{"id":2453,"date":"2016-11-16T10:50:45","date_gmt":"2016-11-16T10:50:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/?page_id=2453"},"modified":"2017-07-12T20:54:12","modified_gmt":"2017-07-12T20:54:12","slug":"bildung-beteiligung-solidaritaet-100-jahre-zehlendorfer-verband","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/?page_id=2453","title":{"rendered":"Bildung, Beteiligung, Solidarit\u00e4t \u2013 100 Jahre Zehlendorfer Verband"},"content":{"rendered":"<p><strong>Festrede 100 Jahre Zehlendorfer Verband, Zehlendorf, 28.10.2016<\/strong><\/p>\n<p><strong>1. Stolpern, Fallen, Kr\u00f6nchen richten<\/strong><\/p>\n<p>Vor 25 Jahren &#8211; genau im Jahr 1990 &#8211; erschien zum 150. Jubil\u00e4um des Friederikenstifts in Hannover eine Festschrift mit einem Vorwort von Rainer Reimann, lange Jahre Vorsitzender des Zehlendorfer Verbandes.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Mit verschiedenen \u201e<strong>Zug\u00e4ngen zum Friederikenstift<\/strong>\u201c f\u00fchrte Reimann die Leserinnen und Leser durch die unterschiedlichsten T\u00fcren der Stiftsgeschichte. Die erste f\u00fchrt in das Armenhaus, in dem am 6. August 1840 Hannoversche B\u00fcrgerinnen auf Initiative von Ida Arenhold hin den \u201eFrauenverein f\u00fcr Armen- und Krankenpflege\u201c gr\u00fcndeten. Inspiriert von Amalie Sieveking und Johann Hinrich Wichern in Hamburg wollte der Frauenverein nun auch in Hannover der wachsenden Verelendung breiter Bev\u00f6lkerungsschichten in der Industrialisierung begegnen. Die Frauen nahmen die Hilfe in die eigene Hand: sie gingen selbst in die H\u00e4user, k\u00fcmmerten sich um Lebensmittel und Brennmaterial, sorgten f\u00fcr die rechtzeitige Reparatur von Kleidern und Schuhen, achteten auf den Schulbesuch der Kinder und sorgten daf\u00fcr, dass die Frauen auch Besch\u00e4ftigung fanden &#8211; in N\u00e4hstuben, Strickvereinen, als Dienstboten. \u201eHilfe zur Selbsthilfe\u201c war das tragende Prinzip &#8211; kein Almosen ohne Arbeit. Und nat\u00fcrlich pflegte man auch Kranke, wo es n\u00f6tig war. Anschlie\u00dfend f\u00fchrt uns Reimann zu dem alten Anwesen des Frauenvereins, das im Jahr 1844 durch die Gro\u00dfz\u00fcgigkeit des K\u00f6nigs Ernst August von Hannover den Namen \u201eFriederikenstift\u201c erhielt \u2013 in Erinnerung an seine drei Jahre zuvor verstorbene Frau, die die Diakonie aus eigener Erfahrung mit ihrem blinden Sohn gef\u00f6rdert hatte. Dieses Haus diente nun in besonderer Weise der Krankenpflege &#8211; allerdings wurde Pflege damals noch als soziale Arbeit im weiteren Sinne begriffen. Ausbildung und Arbeitsvermittlung blieben wichtige Arbeitsfelder &#8211; bis 1916, in den Umbr\u00fcchen und Herausforderungen des Ersten Weltkriegs, die professionelle Krankenpflege in den Vordergrund r\u00fcckte.<\/p>\n<p><strong>1916 ist gesellschaftlich ein wichtiges Umbruchsjahr<\/strong>: im Dezember wurde das Gesetz \u00fcber den Vaterl\u00e4ndischen Hilfsdienst beschlossen \u2013 damit wurden alle arbeitslosen M\u00e4nner erfasst und in die R\u00fcstungsindustrie geschickt; schon 9 Jahre zuvor, 1907, war in Preussen das erste Krankenpflegegesetz beschlossen worden. Jetzt, als der Krieg sich l\u00e4nger hinzog als erwartet, wurden alle Kr\u00e4fte, M\u00e4nner wie Frauen, in der Pflege gebraucht, um der wachsenden Epidemiegefahr Herr zu werden. Ausdr\u00fccklich weist das Hilfsdienstgesetz deshalb darauf hin, dass auch M\u00e4nner in der Krankenpflege eingesetzt werden konnten. Zugleich aber setzte sich die Oberinnenkonferenz der Zehlendorfer Schwesternschaften mit ihrer Forderung nach einer Verl\u00e4ngerung der Ausbildungszeit f\u00fcr Schwestern durch. In immer mehr Mutterh\u00e4usern<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> wurde jetzt die Pflegeausbildung auf die staatliche Anerkennung hin konzipiert. Und \u00fcberall wurden neue Krankenh\u00e4user er\u00f6ffnet.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> In dieser Zeit erfand sich also auch das Friederikenstift, damals ein Lazarett, ganz neu: es wurde zu einem modernen Krankenhaus umgestaltet. Das Kriegs- und Umbruchsjahr 1916 gab den Krankenh\u00e4usern und der Pflegeausbildung einen Innovationsschub \u2013 und es wurde zum Gr\u00fcndungsjahr des Kaiserswerther und auch des Zehlendorfer Verbandes. Gesellschaftliche Herausforderungen standen am Anfang \u2013 jetzt setzte die Politik den Rahmen f\u00fcr die Weiterentwicklung.<\/p>\n<p>Im Friederikenstift war mittlerweile aus dem b\u00fcrgerlichen Frauenverein eine diakonische Anstalt unter kirchlicher Leitung geworden. Schon bald plante man eine eigene Krankenpflegeschule, die 1927 in Betrieb genommen wurde &#8211; mit der Entsendung einer Unterrichtsschwester aus dem Ev. Diakonieverein Zehlendorf. Zwei Jahre sp\u00e4ter konnte auch die ertr\u00e4umte eigene Schwesternschaft an den Start gehen &#8211; die Friederikenschwestern, die damals \u2013 schon in der Weimarer Republik &#8211; ihre Brosche entwickelte &#8211; in Erinnerung an die Wurzeln mit der k\u00f6niglichen Krone, auch wenn es damals schon keinen K\u00f6nig mehr gab. Die Schwesternschaft trat nun auch dem Zehlendorfer Verband f\u00fcr evangelische Diakonie bei. Ihr Krankenhaus in Hannover ist heute Teil einer gr\u00f6\u00dferen Holding.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst aber zeigt die Geschichte des Friederikenstiftes exemplarisch, welche Wandlungsprozesse die Einrichtungen seit ihrer Gr\u00fcndung durchlaufen haben. Von der Armen- und Krankenf\u00fcrsorge zur Krankenpflege, vom b\u00fcrgerschaftlichen Engagement zur Professionalit\u00e4t, von der Hilfe in der Pflege zum Beruf der Schwester,<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> von einem genossenschaftlich ausgerichteten Frauenverein zum k\u00f6niglichen Stift, vom Lazarett zur Unfallklinik und schlie\u00dflich zum Teil eines diakonischen Krankenhausverbundes &#8211; Satzungs-Struktur- und Namensver\u00e4nderungen inbegriffen. \u201eUnd immer wieder stolpern, aufrichten, Kr\u00f6nchen richten und weitergehen\u201c, dachte ich beim Lesen &#8211; und dachte an die Friederikenbrosche mit der Krone. \u201eWer f\u00fcr wirkliche Bed\u00fcrfnisse das Auge offen h\u00e4lt und den ernsten Willen hat, ihnen abzuhelfen, der wird ja dauernd nicht stille stehen k\u00f6nnen\u201c, schrieb schon Friedrich Zimmer in seiner Denkschrift \u201eNach 25 Jahren\u201c<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>2. Die lieben Verwandten<\/strong><\/p>\n<p>Heute ist das Friederikenstift eines der Krankenh\u00e4user von Diakovere &#8211; ein diakonisches Haus mit einer Zehlendorfer Schwesternschaft, das sich kaum unterscheidet von der Henriettenstiftung \u201enebenan\u201c, die traditionell zum Kaiserwerther Verband geh\u00f6rt. Als ehemalige Vorsteherin der Kaiserswerther Diakonie frage ich mich: Wie kam es eigentlich dazu, dass die H\u00e4user sich in so unterschiedliche Verwandtschaftsbeziehungen eingliederten? War es der Wunsch, sich von der Nachbarin abzugrenzen, der dazu f\u00fchrte, dass der Vorstand des Friederikenstiftes 1916 eine Zehlendorfer Unterrichtsschwester rief und dass er diesen Verband \u201ew\u00e4hlte\u201c, als es gegen Ende der Weimarer Republik wichtiger wurde, sich auch verbandspolitisch zu organisieren? Oder war es die Traditionslinie, die von Ida Ahrenhold bis zu Amalie Sieveking zur\u00fcckf\u00fchrte und die auch von Friedrich Zimmer, dem Gr\u00fcnder des Diakonievereins Zehlendorf, aufgegriffen worden war? Ich denke, man identifizierte sich mit der Geschichte der Frauenverb\u00e4nde, die ledige Frauen auf genossenschaftlicher Basis f\u00fcr einen Beruf in der Diakonie, vornehmlich f\u00fcr den Schwesternberuf, ausbildeten und stark machten &#8211; mit der b\u00fcrgerlichen, eher st\u00e4dtischen Frauenbewegung, wie sie von Amalie Sieveking prototypisch vertreten wurde. Schauen wir uns diese Geschichte etwas genauer an.