten sich aussuchen, ob und wo sie ihre Energie und Kreativit\u00e4t einbringen wollen: &#8222;Ihre Ideen k\u00f6nnen Kirche vorantreiben, aber sie kommen nicht von allein.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kirche m\u00fcsse in das Engagement alter Menschen k\u00fcnftig mehr investieren, statt es als kostenlosen Ersatz f\u00fcr das Hauptamt zu betrachten. Dass aktive und selbstbestimmte Rentner:innen nachkommen, d\u00fcrfe nicht bedeuten, dass Geld f\u00fcr Altenarbeit eingespart wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch auch Anerkennung f\u00fcr das Engagement sei wichtig, ist die ehemalige Leiterin des Referats Sozial- und Gesellschaftspolitik der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) \u00fcberzeugt. &#8222;Gerade w\u00e4hrend Corona konnten viele \u00c4ltere ihre Ehren\u00e4mter nicht mehr aus\u00fcben, weil sie selbst zur gef\u00e4hrdeten Gruppe geh\u00f6rten.&#8220; Viele h\u00e4tten in dieser Zeit gemerkt, wie viel ihnen die ehrenamtliche T\u00e4tigkeit abverlangt hatte und wie wenig sie daf\u00fcr gesehen worden seien. Viele h\u00e4tten das Ehrenamt danach nicht wieder aufgenommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Hinzu komme, dass die meisten Menschen im sozialen&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.evangelisch.de\/inhalte\/175524\/10-09-2020\/praeses-der-ekd-synode-sieht-wachsende-bedeutung-des-ehrenamts\" target=\"_blank\">Ehrenamt<\/a>&nbsp;Frauen sind, die schon ihr ganzes Leben lang unbezahlte Sorgearbeit geleistet haben. Gerade finanziell benachteiligte Frauen seien unter Umst\u00e4nden im Alter darauf angewiesen, Geld dazuzuverdienen, statt ihre Zeit kostenlos anzubieten, erl\u00e4uterte Coenen-Marx: &#8222;Dieses Ehrenamtsmodell und dieses Frauenbild haben keine Zukunft.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>rauen engagierten sich in zehn oder 20 Jahren nicht mehr f\u00fcr Institutionen, sondern f\u00fcr ihre Altersgruppe, die n\u00e4chste Generation oder f\u00fcr das, was ihnen Spa\u00df macht. Um weiterhin neue Ehrenamtliche zu gewinnen, m\u00fcsse die Kirche st\u00e4rker auf verbindende Themen zwischen den Generationen setzen. Sowohl Alte als auch Junge m\u00fcssten die Erfahrung machen, dass sie sowohl geben als auch nehmen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Insgesamt zehn Thesen zum Thema Kirche, Alter und Ehrenamt wird Cornelia Coenen-Marx am Donnerstag (2. Februar) bei der digitalen Landeskonferenz Alter des Amts f\u00fcr Gemeindedienst in N\u00fcrnberg vorstellen.&nbsp;<a href=\"https:\/\/afg-elkb.de\/fortbildung-veranstaltungen\/veranstaltungsdetails\/kommen-die-babyboomer-602\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Die Konferenz tr\u00e4gt den Titel &#8222;Kommen die Babyboomer?&#8220;<\/a>&nbsp;und will die Erwartungen der Kirche an diese Generation in den Blick nehmen.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-wp-embed is-provider-evangelischer-kirchenverband-k-ln-und-region wp-block-embed-evangelischer-kirchenverband-k-ln-und-region\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"gagux1JVb3\"><a href=\"https:\/\/www.kirche-koeln.de\/die-neuentdeckung-der-gemeinschaft-cornelia-coenen-marx-gibt-impulse-fuer-die-gesellschaft-und-kirche-von-heute\/\">Die Neuentdeckung der Gemeinschaft \u2013 Cornelia Coenen-Marx gibt Impulse f\u00fcr die Gesellschaft und Kirche von heute<\/a><\/blockquote><iframe loading=\"lazy\" class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; visibility: hidden;\" title=\"&#8222;Die Neuentdeckung der Gemeinschaft \u2013 Cornelia Coenen-Marx gibt Impulse f\u00fcr die Gesellschaft und Kirche von heute&#8220; &#8211; Evangelischer Kirchenverband K\u00f6ln und Region\" src=\"https:\/\/www.kirche-koeln.de\/die-neuentdeckung-der-gemeinschaft-cornelia-coenen-marx-gibt-impulse-fuer-die-gesellschaft-und-kirche-von-heute\/embed\/#?secret=nOqmupzevK#?secret=gagux1JVb3\" data-secret=\"gagux1JVb3\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Neuentdeckung der Gemeinschaft \u2013 Cornelia Coenen-Marx gibt Impulse f\u00fcr die Gesellschaft und Kirche von heute<\/h2>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Beitrag ver\u00f6ffentlicht: 2. August 2022<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Der Mensch ist ein Gemeinschaftswesen. Aktuell steht die Gesellschaft aber zwischen zwei Polen: eine enger zusammengewachsene, solidarische Gemeinschaft im Angesicht von Corona, der Flutkatastrophe 2021 oder aktuell dem Ukraine-Krieg auf der einen Seite \u2013 eine zunehmende Spaltung der Gesellschaft in Arm und Wohlhabend, Integrierte und Au\u00dfenstehende auf der anderen. Dazu drohen regelm\u00e4\u00dfig aufgeheizte Debatten um aktuelle Themen wie Corona, Klimawandel und die Zukunft Deutschlands und der Welt weitere Keile zwischen Bev\u00f6lkerungsgruppen zu treiben. Viele Menschen leiden zudem unter Verunsicherung, \u00c4ngsten und Einsamkeit. Eine Expertin f\u00fcr das Thema Gemeinschaft ist die Oberkirchenr\u00e4tin i.R. Cornelia Coenen-Marx aus Garbsen in der Region Hannover. Sie hat unter anderem ein Buch \u00fcber \u201eDie Neuentdeckung der Gemeinschaft\u201c geschrieben, publiziert zu dem Thema und h\u00e4lt Vortr\u00e4ge dar\u00fcber. So auch vor kurzem in der Melanchthon-Akademie.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eUnsere Welt hat Fl\u00fcgel bekommen\u201c, sagt Cornelia Coenen-Marx. Sie ist volatil geworden, beweglich, aber auch unstetig. \u201eDer klar und verl\u00e4sslich gezeichnete Rahmen, in dem Menschen \u00fcber Jahrhunderte zusammengelebt haben, hat sich aufgel\u00f6st \u2013 das gilt f\u00fcr Geschlechterrollen wie f\u00fcr Familienbilder, f\u00fcr Biografien wie f\u00fcr Berufswege.\u201c Im Grunde, so sagt sie, lebe jede und jeder in einer eigenen Welt, wir haben eine \u201eGesellschaft der Singularit\u00e4ten\u201c. Dabei w\u00fcnschen sich die meisten Menschen nichts mehr als stabile Beziehungen in Familie, Freund- und Partnerschaften.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Gesellschaft braucht Engagement<\/h4>\n\n\n\n<p>Doch berufsbedingte Umz\u00fcge und Neustarts oder zuletzt in der Corona-Pandemie das Auseinanderrei\u00dfen der Familien und Bezugsgruppen \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum hinweg f\u00fchren dazu, dass Menschen \u201edie allt\u00e4gliche soziale Einbettung in Familie und Nachbarschaft\u201c verlieren, so Coenen-Marx. Hinzu kommt, dass ein Gro\u00dfteil der \u00e4lteren und alten Menschen allein lebt, 40 Prozent der \u00fcber 75-J\u00e4hrigen. In einer Studie der Universit\u00e4t Frankfurt gab rund ein F\u00fcnftel der befragten 70- bis 89-J\u00e4hrigen an, ihre Wohnung in der Woche zuvor kaum verlassen zu haben.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend zu Beginn der Pandemie eine Welle der Solidarit\u00e4t an vielen Orten daf\u00fcr sorgte, dass Menschen f\u00fcreinander einkauften und aufeinander achteten, versch\u00e4rfte sich mit zunehmender Dauer die gesellschaftliche und sozio\u00f6konomische Spaltung, beobachtete Cornelia Coenen-Marx, die als Inhaberin und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin die Agentur \u201eSeele und Sorge\u201c f\u00fchrt. Deutlich wurde in der Zeit der Sozialen Distanzierung voneinander aber auch, wie sehr die Gesellschaft auf das Engagement der \u00c4lteren angewiesen ist, ob als Gro\u00dfeltern, die berufst\u00e4tige Eltern unterst\u00fctzen, oder als Ehrenamtliche in Krankenh\u00e4usern und Altenheimen, in Hospizdiensten oder Gemeinden, in der Hausaufgabenbetreuung oder im Einsatz f\u00fcr Gefl\u00fcchtete.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">\u201eSorgende Gemeinschaft braucht Sorgestrukturen\u201c<\/h4>\n\n\n\n<p>Sorget\u00e4tigkeiten werden heute vor allem als Dienstleistung verstanden, beschreibt Cornelia Coenen-Marx die Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte. Es entstanden immer komplexere Hilfe- und Behandlungsketten. \u201eDabei wurden die ohnehin zu gering bezahlten Dienstleistungen auf das medizinisch Notwendige beschr\u00e4nkt und die Kontaktfl\u00e4chen mit Nachbarschaft und Kirchengemeinden immer mehr reduziert.\u201c Erst in den vergangenen Jahren werde versucht, dies wieder zu \u00e4ndern.