{"id":3669,"date":"2018-04-18T09:31:59","date_gmt":"2018-04-18T09:31:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/?page_id=3669"},"modified":"2018-04-30T14:42:20","modified_gmt":"2018-04-30T14:42:20","slug":"ehrenamtliches-engagement-in-kirche-und-zivilgesellschaft","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/?page_id=3669","title":{"rendered":"Ehrenamtliches Engagement in Kirche und Zivilgesellschaft"},"content":{"rendered":"<h2><strong><a href=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/IMG_20150925_130840.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-3763 size-medium\" src=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/IMG_20150925_130840-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/IMG_20150925_130840-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/IMG_20150925_130840-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/IMG_20150925_130840-768x768.jpg 768w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/IMG_20150925_130840-1024x1024.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>1. Worum es mir geht<\/strong><\/h2>\n<p><strong>Angesichts der leerer werdenden \u00f6ffentlichen Kassen ist der Einsatz von Ehrenamtlichen zurzeit \u00fcberall in der Gesellschaft hoch willkommen.\u00a0<\/strong>Daran gibt es durchaus berechtigte Kritik: \u201eDas Problem ist, dass aus spontaner Hilfebereitschaft, wie in der Fl\u00fcchtlingsfrage, dauerhafte Strukturen entwickelt werden, um den geschrumpften \u00f6ffentlichen Sektor im Allgemeinen und den Sozialstaat im Besonderen zu entlasten. Der \u00f6ffentliche Dienst, die Pflege, die Bildung, die St\u00e4dte \u2013 alles ist strukturell unterfinanziert \u2013 und die Ehrenamtlichen sollen es richten\u201c, schreibt Claudia Pinl auf der Diskussionsplattform \u201eEhrenamt. Evangelisch\u201c. Sind die Ehrenamtlichen also die Ausputzer des Sozialstaats?\u00a0<strong>Die letzten beiden Freiwilligensurveys der Bundesregierung zeigen: B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger wollen Gesellschaft mitgestalten. Vielleicht nur auf Zeit, vielleicht nur f\u00fcr ein ganz bestimmtes Projekt.<\/strong>\u00a0Das Pflichtmotiv spielt keine gro\u00dfe Rolle mehr \u2013 aber es ist keineswegs so, dass die neuen Ehrenamtlichen nur an Selbstverwirklichung interessiert sind. Freiwillig Engagierte verbinden selbstbezogene und altruistische Motive. Es geht um ein Gleichgewicht von Geben und Nehmen.\u00a0<strong>Wer sich engagiert, gewinnt neue Beziehungen. Menschen, die sich in Gruppen engagieren, entwickeln ein \u00fcberdurchschnittlich hohes Vertrauen, eine positive Grundeinstellung anderen<\/strong>\u00a0<strong>gegen\u00fcber.<\/strong>\u00a0Das Gef\u00fchl, gebraucht zu werden, etwas beitragen zu k\u00f6nnen, macht uns stark.\u00a0<strong>\u201eSpa\u00df haben\u201c, \u201eMenschen helfen\u201c, \u201eGesellschaft ver\u00e4ndern\u201c geh\u00f6ren zu den wichtigsten Motiven f\u00fcr ehrenamtliches Engagement.<\/strong>\u00a0Die Sorge f\u00fcreinander kann uns helfen, reicher, lebendiger und sinnvoller zu leben.<\/p>\n<p><strong>Die traditionsreichen diakonischen Einrichtungen und Unternehmen gingen aus Initiativen hervor, in denen engagierte B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger sich im Namen christlicher N\u00e4chstenliebe um diejenigen k\u00fcmmerten, die bei der Industrialisierung auf der Strecke blieben\u00a0<\/strong>\u2013 um Migranten genauso wie um unversorgte Kranke und Sterbende, \u00fcberforderte Familien oder arbeitslose Jugendliche.\u00a0<strong>Die Vereine, Verb\u00e4nde und Genossenschaften, die damals in Diakonie, Frauen- und Jugendarbeit gegr\u00fcndet wurden, waren zentral f\u00fcr die Entwicklung der Zivilgesellschaft in Deutschland und wurden zugleich zum Motor f\u00fcr die Entwicklung neuer sozialer und p\u00e4dagogischer Berufe.\u00a0<\/strong>Heute scheint die Kraft der Verb\u00e4nde zu erlahmen, w\u00e4hrend die Bedeutung von Initiativen wieder steigt.\u00a0<strong>Tats\u00e4chlich engagieren sich inzwischen zehn Prozent aller Ehrenamtlichen ganz selbstbestimmt,<\/strong>\u00a0<strong>das Internet spielt dabei eine gro\u00dfe Rolle.