{"id":3389,"date":"2018-03-15T21:06:07","date_gmt":"2018-03-15T21:06:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/?page_id=3389"},"modified":"2018-08-31T17:52:18","modified_gmt":"2018-08-31T15:52:18","slug":"sorgende-gemeinschaften-als-gesellschaftliche-zukunftsaufgabe","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/?page_id=3389","title":{"rendered":"Sorgende Gemeinschaften als gesellschaftliche Zukunftsaufgabe"},"content":{"rendered":"<p><strong>1. Das Beste kommt noch: Ein neues Bild vom Alter<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kennen Sie Iris Apfel<\/strong>? Die \u00e4ltere Frau mit dem faltigen Gesicht und den gro\u00dfen roten Brillen, die die verr\u00fccktesten Sachen tr\u00e4gt, als sei sie in ihren 20ern? Sie hat viele andere inspiriert, sich so zu kleiden, wie sie sich f\u00fchlen und attraktiv finden. Gro\u00dfe Statementketten, witzige H\u00fcte! Street-Art macht vor, wohin die Richtung geht. Als mein Onkel und meine Tante in den 60-er Jahren mit ihrer Familie in die USA nach Minnesota zogen \u2013 zu einem Austauschjahr im Pfarramt &#8211; kam die dortige Pfarrfamilie f\u00fcr ein Jahr nach Wuppertal, zog mit den T\u00f6chtern Paula und Gretchen und mit der Gro\u00dfmutter ins deutsche Pfarrhaus und geh\u00f6rte seitdem zu unserer Familie. Es war die Gro\u00dfmutter, die mich besonders beeindruckt hat. Als ich sie zum ersten Mal sah, trug sie eine bunte Karohose \u2013 dazu knallrote Lippen und Fingern\u00e4gel. Das war damals hierzulande f\u00fcr eine Frau \u00fcber 65 nicht denkbar gewesen.<\/p>\n<p>Seitdem ist viel passiert. Heute gehen die 68-er Frauen selbstbewusst, kritisch und voll Energie in die neue Lebensphase \u2013 nicht anders als die Beat- und Rockgr\u00f6\u00dfen von Udo Lindenberg bis zu den Rolling Stones. Unter dem Motto \u201eDas Beste kommt noch\u201c macht die Zeitschrift \u201eBrigitte Wir\u201c den \u00fcber-60-j\u00e4hrigen Frauen Mut, der Vorstellung zu widerstehen, dass es mit dem Alter automatisch bergab geht. <strong>Und trotzdem frage ich mich, ob wir wirklich \u00fcberzeugt sind, dass das Beste noch kommt? Ob wir die Chancen im Blick haben? Zumindest im Blick auf die Themen Rente, Pflege und Wahlverhalten scheint der Belastungsdiskurs noch immer im Vordergrund zu stehen<\/strong>. Aktuell ging es wieder um steigende Belastungen in der Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung auf dem Hintergrund des demographischen Wandels. Und auch im Blick auf das Wahlverhalten wird zunehmend h\u00e4ufiger der Zeitpunkt beschworen, in dem die W\u00e4hlerschaft demographisch \u201ekippt<strong>\u201c <\/strong>und die Altern Interessenpolitik gegen die Jungen machen.<strong> Dennoch: der Potenzial-Diskurs hat in den letzten 20 Jahren an Gewicht gewonnen <\/strong>&#8211; vorangetrieben nicht zuletzt durch die Altenberichte der Bundesregierung, die konsequent danach fragen, welche Ressourcen und Perspektiven \u00e4ltere Menschen in die Gesellschaft einbringen.<\/p>\n<p>Christine Westermann, die zu Ihrem 65. Geburtstag das Buch \u201eDa geht noch was\u201c geschrieben hat, hat am Ende ihrer Zeit beim WDR eine Reportage \u00fcber einen Klosteraufenthalt gedreht. Die spirituelle Suche, auf die sich viele Menschen in einem Umbruch begeben, sollte vom Sender folgenderma\u00dfen beworben werden: Christine Westermann: \u201eWieviel Leben bleibt mir noch?\u201c In ihrem Buch erz\u00e4hlt die Autorin, wie sie sich aufregt \u2013 und welche Antworten ihr unweigerlich durch den Kopf schwirren: M\u00f6glichkeit 1, meint sie: Sie hat eine todbringende Krankheit. M\u00f6glichkeit 2: Sie ist stark vergreist und verabschiedet sich mit dieser Dokumentation. Sie konnte die verfehlte Pressearbeit stoppen\u00a0\u2013 und schreibt dann nachdenklich: \u201eWie viel Leben bleibt mir noch?\u201c Das ist keine Sinnfrage. Das ist eine Unsinnsfrage. <strong>Es geht nicht um das Wieviel. Das Wohin ist das Entscheidende, die Richtung, die ich meinem Leben noch geben will<\/strong>.\u201c Was f\u00fcllt mein Leben aus? Was suche ich? Was machen andere? Das sind Fragen aus dem Modellprojekt \u201eAlter neu gestalten\u201c der evangelischen Kirche in W\u00fcrttemberg. \u201eWas machen andere? Und geht da was zusammen? Es geht darum, Bekannte zu treffen, andere Menschen kennen zu lernen, die auch ihre Herausforderungen bestehen, ihre Chancen nutzen wollen.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>2. Wie geht es den \u00c4lteren?<\/strong><\/p>\n<p>Vor zwei Jahren, 2016, erschienen gleichzeitig der siebte Altenbericht und der letzte Alterssurvey, die regelm\u00e4\u00dfige Befragung der \u00dcber-40-j\u00e4hrigen zu Familie und Arbeit, Engagement, Gesundheit und Wohlbefinden. Der Survey zeigt: Ein negatives Altersstereotyp trifft nicht das Selbstbild \u00e4lter werdender und alter Menschen. Im Gegenteil:<\/p>\n<p>Noch nie in der Geschichte sind Menschen so gesund alt geworden, noch nie war die Breite der Bev\u00f6lkerung so gut ausgebildet, so kompetent und selbst\u00e4ndig wie heute, noch nie gab es auch so viele M\u00f6glichkeiten, sich zu vernetzen und gut zu organisieren. <strong>Wir haben in den letzten 100 Jahren im Schnitt zehn gesunde Jahre hinzugewonnen. <\/strong>Legt man den Alterssurvey von 2014 zugrunde, sind 70-j\u00e4hrige kaum weniger leistungsf\u00e4hig als gesunde 55-j\u00e4hrige. Und 73 Prozent der Befragten ab 60 Jahren f\u00fchlen sich j\u00fcnger, als sie es vom kalendarischen Alter her sind, und zwar im Durchschnitt 5,5 Jahre. Mehr als ein Drittel der 55- bis 69-j\u00e4hrigen hat keine oder h\u00f6chstens eine Erkrankung und noch die H\u00e4lfte der 70- bis 85-j\u00e4hrigen f\u00fchlen sich trotz der einen oder anderen Krankheit funktional gesund. <strong>Gleichwohl zeigen sich deutliche Gruppenunterschiede: Insbesondere Personen mit niedriger Bildung, prek\u00e4rer Besch\u00e4ftigung, aber auch mit Migrationshintergrund sind bei allen Gesundheitsdimensionen benachteiligt<\/strong>. Wir haben alle 10 gesunde Jahre dazu gewonnen &#8211; aber es lohnt sich, noch einmal genauer hinzuschauen.