{"id":1230,"date":"2015-09-24T13:44:03","date_gmt":"2015-09-24T13:44:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.seele-und-sorge.de\/?page_id=1230"},"modified":"2016-02-04T19:38:39","modified_gmt":"2016-02-04T19:38:39","slug":"haltestellen-unterwegs","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.seele-und-sorge.de\/?page_id=1230","title":{"rendered":"Haltestellen unterwegs"},"content":{"rendered":"<h3><strong>Aufgaben f\u00fcr Kirche und Diakonie im Gemeinwesen<\/strong><\/h3>\n<p><strong>1. This Shrine is open 24 hours<\/strong><\/p>\n<p>Das Foto, das zurzeit auf dem Display meines Smartphones erscheint, zeigt eine einfache Metalltafel mit der freundlichen Einladung: \u201eThis Shrine is open 24 hours a day for prayer and private reflektion\u201c. Nein, mein Smartphone ist nicht gemeint \u2013 vielmehr will ich mich an eine andere Art von Kommunikation und Resonanz erinnern. Hinter der T\u00fcr, an der jenes Schild zu Gebet und Meditation einl\u00e4dt, findet sich n\u00e4mlich eine Kapelle, in der tats\u00e4chlich rund um die Uhr gebetet wird. Morgens, mittags und abends h\u00f6rt man ich im Vor\u00fcbergehen den Rosenkranz, dazu Ges\u00e4nge von vielen, gerade auch von jungen Menschen. Der Anbetungsraum in der Heiliggeistkirche in Vilnius ist immer voll. Er ist ein Hot spot in dieser Stadt, ein Ort, an dem sich die ganze Fr\u00f6mmigkeitsgeschichte und die politische Geschichte Litauens kristallisiert. Katholisch, dann orthodox, sp\u00e4ter enteignet und schlie\u00dflich wieder geweiht \u2013 von Johannes Paul II. auf seiner Pilgerreise besucht, spiegelt die kleine Kirche nicht nur die religi\u00f6se, sondern auch die politische Geschichte des Landes und zieht die Menschen an. Einer der vielen Orte des Leidens, des Widerstands und der Auferstehungserfahrung in diesem gebrochenen und befreiten Land.<\/p>\n<p>Wer Vilnius besucht, kann jede Menge Stadtpl\u00e4ne bekommen. Das polnische, das deutsche, das russische Erbe besichtigen \u2013 in Stadtrundg\u00e4ngen, die sich immer wieder auch kreuzen. In manchem ist diese Stadt mit Jerusalem vergleichbar. Aber nicht alle Kirchen, H\u00e4user, Gedenkst\u00e4tten sind so leicht einzuordnen wie die sch\u00f6ne Barock- oder Rokoko-Architektur \u2013 mehrfach haben sie den Besitzer, die Bedeutung, die Nutzung gewechselt. Aber sie k\u00f6nnen besucht werden. Schwerer ist es, das j\u00fcdische Vilnius zu besuchen. Daf\u00fcr liegt keine Touristenkarte bereit. Die Schriftstellerin Kristina Sabaliauskaite beschreibt die Stadt in ihrem Buch \u201eVilnius \u2013 Wilna &#8211; Vilnius\u201c aus der Perspektive dreier Protagonisten \u2013\u00a0mit polnischen, litauischen und j\u00fcdischen Augen. Wie es sein muss, die eigene Heimatstadt zu besuchen und kaum noch etwas von der eigenen Geschichte zu finden \u2013 noch nicht einmal eine B\u00e4ckerei, die ein Sabbatbrot, eine Challah backen kann, das kann man beim Lesen nur ahnen.<\/p>\n<p>In Vilnius habe ich mich in diesem Sommer gefragt, wie die Stadtpl\u00e4ne aussehen, die wir auf unsere St\u00e4dte legen, und was darin fehlt. In Hannover gibt es eine Karte aller Kirchen der unterschiedlichsten Konfessionen und Denominationen. Auch die Migrantengemeinden, die in der Regel unter sich bleiben, wenn sie Gottesdienst feiern, sind zu finden. Und soweit ich wei\u00df, gibt es inzwischen auch eine Auflage, die die unterschiedlichen Moscheen, Synagogen und Tempel mit einschlie\u00dft. In einer s\u00fcddeutschen Kleinstadt fand ich eine Karte f\u00fcr Familien \u2013 herausgegeben von der Stadtmission: da waren nicht nur die Kirchen und Tageseinrichtungen, sondern auch die Spielpl\u00e4tze und Kinder\u00e4rzte, die Schulen und Sportvereine verzeichnet und nat\u00fcrlich auch die familienfreundlichen Restaurants und die Gemeinden mit Angeboten f\u00fcr Kinder und Familien. Ein echter Service f\u00fcr eine kinderfreundliche Stadt. Und in meiner ehemaligen Gemeinde in M\u00f6nchengladbach arbeitet gerade eine Gruppe im Gemeindeladen an einem inklusiven Stadtplan f\u00fcr \u00c4ltere. Dort werden die Zugangswege f\u00fcr alle \u00f6ffentlichen Geb\u00e4ude verzeichnet \u2013 gut auch f\u00fcr Eltern mit Kinderwagen genauso wie f\u00fcr Menschen mit Rollator oder Rollstuhl. Und wer eine Stadtf\u00fchrung mit Obdachlosen mitmacht, der wei\u00df: ein Stadtplan f\u00fcr diese Zielgruppe fehlt. Darauf w\u00e4ren die Pl\u00e4tze zu sehen, wo man eine Dusche, einen PC und einen Schlafplatz findet, die B\u00e4cker, die gegen Abend zu g\u00fcnstigeren Preisen verkaufen, die Bahnh\u00f6fe, an denen man noch nicht verbrauchte S-Bahn-Karten bekommen kann und die \u00f6ffentlichen Pl\u00e4tze, wo man noch immer auf einer Bank liegen kann, ohne vertrieben zu werden. Solche Karten gibt es nicht &#8211; aber die Zinken fielen mir ein, die am Pfarrhaus meiner Kindheit zu sehen waren. \u201eFreundliche Menschen\u201c stand da \u2013 Gott sei Dank. Denn damals war es noch \u00fcblich, dass man im Pfarrhaus eine Suppe bekam, man konnte im Garten mitarbeiten und es gab einen Kontakt zum Bahnhof f\u00fcr eine Fahrkarte. Wo Karten nicht weiterhelfen, brauchen wir die Solidarit\u00e4t von Leidensgenommen. Denn je mehr eine Gruppe marginalisiert und vergessen ist, desto unsichtbarer ist sie f\u00fcr die Karten. Was bedeutet das f\u00fcr Kirche und Diakonie?