{"id":2014,"date":"2016-06-11T09:39:36","date_gmt":"2016-06-11T09:39:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/?page_id=2014"},"modified":"2019-05-14T10:23:26","modified_gmt":"2019-05-14T08:23:26","slug":"kraftorte-interview-mit-claudia-rackwitz-busse-konviktmeisterin-im-rauhen-haus","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/?page_id=2014","title":{"rendered":"Kraftorte: Interview mit Claudia Rackwitz-Busse, Konviktmeisterin im Rauhen Haus"},"content":{"rendered":"<h3><a href=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/SuS_Logo_RGB_mit-Unterzeile-Kopie.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-857\" src=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/SuS_Logo_RGB_mit-Unterzeile-Kopie-300x107.png\" alt=\"SuS_Logo_RGB_mit Unterzeile Kopie\" width=\"300\" height=\"107\" srcset=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/SuS_Logo_RGB_mit-Unterzeile-Kopie-300x107.png 300w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/SuS_Logo_RGB_mit-Unterzeile-Kopie.png 576w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #8ab310;\">DIAKONISCHE PILGERREISEN: <span style=\"color: #eb910c;\">DER BLOG<\/span><\/span><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><strong>Wir entdecken Diakonische Pilgerorte \u2013<\/strong><br \/>\n<strong>diesmal auf der Spur von: Claudia Rackwitz-Busse<\/strong><\/h3>\n<table style=\"height: 436px;\" width=\"716\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"232\"><a href=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Rackwitz_kl.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2015 size-full aligncenter\" src=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Rackwitz_kl.jpg\" alt=\"\" width=\"304\" height=\"219\" srcset=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Rackwitz_kl.jpg 304w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Rackwitz_kl-300x216.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 304px) 100vw, 304px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>An welchem Ort (in welcher Einrichtung, in welchem Haus oder Raum) ist Diakonie f\u00fcr Sie in besonderer Weise sichtbar und erfahrbar geworden und was hat Sie dort fasziniert?<\/strong><\/p>\n<p>Eine Bild habe ich vor Augen, das ich diakonische Idylle nenne: Auf dem Stiftungsgel\u00e4nde des Rauhen Hauses ist ein Teich am zentralen Ort. Regelm\u00e4\u00dfig begegnen sich hier die betreuten Menschen, die Mitarbeitenden, die Bewohnerinnen des Altenheims, Studierende der Hochschule. Sie staunen im Fr\u00fchjahr \u00fcber die ersten Entenk\u00fcken, genie\u00dfen, auf den B\u00e4nken sitzend, die Sonne und den Augenblick. Sie sind alle Rauhh\u00e4usler und Teil dieser diakonischen Einrichtung. Das ist doch Wesen der Diakonie, dass sie nicht an einen Ort gebunden ist. Dieses Miteinander \u201een passant\u201c auf Augenh\u00f6he gef\u00e4llt mir daran ganz besonders.<\/td>\n<td width=\"232\"><a href=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Rackwitz_Busse.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2016 size-full aligncenter\" src=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Rackwitz_Busse.jpg\" alt=\"\" width=\"329\" height=\"219\" srcset=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Rackwitz_Busse.jpg 329w, https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Rackwitz_Busse-300x200.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 329px) 100vw, 329px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Claudia Rackwitz-Busse, 57 Jahre alt, verheiratet. Eine erwachsene Tochter, die im Ruhrpott lebt und arbeitet und einen Sohn, der 2011 im Alter von 20 Jahren durch einen Unfall gestorben ist<em>. <\/em>Diakonin und Dipl.- Sozialp\u00e4dagogin, seit 1986 Mitglied der Br\u00fcder- und Schwesternschaft des Rauhen Hauses. Verschiedene berufliche T\u00e4tigkeiten in der kirchlichen Jugendarbeit, der beruflichen F\u00f6rderung junger Erwachsener. Ab 2000 Leitung eines passageren Citykirchenprojekts und mehrere Jahre Leitung der Bahnhofsmission Hamburg. Seit 2010 als Konviktmeisterin, die gew\u00e4hlte Leitung der Br\u00fcder-und Schwesternschaft des Rauhen Hauses, sowie mitverantwortlich f\u00fcr die diakonische Bildung in der Stiftung Das Rauhe Haus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><strong>Sie besch\u00e4ftigen sich beruflich und\/oder ehrenamtlich mit Diakonie. Was liegt Ihnen dabei besonders am Herzen?<br \/>\n<\/strong>In drei\u00dfig Jahren beruflicher T\u00e4tigkeit in Kirche und Diakonie und Sozialarbeit ist mir das wesentlich: Mit Herzblut arbeiten zu k\u00f6nnen. Professionelles Handeln und Wissen verkn\u00fcpft mit Authentizit\u00e4t, Humor und Leidenschaft sind mir Kernanliegen. Getragen durch meine Glaubens\u00fcberzeugung, dass jeder Mensch geliebtes Gesch\u00f6pf Gottes ist. Das Diakonin-Sein in der Nachfolge Jesu Christi gibt mir daf\u00fcr den roten Faden. Menschen anzusehen und anzuerkennen, ihnen Begleitung zu sein, sie mit ihren Gaben und F\u00e4higkeiten zu entdecken, sehe ich als das an, was mir am Herzen liegt.<\/p>\n<p><strong>Gibt es eine pers\u00f6nliche Erfahrung, die Ihnen den Kern diakonischer Arbeit existenziell vor Augen gef\u00fchrt hat?