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch bin mir nicht sicher, ob die Erfahrung, wie wesentlich neben den informellen Netzwerken ein tragf\u00e4higer Sozialstaat ist, in Erinnerung bleiben wird\u201c, sagt Coenen-Marx im Interview mit kirche-koeln.de mit Blick auf die Coronazeit. \u201eGemeinschaft \u2013 soviel ist klar \u2013 wird auf der einen Seite in Familien, Nachbarschaften, Gemeinden, Vereinen und informellen Netzwerken gebildet, ist dabei aber auf eine kommunale Infrastruktur von der Tageseinrichtung bis zur Langzeitpflege, von den Schulen bis zum Gesundheitsamt angewiesen. Sorgende Gemeinschaft braucht Sorgestrukturen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Chancen und Aufgaben f\u00fcr die Kirchen<\/h4>\n\n\n\n<p>In ihren Publikationen und Vortr\u00e4gen stellt Cornelia Coenen-Marx Beispiele vor, wie Netzwerke entstehen und sich Gemeinschaft in Quartieren entwickeln kann. Das kann die n\u00e4here Nachbarschaft sein, ein Stadtviertel oder ein Stadtraum, der eine eigene, gemeinschaftliche Identit\u00e4t hat oder herausbildet. Hier sieht sie auch neue Chancen sowie Aufgaben f\u00fcr die Kirchen, die vor allem R\u00e4ume \u00f6ffnen und anbieten sollten, etwa durch vielf\u00e4ltige Nutzungsm\u00f6glichkeiten von Gemeindezentren, die sie mit den Menschen, mit Gruppen und Organisationen vor Ort teilen. Auch die Schaffung generationen\u00fcbergreifender Treffpunkte und Lebensorte geh\u00f6rt dazu. Oder niedrigschwellige Aktionen wie die Kirchenbank auf dem Marktplatz in Witten oder der Gespr\u00e4chstisch auf dem D\u00fcsseldorfer Wochenmarkt. \u201eWenn die Kirchen vielen fremd, f\u00fcr andere zum Museum geworden sind, dann geht es darum, Gott einen Ort in dieser Welt zu sichern\u201c, greift Coenen-Marx Gedanken der Mystikerin Madeleine Delbr\u00eal auf, \u201emit unserem eigenen Glauben und Leben.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Beispiel ist das Projekt \u201eLebenswert\u201c in Reutlingen. Die Kreuzkirchengemeinde und ihre Partner vernetzten in wenigen Jahren hunderte unterschiedlicher Menschen in der Stiftung \u201eLebenswerte Nachbarschaft\u201c, berichtet Coenen-Marx. Job- und Lesepatinnen und -paten geh\u00f6ren dazu, ein Sprachtranining f\u00fcr Gefl\u00fcchtete, das \u201eZwergencaf\u00e9\u201c oder das Angebot \u201eWandern mit Anderen\u201c. \u201eNeuzugezogene finden hier schnell Gleichgesinnte und wer Hilfe braucht, eine Telefonnummer. Die Schulrektorin ist genauso involviert wie die Stabsstelle f\u00fcr B\u00fcrgerschaftliches Engagement in der Kommune\u201c, erl\u00e4utert die Seelsorgerin.<\/p>\n\n\n\n<p>Den Kirchen d\u00fcrfe es nicht zuerst um den eigenen Fortbestand und Mitgliedergewinnung gehen, betont Coenen-Marx. Kirchen sollten stattdessen ein \u201eEnergiestrom f\u00fcr das Gemeinwesen\u201c sein, zitiert sie Delbr\u00eal. \u201eGemeinwesendiakonie ist das Gebot der Stunde\u201c, sagt Cornelia Coenen-Marx. Gerade Kirchengemeinden haben das Potenzial, das Miteinander, \u201eeine neue Familiaritas zu entwickeln, wo Familien in der mobilen Gesellschaft ihre \u00fcberkommenen Funktionen nicht mehr erf\u00fcllen k\u00f6nnen\u201c, so die Expertin. \u201eZwar fehlen die alten Gemeindeschwestern, die Familien und Nachbarschaften kannten und Netzwerke im Quartier kn\u00fcpfen konnten. An ihrer Stelle entstehen aber neue Initiativen von ehrenamtlich Engagierten, oft zusammen mit professioneller Unterst\u00fctzung von Diakonie und Erwachsenenbildung. Leihomas, Mentoren, neue Kontakte zwischen Altenzentren und Kinderg\u00e4rten tragen dazu bei, dass Wahlfamilien entstehen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Kraft sch\u00f6pfen aus dem Miteinander<\/h4>\n\n\n\n<p>Die H\u00e4ufung und \u00dcberlagerung von Krisen versch\u00e4rft aktuell gesellschaftliche Spannungen, so Coenen-Marx mit Blick auf Pandemie und Krieg, Wirtschafts-, Energie- und Klimakrise. \u201eNotwendig sind neben sozialpolitischen Ma\u00dfnahmen und einem steuerlichen Lastenausgleich Angebote, die die Teilhabe st\u00e4rken, wie Schulsozialarbeit, Quartiersarbeit, und solche, die zur Integration von Gefl\u00fcchteten und Migranten beitragen\u201c, sagt Cornelia Coenen-Marx. \u201eHier sind die Kirchen besonders gefragt \u2013 sie haben Geb\u00e4ude vor Ort, dazu hauptamtliche Mitarbeiter und eine gute Vernetzung im Quartier.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Woraus k\u00f6nnen Menschen in dieser Zeit Kraft sch\u00f6pfen? \u201eDie Hochaltrigen erinnern sich daran, dass sie in Krisenzeiten in die Kirche gingen; genau das war aber in Corona nicht m\u00f6glich\u201c, antwortet die Seelsorgerin. Zoom-Konferenzen und Telefondienste haben dieses unmittelbare Miteinander nicht ersetzt. \u201eDas wird nun nicht ,von selbst\u2018 wieder aufbl\u00fchen\u201c, sagt Coenen-Marx. \u201eEs muss mit neuen Formaten einge\u00fcbt werden, zum Beispiel bei Generationengespr\u00e4chen \u2013 gern auch an dritten Orten wie Gastst\u00e4tten, G\u00e4rten und H\u00f6fen.\u201c Dazu m\u00fcsse es gottesdienstliche Angebote in der Stadt geben, wie Weihnachtswege oder Singen im Stadion.<\/p>\n\n\n\n<p>Letztlich, davon ist Cornelia Coenen-Marx \u00fcberzeugt, komme es f\u00fcr die Gegenwart und Zukunft von Gemeinschaft darauf an, voneinander und miteinander zu lernen. \u201eDabei geht es heute nicht nur um die Weitergabe von Traditionen, sondern mehr als in fr\u00fcheren Zeiten um die Erschlie\u00dfung der Zukunft.\u201c Kinder und Jugendliche mit ihren Erfahrungen, ihren Fragen und ihren Ideen sind dabei ernst zu nehmen und zu unterst\u00fctzen. Dazu bedarf es Offenheit und eines Sich-Einlassens. Cornelia Coenen-Marx gibt ihren Leserinnen und Zuh\u00f6rern eine Impulsfrage mit: \u201eHaben wir den Mut einer frischen, j\u00fcngeren Generation zuzuh\u00f6ren, Verantwortung zu \u00fcbertragen, sie zu st\u00e4rken und zu unterst\u00fctzen, Neues zu wagen, uns wieder zum Mitmachen zu motivieren, zu \u00fcberzeugen und gemeinsam mit ihnen zu lernen?\u201c<br><\/p>\n\n\n\n<p>Text: Hildegard Mathies<br>Foto(s): Peter Wirtz<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Kirsten Dietrich, <strong><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www1.wdr.de\/radio\/wdr5\/sendungen\/lebenszeichen\/spiritualitaet-und-selbstoptimierung-100.html\" target=\"_blank\">\u201eSelfcare. Schaumbad, Spiritualit\u00e4t und Selbstoptimierung\u201c<\/a><\/strong> WDR Lebenszeichen, 8.5.2022, Redaktion: Christina-Maria Purkert<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\">Selfcare \u2013 Schaumbad, Spiritualit\u00e4t und Selbstoptimierung<\/p>\n\n\n\n<p>Stand:&nbsp;29.04.2022, 11:41 Uhr<a><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Der wichtigste Mensch in deinem Leben bist du.&#8220; Dieser Satz liest sich unterschiedlich, je nachdem, welcher Generation man angeh\u00f6rt: f\u00fcr \u00e4ltere Frauen als Ausdruck eines unerh\u00f6rten Egoismus, f\u00fcr j\u00fcngere als Selbstverst\u00e4ndlichkeit \u2013 und Arbeitsauftrag.<\/p>\n\n\n\n<p>Selfcare oder Selbstf\u00fcrsorge will dazu anleiten, die eigenen Bed\u00fcrfnisse ernst zu nehmen. Daf\u00fcr wird eine breite Palette von Methoden aufgerufen, vom Schaumbad und &#8222;mal F\u00fcnfe grade sein lassen&#8220; bis zu Zeitmanagement und Alltagsritualen aus dem Bestand aller religi\u00f6sen Richtungen. Tu, was Dir gut tut, das ist schon Spiritualit\u00e4t genug! Und so schillert dann auch die Wirkung: von notwendiger Atempause und Gegenmittel zu weiblicher Selbstaufopferung bis zur weiteren Station im Hamsterrad der Selbstoptimierung. Eine Erkundung nicht nur zum Muttertag.<\/p>\n\n\n\n<p>Autorin: Kirsten Dietrich<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-audio\"><audio controls src=\"blob:https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/f29a700f-308e-4ee4-8014-daf61e6ce7b1\"><\/audio><\/figure>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-style-default\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.rbb-online.de\/content\/dam\/rbb\/kul\/_imago\/2022\/04\/selfcare-imago0098699060h-1280.jpg.jpg\/size=966x543.jpg\" alt=\"Selbstf\u00fcrsorge \u2013\u00a0eine Frau nippt an einer Tasse Kaffee; \u00a9\u00a0imago-images\/Thomas Trutschel\" title=\"Selbstf\u00fcrsorge \u2013\u00a0eine Frau nippt an einer Tasse Kaffee; \u00a9\u00a0imago-images\/Thomas Trutschel\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Bild: imago-images\/Thomas Trutschel <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>So 24.04.2022 | 17:00 | Couragiert unterwegs<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Care und Self-Care<\/h3>\n\n\n\n<p>Am Mikrofon: <a href=\"https:\/\/www.rbb-online.de\/rbbkultur\/radio\/team\/team\/kirsten_dietrich.html\">Kirsten Dietrich<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Die Art der Selbstf\u00fcrsorge, um die es mir geht, l\u00e4sst sich als progressiv beschreiben&#8220; \u2013 so Svenja Gr\u00e4fen in ihrem Buch &#8222;Radikale Selbstf\u00fcrsorge. Jetzt! Eine feministische Perspektive&#8220;.<br><br>Wie feministisch und radikal ist es, auf das eigene Wohlbefinden zu achten? Geh\u00f6ren das Erkennen eigener Gef\u00fchle und genug Schlaf schon zur Rebellion? Das Buch will kein Ratgeber sein.<br><br>Warum es kein Luxus ist, f\u00fcr sich selbst zu sorgen, um schlie\u00dflich auch f\u00fcr andere da zu sein, dar\u00fcber spricht Kirsten Dietrich mit<strong> Svenja Gr\u00e4fen<\/strong> und mit <strong>Cornelia Coenen-Marx, <\/strong>Theologin und Autorin.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.rbb-online.de\/rbbkultur\/radio\/programm\/schema\/sendungen\/couragiert_unterwegs\/archiv\/20220424_1700.html\">https:\/\/www.rbb-online.de\/rbbkultur\/radio\/programm\/schema\/sendungen\/couragiert_unterwegs\/<\/a><a href=\"https:\/\/www.rbb-online.de\/rbbkultur\/radio\/programm\/schema\/sendungen\/couragiert_unterwegs\/archiv\/20220424_1700.