{"id":239,"date":"2015-01-17T20:30:18","date_gmt":"2015-01-17T20:30:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/?page_id=239"},"modified":"2015-07-29T10:23:20","modified_gmt":"2015-07-29T10:23:20","slug":"im-widerstreit-der-meinungen-im-einsatz-fuer-das-ganze-engagement-aus-der-kraft-des-glaubens","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/?page_id=239","title":{"rendered":"Im Widerstreit der Meinungen \u2013 im Einsatz f\u00fcr das Ganze: Engagement aus der Kraft des Glaubens."},"content":{"rendered":"<p><strong>1.<\/strong> <strong>Wozu wir berufen sind \u2013 zur Wiederentdeckung eines alten Begriffs<\/strong><\/p>\n<p>Wann haben Sie das letzte Mal dieses Funkeln in den Augen eines Kollegen gesehen? Wann haben Sie zuletzt aus tiefster \u00dcberzeugung heraus geliebt, was Sie tun? Kompromisslos, begeistert, enthusiastisch? Das fragen Anja F\u00f6rster und Peter Kreuz in ihrem Buch: \u201e H\u00f6rt auf zu arbeiten!<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a>, eine Anstiftung zu tun, was wirklich z\u00e4hlt\u201c. Dabei geht es: nicht um die vielbeschworene Work-Life-Balance, sondern um eine lohnende Aufgabe, die Freude macht und unserer Berufung entspricht. Vielleicht ist Ihnen ja auch aufgefallen, dass die Frage nach der eigenen Berufung wieder wichtig geworden ist &#8211; in einer Welt, in der wir die Jobs und Positionen, die Wohnorte, Familien und Freundeskreise oft mehrfach im Leben wechseln, fragen sich viele, was der Sinn ihres Lebens ist und wof\u00fcr sie gebraucht werden. Das gilt auch f\u00fcr Professionelle in der sozialen Arbeit und, wie ich meine, auch f\u00fcr Hauptamtliche in der Kirche. Die allermeisten haben in den letzten Jahrzehnten gelernt, das professionelle Handeln von ihrer innersten Bewegung abzuspalten. \u201eProfessionalisierung hei\u00dft immer auch Vereisung\u201c, schreibt Andreas Heller. Dabei helfe uns die Sorge f\u00fcreinander reicher, lebendiger und sinnvoller zu leben. \u201e Wir brauchen Freunde und Freundinnen, eine Kultur der Freundschaft. Freundschaft begr\u00fcndet sich in dem Wissen, dass wir wohl immer mehr empfangen, als wir zu geben in der Lage sind.\u201c<\/p>\n<p><em><br \/>\n<\/em>Die gro\u00dfen gesellschaftlichen Trends gehen allerdings in eine andere Richtung. Wo dauernd Zielerreichung und Abteilungsbudgets verglichen werden, z\u00e4hlt am Ende Konkurrenz mehr als Kooperation. Wo das zur Verf\u00fcgung stehende Fachwissen explosionsartig zunimmt, wird Erfahrung durch Innovation entwertet. Und angesichts der wachsenden Mobilit\u00e4t, der realen wie der virtuellen, bedroht die schiere Zahl der Lebens- und Arbeitsbeziehungen die Dauer der Bindungen. Unser Leben droht in einzelne, aneinander gereihte Projekte zu zerfallen: den Job, den Wohnort, den Lebensabschnittspartner. Wer nur einen Zeit- oder Werkvertrag bekommt, wer nicht mehr mit einem festen Einkommen rechnen kann, stellt alles auf den Pr\u00fcfstand was Menschen bindet: Haus, Wohnort und Familienplanung. Vielleicht stehen Familie und Freundschaft, aber auch Nachbarschaft und Gemeinwohl gerade deshalb so hoch im Kurs, weil wir sp\u00fcren, wie viel Illusion in unserer Vorstellung von Autonomie und Machbarkeit steckt, wie viel K\u00e4lte in der Funktionalisierung, wie wenig Nachhaltigkeit in der blo\u00dfen Marktlogik.<\/p>\n<p>Kein Wunder also, dass auch hauptamtlich Mitarbeitende in Diakonie und Kirche auf der Suche nach der eigenen Berufung sind. Manche finden sie, indem sie sich weiterbilden, sich spezialisieren oder selbst\u00e4ndig machen. Mit einem Kinderhospiz, einer Wohngemeinschaft f\u00fcr Komapatienten wie Haus Ceres in M\u00f6ssingen oder einem Leihoma- Projekt. Andere suchen neben ihrem Job ein ehrenamtliches Standbeim, einen Ort, an dem sie ihre Berufung leben k\u00f6nnen: eine Tragschule, eine Imkerei vielleicht, ein Theaterprojekt. Oft flie\u00dfen die frischen Energien dann ins Hauptamt zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Wenn die Spannung zwischen Haupt- und Ehrenamt in der Kirche in den letzen Jahren zugenommen hat , dann liegt das also nicht nur an knapper werdenden Ressourcen, sondern an dieser Sehnsucht, gebraucht zu werden und die eigene Berufung zu finden, die beide &#8211; Haupt- und Ehrenamtliche miteinander teilen. Die einen wollen sich nicht auf ihre Professionalit\u00e4t reduzieren lassen, die anderen f\u00fchlen sich untersch\u00e4tzt, wenn man ihnen ihre Kompetenzen abspricht. Bei knapper werdenden finanziellen Ressourcen, bei zur\u00fcck gehenden Stellen m\u00f6chten die einen nicht nur managen, die anderen nicht nur umsetzen und ausf\u00fchren. Besonders stark scheint mir dieser Konflikt jenseits des Pfarramts im Blick auf Jugendmitarbeiter, Pflegekr\u00e4fte, Sozialp\u00e4dagogen. Schlie\u00dflich haben in diesen Feldern Hauptamtliche wie Ehrenamtliche Anteil am Priestertum aller Getauften wie auch am allgemeinen Diakonat, der unsere Kirche ausmacht<\/p>\n<p>\u201eDie Grundfrage an unsere evangelische Kirche lautet: Wird sich bei hauptamtlich Mitarbeitenden und ehrenamtlich Engagierten ein Paradigmen- und Mentalit\u00e4tswechsel vollziehen, der die evangelische Kirche auf die neue Situation ausrichtet und ihre Chancen zu ergreifen sucht?