{"id":3664,"date":"2018-04-18T09:38:52","date_gmt":"2018-04-18T09:38:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/?page_id=3664"},"modified":"2018-04-30T14:37:13","modified_gmt":"2018-04-30T14:37:13","slug":"altern-zum-guten-leben-im-dritten-und-vierten-lebensalter","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/?page_id=3664","title":{"rendered":"Altern: Zum guten Leben im dritten und vierten Lebensalter"},"content":{"rendered":"<h2><strong><a href=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/IMG_20180321_175503.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-3756 size-medium\" src=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/IMG_20180321_175503-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/IMG_20180321_175503-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/IMG_20180321_175503-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/IMG_20180321_175503-768x768.jpg 768w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/IMG_20180321_175503-1024x1024.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>1. Worum es mir geht<\/strong><\/h2>\n<p><strong>2016 erschienen gleichzeitig der siebte Altenbericht und der letzte Alterssurvey<\/strong>, die regelm\u00e4\u00dfige Befragung der \u00dcber-Vierzigj\u00e4hrigen zu Familie und Arbeit, Engagement, Gesundheit und Wohlbefinden. Der Survey zeigt: <strong>Noch nie in der Geschichte sind Menschen so gesund alt geworden, noch nie war die Breite der Bev\u00f6lkerung so gut ausgebildet, so kompetent und selbst\u00e4ndig wie heute, noch nie gab es auch so viele M\u00f6glichkeiten, sich zu vernetzen und gut zu organisieren.<\/strong> Legt man diesen Alterssurvey zugrunde, sind Siebzigj\u00e4hrige kaum weniger leistungsf\u00e4hig als gesunde 55-J\u00e4hrige. Und 73 Prozent der Befragten ab sechzig Jahren f\u00fchlen sich j\u00fcnger, als sie es vom kalendarischen Alter her sind, und zwar im Durchschnitt 5,5 Jahre. <strong>Auch das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen in der zweiten Lebensh\u00e4lfte ist kontinuierlich gestiegen. Das gilt vor allem f\u00fcr die 55- bis 65-J\u00e4hrigen<\/strong>, bei denen auch die Erwerbsbeteiligung gestiegen ist \u2013 vor allem, weil sich die Unterschiede zwischen M\u00e4nnern und Frauen verringert haben. <strong>Immer mehr B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger kommen deshalb aber auch in die Situation, Beruf und Sorget\u00e4tigkeiten auch im Alter vereinbaren zu m\u00fcssen.<\/strong> Betroffen sind vor allem die f\u00fcnfzig- bis 65-j\u00e4hrigen Frauen, die die Betreuung der Enkelkinder sowie die Unterst\u00fctzung oder Pflege ihrer betagten Eltern \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p><strong>Die Generation der 55- bis 69-J\u00e4hrigen ist zudem besonders aktiv im sozialen Ehrenamt und im lokalen B\u00fcrgerengagement<\/strong>. Sie st\u00e4rken die Eckpfeiler des nachbarschaftlichen Lebens \u2013 mit den neuen Dorfl\u00e4den und Nachbarschaftscaf\u00e9s oder auch mit B\u00fcrgerbussen, w\u00e4hrend sich die Kritischen in B\u00fcrgerinitiativen oder auch in Parteien organisieren. <strong>Es gibt unglaublich viele spannende Projekte in Kommunen, Kirchen und Wohlfahrtsverb\u00e4nden. Die Leihomas und Lesepaten geh\u00f6ren dazu<\/strong>. Die Pflegebegleiter, die in Abstimmung mit einer Sozialstation f\u00fcr hauswirtschaftliche und nachbarschaftliche Dienste sorgen, die Stadtteilm\u00fctter und Ausbildungsmentoren. Oder die Jobpaten, die schwer vermittelbare Jugendliche durch ein Praktikum bis in ein festes Arbeitsverh\u00e4ltnis begleiten. Und neben denen, die sich im sozialen Ehrenamt engagieren, stehen die kulturell Interessierten: Friedhofspatinnen, Museumsf\u00fchrer oder Stifterinnen und Stifter.<strong> Die letzten beiden Freiwilligensurveys der Bundesregierung zeigen einen Trend weg von der Ausrichtung auf Geselligkeit hin zu Engagement f\u00fcr das Gemeinwohl.<\/strong><\/p>\n<p>\u201eIch f\u00fcr mich. Ich mit anderen f\u00fcr mich. Ich mit anderen f\u00fcr andere. Andere mit anderen f\u00fcr mich\u201c, schreibt Margret Schunk aus W\u00fcrttemberg. <strong>\u201eWeil wir uns vorgenommen haben, etwas gemeinsam zu tun, was uns allen n\u00fctzt, was uns allen hilft. Eine Gemeinschaft, ein Netzwerk soll entstehen und wachsen k\u00f6nnen, das uns allen etwas bringt<\/strong>.<strong>\u201c<\/strong> <strong>Je \u00e4lter wir werden, desto mehr sind wir auch selbst auf soziale Netze angewiesen.