<\/p>\n<p><strong>Ein zweites: 40 Prozent der \u00c4lteren leben allein. Entgegen h\u00e4ufigen Bef\u00fcrchtungen, dass die Mehrzahl der \u00c4lteren einsam ist, haben die meisten stabile Bezugsnetze.<\/strong> Sie teilen ihr Leben bis ins hohe Alter mit einer Partnerin oder einem Partner. Zwar sinkt auch bei den 55- bis 69-J\u00e4hrigen der Anteil der Verheirateten \u2013 wie in der gesamten Gesellschaft steigt die Zahl der Geschiedenen beziehungsweise Getrenntlebenden. Dabei zeichnet sich aber eine Verschiebung von der ehelichen zur nichtehelichen Partnerschaft ab. Und die steigende Lebenserwartung erm\u00f6glicht auch ein l\u00e4ngeres Zusammenleben im Alter: Im Jahr 2014 waren weit weniger Menschen im Alter zwischen 70 und 85 Jahren verwitwet (24,0 Prozent) als im Jahr 1996 (39,1 Prozent). Und schlie\u00dflich spielen Freudinnen, Freunde und Wahlverwandtschaften eine immer gr\u00f6\u00dfere Rolle. <strong>Einsamkeit ist f\u00fcr die Mehrheit kein Problem: Aber es gibt sie, die Singles ohne Partnerschaft und Kontakte in die Nachbarschaft<\/strong>. Und im Blick auf die anderen ist es f\u00fcr Kirche sicher wichtig, den Blick zu weiten &#8211; alternative Formen von Familie und Partnerschaft sind inzwischen auch im Alter normal.<\/p>\n<p><strong>Ein drittes: Das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen ist in der zweiten Lebensh\u00e4lfte kontinuierlich gestiegen<\/strong>. Das gilt vor allem f\u00fcr die 55 bis 65-J\u00e4hrigen, bei denen auch die Erwerbsbeteiligung seit 1996 um etwa 20 Prozentpunkte gestiegen ist \u2013 vor allem, weil sich die Unterschiede in den Erwerbsquoten zwischen M\u00e4nnern und Frauen verringert haben. Das bedeutet aber auch, dass immer mehr B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger in die Situation kommen, Beruf und Haushalts- beziehungsweise Sorget\u00e4tigkeiten vereinbaren zu m\u00fcssen. Betroffen sind vor allem die 50 \u2013 65-j\u00e4hrigen Frauen, die die Betreuung der Enkelkinder und der Unterst\u00fctzung ihrer betagten Eltern \u00fcbernehmen. Ihr Anteil hat sich zwischen 1996 und 2014 vervierfacht. <strong>Wirtschaftlich geht es dieser Generation so gut wie lange keiner \u2013 allerdings gibt es eine Zielgruppe, die gerade die Gemeinden nicht aus dem Blick verlieren sollten: die \u00e4lteren Frauen, die sich aus der \u00d6ffentlichkeit zur\u00fcckziehen, weil sie Erziehungs- und Pflegeaufgaben \u00fcbernehmen.<\/strong> Noch vor ein oder zwei Jahrzehnten war das die Gruppe der aktiven \u00c4lteren in den Frauenhilfen und Besuchsdiensten, die frei waren, sich ehrenamtlich zu engagieren, nachdem die Kinder aus dem Haus waren.<\/p>\n<p>Und noch etwas: <strong>Die 50- 70-j\u00e4hrigen sind zwar heute die relativ wohlhabendste Altersgruppe in Deutschland. 54 Prozent besitzen Wohneigentum oder Verm\u00f6gensr\u00fccklagen. <\/strong><strong>Von den anderen 46 Prozent allerdings lebt die H\u00e4lfte von relativ niedrigen Einkommen<\/strong>. Sie waren Arbeiter, geringf\u00fcgig Besch\u00e4ftigte oder kleine Selbst\u00e4ndige, sie sind eben alleinstehende oder geschiedene Frauen, die heute wegen der Kinder, die sie versorgt haben, eine kleine Rente haben. Das sind die, die heute vielleicht gern ehrenamtlich t\u00e4tig w\u00e4ren, sich aber Ehrenamt oft kaum leisten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Und schlie\u00dflich: Die moderne Wissens- und Dienstleistungsgesellschaft, die Entwicklung der Technik und die Akzeptanz ganz unterschiedlicher Lebensentw\u00fcrfe machen es grunds\u00e4tzlich leichter, bis ins hohe Alter selbstbestimmt zu leben. Wer nicht mehr mobil ist, kann zumindest virtuell Kontakte kn\u00fcpfen und pflegen. Inzwischen gibt es mehr und mehr Projekte der digitalen Nachbarschaft\u00a0\u2013 wie z.B. das Portal \u201eNebenan.de\u201c. Es ist auch nicht ehrenr\u00fchrig, sich Unterst\u00fctzung zu organisieren\u00a0\u2013 vom Einkaufsservice bis zum W\u00e4schedienst nutzen das auch die vielen mobilen Berufst\u00e4tigen. Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass die Bildungs- und Verm\u00f6gensunterschiede uns dann eben doch unterschiedlich altern lassen. Wer von der Grundsicherung lebt und gesundheitlich eingeschr\u00e4nkt ist, hat weit weniger M\u00f6glichkeiten, sich zus\u00e4tzliche Freiheit zu \u201ekaufen\u201c. Aber was ich nicht kaufen kann, kann ich vielleicht tauschen oder teilen \u2013 und manches l\u00e4sst sich auch gemeinsam mit Freunden und Nachbarn organisieren. Das braucht allerdings ein soziales Netz, Kontakte und die Bereitschaft zum Engagement. <strong>Nicht nur das \u00f6konomische, auch das Sozialkapital ist ungleich verteilt \u2013 Bildung und Beziehungen haben auch mit den \u00f6konomischen Ressourcen zu tun.<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u201eDie Lebensphase \u201eAlter\u201c begr\u00fcndet also keine einheitliche Lebenslage; vielmehr differenzieren sich die Lebenslagen auch im Alter weiter aus\u201c, hei\u00dft es im Vorwort zum 7. Altenbericht<\/strong>. Dabei betreffen soziale Ungleichheiten zwischen verschiedenen Gruppen \u00e4lterer Menschen finanzielle Ressourcen, Bildung, Wohnbedingungen, soziale Netze und Gesundheit. Eine Auseinandersetzung mit Sorgearrangements f\u00fcr \u00e4ltere und mit \u00e4lteren Menschen muss die Verschiedenheit der Lebenslagen und Bedarf ber\u00fccksichtigen.