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>2. Das Ringen um Solidarit\u00e4t \u2013\u00a0Quartiere im Wandel und Kommunen unter Druck<\/strong><\/p>\n<p>Wer schon einmal umgezogen ist, vielleicht auch ins Ausland, der wei\u00df, welche Pl\u00e4tze die ersten Anlaufstellen sind. Arbeitsplatz, Schule und Kindergarten, die L\u00e4den, in denen man Putzmittel und Lebensmittel kaufen kann, Handwerker und \u00c4rzte geh\u00f6ren dazu und die Nachbarn, die die k\u00fcrzesten Wege kennen. Man brauche 30 Menschen, um sich irgendwo zu Hause zu f\u00fchlen, habe ich neulich gelesen \u2013 Dienstleister und Nachbarn geh\u00f6ren dazu. Und die Kirchengemeinde? Sie steht wahrscheinlich nicht zuerst auf der Liste \u2013 es sei denn, sie kann Hilfen bieten kann, um anzukommen und heimisch zu werden. Vom Kindergarten \u00fcber das Nachbarschaftscaf\u00e9 bis zur Begleitung bei der house-warming-party, die ja auch eine Segnung einschlie\u00dfen darf. Wie also k\u00f6nnen sich Kirche und Diakonie daran beteiligten, Menschen Heimat zu geben und die Willkommenskultur im Quartier zu st\u00e4rken?<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich haben ja viele eher den Eindruck, dass sich Kirchen und ihre Akteure zur\u00fcckziehen. Wo Kindertageseinrichtungen an andere Tr\u00e4ger abgegeben werden, Kirchenkreise fusionieren und Kirchengeb\u00e4ude aufgeben, verkaufen oder umwidmen, ist Trauer und Entt\u00e4uschung, manchmal auch Wut wahrzunehmen. Da erinnern sich Einheimische und die Fortgezogenen an die Augenblicke, in denen sich dieser Ort in ihre Biographie eingeschrieben hat. Und eine Anlaufstelle fehlt. Aber ich will nicht einer guten alten Zeit hinterherweinen, in der angeblich alles besser war. Wenn aufgrund von Finanzschwierigkeiten einschneidende Entscheidungen getroffen werden, kann dies auch belebend wirken \u2013 wenn auch manchmal erst einmal im Konflikt. Vor zwanzig Jahren habe ich den Osten Londons besucht \u2013 eine heruntergekommene Hafengegend mit internationaler B\u00fcrgerschaft, in der der Bischof von London eine Kirche aufgegeben hatte. Dort habe ich erlebt, wie eine B\u00fcrgerinitiative um den Erhalt und die Umgestaltung der Kirche zu einem Gemeinschaftszentrum k\u00e4mpfte. Es waren Menschen, die dort getauft oder getraut worden waren, die an diesem Ort eine Erfahrung von Verbundenheit und Zugeh\u00f6rigkeit, ja, von W\u00fcrde gemacht hatten. Sie empfanden den Stadtteil noch immer als Heimat, selbst wenn sie schon lange nicht mehr dort lebten.<\/p>\n<p>Inzwischen kennen wir solche Bewegungen aus den Gemeinden in Brandenburg oder in der Uckermark, aber auch in Wuppertal und Duisburg. Der R\u00fcckzug der Kirche entspricht den Mitgliederverlusten und der Struktur- und Finanzschw\u00e4che der Kommunen in den schrumpfenden Regionen. Dass Familien \u00fcber mehrere Generationen an einem Ort wohnen, ist schon lange keine Selbstverst\u00e4ndlichkeit mehr. Junge Leute ziehen in die prosperierenden Regionen; zur\u00fcck bleiben die \u00c4lteren, weniger beweglichen, die h\u00e4ufig Wohneigentum haben, das sich in schrumpfenden Regionen kaum verkaufen l\u00e4sst. V\u00e4ter pendeln von Ost nach West zur Arbeit: Wo bereits Kinder in der Familie leben, sind es dann h\u00e4ufig die M\u00fctter, die bleiben. Aber auch und gerade kinderlose Paare kennen Lebensphasen, in denen sie aus beruflichen Gr\u00fcnden \u00fcber lange Zeit getrennt leben. Wer h\u00e4ufig umzieht oder auch pendelt, verliert leicht die allt\u00e4gliche soziale Einbettung in Familie und Nachbarschaft und damit auch den Zugang zu Kirche und Gemeinde. Das Alleinsein und das Zerbrechen der hergebrachten sozialen Bez\u00fcge sind dabei nicht nur eine emotionale Herausforderung. Alleinerziehende mit kleinen Kindern, auch alte oder kranke Menschen \u2013 deren Anteil an der Gesamtbev\u00f6lkerung mit dem demografischen Wandel w\u00e4chst \u2013 geraten bei der Bew\u00e4ltigung des Alltags oft enorm unter Druck, wenn sie nicht auf die selbstverst\u00e4ndliche Hilfe von Angeh\u00f6rigen, Nachbarn und Freunden zur\u00fcckgreifen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Denn auch die Nachbarschaften ver\u00e4ndern sich, weil Menschen von anderswoher zuziehen \u2013 als Arbeitssuchende, Migranten oder Fl\u00fcchtlinge. Manche, wie die Einwanderer der 60er Jahre aus S\u00fcdeuropa oder aus der T\u00fcrkei, geh\u00f6ren mit ihren Familien seit Generationen dazu; und dennoch hat sich noch nicht \u00fcberall ein echtes Miteinander entwickelt. Ich erinnere mich an die w\u00fctenden Briefe, die ich im rheinischen Landeskirchenamt erhielt, als es um den lautsprecherverst\u00e4rkten Muezzinruf in Duisburg ging. Wo die Arbeitslosigkeit hoch ist &#8211; zum Beispiel weil ein gro\u00dfes Werk geschlossen wurde, wie das im Ruhrgebiet in den letzten Jahren und Jahrzehnten immer wieder geschieht \u2013\u00a0wo viele leben, die von Transfereinkommen abh\u00e4ngen, w\u00e4chst die Angst vor dem Verlust des \u201eEigenen\u201c \u2013 des eigenen Arbeitsplatzes, der eigenen Kultur, der gewohnten Nachbarschaft, ja auch der eigenen Kirche. Da wird sp\u00fcrbar, was alles Heimat ausmacht: sich auskennen, gebraucht werden, dazugeh\u00f6ren. Im Duisburger oder Essener Norden aber leben Menschen zusammen, die sich jeder auf seine Weise ausgeschlossen f\u00fchlen &#8211; als Hartz-IV-Empf\u00e4nger, Pflegebed\u00fcrftige, Migranten, oder kinderreiche Familien. In Duisburg machen die Sozialkosten weit mehr als die H\u00e4lfte des st\u00e4dtischen Haushalts aus. \u201eWir reden von Millionen von Ausgeschlossenen<strong>\u201c, <\/strong>schreibt Heinz Bude. \u201eGemeinsam ist ihnen, dass sie die \u00dcberzeugung gewonnen haben, dass es auf sie nicht mehr ankommt.\u201c<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><sup><sup>[1]<\/sup><\/sup><\/a>. Der Theologe Ernst Lange, der Gr\u00fcnder der ersten \u201eLadenkirche\u201c in Berlin, sprach schon in den 60er Jahren vom Ensemble der Opfer, das sich in manchen Stadtteilen sammle. Mit der Gentrifizierung hat dieses Ph\u00e4nomen zugenommen. Die wachsenden sozialen Unterschiede zwischen Erwerbst\u00e4tigen und Hilfebeziehern, zwischen Bildungsgewinnern und Bildungsverlierern, die Parallelgesellschaften zwischen unterschiedlichen ethnischen Gruppen, zwischen Migranten und Autochthonen lassen sich auf den Stadtpl\u00e4nen nachvollziehen.