<\/p>\n<p><strong>Amalie Sieveking<\/strong> ging es darum, dem Dasein der alleinstehenden Frau einen Sinn zu geben.<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a> \u201eDass ich zu denen geh\u00f6re, die durch Entsagung f\u00fcr den Himmel gebildet werden <a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a>sollen\u201c, schreibt sie 1822, \u201eerscheint mir immer klarer und gewisser, wenn anders Entsagung genannt werden kann, wof\u00fcr ein so reicher Einsatz geboten wird\u201c\u2026<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a> \u201eIch glaube immer deutlicher zu f\u00fchlen, dass ich nach meiner ganzen Individualit\u00e4t nicht hineinpasse in jenes Heiligtum (der Ehe)\u201c, sagt sie, und schreibt sich dann in eine christliche Brautmystik hinein, die dem Ledig-sein einen Sinn gibt: die ungeteilte Aufmerksamkeit f\u00fcr den Beruf der N\u00e4chstenliebe. Eine kl\u00f6sterliche Gemeinschaft hielt sie nicht f\u00fcr n\u00f6tig, um diesem Ideal zu folgen &#8211; anders als die Barmherzigen Schwestern, die damals eine gro\u00dfe Rolle als Impulsgeberinnen f\u00fcr caritative Bewegungen spielten- auch im Kaiserswerther Verband. Amalie Sieveking ging es darum, Christus in der Welt zu dienen \u2013 zu diesem Ziel wollte sie sich mit anderen zusammenzuschlie\u00dfen. Die erste Gemeinschaftsregel, die sie schrieb, sah keine lebenslangen Gel\u00fcbde vor &#8211; aus ihrer Schwesterngemeinschaft konnte man jederzeit wieder austreten und dabei auch den eigenen Besitz mitnehmen. Bildung und Ausbildung hatten stattdessen von Anfang an gro\u00dfe Bedeutung f\u00fcr sie. Gleichwohl: Auch diese Genossenschaft freier und gebildeter, berufst\u00e4tiger Frauen, sollte eine \u201eSchutzh\u00fclle\u201c haben &#8211; nicht aus Klostermauern allerdings, sondern aus einer starken Gemeinschaft. So jedenfalls interpretiert der Diakoniewissenschaftler Paul Philippi die Schwesternschaftsgemeinschaft bei Amalie Sieveking &#8211; als einen starken Ring nach innen, der f\u00fcr die Begegnung mit der Au\u00dfenwelt Kraft und Kompetenz gibt.<\/p>\n<p>Jahrzehnte sp\u00e4ter \u2013 lange nach der Gr\u00fcndung der Kaiserswerther Diakonissenanstalt 1836, als schon Tausende Diakonissen nach Kaiserswerther Vorbild in deutschen, amerikanischen, mittel\u00f6stlichen Mutterh\u00e4usern t\u00e4tig waren \u2013\u00a0kehrte <strong>Friedrich Zimmer<\/strong>, der Gr\u00fcnder des Diakonievereins Zehlendorf, zu diesen Einsichten zur\u00fcck: \u201eDas Mutterhaus vertritt das Autorit\u00e4tsprinzip, die mutterhauslose Schwesternschaft das genossenschaftliche, demokratische Prinzip. Dort F\u00fcrsorge, hier Selbsthilfe und Selbsterziehung.\u201c, schreibt er in seinem Bericht \u201eNach 10 Jahren\u201c.<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a> In vielen Gespr\u00e4chen mit Mutterhausvorstehern hatte er die Erfahrung gemacht, dass man sich eine genossenschaftliche Form weiblicher Krankenpflege nur schwer vorstellen konnte. \u201eEine Schwesternschaft ohne Mutterhaus\u201c, schreibt Zimmer, \u201edas ist von den Vertretern und Freunden der Mutterh\u00e4user wie von einem gro\u00dfen Teil der Geistlichen als etwas Undurchf\u00fchrbares angesehen worden. Aber gerade, dass es den Beifall derjenigen gefunden hat, auf die es doch in erster Linie ankommt, n\u00e4mlich den zur Krankenpflege sich wendenden Frauen selbst, das\u2026 hat dem Ev. Diakonieverein die gro\u00dfe Zahl seiner Sch\u00fclerinnen und Schwestern zugef\u00fchrt. Was vielen unbegreiflich war, weil sie sich zu wenig in die Bed\u00fcrfnisse der berufstreibenden Frauen hineinversetzen, das hat sich hier sehr h\u00e4ufig gezeigt: das Verlangen, pers\u00f6nlich frei und doch durch eine Gemeinschaft gehalten zu sein.\u201c<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a> Um der Zustimmung der Frauen willen verzichtete Zimmer auf die milit\u00e4rische Ordnung eines Mutterhauses, wie er schrieb &#8211; selbst um den Preis eines weniger planbaren und effektiven Managements. Und genau deshalb war er auch bereit, seine Partner in st\u00e4dtischen Kliniken zu suchen. Nicht auf eigene Einrichtungen kam es ihm an, sondern auf \u201edie Erziehung der weiblichen Jugend zu Pers\u00f6nlichkeiten mit Eigenbesitz, Selbst\u00e4ndigkeit und Gemeinsinn.\u201c<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a> Denn wer sich selbst entschieden und eine Position selbst gew\u00e4hlt hat, werde alle Energie daran setzen, erfolgreich zu sein. \u201eDie Freiheit der eigenen Wahl ist f\u00fcr den erwachsenen Menschen doch von erheblichem Wert.\u201c<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a><\/p>\n<p>Freiheit und Unabh\u00e4ngigkeit, Bildung und Beruflichkeit &#8211; die aktive Beteiligung der Frauen an der Gestaltung der Gesellschaft war ein gro\u00dfes Thema der b\u00fcrgerlichen Frauenbewegung im 19. Jahrhundert \u2013 und damit Wurzelboden f\u00fcr diakonische Frauengemeinschaften wie das Friederikenstift oder den Diakonieverein Zehlendorf.<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a> \u201eZur Selbst\u00e4ndigkeit durch Selbstth\u00e4tigkeit, zum Gemeinsinn durch Dienst an der Gemeinschaft, zur Pflichttreue durch Berufsarbeit.\u201c, war Zimmers Motto.<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a><\/p>\n<p>Allerdings ist er \u2013 wie so viele in seiner Zeit &#8211; der \u00dcberzeugung, dass Frauen in besonderer Weise auf Beziehung ausgerichtet seien. Anders als die Mutterhausdiakonie verstand er aber die Mitglieder der Gemeinschaft nicht als T\u00f6chter einer Diakonissenfamilie mit dem Vorsteher als Diakonissenvater und der Mutter Oberin an der Spitze &#8211; ihm galten die Schwesternschaften als Wahlverwandtschaften erwachsener Frauen, die sich einer gemeinsamen Aufgabe verschrieben haben. Ganz so, wie es sich Amalie Sieveking vorgestellt hatte. \u201eGenossenschaften k\u00f6nnen sich zusammentun, wo wie sie innerlich zusammenpassen; die Familienglieder aber m\u00fcssen einander tragen und sich vertragen\u201c, schreibt Zimmer. \u201eDazu kommt: die Familie ist im allgemeinen keine wirtschaftliche Einheit; wenigstens nicht von Produzenten, sondern nur von Konsumenten. Daraus ergibt sich, dass der Familie ein starkes Einheitsband fehlt. Das aber haben die Schwestern einer Gemeinschaft, welche gemeinsam eine Arbeit betreiben. Sie sind Berufs- und Arbeitsgenossinnen, sind Kolleginnen, aber sie sind zugleich mehr als das.\u201c<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\"><sup><sup>[15]<\/sup><\/sup><\/a> Ohne kritischen Seitenhieb auf die Frauenbewegung kommt er allerdings nicht aus: \u201eDer Frauenbewegung kam und kommt es nur darauf an, den berufslosen und unverheirateten Frauen Berufe zu schaffen, die den Unterhalt und den Inhalt f\u00fcr ihr Leben verf\u00fcgten. Das reicht f\u00fcr uns nicht aus: wir wollten ihnen auch den R\u00fcckhalt gew\u00e4hren, den die verheiratete Frau neben dem Unterhalt bei normalen Verh\u00e4ltnissen in der Ehe findet\u2026\u201c.<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a> Diese Vorstellung also, die Analogie mit Familienbeziehungen, teilt er mit Kaiserswerth: Geistliche M\u00fctterlichkeit wird zum Ethos des Pflegeberufs.