\u201c Es geht also um Zugangsvoraussetzungen f\u00fcr gesellschaftliche Teilhabe \u2013 um die Beteiligung an Entscheidungsprozessen und die Artikulation eigener Interessen. Dabei geht der Altenbericht davon aus, dass der Anteil derer, die \u00f6konomisch, sozial und in der Folge h\u00e4ufig auch gesundheitlich benachteiligt sind, zuk\u00fcnftig \u201ein erheblichem Ma\u00dfe\u201c ansteigen wird \u2013 dass also das Alter deutlich ungleicher wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>3. Die neuen Alten<\/strong><\/p>\n<p><strong>Was sind das f\u00fcr Leute, diese so genannten \u201eJungen Alten?\u201c Welche Werte teilen sie, wie sind sie politisch gepr\u00e4gt? Wie stehen sie zur Kirche? Leider ist die letzte Sinus-Milieustudie, die dezidiert die \u00fcber 60-j\u00e4hrigen in den Blick nimmt, von 2002. Die Senioren, die damals 60 Jahre und \u00e4lter waren, sind heute 75 und \u00e4lter \u2013 sie geh\u00f6ren zum gr\u00f6\u00dften Teil zu den Milieus der Konservativen und Traditionsverwurzelten. <\/strong>Das betraf 2002 noch 93,8 Prozent der \u00fcber 70 -j\u00e4hrigen, bei den 60 \u2013 69-j\u00e4hrigen immerhin noch 82 Prozent. Bei den 50- 59 -j\u00e4hrigen zeigte sich allerdings schon sich ein kleiner Erdrutsch. In dieser Altersgruppe war schon 2002 der Anteil der traditionellen Milieus halbiert.<\/p>\n<p><strong>Die Kirchenmitgliedschaftsstudie der EKD von 2008 nutzt etwas andere Kategorien. Aber auch vor 10 Jahren zeigt sich bei den 60- 69-j\u00e4hrigen wie bei den \u00fcber 70-j\u00e4hrigen noch ein deutlicher Schwerpunkt bei den Bodenst\u00e4ndigen: bei den \u00fcber 70-j\u00e4hrigen waren es \u00fcber 45 Prozent, bei den 60 \u2013 69-j\u00e4hrigen immerhin noch 34 Prozent. <\/strong>Ihre sozialen Kontakte in Familie, Nachbarschaft und Vereinen haben f\u00fcr die Gemeinde ganz besonderer Bedeutung. Aus dieser Gruppe speist sich auch das soziale Ehrenamt der Frauen. Gerade hier zeigt sich aber auch eine besondere Herausforderung f\u00fcr Gemeinden: Wo die Frauen dieser Altersgruppen wegen der privaten Sorgearbeit geringe Renten haben, steht die Frage an, ob soziale Ehren\u00e4mter nicht auch finanziell gest\u00fctzt werden m\u00fcssen\u00a0\u2013 zum Beispiel mit \u00dcbungsleiterpauschalen.<\/p>\n<p><strong>Ein viel bunteres Spektrum an Lebensstilen zeigt sich aber schon 2008 in einer Sinusstudie zu den 50-59-J\u00e4hrigen: nur noch 14,6 Prozent geh\u00f6rten vor 10 Jahren zur Gruppe der Bodenst\u00e4ndigen. Es kommen die Geselligen \u2013 mit immerhin 17 Prozent. <\/strong>Menschen mit durchschnittlichem bis h\u00f6herem Bildungsstand und etwas \u00fcberdurchschnittlichem Einkommen. Auch sie pflegen Kontakte am Wohnort und engagieren sich in ihrem Lebensumfeld. Sie sind bereit, sich fortzubilden \u2013 aber sie m\u00f6chten das Leben eben auch genie\u00dfen, Sport tr<strong>eiben, Musik h\u00f6ren. Das sind die neuen Ehrenamtlichen, die sich nicht auf Jahre festlegen m\u00f6chten, sich aber durchaus ins Zeug legen f\u00fcr ein Projekt, das ihnen am Herzen liegt. Diese Altersgruppe \u2013 heute in ihren 60ern\u00a0\u2013 verteilt sich bereits auf die Milieus mit traditioneller und moderner Werteorientierung. <\/strong>Nehmen wir den Musikgeschmack als Indikator, dann waren es bei den 50-59-j\u00e4hrigen 2006 noch 56 Prozent, die gern Rock-und Popmusik h\u00f6rten, so waren es 2015 schon 75 Prozent. Sender wie WDR4, die bis vor einigen Jahren vor allem deutsche Schlagermusik im Programm hatten, haben sich inzwischen darauf eingestellt. Ein kleines Schaubild zeigt die gesellschaftspolitischen Pr\u00e4gungen der Alternsgenerationen. Die sozialen Bewegungen, die Freiheit, zwischen verschiedenen Optionen zu w\u00e4hlen. Es lohnt sich, dar\u00fcber nachzudenken, dass und wie Kirche selbst den \u00dcbergang in den Postmaterialismus und ins sozial-\u00f6kologische Milieu mitgepr\u00e4gt hat. Hier spielen die 60er Jahre mit ihren gesellschaftlichen und kirchlichen Reformen eine entscheidende Rolle.<\/p>\n<p><strong>Die neue Generation der \u201ejungen Alten\u201c, der \u201ePower-Ager\u201c; Silver-Ager oder Unruhe-St\u00e4ndler fordert zu einem neuen Denken heraus: <\/strong>Sie verf\u00fcgen st\u00e4rker als J\u00fcngere \u00fcber ihre eigene Zeit, sie k\u00f6nnen vielf\u00e4ltige Kompetenzen aus Beruf und Familie einbringen und nicht zuletzt sind sie oft Kennerinnen und Kenner des Quartiers. Die Generation der 55- 69-j\u00e4hrigen engagiert sich besonders stark im sozialen Ehrenamt und im lokalen B\u00fcrgerengagement. In Vereinen und Verb\u00e4nden, wo junge Leute immer schwerer Anschluss finden, halten die Bodenst\u00e4ndigen die Netze zusammen. Sie st\u00e4rken die Eckpfeiler des nachbarschaftlichen Lebens &#8211; mit den neuen Dorfl\u00e4den und Nachbarschaftscaf\u00e9s oder auch mit B\u00fcrgerbussen, w\u00e4hrend sich die Kritischen in B\u00fcrgerinitiativen oder auch in Parteien organisieren. Bei der letzten Kommunalwahl wurde mir klar, dass es vor allem Freiberufler, Hausfrauen, Migranten und eben junge Alte sind, die sich f\u00fcr ihren Ortsteil engagieren &#8211; f\u00fcr den \u00f6ffentlichen Nahverkehr, die Schwimmb\u00e4der und Einkaufszentren, die \u00c4rzte im l\u00e4ndlichen Raum.<\/p>\n<p>Es gibt unglaublich viele spannende Projekte in Kirche und Diakonie. Die Leihomas und Lesepaten geh\u00f6ren dazu. Die Pflegebegleiter, die in Abstimmung mit einer Sozialstation f\u00fcr hauswirtschaftliche und nachbarschaftliche Dienste sorgen, die Stadtteilm\u00fctter und Ausbildungsmentoren. Oder die Jobpaten, die schwer vermittelbaren Jugendlichen durch ein Praktikum bis in ein festes Arbeitsverh\u00e4ltnis begleiten. Und neben denen, die sich im sozialen Ehrenamt engagieren, stehen die kulturell Interessierten: die Kirchenkuratoren, aber auch Friedhofspaten oder Stifterinnen und Stifter aus den etablierten Milieus.