{"id":3544,"date":"2018-04-06T20:18:31","date_gmt":"2018-04-06T20:18:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/?page_id=3544"},"modified":"2018-11-15T09:50:15","modified_gmt":"2018-11-15T08:50:15","slug":"aufbrueche-in-umbrueche-christsein-und-kirche-in-der-transformation","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/?page_id=3544","title":{"rendered":"Aufbr\u00fcche in Umbr\u00fcche \u2013 Christsein und Kirche in der Transformation"},"content":{"rendered":"<h2 class=\"p1\"><a href=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Leseprobe-Coenen_Marx.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-2343 size-medium\" src=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/CoenenMarx-500px_neu-261x300.jpg\" width=\"261\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/CoenenMarx-500px_neu-261x300.jpg 261w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/CoenenMarx-500px_neu.jpg 500w\" sizes=\"(max-width: 261px) 100vw, 261px\" \/><\/a><\/h2>\n<p style=\"text-align: center;\"><span class=\"s1\"><a href=\"http:\/\/edition-ruprecht.de\/katalog\/titel.php?id=432\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">G\u00f6ttingen, Edition Ruprecht<\/a><br \/>\nOktober 2016,\u00a0<\/span><span class=\"s1\">24,90 Euro\u00a0<\/span><strong><a href=\"http:\/\/www.neukirchener-verlage.de\/index.php?action=artikel&amp;subaction=zeige&amp;var=602.660&amp;sucheID=425379\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><br \/>\n<\/a>ISBN: 978-3-8469-0252-3<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Leseprobe-Coenen_Marx.pdf\">Blick ins Buch<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Bestellung unter:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\u00a0<a href=\"https:\/\/www.buecher.de\/shop\/politische-philosophie\/aufbrueche-in-umbruechen\/coenen-marx-cornelia\/products_products\/detail\/prod_id\/45011036\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.b\u00fccher.de<\/a>\u00a0|\u00a0<a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Aufbr%C3%BCche-Umbr%C3%BCchen-Christsein-Kirche-Transformation\/dp\/3846902527\/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;qid=1524476447&amp;sr=8-1&amp;keywords=Aufbr%C3%BCche+in+Umbr%C3%BCchen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.amazon.de<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<div id=\"content\" class=\"grid_6 prefix_1\">\n<p><strong>Rezension<\/strong><\/p>\n<p><strong>BUCHSCHAU von\u00a0Christoph Barnbrock<\/strong><\/p>\n<p>Cornelia Coenen-Marx, Aufbr\u00fcche in Umbr\u00fcchen. Christsein und Kirche in der Transformation, Edition Ruprecht, G\u00f6ttingen 2017, 336 S., \u2013 ISBN 978\u20133\u20138469\u20130252\u20133, 24,90 \u20ac.<\/p>\n<p>Das Buch hat ein ungew\u00f6hnliches Format: Quadratisch liegt es vor mir auf dem Tisch. Durchaus ansprechend. F\u00fcr andere, die es dort liegen sehen, ist es \u2013 auch angesichts der Farbgebung in Orange, Gr\u00fcn und Gelb \u2013 ein Blickf\u00e4nger. Das quadratische Format mag dabei auch symbolisch f\u00fcr den Inhalt stehen. Denn auch bei einem Quadrat ist ja nicht klar, was die L\u00e4ngs- und was die Breitseite ist. Und so ist in diesem Buch auch nicht so einfach auszumachen, ob Umbr\u00fcche einfach nur Umbr\u00fcche oder nicht doch eher Aufbr\u00fcche sind, ob Krisen nur schmerzhaft sind oder auch neue M\u00f6glichkeiten versprechen. Wer dann beginnt, darin zu lesen, bekommt es mit einem sehr pers\u00f6nlichen Buch der Vf. zu tun, in dem sie nah an ihrer eigenen Lebensgeschichte von Aufbr\u00fcchen, Abbr\u00fcchen und Umbr\u00fcchen im Bereich von Gemeinde, Kirche und Diakonie berichtet \u2013 doch niemals so, dass es mir als Leser peinlich w\u00fcrde oder ich das Interesse verl\u00f6re, weil hier nun zu sehr die eigene Lebensgeschichte vor mir ausgebreitet w\u00fcrde. Dieser Gefahr entgeht die Vf. nicht zuletzt auch dadurch, dass sie eigene \u00dcberlegungen in Beziehung setzt zu dem, was sie selbst gelesen hat und was ihr f\u00fcr die Deutung von Zeiten und dieser Welt wichtig geworden ist. So liest sich das Buch als Zeitanalyse, als kleines Handbuch f\u00fcr kirchliche und pers\u00f6nliche Ver\u00e4nderungsprozesse, aber nicht zuletzt auch als kleiner spiritueller Wegweiser. Hier deutet ein Christenmensch sein Leben und das Leben in dieser Zeit und Welt im Angesicht der biblischen Botschaft und erkennt so in allen Umbr\u00fcchen eben immer wieder auch Aufbr\u00fcche. Das Buch will erkennbar Mut machen, sich diesen Ver\u00e4nderungen zu stellen und sie anzugehen. L\u00e4ngst nicht alle Interpretationsmuster der Vf. kann und will ich mir zu eigen machen. F\u00fcr die Art und Weise, wie ich theologisch gepr\u00e4gt worden bin, kommen mir etwa der Wandel und das Neue \u2013 bei allem Schmerz, den sie ausl\u00f6sen \u2013 insgesamt zu positiv daher. Auch die Verh\u00e4ltnisbestimmung von Weltdeutung und Orientierung an der biblischen Botschaft w\u00fcrde ich an verschiedenen Punkten anders vornehmen als die Vf. Bin ich deswegen entt\u00e4uscht oder ver\u00e4rgert? Nein, ganz und gar nicht. Ich habe in dem Buch etwas von\u00a0128 Buchschau dem erfahren, was die Vf. selbst zum Thema \u201eGastfreundschaft\u201c schreibt: \u201eMan braucht den Mut, im Eigenen dem Anderen zu begegnen \u2013 dem Bruder eben, der Schwester, die ganz andere Erfahrungen gemacht haben, anders denken, sich selbst, die Gesellschaft und auch Gott anders verstehen.