<\/p>\n<p>Friedrich Zimmer war ein Grenzg\u00e4nger zwischen den Zeiten: er nahm die Gedanken der b\u00fcrgerlichen Frauenbewegung auf, er lernte von den Genossenschaftsgr\u00fcndungen in England, machte sich unabh\u00e4ngig von kirchlicher Enge und von kirchlichen H\u00e4usern. Zugleich aber teilte er das Frauenbild seiner Zeit; in der freien Schwesterngemeinschaft sah er keine eigenst\u00e4ndige Lebensform, sondern einen gesellschaftlich willkommenen Ersatz f\u00fcr Ehe und Familie. Deshalb gestaltete er auch die Einsegnung in die Verbandsschwesternschaft als ein Ritual, das der Trauung \u00e4hnelte. Aber Zimmer wusste, dass seine Ideen ohne Margarete van Delden, die erste Zehlendorfer Oberin, keinen Ort und keine Organisation gefunden h\u00e4tten. Ja, dass es ihre Ideen waren, die er mit seinem theologischen Hintergrund und seinen Organisationsgedanken in Wissenschaft und Politik verankerte. Tats\u00e4chlich respektierte Zimmer van Delden nicht nur \u2013 er war einer der wenigen Gr\u00fcnder, der bereit war, das eigene Werk loszulassen und weiter zu gehen, eben, weil er wusste, dass die Gemeinschaft es trug. Die Bildung eigenst\u00e4ndiger Pers\u00f6nlichkeiten blieb ihm, dem Lehrer, dann doch wichtiger als das professionelle Management kirchlicher Organisation. Ihm ging es um die Wohlfahrtspflege, um soziales Engagement. \u201eKranke pflegen und Armen helfen ist an sich kein religi\u00f6ses, sondern ein sittliches Thun, also nicht Sache der religi\u00f6sen, sondern der sittlichen Gemeinschaften\u201c, schrieb er 1918. \u201eUnd so r\u00fcckt thats\u00e4chlich eine weltliche Wohlfahrtspflege allm\u00e4hlich immer mehr an die Stelle der kirchlichen Diakonie. Die letztere braucht darum nicht gram zu sein, denn indem sie ihre Pionierdienste auf diesem Gebiet vollendet hat, wird sie frei f\u00fcr andere Aufgaben, die ihrem Lebensgebiete unmittelbar entsprechen. &#8230;\u201c<a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\">[17]<\/a> Fragen, die so aktuell sind wie damals.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>3. In Herausforderungen zusammenstehen<\/strong><\/p>\n<p><strong>Selbstbestimmung und N\u00e4chstenliebe, Freiheit und Verpflichtung &#8211; sp\u00e4testens in der Weimarer Republik geraten sie in Spannung zueinander<\/strong>. Denn die Gestellungsvertr\u00e4ge, die der Zehlendorfer Diakonieverein mit kommunalen Krankenh\u00e4usern einging, f\u00fchrten unter den Bedingungen wachsender S\u00e4kularisierung und wirtschaftlicher Knappheit zu erheblichen Problemen. Die Schwesterngemeinschaft konkurrierte schon bald mit der Gewerkschaftsbewegung, die auf den Kampf um gute Arbeitsvertr\u00e4ge setzte \u2013 mit dem 8-Stunden-Tag, der 1918\/19 eingef\u00fchrt wurde, wie mit dem nun durchgesetzten Streikrecht. \u201eSchutz nach au\u00dfen und Zucht nach innen\u201c sollte die Schwesternschaft bieten. Den \u201eSchutz nach au\u00dfen\u201c brauchten berufst\u00e4tige Frauen nun nicht mehr in gleichem Ma\u00dfe; als B\u00fcrgerinnen konnten sie endlich auch ihre politischen Rechte vertreten; als Arbeitnehmerinnen einer Gewerkschaft beitragen. Die \u201eZucht nach innen\u201c aber konnte nun auch zur Begrenzung von Freiheit und Rechten f\u00fchren. Denn die Mutterh\u00e4user und Schwesternschaftsleitungen sprachen sich gegen die neue Arbeitszeitbegrenzung aus &#8211; mit dem durchaus nachvollziehbaren Argument, es sei den Patientinnen und Patienten nicht zuzumuten, wenn sie dauernd mit neuen Bezugspersonen zu tun h\u00e4tten.<a href=\"#_ftn18\" name=\"_ftnref18\">[18]<\/a><\/p>\n<p>Die Debatte um das Streikrecht im \u00f6ffentlichen Dienst und im kirchlichen Arbeitsrecht ist uns ja bis heute vertraut. Und Professionalit\u00e4t und \u00d6konomie gerieten in der Weimarer Republik nicht zum ersten und sicher nicht zum letzten Mal in Konflikt &#8211; im Streit um die L\u00e4nge der Ausbildungszeiten, um fachlich \u00fcberzeugende Curricula oder um die Refinanzierung gut ausgebildeter Schwestern.<a href=\"#_ftn19\" name=\"_ftnref19\">[19]<\/a> Was aus Sicht der Tr\u00e4ger gebraucht wurde, was finanzierbar schien und was die Schwesternschaften sich als Ethos auf die Fahnen geschrieben hatten, war immer schwerer zu vereinbaren \u2013 und eine Schwesternschaft ohne eigene Einrichtungen, die auf Freiheit und Mitbestimmung angelegt war, bekam das fr\u00fcher zu sp\u00fcren als der Vorstand eines Mutterhauses.<\/p>\n<p><strong>War nun der genossenschaftliche Charakter von Vorteil oder von Nachteil f\u00fcr die Schwesternschaft?<\/strong> \u201eIch hatte aus der Geschichte des englischen Genossenschaftswesens gelernt, dass der ethische Standpunkt der Genossenschafter durch die gemeinsame Sorge um die Hebung der materiellen Lage von selbst vertieft worden war\u201c, schreibt Zimmer in seiner Darstellung der Geschichte.<a href=\"#_ftn20\" name=\"_ftnref20\">[20]<\/a> Und tats\u00e4chlich spannte der wirtschaftliche und politische Druck nun auch die Schwesternschaften enger zusammen \u2013 als christliche Verb\u00e4nde in einer s\u00e4kularisierten Gesellschaft, in der die Krankenpflege l\u00e4ngst zum normalen Beruf geworden war und einer Gemeinschaft nicht mehr bedurfte. W\u00e4hrend der Einfluss auf die kommunalen Tr\u00e4ger abnahm \u2013 auch deshalb, weil sich neben den \u00c4rzten und Schwestern nun andere Berufsgruppen in Wirtschaft, Hauswirtschaft, Verwaltung eigenst\u00e4ndig professionalisierten eine immer gr\u00f6\u00dfere Rolle spielten &#8211; gewann der inner circle der Schwesternschaft an Bedeutung. Ausbildung und Kurse festigten sich das christliche WIR gegen den st\u00e4rker werdenden Anpassungsdruck und das Einsegnungsritual st\u00e4rkte auch pers\u00f6nlich.<\/p>\n<p><strong>Im Kampf gegen die Gleichschaltungstendenzen in der Reichsgemeinschaft f\u00fcr Freie Wohlfahrtspflege mit Gr\u00fcndung der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV) gewannen diese Fragen noch einmal an Bedeutung<\/strong>. Jetzt konnte die Mutterhausdiakonie ihre ordens\u00e4hnliche Gemeinschaft ins Feld f\u00fchren. In der Inneren Mission nahm sie die gleichen Rechte in Anspruch wie die katholischen Schwesterngemeinschaften, die ab 1933 durch das Konkordat gesch\u00fctzt waren. Nun wurde es auch f\u00fcr die Schwesternschaften des Zehlendorfer Verbandes wichtig, als \u201eMutterhausgemeinschaften\u201c verstanden zu werden. \u201eDie Vorstellungen vom Mutterhausprinzip als einer in sich geschlossenen Glaubens-, Arbeits- und Lebensgemeinschaft\u2026(bewahrten nun auch die anderen) evangelischen Schwesternschaften davor, die einzelne Schwester an die Reichsfachschaft und damit an den nationalsozialistischen Staat auszuliefern.\u201c<a href=\"#_ftn21\" name=\"_ftnref21\">[21]<\/a> In der Diakoniegemeinschaft, die 1933 gegr\u00fcndet wurde, konnten die alten Abgrenzungen keine Rolle mehr spielen. Die feinen Unterschiede zwischen Kaiserswerth, den Johanniterschwestern und Zehlendorf, zwischen Verbandsschwestern im Zehlendorfer und im Kaiserswerther Verst\u00e4ndnis traten in den Hintergrund. Daf\u00fcr war man bereit, auch schmerzhafte Satzungsver\u00e4nderungen in Kauf zu nehmen, um die Schwesternschaft zu sch\u00fctzen \u2013 auch die traditionelle Genossenschaftsstruktur wurde jetzt hierarchisiert. Denn staatlicherseits wurden immer neue Versuche gestartet, so genannte \u201ebraune Schwestern\u201c<a href=\"#_ftn22\" name=\"_ftnref22\">[22]<\/a> und NS-Schwesternschulen auch und gerade in den H\u00e4usern zu installieren, die vorher diakonisch getragen wurden, und Gemeindeschwestern der inneren Mission durch politisch zuverl\u00e4ssige \u201eFrontschwestern\u201c zu ersetzen. Auch wenn die Gemeinschaften nicht durchg\u00e4ngig in der Lage waren, sich gegen praktische und ideologische \u00dcbergriffe abzugrenzen: Zusammenstehen war das Gebot der Stunde.