\u201c<a href=\"#_edn1\" name=\"_ednref1\">[i]<\/a> fragt das EKD- Impulspapier \u201eKirche der Freiheit\u201c<a href=\"#_edn2\" name=\"_ednref2\">[ii]<\/a> Das wird bedeuten, in den Reformprozessen darauf zu achten, dass die zuk\u00fcnftige Gestalt der Kirche nicht nur von der Gestalt einer durch \u00f6ffentliche Mittel finanzierten hauptamtlichen Organisation her weiter entwickelt wird, sondern dass innovative Ideen und Netzwerke aus den Gemeinden in die Zukunftsentwicklungen eingehen. Die Gaben und Erfahrungen der ehrenamtlich Engagierten m\u00fcssen eben so viel Gewicht haben wie das Bem\u00fchen um Sparma\u00dfnahmen und Fusionen. Vor allem die so genannten Laien sind Br\u00fcckenbauer zwischen Kirche und \u201e Welt\u201c. Wer das Ehrenamt als Br\u00fcckenpfeiler stark macht, st\u00e4rkt auch die Kirche als Hoffnungskraft in der Gesellschaft. Denn dazu sind wir berufen: mit unserem Leben Hoffnung zu geben, dass wir einer guten Zukunft entgegen gehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>2.Alles auf Anfang ? Ehrenamt, Beruflichkeit und Gemeinwesenorientierung<\/strong><\/p>\n<p>Unsere Gesellschaft ist in besonderer Weise durch Vereine und Verb\u00e4nde, durch Genossenschaften und weltanschauliche Vielfalt gepr\u00e4gt. Dazu hat die Ehrenamtsbewegung des 19. Jahrhunderts entscheidend beigetragen. Gleich ob Diakonie oder Jugendarbeit, Arbeiter- oder Sportvereine, Genossenschaften, \u00d6kumene oder Pressearbeit- diese Zeit ist gepr\u00e4gt von einer Vielzahl von Initiativen aus Kirche und Gesellschaft. Das b\u00fcrgerschaftliche Engagement boomte genauso wie das M\u00e4zenatentum der b\u00fcrgerlichen Kreise. Man nutzte die Chancen der ersten Globalisierungswelle und suchte Antworten auf ganz neue Herausforderungen: Zum grenz\u00fcberschreitenden Handel und der wachsenden Mobilit\u00e4t ging auch damals mit Armut und prek\u00e4ren Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnissen, mit \u00fcberforderten Familien, der Vernachl\u00e4ssigung von Kindern und Pflegebed\u00fcrftigen einher.<\/p>\n<p>Die Gr\u00fcndergestalten der neuzeitlichen Diakonie- Wichern und die Fliedners, Amalie Sieveking und Bodelschwingh und viele andere reisten quer durch Europa, um die Zusammenh\u00e4nge zu verstehen und neue Initiativen zu entdecken. Dabei stand f\u00fcr sie au\u00dfer Zweifel, dass die Herausforderungen ihrer Zeit zugleich Herausforderungen an ihren Glauben waren. Sie rechneten damit, dass ihnen in den vernachl\u00e4ssigten Kindern, den allein gelassenen Kranken, den jungen Leuten im Gef\u00e4ngnis Gott selbst begegnen w\u00fcrde- so wie Jesus es im Gleichnis vom gro\u00dfen Weltgericht erz\u00e4hlt. \u201e Alles, was ihr getan habt meinen geringsten Br\u00fcdern, das habt Ihr mir getan\u201c.<\/p>\n<p>Dass also die einfachen Gesten Zeichen des Glaubens sein k\u00f6nnen- Hungrige speisen, Gefangene besuchen, Nackte kleiden- ja, dass sie sogar Glaubenserfahrung erm\u00f6glichen, das habe ich in meiner M\u00f6nchengladbacher Gemeinde im Gemeindeladen erfahren: einem niedrigschwelligen Cafe mit Kleiderkammer. Wie es einen Menschen aufrichten kann, wenn er sich trotz Armut attraktiv kleiden kann &#8211; und wie gl\u00fccklich es andere macht, etwas Sch\u00f6nes f\u00fcr ihn auszusuchen! Oft musste ich an die Geschichte vom verlorenen Sohn denken, dem sein Vater Schuhe anzog und einen Ring an den Finger steckte. Und wie n\u00e4hrend es sein kann, einem Traurigen bei einem St\u00fcck selbst gebackenen Kuchen und einer Tasse Kaffee einfach einmal zuzuh\u00f6ren &#8211; so, dass er nach Monaten der Einsamkeit wieder Freundschaft sp\u00fcrt. Es geht anscheinend um etwas ganz Allt\u00e4gliches &#8211; aber Gott ist eben auch in den kleinen Dingen, wie die Gleichnisse Jesu zeigen. Wir m\u00fcssen uns b\u00fccken und erden, um ihn zu entdecken &#8211; man \u00fcbersieht ihn leicht, wenn man schon glaubt, zu wissen, wer er ist. So wie die Frommen im Gleichnis vom gro\u00dfen Weltgericht gar nicht gemerkt haben, wen sie vor sich hatten. F\u00fcr die Werke der Barmherzigkeit wie f\u00fcr die Demut steht \u00fcbrigens eine F\u00fcrstin, die tats\u00e4chlich von ihrem Schloss herabstieg: Elisabeth von Th\u00fcringen. Die Wundergeschichten, die von ihr erz\u00e4hlt werden, lassen ahnen, dass es auch in diesem schlichten Tun um Glaubenserfahrungen geht. Das Brot, das sie im Korb zu den Armen herunter trug, wandelte sich vor dem Mi\u00dftrauen ihres Gatten in Rosen und der Leprakranke im Ehebett wurde zu Christus selbst.<\/p>\n<p>Unerschrockene N\u00fcchternheit und bedingungslose Hingabe kennzeichnen den Weg auf den Spuren Jesu. \u201e Man muss die Tiefe der Wirklichkeit mit den klaren Augen des Glaubens sehen, um sie mit den rettenden Armen der Liebe zu gestalten\u201c, sagt Wichern. So gaben seine Bruderh\u00e4user jungen M\u00e4nnern aus schwierigem Umfeld Ausbildung und Beruf, damit sie anderen Zukunft erm\u00f6glichen konnten. Und die Diakonissenmutterh\u00e4user bote Pflege f\u00fcr die Kranken, zugleich aber berufliche Perspektiven f\u00fcr unverheiratete Frauen. Nicht nur das Priestertum aller Getauften sondern auch die Aufwertung des weltlichen Berufs geh\u00f6rt zur Wirkungsgeschichte der Reformation. Nicht mit einem besonderen heiligen Leben sondern in den ganz allt\u00e4glichen Vollz\u00fcgen des Dienstes entsprechen Christinnen und Christen ihrer Berufung.<\/p>\n<p>Es ist diese Erfahrung, gebraucht zu werden, nach der sich heute wieder viele Menschen sehnen- Berufstr\u00e4ger wie Hartz-IV-Empf\u00e4nger, Fr\u00fchrentner wie abgeh\u00e4ngte Jugendliche und die vielen, die nicht mehr mithalten k\u00f6nnen in der beschleunigten Arbeitswelt &#8211; die M\u00fctter kleiner Kinder, Menschen mit Behinderung und psychisch Kranke. All die Abgeh\u00e4ngten, die das Gef\u00fchl haben, auf sie k\u00e4me es nicht mehr an. Die modernen Arbeitssklaven, von der Globalisierung \u00fcber die Kontinente gekarrt. In manchem gleichen die Herausforderungen der weltweiten Globalisierung denen des 19. Jahrhunderts und manche Probleme, die wir l\u00e4ngst \u00fcberwunden glaubten, kehren in neuem Gewand zur\u00fcck.