\u201c (210) So m\u00f6chte ich mit anderen umgehen, ihnen begegnen und auf sie h\u00f6ren \u2013 und hoffe, dass die anderen auch mich entsprechend wahrnehmen. Lange hat dieses Buch \u2013 trotz seines ungew\u00f6hnlichen Formats und seiner frischen Farbgebung \u2013 auf meinem Stapel der zu rezensierenden B\u00fccher gelegen. Ich h\u00e4tte es fr\u00fcher lesen sollen! Mir ist in der Wartezeit etwas entgangen. Es ist schon jetzt eines meiner B\u00fccher 2018 und wird gewiss auf meiner Literaturliste zur n\u00e4chsten Veranstaltung zum Thema \u201eSpiritualit\u00e4t\u201c stehen.<\/p>\n<hr \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>\u00a9 2018 Edition Ruprecht \/ 16.06.2018<br \/>\n<a href=\"http:\/\/edition-ruprecht.de\/katalog\/rezensionen.php?id=824\">http:\/\/edition-ruprecht.de<\/a><\/strong><\/p>\n<p><strong>Rezension<\/strong><\/p>\n<p><strong>Jahrbuch Mission 2018<\/strong><\/p>\n<p>Mit ihrem neuesten Buch ist die Theologin, Publizistin und ehemaligen Leiterin des Referates f\u00fcr Sozial- und Gesellschaftspolitik in der EKD, Cornelia Coenen-Marx, ein gro\u00dfer Wurf gelungen. Politisch und fromm, pers\u00f6nlich und kirchenstrategisch, ein ungew\u00f6hnliches Format, nicht nur wegen des quadratischen Designs. Ihre Analyse ist eindeutig: Kirche, Gesellschaft und Welt \u2013 wir leben in Zeiten umfassender Transformationen. Die Gemeinschaft ist davon ebenso ersch\u00fcttert wie das Individuum irritiert. Dazu ist schon andernorts Kluges zu lesen. Erhellend finden sich in den Analysen von Coenen-Marx aber Umbr\u00fcche und Aufbr\u00fcche aus der Geschichte der Diakonie, deren Stern aufging, als die bedr\u00fcckenden gesellschaftlichen Umbr\u00fcche im 19. Jahrhundert neue Antworten der Christen einforderten.<br \/>\nEine aus einer Transformationsdynamik geborene Gestalt wie die Diakonie mag sich den Herausforderungen einer neuen Transformation stellen k\u00f6nnen. Was sich diakoniegeschichtlich darstellt, untermauert die Autorin, ehemals Vorstand eines gro\u00dfen Diakoniewerks, in zahlreichen pers\u00f6nlichen Facetten, ohne jedoch der Versuchung autobiographischer Verspieltheit zu verfallen. Sie reflektiert die Umbr\u00fcche in Diakonie und verfasster Kirche vor dem Hintergrund eines reifen Arbeitslebens, ob in Kaiserswerth oder im EKD-Hauptquartier in Hannover: \u00bbEs sind auch meine eigenen Erfahrungen im Umgang mit Ver\u00e4nderungsprozessen, die in diesem Buch Thema sind: Was hilft mir in meinem pers\u00f6nlichen Leben, was geh\u00f6rt sozialpolitisch auf die Tagesordnung und wo liegen die Herausforderungen f\u00fcr die Kirche?\u00ab, schreibt sie.<br \/>\nSo spielen selbstverst\u00e4ndlich in der Beschreibung soziologischer Ph\u00e4nomene wie etwa \u00bbPendelbeziehungen \u2013 Das Unterwegssein und die Liebe\u00ab auch die eigenen Erfahrungen mit einer jahrelangen Wochenendbeziehung eine Rolle. Und Reflektionen zum Gehalt von Umbr\u00fcchen durch Krankheit und Tod sind mit zarter Feder als pers\u00f6nliches Credo gezeichnet: \u00bbSo betrachtet ist das Sterben die letzte transitorische Betrachtung, die wir machen \u2013 auf dem Weg in ein neues, befreites Leben. Und all die \u00dcberg\u00e4nge, die wir beruflich, famili\u00e4r oder gesundheitlich erleben, sind eine Ein\u00fcbung auf diesem Weg des Loslassens, auf dem wir uns vorbereiten auf den letzten gro\u00dfen Neuanfang.\u00ab<br \/>\nFromm liest Cornelia Coenen-Marx ihr Leben und die L\u00e4ufe der Zeit mit Hilfe der Bibel, der Schatz j\u00fcdisch-christlicher Lebens- und Glaubensweisheit durchzieht das Buch wie ein roter Faden. Politisch schreibt sie, weil die Kirche sich streitbar zeigen muss in den Umbr\u00fcchen der Gesellschaft, den Schwachen nicht von der Seite gehend. Wohltuend, dass sie immerzu verfasste Kirche und Diakonie zusammen denkt, nur so kann es gelingen.<br \/>\n\u00bbAufbr\u00fcche in Umbr\u00fcchen\u00ab ist keine klassische Zeitansage. Die Autorin zeigt nicht, wohin es gehen wird. Aber ihr gelingt eine Art Zeitdeutung, die beschreibt, wie es gelingen kann, in Zeiten der Transformation zu bestehen. Achtsam und im Kontakt mit den eigenen Gef\u00fchlen, Grenzen und Tr\u00e4umen. Neugierig auf das Neue. Und: \u00bbNur mit Mut und Vertrauen werden wir die aktuellen Umbr\u00fcche f\u00fcr lebendige Gestaltung nutzen\u00ab, schreibt die \u00fcberzeugte Mutmacherin Cornelia Coenen-Marx.<br \/>\nFriedemann Magaard<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<hr \/>\n<header class=\"entry-header\"><\/header>\n<header class=\"entry-header\">&nbsp;<\/p>\n<p class=\"p1\"><strong><span class=\"s1\">BuchMarkt\u00a0\/ 7.02.2017<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.buchmarkt.de\/meldungen\/edition-ruprecht-luther-jahr-und-dann\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.buchmarkt.de<\/a><br \/>\n<\/span><\/strong><\/p>\n<h2 class=\"p2\"><span class=\"entry-title\">Edition Ruprecht: Luther-Jahr und dann?<\/span><\/h2>\n<p>Luther und das Reformationsjubil\u00e4um sind in aller Munde. Doch wie geht es danach weiter?