{"id":2083,"date":"2016-07-04T17:06:04","date_gmt":"2016-07-04T17:06:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/?page_id=2083"},"modified":"2016-12-13T11:51:33","modified_gmt":"2016-12-13T11:51:33","slug":"kraftorte-interview-mit-oberin-constanze-schlecht","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/?page_id=2083","title":{"rendered":"Kraftorte: Interview mit Oberin Constanze Schlecht"},"content":{"rendered":"<h3><a href=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/SuS_Logo_RGB_mit-Unterzeile-Kopie.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-857\" src=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/SuS_Logo_RGB_mit-Unterzeile-Kopie-300x107.png\" alt=\"SuS_Logo_RGB_mit Unterzeile Kopie\" width=\"300\" height=\"107\" srcset=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/SuS_Logo_RGB_mit-Unterzeile-Kopie-300x107.png 300w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/SuS_Logo_RGB_mit-Unterzeile-Kopie.png 576w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #8ab310;\">DIAKONISCHE PILGERREISEN: <span style=\"color: #eb910c;\">DER BLOG<\/span><\/span><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><strong>Wir entdecken Diakonische Pilgerorte \u2013<\/strong><br \/>\n<strong>diesmal auf der Spur von: Oberin Constanze Schlecht<\/strong><\/h3>\n<table style=\"height: 436px;\" width=\"716\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"232\"><a href=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/zehlendorf.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2084\" src=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/zehlendorf.jpg\" alt=\"zehlendorf\" width=\"323\" height=\"219\" srcset=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/zehlendorf.jpg 323w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/zehlendorf-300x203.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 323px) 100vw, 323px\" \/><\/a><\/p>\n<p>\u201eHier ist f\u00fcr mich der Zusammenhalt untereinander, also in der Gemeinschaft der Schwestern und Br\u00fcder, \u00fcber die Grenzen des Hauses, in dem ich jeweils t\u00e4tig war, deutlich geworden. Hier ist ein \u201aZuhause\u2018 zum Auftanken, Lasten teilen, Fragen stellen, Neues erfahren, \u00fcber den Horizont hinaus sehen. Und hier ist ein Ort, an dem Gemeinschaft noch einmal besonders erfahrbar werden kann.\u201c<\/td>\n<td width=\"232\"><a href=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/schlecht.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2085\" src=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/schlecht.jpg\" alt=\"schlecht\" width=\"303\" height=\"219\" srcset=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/schlecht.jpg 303w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/schlecht-300x217.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 303px) 100vw, 303px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Oberin Constanze Schlecht ist Vorstand des Evangelischen Diakonievereins Berlin-Zehlendorf e.\u00a0V. und seiner Schwesternschaft, gemeinsam mit ihrem Kollegen Herrn Dipl.-Kaufmann Jan Dreher. Der Ev. Diakonieverein besteht seit 1894 und wurde u.\u00a0a. mit dem Ziel gegr\u00fcndet, unverheirateten Frauen die M\u00f6glichkeit zu geben, einen Beruf zu erlernen und eigenst\u00e4ndig t\u00e4tig zu sein. Heute besteht die Schwesternschaft des Ev. Diakonievereins aus Frauen und M\u00e4nnern jeden Familienstandes. Die meisten Glieder der Schwesternschaft sind in Pflegeberufen t\u00e4tig. Seit 1985 ist Oberin Constanze Schlecht Mitglied der Schwesternschaft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><strong>Sie besch\u00e4ftigen sich beruflich und\/oder ehrenamtlich mit Diakonie. Was liegt Ihnen dabei besonders am Herzen?