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>3. In der Transformation- zur Rolle des Ehrenamts in der neuen Sozialkultur<\/strong><\/p>\n<p>Dabei ist aus den diakonischen Aufbr\u00fcchen des letzten Jahrhunderts l\u00e4ngst ein gut ausgebauter Sozialstaat geworden. Erziehungs- und Pflegeleistungen werden aus Steuern und Sozialversicherungen finanziert, die Rechte der Einzelnen gegen\u00fcber Kranken- Renten- und Unfallversicherung sind weit ausgebaut und die professionellen Standards sind von den Weltanschauungen weitgehend unabh\u00e4ngig. Ob aber die Struktur dieses Wohlfahrtsstaats krisenfest ist- angesichts der wachsenden Staatsverschuldung, des demographischen Wandels, ver\u00e4nderter Geschlechterrollen und Familienkonstellationen- das steht noch dahin. Vor lauter Effizienzdenken und Effizienzsteigerung habe man den roten Faden verloren, sowohl individuell als gesellschaftlich, sagt Stefan Gr\u00fcnewald vom Institut Rheingold. Dieses Gef\u00fchl wirke be\u00e4ngstigend. Die Menschen blickten in ein schwarzes Loch und fragten sich, was als n\u00e4chstes kommen werde. Es herrsche der Wunsch nach Sicherheit.<\/p>\n<p>Aber die soziale Struktur unserer Gesellschaft ist im Umbruch. Und dabei geht es um mehr als um die fiskalische Krise der sozialen Sicherungssysteme . Zwar wirken sich prek\u00e4re Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnisse, unterbrochene Erwerbsbiografien und Teilzeitbesch\u00e4ftigungen auf die Stabilit\u00e4t der Sozialsysteme aus \u2013 aber der demographische Wandel und die Ver\u00e4nderung von Familien und Geschlechterrollen reichen tiefer: sie ver\u00e4ndern das Design unseres Zusammenlebens. Die alte Rollenaufteilung, nach der die erwerbst\u00e4tigen M\u00e4nner das Geld f\u00fcr diesen Sozialstaat erarbeiten, w\u00e4hrend Frauen sich in Familie, Nachbarschaft und Gemeinde unentgeltlich f\u00fcrs Soziale engagieren, tr\u00e4gt nicht mehr. Und die traditionelle Form der Subsidiarit\u00e4t, nach der vor allem die Verb\u00e4nden und Einrichtungen der Freien Wohlfahrtspflege, ausk\u00f6mmlich finanziert, daf\u00fcr zust\u00e4ndig waren, soziales Handeln professionell zu gestalten, ist auch l\u00e4ngst Geschichte.<\/p>\n<p>Vielleicht stehen wir am Ende einer langen Phase der Sozialstaatsentwicklung, die mit der neuzeitlichen Diakonie begann. Mit Initiativen und Vereinen, die sich aus der Kirche heraus, aber eben auch neben der Staatskirche entwickelten und schlie\u00dflich deren \u00f6ffentlichen Einfluss wieder st\u00e4rkten. In einer Gesellschaft, in der Christengemeinde und B\u00fcrgergemeinde noch zusammen fielen, konnte Wichern mit der Rede vom allgemeinen Diakonat noch alle B\u00fcrger ansprechen: Christlicher Glaube und Alltagshandeln waren zwei Seiten der gleichen Medaille. Und auch berufliches und ehrenamtliches Handeln entwickelten sich miteinander.<\/p>\n<p>Aber das Verh\u00e4ltnis von Ehrenamt und Hauptamt, von Geschwisterschaft und Hierarchie, von Bewegung und Organisation hat sich in der evangelischen Kirche immer wieder ver\u00e4ndert. Nach den Aufbr\u00fcchen des 19. Jahrhunderts, die in hohem Ma\u00dfe durch Ehrenamtliche gepr\u00e4gt waren, nahm um die Jahrhundertwende der Sozialstaat mit seinen bezahlten F\u00fcrsorgeleistungen Gestalt an &#8211; und dazu geh\u00f6rten von Anfang an Hauptamtliche in den staatlichen und kirchlichen Organisationen, aber auch Ehrenamtliche aus B\u00fcrgertum und Arbeiterschaft, Frauenbewegung und Humanismus. Seit der Trennung von Kirche und Staat war der Sozialstaat weltanschaulich offen, aber &#8211; mit Ausnahme des Dritten Reiches- immer noch subsidi\u00e4r gepr\u00e4gt. So konnten sich die Kirchen in den 60er- und 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts nicht zuletzt dank \u00f6ffentlicher Mittel und starker Kirchensteuereinnahmen zu differenzierten hauptamtlichen Organisationen entwickeln &#8211; Jugendarbeit und Schulen, Bildung und soziale Arbeit wurden und werden zum Teil zu mehr als 80 Prozent staatlich und zu 100 Prozent aus Sozialversicherungen refinanziert.<\/p>\n<p>Angesichts schrumpfender \u00f6ffentlicher Etats gewinnt ehrenamtliches Engagement auch gesellschaftlich an Bedeutung. Dahinter stehen neue Konzepte des Sozialstaats, aber auch ein wachsendes Selbstbewusstsein der Zivilgesellschaft. So zeigt der letzte Freiwilligensurvey der Bundesregierung einen neuen Ausgleich von Ich- und Wir-Orientierung, weg von der Geselligkeitsorientierung hin zu Gemeinwohlorientierung. Und parallel entwickeln sich auch in der Kirche Gemeinwesendiakonie, Tafelarbeit und Nachbarschaftshilfen zu wichtigen ehrenamtlichen Arbeitsfeldern. Manche f\u00fcrchten allerdings nicht zur Unrecht, dass die Ehrenamtlichen zum billigen Jakob von Kirche und Sozialstaat geworden sind. Ehrenamtliche K\u00fcster sind l\u00e4ngst keine Seltenheit mehr; Eltern streichen die Klassenr\u00e4ume ihrer Kinder, ganze Gemeindegruppen putzen die Kirche. Und tats\u00e4chlich mutet es merkw\u00fcrdig an, wenn im Kontext der Einf\u00fchrung des Mindestlohns immer wieder betont wurde, dass die 8,50 nicht Ehrenamtliche gelten.<\/p>\n<p>L\u00e4ngst gibt es offenbar eine Grauzone zwischen dem klassischen Ehrenamt und prek\u00e4ren Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnissen- mit \u00dcbungsleiterpauschale, B\u00fcrgerarbeit und Minijobs. Langzeitarbeitslose im Osten, die den Bundesfreiwilligendienst f\u00fcr sich entdeckt haben, und Rentnerinnen mit kleinen Renten geh\u00f6ren zu den Ehrenamtlichen, die ihre Aufgabe ganz \u00e4hnlich sehen wie einen Beruf- Und die es sich in der Regel nicht leisten k\u00f6nnen, nur f\u00fcr Ehre und Anerkennung zu arbeiten. Studien, die in den Blick nehmen, aus welchen Schichten und Milieus die Engagierten kommen, zeigen deutlich: sie sind gut ausgebildet, mit gut situierter Familie und Freundeskreis, oft an vielen Stellen zugleich engagiert. Es gilt das Matth\u00e4usprinzip. Wer hat, kann weitergeben. Wer aber wenig an Ressourcen mitbekommen hat, der findet oft den Einstieg nicht. K\u00f6nnen Bundesfreiwilligendienste, \u00dcbungsleiterpauschalen, Minijobs hier R\u00fcckenwind zu geben? Oder was k\u00f6nnen Kirchengemeinden sonst tun, um auch diejenigen zum Engagement einzuladen, die sich bisher als Hilfeempf\u00e4nger verstanden haben? Menschen mit Behinderung zum Beispiel, oder auch Arbeitslose ? Wie k\u00f6nnen wir ernst machen mit der Idee einer Gemeinde von Schwestern und Br\u00fcdern, in der die verschiedenen \u00c4mter der Kirche keine Hierarchie bilden ? Diese Zielbestimmung aus der Theologischen Erkl\u00e4rung von Barmen 1934 wird nicht nur im Ehrenamtsgesetz der rheinischen Kirche zitiert- sie bleibt eine Zielsetzung f\u00fcr die Kirche der Zukunft.