\u00a0 Wir sprachen mit der evangelischen Theologin\u00a0<strong>Cornelia Coenen-Marx<\/strong>\u00a0\u00fcber ihr neues Buch\u00a0<strong>\u201e<em>Aufbr\u00fcche in Umbr\u00fcchen\u201c<\/em><\/strong>\u00a0(<strong>Edition Ruprecht<\/strong>) und dar\u00fcber, wie die Kirche jetzt aktuelle Ver\u00e4nderungsprozesse der Gesellschaft produktiv bew\u00e4ltigen helfen kann.<\/p>\n<p><strong>BuchMarkt: Frau Coenen-Marx, warum ist die Kirche auch nach dem Jubil\u00e4um ein aktuelles Thema?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Cornelia Coenen-Marx:\u00a0<\/strong>Eines ger\u00e4t vielfach aus dem Blick: Die Reformation leitete eine gro\u00dfe gesellschaftlicheTransformation ein \u2013 sie war aber auch selbst Folge einer Transformation. Mit dem Aufkommen des internationalen Handels sowie des Geld-und Bankenwesens war die Reformationszeit von erheblichen \u00f6konomischen Umbr\u00fcchen gepr\u00e4gt. Der Preisverfall einheimischer Erze entzog den Bergleuten die Existenzgrundlage. Der Paradigmenwechsel von der Naturalien-zur Geldwirtschaft wirkte sich dramatisch aus. Die Aufl\u00f6sung der St\u00e4ndegesellschaft im Fr\u00fchkapitalismus erforderte also eine neue Ethik gesellschaftlicher Verantwortung \u2013\u00a0 eine Neuordnung von der Familie bis zur F\u00fcrsorge f\u00fcr die Armen.<\/p>\n<p><strong>In diesen Ver\u00e4nderungsprozessen spielte die Kirche eine entscheidende Rolle?<\/strong><\/p>\n<p>Sie spielte eine entscheidende Rolle indem sie den Einzelnen Mut machte, der eigenen Berufung zu folgen und gesellschaftliche Verantwortung zu \u00fcbernehmen, und indem sie die Gemeinschaft unter den Menschen st\u00e4rkte. Diese Haltung kann auch angesichts der aktuellen Herausforderungen hilfreich sein.<\/p>\n<p><strong>Und darum geht es in Ihrem Buch?<\/strong><\/p>\n<p>Mein Buch\u00a0<em>Aufbr\u00fcche in Umbr\u00fcchen<\/em>\u00a0(<strong>Edition Ruprecht)<\/strong>\u00a0handelt von diesen aktuellen Herausforderungen und geht der Frage nach, wie sich die gegenw\u00e4rtigen Transformationsprozesse \u2013 Globalisierung, Beschleunigungsprozesse, Migration, demokratischer Wandel \u2013 auf unser allt\u00e4gliches Leben wie auf das Gesellschaftliche auswirken. Ich habe beschrieben, welche gesellschaftlichen Herausforderungen dies alles mit sich bringt, und woher die Einzelnen die Kraft nehmen, damit produktiv umzugehen. Ich habe neue Wege des Gemeinschaftlichen zu erkunden versucht.<\/p>\n<p><strong>Welche Fragen stehen hierbei im Fokus?<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_1000000000247\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.edition-ruprecht.de\/katalog\/titel.php?id=432\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1000000000247 size-full\" src=\"http:\/\/www.buchmarkt.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/aufbr%C3%BCche-in.jpg\" alt=\"aufbr\u00fcche in\" width=\"220\" height=\"253\" \/><\/a><\/figure>\n<p>Nicht nur soziale Fragen, sondern auch spirituelle und letztlich theologische Fragen: vom Umgang mit Zeit, der Suche nach Identit\u00e4t, der Begegnung mit Fremden bis zum Respekt vor den Grenzen des Machbaren. Aus eigener Erfahrung berichte ich \u00fcber das, was Menschen in Umbr\u00fcchen verunsichert und umtreibt, aber auch \u00fcber Hilfestellungen und Chancen, die darin liegen. Dabei geht es auch um scheinbar ganz allt\u00e4gliche Fragen wie den Umgang mit dem eigenen K\u00f6rper, mit Krankheit und Schmerzen, um Reisen und Rituale.<\/p>\n<p><strong>Sie gehen auch auf die M\u00f6glichkeiten der Kirche heute ein\u2026<\/strong><\/p>\n<p>Genau \u2013\u00a0 am Ende schaue ich auf die M\u00f6glichkeiten der Kirche heute, deren Einfluss in einer pluralen und auch s\u00e4kularen Gesellschaft nat\u00fcrlich nicht mehr gro\u00df ist. Aber Kirche hat viel von dem, was wir in dieser Transformation brauchen: Angebote und M\u00f6glichkeiten, sich zu engagieren, Chancen zur Beteiligung und Auseinandersetzung mit anderen. Das beginnt bei den R\u00e4umen, die die Kirche in fast jedem Dorf oder Stadtteil hat und die f\u00fcr Begegnungen genutzt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Kirche hat alte und neue Rituale, die helfen \u00dcberg\u00e4nge zu gestalten. Und sie hat eine eigene Kultur der Auseinandersetzung \u00fcber Grundlagen und Werte. In der Sprache der Reformation w\u00fcrde man sagen: Wichtige Potenziale liegen im Priestertum aller, der Offenheit f\u00fcr Debatten \u00fcber die Bibel, aber auch in dem noch immer lebendigen Anschluss an alte mystische Traditionen. Vor allem aber hat Kirche Erfahrung mit \u00dcberg\u00e4ngen \u2013 in der Begleitung Einzelner wie auch gesellschaftlich. Wir sind weniger \u201aein\u2019feste Burg\u2018 als eine Pilgergruppe, die sich gegenseitig unterst\u00fctzen kann.\u00a0 Wie sich Kirche auch ganz praktisch wandeln muss, um diese Vorz\u00fcge besser zum Leuchten zu bringen, dazu sage ich etwas aus meinen Erfahrungen in unterschiedlichen Bereichen von Kirche und Diakonie.<\/p>\n<p><strong>Also nur eine Lekt\u00fcre f\u00fcr Fachleute und Theologen?<\/strong><\/p>\n<p>Nicht nur. Angesprochen werden sollen engagierte Christen und Christinnen und diejenigen, die sich fragen, ob und wie Kirche beitragen kann, die gegenw\u00e4rtigen Ver\u00e4nderungsprozesse produktiv zu bew\u00e4ltigen: f\u00fcr die Einzelnen wie f\u00fcr die Gesellschaft.