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">archiv<\/a><a href=\"https:\/\/www.rbb-online.de\/rbbkultur\/radio\/programm\/schema\/sendungen\/couragiert_unterwegs\/archiv\/20220424_1700.html\">\/20220424_1700.html<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Zum h\u00f6ren:<\/p>\n\n\n\n<p><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/rbbmediapmdp-a.akamaihd.net\/content\/c5\/77\/c57747c4-5738-44a6-a0cd-01045355f988\/6e8167da-b1f7-47fe-bbe7-3f6abadff2da_4d0b958a-2a22-4070-8e25-eb6f312a7510.mp3\" target=\"_blank\">Download (mp3, 81 MB)<\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\"><strong>Hospiz, Sterbe-Begegnungskultur<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Beitrag im ORF, Voralrlberg heute, Sa., 9.4.2022|19.00 Uhr<\/p>\n\n\n\n<p>In Lauterach haben sich gestern Expert: innen mit dem Sterben in unserer Gesellschaft auseinendergesetzt. Bei der Veranstaltung der Hospiz Vorarlberg, der Hauskrankenpflege und der Connexia ging es darum wie schwerkranke und sterbende Menschen gut und sinnvoll begleitet werden k\u00f6nnen. Auch die Frag, wo ein guter Ort zum sterben w\u00e4re, wurde thematisiert.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-video\"><video controls src=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/220409_Hospiz_Sterbebegegnungskultur_720p.mp4\"><\/video><\/figure>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<p><strong>NetzWerkstatt Nr 2 Kirche \u2013 Alter \u2013 Zukunftsr\u00e4ume<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Kirche und die Babyboomer mit Cornelia Coenen-Marx<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Die Kirche und die Babyboomer mit Cornelia Coenen-Marx\" width=\"750\" height=\"422\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/im522ttI65s?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Kirche der Zukunft: Kurzinterview mit Oberkirchenr\u00e4tin a.D. Cornelia Coenen-Marx #zukunftderkirche\" width=\"750\" height=\"422\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/SNRVnD2ho0U?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-audio\"><audio controls src=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/20200407-1208.m.mp3\"><\/audio><figcaption class=\"wp-element-caption\"> Cornelia Coenen-Marx: \u201eMisch dich ein!\u201d <br><strong> <a href=\"https:\/\/www.swr.de\/swr2\/leben-und-gesellschaft\/cornelia-coenen-marx-evangelische-theologin-swr2-zeitgenossen-2020-04-10-100.html\">Sendung vom <br> <\/a><\/strong><abbr title=\"Freitag\"><strong><a href=\"https:\/\/www.swr.de\/swr2\/leben-und-gesellschaft\/cornelia-coenen-marx-evangelische-theologin-swr2-zeitgenossen-2020-04-10-100.html\">Fr<\/a><\/strong><\/abbr><strong><a href=\"https:\/\/www.swr.de\/swr2\/leben-und-gesellschaft\/cornelia-coenen-marx-evangelische-theologin-swr2-zeitgenossen-2020-04-10-100.html\">, 10.4.2020 17:05 Uhr, SWR2 Zeitgenossen, SWR2 <\/a><\/strong><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<p>Interview mit Cornelia Coenen-Marx, \u201eEnsemble\u201c, der Schweizer Kirchenzeitung Bern-Solothurn<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>\u00abKirchgemeinden haben eine Br\u00fcckenfunktion<\/strong>\u00bb<\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Cornelia\nCoenen-Marx ist evangelische Theologin und ehemalige Oberkirchenr\u00e4tin der\nEvangelischen Kirchen in Deutschland. Die Sorge f\u00fcr Kranke und Sterbende geh\u00f6rt\nf\u00fcr sie zur DNA der Kirche.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Renata Aebi und Pascal M\u00f6sli<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was ist der Mehrwert von Caring Communities gegen\u00fcber der\nstaatlich organisierten, professionellen Betreuung von Menschen im hohen Alter?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Sorgende\nGemeinschaften leben vom Miteinander in der Nachbarschaft. Sie sind\nniedrigschwellig und alltagsnah. Es geht um Unterst\u00fctzung bei Eink\u00e4ufen, Arzt-\nund Friedhofsbesuchen, aber auch um eine Erz\u00e4hlstunde beim Zvieri oder einen\nKonzertbesuch. Sorge ist hier keinesfalls eine Einbahnstrasse \u2013 sie lebt wie\nalle Nachbarschaftshilfe von Wechselseitigkeit, die das Leben bereichert. Dabei\nsind Hochaltrige, Pflegebed\u00fcrftige und Sterbende nicht nur Hilfsbed\u00fcrftige. Mit\nihrer langen Lebenserfahrung haben sie zugleich viel zu geben. Anders als\nprofessionelle Betreuungspersonen m\u00fcssen freiwillig Engagierte&nbsp; nicht dauernd auf die Uhr schauen und auf\nEffizienz achten. Gleichwohl sind solche familienerg\u00e4nzenden\nzivilgesellschaftlichen Sorgegruppen darauf angewiesen, dass es verl\u00e4ssliche professionelle\nHilfesysteme gibt, und sie tun gut daran, mit ihnen zusammenzuarbeiten. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie w\u00fcrden Sie den Begriff der \u00abSorge\u00bb umschreiben?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u00abSorge\u00bb ist dem englischen Begriff \u00abCare\u00bb\nentlehnt und steht f\u00fcr alle Beziehungs- und Zuwendungsarbeit privater wie\nprofessioneller Natur. Die feministische Theorie problematisiert mit dem\nBegriff die Dominanz einer \u00f6konomisierten Sichtweise im Sozial- und\nGesundheitswesen, die den Menschen zum blossen Kunden und Empf\u00e4nger von\nDienstleistungen macht. \u00abSorge\u00bb steht f\u00fcr das grundlegende, umfassende\nF\u00fcreinander-da-sein, das sich nicht einfach in Zahlen umrechnen l\u00e4sst. Die\nSelbstverst\u00e4ndlichkeit, mit der private Sorgeleistungen weitgehend kostenlos\nerbracht werden, ist gleichwohl ein ebenso grosses Problem wie die\n\u00d6konomisierung des Sozial- und Gesundheitswesens. \u00abSorgende Gemeinschaften\u00bb\nstehen f\u00fcr gemeinsame Werte und Verantwortungsbeziehungen; sie leben aus der\nKooperation von Freiwilligen mit Berufst\u00e4gigen. Dabei geh\u00f6ren der Blick auf die\nfinanziellen und zeitlichen Ressourcen zusammen \u2013 und auf den gemeinsamen \u00abSpirit\u00bb,\nder ganz unterschiedliche Menschen zusammenh\u00e4lt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Mehrheit der Menschen w\u00fcnscht sich, zuhause sterben\nzu k\u00f6nnen. Tats\u00e4chlich sterben aber die meisten in Spit\u00e4lern und in\nPflegeeinrichtungen. Was braucht es, damit diese Vision Wirklichkeit werden\nkann?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Zuallererst\neine gute Zusammenarbeit zwischen ambulanten Pflege- und Hospizdiensten, dem\n\u00e4rztlichen Dienst und den Seelsorgeangeboten einerseits sowie Familien,\nNachbarschaften, Sorgenden Gemeinschaften andererseits. Dabei k\u00f6nnen Kirchgemeinden\neine wichtige Br\u00fcckenfunktion \u00fcbernehmen \u2013 in der professionellen\nZusammenarbeit mit Arztpersonen und Wohlfahrtsdiensten, aber auch in der\nzivilgesellschaftlichen Zusammenarbeit mit ehrenamtlich engagierten\nGemeinschaften. Dann braucht es aber auch barrierearme Wohnungen, teilstation\u00e4re\nTagesangebote f\u00fcr Pflegebed\u00fcrftige, deren Angeh\u00f6rige erwerbst\u00e4tig sind, und\nUnterst\u00fctzungsangebote f\u00fcr pflegende Angeh\u00f6rige, von der Beratung bis zu Urlaubs-\nund Auszeiten. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Viele \u00abjunge Alte\u00bb engagieren sich in solchen Sorgegemeinschaften.\nHaben sie den Altruismus wiederentdeckt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u00abIch f\u00fcr mich. Ich mit anderen f\u00fcr mich. Ich\nmit anderen f\u00fcr andere. Andere mit anderen f\u00fcr mich\u00bb: So beschreibt Margret\nSchunk von der Aktion \u00abAltern neu gestalten\u00bb den Kern ihres Engagements. Je \u00e4lter wir werden, desto mehr sind\nwir auf Freunde und Wahlverwandte oder eine verl\u00e4ssliche Nachbarschaft\nangewiesen. Wir werden gebrechlicher, die Mobilit\u00e4t nimmt ab, der Lebensraum\nwird enger. Zudem leben viele Familien nicht mehr am gleichen Ort. Dabei tut es\ngerade im Alter gut, am Leben der J\u00fcngeren teilzunehmen. Wer Unterst\u00fctzung\nbraucht, wird auch anderen etwas geben wollen. Sorgende Gemeinschaften sind\nalso Netzwerke, die allen Beteiligten etwas bringen \u2013 gerade, wenn sie die generationen\u00fcbergreifend\nsind. Das Prinzip: Einkaufsdienste gegen Schulaufgabenhilfe. Es geht also nicht\nso sehr um Altruismus, sondern um das Entstehen eines Netzwerks, das allen n\u00fctzt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was k\u00f6nnen Kirchgemeinden zu zivilgesellschaftlichen\nSorgenetzwerken beitragen? Wie k\u00f6nnen sie sich als Sozial- und Beziehungsr\u00e4ume\nin die neuen Sorgestrukturen einbringen? <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Kirchgemeinden\nhaben mehrere Vorteile: Sie sind eng mit dem Ort, seiner Geschichte und den\nanderen Organisationen verbunden und sie verf\u00fcgen \u00fcber R\u00e4ume. Zudem ist das\nMiteinander von freiwillig Engagierten und Berufst\u00e4tigen einge\u00fcbt und es gibt\neinen gemeinsamen \u00abSpirit\u00bb, aus dem sich Verantwortungsbeziehungen speisen. Die\nSorge f\u00fcr Kranke und Sterbende geh\u00f6rt zur DNA der Kirche \u2013 Menschen zu pflegen\nund zu besuchen, Tote zu bestatten und Trauernde zu begleiten. In einer\ns\u00e4kularen und pluralen Gesellschaft werden diese Aufgaben von vielen\nverschiedenen Organisationen \u00fcbernommen. Darum ist es notwendig, sich zu\norganisieren, sich an runden Tischen einzubringen und auch die eigenen R\u00e4ume\nf\u00fcr andere Engagierte zu \u00f6ffnen. Dabei haben Kirchgemeinden noch immer eine\nbesondere seelsorgliche Kompetenz. Viele neue Angebote wie \u00abLetzte-Hilfe-Kurse\u00bb\noder Kurse f\u00fcr Menschen, die pflegende Angeh\u00f6rige begleiten und st\u00e4rken wollen,\nzeugen davon.