<\/p>\n<p><strong>Die letzten beiden Freiwilligensurveys der Bundesregierung zeigen einen Trend weg von der Ausrichtung auf Geselligkeit hin zu Engagement f\u00fcr das Gemeinwohl. Es griffe aber zu kurz, b\u00fcrgerschaftliches Engagement vor allem nach seinem gesellschaftlichen, sozialen oder kirchlichen Nutzen zu beurteilen<\/strong>. B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger nehmen gesellschaftliche Anliegen selbst in die Hand und gestalten sie auf eigene Weise. Sie schenken Zeit f\u00fcr eine Aufgabe, die ihnen am Herzen liegt. Selbstwirksamkeitserfahrungen sind die wesentliche Triebfeder des Engagements. Das muss Konsequenzen haben f\u00fcr den Umgang der Kirchenvorst\u00e4nde, Pfarrerinnen und Diakonen mit den Engagierten Alle Versuche, dieses Engagement zu stark einzuhegen und zu kanalisieren, um es effektiver zu gestalten, m\u00fcssen deshalb an Grenzen sto\u00dfen. Ehrenamtliches Engagement braucht Information, Unterst\u00fctzung, Fortbildung und Kostenerstattung. Glaubt man Studien aus diesem Bereich, dann wird es entscheidend sein, einerseits den Wunsch nach Bildung ernst zu nehmen, andererseits aber die die P\u00e4dagogisierung des Ehrenamts zu \u00fcberwinden. Ehrenamtliches Engagement erm\u00f6glicht Teilhabe, st\u00e4rkt die Verwurzelung in der Nachbarschaft und Selbstbewusstsein \u201eIch f\u00fcr mich. Ich mit anderen f\u00fcr mich. Ich mit anderen f\u00fcr andere. Andere mit anderen f\u00fcr mich\u201c schreibt Margret Schunk aus W\u00fcrttemberg. \u201eWeil wir uns vorgenommen haben, etwas gemeinsam zu tun, was uns allen n\u00fctzt, was uns allen hilft. Eine Gemeinschaft, ein Netzwerk soll entstehen und wachsen k\u00f6nnen, das uns allen etwas bringt.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>4. Unter den D\u00e4chern der Nachbarschaft<\/strong><\/p>\n<p><strong>Je \u00e4lter wir werden, desto mehr sind wir auch selbst auf soziale Netze angewiesen. Das betrifft besonders die Hochaltrigen. Denn die famili\u00e4ren Netze d\u00fcnnen aus: Die Wohnentfernung zwischen Eltern und erwachsenen Kindern hat in den letzten Jahren st\u00e4ndig zugenommen<\/strong>. Nur noch ein Viertel der Befragten geben an, dass ihre erwachsenen Kinder noch am selben Ort wohnen und bei einem weiteren Viertel sind die Wohnungen mehr als zwei Stunden voneinander entfernt. Zwar haben die allermeisten Familien w\u00f6chentlich Kontakt zueinander \u2013 aber im Vergleich der letzten Jahre erhalten die \u00fcber 70-j\u00e4hrigen immer seltener praktische Hilfe; die Quote sank um 8 Prozentpunkte von 19,5 Prozent 1996 auf 11,7 Prozent 2014.<\/p>\n<p><strong>Im letzten FWS wurde deshalb zum ersten Mal die informelle, au\u00dferfamiliale Unterst\u00fctzung in Freundschaft und Nachbarschaft abgefragt, soweit sie eben unentgeltlich und au\u00dferhalb beruflicher T\u00e4tigkeiten erfolgt<\/strong>. Es ging also nicht um gering bezahlte \u201eJobs\u201c in der Pflege \u2013 auch wenn der \u00dcbergang manchmal unscharf und der gesellschaftliche Druck gerade hier immens ist. Dabei zeigte sich: immerhin 25 Prozent engagieren sich in der nachbarschaftlichen Hilfe bei Eink\u00e4ufen, Handwerksdiensten bis Kinderbetreuung &#8211; und es sind, bis auf die Unterst\u00fctzung Pflegebed\u00fcrftiger, mehr M\u00e4nner als Frauen und eher J\u00fcngere als \u00c4ltere. In der Befragung wird deutlich: die wechselseitigen Unterst\u00fctzungsleistungen verbessern die Lebensqualit\u00e4t aller Beteiligten.<\/p>\n<p><strong>Es ist deshalb auch kein Zufall, dass das Thema \u201eWohnen\u201c so viel Gewicht bekommen hat \u2013 das gilt grunds\u00e4tzlich im Blick auf verf\u00fcgbaren Wohnraum und Mietpreisspiegel. Es gilt aber eben auch f\u00fcr die Wohnsituation von \u00c4lteren. <\/strong>Mehr noch als andere Gruppen sind sie auf gemischte Wohnquartiere und barrierearme Wohnungen angewiesen. Und auch ganz neue Wohnmodelle werden hier erprobt,<strong> Seniorenwohngemeinschaften, die vielleicht an studentische Erfahrungen erinnern, aber auch Mehrgenerationenh\u00e4user<\/strong>. Dabei ist es wichtig, dass wir das hohe Alter nicht automatisch mit Hilfebed\u00fcrftigkeit verkn\u00fcpfen. Die Hochaltrigenstudie der Universit\u00e4t Heidelberg von 2013 zeigt: 76 Prozent der befragten 80- bis 99-j\u00e4hrigen empfinden Freude und Erf\u00fcllung in emotional tieferen Begegnungen mit anderen. Und 80 Prozent interessieren und engagieren sich gern f\u00fcr die n\u00e4chste und \u00fcbern\u00e4chste Generation.<\/p>\n<p><strong>Es waren vor allem Politikerinnen und Politiker wie Henning Scherf oder Malu Dreyer, die die neuen Wohnprojekte popul\u00e4r gemacht haben.<\/strong> Die Idee hinter den Wohngemeinschaften und Genossenschaften: starke Nachbarschaften, in denen man einander unterhalb der Schwelle professioneller und bezahlter Dienstleistungen wechselseitig hilft. So wie in den neuen Modellen des Zusammenwohnens von \u00c4lteren und Studentinnen, in denen die einen mietfreies Wohnen genie\u00dfen und die anderen den einen oder anderen Dienst in ihrem Alltag. In diesen Nachbarschafts- und Quartiersprojekten, bei den Mittagstischen und in den Dorfl\u00e4den ist die Idee der Sorgenden Gemeinschaften popul\u00e4r geworden. Und nat\u00fcrlich k\u00f6nnen auch ganz normale Nachbarschaften und Vereine zu Sorgenden Gemeinschaften werden. Ich erinnere nur an die Tradition der \u201eKranzvereine\u201c, wo die Nachbarschaft einander im Sterbefall half \u2013 mit praktischer Hilfe, mit Begleitung zum Friedhof und auch mit Unterst\u00fctzung danach. Ja, und der Kranz aus der Nachbarschaft geh\u00f6rte auch dazu.