<\/p>\n<\/header>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Weitere Rezensionen finden Sie hier:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"http:\/\/edition-ruprecht.de\/katalog\/rezensionen.php?id=755\">Das Unruhewerk, 20.10.2016<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"http:\/\/edition-ruprecht.de\/katalog\/rezensionen.php?id=758\">Evangelisches Frankfurt vom 17.11.2016<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"http:\/\/pfarrverein-ekhn.de\/contao\/tl_files\/pv\/Pfarrblatt%202017\/Pfarrblatt%202-2017.pdf\">Hessisches Pfarrblatt: April 2017, Martin Zentgraf<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Cornelia Coenen-Marx:<\/p>\n<h2 style=\"text-align: left;\">Aufbr\u00fcche in Umbr\u00fcchen. Christsein und Kirche in der\u00a0Transformation.<\/h2>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>G\u00f6ttingen: Edition Ruprecht 2017. 336 S., broschiert f\u00fcr 24,90 Euro; ISBN 978-3-8469-0252-3.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Wer kennt nicht moderne Unheilspropheten, die angesichts eines oft rasanten Wandels in Kirche und Gesellschaft nur Negatives sehen, Vergangenem nachtrauern und Fr\u00fcheres nur idealisieren und vergolden.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Krisen gelten als Gefahren, die Bew\u00e4hrtes bedrohen und zum Einsturz bringen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Wie der Titel des Buches schon zeigt, geht die Verfasserin den anderen Weg, in den Umbr\u00fcchen der Gegenwart Chancen f\u00fcr Aufbr\u00fcche und Transformationen des Christseins und der Kirche zu entdecken. Dabei reflektiert die Autorin ihre Erfahrungen als Gemeindepfarrerin, aus Leitungspositionen ihrer rheinischen Landeskirche und der EKD sowie als Vorstand der Kaiserwerther Diakonie in D\u00fcsseldorf. Weitere Angaben zu ihrer Vita k\u00f6nnen den biografischen Notizen auf der letzten Seite entnommen werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">In der Alten Kirche gab es die aus der antiken Rhetorik gespeiste Gattung der Exhortatio etwa zur Philosophie als Lebensgestaltung. In dieser Tradition pl\u00e4diert die Verfasserin in vielen Variationen daf\u00fcr, die Zeichen unserer Zeit nicht zu \u00fcbersehen und die sich bietenden Chancen zu nutzen. Einem billigen Optimismus um jeden Preis wird durch Ber\u00fccksichtigung auch ernster Themen entgegengewirkt. Wer vielleicht gelegentlich an der Gegenwart verzweifelt, sollte das Buch lesen; es wird ihm\/ihr guttun.<\/p>\n<hr \/>\n<header class=\"entry-header\"><strong>Evangelisches Frankfurt Nachrichten und Debatten: 17. November 2016<\/strong><\/header>\n<p id=\"article-headline\" style=\"text-align: left;\"><a href=\"http:\/\/evangelischesfrankfurt.de\/2016\/11\/mut-vertrauen-neugier-und-lust-auf-neues\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/evangelischesfrankfurt.de\/2016\/11\/mut-vertrauen-neugier-und-lust-auf-neues\/<\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: left;\">Mut, Vertrauen, Neugier und Lust auf Neues<\/h2>\n<div id=\"article-content\" style=\"text-align: left;\">\n<p><strong>\u201eAufbr\u00fcche in Umbr\u00fcchen \u2013 Christsein und Kirche in der Transformation\u201c: Ein Pl\u00e4doyer f\u00fcr Mut und Vertrauen, Neugier, Lust und f\u00fcr Bereitschaft, Dinge zu ver\u00e4ndern und Neues zu wagen \u2013 als Christ und Christin, als Kirche und als Gemeinschaft aller.<\/strong><\/p>\n<p>Nimmt man das gro\u00dfe Ganz in den Blick, die vielen Facetten des gesellschaftlichen Miteinanders, kann es schnell komplex und un\u00fcbersichtlich werden. Die Frage danach, in welcher Gesellschaft wir leben wollen, muss sich an alle Akteurinnen und Akteure einer Gemeinschaft richten. An die Einzelnen wie an die unterschiedlichen Institutionen einer Gesellschaft. Dem Zugrunde sollte ein Wertekanon liegen, mit dem sich die Mehrheit aller identifizieren kann oder der zumindest eine Orientierung bietet.<\/p>\n<p>Cornelia Coenen-Marx sieht hier vor allem die Kirche in der Pflicht. Sie sollte den Menschen eine erkennbare, glaubw\u00fcrdige und hilfreiche Identit\u00e4t bieten. Wichtig hierbei sei die st\u00e4ndige und ehrliche Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Ver\u00e4nderungen und deren Bedeutung f\u00fcr ein gutes Miteinander. Werte sch\u00f6pft die Kirche aber auch aus dem Stetigen, den Ritualen, den heiligen R\u00e4umen. Sie geben Halt und geh\u00f6ren zu ihrem Schatz, so die Autorin.<\/p>\n<p>Dabei d\u00fcrfe die Kirche aber nicht zum Museum verkommen. Sie soll ihre \u201eT\u00fcren und Fenster nicht schlie\u00dfen, um so Glauben und Tradition zu sch\u00fctzen\u201c. Dann n\u00e4mlich \u201ewird es eng und stickig\u201c, mahnt Coenen-Marx. Sie muss dran bleiben, die Kirche. Mit neuen, unkonventionellen Ideen zum Beispiel in der Gemeindearbeit. Sie muss Netzwerke spinnen, neue Formen von Kooperationen eingehen. Allen voran sollte sie ihr Profil sch\u00e4rfen. Ihre St\u00e4rken, das Wissen \u00fcber Gemeinschaft und Zusammenhalt, \u00fcber Engagement und Solidarit\u00e4t und \u00fcber N\u00e4chstenliebe. Diese Sch\u00e4tze zu b\u00fcndeln und damit \u201eprofessionell auf den Markt gehen \u2013 den Sozial- und Gesundheitsmarkt wie den Sinnmarkt.