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Das hohe Alter ist eine Phase hoher Verletzlichkeit, die\ngleichzeitig auch Raum f\u00fcr Entwicklung und Reife bietet. Wo sehen Sie die\nM\u00f6glichkeiten von kirchlicher Seelsorge und Diakonie, Menschen darin zu\nbegleiten?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es ist die bewusste Auseinandersetzung mit der\nEndlichkeit, die dem Leben Tiefe gibt. Das Verrinnen der Zeit kann auch ein Anlass\nsein, den Augenblick ganz bewusst wahrzunehmen und zu gestalten. Die Theologin\nSabine Bobert sieht das Gebet als eine M\u00f6glichkeit, sich auf das Wesentliche zu\nkonzentrieren und Ruhe, Gelassenheit und Frieden zu finden. Dabei kann es auch\nnur um eine Gebetsformel gehen wie \u00abJesus Christus, erbarme dich meiner\u00bb oder \u00abLiebe\numgibt mich\u00bb. Sabine Bobert will einladen, sich ganz und offen auf das Leben,\nauf Gott einzulassen. \u00abDie mystische Erfahrung setzt voraus, dass wir von\nBarrieregef\u00fchlen frei geworden sind, von Gef\u00fchlen wie Hass, Angst, Wut, Neid,\nL\u00e4hmung und Zweifel\u00bb, schreibt sie. Solche Gef\u00fchle entfremden uns voneinander\nund von uns selbst; sie schneiden uns von unserer Wesensmitte und von Gott ab.\nIm Urlaub, w\u00e4hrend einer Krankheit oder im Alter, wenn Zeit zum Innehalten ist,\nk\u00f6nnen die alten Gespenster richtig munter werden. Aber \u00absie wollen uns keine\nAngst einjagen; vielmehr wollen sie endlich in Rente gehen\u00bb, schreibt Brigitte\nHieronimus in ihrem Buch \u00abMut zum Lebenswandel\u00bb. Sie spricht von ihnen als Entwicklungshelfern:\nSie helfen uns, das Blockierte in uns wieder wahrzunehmen und uns auszus\u00f6hnen \u2013\nauch mit den Ecken und Kanten des eigenen Lebens. Menschen dabei begleiten zu\nd\u00fcrfen, ist ein grosses Privileg von haupt- und ehrenamtlichen Seelsorgekr\u00e4ften\nin Kirche und Diakonie. Dazu braucht es, wie in der Hospizarbeit\nselbstverst\u00e4ndlich, Fortbildung und Supervision.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie k\u00f6nnen Kirchgemeinden zu einer \u00abaltersfreundlichen\u00bb\nKultur beitragen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Zuallererst\ngeht es darum, die \u00c4lteren, die sich in der Gemeinde zusammenfinden und\nengagieren, wertzusch\u00e4tzen. Es gibt leider immer noch eine Haltung, die ein\nwenig absch\u00e4tzig auf die \u00c4lteren sieht. Zur Wertsch\u00e4tzung geh\u00f6rt, die Anliegen\nund Ideen der \u00c4lteren aufzunehmen und zu unterst\u00fctzen: So entstehen Netzwerke,\nvon Leih-Omas bis zu gemeinsamen Rollstuhl- und Rollator- Spazierg\u00e4ngen, die\nauch anderen Menschen n\u00fctzen. Wenn Kirchgemeinden die Pflegebed\u00fcrftigen nicht\nvergessen, die krankheitsbedingt nicht mehr kommen k\u00f6nnen, sondern gut\nvernetzte Besuchsdienste aufbauen, ist der erste Schritt in Richtung Sorgende\nGemeinschaft getan. Nat\u00fcrlich w\u00e4re es dann auch noch wichtig, die\nGemeindezentren barrierefrei zu gestalten, zum w\u00f6chentlichen Mittagstisch\neinzuladen, mit der Pflegeberatung zusammenzuarbeiten \u2013 aber all das entwickelt\nsich in dem Augenblick, wo die Erfahrungen der \u00c4lteren und ihre Ideen gefragt\nsind. Warum nicht auch einmal im Monat ein Kino im Kirchraum veranstalten? Ach\nja, das eigene Alternsbild zu ver\u00e4ndern, ist wohl der erste Schritt. <\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">\u201eDer Schmerz als Weg in ein Anderes Leben\u201c<\/h3>\n\n\n\n<p>movum 12\/2018: Interview: MICHAE L M\u00dcLLER<\/p>\n\n\n\n<p>Die evangelische Theologin Cornelia Coenen-Marx \u00fcber Laudato Si\u2019, die \u00d6konomisierung der Natur und die Bibel als Auftrag f\u00fcr die Gro\u00dfe Transformation.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Frau Coenen-Marx, die katholische Kirche hat mit \u201eLaudato Si\u2019\u201c eine beeindruckende Lehrschrift zur Verantwortung des Menschen f\u00fcr das gemeinsame Haus Erde herausgebracht. Wie sehen Sie die Initiative von Papst Franziskus? Er spricht von den Wunden an der Natur und an der Menschheit.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Cornelia Coenen-Marx:<\/strong>&nbsp;Laudato Si\u2019 zeigt ganz klar, welche ethischen Konsequenzen aus der Freude an der Sch\u00f6pfung und dem Lobpreis des Lebens folgen. Der Text ist nicht moralinsauer, sondern hellsichtig und mit klarer Kante.<br>In einer Passage, die mir sehr gef\u00e4llt, zeigen die Autoren, wie wichtig es ist, Stadtlandschaften so zu gestalten, dass Flussufer, Parks und Pl\u00e4tze allen zug\u00e4nglich sind, statt \u00f6ffentliche G\u00fcter f\u00fcr wenige zu privatisieren. So entstehen auch wieder Trinkbrunnen, an denen sich alle bedienen k\u00f6nnen, ohne teures Trinkwasser kaufen zu m\u00fcssen \u2013 das l\u00e4sst die Hoffnung aufkeimen, dass auch die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger von Evian in den franz\u00f6sischen Alpen irgendwann wieder von ihrem eigenen Grundwasser trinken k\u00f6nnen, dass also dem Raubbau von Nestl\u00e9 und anderen ein Ende gesetzt wird. Vergangenes Jahr stand in Athen, wo neben Kassel die documenta 14 stattfand, eine Telefonzelle, die zum Sauerstoffzelt geworden war \u2013 da konnte man sich vorbereiten auf eine Welt, in der auch die Luft privatisiert ist.<br>\u201eLaudato Si\u2019\u201c ruft in Erinnerung, dass die Allmende Grundlage f\u00fcr eine soziale Gemeinschaft ist, in der nicht einer des anderen Wolf werden muss, wie es der ausufernde Wettbewerb lehrt. Wenn der Markt auf alle Bereiche \u00fcbergreift und auch die sozialen und die nat\u00fcrlichen Grundlagen des Lebens \u00f6konomisiert werden, empfinden wir eine existenzielle Bedrohung, dann schl\u00e4gt menschliche Autonomie um in Beziehungslosigkeit. Ich glaube, der Schmerz dar\u00fcber kann der Impuls f\u00fcr ein anderes Leben sein. Der Apostel Paulus beschreibt diesen Schmerz als \u201eWehen\u201c \u2013 den Weg zu einem neuen Leben.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie ist das Verh\u00e4ltnis Ihrer Kirche zur Natur? Was z\u00e4hlt mehr: den Apfelbaum zu pflanzen oder sich die Erde untertan zu machen?<br><\/strong>In der \u00e4lteren Sch\u00f6pfungserz\u00e4hlung, die von Adam und Eva erz\u00e4hlt, hei\u00dft es, Gott setzte uns Menschen in den Garten, \u201edamit wir ihn bebauen und bewahren\u201c \u2013 eben Apfelb\u00e4ume pflanzen! Der Auftrag, die Natur zu sch\u00fctzen und zu pflegen, ist das Gegenteil von Ausbeutung und Naturzerst\u00f6rung \u2013 so wird ja das \u201euntertan machen\u201c aus dem sp\u00e4teren Sch\u00f6pfungsbericht oft verstanden. Aber dass wir uns derma\u00dfen als \u201eHerren\u201c der Sch\u00f6pfung aufgef\u00fchrt haben und noch auff\u00fchren, das entspricht auch dem priesterschriftlichen Sch\u00f6pfungsbericht nicht wirklich.<br>Denn die Krone der Sch\u00f6pfung nach den sechs Tagen, in denen Himmel und Meer, Pflanzen und Tiere erschaffen werden, ist dann am siebten Tag der Sabbat, der Ruhetag f\u00fcr Mensch und Natur. Der Mensch wird am sechsten Tag geschaffen, er ist Teil der Sch\u00f6pfung und soll seinen Platz in ihr einnehmen. Aber das begreifen wir leider oft erst, wenn wir an die Grenzen sto\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was w\u00e4re der wichtigste Beitrag der Kirchen, damit es zum dauerhaften Frieden mit der Natur kommt?<\/strong><br>Der dauerhafte Frieden w\u00e4re die R\u00fcckkehr ins Paradies. Die vielen Dystopien in B\u00fcchern und Filmen zeigen aber, dass viele zurzeit eher das Gef\u00fchl haben, wir gingen auf die Apokalypse zu. Dass wir diese \u00c4ngste wahrnehmen, ohne zu resignieren oder zynisch zu werden, dass wir Mut machen, auch schmerzhafte Ver\u00e4nderungen anzugehen und dabei einen gelassenen Umgang mit Endlichkeit vorleben, das w\u00e4re ein wichtiger Beitrag der Kirche.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Heute steht die Umweltbewegung vor einer neuen Herausforderung. Sie muss konkret machen, wie eine sozial-\u00f6kologische Transformation aussehen kann. Ist ein tiefgreifender Wandel ohne eine soziale und ethische Grundlage \u00fcberhaupt m\u00f6glich und welche Rolle k\u00f6nnen dabei die Kirchen spielen?<\/strong><br>In allen Ver\u00e4nderungsprozessen brauchen wir gemeinsame Werte als Grundlage f\u00fcr das Setzen von Priorit\u00e4ten und f\u00fcr die schmerzhaften Entscheidungen, die damit verbunden sind. Und auch die Bereitschaft und F\u00e4higkeit, beieinander zu bleiben, Seite an Seite, aufeinander zu achten und die Schw\u00e4cheren, die Gebrechlichen und Verletzten mitzunehmen, ist eine Grundvoraussetzung f\u00fcr gelingende Transformation.