{"id":3671,"date":"2018-04-18T09:33:12","date_gmt":"2018-04-18T09:33:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/?page_id=3671"},"modified":"2018-05-02T07:45:05","modified_gmt":"2018-05-02T07:45:05","slug":"familie-als-verlaessliche-gemeinschaft","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/?page_id=3671","title":{"rendered":"Familie als verl\u00e4ssliche Gemeinschaft"},"content":{"rendered":"<h2><strong><a href=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/CM_DSC_0102-44.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3774 size-medium alignleft\" src=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/CM_DSC_0102-44-300x199.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/CM_DSC_0102-44-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/CM_DSC_0102-44-768x509.jpg 768w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/CM_DSC_0102-44-1024x678.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/strong><\/h2>\n<h2><strong>1. Worum es mir geht<\/strong><\/h2>\n<p><strong>Familie steht hoch im Kurs. In einer Umfrage von 2013 w\u00fcnschten sich 82 Prozent der Befragten Kinder.<\/strong>\u00a0Das Zusammenleben in der Familie verhei\u00dft stabile Beziehungen, Intimit\u00e4t und Geborgenheit mitten in den Umbr\u00fcchen einer Erwerbsgesellschaft, die Menschen in erster Linie nach Leistung und Erfolg beurteilt.\u00a0<strong>Gleichwohl lebt zum ersten Mal in der Geschichte die Mehrheit der Bev\u00f6lkerung in Deutschland nicht mehr in Familienhaushalten.\u00a0<\/strong>Die strukturelle \u00dcberforderung der Familie angesichts des Mobilit\u00e4tsdrucks und der zeitlichen Entgrenzung der Arbeitswelt, die wachsenden Erwartungen an die Gleichberechtigung der Partner und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und schlie\u00dflich ein \u00fcberholtes familienpolitisches Modell z\u00e4hlen zu den aktuellen Herausforderungen f\u00fcr Gesellschaft und Kirche.\u00a0<strong>Die wirtschaftliche Entwicklung, die Pluralisierung und Entinstitutionalisierung der Lebensformen und die familienpolitischen Rahmenbedingungen passen nicht mehr zusammen.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Vom Kindergarten bis zu den Halbtagsschulen baute bis vor kurzem das Bildungssystem ganz darauf, dass einer der Ehepartner, und das waren und sind in der Regel die Frauen, allenfalls halbtags arbeitete.\u00a0<\/strong>Das Steuersystem mit Ehegattensplitting und der Mitversicherung von Ehepartnern und Kindern in den sozialen Sicherungssystemen unterst\u00fctzt dieses Modell.\u00a0<strong>Zugleich aber, das zeigen auch Untersuchungen, hat sich das Leitbild der heute Zwanzig- bis Vierzigj\u00e4hrigen grundlegend ver\u00e4ndert:<\/strong>\u00a0Junge M\u00e4nner wie Frauen gehen ganz selbstverst\u00e4ndlich von einer Erwerbst\u00e4tigkeit beider Elternteile aus; sie w\u00fcnschen sich f\u00fcr beide die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Dabei war und ist die Frustration \u00fcber mangelnde Vereinbarkeit unter ostdeutschen Frauen und M\u00e4nnern besonders gro\u00df \u2013 bzw. die Attraktivit\u00e4t des westdeutschen Modells dort besonders gering. Schlie\u00dflich galt die Gleichberechtigung von M\u00e4nnern und Frauen in der Erwerbsarbeit lange Zeit als \u201eeine der gr\u00f6\u00dften Errungenschaften\u201c der DDR und wurde seit den 1970er Jahren durch ein ganzes B\u00fcndel sozialpolitischer Ma\u00dfnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf gest\u00fctzt. So lag die Frauenerwerbsbeteiligung im Osten 1989 bei fast neunzig Prozent \u2013 im Gegensatz zu 55\u00a0Prozent in Westdeutschland.