\u201c<\/p>\n<p>Cornelia Coenen-Marx wei\u00df, wovon sie spricht. Aus ihrer langj\u00e4hrigen innovativen Arbeit in verschiedenen Positionen innerhalb der Kirche bringt sie viel Erfahrungen und praktisches Know-How mit. Ihre\u00a0eindeutige Botschaft ist: Fast alles ist m\u00f6glich. Jede und jeder muss einzig daf\u00fcr bereit sein. Mut haben, sich aus Gewohnheiten zu l\u00f6sen. Neugierig sein, was das Neue bringen wird. So die fast zu einfach klingende Formel.<\/p>\n<p>Die Autorin berichtet viel \u00fcber Aufbr\u00fcche, Umbr\u00fcche, Zeiten von Ver\u00e4nderungen, Wendepunkten, von Krisen und Neuanf\u00e4ngen \u2013 im Kleinen und ganz pers\u00f6nlich. Ihre Beschreibungen und allt\u00e4glichen Berichte scheinen eine universelle G\u00fcltigkeit zu haben. Es l\u00e4sst sich Trost finden, aber auch Kraft sch\u00f6pfen aus diesem Buch. Coenen-Marx wird nicht m\u00fcde zu raten und dem Leser und der Leserin ans Herz zu legen die Notwendigkeit zu begreifen, mit Ver\u00e4nderungen positiv umzugehen oder dies zu lernen. Hier verberge sich die Chance, die Dinge bewusst zu denken und sich mit seiner kulturellen und religi\u00f6sen Identit\u00e4t aufs Neue auseinander zu setzen.<\/p>\n<p>Mit ihrem neuen Buch ver\u00f6ffentlicht Cornelia Coenen-Marx einen ungew\u00f6hnlich daher kommenden Ratgeber der eine vielf\u00e4ltig gepr\u00e4gte gesellschaftliche Realit\u00e4t in den Blick nimmt: Die Institution Kirche, nicht ohne Kritik und in ihrer strukturellen Wahrheit, ausgestattet mit unverzichtbaren Ressourcen, zielgerichtet und im Aufbruch. Die unterschiedlichen Menschen in ihr, mit ihren k\u00f6rperlichen und spirituellen Pers\u00f6nlichkeiten und scheinbar bereit, Ver\u00e4nderungen anzupacken.<\/p>\n<p>\u201eEs ist alles schon da!\u201c k\u00f6nnte eine passende Antwort von Marx-Coenen sein auf die Frage: In welcher Gesellschaft wollen wir leben?<\/p>\n<p><em>Cornelia Coenen-Marx:\u00a0<span id=\"productTitle\" class=\"a-size-large\">Aufbr\u00fcche in Umbr\u00fcchen: Christsein und Kirche in der Transformation. Edition Ruprecht, 2016, 339 Seiten, 24,90 Euro.<\/span><\/em><\/p>\n<\/div>\n<section id=\"article-info-main\"><span style=\"color: #bf6e37;\">Beitrag von\u00a0<strong><a style=\"color: #bf6e37;\" href=\"http:\/\/evangelischesfrankfurt.de\/people\/angela-wolf\/\" rel=\"tag\">Angela Wolf<\/a><\/strong>, ver\u00f6ffentlicht am 17. November 2016 in der Rubrik\u00a0<a style=\"color: #bf6e37;\" href=\"http:\/\/evangelischesfrankfurt.de\/category\/buecher-und-filme\/\" rel=\"category tag\">B\u00fccher &amp; Filme<\/a>, erschienen in der Ausgabe\u00a0<a style=\"color: #bf6e37;\" href=\"http:\/\/evangelischesfrankfurt.de\/issue\/web\/\" rel=\"tag\">Web<\/a>.<\/span><span style=\"color: #bf6e37;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"attachment-post-thumbnail wp-post-image\" title=\"Angela Wolf\" src=\"http:\/\/evangelischesfrankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/wolf_klein-100x100.jpg\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"100\" \/>Angela Wolf studierte Soziologie, Politikwissenschaften und Psychoanalyse in Frankfurt am Main, arbeitet als freie Autorin und ist ehrenamtlich aktiv.<\/span><\/section>\n<hr \/>\n<header class=\"entry-header\"><a href=\"http:\/\/unruhewerk.de\/christsein\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><strong>http:\/\/unruhewerk.de\/christsein\/<\/strong><\/a><span class=\"entry-author\"><a class=\"url fn n\" title=\"Beitr\u00e4ge von Maria Al-Mana\" href=\"http:\/\/unruhewerk.de\/author\/al-mana\/\" rel=\"author\">Maria Al-Mana<\/a><\/span>\u00a0<time class=\"entry-published updated\" title=\"Donnerstag, Oktober 20, 2016, 6:48 am\" datetime=\"2016-10-20T06:48:28+00:00\">20. Oktober 2016<\/time>\u00a0<a class=\"comments-link\" href=\"http:\/\/unruhewerk.de\/christsein\/#comments\">2<\/a><strong>Wie ein Buch mit einem Titel wie \u201eAufbr\u00fcche in Umbr\u00fcchen \u2013 Christsein und Kirche in der Transformation\u201c auch noch tr\u00f6sten kann<\/strong><\/header>\n<h2 class=\"entry-title font-headlines\" style=\"text-align: left;\">Wie ein Buch mit einem Titel wie \u201eAufbr\u00fcche in Umbr\u00fcchen \u2013 Christsein und Kirche in der Transformation\u201c auch noch tr\u00f6sten kann<\/h2>\n<div class=\"entry-content\" style=\"text-align: left;\">\n<p>F\u00fcr mich stand immer fest: Kirche ist und war in Europa \u2013 bei allen Br\u00fcchen, Fehlern und sogar Verbrechen \u2013 eine unverbr\u00fcchlich Identit\u00e4t stiftende spirituelle, kulturelle und sozial wie gesellschaftlich, manchmal sogar politisch relevante Gr\u00f6\u00dfe. Das hat einerseits mit meiner eigenen Sozialisation zu tun \u2013 von evangelischem Kindergarten bis Gymnasium -, andererseits mit meinem Studium unter anderem der Philosophie und Geschichte. Dass und warum \u201edie Kirche\u201c \u2013 zu der ja auch Diakonie und Caritas mit all ihren Hilfsangeboten geh\u00f6ren \u2013 \u00a0mit der ihr sozusagen \u201evon Natur aus\u201c zugrunde liegenden einzigartigen Stellung in unserer Gesellschaft all den Prozessen von Ungerechtigkeit, Kriegen, Konsumdenken, Egoismus etc. so selten entschieden Paroli bietet, etwa nach dem Motto: \u201eWir stehen f\u00fcr ein ANDERES Leben!