<br>Die Exodusgeschichte mit der W\u00fcstenwanderung erz\u00e4hlt davon \u2013 und auch von den Gefahren, die uns zur\u00fcckfallen lassen. Dass die gemeinsame Anstrengung aus unterschiedlichen Quellen kommen kann \u2013 j\u00fcdischen und christlichen, humanistischen, b\u00fcrgerlichen, sozialistischen und heute auch muslimischen \u2013, das zeigt die Entwicklung des Sozialstaats in Deutschland. Die Religionsgemeinschaften sind aber noch etwas anderes als \u201eWerteagenturen\u201c \u2013 sie sind Hoffnungs- und Erz\u00e4hlgemeinschaften, die Bilder, Vorbilder, Symbole und Rituale f\u00fcr \u00dcberg\u00e4nge zur Verf\u00fcgung stellen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der Klimawandel ist wahrscheinlich die gr\u00f6\u00dfte Menschheitsherausforderung. Die Gefahren kennen wir seit 30 Jahren, doch der Klimaschutz kommt nicht voran. Beim Schutz von Wasser, Boden und Luft sieht es nicht viel besser aus. Wie erkl\u00e4ren Sie sich, dass der Widerspruch zwischen Wissen und Handeln immer gr\u00f6\u00dfer wird?<\/strong><br>Im Bundestagswahlkampf 1961 versprach der damalige Kanzlerkandidat Willy Brandt den blauen Himmel \u00fcber der Ruhr. Vor ein paar Tagen war ich mit dem Auto auf dem Weg nach Ennepetal \u2013 zwischen Hagen und Wuppertal \u2013 und erinnerte mich an die dreckige Luft, die ich fr\u00fcher bei Fahrten auf der B7 erlebte.<br>Nach 1990 wurde die Luft auch im Chemiedreieck um Bitterfeld wieder besser \u2013 zum Teil allerdings auch Ergebnis einer \u00fcbergriffigen Industriepolitik durch die Treuhand. W\u00fcnschenswert bleiben demokratische Initiativen zur Verbesserung der Lebensqualit\u00e4t, wie das an Rhein und Wupper gelungen ist.<br>Was also ist seitdem passiert? Warum nutzen wir weiter Wegwerfplastik, obwohl wir sehen, wie wir die Meere zerst\u00f6ren? Ich habe den Eindruck, dass sich viele B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger angesichts der Komplexit\u00e4t der Globalisierungsprozesse, der Bilder und Informationen absolut \u00fcberfordert f\u00fchlen.<br>Am Beispiel des Dieselskandals und des Kohleausstiegs sehen wir wie in einer Inszenierung, welche Konsequenzen das hat: Die Angst um Arbeitspl\u00e4tze und die um Klima und Gesundheit fallen sich gegenseitig in den Schritt, Automobil- und Energiewirtschaft steuern trotz aller Expertise nicht rechtzeitig um und nationale Politik als steuerndes Element f\u00e4llt aus Angst vor Stimmenverlusten nahezu aus.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was muss geschehen?<\/strong><br>Klare Verabredungen zum Beispiel \u00fcber den Zeitpunkt des Kohleausstiegs w\u00e4ren hilfreich \u2013 die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland hat das eben in einem Beschluss festgehalten. Dass weniger Wachstum und materieller Wohlstand mehr sein k\u00f6nnte, das sp\u00fcren ja l\u00e4ngst viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Tarifvertragsverhandlungen zeigen: Viele wollen mehr Zeit f\u00fcreinander, mehr Qualit\u00e4t von Nahrung, Luft und Wasser, mehr Leben statt Funktionieren.<br>Auch eine F\u00fclle zivilgesellschaftlicher Initiativen und Mut machende Start-ups geht in diese Richtung. Diese Art von b\u00fcrgerschaftlichem Wissen und Engagement braucht politische Struktur und mutige Protagonisten, die sich \u00fcber die machtvollen Profitinteressen, mit denen wir es zu tun haben, keine Illusionen machen und sich weltweit vernetzen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sie haben im Jahr 2012 wesentlich dazu beigetragen, dass es zum \u201eTransformationskongress\u201c von Kirchen, Gewerkschaften und Umweltverb\u00e4nden kam. Wie sehen Sie heute die damalige Initiative?<\/strong><br>Die Aufgabe, vor der wir stehen, l\u00e4sst sich nur in breiten Allianzen bew\u00e4ltigen. Es w\u00e4re sch\u00f6n, wenn der Prozess weiterginge \u2013 auch mit weiteren Partnern aus Kirchen und Religionsgemeinschaften, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Auch ein internationaler Kongress k\u00f6nnte ein n\u00e4chster Schritt sein. Neben solchen Gro\u00dfveranstaltungen ist es wichtig, dass vor Ort, bei Akademietagungen oder Projekten alle Chancen zur Zusammenarbeit genutzt werden. Der Transformationsprozess, die Bewegungen brauchen jedenfalls st\u00fctzende Organisationen, die mehr Atem haben als die jeweils aktuelle Politik. Die Kirchengemeinden vor Ort k\u00f6nnen dabei eine wichtige Rolle spielen, wenn sie den eigenen Umgang mit Energie und Arbeitspl\u00e4tzen wirklich nachhaltig gestalten.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><strong>Kirche in SWR 1- Begegnungen am 22.12.2019<br> mit Annette Bassler und Cornelia Coenen- Marx, Pfarrerin, Unternehmerin<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Evangelische Kirche<\/strong>:<br><strong>Titel: Weihnachten- Gott im Zwischen- Menschlichen<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Teil 1 Wider die Einsamkeit an Weihnachten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Und Cornelia Coenen- Marx. Was braucht die Seele, damit sie\nheil werden kann? Und was muss Politik und Gesellschaft daf\u00fcr tun? Das war\nschon immer ihre Frage- ob als Gemeindepfarrerin, als Leiterin einer\ndiakonischen Einrichtung oder als Oberkirchenr\u00e4tin der EKD in Hannover. Heute,\nmit&nbsp; 67 Jahren betreibt sie ihre eigene Agentur\n\u201eSeele und Sorge\u201c. Wie kommt man heil durch die Weihnachtstage? Ist meine erste\nFrage an Cornelia Coenen Marx. Und sie erz\u00e4hlt von ihrer gro\u00dfen Verwandtschaft,\ndie sich am ersten Weihnachtstag allj\u00e4hrlich trifft.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bei den Kleinen sieht man, wie sie wachsen und\nbei den \u00c4lteren sind auch schon welche gegangen. Jetzt sind Schwiegerkinder\ndabei, die aus der Slowakei kommen und ich merke, wie die europ\u00e4ische\nVer\u00e4nderung sich in dieser kleinen Gro\u00dffamilie niederschl\u00e4gt <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Weihnachten- ein ziemlich aufwendiges Unterfangen ist,\nallein schon die Anreise.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Es gab schon mal die Idee, ob wir uns nicht\nbesser im Sommer treffen sollen, weil da kein Schnee liegt und die Fahrerei\nnicht so schlimm und ich hab\u2018 immer gedacht: wenn wir das anfangen, dann ist es\nvorbei. Wir brauchen dieses Fest, um uns zu sp\u00fcren.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Weihnachten als M\u00f6glichkeit, einander besser zu sp\u00fcren. Wenn\nman es denn kann- bei all dem Stress und der D\u00fcnnh\u00e4utigkeit. F\u00fcr manche ist\ndann die Familie mit&nbsp; den- \u00fcbers Jahr\nungel\u00f6sten Konflikten zu viel. Oder die Trauer um die abwesende Familie zu\ngro\u00df. Sie fliehen dann lieber aus dem Weihnachtszauber. Weihnachten f\u00fcr die\nSeele geht aber auch ohne leibliche Familie und ohne Flucht.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wir hatten in der Kirchengemeinde, wo ich lange\nwar, einen so genannten Gemeindeladen, wo mein Mann und ich an Heiligabend die\nLeute eingeladen haben, sch\u00f6nes Essen, ein Glas Wein. Das Weihnachtsritual, die\ngemeinsamen Lieder, die alle haben, die helfen, dass man sich ein bisschen wie\nFamilie f\u00fchlt und wenn man ein bisschen erz\u00e4hlt, dann kommt auch was in Gang.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht sp\u00fcrt man, dass man &nbsp;sie mit anderen teilen kann- die eigene\nBed\u00fcrftigkeit, die Sehnsucht nach einer besseren Welt und den Glauben, dass wir\nnicht gottverlassen sind. Dass er mitten unter uns ist, wenn wir singen und\nbeten. Das verbindet auch an einer tiefen Stelle der Seele. Auch wenn man nicht\nmiteinander verwandt ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Einsamkeit ist an Weihnachten besonders schmerzlich. Sie ist\naber kein privates Problem, meint Cornelia Coenen- Marx. Einsamkeit ist unsere\nneue Volkskrankheit. Und einen gro\u00dfen Anteil daran hat verfehlte Sozialpolitik.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>In Gro\u00dfbritannien gibt es ein Ministerium f\u00fcr\nEinsamkeit seit 2018. Und das ist superinteressant, weil die sich ganz\nbesonders um Menschen in den Regionen k\u00fcmmern, wo die Verkehrsmittel nicht\nfahren, wo die Kneipen geschlossen sind, wo Leute wirklich vereinzeln, weil sie\nn\u00e4mlich gar nicht rauskommen, um mit Anderen was zu machen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Menschen werden krank, wenn sie sich nicht austauschen\nk\u00f6nnen, wenn sie zwar versorgt, aber nicht mehr wichtig f\u00fcr andere sind. Unser soziales\nLeben braucht eine Seele. Was das bedeutet, darum geht es nach dem n\u00e4chsten\nTitel.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Teil 2 die Seele des Sozialen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Soziale braucht nicht nur finanzielle Ausstattung, es\nbraucht auch eine Seele. Meint Cornelia Coenen- Marx. Wenn Sozialarbeit\nfunktionieren soll, braucht es einen besonderen Spirit. Und den hat Cornelia\nCoenen- Marx entdeckt, als sie sich mit der Geschichte der Diakonissen besch\u00e4ftigt\nhat. Warum haben die Diakonissen so lange Zeit die Gemeinden so gut versorgt?