<\/strong>\u00a0Ich erinnere an Projekte wie \u201eHeute ein Engel\u201c oder die \u201eDigitale Nachbarschaft\u201c.\u00a0<strong>Wo neue Verbandsstrukturen entstehen, bilden sie sich quer zu konfessionell oder weltanschaulich gepr\u00e4gten Traditionen: Im Mittelpunkt stehen akute Problemlagen.<\/strong>\u00a0Beispiele daf\u00fcr sind die Hospiz- oder die Tafelbewegung. Zum Teil von Sponsoren aus der Wirtschaft unterst\u00fctzt, fordern sie Kirche und freie Wohlfahrtspflege heraus und geben neue Anst\u00f6\u00dfe. Engagierte sind in der Regel in mehreren Zusammenh\u00e4ngen aktiv: in Schule und Sportverein, in Kirche und Nachbarschaft.<\/p>\n<p><strong>Kirchen, Vereine und Verb\u00e4nde m\u00fcssen sich darauf einrichten, dass Ehrenamtliche sich nicht mehr als \u201eHelfer von Wohlfahrtsorganisationen\u201c verstehen. Sie wollen sich professionell und effektiv einbringen, ihre Zeit und ihren Einsatz selbst planen.\u00a0<\/strong>Viele sind oder waren berufst\u00e4tig und erwarten ganz selbstverst\u00e4ndlich klare Strukturen, Respekt vor ihren Kompetenzen sowie Entscheidungs- und Mitgestaltungsspielr\u00e4ume bei der Planung von Projekten. Es geht um ein ebenso sinnvolles wie selbstbewusstes Tun, das in der Erwerbsarbeit oft vermisst wird.\u00a0<strong>Es geht darum, etwas zu finden, was unseren Einsatz und unsere Hingabe lohnt. Eine Aufgabe, die auch die eigene Seele f\u00fcttert \u2013 und nicht nur das Konto f\u00fcllt. Immerhin drei\u00dfig Prozent derer, die sich momentan noch nicht freiwillig engagieren, sind dazu bereit.\u00a0<\/strong>Die entsprechenden Angebote m\u00fcssen aber biografisch passen und vielf\u00e4ltig gestaltet sein<strong>. Engagementtr\u00e4ger wie die Kirchen und ihre Verb\u00e4nde stehen vor gro\u00dfen Herausforderungen<\/strong>, was ihre Kultur angeht: Sie m\u00fcssen sich wieder neu als Ehrenamtsorganisationen begreifen, in denen Hauptamtliche die Engagierten unterst\u00fctzen.<\/p>\n<h2><strong>2.\u00a0Beispiele f\u00fcr Vortragsthemen<\/strong><\/h2>\n<ul>\n<li><strong>\u201eZeit f\u00fcr Herzblut\u201c \u2013 Impulse f\u00fcr das Ehrenamt an der Schnittstelle zwischen Beruf, Gemeinschaft und Gesellschaft<\/strong><\/li>\n<li><strong>\u201eKeiner stirbt f\u00fcr sich allein\u201c \u2013 Hospizliche Arbeit im Geflecht unseres Lebens<\/strong><\/li>\n<li><strong>\u201eEngagementpolitik\u201c der Kirche im Kontext gesellschaftlicher und politischer Entwicklungen<\/strong><\/li>\n<li><strong>Amtskirche oder Ehrenamtsorganisation? Kirche zwischen Staat und Zivilgesellschaft<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<h2><strong>3. Mein Erfahrungshintergrund<\/strong><\/h2>\n<p>Nach der Arbeit mit Ehrenamtlichen in der Kirchengemeinde (ca. 15 Prozent der Mitglieder waren ehrenamtlich engagiert und auch der Gemeinde- und Quartiersladen wurde von einem engagierten Ehrenamtsteam getragen) war ich als Abteilungsleitung Sozialwesen im Diakonischen Werk der Landeskirche u.\u00a0a. zust\u00e4ndig f\u00fcr Ehrenamt und Selbsthilfe. In der Kaiserswerther Diakonie war ich an der Gr\u00fcndung einer Freiwilligenagentur beteiligt, in der EKD bei der Vorbereitung der \u201eEhrenamtssynode\u201c 2009. Dort war ich auch zust\u00e4ndig f\u00fcr die Moderation des Arbeitskreises der Engagementstellen in den Landeskirchen und die Vorbereitung und Durchf\u00fchrung der \u00d6kumenischen Tagungen zum ehrenamtlichen Engagement 2011 bis 2014. Dieser kirchlich-diakonische Erfahrungshintergrund f\u00fchrte mich ins B\u00fcndnis B\u00fcrgerschaftliches Engagement (BBE), wo ich Mitglied im Koordinierungsausschuss wurde und schlie\u00dflich auf Bundesebene Mitglied im Beirat des Deutschen Freiwilligensurveys sowie in der Jury des Deutschen Engagementpreises war.<\/p>\n<h2><strong>4. Mein Buch zum Thema und weitere Publikationen<\/strong><\/h2>\n<p>\u201eSymphonie, Drama, Powerplay. Haupt- und Ehrenamtliche in der Kirche\u201c, Stuttgart 2016<\/p>\n<p><strong>\u201eEngagement und Berufung \u2013\u00a0Die Kirchen als profilierte B\u00fcndnispartner in der Zivilgesellschaft\u201c<\/strong>\u00a0in: Forschungsjournal Soziale Bewegungen 1\/2015<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. 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