<br \/>\n<\/strong>Besonders am Herzen liegt mir die Begegnung mit anderen. Mir ist dabei wichtig, aus welcher Haltung heraus diese Begegnung geschieht. Insbesondere hilfebed\u00fcrftige Menschen m\u00fcssen sich ernst genommen wissen, selbst bestimmen d\u00fcrfen, was an Hilfeleistung erbracht und wie diese ausge\u00fcbt wird. Sie brauchen so viel Information, damit sie f\u00fcr sich selbst verantwortlich entscheiden k\u00f6nnen. Und wenn sie dies selbst nicht (mehr) k\u00f6nnen, braucht es die enge Einbindung der Angeh\u00f6rigen oder der anderen f\u00fcr die Betreuung beauftragten Menschen. Au\u00dferdem liegt mir am Herzen, dass der Glaube des einzelnen \u2013 sowohl der der Mitarbeitenden als auch der Patienten \/ Klienten \u2013 Raum und Entfaltungsm\u00f6glichkeiten hat.<\/p>\n<p><strong>Gibt es eine pers\u00f6nliche Erfahrung, die Ihnen den Kern diakonischer Arbeit existenziell vor Augen gef\u00fchrt hat?<br \/>\n<\/strong>Spontan f\u00e4llt mir hierzu die Begleitung eines Sterbenden ein. Im Rahmen meines t\u00e4glichen Routinebesuches als Pflegedienstleiterin auf einer Station der Inneren Klinik erz\u00e4hlte mir eine meiner Mitschwestern von einem sterbenden Patienten, der auf ihrer Station lag. Sie bat mich, mit ihr zu ihm zu gehen \u2013 er hatte niemanden sonst, der ihm h\u00e4tte beistehen k\u00f6nnen. Er war schon eine Weile auf der Station, so dass meine Mitschwester ihn ganz gut kannte. Zu diesem Zeitpunkt konnte er sich verbal nicht mehr gut \u00e4u\u00dfern, aber er konnte uns zeigen, dass ihm die N\u00e4he eines Menschen gut tat. Wir haben uns im Laufe des Vormittags Freir\u00e4ume geschaffen, damit wir abwechselnd immer wieder bei ihm sein konnten. Und wir haben ihn gemeinsam versorgt, als er gestorben war. Diese Begegnung birgt die Erfahrung des unaussprechlich und unbeschreiblich Tiefen, sie tr\u00e4gt etwas vom Leben teilen, vom einander Anteil geben in sich, und sie ist getragen von der Erfahrung der N\u00e4he Gottes.<\/p>\n<p><strong>An welchem Ort (in welcher Einrichtung, in welchem Haus oder Raum) ist Diakonie f\u00fcr Sie in besonderer Weise sichtbar und erfahrbar geworden und was hat Sie dort fasziniert?<br \/>\n<\/strong>Da ich bisher in verschiedenen H\u00e4usern und an sehr verschiedenen Orten gearbeitet habe, ist es schwer, den einen Ort festzumachen, an dem Diakonie in besonderer Weise f\u00fcr mich erfahrbar wurde. Daf\u00fcr gibt es f\u00fcr mich viele Orte, und ich bin sehr dankbar daf\u00fcr. Diese Orte sind sehr verbunden mit den Menschen, die dort mit mir gearbeitet und gelebt haben.<br \/>\nVielleicht ist es daher gut, den Ort zu benennen, an dem ich derzeit t\u00e4tig bin und der seit meinem Eintritt in unsere Schwesternschaft, also seit meiner Ausbildung, immer wieder ein wichtiger Ankn\u00fcpfungspunkt ist: unser Heimathaus in Berlin-Zehlendorf. Hier ist f\u00fcr mich der Zusammenhalt untereinander, also in der Gemeinschaft der Schwestern und Br\u00fcder, \u00fcber die Grenzen des Hauses, in dem ich jeweils t\u00e4tig war, in Fortbildungen, Tagungen und Konferenzen deutlich geworden. Hier ist ein \u201eZuhause\u201c zum Auftanken, Lasten teilen, Fragen stellen, Neues erfahren, \u00fcber den Horizont hinaus sehen. Und hier ist ein Ort, an dem Gemeinschaft noch einmal besonders erfahrbar werden kann.<br \/>\nAn diesem Ort habe ich St\u00e4rkung erfahren, um, zur\u00fcck im Alltag, diesen gut zu bestehen.<\/p>\n<p><strong>Was macht Ihrer Meinung nach einen \u2013 oder diesen \u2013 \u201ediakonischen Ort\u201c zum spirituellen Kraftort (Geschichte, Gestaltung, Personen \u2026)?<\/strong><br \/>\nZum einen \u2013 und f\u00fcr mich am wichtigsten \u2013 sind die Menschen, die aktuell an diesem Ort leben und arbeiten. Menschen, die ihre Spiritualit\u00e4t und ihr Gottvertrauen leben und bereit sind, andere an diesem teilhaben zu lassen, so dass eine gemeinsame Basis erlebt und ersp\u00fcrt werden kann, eine Basis, die tr\u00e4gt. Immer wieder wird erfahrbar: Das f\u00fcr mich wichtige, vielleicht heilende Wort kann ich mir nicht selbst sagen. Daf\u00fcr brauche ich ein Gegen\u00fcber.<br \/>\nZum anderen ist ein spiritueller Kraftort auch durch das Wissen darum gepr\u00e4gt, dass nicht wir diejenigen sind, die alles, was da ist, erm\u00f6glicht haben, sondern dass wir auf den Schultern vieler stehen, die vor uns unsere Schwesternschaft gepr\u00e4gt und in ihr gearbeitet und gelebt haben.