<\/p>\n<p><strong>\u201eDie Hochbetagten, Dementen und Pflegebed\u00fcrftigen sind von zunehmender Exklusion betroffen und brauchen Unterst\u00fctzung, um auch weiterhin Teil der Gemeinde zu bleiben\u201c<\/strong>, sagt Prof. Eckart Hammer aus dem Beirat des Projekts \u201eAlter neu gestalten\u201c: Und stimmt &#8211; auch wenn wir uns f\u00fcr einen Augenblick klarmachen sollten, dass von den 75-79-j\u00e4hrigen nur 7 Prozent von Demenz betroffen sind, von den 80-84-j\u00e4hrigen nur 15 Prozent und bei den 85- 89-j\u00e4hrigen 26 Prozent. Auch in diesem Alter leidet also die Mehrheit von 84 Prozent nicht an Demenz. Und das gilt auch noch f\u00fcr 60 Prozent der \u00fcber 90-j\u00e4hrigen.<\/p>\n<p>Annegret Zander von der Fachstelle Zweite Lebensh\u00e4lfte der Evangelischen Kirche in Kurhessen-Waldeck hat vor einiger Zeit dazu ermutigt, den<strong> Seniorenkreis abzuschaffen, wo er nicht mehr gefragt ist<\/strong>. Nat\u00fcrlich nicht ohne den langj\u00e4hrigen Mitarbeitenden zu danken. Daf\u00fcr mit Mut zur Offenheit und zur L\u00fccke. Denn es ist klar: Vor allem die jungen Alten wollen sich nicht mehr betreuen lassen, sie haben vielmehr Lust auf einen neuen Aufbruch, wollen sich einbringen und einmischen, wollen gestalten. Und werden ja auch gebraucht und umworben. Sportvereine und Parteien, Schulen und Hospizvereine wissen: Mit den Angeh\u00f6rigen dieser so gesellschafts- und politikerfahrenen Generation l\u00e4sst sich einiges auf die Beine stellen.<\/p>\n<p><strong>Selbstorganisation und Beteiligungsorientierung sind inzwischen aber auch f\u00fcr die 80-j\u00e4hrigen wichtig<\/strong>. Susanne Fetzer, die ein Buch \u00fcber Seniorenarbeit 80 plus geschrieben hat, betont mit Recht, dass die bisherige Betreuungsperspektive, f\u00fcr die der Seniorenkreis stand, eben auch einen diskriminierenden Aspekt hat. <strong>Trotzdem gilt: F\u00fcr Menschen im Alter von plus\/minus 80, Frauen und M\u00e4nner aus traditionellen Milieus, die unter zunehmenden Einschr\u00e4nkungen leiden und kaum noch mobil sind, kann das Gemeindehaus, kann die Seniorengruppe ein wichtiger Bezugspunkt sein. Schon deswegen, weil sie weniger mobil sind. <\/strong>Bei den \u00fcber 70-j\u00e4hrigen ist der Anteil der Frauen, die den F\u00fchrerschein besitzen, noch immer nicht so hoch wie in j\u00fcngeren Altersgruppen. 3,1 Mio. M\u00e4nner, 2,3 Mio. Frauen zwischen 70 und 79 haben eine Fahrerlaubnis. Sie sind schnell in ihrem Bewegungsradius eingeschr\u00e4nkt, wenn der Auto fahrende Partner pflegebed\u00fcrftig wird oder stirbt. So gewinnt der Nahbereich zunehmende Bedeutung. Und damit auch die Kirchengemeinde, die oft noch fu\u00dfl\u00e4ufig erreichbar ist.<\/p>\n<p><strong>Da, wo die Sparkassen sich zur\u00fcckziehen, wo es kaum noch \u00c4rzte oder Einzelhandelsgesch\u00e4fte gibt, hat die Kirche ein gro\u00dfes Pfund einzubringen<\/strong>. Wer nicht mehr mobil ist, erlebt mit Trauer und Sorge, wie die Wohnquartiere sich ver\u00e4ndern &#8211; das Schrumpfen der l\u00e4ndlichen R\u00e4ume, der demographische Wandel, aber auch Migration spielen dabei eine Rolle. So kann die alte Heimat fremd werden &#8211; und damit das \u201eIdentifikationsgeh\u00e4use\u201c, der Ort, wo wir uns geistig, emotional und kulturell zu Hause f\u00fchlen und einen Referenzrahmen f\u00fcr Austausch und Teilhabe finden. Traditionell bietet Kirche einen solchen Referenzrahmen. Und dabei spielen auch die Orte eine Rolle: Die Kirchen und Gemeindeh\u00e4user sind Kristallisationsort f\u00fcr Feste und Feiern, f\u00fcr herausgehobene Erfahrungen in der eigenen Lebensgeschichte, aber auch f\u00fcr Traditionen, die Halt geben. <strong>Gerade f\u00fcr die, die allein leben, kann die Seniorengruppe so ein Halt im Alltag sein. <\/strong>Der Ort, wo ihr Geburtstag gefeiert wird. Wo nach ihnen gefragt wird, wenn sie fehlen.<\/p>\n<p>Das bedeutet aber nicht, dass alles bleiben kann, wie es ist. <strong>Im Gegenteil: Tats\u00e4chlich stammt die Tradition der Seniorenarbeit aus den 60er und 70er Jahren. <\/strong>Und die Entwicklung von Alternativen zum Seniorenkreis gleicht einer Zeitreise direkt ins Jahr 2020. F\u00fcr diese Zielgruppe braucht es heute attraktive neue Angebote \u2013 denn im Blick auf Bildung oder Unterhaltung gibt es Konkurrenz vom Fernsehen bis zu Reiseanbietern. Entscheidend ist heute die Begegnung, wesentlich ist der Austausch untereinander, das Kn\u00fcpfen von Beziehungen und Netzwerken. Aber daf\u00fcr brauchen die H\u00e4user barrierefreie Zug\u00e4nge &#8211; im Blick auf die Architektur genauso wie auf Kommunikation, was Einschr\u00e4nkungen im Sehen oder H\u00f6ren betrifft. Und die Gruppen brauchen Abholdienste, kleine B\u00fcrgerbusse vielleicht.<\/p>\n<p><strong>Seit einigen Jahren gibt es vielerorts w\u00f6chentliche Mittagstische im Gemeindehaus, wo oft abwechselnd gekocht wird &#8211;<\/strong> manchmal einfach f\u00fcr eine Gruppe von \u00c4lteren, die nicht l\u00e4nger f\u00fcr sich allein kochen wollen. Oder auch im gr\u00f6\u00dferen Stil \u2013 vielleicht vernetzt mit einer Tafel, vielleicht mit einem Angebot f\u00fcr den nahegelegenen Kindergarten. Mir gefallen aber auch ganz einfache neue Ideen \u2013 Stadtspazierg\u00e4nge mit Rollstuhl und Rollator wie der W\u00e4gelestreff in G\u00fcltlingen, Erz\u00e4hlcaf\u00e9s und Biografiewerkst\u00e4tten. In Hamburg-Eilbeck gibt es eine S\u00fctterlinstube, wo \u00c4ltere f\u00fcr \u00dcbersetzungsdienste zur Verf\u00fcgung stehen, anderswo entstehen Schm\u00f6kerstuben bei Caf\u00e9 und Musik in der Gemeindeb\u00fccherei \u2013 ganz \u00e4hnlich, wie es jetzt auch Stadtteilbibliotheken anbieten. Spannend finde ich auch die Entwicklung von Begegnungscaf\u00e9s auf dem Friedhof wie in Kornwestheim. Denn tats\u00e4chlich ist ja der Friedhof, oft noch Gemeindefriedhof, ein weiterer Anlaufpunkt im Quartier, den wir als Kirche, aber auch als Gesellschaft vielleicht zu lange aus den Augen verloren hatten. Erst die Hospizbewegung mit ihren Trauergruppen und mit neuen Ritualen, nicht zuletzt mit den Trauercaf\u00e9s, hat die Friedh\u00f6fe und die Friedhofskapellen in eine neues Licht ger\u00fcckt.