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>4. Kirche in gesellschaftlichen Umbr\u00fcchen &#8211; vom Wandel des ehrenamtlichen Engagements<\/strong><\/p>\n<p>Die Mitgliederzahlen gehen insgesamt zur\u00fcck, aber die Zahl der Ehrenamtlichen in der Kirche ist zwischen 1999 und 2009 sogar gestiegen<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a>. Neben Sport und Bildung geh\u00f6ren Kirche und Religion noch immer zu den gr\u00f6\u00dften Engagementbereichen in unserem Land. Eine Untersuchung des Sozialwissenschaftlichen Instituts der EKD<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> aus dem Jahr 2013 zeigt: Die meisten kirchlich engagierten Ehrenamtlichen geben die Kirchengemeinde als Ort bzw. Rahmen ihrer T\u00e4tigkeit an. \u00dcbrigens wird der Ehrenamt nach wie vor eher im kirchlichen Kontext genutzt , w\u00e4hrend in der Diakonie von freiwilligem Engagement gesprochen wird. Gerade in der Kirchengemeinde, so die Untersuchung des Sozialwissenschaftlichen Instituts, haben Engagierte oft mehrere Ehren\u00e4mter. Und es sind oft diese Hochengagierten, die Gemeinden oder Einrichtungen dann auch im Leitungsamt tragen. Hier k\u00f6nnte allerdings auch einer der Gr\u00fcnde daf\u00fcr liegen, dass es in vielen Landeskirchen schwieriger geworden ist, Menschen f\u00fcr Leitungsaufgaben zu gewinnen. Dabei ist auch bei denen, die sich anderwo- in Sport und Schule oder in anderen Wohlfahrtsverb\u00e4nden engagieren die Bindung zur Kirche st\u00e4rker ausgepr\u00e4gt als im Schnitt der Bev\u00f6lkerung. Christinnen und Christen, die ihre Weltverantwortung beruflich oder ehrenamtlich nicht in der Gemeinde, sondern an anderer Stelle wahrnehmen, haben Wertsch\u00e4tzung und Unterst\u00fctzung durch die Gemeinde verdient. Denn aus der Perspektive gesellschaftlicher Verantwortung wie im Blick auf die Gabenvielfalt liegen hier oft ungenutzte Chancen der Gemeindeentwicklung.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich hat nicht nur die Kirche Einfluss auf gesellschaftliche Entwicklungen; das umgekehrte gilt eben auch. Das zeigt sich heute besonders deutlich in der Jugend- wie in der Frauen- und Altenarbeit. Ein gro\u00dfer Teil derer, die sich als Erwachsene engagieren, kommen aus der verbandlichen Jugendarbeit. Angesichts der Ver\u00e4nderungsprozesse in Schulen und Universit\u00e4ten mit G8, Bologna und der Entwicklung hin zu Ganztagsschulen ist die au\u00dferschulische Jugendarbeit unter Druck geraten. Die Zeit f\u00fcr das Engagement in der Freizeit wird knapper, die Frage nach dem biographischen Nutzen wird wichtiger. Dagegen werden die Jugendfreiwilligendienste wie der Bundesfreiwilligendienst als Chance begriffen, sich an der Schwelle zwischen schulischer und universit\u00e4rer oder beruflicher Ausbildung eine Zeit der Reflexion und Sinnsuche zu g\u00f6nnen. Kirchengemeinden und Kirchenkreise werden sich darauf einstellen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Noch sind Gemeinde und Diakonie auch gepr\u00e4gt von den ehrenamtlichen Familienfrauen. Neben denen in der Familienphase, die sich vor allem in Tageseinrichtungen und Schulen engagieren, sind es Frauen \u00fcber 50, gut gebildet und sozial abgesichert sind, die Gruppen und Initiativen tragen. Im Blick auf die Gemeinden geben 28 Prozent der Frauen, aber nur 22 Prozent der M\u00e4nner an, sich au\u00dferhalb des Gottesdienstes am kirchlichen Leben zu beteiligen.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> Rechnet man aber die diakonischen Arbeitsfelder mit, dann sind zwei Drittel der ehrenamtlich Engagierten in Kirche und Diakonie Frauen.. M\u00e4nner dominieren \u2013 nicht nur in der Kirche- h\u00e4ufiger in Leitungsfunktionen und \u00f6ffentliche \u00c4mtern. Frauen pr\u00e4gen das soziale Ehrenamt in der Gesellschaft . Aber diese geschlechtsspezifische Rollenteilung ver\u00e4ndert sich und wird auch die Ehrenamtskultur der Kirche ver\u00e4ndern: Die wachsende Erwerbst\u00e4tigkeit von Frauen, aber auch neue Familienmodelle und die Zerrei\u00dfproben einer mangelnden Vereinbarkeit von Erwerbst\u00e4gigkeit, Erziehung und Pflege machen es n\u00f6tig, \u00fcber neue Zug\u00e4nge zum Ehrenamt, eine andere Verankerung in den Umbr\u00fcchen des Lebens und eine gerechtere Rollenteilung der Geschlechter nachzudenken. Zu den Konsequenzen z\u00e4hlen neue Fortbildungskonzepte und \u201eWiedereinstiegs-programme\u201c und insgesamt eine neue Achtsamkeit f\u00fcr Lebens\u00fcberg\u00e4nge, bei denen ehrenamtliches Engagement Neues erm\u00f6glichen kann: zwischen Schule und Beruf, in der Elternzeit oder auch beim Wiedereinstieg, in Pflegezeiten und zu Beginn des Ruhestands. Und auch die Verkn\u00fcpfung von Ehrenamt mit Erwerbsarbeit stellt eine gesellschaftliche Herausforderung dar. Viele gro\u00dfe Firmen von Henkel und Ford bis zur Deutschen Bank haben diese Herausforderung schon angenommen, erm\u00f6glichen Seitenwechsel und f\u00f6rdern das ehrenamtliche Engagement ihrer Mitarbeitenden. Kirche und Diakonie haben sie bislang noch selten als Partner entdeckt.