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\"><sup><sup>[2]<\/sup><\/sup><\/a> Und dabei wissen wir, in welchem Ma\u00dfe Schichtzugeh\u00f6rigkeit und Herkommen, ja, die Adresse &#8211; den Bildungserfolg, die gesundheitliche Versorgung, den gesellschaftlichen Aufstieg und sogar die Lebensdauer bestimmen. In der neuen Enzyklika \u201eLaudato si\u201c schreibt Papst Franziskus, die Bewohner bestimmter problematischer Viertel erlebten Entwurzelung in den St\u00e4dten, die sich laufend ver\u00e4nderten und damit immer mehr anonymisierten. Deshalb sei es n\u00f6tig, die urbanen Bezugspunkte zu pflegen und die verschiedenen Teile einer Stadt zu integrieren, damit die Bewohner ein Gesamtbild behielten, statt sich in Wohnquartieren abzukapseln. Wer das gemeinsame \u201eWir\u201c nicht mehr erlebe, werde zum Fremden, in der eigenen Stadt. \u201eLaudato si\u201c macht deutlich, dass das auch mit dem Umgang mit den \u00f6ffentlichen G\u00fctern zu tun hat \u2013 mit dem Zugang zu Parks und Flu\u00dfufern oder zu \u00f6ffentlichen Pl\u00e4tzen.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a><\/p>\n<p>Die K\u00e4mpfe, die wir zurzeit um Mieten und Wohnungswirtschaft, um Wasserwirtschaft und Ern\u00e4hrung, um die Bezahlung der Fachkr\u00e4fte und die Qualit\u00e4t von Erziehung und Pflege, ja auch um die Privatisierung von Bahn und Post erleben, sind Ausdruck der berechtigten Sorge, dass die Solidarit\u00e4t in unserer Gesellschaft bedroht ist, weil auch diese Branchen inzwischen der Logik des Wettbewerb folgen. Das gilt auch f\u00fcr die Kommunen. Weil viele St\u00e4dte und Kreise kaum noch in der Lage sind, ihre Pflichtaufgaben in ausreichendem Ma\u00dfe zu erf\u00fcllen \u2013 den Kita-Ausbau und die Ganztagsschulen, die Eingliederungshilfe und die Hilfe zur Pflege zu Schultern &#8211; haben sie unter dem Druck der Schuldenbremse l\u00e4ngst die Notbremse ziehen m\u00fcssen: Brunnen abgestellt, Theater und Schwimmb\u00e4der geschlossen, Verkehrs- und Energiebetriebe, die Wasserwirtschaft und den Wohnungsbestand verkauft und schlie\u00dflich auch die freiwilligen Leistungen f\u00fcr Jugendzentren, Breitensport und Beratungsstellen gestrichen. Also genau die \u00f6ffentlichen Angebote verschwinden, die R\u00e4ume ver\u00f6den, die zur Begegnung und Beteiligung aller wichtig sind. Die Konflikte, die sich beim Thema Fl\u00fcchtlinge zum Teil ihr Ventil suchen, zeigen, welcher Handlungsbedarf besteht.<\/p>\n<p>Vor lauter Individualisierung und Spezialisierung, vor lauter Schielen nach Effizienz, nach Nutzen und Gewinn, habe man den roten Faden verloren, sowohl individuell als gesellschaftlich, sagt Stefan Gr\u00fcnewald vom Institut Rheingold. Es fehle das gemeinsame Projekt, das Zukunft erschlie\u00dfe, Bindungskr\u00e4fte gingen verloren \u2013\u00a0und das wirke be\u00e4ngstigend. Oder findet unsere Gesellschaft das Zukunftsprojekt inzwischen im Aufbau einer neuen Willkommenskultur, in einem neuen Selbstverst\u00e4ndnis als Einwanderungsland? Es w\u00e4re sch\u00f6n, aber ein offenes und tolerantes Miteinander braucht eben nicht nur guten Willen und eine engagierte Zivilgesellschaft, sondern auch eine funktionierende soziale Infrastruktur. Es geht um den Erhalt der \u00f6ffentlichen G\u00fcter \u2013 darum, dass auch das untere Drittel der Bev\u00f6lkerung die M\u00f6glichkeit hat, am \u00f6ffentlichen Leben teilzunehmen und das eigene Leben auf Augenh\u00f6he mit anderen zu gestalten.<\/p>\n<p>Was ist zu tun, wenn dieser Befund stimmt und was k\u00f6nnen wir als Kirche und Diakonie dazu beitragen? Auch Kirchen sind ja \u00f6ffentliche Geb\u00e4ude, wir nehmen Steuern ein wie der Staat; wir z\u00e4hlen noch immer breite Gruppen zu unseren Mitgliedern und sind damit selbst Teil der Infrastruktur \u2013 wir haben aber auch eine Geschichte zu erz\u00e4hlen, die Mut machen kann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>3. Alles auf Anfang oder \u201eKirche findet Stadt\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Im Jahr 1846, nach dem gro\u00dfen Brand in Hamburg, konzipierte Johann Hinrich Wichern ein Wohnungsbauprogramm, das in einer kleinen Schrift \u00f6ffentlich machte. Er dachte an eine Art Geh\u00f6ft mit 150 und 200 Wohnungen \u2013\u00a0in der Mitte eine Schule. Denn wie wichtig Bildung als Schl\u00fcssel zur Teilhabe ist, das hatte er mit der Sonntagsschularbeit selbst erlebt. Genauso wesentlich war ihm aber eine funktionierende Nachbarschaft und Zivilgesellschaft. Deshalb sollten sich die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger in dem neuen Quartier in einem Kranken- und Begr\u00e4bnisverein organisieren, um in Notlagen Anteilnahme zu \u00fcben. Und Alleinlebende, Menschen ohne Familienbeziehungen, sollten in ein das \u201eFamiliengemeinwesen\u201c integriert werden.<\/p>\n<p>Wichern suchte wie die anderen Gr\u00fcnderm\u00fctter und -v\u00e4ter der neuzeitlichen Diakonie suchten nach Antworten auf die Herausforderungen der ersten Globalisierungswelle: Migration und Armut, prek\u00e4re Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnisse und bildungsferne Familien waren auch damals ein gro\u00dfes Problem. Kinder und Pflegebed\u00fcrftige wurden allein gelassen, weil die Familien in der aufkommenden Industriegesellschaft \u00fcberfordert waren. In dieser Situation gehe es eben nicht nur darum, das Wort Gottes zu predigen, sondern den \u201eSchl\u00fcssel zu den Herzen wieder zu entdecken.