<\/p>\n<p><strong>Mit diesen neuen Formen der Gemeinschaft und des Engagements ist die Kirche bei ihrer eigenen Sache.<\/strong> Die EKD-Orientierungshilfe \u201eIm Alter neu werden k\u00f6nnen\u201c formuliert es so: Es geht um \u201edie Re-Sozialisierung und Revitalisierung von Kirchengemeinden, damit sie eben nicht erst auf soziale Notlagen reagieren, sondern aktiv daran mitarbeitet, funktionierende Sozialr\u00e4ume zu gestalten und Notlagen pr\u00e4ventiv zu verhindern.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>5. Ein neues Miteinander: Sorge f\u00fcr das Quartier<\/strong><\/p>\n<p><strong>Klaus D\u00f6rner hat mit seinem Wusch \u201eIch will leben und sterben, wo ich dazu geh\u00f6re\u201c tats\u00e4chlich viel angesto\u00dfen<\/strong>: <strong>Seitdem haben sich die Einrichtungen der Altenhilfe differenziert;<\/strong> mit betreutem Wohnen und Kurzzeitpflege, ambulanter Pflege und hauswirtschaftlichen Hilfen, aber auch mit Caf\u00e9s und vielf\u00e4ltigen Kooperationen im Quartier. <strong>Und auch Stadtplanung, Architekturb\u00fcros und Wohnungsbaugesellschaften machen \u00f6fter ernst damit<\/strong>, dass in den neuen Wohnquartieren Rollatoren wie Kinderwagen \u00fcber die Schwelle kommen. <strong>Schlie\u00dflich geben Initiativen wie das SONG\u2013Netzwerk oder Wohnquartier hoch 4 seit einigen Jahren Anst\u00f6\u00dfe, die Angebote nicht mehr an Defiziten zu orientieren, sondern an Lebensbereichen<\/strong> wie Wohnen, Gesundheit, Bildung und Freizeit, die f\u00fcr alle Generationen wesentlich sind. Es geht darum, das alte \u201eSchubladendenken\u201c zu \u00fcberwinden \u2013 dazu geh\u00f6rt auch die Zuordnung von Menschen in Kirche und Diakonie als Gemeindeglieder und als Klienten oder Kunden im Sozialsystemen. <strong>Interessanterweise haben die Kirchengemeinden sich damals aber gar nicht provoziert gef\u00fchlt durch die Thesen von Klaus D\u00f6rner.<\/strong> Sie haben insgesamt kaum reagiert auf das Konzept vom dritten Sozialraum und D\u00f6rners neue Wertsch\u00e4tzung der Kirchengemeinden. Meine Vermutung ist: die Kirche hatte die hilfe- und pflegebed\u00fcrftigen \u00c4lteren l\u00e4ngst an die Diakonie delegiert &#8211; nicht nur aus Gr\u00fcnden der Professionalit\u00e4t, sondern auch aus Refinanzierungsgr\u00fcnden &#8211; und sie damit oft exkludiert.<\/p>\n<p><strong>Nur ein kleiner Teil der \u00c4lteren braucht Pflege (zwischen 70 und 75: 5 Prozent, zwischen 75 und 80: 10, zwischen 80 und 85: 20 Prozent, erst zwischen 85 und 90: 40 Prozent). Dennoch: Seit Einf\u00fchrung der Pflegeversicherung ist der Trend zur station\u00e4ren Pflege kaum abgemildert \u2013 trotz des Grundsatzes \u201eambulant vor station\u00e4r\u201c.<\/strong> Der prozentuale Anteil der Pflegebed\u00fcrftigen in Heimen ist nur geringf\u00fcgig gesunken; die absoluten Zahlen steigen ohnehin. Dahinter steht der gesellschaftliche Wandel, der mit dem demographischen einhergeht: <strong>Die zunehmende Erwerbst\u00e4tigkeit von Frauen, die wachsende berufliche Mobilit\u00e4t und geringere Kinderzahlen haben die famili\u00e4ren Netze fragiler gemacht. Und die wachsende Zahl von Single\u2013 und kinderlosen Paarhaushalten l\u00e4sst erwarten, dass der Bedarf an professionellem Dienstleistungen in der Pflege weiter steigt<\/strong>.<\/p>\n<p><strong>Noch immer werden zwei Drittel der Pflegebed\u00fcrftigen oder 1.5 Mio. Menschen in Deutschland von Angeh\u00f6rigen gepflegt<\/strong>. Die Schwiegert\u00f6chter, die die kranke Mutter \u00fcber Jahre pflegen, die M\u00e4nner, die ihre Frauen pflegen &#8211; sie verzichten auf eigenes Einkommen und Karriere und werden oft nicht einmal gesehen. Sie verschwinden einfach aus dem Kollegen- und Freundeskreis, haben keine Zeit und kein Geld mehr f\u00fcr Einkaufsbummel und Geburtstagsbesuche, f\u00fcr Urlaub oder den Friseur. Neun Jahre dauert die h\u00e4usliche Pflege im Durchschnitt. Und damit steigt das Armutsrisiko erheblich. Hinzu kommt: <strong>Mit dem l\u00e4ngeren Verbleib im Erwerbsleben und der steigenden Zahl pflegebed\u00fcrftiger Hochaltriger stehen, wie wir schon beim Alterssurvey gesehen haben, immer mehr Menschen vor der Herausforderung, Berufs- und Sorget\u00e4tigkeiten vereinbaren zu m\u00fcssen<\/strong>. Das Vereinbarkeitsproblem, das wir meist im Kontext von Erziehungsaufgaben der 20-40-j\u00e4hrigen Eltern denken, gilt inzwischen f\u00fcr die Altersgruppe der 40- bis 65-j\u00e4hrigen Frauen, wenn es um die Betreuung der Enkel, die Unterst\u00fctzung der betagten Eltern oder um h\u00e4usliche Pflege geht. Ohne erg\u00e4nzende, bezahlbare Dienstleistungen, ohne Vereinbarkeitsregeln in der Wirtschaft und hinreichende Anrechnung in der Rente ist die Pflege Angeh\u00f6riger in Zukunft nicht zu leisten.<\/p>\n<p>Und die Probleme sind dr\u00e4ngend. \u201eWir haben jetzt schon einen Notstand \u2013 aber das ist nichts im Vergleich zu dem, was kommt\u201c, sagt der Bremer Gesundheits\u00f6konom Heinz Rothgang. <strong>Die Zahl der Pflegebed\u00fcrftigen wird in den kommenden 30 Jahren von rund drei Millionen auf f\u00fcnf Millionen Menschen steigen.<\/strong> Ausgehend vom heutigen Verh\u00e4ltnis der in der Pflege Besch\u00e4ftigten zu den Pflegebed\u00fcrftigen tut sich bis zum Jahr 2030 eine L\u00fccke von 350.000 Vollzeitstellen auf.