<\/p>\n<p>Neben der Frage der Vereinbarkeit von Familien- und Erwerbswelt wird in Zukunft die Arbeit in der Nachbarschaft zu den gro\u00dfen Herausforderungen geh\u00f6ren. Dabei spielen die so genannten \u201ejungen Alten\u201c eine besondere Rolle. Sie sind h\u00e4ufig sozial und oft auch politisch engagiert, bringen breite Lebenserfahrungen, soziale Netze und berufliche Kompetenzen ein und sind damit Teil einer neuen, generationen\u00fcbergreifenden und gemeinwohlorientierten Bewegung. Engagierte zwischen 60 und 69 bilden die zweitgr\u00f6\u00dfte Ehrenamtsgruppe in der Kirche; und dabei tragen sie auch neue Projekte vom Mentoring bis zu Wohngemeinschaften.<\/p>\n<p>Aber auch im Blick auf die jungen Alten hat Kirche l\u00e4ngst keine sichere Bank mehr. Der letzte Freiwilligensurvey zeigt: die Zahl derer, die sich neben ihrem kirchlichen Engagement auch in anderen Organisationen, in Schulen oder Vereinen oder auch in ihren Betrieben und in der Politik engagieren, w\u00e4chst. Und angesichts des wachsenden Pluralismus werden Kirche und Diakonie immer mehr darauf angewiesen sein, auch solche Menschen zu gewinnen, die nicht kirchlich sozialisiert sind. Sie sind am besten \u00fcber die Arbeitsfelder anzusprechen, die ihnen am Herzen liegen- von der Hospiz-\u00fcber die Tafelarbeit bis zur Begleitung von Fl\u00fcchtlingen, der Quartiersarbeit und dem Engagement f\u00fcr ein inklusive Gesellschaft, von der Gospelbewegung bis zu den Kirchenkuratoren. Nicht alle, die sich in diesen Arbeitsfeldern engagieren, tun das als engagierte Mitglieder &#8211; aber sie zeigen sich offen f\u00fcr kirchliche Angebote der Qualifizierung und Profilierung und oft genug auch f\u00fcr Glaubenskurse und Gemeindeangebote. Es geht also darum, Engagierten Herberge und Heimat zu geben- und nicht mehr nur darum, sich aus einem Heimatgef\u00fchl heraus zu engagier<em>e<\/em>n.<\/p>\n<p>Dass aber das Engagement im kirchlichen Kontext eine Chance bietet, auch \u00fcber Glaubensfragen ins Gespr\u00e4ch zu kommen, zeigt die j\u00fcngste Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung. So geben 10 Prozent der ehrenamtlich Engagierten an, dass sie sich mit anderen h\u00e4ufig \u00fcber den Sinn des Lebens austauschen und 22 Prozent, dass sie mit anderen \u00fcber religi\u00f6se Fragen sprechen. Bei den Nichtengagierten liegen die Prozentzahlen unter 10 Prozent. Ehrenamt bietet die Chance, Gemeinschaft zu erfahren; es ist zudem oft Ausdruck des Glaubens. Und anders als in anderen Arbeitsfeldern bietet die Kirche eben auch ganz spezifische ehrenamtliche Aufgaben, die Teil von Seelsorge und Verk\u00fcndigung sind. Pr\u00e4dikantendienste und Seelsorgeaufgaben oder Kindergottesdienstarbeit, um nur einige zu nennen. Was wird in Zukunft an Zur\u00fcstung f\u00fcr diese Aufgaben gebraucht? Und wie weit lassen sie sich funktionalisieren? Kann man sich vorstellen, dass ein gutes Team mit einer ausgearbeiten Liturgie durch verschiedene Gemeinden reist und sich sozusagen spezialisiert? Oder welche Rolle spielen die Lebenszusammenh\u00e4nge, in die Seelsorge eingebunden ist ? Kann man sich vorstellen, dass junge Teamer in der Kindergottesdienstarbeit den Kindern nur schrittweise voraus sind &#8211; oder was m\u00fcssen sie mitbringen an Glaubenswissen?<\/p>\n<p>Eine der bekanntesten Geschichten der Bibel, die Geschichte vom Barmherzigen Samariter, stellt die Frage, wer unser N\u00e4chster ist -oder besser: wem wir zum N\u00e4chsten geworden sind. Sie ist eingebettet in eine Rahmenerz\u00e4hlung, das Gespr\u00e4ch Jesu mit einem Schriftgelehrten. \u201e Wie kann ich das ewige Leben bekommen\u201c, fragt der Mann. In der Sprache unserer Zeit: Wie wird mein Leben sinnvoll , was ist gutes Leben &#8211; was soll ich tun und was kann ich lassen ?\u201c Jesus antwortet mit der Geschichte von dem Mann, der unter die R\u00e4uber gefallen ist &#8211; und er nimmt dabei , ganz wie im Gleichnis vom gro\u00dfen Weltgericht, einen radikalen Perspektivwechsel vor. Er erz\u00e4hlt aus der Perspektive des Hilfebed\u00fcrftigen. Dabei geht es nicht um ewige Wahrheiten, sondern um den Moment, in dem wir einander brauchen. Um die Herausforderung, die unsere Pl\u00e4ne st\u00f6rt. Es geht nicht um das perfekte Leben , sondern um Gemeinschaft \u00fcber alle Grenzen hinweg.<\/p>\n<p>In diesem Sinne geh\u00f6ren geistliche Erneuerung, Kirchenreform und soziales Engagement zusammen. Das wird in der Erweckungsbewegung des 19. Jahrhunderts besonders sp\u00fcrbar. Der historische R\u00fcckblick zeigt jedoch: alle kirchlichen Aufbr\u00fcche, die durch Laienbewegungen gepr\u00e4gt waren, haben besondere Akzente in geistlichem Leben und sozialem Engagement gesetzt. Jugendarbeit und Erwachsenenbildung hatten den Anspruch, sich selbstbewusst und m\u00fcndig in einer komplexen Welt zu orientieren und den eigenen Glauben verantwortlich zu leben. Aber auch in der Friedens- und \u00d6kologiebewegung haben sich Christinnen und Christen mit ihrem Engagement eingebracht. Und der konziliare Prozess f\u00fcr Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Sch\u00f6pfung hat nicht unwesentlich zu Demokratisierungsprozessen in der fr\u00fcheren DDR beigetragen. In diesen Tagen wurde am Beispiel von Christian F\u00fchrer daran erinnert, welchen Beitrag das zivilgesellschaftliche Engagement von Christen zur deutschen Einigung beigetragen hat. Das l\u00e4sst darauf hoffen, dass engagierter und verantwortlich gelebter Glaube sich weiterhin \u201eseine\u201c Engagementfelder sucht, und dass Menschen, die der Kirche auf solchen Engagementfeldern begegnen, dort auch den Glauben neu entdecken.