<a href=\"#_ftn23\" name=\"_ftnref23\">[23]<\/a> Und es galt, neue Zerrei\u00dfproben zu bestehen: Mutige Bekenntnisakte einzelner konnten die Gemeinschaft gef\u00e4hrden &#8211; und damit die Fortf\u00fchrung einer Schule, die Belegung eines Krankenhauses. Schon aus wirtschaftlichen Gr\u00fcnden war der Konformit\u00e4tsdruck gro\u00df war. Aber zum Image der guten Schwester geh\u00f6rte ohnehin auch die bereitwillige Einf\u00fcgung ins Ganze \u2013 \u201eEinsp\u00e4nner und Eigenbr\u00f6tler\u201c waren nicht gefragt, wie Ulrike Gaida<a href=\"#_ftn24\" name=\"_ftnref24\">[24]<\/a> nach einem konsequenten Studium der Schwesternakten des Zehlendorfer Verbandes darlegt.<\/p>\n<p><strong>\u00d6konomisch betrachtet, waren die Schwesternschaften der Inneren Mission auch im Dritten Reich erfolgreich<\/strong> &#8211; zwar gingen einzelne Stationen verloren, doch nahm die Zahl der Vertr\u00e4ge insgesamt nicht ab. Und wirtschaftlicher Druck bleibt bis heute ein starker Treiber, gerade in der Pflegebranche &#8211; nun auf dem Hintergrund des wachsenden Wettbewerbs. Auf diesem Hintergrund sehen wir heute erneut ein Zusammenwachsen der unterschiedlichen Traditionen in neuen und \u00fcbergreifenden Strukturen. Diakovere in Hannover ist dabei nur eines von vielen Beispielen, auch beim evangelischen Klinikbetreiber Agaplesion haben sich zwischen Rotenburg und Darmstadt Kaiserwerther und Zehlendorfer H\u00e4user zusammengefunden und arbeiten an einer gemeinsamen Unternehmenskultur. Was also trennt uns die Gemeinschaften noch? Und was treiben sie gemeinsam voran &#8211; im Blick auf Bildung, Spiritualit\u00e4t und neue gesellschaftliche Herausforderungen? Die Frage, die schon 1933 im Raum stand, wird uns nicht loslassen \u2013 auch und erst recht nicht am Jahr der Jubil\u00e4en. Ob wir das n\u00e4chste Jubil\u00e4um vielleicht schon zusammen feiern? Dieses jedenfalls gibt uns die Chance, noch einmal auf das Berufsbild zu schauen, das sich \u00fcber die Zeiten profiliert hat.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>4. Ein Job wie jeder andere?<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u201eEiner der sch\u00f6nsten Frauenberufe (wenn man denn \u00fcberhaupt die Arbeit der Schwester als Beruf schlechthin bezeichnet) ist der der Schwester<\/strong>. In ihm sind den T\u00e4tigkeiten der Frau, entsprechend der ihr von Natur gegebenen Veranlagung, weite Grenzen gesetzt. Er ist der fraulichste aller Berufe. Alles, was man von einer Frau erwartet: Hilfsbereitschaft, G\u00fcte, M\u00fctterlichkeit, wahres Frauentum sind die Wesensz\u00fcge einer echten Frau an sich. Und so gibt es f\u00fcr eine Frau keinen w\u00fcrdigeren Beruf neben dem der Mutter als den Schwesternberuf.\u201c Das ist kein Zitat von Theodor Fliedner oder Friedrich Zimmer, es stammt viel mehr aus der Wohlfahrtskorrespondenz vom 6.1.1938. Ein Jahr vor Kriegsbeginn wurde damals eine staatlich gef\u00f6rderte Werbekampagne f\u00fcr den Schwesternberuf gestartet.<a href=\"#_ftn25\" name=\"_ftnref25\">[25]<\/a> Erich Hilgenfeldt, der Nationalsozialist und Leiter des Hauptamtes f\u00fcr Volkswohlfahrt, betonte in einer Rede, dass \u201eKrankenpflege Kampf f\u00fcr das Leben sei, nicht Dienst in der Etappe, sondern an der Front, und es k\u00f6nnte f\u00fcr ein junges, begeistertes Menschenkind keinen st\u00e4rkeren inneren Antrieb geben, als das Bewusstsein, so wie der Mann mit der Waffe und dem Spaten den weiblichen Ehrendienst an der Nation als Schwester zu leisten.\u201c Es galt als \u00fcbergeordnetes Ziel, der Volksgesundheit zu dienen und durch die \u201eMa\u00dfnahmen der Gesundheitsf\u00fchrung in Zukunft alles Kranke auszuschalten\u201c. An dieser \u201eFront\u201c, im Umgang mit Kranken und Schwachen, mit Behinderten und Menschen aus anderen V\u00f6lkern, galt es nun Flagge zu zeigen. Hier musste sich das Profil christlicher Schwesternschaften bew\u00e4hren und der Fehdehandschuh lag schon im Ring &#8211; in der Gemeindekrankenpflege wie in den H\u00e4usern f\u00fcr psychisch Kranke<a href=\"#_ftn26\" name=\"_ftnref26\">[26]<\/a>. \u201eEs ist kein gr\u00f6\u00dferer Gegensatz denkbar als zwischen der krankenpflegerischen Schwester der Nonne oder Diakonisse im faltenreichen Habit oder dem sportgest\u00e4hlten M\u00e4del von 1937, das den Beruf einer NS-Schwester w\u00e4hlt\u201c, hie\u00df es vorausschauend schon einmal im Berliner Tageblatt vom 26.3.1937.<a href=\"#_ftn27\" name=\"_ftnref27\">[27]<\/a> \u201eEin M\u00e4del, das sich heute zur Krankenpflege entschlie\u00dfe\u201c, wolle und solle \u201enicht hinter Klostermauern, von aller Welt abgeschlossen, den Segen der Kirchen genie\u00dfen, sondern als freier und fr\u00f6hlicher Mensch mitarbeiten\u201c.<a href=\"#_ftn28\" name=\"_ftnref28\">[28]<\/a><\/p>\n<p><strong>Die Schwesternverb\u00e4nde der Inneren Mission &#8211; von Zehlendorf bis zu den Johannitern &#8211; hatten sich unter dem politischen Druck dem \u201eMutterhausmodell\u201c angeschlossen. Nun mussten sie zusehen, wie ihre eigenen Argumentationslinien gegen sie genutzt wurden<\/strong>: die Freiheit f\u00fcr die Welt, die Unabh\u00e4ngigkeit von kirchlichen Strukturen, der Wunsch, als Frauenverb\u00e4nde gleichberechtigt neben m\u00e4nnlichen Berufstr\u00e4gern zu stehen. Das alles wurde von der NS-Schwesternschaft aufgenommen und instrumentalisiert. Es hat bis Ende der 60er Jahre gedauert, bis diese Krise im Selbstverst\u00e4ndnis verarbeitet war. Zun\u00e4chst verharrte man \u2013 wie die ganze Gesellschaft &#8211; in den alten Formen. In den 60ern aber ging die Zahl der Aufnahmen in den Mutterh\u00e4usern erheblich zur\u00fcck; die Schwesternschaften des Zehlendorfer Verbandes \u00f6ffneten sich f\u00fcr verheiratete Frauen, in den Diakonenausbildungsst\u00e4tten wurden Frauen aufgenommen. Bis heute allerdings hat der Pflegeberuf ein weibliches Image und damit auch eine deutlich schlechtere Bezahlung als entsprechende m\u00e4nnlich gepr\u00e4gte Berufsfelder. Die Geschichte der geistlichen M\u00fctterlichkeit ist noch nicht vollst\u00e4ndig \u00fcberwunden \u2013 auch wenn uns inzwischen in den selbst\u00e4ndigen Pflegefachkr\u00e4ften das Gegenbild entgegentritt: Frauen, die Wert auf ihre Unabh\u00e4ngigkeit und unternehmerische Freiheit legen. \u201eSchwester\u201c wollen sie wie viele l\u00e4ngst nicht mehr genannt werden.<\/p>\n<p><strong>Es ist deshalb n\u00f6tig, noch einmal \u00fcber die Begriffe \u201eSchwester und Schwesternschaft\u201c nachzudenken<\/strong>. Paradoxerweise setzte sogar das Dritte Reich, das die kl\u00f6sterlich-kirchlichen Traditionen ausdr\u00fccklich ablehnte, ja bek\u00e4mpfte, auf deren pr\u00e4gende Wirkung. Das Gesetz zur Ordnung der Krankenpflege von 1938 verwandte das Wort \u201eKrankenschwester\u201c nun offiziell als Berufsbezeichnung. Dagegen wehrte sich die Arbeitsgemeinschaft der weiblichen Krankenpflegeorganisationen bereits 1931: \u201eWir erinnern an den Jahrhunderte alten Gebrauch des Begriffes Schwester, mit dem das Volk einen ganz bestimmten ethischen Kulturbegriff verbindet, der v\u00f6llig unabh\u00e4ngig ist von Kenntnissen, die durch staatliche Ausweise best\u00e4tigt werden. Der Name Schwester ist von jeher eng verbunden mit dem Begriff Gemeinschaft.