<\/p>\n<p><strong>Heute leben mehr als 40 Prozent der 70- bis 85-j\u00e4hrigen allein \u2013 meist k\u00f6nnen sie in Alltagsproblemen nicht auf Familie und Freunde zur\u00fcckgreifen<\/strong>. <strong>Auch deshalb wird die h\u00e4usliche Pflege inzwischen von ca. 300.000 privaten Haushalthilfen und Pflegekr\u00e4ften aus Osteuropa gest\u00fctzt<\/strong>. <strong>Und wer wird die Kinderlosen pflegen, die in der Generation der Babyboomer immerhin 30 Prozent ausmachen?<\/strong> Das Berlin-Institut f\u00fcr Bev\u00f6lkerungsentwicklung hat bereits 2010 eine Prognose ver\u00f6ffentlicht, nach der die Pflegesituation zur Jahrhundertmitte nicht mehr durch station\u00e4re Einrichtungen aufzufangen sein wird.<\/p>\n<p>Es muss verhindert werden, dass Menschen nur deswegen in station\u00e4re Einrichtungen ziehen, weil die Wohnung nicht angemessen ist oder die Versorgung zu Hause nicht gew\u00e4hrleistet.<strong> \u201eEin Zuhause ist der einzige Ort, wo die eigenen Priorit\u00e4ten unbeschr\u00e4nkte Geltung haben\u201c, <\/strong>schreibt Atul Gawande in seinem Buch \u201eSterblich sein\u201c, in dem er sich mit der Altenhilfe auseinandersetzt.<strong> \u201eZu Hause entscheidet man selbst, wie man seine Zeit verbringen will, wie man den zur Verf\u00fcgung stehenden Platz aufteilt und wie man den eigenen Besitz verwaltet.\u201c <\/strong>Wenn wir wollen, dass wir alle auch im Alter m\u00f6glichst lange in unserem Umfeld bleiben k\u00f6nnen, <strong>dann brauchen wir neben barrierearmen Wohnungen auch Pools von Haushaltshilfen und anderen Dienstleistern vom Einkauf bis zur Gartenarbeit.<\/strong> An dieser Stelle sind inzwischen mit dem Pflegest\u00e4rkungsgesetz erste Schritte getan. Pr\u00e4ventive Hausbesuche und eine gute Pflegeberatung geh\u00f6ren ebenfalls dazu. Und als ein weiteres Element ehrenamtlich engagierte Gruppen, sorgende Gemeinschaften eben.<\/p>\n<p><strong>Tats\u00e4chlich steht die Frage nach der Versorgung im Alter im Sorgenbarometer der B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger ganz oben. Mir f\u00e4llt auf, dass sich noch immer Menschen nach der alten Gemeindeschwester zur\u00fccksehnen.<\/strong> Es gibt inzwischen Gemeinden, die neue Modelle einer professionellen, nebenamtlichen diakonischen Mitarbeiterin, einer Gemeindeschwester neuer Form, entwickelt haben. In der Wittener Schwesternschaft gibt es daf\u00fcr inzwischen eine Weiterbildung. Die Anstellungen durch eine Kirchengemeinde erfolgen allerdings zum Teil im Rahmen eines 450 Euro Jobs. Die 25 Frauen, die dort inzwischen ausgebildet worden, nehmen vielf\u00e4ltige Aufgaben der offenen Altenarbeit, Familienhilfe, Pflegebegleitung und Pr\u00e4vention wahr.<\/p>\n<p><strong>Mit dem Professionalisierungsschub, der die alte Rolle der generalistischen Gemeindeschwester zur Pflegekraft vorantrieb, wurde Pflege Teil des Gesundheitssystems<\/strong>. Sie ist abh\u00e4ngig nicht nur von den fachlichen, sondern auch von den \u00f6konomischen Standards, die dort gesetzt werden. Klar festgelegte Zeiten f\u00fcr die einzelnen Leistungen, oftmals lange Wege, Nachweise und Controlling setzen die Mitarbeiterinnen in Sozialstationen genauso unter Druck wie die Fachkr\u00e4fte in Krankenh\u00e4usern oder Altenhilfeeinrichtungen. Auf der R\u00fcckseite dieser Entwicklung traten diejenigen Aspekte der Gemeindeschwesternarbeit, die eher Sozialarbeit waren oder auch Beratungscharakter oder Seelsorgecharakter hatten, in den Hintergrund. <strong>Wenn wir heute von Quartierspflege reden, geht es also darum, diese Aspekte in neuen Netzwerken wieder zu gewinnen.<\/strong> \u201eDie Gemeindeschwester soll nicht glauben, dass sie allein die Wohlt\u00e4tigkeit f\u00fcr ihren Bezirk aus\u00fcben d\u00fcrfe. Sie soll dankbar f\u00fcr jede ersprie\u00dfliche Mithilfe sein. Gerade darin, dass sie die freien Hilfskr\u00e4fte in der Gemeinde f\u00fcr die Zwecke der Gemeindepflege in Bewegung setzt, liegt ihre Hauptaufgabe. Wer da glaubt, alles selber tun zu m\u00fcssen, wird wenig ausrichten\u201c, hie\u00dft es in der Kaiserswerther Hausordnung von 1901. Sorgende Gemeinschaften brauchen Schl\u00fcsselfiguren. Und sie brauchen Sorgestrukturen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>6. Gemeinde als Caring Community <\/strong><\/p>\n<p>Es geht um nicht weniger als unser Selbstverst\u00e4ndnis als Gesellschaft und vor allem als Kirche; es geht um einen Mentalit\u00e4tswandel. \u201eDie mit einer Gesellschaft des langen Lebens verbundenen Herausforderungen verlangen nach einer Auseinandersetzung mit Fragen des Menschseins, mit dem Verst\u00e4ndnis von W\u00fcrde und mit den Vorstellungen eines guten und sinnerf\u00fcllten Lebens unter Bedingungen der Vulnerabilit\u00e4t. <strong>Vorstellungen von Leben und Autonomie, die den Beziehungscharakter menschlichen Lebens und dessen Angewiesenheit auf andere nicht einbezieht, sind unvollst\u00e4ndig\u201c,<\/strong> schreiben Thomas Klie und Andreas Kruse. Auf diesem Hintergrund ist der Begriff der \u201eSorgenden Gemeinschaften\u201c popul\u00e4r geworden. <strong>In unserer Gesellschaft, die stark gepr\u00e4gt ist vom Wunsch nach Selbstbestimmung und Selbstoptierung, angesichts der Vermarktlichung des Sozial- und Gesundheitssystems, in dem Zug\u00e4nge zunehmend \u00fcber Geld und Wissen gesteuert werden, geht es um ein Gegengewicht<\/strong>: um wechselseitige Unterst\u00fctzung und die Bereitschaft, Verantwortung zu \u00fcbernehmen &#8211; f\u00fcr sich selbst, f\u00fcr andere und auch f\u00fcr die gesellschaftliche Entwicklung.