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>5. Zeitzeichen im Stadtteilladen<\/strong><\/p>\n<p>Es ist nun drei\u00dfig Jahre her, dass ich jeden Mittwochnachmittag an einem der kleinen Kaffeehaustische im Wickrather Gemeindeladen sa\u00df. Der Laden, bis kurz vorher ein altes Lebensmittelgesch\u00e4ft in einem Stadtteil von M\u00f6nchengladbach war einer der wichtigsten Schritte zur \u00d6ffnung der Gemeinde ins Gemeinwesen. Ein offener Diakonieladen mit Cafe und Kleiderkammer, mit B\u00fcchereiarbeit und Sozialberatung, mit Bildungsangeboten und Mutter-Kind-Gruppen mitten in der Fu\u00dfg\u00e4ngerzone der Kleinstadt. Er ist bis heute lebendig- getragen von mehr als 25 freiwillig Engagierten und professionell begleitet von einer Sozialp\u00e4dagogin. Und das alte Motto: \u201eMach Dich auf, lass Dich ein\u201c prangt noch immer am Schaufenster. In himmelblauer Farbe.<\/p>\n<p>Der Laden hatte nicht nur ein gro\u00dfes Schaufenster; er war selbst offenes Fenster f\u00fcr einen unvoreingenommenen Blick auf die gesellschaftlichen Entwicklungen Wir hielten das Ohr in den Strom und nahmen auf, was kam- und immer fing es mit einfachen Gesten an- nicht mit Programmen. Kaffee einschenken, Kleider aussuchen, zuh\u00f6ren. Und gemeinsam neue Wege entdecken. Der Laden ver\u00e4nderte die Gemeinde- neue Ehrenamtliche kamen hinzu, Familien, die von Armut bedroht waren, der Sonntag f\u00fcr Alleinstehende entstand- das Ladenteam arbeitete ganz selbstverst\u00e4ndlich mit Sportvereinen und dem Gewerbekreis zusammen. Die Gemeinde wurde vielf\u00e4ltiger, sie wurde bunter.<\/p>\n<p>Bei der Feier zum \u201eSilberjubil\u00e4um\u201c erz\u00e4hlt die Leiterin, wie sich die Herausforderungen und Angebote in diesen 25 Jahren mit der Gesellschaft ver\u00e4ndert haben: da waren zun\u00e4chst das Arbeitslosenprojekt mit vielf\u00e4ltigen Hauswirtschaftsdiensten und die Kurse f\u00fcr pflegende Angeh\u00f6rige. Die Mutterkind-Kurse, solange es noch keine Krippenpl\u00e4tze in der Tageseinrichtung gab, und die Mittagsangebote f\u00fcr Schulkinder, solange eine Ganztagsschule fehlte. Heute spielt die Entwicklung einer altersgerechten Stadt eine gro\u00dfe Rolle \u2013 in einem neuen Netzwerk mit Stadt und Wohlfahrtsverb\u00e4nden wird gerade ein Stadtplan f\u00fcr \u00c4ltere erarbeitet. Fast 30 Jahre Zeitgeschichte spiegeln sich in diesem Schaufenster der Stadt.<\/p>\n<p>Unser Selbstbewusstsein verbindet sich mit der Erfahrung, etwas beitragen zu k\u00f6nnen zum Ganzen. Das gilt f\u00fcr alle Beteiligten: die ehrenamtlich Engagierten wie diejenigen, die im Laden Kontakt und Hilfe suchen. Sie alle haben etwas einzubringen. In unserer Arbeitsgesellschaft scheint jedoch nur noch zu z\u00e4hlen, was jemand beruflich leistet und verdient. Das zeigt sich selbst im Blick auf das Ehrenamt. Arbeitslose fallen aus allen Netzen heraus, w\u00e4hrend sich Erwerbst\u00e4tige durchaus auch ehrenamtlich engagieren. Selbst unsere sozialen Sicherungssysteme h\u00e4ngen an der Erwerbsarbeit. Aber auch die Zeit, die V\u00e4ter und M\u00fctter, T\u00f6chter, S\u00f6hne und Partner mit Erziehungs- und Pflegeaufgaben verbringen, und die Zeit, die Menschen f\u00fcr ihre Nachbarn oder f\u00fcr Gemeindeglieder da sind, muss sich im Steuer und Sozialversicherungsrecht niederschlagen. Zurzeit gelingt das \u00fcber das Ehegattensplitting und die Mitversicherung von Ehepartnern. Wer allerdings alleinerziehend ist oder in einer Patchworkfamilie lebt, hat davon keinen Gewinn. Und Familienfrauen, die um der Erziehung und Pflege willen zeitweilig zur\u00fcck stecken, droht in Zukunft Altersarmut. Das kann dazu f\u00fchren, dass angesichts der zunehmenden Verdichtung der Arbeitszeiten- die vielen Menschen, die auf andere angewiesen sind, nicht mehr die Nachbarschaftsunterst\u00fctzung bekommen, die sie brauchen. Unsere St\u00e4dte sind Sozialw\u00fcsten, sagt Reimer Gronemeyer. Und er spricht vom Triumph der Vereinzelung und der Zusammenhanglosigkeit. Am Ende bleibe nur die Lebensform der Versingelung oder der Anstalt. Und tats\u00e4chlich gehen viele \u00c4ltere in station\u00e4re Einrichtungen, weil Haushalts- und Nachbarschaftshilfen fehlen.<\/p>\n<p>Ohne Ver\u00e4nderungen in den Stadtteilen, ohne ein neues Selbstverst\u00e4ndnis von Nachbarschaften und Vereinen, Schulen und Tageseinrichtungen, wird es nicht gelingen, eine neue und freundschaftliche Sozialkultur zu schaffen. Was haben Gemeinden gegen den Trend zu setzen ? Noch leben fast alle Projekte von den Tafeln bis zu Amtslotsen, von Mentorinnen und Mentoren bis zu Mehrgenerationenh\u00e4user vom Engagement einzelner Initiativen. Ganz wie zu Beginn der diakonischen Bewegung sind es Sponsoren, die die Entwicklung voran treiben. B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger werden zu Anw\u00e4lten deren, die selbst keine Kraft mehr haben, ihre Stimme zu erheben. Kirche und Diakonie k\u00f6nnen eine wichtige Rolle \u00fcbernehmen, wenn sie zusammenarbeiten; sie haben die Chance, Quartiersarbeit und professionelle Fachlichkeit, b\u00fcrgerschaftliches Engagement und soziale Beruflichkeit, Basisarbeit und politische Reflexion zu verkn\u00fcpfen.<\/p>\n<p>Angesichts des Ausblutens von Kommunen und des Verlustes an Gemeing\u00fctern ist zudem die Frage, wie wir als Kirche mit unseren Immobilien, mit den politischen Zug\u00e4ngen, die wir haben, mit unserem \u00f6ffentlichen Auftrag umgehen. Wenn wir wollen, dass die Kirche im Dorf bleibt, m\u00fcssen wir neu entdecken, wie viel uns noch immer zugetraut wird und was wir an Spezifischem zu geben haben: -.Denn auch, wenn Geld und Macht der Kirche schwinden: die Suche nach Spiritualit\u00e4t und nach Gemeinschaft hat nicht aufgeh\u00f6rt- im Gegenteil: angesichts der W\u00fcsten einer \u00f6konomisierten Gesellschaft, angesichts der schmerzhaften Spaltungen sehnen sich die Menschen nach Gemeinschaft.