\u201c<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\"><sup><sup>[4]<\/sup><\/sup><\/a>, betonte Wichern. So entstanden Sonntagsschulen und Gefangenenf\u00fcrsorgevereine, Kleinkinderschulen und Pflegeeinrichtungen und auch neue Angebote beruflicher Bildung &#8211; in der Gehilfenausbildung bei Wichern, in der Ausbildung von Krankenschwestern und Kinderg\u00e4rtnerinnen bei Fliedner. Es ging nicht nur darum, den Benachteiligten zu helfen &#8211; wie manche noch immer Diakonie verstehen &#8211; es ging darum, Menschen einen Platz in der Gesellschaft und eine Perspektive f\u00fcr die Zukunft zu geben. Die Gemeinschaften der Mutter- und Br\u00fcderh\u00e4user, in denen damals neue Arbeits- und Ausbildungspl\u00e4tze f\u00fcr die wachsenden sozialen Bedarfe geschaffen wurden, waren, um es in heutiger Sprache zu sagen, Orte der Solidarit\u00e4t und des Empowerments.<\/p>\n<p>Solche R\u00e4ume und solche Netzwerke sind heute wieder gefragt: Hartz-IV-Empf\u00e4nger, Fr\u00fchrentner, Jugendliche ohne Schulabschluss und die vielen, die nicht mithalten k\u00f6nnen in der beschleunigten Arbeitswelt &#8211; die M\u00fctter kleiner Kinder, Menschen mit Behinderung und psychisch Kranke. All die Abgeh\u00e4ngten, die das Gef\u00fchl haben, auf sie k\u00e4me es nicht mehr an. Die Fl\u00fcchtlinge und Migranten, die auf der Suche nach Frieden, Arbeit und Wohlstand in unsere St\u00e4dte str\u00f6men. In manchem gleichen die Herausforderungen der zweiten Globalisierungswelle denen des 19. Jahrhunderts und manche Probleme, die wir l\u00e4ngst \u00fcberwunden glaubten, kehren in neuem Gewand zur\u00fcck. Und noch immer die Quartiere die Orte, die \u00fcber Teilhabe entscheiden.<\/p>\n<p>In den Jahren 2011 und 2012 f\u00f6rderte das Bundeministerium f\u00fcr Stadtentwicklung, Bauen und Verkehr aus den Mitteln des F\u00f6rdertitels \u201eSoziale Stadt\u201c das \u00f6kumenische Projekt \u201eKirche findet Stadt\u201c, das entscheidend von Diakonie und Caritas entwickelt worden war und nun Gott sei Dank eine kleinere Fortsetzung gefunden hat. Es ging und geht dabei um die Kooperation von Kirchen und ihren Wohlfahrtsverb\u00e4nden mit anderen Partnern im Stadtteil: mit Schulen und Wirtschaft, mit Sportverb\u00e4nden und Initiativen des b\u00fcrgerschaftlichen Engagements. Ziel war, die Kirche wieder als zivilgesellschaftlichen Akteur in den Netzwerken der Stadtentwicklung zu verankern. In der Evangelischen Kirche sprechen wir in diesem Zusammenhang von Gemeinwesendiakonie. Der Begriff steht f\u00fcr die Bewegung \u201evom Fall zum Feld\u201c, wie Wolfgang Hinte das nennt: F\u00fcr eine st\u00e4rkere Orientierung diakonischer Angebote an sozialr\u00e4umlichen Gegebenheiten, wie wir sie aus der Gemeinwesenarbeit kennen, aber auch f\u00fcr eine bewusste Wahrnehmung der parochialen Verantwortung in der Kirche und f\u00fcr eine vertiefte Zusammenarbeit von diakonischen Einrichtungen und Kirchengemeinden und schlie\u00dflich f\u00fcr eine \u00d6ffnung kirchengemeindlicher und diakonischer R\u00e4ume f\u00fcr andere zivilgesellschaftlich relevante Gruppen. Dieses Programm entspricht \u00fcbrigens auch den Forderungen der Diakoniedenkschrift der EKD von 1998, die damals unter dem Titel \u201eHerz und Mund und Tat und Leben\u201c herauskam. Gemeinwesendiakonie begreift die Kirchen als zivilgesellschaftliche und sozialpolitische Akteure, die zusammen mit Wirtschaft, Kommunen und Zivilgesellschaft Mitverantwortung f\u00fcr die Entwicklung des Gemeinwesens \u00fcbernehmen &#8211; und so eine neue Subsidiarit\u00e4t gestalten. Im Dreieck von Staat\/Kommunen, Markt\/Unternehmen und Zivilgesellschaft hat die Kirche Akteure in allen Feldern und deswegen auch die M\u00f6glichkeiten, vielf\u00e4ltig Br\u00fccken zu schlagen. Dabei erscheint sie selbst zum Teil als Br\u00fcckenplatz, als hybride Organisation zwischen Staat und Unternehmen der Wohlfahrtspflege, zwischen Wohlfahrtsunternehmen und zivilgesellschaftlicher Quartiersarbeit, zwischen Kirchengemeinden und anderen Engagierten in der Zivilgesellschaft.<\/p>\n<p>Eines meiner Lieblingsbeispiele ist die Diakoniekirche in Offenbach, wo kirchliche und diakonische Handlungsfelder neu aufeinander bezogen werden: hier ist die Arbeit ganz auf Community Organising und interkulturelle Projekte ausgerichtet. Denn die Diakoniekirche liegt im Mathildenviertel, wo Menschen aus 50 verschiedenen Nationen zu Hause sind. Ein anderes ist die Heiliggeistkirche in Berlin Kreuzberg, wo die Kirche selbst Diakoniezentrum geworden ist \u2013 mit einem geistlichen Raum in der Mitte, mit Caf\u00e9s und Beratungsstellen und einem wunderbaren Kirchengarten, der an die Immunit\u00e4t eines Klosters erinnert. Ein Zentrum f\u00fcr Wohnungslose, f\u00fcr Engagierte in der Migrationsarbeit, f\u00fcr Eltern im Stadtteil. Ein drittes ist das Gemeinschaftshaus in Gelsenkirchen, ein ehemaliges Gemeindehaus, das jetzt u.a. von BP gesponsert wird. Gemeinwesendiakonie kann je nach Situation im Quartier ganz verschiedene Profile, Akteure und Zielgruppen haben.<\/p>\n<p>Was ist das Geheimnis der Stadtteill\u00e4den und Diakonie-Caf\u00e9s, der Mehrgenerationenh\u00e4user und Familienzentren, der Vesperkirchen und all der anderen offenen Treffpunkte im Quartier? Was macht sie zu hot spots in den St\u00e4dten? Als eine, die vor 30 Jahren einen Gemeindeladen gegr\u00fcndet hat, w\u00fcrde ich es so zusammenfassen: Es geht um eine neue Kultur der Gastfreundschaft, aus der sich Teilhabe und Solidarit\u00e4t entwickeln. Im Caf\u00e9 des Gemeindeladens kamen Probleme zur Sprache, die die Gottesdienst- und Gruppengemeinde lange nicht wahrgenommen hatte: Arbeitslose erz\u00e4hlten von ihrer Erfahrung, aus den gewohnten Bezugssystemen herauszufallen \u2013 und manche engagierten sich sp\u00e4ter im Ladenteam. \u00dcberforderte und verzweifelte pflegende Angeh\u00f6rige trafen sich in einer Gruppe. M\u00fctter organisierten Mutter-Kind-Gruppen; ein konvertierter Moslem regte einen interreligi\u00f6sen Dialog an. Als wir damals zur Er\u00f6ffnung dieses Stadtteiltreffpunkts einluden, stand auf dem Flyer eine kleine Geschichte mit dem Titel: \u201eIch traf nur Martin\u201c. F\u00fcr Etablierte mit einem