<\/p>\n<p><strong>Heute nimmt die Vielfalt der Familienformen in ganz Deutschland zu. Ein Drittel aller Kinder wird inzwischen nichtehelich geboren. Das sind doppelt so viele wie noch vor zwanzig Jahren.\u00a0<\/strong>Der Zusammenhang von Eheschlie\u00dfung und Geburten \u2013 und damit auch der zwischen Ehe und Familie \u2013 l\u00f6st sich auf. Zugleich w\u00e4chst die sozial\u00f6konomische Spreizung \u2013 insbesondere die Polarisierung sozialer Lebenslagen zwischen Ein- und Zwei-Verdiener-Haushalten, vor allem aber\u00a0<strong>zwischen denen, die f\u00fcr Kinder sorgen, und denen, die keine Kinder haben<\/strong>. Dabei spielt eine entscheidende Rolle, dass Familienarbeit staatlich nur dann honoriert wird, wenn sie auf einer Ehe oder Lebenspartnerschaft basiert. Die Rahmenbedingungen, die derzeit gelten, gehen mit fehlenden Rentenanspr\u00fcchen und der Gefahr einher, sich durch Auszeiten aus dem Erwerbsleben beruflich zu disqualifizeren, und f\u00fchren zu einem erheblichen Armutsrisiko f\u00fcr Alleinerziehende. Wenn sich das \u00e4ndern soll, muss sich die Zeit, die Menschen mit Erziehungs- und Pflegeaufgaben verbringen, auch im Steuer- und Sozialversicherungsrecht niederschlagen.\u00a0<strong>Berufst\u00e4tige M\u00e4nner wie Frauen sind zudem auf eine gute Infrastruktur angewiesen. Wenn es nicht gelingt, neue L\u00f6sungen zu finden, droht das Caredefizit, von dem der Siebte Familienbericht bereits spricht.<\/strong>\u00a0Dabei geht es nach wie vor um verl\u00e4ssliche Kinderbetreuung. Es geht um eine h\u00f6here Anerkennung, auch in Form von Einkommen und Rente, f\u00fcr Erziehungsaufgaben, Hausarbeit und Pflege. Und es geht um Angebote zur Unterst\u00fctzung Pflegender.\u00a0<strong>Noch immer werden die meisten \u00e4lteren Menschen in der h\u00e4uslichen Umgebung gepflegt und immer noch sind etwa siebzig Prozent der pflegenden Angeh\u00f6rigen weiblich. Aber die Spannung zwischen dem Druck aus der Erwerbswelt und der privaten Sorgearbeit w\u00e4chst.\u00a0<\/strong>Es geht darum, alle Formen von Familien als Sorgegemeinschaften zu st\u00e4rken, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessern und die Partnerschaft von Tageseinrichtungen, Schulen und Pflegediensten mit Familien zu f\u00f6rdern \u2013 also \u00f6ffentliche Aufgaben und marktliche Dienstleistungen mit den pers\u00f6nlichen und privaten Beziehungen in der Familie zu verkn\u00fcpfen. \u201e<strong>Alle famili\u00e4ren Beziehungen, in denen sich Menschen in Freiheit aneinander binden, f\u00fcreinander Verantwortung \u00fcbernehmen und eine verl\u00e4ssliche Partnerschaft eingehen, m\u00fcssen auf die evangelische Kirche bauen k\u00f6nnen\u201c, hei\u00dft es in der EKD-Orientierungshilfe \u201eZwischen Autonomie und Angewiesenheit\u201c von 2013.<\/strong>\u00a0Darin wird die Institution Ehe nach wie vor als besonders geeigneter rechtlicher Schutzraum f\u00fcr dieses Miteinander gesehen.<\/p>\n<p>Neben der finanziellen Absicherung der Sorgearbeit ist der Mangel an gemeinsamer Zeit eines der wichtigsten Probleme von Familien heute.\u00a0<strong>Die Zeitrhythmen von Arbeit, Schule, Freizeit sind kaum noch kompatibel. Dem fallen in den Familien schnell die Zeiten zum Opfer, die der Gemeinschaft und dem Austausch dienen.