<br \/>\n<\/strong>Der Tod unseres Sohnes war elementar einschneidend und hat mich mit meinen Grenzen konfrontiert. All&#8216; mein bisheriges Handwerkszeug, meine M\u00f6glichkeiten, L\u00f6sungen zu suchen, hatten keine Bedeutung. Dass sich mir dann Menschen an die Seite stellen, genau das tun, was gerade notwendig ist und Leid mittragen, war eine Erfahrung am eigenen Leib. Dass mit der Trauer neues Wachstum m\u00f6glich ist, die Liebe zum N\u00e4chsten, die mir gilt und die Weite des Glaubens, die dem Schmerz und der Trauer Raum gibt sind f\u00fcr mich pr\u00e4gend und von Grund auf diakonisch.<\/p>\n<p><strong>An welchem Ort (in welcher Einrichtung, in welchem Haus oder Raum) ist Diakonie f\u00fcr Sie in besonderer Weise sichtbar und erfahrbar geworden und was hat Sie dort fasziniert?<br \/>\n<\/strong>Ich w\u00e4re nicht Rauhh\u00e4usler Diakonin, wenn ich nicht von Kraftorten und Kraftworten Johann Hinrich Wicherns begeistert und motiviert w\u00e4re. Seine Entscheidung, vor \u00fcber 180 Jahren, an die Orte zu gehen, an denen Not entsteht, wie im G\u00e4ngeviertel in Hamburg, war mit bahnbrechend. \u201cWenn die Leute nicht zur Kirche gehen, muss die Kirche zu den Leuten gehen\u201d, das war sein Motto. Er schuf R\u00e4ume in den Menschen sich entwickeln konnten. Sein Worte aus dem Aufnahmeritual f\u00fcr die Kinder im Rauhen Haus: \u201cDu bist mit keiner Kette gebunden, nur mit einem, dem Band der Liebe\u2026\u201c ber\u00fchren mich bis heute. Menschen in ihrer Not ansehen, nicht von oben herab, sondern als die, die sie sind, als Gesch\u00f6pfe Gottes. Daraus entsteht f\u00fcr mich spirituelle Kraft.<\/p>\n<p><strong>Was w\u00fcrden Sie in Ihrem Arbeitsumfeld r\u00e4umlich \u00e4ndern, wenn Sie die Freiheit und Mittel dazu h\u00e4tten, damit die Arbeit, die Ihnen am Herzen liegt, noch besser gelingt?<br \/>\n<\/strong>Auf dem Stiftungsgel\u00e4nde steht das \u201eAlte Haus\u201c, eine reetgedeckte Kate, sie erinnert an die Gr\u00fcndung und die Gr\u00fcnder: Das Ehepaar Wichern. Sie ist Ort f\u00fcr ein kleines Museumszimmer, f\u00fcr Bildung und Beratung und f\u00fcr Rituale im Kirchenjahr&nbsp;oder bei anderen feierliche Anl\u00e4ssen im kleinen Rahmen. Orte des geistlichen Lebens sind die Kapellen im Br\u00fcderhaus oder der Wichern-Schule. Das ist gut so. Es w\u00e4re aber wunderbar, wenn es dazu, zwischen Kate und dem Teich, einen Ort unter freiem Himmel g\u00e4be, der einl\u00e4dt zum Innehalten z.B. mit einer M\u00f6glichkeit Kerzen anzuz\u00fcnden. Erste \u00dcberlegungen sind angestellt dazu. Ich w\u00fcnsche mir weiter den Planungsfreiraum und die materiellen Ressourcen, Orte zu gestalten, die die Menschliebe der Diakonie lebendig werden lassen.<\/p>\n<p><strong>Und sonst? Haben Sie weitere Gedanken, Anmerkungen, Anregungen zur Bedeutung \u2013 und vielleicht auch zur Relativierung \u2013 diakonischer Orte?<br \/>\n<\/strong>Diakonische Einrichtungen und deren Tr\u00e4ger stehen vor der Herausforderung \u00f6konomischer Notwendigkeiten und dem, was sie in ihrem Angebot unterscheidet von anderen Anbietern auf dem Sozialmarkt. Das fordert auf, zum Neuentdecken und zum Wiederentdecken, was den diakonischen Eigensinn ausmacht. Leitungskr\u00e4fte regen das an und er\u00f6ffnen Mitarbeitenden daf\u00fcr R\u00e4ume und Gelegenheiten. Sie bef\u00f6rdern das Miteinander.<\/p>\n<p>Vielen Dank!<\/p>\n<p>Link zu Ihrer Webseite:&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.rauheshaus.de\/das-rauhe-haus\/brueder-und-schwesternschaft.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.rauheshaus.de<\/a><em>&nbsp;<\/em><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/?page_id=1466\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-1918\" src=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/pilgerreisen.jpg\" alt=\"pilgerreisen\" width=\"239\" height=\"96\"><\/a><a href=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/?page_id=1466\">Hier klicken um die Angebote: Pilgerreisen 2016\/ 2017 zu sehen. Viel Spa\u00df beim Lesen.<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Seele-und-Sorge-278815565795410\/?fref=ts\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-2023\" src=\"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/facebook_s_kl.png\" alt=\"facebook_s_kl\" width=\"37\" height=\"37\"><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Seele-und-Sorge-278815565795410\/?fref=ts\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Besuchen Sie auch unsere facebookseite \u201eSeele &amp; Sorge\u201c<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>DIAKONISCHE PILGERREISEN: DER BLOG Wir entdecken Diakonische Pilgerorte \u2013 diesmal auf der Spur von: Claudia Rackwitz-Busse An welchem Ort (in&#8230; <a href=\"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/?page_id=2014\">read more<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":1911,"menu_order":49,"comment_status":"closed","ping_status":"open","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-2014","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/2014"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2014"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/2014\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4382,"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/2014\/revisions\/4382"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1911"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2014"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}