gro\u00dfen pers\u00f6nlichen Netz das Selbstverst\u00e4ndlichste der Welt: Du setzt dich an einen Caf\u00e9tisch und vielleicht setzt sich jemand zu Dir. Eine Ehrenamtliche &#8211; sie h\u00f6rt Dir zu. Und im Gespr\u00e4ch merkt Ihr: Du bist nicht allein mit Deiner Geschichte, Deiner Frage, Deinem Problem. Was Dir passiert ist, passiert vielen. So wird aus Gastfreundschaft Solidarit\u00e4t. Vielleicht entsteht daraus eine Gruppe, eine Aktion. Im Prozess des Zuh\u00f6rens und Aussprechens werden hinter den Einzelschicksalen gesellschaftliche Strukturen und Entwicklungen erkennbar, entstehen Initiativen im Quartier. Damit das gelingt, braucht es R\u00e4ume, engagierte B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger, aber zumeist auch professionelle Unterst\u00fctzung. Menschen, die zwischen Problemanzeigen und Hilfsangeboten zu vermitteln wissen, so wie es noch bis in die 1950er Jahre die Gemeindeschwester tat. Quartiersmanager sind gefragt, die Betroffenen und Engagierten Raum zur Selbstorganisation geben \u2013 tats\u00e4chlichen und ideellen Raum. Das kostet, daf\u00fcr m\u00fcssen kontinuierlich Mittel zur Verf\u00fcgung gestellt werden. Denn eines der gr\u00f6\u00dften Probleme der Quartiersbewegung ist, dass sie aus Projektmitteln finanziert ist, die h\u00e4ufig nur sehr begrenzte Zeit flie\u00dfen. Deswegen ist die Kirche nicht nur mit ihren R\u00e4umen, sondern auch mit ihren Ressourcen gefragt.<\/p>\n<p>Vielleicht kennen Sie die Augenblicke, in denen man mit dem Blick eines Fremden auf das eigene Land, die eigene Stadt, die eigene Kirche sieht, und erschreckt. Mir ging es immer wieder so, wenn ich an einem der Caf\u00e9haustische von Schicksalen h\u00f6rte, die in Gemeindegruppen nicht angesprochen wurden. Es ging mir aber auch so, als ich vor zwei\/drei Jahren im \u201eGuardian\u201c las, Christen und Kirchen w\u00e4ren besonders stark darin, kleine Netze im Stadtteil zu kn\u00fcpfen, Heimat zu schaffen und Benachteiligte einzubinden. Der Redakteur hatte das Sozialkapital, das die Kirchen in Gro\u00dfbritannien f\u00fcr die Gesellschaft bereitstellen, sogar umgerechnet in Pfund. Und kam zu dem Schluss, dass diese Leistung in Deutschland anerkannt w\u00fcrde \u2013 mit der Kirchensteuer n\u00e4mlich. Ich habe mich einen Augenblick gesch\u00e4mt. Denn so ist es \u2013 aber hier in Deutschland ist zurzeit von Caring-Communities die Rede, von sorgenden Gemeinschaften. Die Alterskommission wie Engagementkommission der Bundesregierung befassen sich damit und werden im Fr\u00fchjahr ihre Berichte vorlegen. Es geht um die Entwicklung von lebendigen und starken Nachbarschaften, um Budgets f\u00fcr Quartierspflege und B\u00fcndnisse f\u00fcr Familien. Dass die Kirche in keiner der beiden Kommissionen vertreten ist, muss uns zu denken geben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>4. Gerechte Teilhabe<\/strong><\/p>\n<p>Kein Mensch soll aus der Gemeinschaft ausgeschlossen werden. Diese Vision hat in den letzten Jahrzehnten viele B\u00fcrger und B\u00fcrgerinnen angetrieben: von der Psychiatrieenquete bis zur Ambulantisierung der Behindertenhilfe, von Cecily Sounders bis zu Klaus D\u00f6rner. Auch ihre Tr\u00e4ume richteten sich zumeist auf das Zusammenleben im Quartier. Wer pflegebed\u00fcrftig ist oder mit Behinderungen leben muss, wer unheilbar krank und sterbend ist, soll deswegen nicht umziehen m\u00fcssen. Niemand soll station\u00e4r untergebracht werden, nur weil er sich selbst nicht mehr versorgen kann; keiner soll isoliert sein, wenn er stirbt. Die Umsetzung dieses Traums in eine menschenrechtliche Norm, die UN-Behindertenrechtskonvention, zwingt uns jetzt im Blick auf Menschen mit Behinderungen, ganz konkret dar\u00fcber nachzudenken, wie unsere allt\u00e4glichen Lebensorte gestaltet sein m\u00fcssen, damit das gelingt. Wie Wohnquartiere und Arbeitswelt, soziale Dienste und deren Finanzierung durch die sozialen Sicherungssysteme, und auch wie Kirchengemeinden sich \u00e4ndern m\u00fcssen. Wir haben das in der EKD-Orientierungshilfe \u201eEs ist normal, verschieden zu sein\u201c, versucht, darzustellen. Dabei geht es nat\u00fcrlich nicht nur um Menschen mit Behinderung, die Fragen betreffen auch Pflegebed\u00fcrftige, Demenzkranke, junge Leute, die in ihren Familien keine Unterst\u00fctzung finden, und selbstverst\u00e4ndlich Migranten und Fl\u00fcchtlinge.<\/p>\n<p>Kirche und Diakonie haben viel beizutragen, wenn es um Migration geht. Mit ihren Angeboten des Betreuten Wohnens f\u00fcr Jugendliche oder f\u00fcr \u00e4ltere Menschen, f\u00fcr psychisch Kranke oder f\u00fcr Menschen mit Behinderung. Mit ambulanter Pflege, Hauswirtschaftsdiensten und Pflegeberatungsstellen, mit Jugendzentren, Jugendberatungsstellen und den Schulen, die mehr und mehr inklusiv arbeiten. Wenn wir aber wirklich ernst damit machen wollen, dass Menschen, die vor Jahren noch in Sondereinrichtungen untergebracht waren nun ganz normale Gemeindemitglieder sind, dann gibt es noch viel zu tun. Es darf nicht geschehen, dass sich die alten diakonischen Stadtteile in Hephata oder Bethel, in Treysa oder im Rauhen Haus, in Konversionsprozesse begeben und in ganz normale Wohnviertel verwandeln, ihre F\u00f6rderschulen \u00f6ffnen, ihre Werkst\u00e4tten an den Markt anpassen, die Anstaltskirchengemeinden aufl\u00f6sen, damit alle, die es wollen, selbstbestimmt leben k\u00f6nnen \u2013\u00a0dass dann aber weder Gottesdienste noch Konfirmandenarbeit, weder Nachbarschaften noch Arbeitgeber darauf eingestellt sind, weil ein inklusiver Verst\u00e4ndnis von Normalit\u00e4t dort noch gar nicht angekommen ist. Es kann nicht sein, dass Normalisierung am Ende Einsamkeit bedeutet. Gott sei Dank gibt es gute Beispiele inklusiver Netzwerke. Oft sind Unternehmen die Vorreiter \u2013 zum Beispiel dem Handwerkerschaft und Schulen, Werkst\u00e4tten und Kommunen zusammen arbeiten, um Menschen mit Behinderung Arbeitspl\u00e4tze auf dem ersten Arbeitsmarkt zu geben.