\u201c, das \u00a0habe ich noch nie verstanden. Ich wei\u00df nur: Sie k\u00f6nnte es. Und tut es viel zu selten. Doch das ist ein Thema, f\u00fcr das ich hier gar nicht genug Platz finden w\u00fcrde\u2026<\/p>\n<h2 class=\"font-headlines\">Die Autorin: Cornelia Coenen-Marx<\/h2>\n<p>Tatsache ist: Ich war und bin froh und gl\u00fccklich, 15 Jahre als stellvertretende Leiterin der Pressestelle f\u00fcr einen gro\u00dfen evangelischen Verband gearbeitet zu haben. Kommunikation und \u00d6ffentlichkeitsarbeit sind nun mal \u201emein Thema\u201c. Aus dieser Zeit kenne ich auch Cornelia Coenen-Marx. Sie war immer so etwas wie ein Vorbild f\u00fcr mich: ihre unglaubliche Vernetzungsf\u00e4higkeit \u2013 schon in einer Zeit, als die Definition von \u201eVernetzung\u201c im Sinne einer unverzichtbaren F\u00e4higkeit der Kommunikation noch in den Kinderschuhen steckte \u2013, ihre Neugierde und der Mut, immer wieder Neues zu wagen, all das hat mich damals schon beeindruckt. Ganz zu schweigen von den \u00fcberaus zahlreichen, engagierten B\u00fcchern, Sachtexten, Rundfunksendungen, der redaktionellen Mitarbeit an fast allen wichtigen Kommunikations-Schaltstellen evangelischer Kirche. Und der Tatsache, dass sie all das tat, obwohl (ja, Absicht!) sie eine Frau ist in einer \u2013 zumindest in den \u201eoberen R\u00e4ngen\u201c \u2013 leider immer noch stark m\u00e4nnlich gepr\u00e4gten Welt\u2026.<\/p>\n<p>Man k\u00f6nnte auch sagen: Sie hat sich immer gek\u00fcmmert. Ja, sie ist Theologin. Das erwartet man von einer Pfarrerin. Aber das Ausma\u00df des \u201eK\u00fcmmerns\u201c ist bei Cornelia Coenen-Marx durchaus gr\u00f6\u00dfer als \u00fcblich. Davon zeugt auch die Tatsache, dass sie heute mit ihrer Agentur\u00a0<a href=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Seele und Sorge<\/a>\u00a0noch immer Workshops und Beratung anbietet \u2013 obwohl die 1952 geborene Oberkirchenr\u00e4tin eigentlich schon im Ruhestand ist. Dort bietet sie \u2013 nur ein Beispiel der breiten Angebotspalette \u2013 etwa diakonische Pilgerreisen zu Kraftorten an.<\/p>\n<p>Ihr Haupt- Thema aber sind \u00dcbergangssituationen, Aufbr\u00fcche und Umbr\u00fcche. Genau dazu ist soeben ihr neues Buch erschienen: \u201e<a href=\"http:\/\/edition-ruprecht.de\/katalog\/titel.php?id=432\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Aufbr\u00fcche in Umbr\u00fcchen\u00a0\u2013\u00a0Christsein und Kirche in der Transformation<\/a>\u201c, G\u00f6ttingen 2016.<\/p>\n<h2 class=\"font-headlines\">Das Buch: Aufbr\u00fcche in Umbr\u00fcchen<\/h2>\n<p>Es ist fast quadratisch. Es ist umfangreich. Und gehaltvoll. Denn Coenen-Marx unternimmt hier nichts weniger als den Versuch, \u201edie Kirche\u201c (wohlgemerkt vorwiegend aus evangelischer Sicht) und den Menschen in ihr mit all seinen Befindlichkeiten, das Ganze dann auch noch in der Welt von heute plus einem\u00a0Blick in die\u00a0Zukunft zusammen zu denken.<\/p>\n<p>Versuch? Ich gebe zu: Die ersten Seiten zu lesen fiel mir schwer. Denn das Buch geht vom Allgemeinen ins ganz Pers\u00f6nliche, Plastische, Konkrete. Das Thema ist gro\u00df, sehr gro\u00df: \u201eChristsein und Kirche in der Transformation\u201c. Da m\u00fcssen erst einmal Rahmenbedingungen genannt werden, da muss Bestandsaufnahme gemacht werden. Ohne Frage notwendig. Und vermutlich bin ich nicht die \u201eklassische Leserin\u201c \u2013 f\u00fcr mich waren das schlicht Fakten, die ich schon kannte. Doch dort, wo sie beginnt, pers\u00f6nlich zu werden, wo sie vom Scheitern, von \u201eUmz\u00fcgen und Neuanf\u00e4ngen\u201c, vom \u201ePotenzial des \u00c4lterwerdens\u201c, von Wendepunkten und \u201eEigenzeit\u201c, von der \u201ewirklichen Berufung\u201c, von \u201esorgenden Gemeinschaften\u201c, \u201eSehnsuchtszielen\u201c, der \u201eDiakonie im Quartier\u201c, der Arbeitswelt von heute, dem \u201eJa- und Nein-Sagen\u201c schreibt, da hatte sie mich ganz schnell gepackt: Nein, kein Versuch, sondern rundum gelungen. Wohlgemerkt: Sie erz\u00e4hlt dabei keineswegs die ganze Zeit von sich, sie spricht von ihren Erfahrungen, Begegnungen und Erkenntnissen aus all den Einblicken in zahlreiche, ganz unterschiedliche gesellschaftliche Realit\u00e4ten, die sie wirklich in ihrem \u00fcberaus facettenreichen Leben hatte. Das hat \u2013 zumindest f\u00fcr mich \u2013 ganz schnell gleichzeitig universelle G\u00fcltigkeit UND einen sehr pers\u00f6nlichen Bezug zu meinem Leben, der Realit\u00e4t, wie auch ich sie t\u00e4glich sehe, wahrnehme. Zu dem, was auch mir aufst\u00f6\u00dft, mich wundert oder gar verletzt.<\/p>\n<p>Und dann geschieht etwas Wundersames: Sie schafft es mit diesem schier unm\u00f6glich gro\u00dfen (sprich: thematisch gro\u00df angelegten) Buch, mich zu tr\u00f6sten.<\/p>\n<h2 class=\"font-headlines\">Kirche, ich, wir\u00a0und die Gesellschaft<\/h2>\n<p>Dieses Buch ist kein Ratgeber, der nur einen kleinen Bereich meines Lebens in den Blick nimmt, es ist wirklich \u201eganzheitlich\u201c \u2013 auch wenn dieser Begriff normalerweise anders gebraucht wird. Coenen-Marx schafft es n\u00e4mlich, alle f\u00fcr mich wichtigen Bereiche des Themas gleichzeitig in den Blick zu nehmen: Kirche von innen, ihre Werte, Strukturen und Ziele. Und den Menschen in alledem: von seiner k\u00f6rperlichen bis zu seiner geistigen\/spirituellen und gesellschaftlichen Realit\u00e4t.