\nDrei Dinge sind da zusammengekommen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Das ist auf der einen Seite dieses Engagement,\ndass Leute etwas finden, wo ihr Herz schl\u00e4gt und die leiden, wenn sie keine\nZeit haben, das zu tun. Was heute ja auch passiert. Das zweite ist\nGemeinschaft, ich glaube f\u00fcr das Soziale brauchen wir Teams, wir brauchen\nAustausch, auch mal jemand, der mittr\u00e4gt und vertritt und so. Und das dritte\nist Spiritualit\u00e4t. Zu wissen, dass da was ist, was mich unmittelbar angeht, wo\nich auch unvertretbar bin.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Arbeiten, wo das Herzen schl\u00e4gt, arbeiten im Team, und\narbeiten mit der inneren Gewissheit von sowas wie einer Berufung. Das ist es,\nwas Soziale Arbeit beseelt und was Freude schenkt. Aber viele Arbeitspl\u00e4tze im\nsozialen Bereich lassen daf\u00fcr nicht genug Zeit. Umso wichtiger, dass es das\nEhrenamt gibt. Wo Menschen mit gro\u00dfer innerer Befriedigung ihrem Herzen folgen\nund sich in Teams engagieren. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Es gibt eine Kirchengemeinde in W\u00fcrttemberg, die\nmachen einen so genannten W\u00e4gelestreff. Das hei\u00dft, die treffen sich am oder im\nGemeindehaus und von da aus geht man durch die Kleinstadt mit Rollstuhl,\nRollator, alles, was die Leute haben und macht gemeinsam in dem Tempo, das die\nLeute brauchen, einen Spaziergang. W\u00e4gelestreff.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Unglaublich, was es in Deutschland da alles gibt rund um die\nKirchengemeinden! Schw\u00e4rmt Cornelia Coenen- Marx. Ob W\u00e4gelestreff,\nFl\u00fcchtlingsarbeit oder Trauercaf\u00e9, im Grunde l\u00e4uft alles auf eins hinaus: die\nganz einfache Begegnung von Mensch zu Mensch. Und genau das hat was mit der\nBotschaft von Weihnachten zu tun.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gott wird Mensch- unter Umst\u00e4nden, die wir gar nicht\ng\u00f6ttlich finden. Wir sagen Stall und Krippe oder Notunterkunft oder auf der\nFlucht. Da wird Gott Mensch. Und wenn ich jetzt davorstehe, dann sehe ich ja\nnicht: aha, hier wird Gott Mensch! Sondern dann sehe ich: da liegt ein\nschreiendes Kind, das braucht Versorgung. Da sind Menschen auf der Flucht, die\nbrauchen Essen und ein Dach \u00fcber dem Kopf!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Und genau hier etwas zu suchen, was \u00fcber das Schmerzliche\nhinausgeht- dazu will Weihnachten verlocken. Weihnachten will meine Augen und\nmein Herz dazu verlocken, da nicht stehenzubleiben. Weihnachten will sagen: gerade\nhier und jetzt will Gott mir begegnen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Indem ich mich auf den Alltag einlasse, also\nauch auf ein Fest, was ich mal allein feiern muss. Indem ich mich einlasse,\nsteckt in meinem Herzen die Hoffnung, dass ich was entdecken kann von diesem:\nGott wird Mensch. Dass er doch in dieser Situation bei mir ist.<\/strong><\/p>\n\n\n<p class=\"has-text-color has-background has-normal-font-size\" style=\"background-color: #f0e6db; color: #e37602; text-align: center;\"><strong>Annette Bassler trifft Cornelia Coenen-Marx SWR1<br \/><\/strong>Hier k\u00f6nnen Sie das Gespr\u00e4ch nachh\u00f6ren:<br \/><a href=\"https:\/\/www.swr.de\/~embed\/kirche-im-swr\/Begegnungen-Annette-Bassler-trifft-Cornelia-Coenen-Marx-Teil-1,20191222-0921-100.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/www.swr.de\/~embed\/kirche-im-swr\/Begegnungen-Annette-Bassler-trifft-Cornelia-Coenen-Marx-Teil-1,20191222-0921-100.html<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.swr.de\/kirche-im-swr\/Begegnungen-Annette-Bassler-trifft-Cornelia-Coenen-Marx-Teil-2,20191219-0922-100.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/www.swr.de\/kirche-im-swr\/Begegnungen-Annette-Bassler-trifft-Cornelia-Coenen-Marx-Teil-2,20191219-0922-100.html<\/a><\/p>\n<hr>\n<p class=\"has-text-color has-background has-normal-font-size has-very-light-gray-color\" style=\"background-color: #ec9026; text-align: center;\">deutschlandfunk kultur 21.12.2019<strong>: <\/strong><br \/><strong>Radiosendung \u201eFreuen Sie sich auf Weihnachten?\u201c<\/strong><br \/>Cornelia Coenen-Marx und Lamya Kaddor im Gespr\u00e4ch mit Vladimir Balzer<\/p>\n<p class=\"has-text-color has-background has-normal-font-size\" style=\"background-color: #f0e6db; color: #e37602; text-align: center;\"><strong>Hier k\u00f6nnen Sie das Gespr\u00e4ch nachh\u00f6ren. Die Erz\u00e4hlungen und Gedanken von Frau Kaddor und zahlreichen H\u00f6rerinnen und H\u00f6rern haben mich begeistert.&nbsp;<\/strong><br \/><a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/frohe-festtage-weihnachten-ein-fest-der-offenen-tueren.970.de.html?dram:article_id=466353\">https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/frohe-festtage-weihnachten-ein-fest-der-offenen-tueren.970.de.html?dram:article_id=466353<\/a><\/p>\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<hr>\n<h3 class=\"p1\"><strong><span class=\"s1\">27.02.2019 | Christine Faget<\/span><\/strong><\/h3>\n<p class=\"p1\"><strong><a href=\"https:\/\/www.stimme.de\/kraichgau\/nachrichten\/artikel\/Wie-sich-unsere-Gedenkkultur-veraendert;art140019,4160262\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><span class=\"s1\">https:\/\/www.stimme.de\/kraichgau\/nachrichten\/artikel\/Wie-sich-unsere-Gedenkkultur-veraendert;art140019,4160262<\/span><\/a><\/strong><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\"><b>Frau Coenen-Marx, bei den Hospizwochen in Bad Rappenau sprechen Sie zum Thema Erinnern und Gedenken. Wie haben Sie das beim letzten Mal getan?<br \/><\/b><\/span><span class=\"s1\">Cornelia Coenen-Marx: Erst vor Kurzem war ich bei einer Beerdigung. Das war eine komplizierte Gedenksituation, da der Verstorbene aus einer Patchwork-Familie kam, in der die Elternteile nicht mehr viel miteinander zu tun hatten. Da habe ich wieder gemerkt, wie sehr sich das gewandelt hat.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\"><b>Von einem Wandel der Gedenkkultur sprechen Sie auch in Ihren Vortr\u00e4gen.<br \/><\/b><\/span><span class=\"s1\">Coenen-Marx: Im Kontext von Patchwork-Familien und wachsender Mobilit\u00e4t wollen viel weniger Familien traditionelle Erdbestattungen oder Gr\u00e4ber. Urnen und Waldbeerdigungen nehmen zu. Menschen versuchen auf andere Art und Weise, mit dem Tod umzugehen oder ihn zu gestalten: Traditionsrituale brechen auf, Friedh\u00f6fe ver\u00e4ndern sich, auch der Sterbeprozess ver\u00e4ndert sich.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\"><b>Wie ver\u00e4ndert sich der Sterbeprozess?<br \/><\/b><\/span><span class=\"s1\">Coenen-Marx: Fr\u00fcher starben die Menschen meist zu Hause. Heute sind es 80 Prozent, die in Institutionen sterben, und davon nur drei Prozent in Hospizen oder Palliativstationen. Die meisten sterben in Krankenh\u00e4usern oder Altenzentren. Aber alle Leute w\u00fcnschen sich, dass es wieder zur\u00fcck geht ins Quartier, dass es Unterst\u00fctzung vor Ort gibt. Das braucht jedoch mehr ambulante Pflege, mehr Haushaltshilfen, andere Arten von Wohnungen. Da ist noch viel zu tun. Und da sind eben auch noch die Barrieren im Kopf. Das Problem ist, dass wir das Sterben professionalisiert haben. Das ist nicht nur eine sozialpolitische Frage, sondern auch eine Mentalit\u00e4tsfrage: Wie k\u00f6nnen wir lernen, dem Tod bei uns zu Hause wieder unverkrampfter zu begegnen?<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\"><b>Wie kann es gelingen, dem Tod unverkrampfter zu begegnen?<br \/><\/b><\/span><span class=\"s1\">Coenen-Marx: Es gibt zum Beispiel inzwischen Trauercaf\u00e9s auf Friedh\u00f6fen. Die sind oft da, wo fr\u00fcher die Leichenhallen waren. Dann gibt es inzwischen auch Spielpl\u00e4tze am Rand von Friedh\u00f6fen. Die Unbefangenheit im Umgang mit dem Tod ist ganz wesentlich. Also dass man Friedh\u00f6fe zu Lebensorten gestaltet. Und zu Orten, an denen man erz\u00e4hlen kann, zum Beispiel in Erz\u00e4hlcaf\u00e9s. Wir m\u00fcssen Rituale finden, die erm\u00f6glichen, dass jeder auf seine Weise \u2013 aber auch die Menschen gemeinsam \u2013 erinnern k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\"><b>Und wie sollte man den Sterbeprozess Ihrer Meinung nach schon vor dem Tod anders gestalten?<br \/><\/b><\/span><span class=\"s1\">Coenen-Marx: Eigentlich geht es ums Abschied nehmen und f\u00e4ngt an, wenn ich wei\u00df, dass ich nur noch eine begrenzte Zeit leben werde. Ich nehme Abschied von mir selber und von Menschen, die mir wichtig waren. Aber andere nehmen gleichzeitig auch Abschied von mir. Auch da geht es darum, gemeinsame Erinnerungen vielleicht noch einmal wach zu halten. Mit Musik oder alten Fotos zum Beispiel.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\"><b>Ist es denn nicht verletzend, sich schon mit dem Abschied zu besch\u00e4ftigen, wenn jemand noch lebt?<br \/><\/b><\/span><span class=\"s1\">Coenen-Marx: Ja, das kann kr\u00e4nkend sein. Traditionell haben Abschiedsrituale geholfen, damit umzugehen. Man denke zum Beispiel an das letzte Abendmahl oder die letzte \u00d6lung, bei der Familien noch einmal zusammenkamen. Heutzutage kann es erleichternd sein, zu wissen, wie man zum Beispiel zur Ruhe getragen wird, oder was man weitergeben kann. Es gibt ja beispielsweise Eltern, die f\u00fcr ihre Kinder Videos machen und noch einmal erz\u00e4hlen.