<\/p>\n<p>Die Idee der Inklusion, gilt inzwischen als internationale Leitidee in der Sozial- und Gesellschaftstheorie<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\"><sup><sup>[5]<\/sup><\/sup><\/a> und wird als die soziale Herausforderung der Gegenwart betrachtet<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\"><sup><sup>[6]<\/sup><\/sup><\/a>. Dabei geht es nicht nur um einen individuellen Rechtsanspruch auf gesellschaftliche Teilhabe und aktive Mitgestaltung, es geht vielmehr um die Verpflichtung von Staaten und Kommunen, aber auch von Kirche und Diakonie, angemessene Vorkehrungen zu treffen, damit alle Menschen \u2013 die Abgeh\u00e4ngten in den Quartieren, die Pflegebed\u00fcrftigen und Demenzkranken ihre Rechte wahrnehmen k\u00f6nnen. Wir sind herausgefordert, unsere Unterst\u00fctzungsleistungen so zu erbringen, dass ein Leben in der Mitte der Gesellschaft m\u00f6glich ist. Das kann nur gelingen, wenn unsere Arbeit personenbezogen und lebensweltlich ausgerichtet ist. Es geht darum, das Einsortieren von Menschen in \u201eSchubladen\u201c und Gruppen zu beenden, das auch unsere Hilfesysteme kennzeichnet &#8211; mit unterschiedlichen Refinanzierungen und Strukturen je nachdem, ob einer behindert oder pflegebed\u00fcrftig, alt oder krank ist. Ein Steuersystem, das auf Solidarit\u00e4t baut, ist eine gute Voraussetzung daf\u00fcr.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>5. Zuordnungen \u00fcberwinden \u2013 eine dauernde Herausforderung<\/strong><\/p>\n<p>Dazu geh\u00f6rt auch, die Zuordnungen der Menschen zwischen Kirche und Diakonie als Sozialsystemen mit ihrer Organisationslogik in Frage zu stellen. Von Angeboten f\u00fcr Familien bis zu solchen f\u00fcr \u00e4ltere und pflegebed\u00fcrftige Menschen, von Beratungsangeboten bis zu den Schulen pr\u00e4gten und pr\u00e4gen solche Zuordnungen \u00fcber lange Zeit das Bild. Allgemeinbildende Schulen, h\u00e4ufig Gymnasien in kirchliche \u2013\u00a0F\u00f6rderschulen in diakonischer Tr\u00e4gerschaft. Angebote f\u00fcr Alleinerziehende, Welcome-Programme, Mutter-Kind-Kuren in der Diakonie, Tageseinrichtungen in der Kirchengemeinde. Ehe- und Lebensberatung in der Kirche, Schuldner- und Suchtberatung in der Diakonie. Die Orientierungshilfe der EKD zur Familienpolitik und ihre Rezeption in der Kirche erz\u00e4hlen von diesem Dilemma. Ich k\u00f6nnte fortfahren, stelle aber einfach grunds\u00e4tzlich fest: die Struktur, die dahinter steht, hat ihren Grund nicht nur an den Finanzierungsmodalit\u00e4ten von Sozialversicherungen und Kommunen, sie hat ganz offensichtlich auch mit unserem Kirchenbild zu tun, das ganz bestimmte Gruppen an die Diakonie delegiert und damit exkludiert hat, n\u00e4mlich alle die, die nach dem Sozialgesetzbuch Hilfeempf\u00e4nger sind.<\/p>\n<p>So wurde mit dem Ausbau des Wohlfahrtsstaats oft auch die Distanz zwischen Kirchengemeinden und ihren diakonischen Einrichtungen gr\u00f6\u00dfer \u2013 nicht zuletzt, weil die Wohlfahrtspflege mit ihren Refinanzierungs- und Kontrollmechanismen, mit ihrer fachlichen Professionalisierung und zunehmend marktorientierten Steuerung ganz anderen Leitlinien und Prozessen folgt als die noch immer steuerfinanzierte und eher ehrenamtsorientierte Kirche. Auf der Organisationsebene sprach und spricht man verschiedene Fachsprachen, hat einen unterschiedlichen Blick auf gesellschaftliche Wirklichkeiten. Allerdings entwickeln sich inzwischen auch die verfassten Kirchen wie die Kommunen in Richtung Markt und Wettbewerb mit Kerngesch\u00e4ft, Milieu- und Angebotsorientierung. Sich gemeinsam aufzumachen in Richtung Gemeinwesen bietet die Chance, die Sprachlosigkeit zu \u00fcberwinden und nach gemeinsamen Zielen zu fragen. Schlie\u00dflich geht es darum, endlich alle Gruppen im Stadtteil als B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger und eben auch als Gemeindemitglieder wahrzunehmen &#8211; nicht nur als Klienten oder Hilfebed\u00fcrftige. Und ernst damit zu machen, dass wir alle mal in der einen und mal in der anderen Position sind und das unser Engagement genau daran wachsen kann. Es kommt also darauf an, dass wir nicht nur in kirchlichen und diakonischen Gremien \u00fcber unsere Organisations-Interessen reden &#8211; \u00fcber Steuerungsgruppen und Finanzstr\u00f6me, \u00fcber Leitbilder und Qualit\u00e4t &#8211; sondern mit den Betroffenen und Engagierten \u00fcber den gesellschaftlichen Bedarf. Denn w\u00e4hrend wir noch gefangen sind im \u00fcberkommenen Spannungsfeld von Kirche als Gemeinde, Diakonie und zivilgesellschaftlichen Initiativen, wachsen l\u00e4ngst neue Wettbewerber und Partner: unsere Gesellschaft wird interreligi\u00f6s, die Engagementgruppen wachsen und social Entrepreneurs treten neben die Wohlfahrtsunternehmen.<\/p>\n<p>Dabei kann Kirche entscheidend von den sozialen Bewegungen in der Zivilgesellschaft lernen &#8211; Hospizbewegung wie Tafelbewegung, aber auch die Angeh\u00f6rigen von dementiell Erkrankten erinnern uns daran, wie Leibsorge und Seelsorge, Gemeinde und Gemeinwesen, Erfahrungen von Hilfe und Zugeh\u00f6rigkeit zusammen geh\u00f6ren. Diese Bewegungen organisieren sich seit langem quer zu Kirchen und Wohlfahrtsverb\u00e4nden, h\u00e4ufig in eigenen Verb\u00e4nden, weil sie sich konfessionell nicht mehr zuordnen lassen. Ich sehe mit gro\u00dfem Respekt, wie viele Initiativen, Vereine, soziale Unternehmen in Deutschland daran arbeiten, Generationen zu verbinden, Chancen zu geben, eine Willkommenskultur zu gestalten. Allein f\u00fcr den deutschen Engagementpreis wurden in diesem Jahr mehr als 700 Preistr\u00e4ger ausgew\u00e4hlt, die alle bereits einen B\u00fcrgerpreis erhalten hatten. Da finden sich Gartenclubs und Bauh\u00fctten, B\u00fcrgerbusse