<\/p>\n<p><strong>Mit ihren Angeboten in Gemeinden, Diakonie und Erwachsenenbildung hat die Kirche ganz besondere Chancen,<\/strong> wenn sie Ortsn\u00e4he, Professionalit\u00e4t und Beteiligungschancen verkn\u00fcpft. Noch allerdings gibt es jede Menge \u00fcberkommener Bruchlinien &#8211; zwischen beruflicher und ehrenamtlicher Arbeit, zwischen Gemeinde und Diakonie, zwischen \u201eAltenhilfe\u201c und emanzipativer Seniorenbewegung, zwischen Betreuung, Versorgung und einem neuen Verst\u00e4ndnis von B\u00fcrgerengagement, zwischen Ehrenamt in der Leitung und Engagement in Projekten. Aber es sind die Bruchlinien, an denen die Kirche derzeit \u00fcberall arbeiten muss.<\/p>\n<p><strong>Kirchengemeinden k\u00f6nnen Caring Communities werden. Daf\u00fcr ist es wichtig, die traditionelle Trennung zwischen Kirche und Diakonie zu \u00fcberwinden \u2013 und Br\u00fccken zu schlagen im Sinne der Gemeinwesendiakonie<\/strong>. Kirche hat R\u00e4ume, hat hauptamtliche Ansprechpartner und sie ist vielf\u00e4ltig mit den Stadtteilen verwoben. Gemeindeh\u00e4user sind nach wie vor Referenzpunkte und zentrale Anlaufstelle am Ort, fu\u00dfl\u00e4ufig im Quartier erreichbar. Aber auch diakonische Einrichtungen, Altenzentren oder Tageseinrichtungen bieten soziale Professionalit\u00e4t und politische Erfahrung. Sie erreichen Zielgruppen jenseits der traditionellen und b\u00fcrgerlichen Milieus. Wo beides zusammen kommt mit der Offenheit f\u00fcr b\u00fcrgerschaftliches Engagement und mit modernen Bildungsangeboten, da kann wirklich Neues entstehen.<\/p>\n<p>Der Mittagstisch f\u00fcr den Stadtteil &#8211; gleich beim Betreuten Wohnen. Das Pflegetelefon f\u00fcr Angeh\u00f6rige und die Telefonketten f\u00fcr Alleinstehende &#8211; in den R\u00e4umen der Diakoniestation. Und nicht zuletzt die Agentur f\u00fcr Pflegebegleiter in der Nachbarschaft mit einem eigenen Curriculum und Supervision. Und schlie\u00dflich eine Organisation wie die \u201eInklusive Solidarische Gemeinde in Reute\u201c mit ganz unterschiedlichen Angeboten und \u00fcber 80 Ehrenamtlichen aus allen Generationen. Ein B\u00fcrgerverein mit \u00fcber 500 Mitgliedern unter dem Dach der katholischen Gemeinde, der vom Fahrdienst bis zum Besuchsdienst oder zu Oma-Opa-Enkel-Wanderungen immer neues organisiert &#8211; getragen von Beitr\u00e4gen und Drittmitteln. Wo Gemeindeh\u00e4user zu Gemeinwesenh\u00e4user werden wie z.B. im Jubilatezentrum Lindlar, da gelingt es oft, auch ganz andere Engagierte einzubeziehen.<\/p>\n<p><strong>Wenn Kirche sich an Sorgenden Gemeinschaften beteiligen will,<\/strong> dann ist es entscheidend, offen zu bleiben f\u00fcr Kirchendistanzierte oder engagierte Menschen aus anderen Organisationen, die sich engagieren wollen &#8211; runde Tische und Netzwerke zu bilden.<\/p>\n<p>Heinzpeter Hempelmann hat auf Grundlage der Sinus-Studie f\u00fcr Baden und W\u00fcrttemberg von 2012 festgestellt, <strong>dass der Zusammenhang zwischen Verbundenheit mit der Kirche, Glaube und Engagement sehr unterschiedlich aussehen kann. <\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Es gibt eine hohe Verbundenheit mit der Kirche ohne aktive Praxis<\/li>\n<li>Es gibt eine intensive religi\u00f6se Praxis ohne Engagement im Raum der verfassten Kirche.<\/li>\n<li>Und es gibt auch eine hohe Verbundenheit mit christlichem Glauben und eine entsprechende ehrenamtliche Praxis bei einer deutlichen Distanz zur verfassten Kirche<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>\u201eWenn wir nicht allein bleiben und nicht nur privatisieren wollen\u201c, schreibt Lisa Frohn, eine Stimme der Engagierten aus der Erwachsenenbildung, in ihrem Twitter-Buch \u201eRan ans Alter\u201c, dann brauchen wir R\u00e4ume, wo wir hingehen k\u00f6nnen. Um andere zu treffen. Um uns auszutauschen<\/strong>. Um gemeinsam etwas zu tun. Um uns als gesellschaftliche Wesen zu erleben.\u201c \u201eNehmen wir mal an, einige interessieren sich f\u00fcr ein gemeinsames Wohnprojekt. Andere f\u00fcr ein Kulturzentrum, einen Club. Nehmen wir mal an, Sie sind sich einig, dass Sie das, was Sie wollen, selbst gr\u00fcnden m\u00fcssen. K\u00f6nnte da nicht Freude aufkommen? Ja, Begeisterung?\u201c<\/p>\n<p><strong>Kann die Kirche dieser Begeisterung Raum bieten? Wird sie die Freiheit geben, unterschiedliche Wege und Formen der Selbstorganisation und auch der Spiritualit\u00e4t ausprobieren<\/strong><strong>? Wird sie ihre R\u00e4ume auch f\u00fcr die Menschen \u00f6ffnen, die in der Sache engagiert sind<\/strong> \u2013 der Kirche aber nicht so stark verbunden? <strong>Das verlangt ein erneuertes Selbstverst\u00e4ndnis, das aufr\u00e4umt mit der versteckten Abwertung der \u00c4lteren und vor allem \u00e4lterer Frauen, sondern deren sozialen Beitrag, deren Belastungen und ihren Lebensertrag sch\u00e4tzt<\/strong>. Und das bedeutet auch: Ehrenamt, Seniorenarbeit und Sorgenetze brauchen finanzielle Unterst\u00fctzung.<\/p>\n<p>In den fr\u00fchen Gemeinden wurden aus hilflosen Armen und unversorgten Witwen Frauen, die ein anerkanntes F\u00fcrsorgeamt hatten. Auch heute geht es im sozialen Ehrenamt der \u00c4lteren um eine neue Entdeckung von Solidarit\u00e4t in der \u00e4lteren Generation selbst, aber auch zwischen den Generationen, die nicht zuletzt auf Einf\u00fchlung und Weitergabe von Erfahrung zielt. Hier haben die Kirchen ein starkes Pfund einzubringen. \u201e<strong>Mein Traum vom \u00c4lterwerden gestalten w\u00e4re, dass Menschen jeden Alters zusammenkommen und zusammenwachsen, so selbstverst\u00e4ndlich wie dies in vielen Familien geschieht. Vor Ort w\u00e4re mein Wunsch, dass Alter weder Krankheit noch Tabu ist.\u201c <\/strong>(Erika Haffner)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Cornelia Coenen-Marx, Fachtag Sorgende Gemeinschaft, 24.02.2018<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. Das Beste kommt noch: Ein neues Bild vom Alter Kennen Sie Iris Apfel? 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