<\/span><\/p>\n<hr>\n<h3 class=\"super\">SWR2 Zeitgenossen:&nbsp;<span class=\"s1\">28.03.2018<\/span><\/h3>\n<h3 class=\"super\">Cornelia Coenen-Marx, evangelische Theologin von Gohla Holger<\/h3>\n<p>Podcast:&nbsp;<a href=\"https:\/\/x.swr.de\/s\/uw1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/x.swr.de\/s\/uw1<\/a><\/p>\n<p>Wollte man Cornelia Coenen-Marx mit einem einzigen Begriff beschreiben, w\u00fcrde \u201eEinmischerin\u201c gut passen.In ihrer aktiven Laufbahn in Kirche und Diakonie ergriff sie immer wieder das Wort f\u00fcr Menschen in sozial schwierigen Situationen oder setzte schon fr\u00fch Ideen um wie einen \u201eGemeindeladen\u201c. Heute ist die Rheinl\u00e4nderin, die bei Hannover lebt, im sogenannten dritten Lebensabschnitt selbstst\u00e4ndig t\u00e4tig und thematisiert in Seminaren oder Einkehrtagungen die spirituelle Seite sozialen Handelns. Zudem ber\u00e4t sie soziale Organisationen oder publiziert \u00fcber das \u201eGeschenk des \u00c4lterwerdens\u201c und \u00fcber \u201eAufbr\u00fcche in Umbr\u00fcchen. Christsein und Kirche in der Transformation\u201c.<br \/>Diese Folge ist eine Audio-Datei aus der Serie des Podcasts, Zeitgenossen, die du hier downloaden und online anh\u00f6ren kannst.<\/p>\n<hr>\n<p><a href=\"https:\/\/www1.wdr.de\/mediathek\/audio\/wdr5\/audio-wdr-feiertagsgespraech-mit-cornelia-coenen-marx-100.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-3780\" src=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Bildschirmfoto-2018-05-02-um-10.13.25.png\" alt=\"\" width=\"994\" height=\"356\" srcset=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Bildschirmfoto-2018-05-02-um-10.13.25.png 994w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Bildschirmfoto-2018-05-02-um-10.13.25-300x107.png 300w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Bildschirmfoto-2018-05-02-um-10.13.25-768x275.png 768w\" sizes=\"(max-width: 994px) 100vw, 994px\" \/><\/a><\/p>\n<hr>\n<h1>&nbsp;<\/h1>\n<h1><strong>Wir reden \u00fcbers Sterben &#8230;<\/strong><strong>&nbsp;<\/strong><\/h1>\n<h2><strong>&#8230; heute mit: Cornelia Coenen-Marx<\/strong><\/h2>\n<p><a href=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/Totenhemd.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-3516\" src=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/Totenhemd.png\" alt=\"\" width=\"945\" height=\"364\" srcset=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/Totenhemd.png 945w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/Totenhemd-300x116.png 300w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/Totenhemd-768x296.png 768w\" sizes=\"(max-width: 945px) 100vw, 945px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Cornelia Coenen-Marx ist Pastorin, Autorin und Inhaberin der Agentur \u201eSeele und Sorge \u2013 Impulse, Workshops und Beratung\u201c. Sie hatte zuvor verschiedene Positionen in Kirche und Diakonie- u.a. als Gemeindepfarrerin, Leiterin eines diakonischen Unternehmens, Oberkirchenr\u00e4tin f\u00fcr Gesellschafts- und Sozialpolitik bei der Evangelischen Kirche in Deutschland. Im September 16 wird ihr neues Buch \u201e Aufbr\u00fcche in Umbr\u00fcchen\u201c erscheinen; 2013 erschien \u201eDie Seele des Sozialen\u201c. Zu ihren derzeitigen Projekten geh\u00f6ren die \u201eDiakonischen Pilgerreisen\u201c; mehr dazu unter www.seele-und-sorge.de<\/p>\n<p><strong>1. Die besch\u00e4ftigen sich mit (Ihrer) Endlichkeit.<\/strong><\/p>\n<p>Der Umgang mit Tod und Sterben geh\u00f6rt von Anfang an zu meinem Leben: als Kind im Pfarrhaus geh\u00f6rte das Sterben der Urgro\u00dftante, die meine Mutter pflegte, genauso dazu wie der Unfalltod von Freunden oder der meines Grundschulrektors am Heiligabend, der die Familienfeier j\u00e4h unterbrach, weil mein Vater zum Hausbesuch musste. \u00c4hnlich ging es mir selbst noch in den 80er Jahren als Gemeindepfarrerin in einer Kleinstadt- und in der Leitung der Kaiserswerther Diakonie haben wir in einem begleiteten Palliative-Care-und-Ethikprozess daran gearbeitet, wie sich die Kultur in Krankenh\u00e4usern und Pflegeheimen \u00e4ndern muss, damit wir in W\u00fcrde sterben k\u00f6nnen. Denn so individuell sterben auch ist \u2013 schon meine Berufsbiographie zeigt, wie sehr wir dabei in gesellschaftliche Rahmenbedingungen eingebunden sind. Aber trotz aller beruflichen Erfahrungen, trotz vieler Projekte und Debatten- der Tod meiner Eltern und eine eigene Krankheitsphase vor zwei Jahren haben noch einmal etwas ver\u00e4ndert: seitdem ist mir die eigene Sterblichkeit und Zeitlichkeit geradezu k\u00f6rperlich bewusst.<\/p>\n<p><strong>Welche Auswirkungen hat das auf Ihr Leben?&nbsp;<\/strong>Ich bin aus dem institutionellen Funktionieren ausgestiegen, setze meine Arbeitsschwerpunkte bewusster, gehe wieder \u00f6fter ins Kino und ins Theater und achte mehr auf die Stressgrenzen, die mein K\u00f6rper mir signalisiert.<\/p>\n<p><strong>2. Viele haben Hemmungen oder auch Angst, mit anderen \u00fcber das Sterben zu reden. Wie ist das bei Ihnen? Was hat sich ver\u00e4ndert?<\/strong><\/p>\n<p>Ich habe keine Angst davor, weil ich lange mit dieser Berufsrolle gelebt habe \u2013 Pfarrerinnen und Pfarrer geh\u00f6ren zu denen, mit denen man dar\u00fcber reden kann. Mir ist es aber wichtig, so \u00fcber das Sterben zu reden, dass ganz klar ist: das ist eben nicht das Tabu, das wir den Profis \u00fcberlassen m\u00fcssen, sondern Teil des Lebens, das wir selbst gestalten. So dar\u00fcber zu reden, haben mir meine eigenen existenziellen Erfahrungen geholfen.<\/p>\n<p><strong>3. Ihr Vorschlag f\u00fcr einen guten Satzanfang,&nbsp;wenn Sie mit jemandem \u00fcber solche Dinge wie Sterben, Vorsorge&nbsp;u.\u00e4.&nbsp;reden wollen:&nbsp;<\/strong>Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es entlastend ist, sich fr\u00fchzeitig zu \u00fcberlegen.<\/p>\n<p><strong>4. Wie erg\u00e4nzen Sie diesen Satz der K\u00fcnstlerin Candy Chang:<br \/>Bevor ich sterbe, m\u00f6chte ich &#8230;<\/strong>Noch einmal mit meinem Mann in den Nahen Osten reisen.<\/p>\n<p><strong>5. Was glauben Sie, kommt nach dem Tod?&nbsp;<\/strong>Wir werden leben- in der neuen Sch\u00f6pfung, in Vielfalt, Frieden und Vers\u00f6hnung. Mich leitet das Bild vom neuen Jerusalem, das sich auf den letzten Seiten der Bibel findet; die neue Stadt der offenen Tore. Ich verstehe das Leben als Reise dorthin.<\/p>\n<p><strong>6. Wenn Sie in der Sterbe- und Bestattungskultur in Deutschland\/ der Schweiz etwas \u00e4ndern k\u00f6nntest, was w\u00e4re das?&nbsp;<\/strong>Das Gesundheits- und Pflegesystem durchl\u00e4ssiger machen; Mehr Kirchengemeinden f\u00fcr Unterst\u00fctzungsangebote in Palliativnetzwerken gewinnen, aber auch Angeh\u00f6rigen- und Familienzimmer, wie es sie in Hospizen gibt, in Altenheimen und Krankenh\u00e4usern einrichten! Vor allem aber: Das Bewusstsein sch\u00e4rfen, dass Abschiednehmen Zeit, vielf\u00e4ltige Rituale und Treffpunkte braucht, weil die \u00fcberkommenen Rituale und ihre Bedeutung erodieren. Das geht alle an- auch Unternehmen, Schulen, Tageseinrichtungen f\u00fcr Kinder\u2026Deshalb: Kompliment f\u00fcr Projekte wie \u201eSterben macht Schule\u201c (Hospiz Pusteblume) und f\u00fcr diesen Blog!<\/p>\n<p><strong>7. Ihr Beitrag zu unserer Sammlung &#8222;100 Songs \u00fcbers Sterben\u201c.&nbsp;<\/strong>Johann Sebastian Bach: \u201eBist du bei mir\u201c aus dem Notenb\u00fcchlein f\u00fcr Anna Magdalena Bach.<\/p>\n<p><strong>8. Und sonst noch?<\/strong>&nbsp;Die letzten Tage und N\u00e4chte am Sterbebett meiner Mutter im Appartement des Altenstifts geh\u00f6ren zu den intensivsten und sch\u00f6nsten meines Lebens: Auszeit, Klosterurlaub, tiefe Begegnung, Meditation und die V\u00f6gel am Morgen\u2026 Es entgeht uns Entscheidendes, wenn wir keine Zeit mehr zum Innehalten finden!<\/p>\n<hr>\n<p><strong>Braunschweig, im Mai 2016, f\u00fcr die Neuerker\u00f6der Bl\u00e4tter<\/strong><\/p>\n<h1><strong>\u201eLetztendlich kommt es immer auf die Begegnung an<\/strong>\u201c<\/h1>\n<p><strong>Oberkirchenr\u00e4tin a. D. Cornelia Coenen-Marx spricht \u00fcber Herausforderungen und Chancen von Gemeinschaften in Diakonischen Einrichtungen.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Das Interview f\u00fchrte Katharina Heinemeier<\/strong><\/p>\n<p><strong>1.Mit welchen W\u00fcnschen kommen Diakonische Einrichtungen zu Ihnen und was raten Sie ihnen?<\/strong><\/p>\n<p>Wir haben die Sozialwirtschaft wie einen Industriezweig entwickelt: Wir wollen effektiv sein. Ganz offensichtlich sind wir aber an einem gesellschaftlichen Bruch und wir sp\u00fcren, dass es noch was anderes geben muss: Wir brauchen Achtsamkeit. Hier setzen die Fragen und W\u00fcnsche der Diakonischen Einrichtungen an. Der Clou wird sein, zu gucken, wie man im Rahmen sozialwirtschaftlicher Aufgaben, zum Beispiel in Verbindung zwischen professionellen und ehrenamtlichen Mitarbeitern, Freir\u00e4ume f\u00fcr Achtsamkeit schaffen kann. Denn Zeitknappheit ist die gr\u00f6\u00dfte Not in den Einrichtungen. Sie wird als besonders gro\u00df empfunden, weil sie auf die Motivation der Mitarbeitenden dr\u00fcckt. Weil man keine Beziehung mehr zu den Menschen herstellen kann. Es kommt in der Unternehmenskultur darauf an, daran zu arbeiten, dass Mitarbeitende die kleinen Freir\u00e4ume, die es durchaus gibt, nutzen k\u00f6nnen und sich nicht erdr\u00fccken lassen, von dem Gef\u00fchl \u201eich komme hier nicht mehr vor\u201c.