<\/p>\n<p>Damit nicht genug, beschreibt sie auch noch, wo Kirche in ihrer Rolle, mit ihren Zielen und Aufgaben mit Blick auf die Gesellschaft wie auf andere Gemeinschaften steht, gleichzeitig universell wie ganz pragmatisch, mit vielen Best-Practice-Beispielen. Das aber keineswegs kritiklos: Mit Blick auf das \u201elebenswerte Miteinander im Quartier\u201c sagt sie etwa: \u201eNoch sind Kirchengemeinden zu selten in Netzwerken und Modellprojekten engagiert\u201c. Oder mit Blick auf die Leistungen von Diakonie und Caritas: Wir haben uns zu lange nur auf \u201eFachlichkeit und Wirtschaftlichkeit konzentriert und \u00fcber Religion, Ethik und Spiritualit\u00e4t oft geschwiegen \u2013 und damit m\u00f6glicherweise Suchende allein gelassen.\u201c Ganz wichtig ist: Die beiden Zitate stehen unter der \u00dcberschrift \u201eEs ist alles schon da!\u201c Damit meint sie \u201edie Ressourcen der Kirche f\u00fcr die Bew\u00e4ltigung gesellschaftlicher Umbr\u00fcche.\u201c Und genau das finde ich so tr\u00f6stlich, besagt es doch, dass alle, die sich den Zielen von Kirche in irgendeiner Form verbunden f\u00fchlen, durchaus die Chance haben, die anstehenden Umbr\u00fcche gut zu bew\u00e4ltigen.<\/p>\n<p>Die Formulierung \u201eKirche in irgendeiner Form verbunden\u201c habe ich nicht zuf\u00e4llig gew\u00e4hlt, denn auch das ist Coenen-Marx wichtig: Dass Kirche ernst macht mit der biblischen Erkenntnis, dass \u201eauch \u2013 und vielleicht gerade \u2013 die, die wir f\u00fcr schwach halten, eine Berufung mitbringen, die Welt zu gestalten.\u201c<\/p>\n<h2 class=\"font-headlines\">Umbr\u00fcche und Identit\u00e4t<\/h2>\n<p>Tr\u00f6stlich sind aber nat\u00fcrlich noch viel mehr all jene Passagen, in denen es um den \u201eMenschen an sich\u201c geht. Jedenfalls mich tr\u00f6stet es immer, zu wissen, dass meine eigenen Prozesse \u2013 des Umbruchs beispielsweise \u2013 sich in den gr\u00f6\u00dferen Umbruchsprozessen des biologischen Lebens (soll hei\u00dfen: des \u00c4lterwerdens) ebenso spiegeln wie in den gesellschaftlichen Umbruchsituationen, in denen wir uns zweifelsohne jetzt (wie immer wieder) befinden. Dem geht Coenen-Marx auf allen Ebenen nach: Sei es, dass sie \u2013 mit Blick auf ihr eigenes Leben \u2013 schreibt: \u201ewieder einmal geht es darum, ein altes St\u00fcck Identit\u00e4t loszulassen \u2013 eine gewohnte, vielleicht auch \u00fcberlebte Rolle\u201c. Die Identit\u00e4t aber kann f\u00fcr Coenen-Marx (wie \u00fcbrigens auch f\u00fcr mich) nie wirklich verloren gehen, denn \u201eGottes Identit\u00e4t ist im Wandel \u2013 nicht anders als unsere\u201c, sagt sie. Und meint das keineswegs konfrontativ, sieht sie doch zum Beispiel auch in den Stationen eines Pilgerwegs ein Abbild der Stationen jenes Wandels, dem wir selbst alle, wie vermutlich jedes Geschehen auf dieser Welt, auf die ein oder andre Weise unterworfen sind. Und von dem wir\u00a0 \u2013 allein durch unsre Existenz \u2013 immer wieder Zeugnis ablegen. Ob wir das nun wollen oder nicht\u2026<\/p>\n<p>Sie wird noch viel konkreter, etwa in den Kapiteln \u201eGef\u00fchle ernst nehmen\u201c \u2013 \u201eden K\u00f6rper wahrnehmen\u201c \u2013 \u201edie eigne Stimme finden\u201c \u2013 \u201eden Tr\u00e4umen auf der Spur\u201c \u2013 \u201eBallast abwerfen und loslassen\u201c. Und vielen mehr. Kann ich nat\u00fcrlich nicht alles nacherz\u00e4hlen\u2026 Bitte selber lesen!<\/p>\n<h2 class=\"font-headlines\">Das ganz Gro\u00dfe. Und das scheinbar\u00a0Kleine<\/h2>\n<p>Ich denke, es ist schon sp\u00fcrbar geworden: Dieses Buch ist ein ganz besonderes Projekt. Ich jedenfalls kenne nur wenige B\u00fccher, die sich so gekonnt wie elegant zwischen dem \u201eganz Gro\u00dfen\u201c und dem scheinbar \u201eganz Kleinen\u201c hin und her bewegen. Hier\u00a0liegt auch die Erkl\u00e4rung f\u00fcr meine anf\u00e4ngliche Irritation auf den ersten Seiten. Die Erkl\u00e4rung ist simpel: Sie ist allein in der Art begr\u00fcndet, wie Coenen-Marx denkt. Sie hat alle Faktoren des vernetzten Denkens so sehr verinnerlicht und gleichzeitig ein so breites Fachwissen wie pers\u00f6nlich ausgereifte Statements, dass die notwendige Linearit\u00e4t eines Buches all diesen Faktoren gar nicht gerecht werden kann. So finden sich beispielsweise alle f\u00fcr mich wichtigen Passagen im hinteren Teil des Buches, so dass ich mich zun\u00e4chst irritiert fragte, warum sie die nicht an den Anfang gestellt hat. Bis ich erkannte: Ich befinde mich mitten in einem gedanklichen Netzwerk mit so vielen internen Querverweisen, dass eigentlich nur ein Online-Projekt mit allen virtuellen Vernetzungsm\u00f6glichkeiten \u2013 sozusagen dreidimensional \u2013 diesem in sich vernetzten Gedankengut gerecht werden k\u00f6nnte. (Denn selbstverst\u00e4ndlich spielen auch Internet und Soziale Netzwerke in den Gedanken der Cornelia Coenen-Marx eine Rolle\u2026.)<\/p>\n<h2 class=\"font-headlines\">Transformationsprozesse. Oder: Ich bin nicht allein!