<\/p>\n<p>Die Diakoniedenkschrift der EKD mit dem sch\u00f6nen Titel \u201eHerz und Mund und Tat und Leben\u201c, die 1998 zum 150-j\u00e4hrigen Jubil\u00e4um der Inneren Mission ver\u00f6ffentlicht wurde, nennt die Aufgaben, die vor den Gemeinden liegen. Es geht darum,<\/p>\n<ul>\n<li>die Distanz zwischen Kirchengemeinden und Diakonischen Diensten \u00fcberbr\u00fccken<\/li>\n<li>die Kontakte zu Betroffenen und zivilgesellschaftlichen Initiativen zu verbessern und ihre Bed\u00fcrfnisse besser wahrnehmen und<\/li>\n<li>schlie\u00dflich die Vernetzung mit au\u00dferkirchlichen Initiativen im Gemeinwesen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Manchmal m\u00fcssen wir uns selbst in Erinnerung rufen, welches Sozialkapital Gemeinden mitbringen &#8211; an Kontakten, Netzwerken und Beziehungen, an symbolischen Orten, an gemeinsamer Geschichte mit Stadt und Quartier. Kirche ist stark, wenn sie mit den Menschen verbunden bleibt. Kirchenvorst\u00e4nde und Ehrenamtliche leben mit den Menschen im Stadtteil, die kennen die Br\u00fcche und Umbr\u00fcche, die Menschen erleben, noch bevor die Politik sie aufgreift.<\/p>\n<p>Die EKD-Synode 2009 hat unter dem Motto \u201eEhrenamtlich. Evangelisch. Engagiert\u201c auch die anstehenden gesellschaftlichen Fragestellungen aufgenommen. \u201eEhrenamtliches Engagement ist ein zentraler Ausdruck des Glaubens und unersetzlich f\u00fcr den Zusammenhalt einer Gesellschaft\u201c, hei\u00dft es in der der Kundgebung der EKD-Synode. \u201eGerade ein sich immer st\u00e4rker ausdifferenzierendes und individualisierendes Gemeinwesen ist auf dieses Engagement angewiesen. Sich zu engagieren ist Ehrensache &#8211; es geschieht freiwillig, \u00f6ffentlich, gemeinwohlorientiert, unentgeltlich. Soziale Netzwerke geben Menschen Halt und Orientierung\u201c.<\/p>\n<p>Die sozialwissenschaftliche Forschung ist der Frage nach dem Sozialkapital ehrenamtlich Engagierter nachgegangen.<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a>: Menschen, die sich in Gruppen engagieren, entwickeln ein \u00fcberdurchschnittlich hohes Vertrauen, eine positive Grundeinstellung in der Begegnung mit anderen. Und das gilt nicht nur f\u00fcr die anderen in der eigenen Gruppe, sondern auch gegen\u00fcber Fremden und Andersartigen. Hier wird der Kitt produziert, den ein gr\u00f6\u00dferes Gemeinwesen auch der Gegenwart braucht.<\/p>\n<p>Dazu schreibt Eberhard Hauschildt: \u201ePfarrer\/innen und andere hauptberuflich T\u00e4tige m\u00fcssen professionelle Distanz wahren. Sie k\u00f6nnten sonst nicht idealerweise auf alle F\u00e4lle der Gemeinde eingehen und hin- und herschalten zwischen den Situationen tiefster Trauer und gr\u00f6\u00dfter Freude, den Situationen nagenden Zweifels und unersch\u00fctterten Traditionalismus\u2018, denen sie im Verlauf eines Arbeitstages bei den Begegnungen in der Gemeinde ausgesetzt sind. Die Ehrenamtlichen hingegen haben nicht so viele \u201eF\u00e4lle\u201c. So k\u00f6nnen sie sich in viel gr\u00f6\u00dferer emotionaler N\u00e4he engagieren und tun dies zugleich ganz privat. Darin stecken freilich auch Fallen.<\/p>\n<p>In unseren gro\u00dfen Kirchen, die Teil einer religions- und weltanschauungspluralen Gesellschaft sind, sind Ehrenamtliche gleichwohl die glaubw\u00fcrdigsten Vertreterinnen und Vertreter der Kirche. Die Hauptberuflichen m\u00f6gen zwar differenzierter und komplizierter als Ehrenamtliche von Gott reden, aber sie bekommen daf\u00fcr Geld und werden deshalb als Lobbyisten wahrgenommen. Es sind die Ehrenamtlichen, die erz\u00e4hlen k\u00f6nnen und verk\u00f6rpern, was f\u00fcr einen Unterschied es f\u00fcr sie ausmacht, zur Kirche zu geh\u00f6ren und worin f\u00fcr sie ihr Glaube praktisch und relevant f\u00fcr die Lebensf\u00fchrung wird. Es wird deshalb wesentlich sein, die gesamte Organisation daraufhin auszurichten, ob und wie sie die Arbeit der ehrenamtlich Engagierten unterst\u00fctzen kann. Evangelische Kirche ist in ihrem Kern eine \u201eEhrenamts-Kirche\u201c, insofern als sie auf Gestaltung und Verantwortung aller Christinnen und Christen angewiesen ist<\/p>\n<p>Die Reformprozesse, die damit notwendig werden, m\u00fcssen zu Ver\u00e4nderungen im Profil hauptamtlicher Arbeit, den Priorit\u00e4ten und Budgets f\u00fchren. Da die Mehrheit der Ehrenamtlichen direkt in den Kirchengemeinden engagiert ist, brauchen auch die Gemeinden neue Strategien und Strukturen. Ehrenamtskoordination sollte eine Funktion der Gemeindeleitung werden und eng mit den Aufgaben und Funktionen des Kirchenvorstands verbunden sein. Die Aufgabe eines Ehrenamtskoordinators\/ einer Koordinatorin selbst kann eine interessante ehrenamtliche Funktion\/T\u00e4tigkeit sein \u2013 sie sollte professionell angegangen werden und wird meist im Team umgesetzt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>6. Erweckung: Ein neuer Aufbruch<\/strong><\/p>\n<p>\u201eWenn das Selbst aus dem Bild der Welt verschwindet, wird die Welt pl\u00f6tzlich sehr m\u00e4chtig, sehr wunderbar. Es ist ein Augen \u00f6ffnendes Erlebnis: O Gott, schau Dir diese Welt an\u201c; sagt Keith Campbell, Sozialpsychologe an der Universit\u00e4t von Georgia. Er hat sich mit dem Ph\u00e4nomen des \u201e Ich &#8211; Schocks\u201c besch\u00e4ftigt, mit tiefgreifenden Ersch\u00fctterungen, die unser Lebensgef\u00fchl ver\u00e4ndern k\u00f6nnen. Es geht um jene Augenblicke, in denen der Schutzfilter, der uns normalerweise von der Wirklichkeit trennt, weggerissen wird. Das kann eine schwere Krankheit sein, eine berufliche Katastrophe, ein Todesfall oder eine unerwartete, harte Entscheidung &#8211; wir reagieren zun\u00e4chst wie bet\u00e4ubt. Unser Kopf ist leer und das Vertraute erscheint pl\u00f6tzlich fremd. Illusionen platzen. Eine andere Wahrheit wird sichtbar, eine tiefere. Vielleicht kennen Sie solche Erfahrungen: Wenn im Schicksal eines einzelnen Jugendlichen pl\u00f6tzlich erkennbar wird, wie verfahren die Situation f\u00fcr eine ganze Generation ist. Wenn Eltern sich gegen ein Kind mit Trisomie 21 entscheiden, obwohl andere damit gl\u00fccklich leben. Wenn jemand, f\u00fcr den wir uns verantwortlich f\u00fchlen, sich das Leben genommen hat. Pl\u00f6tzlich zerrei\u00dft ein Schleier und wir nehmen unsere Umgebung ganz anders wahr: brutaler, direkter, bunter. Campbell vergleicht diese Situation mit einem Meditationszustand, einem spirituellen Erweckungserlebnis. Es ist, als \u00f6ffne sich ein anderer Horizont- wir h\u00f6ren auf, uns um uns selbst zu drehen, lassen uns ein, lassen uns vielleicht auch verst\u00f6ren.