und Notruftelefone, neue Genossenschaften und Demenznetzwerke. Und immer wieder einmal denke ich &#8211; das w\u00e4re eigentlich auch unsere Sache, w\u00e4hrend wir uns oft genug zwischen Kult, Kultur und Wohlfahrt zerreiben, statt Cross-over zu denken. \u201eNo taxation without representation\u201c hie\u00df es zu Beginn der Staatwerdung der Vereinigten Staaten von Amerika. Ich denke jetzt manchmal daran, dass Wichern solche Ideen in seinem Konzept einer Synode aufgenommen hat. Wo \u00fcber Kirche und Gesellschaft entschieden wurde, da sollten die diakonischen Vereine und \u00d6konomien genauso repr\u00e4sentiert sein wie die \u201eHausv\u00e4ter\u201c aus der B\u00fcrgergesellschaft. Daraus ist nur wenig geworden, wenn man auf die wechselseitige Repr\u00e4sentation von Kirche und Diakonie in ihren Gremien schaut &#8211; und ich f\u00fcrchte, das l\u00e4sst sich auch nur noch schwer ver\u00e4ndern. Was sich aber ver\u00e4ndern lie\u00dfe, w\u00e4re die Kooperation in Zeit und Raum. Diakonische Mitgliederversammlungen und Synoden, die sich oft mit \u00e4hnlichen Fragen besch\u00e4ftigen, k\u00f6nnten sich abstimmen und hintereinander tagen und das gleiche gilt f\u00fcr Tagungen von Akademien und Diakonischen Fachbereichen. Damit die unterschiedlichen Perspektiven Funken schlagen und die Informationen flie\u00dfen! Erst in der Kooperation von Kirche und Diakonie entsteht das Neue.<\/p>\n<p>Mit ihrer parochialen und ehrenamtlichen Struktur sind Kirchengemeinden immer schon auf das Gemeinwesen bezogen. Kirchenvorst\u00e4nde und Ehrenamtliche leben im Stadtteil, sie kennen Schulen, Sportvereine, Arztpraxen, den Einzelhandel aus eigenem Erleben und k\u00f6nnen schnell und informell Ankn\u00fcpfungspunkte finden. Gemeinden haben ein ungeheures Sozialkapital an Kontakten, Netzwerken und Beziehungen. Gewiss, angesichts des Verlusts an Mitgliedern und Finanzen sind manche Gemeinden auf dem R\u00fcckzug &#8211; sie verlieren ihre offene Ausstrahlung, b\u00fc\u00dfen Professionalit\u00e4t ein, lassen Au\u00dfenstehende und Interessierte nicht mehr an Entscheidungen partizipieren. Wo aber Kirche und Diakonie zusammenarbeiten, kann Diakonie das kompensieren: mit professionellen Dienstleistungen, fachlichem \u00dcberblick, Unternehmergeist. Diakonie wiederum ist auf dem Hintergrund der Vers\u00e4ulung unseres Sozialversicherungssystems in hohem Ma\u00dfe Zielgruppen- und manchmal auch Defizitorientiert. Gemeinwesendiakonie ist deshalb f\u00fcr beide eine Herausforderung; f\u00fcr Kirchengemeinden geht es darum, die Parochie als Sozialraum neu zu entdecken &#8211; und f\u00fcr die Diakonie, quartiersbezogen zu arbeiten. Das Gelingen der Projekte h\u00e4ngt davon ab, dass wir beides zusammen bringen &#8211; Lebensweltorientierung und Professionalit\u00e4t, Sozialraum und Dienstleistung, Fr\u00f6mmigkeit und achtsames Engagement. Stadtteill\u00e4den, Familienzentren und Mehrgenerationenh\u00e4usern leben von diesem Miteinander, das produktive Reibung erzeugen kann.<\/p>\n<p>Wer solche Projekte und Plattformen steuert, ist letztlich nicht entscheidend. Wenn Kirche und Diakonie aber um solche Machtfragen in Konflikt geraten, gef\u00e4hrdet das die Projekte. An Beispielen wie Wohnquartier hoch 4 in NRW oder dem SONG-Projekt von Bertelsmann kann man das im Feld der alternsgerechten Stadt nachvollziehen. Es ist auch nicht entscheidend, ob das ehemalige Gemeindehaus jetzt von der Diakonie gef\u00fchrt wird, weil so besser Mittel von Wirtschaft und Kommune akquiriert werden konnten &#8211; entscheidend ist, ob die Nachbarschaft dort Heimat und Hilfe findet &#8211; und auch ein Angebot f\u00fcr die Seelen findet. Und auch Vorsitz an runden Tischen kann wechseln und in manchen St\u00e4dten sind es die B\u00fcrgerplattformen, \u00fcber die die meisten Informationen flie\u00dfen. Ob Kirche aber \u00fcberhaupt an solchen Prozessen beteiligt bleibt, entscheidet, ob sie als Akteur im Quartier ernst genommen wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>6. Glaube to go \u2013 Haltepunkte in der Stadt<\/strong><\/p>\n<p>Eines der letzten Hefte der Zeitschrift Stadtteilentwicklung drehte sich um \u201eGlauben\u201c in der Stadt. Eine Fotoserie in diesem Heft zeigte Autobahnkirchen. Glaube to go, wie die Verfasser sagen. Ohne Gemeinde, ohne Netzwerke. Jan Hendricks, der schon vor 30 Jahren seinem Buch \u201eGemeinde als Herberge\u201c ein Bild f\u00fcr die Kirche in unserem Jahrhundert entwickelt hat \u2013 eine Art Karawanserei, ein offener Raum der Begegnung miteinander, mit den N\u00f6ten der Zeit und mit Gott. Dazu gilt es, die Begegnungsr\u00e4ume, die Kirche fast in jedem Wohnquartier hat \u2013 oft sind es die letzten \u00f6ffentlichen Orte &#8211; zu \u00f6ffnen, damit viele sich einbringen k\u00f6nnen. Und sie da, wo wir sie nicht mehr brauchen oder nicht mehr tragen k\u00f6nnen, so umzuwidmen, dass sie wenigstens Begegnungsorte bleiben. Wir m\u00fcssen nicht mehr immer Gastgeber sein, wir k\u00f6nnen, um im Bild zu bleiben, auch als Servicekr\u00e4fte mithelfen, damit das Leben gelingt.<\/p>\n<p>Es geht aber auch darum, dass Gemeinden und Kirchenkreise sich an Stadtplanungsprozessen oder an Initiativen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf, bei altersgerechten St\u00e4dten oder B\u00fcrgerkommunen beteiligen. Das ist leider noch viel zu wenig der Fall. Vielleicht liegt das daran, dass mit den diakonischen Aufgaben auch das Verh\u00e4ltnis zur Kommune &#8211; die Kooperation mit Kommunalpolitik, Sozial- und Jugendhilfeaussch\u00fcssen oder mit dem Bauamt an die Wohlfahrtspflege delegiert wurde. Angesichts des Ausblutens von Kommunen und des Verlustes an Gemeing\u00fctern ist Kirche nun aber besonders gefragt. Dabei geht es darum, \u00f6ffentliche Pl\u00e4tze zu erhalten, an denen Menschen unterschiedlicher Herkunft sich treffen k\u00f6nnen. Es geht darum, die Infrastruktur ganz bewusst aus der Perspektive der Betroffenen anzuschauen und Stadtlandschaften so zu gestalten, dass Raum f\u00fcr das \u201e Wir\u201c ist. Als Kirche haben wir in diesem Prozess noch immer viel zu geben &#8211; Orte der Stille, Orte der Erinnerung und der Begegnung, Pfarrland und Pfarrg\u00e4rten &#8211; Treffpunkte, f\u00fcr die man keinen Eintritt zahlt.