<\/p>\n<p><strong>2. Welchen Stellenwert haben kleine Gemeinschaften in gro\u00dfen sozialen Unternehmen?<\/strong><\/p>\n<p>Ich versuche das mal etwas aufzuf\u00e4chern: Wir haben einmal die alten Traditionsgemeinschaften, die sich nicht mehr erneuern. Wo beispielsweise die j\u00fcngsten Diakonissen um die 50 Jahre alt sind, aber danach kommt niemand mehr nach. Diese Gemeinschaften sind so etwas wie die H\u00fcter der Tradition. Das zweite sind Diakonische Gemeinschaften, die schon vor 30 oder 40 Jahren aus der gesamten Mitarbeiterschaft entwickelt wurden. Meist geben sie ihren Mitgliedern einen Raum, ohne viele Anspr\u00fcche, wo man sich einfach begegnen, auftanken, sich austauschen kann. Das Problem daran ist, dass diese Gemeinschaften oft zwar den eigenen Zirkel pflegen und den dort verbundenen Leuten gut tun, aber nicht mehr unbedingt Ausstrahlung in das Unternehmen haben. Ich finde es aber einen ganz wichtigen Aspekt, dass Gemeinschaften nicht nur \u201einterne\u201c Wohlf\u00fchl-Inseln bilden, sondern auch schauen, was brauchen andere Menschen, um sich wohl zu f\u00fchlen. Dies gelingt besonders gut, wenn Gemeinschaften Br\u00fccken schlagen- ins Unternehmen und nach au\u00dfen. Und beispielsweise die Mitarbeitenden in einem Unternehmen noch einmal ansprechen, um aktiv zu werden f\u00fcr Migrations-\/Fl\u00fcchtlingsarbeit oder \u00f6kumenische Projekte. Da sehe ich die Zukunft.<\/p>\n<p><strong>&nbsp;<\/strong><\/p>\n<p><strong>3. Was k\u00f6nnen diese Gemeinschaften innerhalb eines Unternehmens erreichen?<\/strong><\/p>\n<p>Gemeinschaften k\u00f6nnen so etwas wie ein Qualit\u00e4tszirkel sein, indem sie sich ganz systematisch die Prozesse anschauen: Wo sind die offenen Fragen, die nicht sozialwirtschaftlich beantwortet werden? Nehmen wir mal die spirituelle Dimension, beispielsweise in der Seelsorge. Wie k\u00f6nnen wir in der Pflege auf diese Dimension achten oder was passiert, wenn ein Mitarbeiter im Unternehmen anf\u00e4ngt, wenn er aufh\u00f6rt? Wie bringen wir den Mitarbeitenden bei Einf\u00fchrungstagen oder Seminaren unsere Unternehmenskultur nahe? Lassen wir sie \u00fcberhaupt ahnen, wo sie angekommen sind? Das w\u00e4ren aus meiner Sicht solche Fragen, die die Gemeinschaft angehen kann.<\/p>\n<p><strong>4. Die Diakonissen des Marienstiftes haben das Leben und die Arbeit \u00fcber viele Jahre gepr\u00e4gt und eine Art Gr\u00fcndergeist mitgebracht. Welche Chancen sehen Sie darin, um das diakonische Profil auch in Zukunft zu bewahren?<\/strong><\/p>\n<p>Wir haben in Kaiserswerth \u00fcber ganz lange Zeit in unseren Einf\u00fchrungsveranstaltungen, die alle Vierteljahr f\u00fcr alle neu hinzugekommenen Mitarbeitenden stattfanden, ein Gespr\u00e4ch mit einer Diakonisse integriert. Das trifft auf eine Sehnsucht und hilft zugleich bei der Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit. Denn jeder der heutigen Mitarbeitenden w\u00fcrde sich w\u00fcnschen, mit mehr Zeit am Sterbebett zu sitzen, oder in einem Arbeitsrhythmus zu leben, wo auch das gemeinsame Essen Teil der Arbeit ist oder die Andacht am Mittag. Jeder wei\u00df aber, dass dies in der heutigen Realit\u00e4t nicht umsetzbar ist. Wenn die Diakonissen erz\u00e4hlen, ruft dies einerseits bei den Zuh\u00f6rern Sehnsucht hervor, andererseits m\u00f6chte diesen Dienst aber auch niemand mehr leisten- denn zu Hause wartet ein Privatleben, oft Familie. Dann kommen die \u00dcberlegungen: Wie kann ich denn unter meinen heutigen Rahmenbedingungen solche Inseln schaffen? Das war immer der H\u00f6hepunkt dieser Willkommensveranstaltung. Ich kann das nur empfehlen &#8211; letztendlich kommt es immer auf die Begegnung an.<\/p>\n<p><strong>&nbsp;<\/strong><\/p>\n<p><strong>5. Welche Rolle spielen die Mitarbeitenden in diakonischen Einrichtungen?<\/strong><\/p>\n<p>Meine Erfahrung ist, dass der gro\u00dfe Teil der Mitarbeitenden nicht kommt, weil es sich um ein christliches Haus handelt, sondern weil es ein Arbeitsplatz in der Sozial- und Gesundheitsbranche ist. Wir gestalten hier also gemeinsam Gesundheits- und Sozialwesen und es gibt christliche, muslimische, humanistische Motive.<\/p>\n<p>Und dann gibt es Situationen, an denen man sich den ethischen Fragen stellen muss: Wie gehe ich um mit Fr\u00fchgeborenen, mit Sp\u00e4tabtragungen, mit Patienten am Krankenbett? Hier ist meine Erfahrung aus Ethikzirkeln, wie wesentlich es ist, dass die unterschiedlichen Zug\u00e4nge geh\u00f6rt werden. Wenn dabei auch die Tradition als eine lebendige Stimme der Erfahrung wahrgenommen wird, dann respektieren Mitarbeitende dies und empfinden es als einen Gewinn f\u00fcr das Unternehmen. Die Vehikel, \u00fcber die so etwas l\u00e4uft, sind Feste, Kirchenjahrrituale, die Unternehmensleitbildentwicklung, Qualit\u00e4ts- und Ethikzirkel, in die die diakonische Tradition lebendig einflie\u00dfen muss, damit sie nicht nur als Forderung des Tr\u00e4gers wahrgenommen wird. Bei allen Mitarbeitenden sollte das Gef\u00fchl geweckt werden: \u201eHier bin ich gut aufgehoben, mit dem was meine innere Motivation ist\u201c.<\/p>\n<hr>\n<h2>&nbsp;<\/h2>\n<h2><a href=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Zum-Thema-Grenzen-handrianswall_Schottland.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" alignleft wp-image-408\" src=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Zum-Thema-Grenzen-handrianswall_Schottland-1024x768.jpg\" alt=\"Zum Thema Grenzen- handrianswall_Schottland\" width=\"450\" height=\"338\" srcset=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Zum-Thema-Grenzen-handrianswall_Schottland.jpg 1024w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Zum-Thema-Grenzen-handrianswall_Schottland-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><\/a><\/h2>\n<h2>&nbsp;<\/h2>\n<h2>&nbsp;<\/h2>\n<h2>&nbsp;<\/h2>\n<h2>&nbsp;<\/h2>\n<h2>&nbsp;<\/h2>\n<h2>&nbsp;<\/h2>\n<h2>&nbsp;<\/h2>\n<h2>Die Seele des Sozialen<\/h2>\n<h3>Bewusstseinswandel von Unternehmen und Gesellschaft in Zeiten der Demografie und Globalisierung<\/h3>\n<p><strong>Interview mit Elisabeth Porzner-Reuschel zur Consozial 2014<\/strong><\/p>\n<p>Weit mehr als ein Jahrhundert ist vergangen seit die Diakonie gegr\u00fcndet wurde und Otto von Bismarck die Sozialgesetzgebung ins Leben gerufen hat. Seitdem hat sich der Sozialstaat kontinuierlich weiter entwickelt und war bis in die Zeiten des Wohlfahrtstaats erstaunlich stabil. In Folge des demografischen Wandels und der Globalisierung \u00e4ndert sich dies jedoch seit Mitte der 80er Jahre mit der Wende, der europ\u00e4ischen Entwicklung und der Finanzkrise sp\u00fcrbar.<\/p>\n<p>\u201eIn Zeiten, in denen die Staatsverschuldung hoch und Pflege nicht mehr nur eine Dienstleistung sein kann, ist zu \u00fcberlegen, wie die Dinge neu zu ordnen sind\u201c, so Oberkirchenr\u00e4tin Cornelia Coenen-Marx, Evangelische Kirche in Deutschland Referentin. \u201eDenn: Die soziale Arbeit hat sich von einer auf Aufopferung setzenden Dienstgemeinschaft zu einem auch nach unternehmerischen Kriterien gef\u00fchrten Dienstleister mit selbstbewussten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus verschiedenen sozialen Kontexten entwickelt.\u201c Die Oberkirchenr\u00e4tin: \u201eUnter den knappen Rahmenbedingungen fordern die Umbr\u00fcche in der Pflege und bei der Inklusion ein v\u00f6llig anderes Justieren <span style=\"text-decoration: line-through;\">.<\/span>\u201c<\/p>\n<p>\u201eUm zu begreifen, was das bedeutet, m\u00fcssen wir erst einmal feststellen, was die Ursprungsenergien der Diakonie waren und wie wir diese heute an anderer Stelle einbinden wollen. Es geht um Gemeinschaft, Spiritualit\u00e4t und ehrenamtliches Engagement. \u201eSicherlich sind Kirche und Staat gefordert, doch auch unsere Gesellschaft braucht ein neues Bewusstsein\u201c, ist die Referentin \u00fcberzeugt. \u201eWir werden wieder einen f\u00fcrsorglicheren Umgang entwickeln m\u00fcssen.\u201c Ehrenamtliches Engagement sei hier genauso gefragt wie Toleranz bei Konflikten, die dort entstehen, wo Menschen unterschiedlicher Herkunft und Kultur zusammenarbeiten.<\/p>\n<p>Eine Tatsache wird bei diesen Ver\u00e4nderungen sicher helfen: Offensichtlich sehnen sich die Menschen gerade wieder nach diesen Werten. Cornelia Coenen-Marx stellt fest: \u201eViele haben einen deutlichen Wunsch nach Gemeinschaft, einem aktiven Miteinander und gegenseitiger Unterst\u00fctzung. Auch der Wunsch nach spirituellen Erfahrungen hat zugenommen. Kl\u00f6ster werden wieder h\u00e4ufiger besucht, und auch im Westen erfreut sich der Buddhismus immer gr\u00f6\u00dferer Beliebtheit.\u201c<\/p>\n<p>Was bleibt: Es wird dennoch einer gewaltigen \u00dcberzeugungsarbeit und Kraft bed\u00fcrfen, um diese \u00c4nderungen auf allen Ebenen zu initiieren \u2013 in der Unternehmensf\u00fchrung wie in Nachbarschaftsinitiativen. Cornelia Coenen-Marx: \u201eLetztlich geh\u00f6rt auch Mut dazu, sich an diese Umstrukturierungen und Innovationen zu wagen! 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