<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a>. Wir werden weitsichtig und mutig &#8211; und sammeln Kraft f\u00fcr einen neuen Aufbruch. Ist das eigentlich das Gegenteil der Selbstannahme und Selbstentwicklung, die in der Entdeckung der eigenen Berufung steckt ? Nein, ich bin \u00fcberzeugt, dass beides zusammen geh\u00f6rt: Erweckung und Berufung. Es geht darum, die Welt und sich selbst mit Gottes Augen zu sehen und den eigenen Platz darin zu finden. Darum geht es f\u00fcr jeden und jede Einzelne von uns aber auch f\u00fcr unsere Kirche.<\/p>\n<p>Mir scheint es, als seien es im Augenblick drei Fragen, die uns im Blick auf das Thema Ehrenamt besonders besch\u00e4ftigen m\u00fcssen:<\/p>\n<p><strong>Das Verh\u00e4ltnis der \u00c4mter und Dienste in der Kirche zum Priestertum aller Getauften sowie das Verh\u00e4ltnis der Berufe zum Ehrenamt.<\/strong> Dabei ist zu bedenken, dass beides nicht unbedingt \u00fcberein geht: es gibt ehrenamtlich wie hauptamtlich ausge\u00fcbte \u00c4mter; die Mehrzahl der beruflich T\u00e4tigen in Kirche und Diakonie haben kein kirchliches Amt und das Ehrenamt ist nicht die einzige Form, in der Gemeindeglieder das allgemeine Priestertum leben; dazu geh\u00f6rt zum Beispiel auch ihr eigenes Berufsverst\u00e4ndnis oder ihre Rolle als Eltern. Die Aufgabe, hier ein differenzierteres Bild zu entwickeln, ist zuerst eine theologische und hat gerade erst begonnen-.<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a><\/p>\n<p><strong>Das Verh\u00e4ltnis von Kirche und Zivilgesellschaft<\/strong>. Dabei ist , wie wir gesehen haben, auf die Ehrenamtstraditionen des 19. Jahrhunderts zur\u00fcck zu greifen, die durch eine Vielzahl von kirchlichen und zugleich zivilgesellschaftlichen Aufbr\u00fcchen in Vereinen und Verb\u00e4nden gekennzeichnet waren. Zugleich ist aber der in manchem \u201e staatsanaloge\u201c \u00f6ffentliche Auftritt der Kirchen und ihre Rechtsgestalt als \u00f6ffentlicher Tr\u00e4ger zu bedenken. Zu den wesentlichen Fragen geh\u00f6rt, wie sich in Zukunft Freiwilliges Engagement und Subsidiarit\u00e4t zwischen Staat, Markt und Zivilgesellschaft entwickelt und welche Rolle die Kirche als Impulsgeberin in diesem Bereich spielen kann. Wird sie sich selbst in Zukunft st\u00e4rker als Teil der Zivilgesellschaft verstehen? Welche Br\u00fcckenschl\u00e4ge zu anderen Vereinen, Verb\u00e4nden, Initiativen sind zu leisten? Was l\u00e4sst sich dabei aus anderen europ\u00e4ischen Kontexten lernen?<\/p>\n<p><strong>Und schlie\u00dflich<\/strong><strong>: Welche Bedeutung hat die Kirchenmitgliedschaft f\u00fcr das Engagement in der Kirche? Und welche Rolle spielen Glaube und Berufung? <\/strong>Welche M\u00f6glichkeiten bietet das Ehrenamt, die eigene Berufung und die eigenen Charismen zu entdecken. F\u00fcr die Kirche wird die Frage entscheidend sein, wie sie Engagierte auf einem Weg des Glaubens und zum Glauben begleiten kann und welche Rolle dabei nicht nur die funktionale und fachliche, sondern eben auch die religi\u00f6se Bildung spielt. Welche Rolle die Mitgliedschaft spielen, welche Bedeutung haben Taufe und Eintritt? Wie k\u00f6nnte ein Glaubenskurs oder ein Erwachsenenkatechumenat aussehen, der diese Fragen aufnimmt?<\/p>\n<p>Viele offene Fragen- aber das ist normal in Umbruchsituationen. Ich w\u00fcnsche uns allen Augen \u00f6ffnen Erlebnisse, offene und vertrauensvolle Gespr\u00e4che miteinander, tragf\u00e4hige Br\u00fccken in die Gesellschaft und neue Wagnisse.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Cornelia Coenen-Marx, Stuttgart 2014<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Anja F\u00f6rster, Peter Kreuz, H\u00f6rt auf zu arbeiten, Hamburg 2013<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Vgl. den 3. Freiwilligensurvey der Bundesregierung<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Hinweis auf Untersuchung Horstmann<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> KMU- Ehrenamtsauswertung<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> <em>Robert D. Putnam<\/em> (Hg.), Gesellschaft und Gemeinsam. Sozialkapital im internationalen Vergleich, G\u00fctersloh 2001.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Vgl. Die lebensver\u00e4ndernde Kraft von Krisen, Kathleen Mc Gowan, Psychologie heute-<\/p>\n<p>Kompakt &#8211; ziemlich stark. S. 18 ff.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> S. z.B. die Tagugsdokumentation vom 7.3.13 oder auch den Artikel von Eberhardt Hauschildt in der Pastoraltheologie<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref1\" name=\"_edn1\">[i]<\/a> Kirchenamt 2006, 7.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref2\" name=\"_edn2\">[ii]<\/a> Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland (Hg.): Kirche der Freiheit. Perspektiven f\u00fcr die Evangelische Kirche im 21. Jahrhundert. Ein Impulspapier des Rates der EKD, Hannover 2006.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. 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