Fluchtpunkt

fluchtpunkt_logoBoubacar aus Guinea floh im Alter von 17 Jahren, über Senegal und Frankreich nach Hamburg. Sein Vater war beim sog. Stadionmassaker ums Leben gekommen. An diesem Tag umstellte das Militär eine Kundgebung der Opposition im Stadion von Conakry, drang in das vollbesetzte Stadion vor und richtete dort ein Blutbad an. Mindestens 157 Menschen wurden getötet, unzählige verletzt, Frauen vergewaltigt. Boubacar selbst überlebte mit ernsten Verwundungen, verletzte einen Milizionär in Notwehr und wurde von Freunden der Eltern versteckt, bis er fliehen konnte.

Im Gespräch fiel auf, dass Boubacar durch seine Erlebnisse erheblichen psychischen Schaden genommen hat. Wir vermittelten ihn an die Ambulanz für Flüchtlingskinder und ihre Familien im Universitätskrankenhaus Eppendorf, wo eine Posttraumatische Belastungsstörung diagnostiziert wurde und seitdem behandelt wird.

Sein Asylantrag wurde vom Bundesamt jedoch abgelehnt. Es sei keine gezielte Verfolgung des Antragstellers ersichtlich, sollte er wegen der Verletzung des Milizionärs belangt werden, sei dies eine behördliche Reaktion, die nicht über das für alle Bürger übliche Maß an Sanktionen hinausgehe und auch sonst seien keine Gründe für die Anerkennung als Flüchtling ersichtlich. Auch als Minderjähriger ohne aufnahmefähige Familie drohe ihm bei einer Rückkehr keine Gefahr.

Wir haben gegen diese Entscheidung Klage eingelegt und das Bundesamt hat in der mündlichen Verhandlung vor dem Verwaltungsgericht mitgeteilt, dass nun doch ein Abschiebungsverbot festgestellt werden wird.

Die kirchliche Hilfsstelle für Flüchtlinge, fluchtpunkt, arbeitet für den Schutz von Menschen, die vor politischer Verfolgung, Folter, Krieg und Vertreibung geflohen sind. Wir kämpfen für faire Asylverfahren und die Einhaltung

  • der Genfer Flüchtlingskonvention,
  • der Kinderrechtskonvention
  • und der Grundrechte

für Flüchtlinge und Flüchtlingskinder.

Speziell minderjährige unbegleitete Flüchtlinge, deren Zahl in den letzten Jahren in Hamburg beständig gestiegen ist, befinden sich der nach Ankunft in Hamburg in einer besonders prekären Lage, in der die Jugendhilfe sich leider stark überfordert zeigt. Neben den sog. Lampedusa-Flüchtlingen, gilt diesen oft schwer traumatisierten Jugendlichen deshalb aktuell unsere besondere Aufmerksamkeit.

Vergleichbare Angebote existieren im Gebiet der Nordkirche nicht. Da wir keine Mittel des Landes oder des Bundes erhalten, können wir als einzige professionelle Stelle Rechtshilfe frei von politischer Einflussnahme anbieten, sind dafür aber dringend auf Spenden angewiesen.

Weitere Informationen und Fallbeispiele geben wir Ihnen gern. Ihre Ansprechpartnerin ist Anne Harms (Tel.: 040/432 500 80).

Die Kollekte erbitten wir auf folgendes Konto:

Kontoinhaber:      fluchtpunkt
IBAN:                 DE51 2106 0237 0027 2434 00
BIC:                    GENODEF1EDG