\u201c<a href=\"#_ftn29\" name=\"_ftnref29\">[29]<\/a> Ein Begriff also, der in besonderer Weise auf Empathie und Barmherzigkeit ausgerichtet ist \u2013 es musste f\u00fcr die Schwesternschaften der Inneren Mission schmerzhaft sein, zu erleben, wie er missbraucht wurde, um junge Frauen f\u00fcr den Kampf um die Volksgesundheit zu gewinnen &#8211; durch Mord an den so genannten Unn\u00fctzen.<\/p>\n<p><strong>Dass sich heute der Begriff Pflegekraft durchgesetzt hat, ist nur ehrlich \u2013 es entspricht einer funktionalen Krankenpflege jenseits aller \u00dcberh\u00f6hung<\/strong>. Manche sehen darin einen Job wie jeden anderen \u2013 schlecht bezahlt allerdings im Blick auf die Erwartungen wie den wirtschaftlichen Druck. Andere lieben ihren Beruf trotz allem und erst recht; sie finden ihre Berufung darin, Menschen zu begleiten, aus eigenen Krisenerfahrungen zu lernen und Lebenswissen weiter zu geben &#8211; und dabei zugleich auch selbst mehr zu erfahren \u00fcber das, was Leben gerade an seinen Bruchstellen wirklich ist. Es ist keine Frage, dass soziale Berufe besondere Chancen der Pers\u00f6nlichkeitsentwicklung bieten und dass sie auch eine besondere Haltung voraussetzen: \u201eSoziale Berufe kann nicht jeder\u201c, wie es in einer Kampagne hei\u00dft. \u201eNicht G\u00fcter, sondern Pers\u00f6nlichkeiten\u201c wollte schon Zimmer gewinnen und ausbilden. Dabei dienten ihm sowohl\u2026 \u201edie Arbeit der Krankenpflege als auch\u2026 die Ideale der Schwesternschaft\u201c zur \u201eVertiefung der Pers\u00f6nlichkeit\u201c.<a href=\"#_ftn30\" name=\"_ftnref30\">[30]<\/a> \u201eMehr als ein Job\u201c, hei\u00dft heute auch eine Kampagne in den Sozialen Netzwerken. Diesen \u201eGewinn\u201c<a href=\"#_ftn31\" name=\"_ftnref31\">[31]<\/a> allerdings gegen das schlechte Entgelt aufzurechnen, verbietet sich gerade f\u00fcr christliche Tr\u00e4ger. Wenn aber Mitglieder einer Gemeinschaft freiwillig und bewusst einen Genossenschaftsbeitrag zahlen, um Angebote zur Pers\u00f6nlichkeitsentwicklung zu machen &#8211; durch Fortbildung, spirituelle Angebote, ethische Beratung, liegt darin eine Chance. Denn die Frage, was Mitglieder der Gemeinschaften gegen\u00fcber allen anderen staatlich anerkannten Pflegenden und Mitarbeitenden der Einrichtungen auszeichnet, ist vielleicht dringender als je. Und auch die, in welchem Rahmen und mit welcher Bedeutung sie zuk\u00fcnftig die Begriffe \u201eBruder\u201c und \u201eSchwester\u201c verwenden wollen. Im Kl\u00e4rungsprozess sollten allerdings die lieben Verwandten einbezogen werden &#8211; in diesem Fall auch die Diakoninnen- und Diakonengemeinschaften, die gerade den Begriff \u201eBruder\u201c aus einer anderen Ausbildungs- und Berufstradition heraus nutzen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>5. \u201eFromm, aber frei\u201c: Die offenen Fragen des Pflegediakonats<\/strong><\/p>\n<p><strong>Vielleicht hilft es, dabei noch einmal auf die offenen Fragen des Diakonats zu sehen. Anders als im Kaiserwerther Kontext wird das diakonische Amt im Zehlendorfer Verband nicht auf ein biblisches Amt der Diakonisse zur\u00fcckgef\u00fchrt<\/strong>. Friedrich Zimmer hatte das Pfarramt im Blick \u2013 genauer die Pfarrfrauen und Pfarrerst\u00f6chter mit ihren Gaben und Aufgaben. F\u00fcr sie wollte er einen neuen Beruf entwickeln &#8211; sie sollten an der Erwerbsarbeit teilnehmen, damit Liebest\u00e4tigkeit nicht der \u201eSport reicher Leute\u201c bleibt. Dabei hat er ein Problem im Blick, das wir bis heute im zivilgesellschaftlichen Engagement finden. \u201eEhrenamt muss man sich leisten k\u00f6nnen.\u201c \u201eNicht dienen, um zu verdienen, aber verdienen, um dienen zu k\u00f6nnen.\u201c, ist deshalb das Ziel.<a href=\"#_ftn32\" name=\"_ftnref32\">[32]<\/a> Zimmer verstand also den Dienst seiner Schwestern ganz n\u00fcchtern als bezahlten und beruflich organisierten Samariterdienst und formulierte in Abgrenzung zu Wicherns Innerer Mission: \u201eWir helfen dem Notleidenden, weil er notleidend ist \u2013 nicht, damit er Christ werde.\u201c<a href=\"#_ftn33\" name=\"_ftnref33\">[33]<\/a> \u201eMit einer Inneren Mission, die mit weltlichen Mitteln geistliche Zwecke verfolgt, haben wir also keine Ber\u00fchrung\u201c.<a href=\"#_ftn34\" name=\"_ftnref34\">[34]<\/a><\/p>\n<p><strong>Damit bekennt sich Zehlendorf schon sehr fr\u00fch zu einer professionellen Haltung, die eben nicht im Dienste anderer, vor allem kirchlicher, Zwecke geschieht<\/strong>. Er setzt aber zugleich darauf, dass in diesem Tun auch Glaubenserfahrungen gemacht werden k\u00f6nnen; Diakonie ist also nicht Frucht des Glaubens, sondern ein Weg der Liebe, der in der sakramentalen Begegnung mit dem Notleidenden, mit den Grenzen des Lebens, mit offenen Fragen zum Glauben f\u00fchren kann. Aus diesem Grund ist Zimmer auch offen, was die geistlichen und konfessionellen Aufnahmevoraussetzungen angeht. \u201eMan hat gefragt, ob der Weg richtig ist, nicht vom Glauben zur Liebe zu gehen, wie dies das Prinzip der Diakonissenh\u00e4user ist, welche nur fromme Schwestern aufnehmen wollen, von denen man dann mit Recht erwarten kann, das sie ihren Glauben auch im Leben bew\u00e4hren, w\u00e4hrend der Ev. Diakonieverein umgekehrt durch die Liebes\u00fcbung zum Glauben f\u00fchren will. Aber nicht der Glaube der alten Christen hat das Christentum verbreitet, sondern ihre Liebes\u00fcbung. \u2026 Wer in der Liebe t\u00e4tig zu sein versucht, der wird gar bald inne, dass eine Liebe, die nur auf der Sehnsucht beruht, sich selbst auszuwirken, oder die nur Sympathie ist, nicht lange standh\u00e4lt. \u2026 Und wenn dann das t\u00e4gliche Gemeinschaftsleben hinzukommt\u2026 dann entwickelt sich auch religi\u00f6ses Bed\u00fcrfnis, und zwar umso mehr, je weniger daraufhin absichtlich gearbeitet wird.\u201c<a href=\"#_ftn35\" name=\"_ftnref35\">[35]<\/a> Zimmer vertraute darauf, \u201edass, wer mit ernstem Willen in der Wohlfahrtspflege und zumal in der Krankenpflege arbeitet, von selbst religi\u00f6s vertieft wird (und) vor aller Engherzigkeit bewahrt bleibt &#8211; fromm, aber frei, mit engem Gewissen, aber weitem Herzen.\u201c<\/p>\n<p><strong>Ziel war ein religi\u00f6ses Leben ohne Zwang, orientiert an der Besprechung ethischer Fragen unter religi\u00f6sem Gesichtspunkt, mit einem Gemeinschaftsleben, das in der Unruhe des Alltags vor allem auf innere Sammlung ausgerichtet sein sollte<\/strong>.<a href=\"#_ftn36\" name=\"_ftnref36\">[36]<\/a> Diese Traditionslinie l\u00e4sst sich bis heute verfolgen: von Darmstadt \u00fcber Hannover bis Herrenberg finden wir Schwesternschaften, die die fachliche Arbeit in den Mittelpunkt stellen und darauf vertraut, dass die Bildungsangebote zu spirituellen und ethischen Fragen auf dem Hintergrund der Arbeit mehr und mehr gefragt werden. Wir finden hier Gemeinschaften, die immer \u00f6fter auch offen f\u00fcr Menschen aus anderen Konfessionen sind<a href=\"#_ftn37\" name=\"_ftnref37\">[37]<\/a> und in ihrer Einsegnung die Zugeh\u00f6rigkeit zur Gemeinschaft st\u00e4rken wollen, nicht aber in ein Amt der Kirche. Anders als etwa bei den Schwestern- und Bruderschaften des VEDD, mit denen der Zehlendorfer Verband als einer der Verb\u00e4nde im Diakonat verbunden ist, steht das Ringen um die Fragen des Diakonats nach wie vor nicht im Vordergrund. Wichtiger als die R\u00fcckbindung an die so genannte verfasste Kirche sind die Verankerung im Arbeitsfeld und die damit verbundene Frage nach Ethik und Spiritualit\u00e4t. Die Gemeinschaft selbst ist ja eine Sozialgestalt der Kirche oder auch eine intermedi\u00e4re Organisation, die zwischen Kirche und Unternehmen, zwischen ihren Mitgliedern und der Mitarbeiterschaft vermittelt.