<\/h2>\n<p>Dass dazu all die Lebenserfahrung einer 64-J\u00e4hrigen geh\u00f6rt, ist der eine Aspekt. Dass es dabei um Kirche und Gesellschaft geht, der wohl viel wichtigere: Denn das Thema ist gro\u00df, geht uns alle an, ist genauso umfassend wie tief verwurzelt in unser aller (Seelen-)Biographie, zu der \u2013 ob wir nun Christ\/in sind oder nicht \u2013 immer auch der \u201eTransformationsprozess\u201c geh\u00f6rt, dem wir als Person wie als Gesellschaft ausgesetzt sind. Diese universelle Definition von Transformation ist die eigentliche Klammer, die das Buch zusammenh\u00e4lt. Und da auch ich immer schon glaubte, dass jeder einzelne Mensch immer Teil eines gr\u00f6\u00dferen Ganzen ist\/sein muss (das man nat\u00fcrlich nicht zwingend Gott nennen muss\u2026), besteht der dritte Aspekt daf\u00fcr, dass ich dieses Buch so tr\u00f6stlich finde, eben genau darin \u2013 und die lautet knapp gefasst: Ich bin nicht allein.<\/p>\n<h2 class=\"font-headlines\">Ein wirklich wichtiges Buch<\/h2>\n<p>Dieses Buch zwingt seine Leser\/innen fast dazu, ihre eigene Biografie zu ihm (oder seiner Autorin) in Bezug zu setzen, wie ich das eingangs getan habe. Es beinhaltet unglaublich viele Aspekte \u2013 die einzeln gelesen oder eben als \u201egro\u00dfes Ganzes\u201c gesehen werden k\u00f6nnen. Zu Fragen, die uns wirklich alle angehen. Sei es, weil wir \u00e4lter werden, oder nicht wissen, wie wir mit Hilfsbed\u00fcrftigkeit umgehen sollen, mit Armut oder \u201edem Fremden\u201c, von der optimalen Nachbarschaft oder gleich einer \u201ebesseren Welt\u201c tr\u00e4umen, noch immer keinen Weg gefunden haben, um unser\u00a0vielleicht ganz verstecktes Bed\u00fcrfnis nach Spiritualit\u00e4t zu leben, gern ehrenamtlich sinnvoll aktiv werden wollen, oder, oder\u2026 Jede\/r von uns wird es vermutlich anders lesen. Und aus all diesen Gr\u00fcnden finde ich, dass es ein wirklich wichtiges Buch ist.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"p1\" style=\"text-align: left;\"><a href=\"http:\/\/unruhewerk.de\/christsein\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/unruhewerk.de\/christsein\/<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<h2 class=\"p1\">Interview auf der Frankfurter Buchmesse zu \u201eAufbr\u00fcche in Umbr\u00fcchen\u201c<\/h2>\n<p>22.10.2016<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/Buchmesse.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2389\" src=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/Buchmesse.png\" alt=\"buchmesse\" width=\"644\" height=\"638\" srcset=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/Buchmesse.png 644w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/Buchmesse-150x150.png 150w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/Buchmesse-300x297.png 300w\" sizes=\"(max-width: 644px) 100vw, 644px\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/edition_ruprecht.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2388\" src=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/edition_ruprecht.jpg\" alt=\"edition_ruprecht\" width=\"320\" height=\"320\" srcset=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/edition_ruprecht.jpg 320w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/edition_ruprecht-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/edition_ruprecht-300x300.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Live von unserer Buchpr\u00e4sentation zu \u201eAufbr\u00fcche in Umbr\u00fcchen\u201c, gerade auf der B\u00fchne der Deutschen Bibelgesellschaft bei der Frankfurter Buchmesse. Dort plaudern die Autorin Cornelia Coenen-Marx und Benjamin Lassiwe (gerade noch als Journalist bei der Israel-Pilgerreise von EKD und katholischer Bischofskonferenz). \u00dcber Neuanf\u00e4nge im eigenen Leben, \u00fcber das Engagement in Kirche und Gesellschaft.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/m.facebook.com\/EditionRuprecht\/photos\/a.166041586780905.47402.166032030115194\/1287729357945450\/?type=3&amp;source=57&amp;ref=m_notif&amp;notif_t=like\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/m.facebook.com\/EditionRuprecht\/photos\/a.166041586780905.47402.166032030115194\/1287729357945450\/?type=3&amp;source=57&amp;ref=m_notif\u00acif_t=like<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>G\u00f6ttingen, Edition Ruprecht Oktober 2016,\u00a024,90 Euro\u00a0 ISBN: 978-3-8469-0252-3 Blick ins Buch Bestellung unter: \u00a0www.b\u00fccher.de\u00a0|\u00a0www.amazon.de Rezension BUCHSCHAU von\u00a0Christoph Barnbrock Cornelia Coenen-Marx,&#8230; <a href=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/?page_id=3544\">read more<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":394,"menu_order":12,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-3544","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/3544"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3544"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/3544\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4056,"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/3544\/revisions\/4056"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/394"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3544"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}