<br \/>\nWas mir als drittes wichtig ist sind die Gottesdienstr\u00e4ume, die an diesem Ort sind. Hier bei uns sind es ein Raum der Stille und unser Betsaal. Beide in ihrer ganz unterschiedlichen Gestaltung sind Orte, um zur Ruhe zu kommen, Orte der Begegnung \u2013 untereinander und mit Gott und Orte der St\u00e4rkung, z.\u00a0B. in denen wir gemeinsam das Abendmahl feiern, bevor wir nach einer Tagung auseinandergehen.<\/p>\n<p><strong>Was w\u00fcrden Sie in Ihrem Arbeitsumfeld r\u00e4umlich \u00e4ndern, wenn Sie die Freiheit und Mittel dazu h\u00e4tten, damit die Arbeit, die Ihnen am Herzen liegt, noch besser gelingt?<br \/>\n<\/strong>Mir liegt daran, dass sich die Menschen, die in unser Haus und auf unser Gel\u00e4nde kommen, wohlf\u00fchlen und etwas sp\u00fcren von Gottes Geist, der uns tr\u00e4gt. Das kann man nicht \u201emachen\u201c. Aber es gelingt vielleicht noch etwas besser, wenn wir den Eingangsbereich etwas heller gestalten und \/ oder Bilder aufh\u00e4ngen.<\/p>\n<p><strong>Und sonst? Haben Sie weitere Gedanken, Anmerkungen, Anregungen zur Bedeutung \u2013 und vielleicht auch zur Relativierung \u2013 diakonischer Orte?<br \/>\n<\/strong>Diakonische Orte leben aus meiner Sicht von den Menschen und ihrer Haltung gegen\u00fcber dem Mitmenschen. Es sind Orte, an denen man sp\u00fcren kann, dass hier Gottes Geist lebendig ist. In der Regel wird dies auch durch eine Kirche oder eine Kapelle deutlich. Und es sind Segensorte, die es atmen und davon leben, dass hier Menschen vor uns geglaubt, gehofft und gebetet haben. Sp\u00fcrbar ist: Der Segen geht weiter.<br \/>\nDie Geb\u00e4ude an sich entsprechen oft dem jeweiligen Zeitgeist, in dem sie entstanden sind. Weil diakonische Einrichtungen ihre Entstehungszeit fast durchweg im 19. Jahrhundert haben, sieht man h\u00e4ufig \u00e4hnliche Geb\u00e4udestrukturen, oft findet man \u201ediakonische D\u00f6rfer\u201c vor. Aber darauf kommt es nicht an. Auch moderne Geb\u00e4ude k\u00f6nnen diakonische Kraftorte sein. Zentral ist, wie Menschen in ihnen miteinander leben \u2013 und wie sie miteinander ihren Glauben gestalten.<\/p>\n<p>Vielen Dank!<\/p>\n<p>Link zur Webseite:\u00a0<a href=\"http:\/\/www.diakonieverein.de\" target=\"_blank\">www.diakonieverein.de<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/?page_id=1466\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-1918\" src=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/pilgerreisen.jpg\" alt=\"pilgerreisen\" width=\"239\" height=\"96\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/?page_id=1466\">Hier klicken um die Angebote: Pilgerreisen 2016\/ 2017 zu sehen. Viel Spa\u00df beim Lesen.<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Seele-und-Sorge-278815565795410\/?fref=ts\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-2023\" src=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/facebook_s_kl.png\" alt=\"facebook_s_kl\" width=\"37\" height=\"37\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Seele-und-Sorge-278815565795410\/?fref=ts\" target=\"_blank\">Besuchen Sie auch unsere facebookseite \u201eSeele &amp; Sorge\u201c<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>DIAKONISCHE PILGERREISEN: DER BLOG Wir entdecken Diakonische Pilgerorte \u2013 diesmal auf der Spur von: Oberin Constanze Schlecht \u201eHier ist f\u00fcr&#8230; <a href=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/?page_id=2083\">read more<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":1911,"menu_order":48,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-2083","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/2083"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2083"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/2083\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2108,"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/2083\/revisions\/2108"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1911"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2083"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}