<\/p>\n<p>Aber anders als noch zu Friedrich Zimmers Zeiten sind aber die t\u00e4gliche Hausandacht und der regelm\u00e4\u00dfige Kirchenbesuch eben auch in \u201efrommen H\u00e4usern\u201c \u2013 von denen es immer weniger gibt &#8211; nicht mehr selbstverst\u00e4ndlich.<a href=\"#_ftn38\" name=\"_ftnref38\"><sup><sup>[38]<\/sup><\/sup><\/a> <strong>Der gesellschaftliche und kirchliche Kontext hat sich vollst\u00e4ndig gewandelt. <\/strong>L\u00e4ngst arbeiten in den Krankenh\u00e4usern neben Christinnen und Christen aller Konfessionen viele \u2013 in den \u00f6stlichen Bundesl\u00e4ndern &#8211; mehrheitlich konfessionslose Pflegende, aber auch Muslime, Juden und Buddhisten. Wie weit also soll die \u00d6ffnung gehen, welche gemeinsame Grundlage kann geschaffen werden &#8211; welches Leitbild soll bei der Aufnahme gelten, wieviel interkulturelle und interreligi\u00f6se Arbeit ist w\u00fcnschenswert und wieviel Ein\u00fcbung in eine spirituelle Lebensform wird gebraucht? <strong>Wohin soll und kann sich eine evangelische Gemeinschaft entwickeln? Gibt es Konzeptionen, Leitbilder und Module der Personalentwicklung und spirituellen Bildung in den Schwesterngemeinschaften, die diese Fragen schl\u00fcssig beantworten?<\/strong> Bei ihren Studien \u00fcber die Weimarer Republik kommt Ulrike Gaida zu dem Ergebnis, dass jedenfalls der Ev. Diakonieverein Zehlendorf keine spezifischen Konzepte vorweisen konnte. Ein Zielkonzept, ein in die Zukunft gerichteter Plan habe gefehlt.<a href=\"#_ftn39\" name=\"_ftnref39\">[39]<\/a> Das sollte uns eine Warnung sein.<\/p>\n<p><strong>Umso mehr sind wir heute gefragt, wenn es darum geht, in einer s\u00e4kularen und religi\u00f6s pluralen Gesellschaft nach spezifischen Bildungs- und Gemeinschaftskonzepten f\u00fcr den Pflegediakonat zu suchen<\/strong>. Dabei geht es in der Tat nicht so sehr um ein kirchliches Amt &#8211; denn es scheint, als sei die Pflegediakonie zun\u00e4chst mit Gemeindeschwestern aus den Mutterh\u00e4usern, dann mit der Bildung von Diakoniestationen durch Versicherungsleistungen refinanziert, endg\u00fcltig aus dem unmittelbaren Verantwortungsbereich der Kirchen entlassen worden. Selbst der EKD-Text zu \u201ePerspektiven f\u00fcr diakonische und gemeindep\u00e4dagogische Ausbildungs-und Berufsprofile\u201c, der im September 2014<a href=\"#_ftn40\" name=\"_ftnref40\">[40]<\/a> nach der Arbeit einer Ad-hoc-Kommission erschien, klammert dieses diakonisch gepr\u00e4gte Feld weitgehend aus. Wichtiger ist deshalb Frage, wie es gelingen kann, jene ethische Kultur, die nicht erst heute unter \u00f6konomischem Druck in der Krise ist, geistlich verantwortet mitzugestalten.\u201c<\/p>\n<p>Wenn es richtig ist, dass Verb\u00e4nde und Gemeinschaften nicht mehr n\u00f6tig sind, um einen \u00e4u\u00dferen Schutzring zu schaffen, und wenn sie nicht missbraucht werden d\u00fcrfen, um die Arbeitskraft von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit hohen Idealen bei geringen Geh\u00e4ltern auszubeuten, dann wird es darauf ankommen, das \u201eWir\u201c der Gemeinschaft, das viele gerade heute wieder suchen, durch Bildung zu qualifizieren und inhaltlich zu gestalten. Gerade wenn wir vielleicht nicht im engeren Sinne von einem kirchlichen Amt sprechen k\u00f6nnen, wird umso mehr davon abh\u00e4ngen, auf welche Gemeinschaft hin eigentlich \u201eeingesegnet\u201c wird, was ihre Ziele sind und f\u00fcr welches Profil sie steht. Es gilt, f\u00fcr die heutige Zeit \u201ePers\u00f6nlichkeiten mit Eigenbesitz, Selbst\u00e4ndigkeit und Gemeinsinn\u201c heranzubilden. <a href=\"#_ftn41\" name=\"_ftnref41\"><sup><sup>[41]<\/sup><\/sup><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>6. Freiheit, Bildung, Solidarit\u00e4t<\/strong><\/p>\n<p>Ein Blick auf die Mitglieder des Zehlendorfer Verbandes von heute<a href=\"#_ftn42\" name=\"_ftnref42\">[42]<\/a>, zeigt, dass diese Herausforderungen pr\u00e4sent geblieben sind &#8211; Impulse zur Neugestaltung hat es immer wieder gegeben. Das gilt vor allem f\u00fcr die starke Idee der Hilfe zur Selbsthilfe, die aus eigener Erfahrung anderen Lebensr\u00e4ume er\u00f6ffnet und diesen Prozess auch selbst als Lernchance begreift. Das repr\u00e4sentieren auch <strong>die Frauenhilfs-Diakonieschwesternschaften<\/strong>, die in verschiedenen Landeskirchen aus der Tradition der Frauenhilfe entstanden sind und heute \u00fcberregional eng zusammenarbeiten. Eine F\u00fclle von Engagements konnten so weiter entwickelt werden: Beteiligungen an Pflegeschulen, Erm\u00f6glichung von Berufsfindungspraktika, Mitverantwortung f\u00fcr Pflegeeinrichtungen, F\u00f6rderung nachbarschaftlicher Begegnung und Unterst\u00fctzung. Oasentage und diakonische Studienreisen erm\u00f6glichen eine nicht allt\u00e4gliche Form der Begegnung. Und in Bad Godesberg kann die Schwesternschaft regelm\u00e4\u00dfig Gastgeberin sein f\u00fcr Menschen aus einer gro\u00dfen Wohnanlage, in der sich auch die Schwesternschaftszentrale befindet. So pflegt die Schwesternschaft nicht nur ihre eigene Gemeinschaft, sondern f\u00f6rdert Gemeinschaft unter Nachbarn \u2013 eine zivilgesellschaftliche Aufgabe, f\u00fcr die gerade die jungen \u00c4lteren gefragt sind. Da entstehen ehrenamtlich getragene Sorgende Gemeinschaften.<\/p>\n<p>Und auch die <strong>Ottobrunner Schwesternschaft<\/strong>, die nach dem 2. Weltkrieg aus der Notwendigkeit der Fl\u00fcchtlingshilfe \u2013\u00a0und Ausbildung entstand \u2013 beeindruckt mit den gleichen Motiven, die schon in den Umbr\u00fcchen des vorletzten und letzten Jahrhunderts trugen: Selbstbehauptung, Berufsbildung, Solidarit\u00e4t und Inklusion. Es ging darum, Neuank\u00f6mmlinge durch berufliche Bildung zu integrieren und ihnen damit zugleich in Not und aus Not zu helfen \u2013\u00a0das ist heute in einem anderen Zusammenhang aktuell wie damals &#8211; nun nicht mehr im Blick auf Aussiedlerinnen, sondern auf Fl\u00fcchtlinge. Beim Lesen habe ich mich \u00fcbrigens nicht nur gefragt, was wir heute f\u00fcr die berufliche Integration von Fl\u00fcchtlingen anbieten, sondern auch wie wir mit der Herausforderung der vielen pflegenden Haushaltshilfen aus Osteuropa umgehen. Viele, ja die meisten von ihnen, werden nicht der evangelischen Kirche angeh\u00f6ren &#8211; aber kann das nach dem bisher gesagten ein entscheidendes Argument sein? Wie zu den Gr\u00fcnderzeiten liegen die wirklichen Herausforderungen einer sozial sensiblen Pflege in der Integration neuer, bildungsinteressierter gesellschaftlicher Gruppen, aber auch in der Unterst\u00fctzung Alleinstehender und \u00fcberforderter Familien in den Quartieren. Dazu ist eine gute Zusammenarbeit mit den Kirchengemeinden zwar nicht Voraussetzung, aber doch ein erheblicher Gewinn.<\/p>\n<p><strong>\u201eDurch die Gemeindediakonie zu Diakoniegemeinden &#8211; das ist die Zukunftsaufgabe der kirchlichen Diakonie\u201c, schrieb schon Zimmer.<a href=\"#_ftn43\" name=\"_ftnref43\"><strong>[43]<\/strong><\/a><\/strong> Quartiersarbeit also &#8211; dieses wichtige Arbeitsfeld ist von der Mehrheit der Verb\u00e4nde noch nicht hinreichend erschlossen. Hier ist nicht nur die Zusammenarbeit von Gemeinden mit Diakoninnen und Diakonen gefragt, die sich dieses Feld seit l\u00e4ngerem auf die Agenda geschrieben haben, sondern gerade auch wieder mit Pflegediensten. Das neue Pflegestrukturgesetzt schafft daf\u00fcr deutlich bessere Voraussetzungen. Noch aber fallen die Br\u00fcckenschl\u00e4ge schwer \u2013 vielleicht gibt es auch noch zu wenig Br\u00fcckenbauerinnen, die \u00fcber die Krankenpflege hinaus soziale, beraterische, kybernetische Kompetenzen und kirchliche Zusatzqualifikationen mitbringen oder die sich die Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen auf die Fahnen geschrieben haben.