<\/p>\n<p>Manchmal gelingt es Kirche und Diakonie noch, Stadtteile zu pr\u00e4gen, wie Wichern das damals ertr\u00e4umt hat. Da wird Pfarrland an kirchliche Wohnungsbaugesellschaften verpachtet und das Gemeindehaus zum Mehrgenerationenzentrum umgebaut wie in Lindlar bei K\u00f6ln oder die Diakonie baut eine Kirche wie in D\u00fcsseldorf. Eines der sch\u00f6nsten Beispiele ist die Mitarbeit des Laurentiuskonvents mit der \u201eBr\u00fccke\u201c hier in der Hafencity. Es w\u00e4re aber auch schon viel gewonnen, wenn die Landkarten in unseren K\u00f6pfen und vielleicht sogar in unseren St\u00e4dten sich \u00e4nderten: Ich stelle mir einen kirchlich-diakonischen Stadtplan vor, auf dem all die diakonischen Zentren und sozialen Dienstleister zu sehen sind, von denen ich gesprochen habe. Die der Diakonischen Unternehmen und die der Diakonischen Werke, die Nachbarschaftsinitiativen wie die offenen Schulen. Es gibt sie, die diakonischen Stadtpl\u00e4ne \u2013 oft aber nur von einzelnen Tr\u00e4gern oder f\u00fcr einzelne Fachlichkeiten. Und wie w\u00e4re es, wenn auf dieser Karte auch die Caf\u00e9s verzeichnet w\u00e4ren, wo man, wenn man selbst einen Espresso trinkt gleich einen f\u00fcr einen Bed\u00fcrftigen mit sponsern kann? Oder die Zahn\u00e4rzte, die sich besonders viel Zeit nehmen f\u00fcr die Behandlung von Menschen mit Behinderung? Sie kennen vielleicht die Karte, auf der \u201eDeutschland \u2013 Land der Ideen\u201c die ausgezeichneten Orte pr\u00e4miert und plakatiert? Und jetzt also die Plakette \u201eOffenes Quartier\u201c &#8211; ausgezeichnet von der \u00f6kumenischen Initiative in Hamburg. Ich tr\u00e4ume nur und es steht manches dagegen &#8211; nicht zuletzt die Angst vor der Diskriminierung der Betroffenen und die Sorge, sichtbar zu machen, wie viele Ressourcen tats\u00e4chlich in unserer Arbeit stecken. Und doch gef\u00e4llt es mir nicht, wenn in meiner Stadt ganz anders f\u00fcr Offenheit geworben wird \u2013 n\u00e4mlich mit einem Plakat f\u00fcr den verkaufsoffenen Sonntag.<\/p>\n<p>\u201eThis Shrine is open 24 hours a day for prayer and private reflection\u201c, stand auf dem Metallschild in Vilnius. Ich bin nat\u00fcrlich auch drin gewesen und habe etwas gelernt \u00fcber die Geschichte des Ortes und die Litauens. Schlie\u00dflich wollen wir ja nicht nur wissen, wo wir etwas bekommen, sondern auch, wo wir angekommen sind. Das ist eine wichtige Funktion der Kirchen. Sie respektiert, wo wir herkommen und begleitet uns im Ankommen. Vielleicht gibt es demn\u00e4chst mal eine Kirchen-App, die nicht nur die sch\u00f6nen Kirchen zeigt \u2013 inzwischen ist die \u00fcbrigens ausgezeichnet von \u201eDeutschland \u2013 Land der Ideen\u201c \u2013, sondern die noch dar\u00fcber hinausgeht: als Quartiersapp, die auch denen Wege ebnet, die ganz neu ankommen.<\/p>\n<h5><\/h5>\n<h5><\/h5>\n<h5><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Heinz Bude, Die Ausgeschlossenen. Das Ende vom Traum einer gerechten Gesellschaft, M\u00fcnchen, Hanser, 2008.<\/h5>\n<h5><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Eine aktuelle Studie der Bertelsmann-Stiftung h\u00e4lt fest (ich zitiere): \u201eDie Belastung der Kommunalhaushalte durch Sozialleistungen ist bundesweit unterschiedlich. Am geringsten ist sie in Baden \u2013W\u00fcrttemberg mit durchschnittlich 31 Prozent, am h\u00f6chsten in Nordrhein-Westfalen mit 43 Prozent. Zwischen den einzelnen Kommunen sind die Unterschiede teilweise eklatant: W\u00e4hrend die Stadt Wolfsburg (17 Prozent) und der bayerische Kreis Ha\u00dfberge (18 Prozent) nur einen kleinen Teil ihres Etats f\u00fcr Sozialleistungen aufwenden, machen die Sozialkosten in Duisburg, Wiesbaden, Eisenach und Flensburg mehr als die H\u00e4lfte des st\u00e4dtischen Haushalts aus.\u201c <a href=\"http:\/\/www.bertelsmann-stiftung.de\/de\/themen\/aktuelle-meldungen\/2015\/juni\/sozialausgaben-belasten-haushalte-der-kommunen-mit-bis-zu-58-prozent\/\">http:\/\/www.bertelsmann-stiftung.de\/de\/themen\/aktuelle-meldungen\/2015\/juni\/sozialausgaben-belasten-haushalte-der-kommunen-mit-bis-zu-58-prozent\/<\/a> Vom 8. Juni 2015.<\/h5>\n<h5><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> \u201eLaudato si\u201c \u2013 \u00dcber die Sorge f\u00fcr das gemeinsame Haus. Die Umwelt \u2013 Enzyklika von Papst Franziskus, Stuttgart 2015, siehe besonders die Parr. 149 &#8211; 151<\/h5>\n<h5><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> A.a.O., 321<\/h5>\n<h5><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Stichweh 2005, 179: \u201eeine Leitunterscheidung der Gesellschaftstheorie\u201c; Mayrhofer 2009, 84 spricht in Bezugnahme auf Luhmann von der \u201eFunktion eines Supercodes des Gesellschaftssystems\u201c und Luhmann von einer \u201ePrim\u00e4rdifferenzierung der Gesellschaft\u201c (ebd. zitiert). Antonis 2008 spricht von \u201eMetacode\u201c und Luhmann 1997, 632 von Meta-Differenz.<\/h5>\n<h5><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> So Kronauer 2010b, 24 in seinem Beitrag: \u201eInklusion \u2013 Exklusion: Eine historische und begriffliche Ann\u00e4herung an die soziale Frage der Gegenwart\u201c. Bude 2008, 65 spricht davon, dass das Paradigma der Ausbeutung durch das der Ausgrenzung ersetzt wurde.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aufgaben f\u00fcr Kirche und Diakonie im Gemeinwesen 1. 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