<\/strong> Das betrifft besonders die Hochaltrigen. Denn die famili\u00e4ren Netze d\u00fcnnen aus: Die Wohnentfernung zwischen Eltern und erwachsenen Kindern hat in den letzten Jahren st\u00e4ndig zugenommen. Nur noch ein Viertel der Befragten geben an, dass ihre erwachsenen Kinder am selben Ort wohnen. <strong>Im letzten Freiwilligensurvey wurde deshalb zum ersten Mal die informelle, au\u00dferfamiliale Unterst\u00fctzung in Freundschaft und Nachbarschaft abgefragt. <\/strong>Dabei zeigte sich: <strong>Immerhin 25 Prozent engagieren sich in der nachbarschaftlichen Hilfe<\/strong> bei Eink\u00e4ufen, Handwerksdiensten bis zur Kinderbetreuung \u2013 und es sind, bis auf die Unterst\u00fctzung Pflegebed\u00fcrftiger, mehr M\u00e4nner als Frauen und eher J\u00fcngere als \u00c4ltere, die sich hier einbringen. In der Befragung wird deutlich: <strong>Die wechselseitigen Unterst\u00fctzungsleistungen verbessern die Lebensqualit\u00e4t aller Beteiligten. <\/strong><\/p>\n<p><strong>Auch Menschen im vierten Lebensalter wollen ihre Unterst\u00fctzung selbst organisieren; Betreuung hat immer auch einen diskriminierenden Charakter.<\/strong> Darum gefallen mir auch ganz einfache neue Ideen \u2013 Stadtspazierg\u00e4nge mit Rollstuhl und Rollator, Erz\u00e4hlcaf\u00e9s und Biografiewerkst\u00e4tten. <strong>Klaus D\u00f6rner hat mit seinem Wunsch \u201eIch will leben und sterben, wo ich dazugeh\u00f6re\u201c viel angesto\u00dfen: <\/strong>Seitdem haben sich die Einrichtungen der Altenhilfe differenziert: mit betreutem Wohnen und Kurzzeitpflege, ambulanter Pflege und hauswirtschaftlichen Hilfen, aber auch mit Caf\u00e9s und vielf\u00e4ltigen Kooperationen im Quartier. Und auch Stadtplanung, Architekturb\u00fcros und Wohnungsbaugesellschaften machen \u00f6fter ernst damit, dass in den neuen Wohnquartieren Rollatoren wie Kinderwagen \u00fcber die Schwelle kommen. Initiativen wie das SONG-Netzwerk geben seit einigen Jahren Anst\u00f6\u00dfe, die Angebote nicht mehr an Defiziten zu orientieren, sondern an Lebensbereichen wie Wohnen, Gesundheit, Bildung und Freizeit, die f\u00fcr alle Generationen wesentlich sind.<strong> Es geht um einen Mentalit\u00e4tswandel. In unserer Gesellschaft, die stark gepr\u00e4gt ist vom Wunsch nach Selbstbestimmung und Selbstoptimierung, angesichts der Vermarktlichung des Sozial- und Gesundheitssystems, geht es um ein Gegengewicht: um wechselseitige Unterst\u00fctzung und die Bereitschaft, Verantwortung zu \u00fcbernehmen \u2013 f\u00fcr sich selbst, f\u00fcr andere und auch f\u00fcr die gesellschaftliche Entwicklung.<\/strong><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<h2><strong>2. Mein Erfahrungshintergrund<\/strong><\/h2>\n<p>Nach zehn Jahren Gemeindearbeit \u2013 mit Altenclub, Reisen f\u00fcr \u00c4ltere, Diakoniestation, Besuchsdienst und einem Quartiersladen \u2013 war ich als Leiterin der Abteilung Sozialwesen im Diakonischen Werk der Landeskirche u.\u00a0a. zust\u00e4ndig f\u00fcr Offene Altenarbeit und Altenhilfe. Als theologischer Vorstand der Kaiserswerther Diakonie war ich verantwortlich f\u00fcr Altenzentren und ambulante Pflege, zugleich aber Vorsteherin einer \u00e4lter werdenden Schwesternschaft. In der EKD war ich u.\u00a0a. mitbeteiligt an der Orientierungshilfe \u201eIm Alter neu werden k\u00f6nnen\u201c. Den vielen Schnittstellen zu den Fragen der Arbeitsgestaltung \u00e4lterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, von Rente, Gesundheit und Pflege sowie freiwilligem Engagement konnte ich in unterschiedlichen Gremien wie der Sozialkammer der EKD oder dem Beirat f\u00fcr den Freiwilligensurvey der Bundesregierung nachgehen.<\/p>\n<h2><strong>3. Beispiele f\u00fcr Vortragsthemen<\/strong><\/h2>\n<ul>\n<li><strong>Anders wachsen \u2013 Impulse f\u00fcr eine k\u00fcnftige kirchliche Arbeit mit \u00c4lteren<\/strong><\/li>\n<li><strong>Alter, Lebenslagen und Milieus \u2013 Diagnoseinstrumente als Grundlage der Arbeit mit \u00c4lteren<\/strong><\/li>\n<li><strong>Die reife Reise: Praktisch-theologische \u00dcberlegungen zur Spiritualit\u00e4t \u00c4lterer <\/strong><\/li>\n<li><strong>Die stille Altersrevolution \u2013 Hintergr\u00fcnde und Konsequenzen des demografischen Wandels<\/strong><\/li>\n<li><strong>Sorgende Gemeinden: Chancen und M\u00f6glichkeiten kirchlicher Arbeit in einer \u00e4lter werdenden Gesellschaft<\/strong><\/li>\n<li><strong>Lebenssatt \u2013 das Leben satt: Vom guten Abschiednehmen im hohen Alter<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<h2><strong>4. Mein Buch zum Thema und weitere Publikationen <\/strong><\/h2>\n<p><strong>\u201eNoch einmal ist alles offen. Das Geschenk des \u00c4lterwerdens\u201c, M\u00fcnchen 2016<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u201eIm Alter neu werden k\u00f6nnen\u201c. Orientierungshilfe des Rates der EKD, Hannover 2009 (Mitautorschaft)<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. 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