<\/p>\n<p><strong>Zu den gro\u00dfen Herausforderungen unserer Zeit geh\u00f6rt die <\/strong><strong>wachsende \u201eVersingelung\u201c mit der Verzweckung aller Beziehungen zu Funktionen und die damit verbundene Erosion nicht nur von Institutionen, sondern auch von Gemeinschaften<\/strong>. Die hei\u00df diskutierte EKD-Orientierungshilfe \u201eZwischen Autonomie und Angewiesenheit\u201c von 2013<a href=\"#_ftn44\" name=\"_ftnref44\">[44]<\/a> hat den Finger in eine der Wunden unserer Zeit gelegt: die Entwicklung einer Erwerbsgesellschaft, in der Frauen wie M\u00e4nner endlich sehr selbstverst\u00e4ndlich auf Berufst\u00e4tigkeit und Mitwirkung hin ausgebildet werden, in der aber die Care-Arbeit, die bis ins vorige Jahrhundert hinein als Frauendom\u00e4ne anerkannt und vom Status her geachtet war, kaum noch wert gesch\u00e4tzt wird. Wer sich um andere k\u00fcmmert, der hat weniger Zeit f\u00fcr Erwerbsarbeit, weniger Geld f\u00fcr Konsum &#8211; und wahrscheinlich auch weniger Geld in der Rente. Aber auch auch die Dienstleistungen in Erziehung, Pflege und Hauswirtschaft leiden unter der mangelnden Wertsch\u00e4tzung und damit letztlich an Bewerberinnen und Bewerbern. Heinz Bude spricht in diesem Zusammenhang bereits von einem neuen \u201eDienstleistungsproletariat\u201c<a href=\"#_ftn45\" name=\"_ftnref45\"><sup><sup>[45]<\/sup><\/sup><\/a> und z\u00e4hlt die Pflege \u2013\u00a0wie die Hauswirtschaftsberufe, Caterer oder Hotelangestellte dazu. Auf diesem Hintergrund ist heute von Caring-Communities die Rede, von sorgenden Gemeinschaften. Dabei geht es um die Entwicklung von lebendigen und starken Nachbarschaften, um Budgets f\u00fcr Quartierspflege und B\u00fcndnisse f\u00fcr Familien.<\/p>\n<p>Diese wenigen Schlaglichter m\u00fcssen gen\u00fcgen, um daran zu erinnern<strong>, dass die Wohlfahrtsentwicklung insgesamt vor neuen Herausforderungen steht:<\/strong> Das Dienstleistungsproletariat ist ja nur eine Seite einer wachsenden Spreizung in unserer Gesellschaft &#8211; im Blick auf Einkommen und Herkommen wie auf Zug\u00e4nge zu Bildung und Gesundheit. Milieus differenzieren sich und driften zugleich auseinander &#8211; das gilt auch zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen, zwischen schrumpfenden und boomenden Regionen und Stadtvierteln. <strong>Es geht um gerechte Zug\u00e4nge, gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Teilhabe benachteiligter Gruppen. Dabei spielen Bildung und die Erfahrung von Gemeinschaft wie schon im 19. Jahrhundert eine Schl\u00fcsselrolle. Und wie damals ist Care-Arbeit daf\u00fcr zentral<\/strong>. Wer sie aufwertet, f\u00fcr eine gute Infrastruktur und Dienstleistungsangebote sorgt, kann damit Arbeitspl\u00e4tze schaffen und sorgt zugleich daf\u00fcr, dass Pflegebed\u00fcrftige gut versorgt werden und Kinder und Jugendliche wie deren Eltern die notwendige Unterst\u00fctzung erfahren, ja &#8211; dass gesellschaftliche Integration auch von Fl\u00fcchtlingen gelingt. Umsonst wird das allerdings nicht gehen: eine bessere Bezahlung dieser Berufe bedeutet eben auch gesellschaftliche Umverteilung. Und das hei\u00dft: <strong>Pflege muss politisch werden und eben nicht nur auf politische Rahmenbedingungen reagieren.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>7. Soul Sisters \u2013\u00a0eine Vision<\/strong><\/p>\n<p>Es geht also nicht nur um Geld. In Abwandlung des Zimmerschen Mottos k\u00f6nnte man sagen: Die gesellschaftliche Herausforderung unserer Zeit ist Beziehungsnot. Mitarbeitende in Pflege und sozialen Berufen erleben das besonders deutlich. Unter dem wachsenden Zeitdruck und der zunehmenden Modularisierung ihrer Arbeit erleben sie einen schmerzhaften<a href=\"#_ftn46\" name=\"_ftnref46\">[46]<\/a> Resonanzverlust \u2013 es gelingt ihnen nicht mehr, Menschen so zu begleiten, dass sie Entwicklung oder gar Gesundung erleben, es kommt nicht zur Begegnung auf Augenh\u00f6he, die zum Besten und Inspirierendsten in diesem Aufgabenfeld geh\u00f6rt. Zugleich wird das Nachdenken \u00fcber ethische Entscheidungen am Lebensanfang und Lebensende anspruchsvoller, w\u00e4hrend die Zeit daf\u00fcr oft genug fehlt. Denn ein erheblicher Teil der eigenen Arbeitszeit wird f\u00fcr Dokumentation und Technik sowie f\u00fcr \u00f6konomische Darstellungs- und Rechtsfertigungsstrategien gebraucht. So wachsen mit den Belastungen die unbeantworteten Sinnfragen, bis man sich von der eigenen Motivation \u201eentfremdet\u201c f\u00fchlt und nur noch \u201efunktioniert\u201c.<\/p>\n<p>\u201eDu sollst nicht funktionieren\u201c, hat Ariadne von Schirach ihr beeindruckendes Buch genannt, in dem sie daran erinnert, in welchem Ma\u00dfe Leben es mit dem Unplanbaren, mit Verg\u00e4nglichkeit und Tod, aber auch mit Begegnung und Liebe zu tun hat. Wer das eigene Leben zu einer Kette von Projekten macht, die eigene Gesundheit und Leistungsf\u00e4higkeit optimieren muss, erleidet eine tiefe Verunsicherung im Blick auf die eigene Identit\u00e4t \u2013 er macht sich zudem im Namen der Autonomie und Individualit\u00e4t abh\u00e4ngig: von Markt und Anerkennung. Paradoxerweise ist das in diakonischen Arbeitsprozessen nicht anders als in anderen Unternehmen. <strong>Umso mehr ist allerdings die Frage, wie das Versprechen eines Gemeinschaftsverbandes heute aussehen m\u00fcsste.<\/strong><\/p>\n<p>In einer Arbeitsgruppe des Diakonievereins Zehlendorf wurde in einer Art Brainstorming mit einem \u201eWerbemann\u201c \u00fcberlegt, wie ein solches Zukunftsversprechen, wie eine neue Marke aussehen k\u00f6nnte. Dabei stellte jemand die Idee der \u201eSisters of Soul\u201c vor \u2013 ein Frauennetzwerk noch einmal, gewiss, aber eines, das an alte und wieder wachsende Sehns\u00fcchte ankn\u00fcpfte: die Sehnsucht nach Gemeinschaft. Nach einem Netzwerk zivilgesellschaftlich und f\u00fcr das Gemeinwohl engagierter. Die Sehnsucht nach Unterst\u00fctzung in ethischen Fragen, nach spirituellen, interreligi\u00f6sen Angeboten war und ist stark. <strong>L\u00e4sst sich also ein Netzwerk denken, das die Personen in den Mittelpunkt r\u00fcckt, die einzelnen Unternehmen \u00fcberschreitet und gegebenenfalls auch Schutz bietet bei Verunsicherung \u00fcber den eigenen Berufsweg im Unternehmen. L\u00e4sst sich eine Gemeinschaft denken, die neben den Berufstr\u00e4gerinnen auch wieder die Ehrenamtlichen im Blick hat \u2013 so wie es am Anfang war \u2013 weil sie in die ganze Gesellschaft, auch in die Quartiere und die Familien hineinwirken will? Mit Treffpunkten f\u00fcr Bildung und Begegnung in den Regionen \u2013 mit niedrigschwelligen L\u00e4den, in die auch Interessierte kommen k\u00f6nnen. Einrichtungen, die alle ansprechen, die eine offene und dabei solidarische und inklusive Gesellschaft wollen. Menschen, M\u00e4nner und Frauen, denen es um die Seele des Sozialen geht<\/strong><em>.<\/em> Eine alte Idee, die heute wie damals ihre Formen sucht.