<\/strong>\u00a0Dabei hat die gemeinsam verbrachte Zeit gerade f\u00fcr Kinder eine herausragende Bedeutung: Sie stiftet N\u00e4he, erm\u00f6glicht gegenseitige Anteilnahme, Unterst\u00fctzung und F\u00fcrsorge. Familie lebt von Kontinuit\u00e4t, von Rhythmen und Ritualen, die die gemeinsame Identit\u00e4t, Kultur und Religiosit\u00e4t pr\u00e4gen \u2013 vom Zubettbringen \u00fcber das Sonntagsfr\u00fchst\u00fcck bis hin zu Familien- und Kirchenjahrsfesten.\u00a0<strong>Feste, Feiern und Rituale in der Familie n\u00e4hren die Spiritualit\u00e4t ein Leben lang; sie bilden die \u201eWurzeln\u201c.<\/strong>\u00a0Kindern Wurzeln und Fl\u00fcgel zu geben, das bleibt \u2013 trotz aller Probleme \u2013 der Wunsch der allermeisten Eltern.\u00a0<strong>Angesichts des Drucks, der auf Familien lastet, sind Gemeinden neu gefordert, Familien dabei zu unterst\u00fctzen.<\/strong><\/p>\n<h2><strong>2. Beispiele f\u00fcr Vortragsthemen<\/strong><\/h2>\n<ul>\n<li><strong>Die Bed\u00fcrfnisse von Familien und der Auftrag der Kirche<\/strong><\/li>\n<li><strong>Die Segel richtig setzen \u2013 Aktuelle Aufgaben f\u00fcr die Familienpolitik im Fluss der Zeit<\/strong><\/li>\n<li><strong>Familie als Wiege der Spiritualit\u00e4t<\/strong><\/li>\n<li><strong>Familie, Freundschaft, Gemeinden \u2013 Netzwerke der Sorge<\/strong><\/li>\n<li><strong>Sch\u00f6pfungsordnung und Scheidungsverbot \u2013 oder was h\u00e4lt Ehen und Partnerschaften zusammen?<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<h2><strong>3. Mein Erfahrungshintergrund<\/strong><\/h2>\n<p>Nach der Gemeindearbeit mit Tageseinrichtungen, Kinder- und Jugendarbeit war ich zust\u00e4ndig f\u00fcr die Evangelische Arbeitsgemeinschaft f\u00fcr die Ehe-, Lebens- und Familienberatung im Evangelischen Kirchenkreis Gladbach-Neuss, anschlie\u00dfend f\u00fcr Kinder- und Jugendhilfe wie auch f\u00fcr Familienarbeit im Diakonischen Werk der Landeskirche und sp\u00e4ter, als Landeskirchenr\u00e4tin in der Evangelischen Kirche im Rheinland, verantwortete ich die Kinder- und Jugendhilfe sowie Familienbildung. Schlie\u00dflich war ich Vorstandsmitglied der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft Familie in der EKD sowie Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin des Gremiums zur Erarbeitung der Orientierungshilfe zur Familienpolitik der EKD \u201eZwischen Autonomie und Angewiesenheit. Familie als verl\u00e4ssliche Gemeinschaft gestalten\u201c, die 2013 erschien.<\/p>\n<h2><strong>4. Mein Buch zum Thema sowie weitere Publikationen<\/strong><\/h2>\n<p><strong>\u201eZwischen Autonomie und Angewiesenheit. Familie als verl\u00e4ssliche Gemeinschaft gestalten\u201c, Orientierungshilfe des Rates der EKD, 2013 (Mitautorschaft und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung)<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u201eFamilie\u201c<\/strong>\u00a0Einzelband von: Reformation heute, Transformation. Die sozialethische Schriftenreihe zum 500. Jubil\u00e4um der Reformation, Sozialwissenschaftliches Institut der EKD, November\u00a02017<\/p>\n<p><strong>\u201eFamilienbilder in der evangelischen Kirche\u201c<\/strong>\u00a0in Tagungsdokumentation \u201eFamilienbilder in Kirche und Gesellschaft\u201c, EAF, Dokumentation Nr. 25, Fachtagung September 2012<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. Worum es mir geht Familie steht hoch im Kurs. 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