<\/p>\n<p>Die Gemeinschaften im Zehlendorfer Verband haben Erfahrung mit der Herausforderung, sich immer neu zu erfinden. Wenn sie es gemeinsam tun &#8211; in diesem Verband, mit den anderen Verb\u00e4nden im Diakonat, aber auch mit Menschen in den Gemeinden, mache ich mir um die Zukunft keine Sorgen. Vielleicht entstehen dabei am Ende auch noch einmal neue Genossenschaften? Mehrgenerationenh\u00e4user, Wohngemeinschaften von \u00c4lteren und Demenzkranken, Diakoniel\u00e4den und Netzwerke im Quartier k\u00f6nnen sich gerade so gut entwickeln, dass Menschen sich nicht nur mit ihrer Zeit, sondern auch mit ihrem Geld daran beteiligen. \u201eF\u00fcr eine Genossenschaft, die neue Care-Projekte unterst\u00fctzt\u201c, w\u00fcrde ich mich auch als Sponsor einsetzen, sagte mir neulich jemand. Und ich dachte noch einmal an Zimmer, der ganz wie die anderen Gr\u00fcnderinnen und Gr\u00fcnder mit Wagemut an die Herausforderungen ging: \u201eLeisten wir etwas, so wird auch das notwendige Geld sich rechtzeitig einstellen\u201c, schreibt er, \u201eund sind Bed\u00fcrfnisse vorhanden, die wir ehrlich und selbstlos befriedigen, so wird es uns niemals am Notwendigen fehlen.\u201c<a href=\"#_ftn47\" name=\"_ftnref47\">[47]<\/a> Das gilt auch heute.<\/p>\n<p>Cornelia Coenen-Marx<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> 150 Jahre Diakoniewerk Friederikenstift, Hannover 1990<\/h5>\n<h5><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Vgl. zum Beispiel in Oldenburg und Dessau \u2013 s. Website<\/h5>\n<h5><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Z.B. sollte nun jeder Patient standardm\u00e4\u00dfig sein eigenes Bett haben.<\/h5>\n<h5><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Vgl. Jutta Schmidt: Beruf: Schwester<\/h5>\n<h5><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> S. 45<\/h5>\n<h5><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Paul Philippi, Die Vorstufen des modernen Diakonissenamtes, 1789 \u2013 1848, Eine Motivgeschichtliche Untersuchung, Neukirchen 1966<\/h5>\n<h5><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Auch Theodor Fliedner war von ihrem Vorbild bewegt<\/h5>\n<h5><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> A.a.O S. 75<\/h5>\n<h5><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> Friedrich Zimmer, Das erste Jahrbuch des Ev. Diakonievereins, Eine Denkschrift zum 11. April 1904, Zehlendorf 1904, S. 39<\/h5>\n<h5><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Friedrich Zimmer, Das erste Jahrzehnt, S. 32<\/h5>\n<h5><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> Friedrich Zimmer, Nach 25 Jahren, Ein Gedenk- und Dankblatt f\u00fcr die Schwestern des Ev. Diakonievereins, Zehlendorf 1919, S. 13<\/h5>\n<h5><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> A.a.O S. 25<\/h5>\n<h5><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> Allerdings auch f\u00fcr einige st\u00e4dtische H\u00e4user des Kaiserswerther Verbandes wie z.B. in Frankfurt oder Halle &#8211; so rein, wie in den entsprechenden Schriften dargestellt, verlaufen die Bruchlinien nicht.<\/h5>\n<h5><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> Friedrich Zimmer, Frauennot und Frauendienst ,Der Ev. Diakonieverein und seine Zweianstalten, Zehlendorf 1901, S. 45<\/h5>\n<h5><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> A.a.O. S. 37<\/h5>\n<h5><a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a> Friedrich Zimmer, Nach 25 Jahren , S. 20<\/h5>\n<h5><a href=\"#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a> A.a.O<\/h5>\n<h5><a href=\"#_ftnref18\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a> Friedrich Zimmer, Das erste Jahrzehnt, S. 36<\/h5>\n<h5><a href=\"#_ftnref19\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a> So der Streit mit der Kommune in Magdeburg, den Ulrike Gaida schildert.<\/h5>\n<h5><a href=\"#_ftnref20\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a> Friedrich Zimmer, Nach 10 Jahren, S. 7<\/h5>\n<h5><a href=\"#_ftnref21\" name=\"_ftn21\">[21]<\/a> Lieselotte Katscher, Krankenpflege und Drittes Reich, Stuttgart 1990, S. 48<\/h5>\n<h5><a href=\"#_ftnref22\" name=\"_ftn22\">[22]<\/a> Nach der braunen Farbe ihrer Schwesterntracht<\/h5>\n<h5><a href=\"#_ftnref23\" name=\"_ftn23\">[23]<\/a> So finden sich Bekenntnisgemeinschaften im st\u00e4dtischen Kontext von Frankfurt, aber auch in T\u00fcbingen (DIFAEM); Katscher beschreibt einzelne Zeugnisse verhaltenen Widerstands aus Elberfeld (heute Teil von Wuppertal) oder dem Oberbergischen.<\/h5>\n<h5><a href=\"#_ftnref24\" name=\"_ftn24\">[24]<\/a> Ulrike Gaida, Bildungskonzepte der Krankenpflege in der Weimarer Republik, Die Schwesternschaft des Evangelischen Diakonievereins e.V. Berlin-Zehlendorf, Stuttgart 2014<\/h5>\n<h5><a href=\"#_ftnref25\" name=\"_ftn25\">[25]<\/a> Katscher a.a.O., S. 139<\/h5>\n<h5><a href=\"#_ftnref26\" name=\"_ftn26\">[26]<\/a> Lieselotte Katscher ist vier solcher F\u00e4lle im Ev. Diakonieverein Zehlendorf nachgegangen. Dabei zeigt sich, dass es nicht gelang, die Schwestern auf ihrem Platz im Einsatzfeld zu belassen, dass sie aber immerhin gerettet werden konnten &#8211; anders als im Kaiserswerther Mutterhaus, wo man zulie\u00df, dass die Schwestern Aufricht nach Theresienstadt deportiert wurden. Vielleicht zeigt sich an dieser Stelle der starke Schutzring einer Genossenschaft.<\/h5>\n<h5><a href=\"#_ftnref27\" name=\"_ftn27\">[27]<\/a> Katscher, a.a.O. S. 138<\/h5>\n<h5><a href=\"#_ftnref28\" name=\"_ftn28\">[28]<\/a> Katscher, A.a.O S. 139<\/h5>\n<h5><a href=\"#_ftnref29\" name=\"_ftn29\">[29]<\/a> Lieselotte Katscher, a.a. O, S. 72<\/h5>\n<h5><a href=\"#_ftnref30\" name=\"_ftn30\">[30]<\/a> Friedrich Zimmer, Nach 25 Jahren, S. 47<\/h5>\n<h5><a href=\"#_ftnref31\" name=\"_ftn31\">[31]<\/a> Auch Florence Nightingale beschreibt in ihrem Tagebuch Kaiserswerth als den Ort, an dem \u201eKranke wie Pflegende\u201c Gewinn davon tragen.<\/h5>\n<h5><a href=\"#_ftnref32\" name=\"_ftn32\">[32]<\/a> Frauennot, S. 25<\/h5>\n<h5><a href=\"#_ftnref33\" name=\"_ftn33\">[33]<\/a> Frauennot S. 27<\/h5>\n<h5><a href=\"#_ftnref34\" name=\"_ftn34\">[34]<\/a> Ebenda.<\/h5>\n<h5><a href=\"#_ftnref35\" name=\"_ftn35\">[35]<\/a> Nach 10 Jahren, S. 48<\/h5>\n<h5><a href=\"#_ftnref36\" name=\"_ftn36\">[36]<\/a> Friedrich Zimmer, Frauennot und Frauendienst, S. 227<\/h5>\n<h5><a href=\"#_ftnref37\" name=\"_ftn37\">[37]<\/a> So auch der Ev. Diakonieverein Zehlendorf, zu dem nun satzungsgem\u00e4\u00df auch katholische Mitglieder geh\u00f6ren k\u00f6nnen.<\/h5>\n<h5><a href=\"#_ftnref38\" name=\"_ftn38\">[38]<\/a> Friedrich Zimmer, Frauennot und Frauendienst S. 231<\/h5>\n<h5><a href=\"#_ftnref39\" name=\"_ftn39\">[39]<\/a> So das Schlusswort in ihrer Dissertation.<\/h5>\n<h5><a href=\"#_ftnref40\" name=\"_ftn40\">[40]<\/a> Evangelische Kirche in Deutschland, Hannover 2014<\/h5>\n<h5><a href=\"#_ftnref41\" name=\"_ftn41\">[41]<\/a> Friedrich Zimmer, Nach 25 Jahren, S. 13<\/h5>\n<h5><a href=\"#_ftnref42\" name=\"_ftn42\">[42]<\/a> \u201eBuch der Gemeinschaften\u201c, Vorstellung der Mitglieder der Verb\u00e4nde im Diakonat\u201c, Berlin 2013<\/h5>\n<h5><a href=\"#_ftnref43\" name=\"_ftn43\">[43]<\/a> Friedrich Zimmer, Frauennot S. 23<\/h5>\n<h5><a href=\"#_ftnref44\" name=\"_ftn44\">[44]<\/a> Evangelische Kirche in Deutschland, Zwischen Autonomie und Angewiesenheit, Familie als verl\u00e4ssliche Gemeinschaft st\u00e4rken, Hannover 2013<\/h5>\n<h5><a href=\"#_ftnref45\" name=\"_ftn45\">[45]<\/a> Heinz Bude, Gesellschaft der Angst, Berlin 2015<\/h5>\n<h5><a href=\"#_ftnref46\" name=\"_ftn46\">[46]<\/a> Vgl. Hartmut Rosas Arbeiten zur Beschleunigung<\/h5>\n<h5><a href=\"#_ftnref47\" name=\"_ftn47\">[47]<\/a> Friedrich Zimmer, Nach 25 Jahren, S. 48<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Festrede 100 Jahre Zehlendorfer Verband, Zehlendorf, 28.10.2016 1. 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